Das Set von Cosi fan tutte

Nachdem wir uns in der letzten Saison hauptsächlich Sinfonie- und Kammerkonzerte im Staatstheater Darmstadt angeschaut haben, haben wir unsere Abo-Karten dieses Jahr mehr für Theatervorstellungen und Opern genutzt – mit bislang durchaus positivem Ergebnis. Wir müssen nächstes Jahr nur genauer darauf achten, ob in der Beschreibung etwas Anderes als „in deutscher Sprache“ steht. Es gibt zwar bei den fremdsprachlichen Sachen immer Übertitel. Doch wie der Name schon sagt, hängen die ÜBER der Bühne. Da wir uns aber (aus den Erfahrungen mit den Konzerten) ziemlich weit vorne im Saal befanden, waren diese für uns nur mit großer Anstrengung (ständig nach oben schauen) lesbar. Nächste Saison also mehr im hinteren Bereich einen Platz kaufen.

In der aktuellen Saison gesehen haben wir bislang die Mozart-Oper Così fan tutte, ossia La scuola degli amanti, Carmen (Oper von Georges Bizet), Evita (Musical von Andrew Lloyd Webbers) und Das Abschiedsdinner (Kammerspiel von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellìere). Und da uns vor allem die letzten beiden richtig gut gefallen haben, will ich euch darüber etwas mehr erzählen:

 

Das Abschiedsdinner – Die Prämisse ist simpel: Pierre und Clotilde stellen fest, dass sie irgendwie viel zu wenig Zeit haben und warum? Weil sie zu viele Freunde haben, mit denen sich treffen. Dabei mögen sie viele dieser Freunde eigentlich gar nicht so wirklich. Die meisten haben irgendwelche nervigen Marotten, die ihnen mittlerweile nur noch auf den Geist gehen. Glücklicherweise hat Pierre mal von etwas gehört, dass sich „Abschiedsdinner“ nennt. Man lädt die Freunde, die man loswerden möchte, zum schönsten Abend ihres Lebens ein (spielt ihre Lieblingsmusik, gibt Wein aus ihrem Geburtsjahr, macht ihr Lieblingsessen, etc.) und meidet sie danach für immer und ewig. Klingt absurd und ist es auch.

Ihr erstes Abschiedsdinner wollen die beiden mit Bea und Antoine machen, denn vor allem Antoine nervt mit seinen ewigen langen Geschichten, seinem fragwürdigen Musikgeschmack und nervigem Gelächter. Leider kommt Antoine nicht nur alleine, sondern er merkt auch relativ schnell, dass er sich auf einem Abschiedsdinner befindet. Was folgt ist eine absurde Eskalation der Ereignisse (unter anderem verlangt Antoine ein psychologisches Rollenspiel mit Rollentausch), denn Antoine will nicht so einfach das Freundschaftsverhältnis aufgeben und verstehen, warum es so weit kommen konnte.

Das Kammerspiel findet auf einem einzigen Set (ein Raum voller Stühle mit Namen der Freunde von Pierre und Clotilde) mit nur drei Schauspielern statt und enthält überraschenderweise mehr nackte Haut (vor allem männlicher Art) als ich bislang von meinen Theaterbesuchen gewohnt war :smile: .

Beim Christoph meint: Nur 75 Minuten dauert die ganze Angelegenheit. Aber 75 Minuten in denen einem definitiv nicht langweilig werden, sondern die sehr lustig und unterhaltsam daherkommen. Schon die Idee hinter dem Abschiedsdinner ist völlig bekloppt. Aber mit Antoine kommt dann ein so überdrehter und überzogener Charakter auf die Bühne, dass er das Publikum sofort vollständig in seinen Bann zieht. Man kann sofort mit Pierre mitfühlen, dem es anfangs sichtlich schwer fällt gute Miene zu Antoines Eskapaden zu machen. Und doch entwickelt sich am Ende alles etwas anders, als man erwarten würde. Von mir gibt es volle 5 von 5 Sics. Klare Empfehlung, wenn das Stück auch bei euch gespielt wird!

 

Evita – Wer hat nicht schon einmal von diesem Musical gehört? Spätestens als 1996 der gleichnamige Film wie eine Bombe einschlug, war es in aller Munde. Selbst ich, der bis vor kurzem weder das Musical noch den Film gesehen hatte, erkannte im Theater die Melodie zu „Don’t Cry for me Argentina“ schon an den ersten Takten. Aber worum geht es überhaupt? Nun, es erzählt die reale Geschichte von Eva Perón, die 1919 in einem Dorf in Agentinnen aufwuchs und es bis zur Präsidentengattin schaffte („hochgeschlafen“ ist hier tatsächlich der korrekte Ausdruck), bevor sie 1952 an Krebs starb. Eine äußerst einflussreiche Frau (obwohl ohne formale Macht), die nicht nur viel in Sachen Frauenbewegung für Argentinien getan hat, sondern bis heute eine Nationalheldin ist.

Ist aber natürlich nicht ohne Kritik, die Frau. Und das Musical geht da einen, finde ich zumindest, interessanten Weg. Es beginnt nämlich mit der Beerdigung von Evita. Der argentinische Student Che ist nicht so sehr darüber begeistert, wie sehr sein Volk dieser Dame nachweint und erzählt nun die Geschichte von Eva Perón – immer mittendrin Che, der wieder und wieder in den Ablauf eingreift und seine (kritischere) Sicht der Dinge abgibt. So bekommt man auf der einen Seite eine halbwegs akkurate Biographie von Eva Perón und gleichzeitig aber auch eine etwas neutralere Einordnung ihrer Taten. Das ändert zwar nichts daran, dass man mit Evita eifrig mitfiebert. Aber es ist ein schöner Kontrast – wenn man ihn bei dem hohen Tempo überhaupt mitbekommt :smile: .

Es ist zwar erst das zweite Musical, dass ich jemals gesehen habe (Nr. 1 war We Will Rock You in Stuttgart) aber es war definitiv äußerst imposant. Vor allem das riesige Set, das sich fließend mit der fetzigen Musik mehrfach verwandelte (ich wusste bislang gar nicht, dass die Bühne des Staatstheaters so viel Hohlraum bietet). Leider konnte ich keine Fotos machen. Gefühlt war immer irgendetwas in Bewegung. Ob es die teilweise dutzenden Statisten waren, die Hauptdarsteller oder eben die Sets, die von den Helfern gedreht, durch die Gegend geschoben oder aus dem Nichts auftauchten. Sehr cool gemacht.

Beim Christoph meint: Ich habe wie gesagt noch nicht die ganz große Musical-Erfahrung aber Evita hat mich definitiv umgehauen. Die Lieder waren größtenteils super (vor allem natürlich die Klassiker auch wenn ich sie bislang noch nie auf Deutsch gehört hatte), das Setdesign großartig und beeindruckend und die Schauspieler haben durchweg gute Arbeit geleistet (Che fand ich persönlich sogar besser als Evita). Vor allem aber hat mir das hohe Tempo wirklich sehr gut gefallen. Ich habe nur daran gemerkt wie schnell die Zeit vorbeigeht, dass mir so langsam der Hintern weh tat (Theatersitze sind einfach Mist). Von mir gibt es hierfür also auch ganz klar 5 von 5 Sics. Als nächstes muss ich mir jetzt unbedingt mal den Film anschauen.

Mein Hefte-Pile-of-Shame

Es ist soweit: Mein letztes Zeitschriftenabo läuft im September aus. Von den sechs Magazinen, die ich euch anno 2013 vorgestellt hatte, wird dann kein einziges mehr übrig sein. Am längsten hat noch die EDGE (UK) überlebt. Die ist es auch, von der ich noch ein paar Monate eine Ausgabe bekomme. Zwischendurch hatte ich zwar sogar noch ein Abo der Total Film (UK) abgeschlossen, als ich damals in Eckental feststellte, dass mir beim Mittag-/Abendessen der Lesestoff ausgeht. Aber die Zeiten haben sich schon wieder geändert, denn angesichts eines Backlogs (siehe Foto), der nun schon mehrere Jahre umfasst, lohnt sich die Investition von über 100 Euro einfach nicht mehr.

Es ist vorbei!

Damit endet auch für mich endgültig die Ära der Papierhefte. Am Ende hatte ich fast 20 Jahre lang mindestens ein Spielemagazin im Abo. Ursprünglich wollte ich eigentlich die PC Action, bekam aber aufgrund eines Fehlers bei Computec 1997 dann erst einmal ein PC Games-Abo. Meine Aboprämie? Stonekeep, Descent II und Conquest of the New World in der Blackmarket Edition. Ja, ich dachte damals „3 Spiele sind besser als 1“ :smile: . Davor wurde regelmäßig in der Schulbibliothek die PowerPlay und die PC Games gelesen (und fleißig darüber diskutiert, welches Heft besser ist – Antwort: Keines). Eine Zeit voller schöner Erinnerungen. Azzkickr war beispielsweise neidisch, dass ich fast immer die GameStar schon samstags im Briefkasten hatte und er erst montags (dafür besaß oder besitzt vielleicht sogar immer noch von Ausgabe 1 an alle Hefte). Musste ihm dann über ICQ die wichtigsten Wertungen mitteilen.

Oder die „weiße“ Phase (das Grunddesign war weiß) der PC Action, wo das Cover von leicht bekleideten Damen geziert wurde. Aus meiner Sicht (unabhängig von den Damen) immer noch die beste Zeit für dieses Magazin. Da stimmte einfach alles (Redaktion, Inhalte und Aufmachung). Lange Jahre hatte übrigens auch meine Hefte aufgehoben. Ein schnell wachsender Stapel angesichts von bis zu Spitzenzeiten sechs verschiedenen Magazinen, die jeden Monat eintrafen.

Alte Leiden

Irgendwann wurde ich dann doch von meiner Frau Mama davon überzeugt, dass ich in die alten Ausgaben eh nie wieder reinschauen werde und brachte mich dazu den mittlerweile auf mehrere Kartons (alle doppelt so groß wie ein normaler Umzugskarton) angewachsenen Bestand aus dem Speicher zu entsorgen – inklusive der Heft-CDs/DVDs. Vermutlich hätte ich auf eBay dafür noch 2-3 Euro bekommen. Aber das war mir der Aufwand einfach nicht wert. Zumal der Zustand so mancher Ausgaben nicht mehr der Beste war. Zum einen wegen der Lagerbedingungen, zum anderen wegen den blöden Heft-CD/DVD-Halterungen.

EDGE-Cover

Die Spielemagazine haben alle Jahre gebraucht, um ein halbwegs vernünftige Lösung dafür zu finden (z.B. separate, heraustrennbare Seite am Anfang des Hefts). Was habe ich mir haufenweise Cover zerstört bei dem Versuch die Medien herauszulösen. Die Halterungen ließen sich selten so öffnen, dass kein mehr oder weniger langer Riss entstand. Von den CD-Hüllen-Inlays brauchen wir erst gar nicht reden. Was es da an Stilblüten gab: Aus dem Heft rausschneiden und damit auf der Rückseite einen Artikel zerstören, sie heraustrennbar machen aber so, dass sie dabei einreißen und so weiter. Keine Ahnung warum das so ein schwieriges Unterfangen war für die Verlage. Oder ging es wieder darum Geld zu sparen? Keine Ahnung. War auf jeden Fall total nervig.

Wie geht’s weiter?

Ganz ausschließen will ich natürlich nicht, dass ich nicht doch irgendwann wieder ein Printmagazin lesen werde. Aber ob es dann wieder ein Spieleheft sein wird? Das ist aus derzeitiger Sicht tatsächlich eher unwahrscheinlich. Es hatte ja schon seinen Grund, warum am Ende nur noch die EDGE (UK) übrigblieb und ich selbst dort nur die Kommentarspalten und die Reports gelesen habe. Doch darüber, dass mich die klassische Spieleberichterstattung (Previews und Reviews) überhaupt nicht mehr Anmacht, hatte ich ja schon 2013 geschrieben. Daran hat sich nicht geändert. Im Gegenteil ist es eher noch schlechter geworden insofern, dass ich selbst online mittlerweile nur noch regelmäßig bei Kotaku lese und selbst auf YouTube mittlerweile eher weniger Spielevideos schaue (Kochshows ftw.!).

Von daher ist es zwar schade, dass auch dieses Thema zu einem Ende kommt. Aber werde ich die monatliche Lieferung vermissen? Offensichtlich nicht, wenn man sich meinen Stapel anschaut in den ich höchstens flüchtig reingeschaut habe bisher. Ich vermute aber mal, dass es bei euch nicht viel anders aussehen wird oder liest tatsächlich noch jemand ein analoges Spielemagazin? Oder grundsätzlich noch ein Printheft?

Nica

Beobachtungsbericht

Möwe in der Mittagspause

Ministerrat der rumänischen Katzendiktatur
Ministerium für Katzensicherheit

Hauptabteilung: Internationale Spionage
Unterabteilung: Langzeitobservation
Telefon: Schnurr-Knatsch-Quietsch

Betrifft: Balu und Lyssi
Wohnhaft: Casa Lysanda
Decknamen: Taube und Papagei

Für die Zeit vom 28.11.2016 bis 05.03.2017

Status: Gegen Ende des Jahres 2016 habe ich, Agent Möwe, erfolgreich meinen Beobachtungsposten „Viel zu kleine Kiste auf der Kommode“ eingenommen. Ich habe ihn bis Februar immer nur kurzzeitig für meine Pausen (Toilette, Futter, Erholung im Arbeitszimmer) sowie diverse Haus- und Umgebungserkundungen verlassen, um einen möglichst detaillierten Bericht über das Werken der beiden potentiellen Rebellenführer Taube und Papagei abliefern zu können. Meine Tarnung als Geliebte von Observationsobjekt Taube ist weiterhin voll intakt. Er ist unverändert gerne in meiner Nähe, putzt mich fleißig und informiert mich über wichtige Vorkommnisse sowohl in der Casa Lysanda als auch in der näheren Gegend. Ab und zu versucht er zwar mit mir zu spielen, diese Avancen muss ich jedoch aus professionellen Gründen immer ablehnen und weiße ihn entsprechend mit einem deutlichen Fauchen zurecht.

Taube in meiner Kiste

Meine Beziehung zu den Dosenöffnern, Deckname Knuddelriese und Futterlady, ist ebenso in einem hervorragenden Zustand. Zwar nehmen sie mich ab und zu hart ran und tropfen mir Drogen in die Augen – ich vermute, um mich gefügiger zu machen – bislang zeigen diese jedoch glücklicherweise keine Wirkung. Der Catnip-Ball ist da ein ganz anderes Thema aber ich benutze ihn selbstverständlich nur während meiner offiziellen Pausen! Ich erhalte außerdem regelmäßig ausreichend Nahrung (zweimal am Tag), bekomme ab und zu ein paar Leckerlis direkt an meinen Observationspunkt geliefert (aufstehen dafür liegt nicht in meiner Befugnis) und werde vor allem vom Knuddelriesen oft gut durchgeknuddelt. Meine Tarnung ist also auch hier vollkommen in Takt.

Observationen über Taube: Objekt Taube (so bezeichnet wegen den gurrenden Geräuschen, die er von sich gibt) ist weiterhin sehr auf Dosenöffner Knuddelriese bezogen. Als Knuddelriese im November für drei Wochen nicht im Haus war, konnte man ihm die Trauer sehr stark ansehen. Selbst bei einer eintägigen Abwesenheit vermisst er den warmen und vor allem großen Schoß des männlichen Dosenöffners. Für mich total unverständlich, da Knuddelriese es gar nicht so angenehm zu finden scheint, dass Taube auf ihm draufliegt. Zumindest hält er es auf der Couch nicht allzu lange aus und verscheucht Taube dann wieder. Taube entscheidet sich danach auf dem Ottomanen sitzen zu bleiben und sich Schlafen zu legen. Im Bett legt er sich hingegen immer außer Reichweite der Dosenöffner ans Fußende.

Abseits zu seiner innigen, wenngleich nicht wirklich in gleichem Maße erwiderten Beziehung zu Knuddelriese, ist er ein begeisterter Esser. Es ist zwar dank des hochwertigen Futters, das wir nun bekommen, nicht mehr ganz so schlimm und er geht nicht mehr so massiv in die Breite. Aber wenn auch nur die Chance besteht, dass es etwas zu futtern gibt, dann ist er gleich zur Stelle. Dabei geht er durchaus intelligent vor. So macht Dosenöffner Futterlady aktuell Experimente namens „Clickertraining“ mit ihm, bei denen er sich äußerst schlau anstellt und ziemlich schnell weiß, welches Verhalten Futterlady von ihm erwartet. Und er war schon immer absoluter Meister in der Katzenkönigsdisziplin „Süß und Knuddelig-Aussehen“.

Taubes Verhältnis zu Papagei lässt sich hingegen als „Vorsichtig“ zusammenfassen. Man merkt ihm an, dass er gerne mehr mit ihr machen möchte (vor allem balgen). Der große Gentleman ist aber sehr schüchtern und traut sich nicht so richtig an sie ran. Es ist zwar schon besser geworden über die letzten Monate und es gibt entsprechend mittlerweile hin und wieder Momente, in denen sie sich durch das Haus jagen. Aber so richtig viel Zeit möchte Taube weiterhin nicht mit Papagei verbringen. Verlassen die Dosenöffner das Haus, lässt auch er Papagei ganz alleine zurück.

Papagei mag Schuhe

Observationen über Papagei: Objekt Papagei (so bezeichnet wegen ihrer Vorliebe bei Dosenöffner Katzenlady im Bett auf der Schulter zu sitzen und ihrem hohen Mitteilungsbedarf) möchte endlich nach draußen. Nicht nur langweilt sie sich die meiste Zeit, da Objekt Taube nur selten mit ihr spielt. Sie hat natürlich auch mitbekommen, dass es da draußen vor den Türen und Fenstern etwas Interessantes gibt. Wenn Taube die Casa Lysanda durch die Katzenklappe betritt, wartet sie schon ganz hibbelig davor und springt Taube an. Warum die Dosenöffner sie immer noch nicht rauslassen, ist mir derzeit nicht bekannt. Ich habe sie nur von einer vierten Katze namens Pichu reden hören. Ich vermute hier einen direkten Zusammenhang, der sich aber noch erhärten muss. Weitere Berichte folgen.

Um meine Tarnung als fürsorgliche Mutter aufrecht zu erhalten, bringe ich ihr hin und wieder sowohl lebende als auch tote Mäuse mit. Sie hat das Konzept des Tötens zwar offensichtlich noch nicht verstanden aber immerhin ist sie dann einige Stunden beschäftigt und die Maus an einem Herzinfarkt gestorben. Sowie mag sie alle Arten von Tieren und sitzt immer sehr gespannt vor dem Fernseher, wenn gerade eine Tiersendung läuft.

Ansonsten ist sie sehr massiv auf Dosenöffner Futterlady bezogen und traut Knuddelriese nicht wirklich über den Weg. Morgens, wenn die Türen geöffnet werden, sprintet sie sofort zu ihr ins Bett. Und kaum sitzt Futterlady irgendwo, ist Objekt Papagei sofort wieder auf ihrem Schoss. Weiter ist festzuhalten, dass die kleine Scheißbratze (ich toleriere sie zwar aber mag sie überhaupt nicht – und lasse sie das auch immer wissen!) vor Wasser keinen Respekt hat, ähnlich wie Kessy mit Schuhen spielt und von der Toilette sehr fasziniert ist. Wenn einer der Dosenöffner sein Geschäft verrichtet, ist sie immer zur Stelle und schaut genau hin. Ich vermute eine massive Verhaltensstörung, die ebenso dafür verantwortlich ist, dass sie sich eher springend („Parkour“) und mit einem rasend hohen Tempo durch das Haus bewegt. Von geruhsamen Gehen hat sie wohl bislang noch nichts gehört.

Fazit: Die aktuellen Beobachtungen legen nahe, dass derzeit von Taube und Papagei keine Gefahr für unsere glorreiche Katzendiktatur ausgeht. Sie sind beide zu sehr mit sich selbst beschäftigt und alles andere als verbrüderte Rebellen. Ich empfehle dennoch die Fortsetzung der Langzeitbeobachtungen. Vor allem die bereits erwähnten, äußerst mysteriösen Entwicklungen rund um diesen ominösen „Pichu“ sollten weiter im Auge behalten werden. Dadurch könnte sich die gesamte Situation noch einmal verändern.

Gezeichnet

Agent Möwe

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #16

Das Anti-Aliasing funktioniert nicht ganz

Es geht weiter voran in unserem Hause. Am Wochenende wurde (bis auf einen kleinen Flecken am Fenster) das „Kabuff“ fertig – hochdeutsch auch als Abstellkammer bezeichnet. Außerdem konnten wir endlich den Flur putzen und damit beginnen ihn fertig einzurichten (Garderobe und ein paar Poster vermutlich). Es fehlen jetzt also nur noch ein paar Detailarbeiten (Klingelkasten lackieren, Silikonfugen im Bad, Grundreinigung) bevor wir endlich und nach bald 1 ½ Jahren Arbeit sagen können: Das Erdgeschoss ist fertig renoviert und entspricht unseren (aktuellen) Vorstellungen und Wünschen!

Der Flur

Bei meinem letzten Statusbericht waren wir gerade fertig mit dem Streichen des Flurs in einem hübschen Orangerot. Haben tatsächlich fast den kompletten 5-Liter-Eimer (wie immer Südwest Euro Classic) gebraucht. Zugegeben: Auch wegen dem Malheur mit den Rissen, was zu großflächigem Doppelstreichen führte. Aber waren trotzdem ein wenig überrascht über die verbrauchte Menge. Anschließend ging es wieder daran die Styroporleisten an die Decke zu machen. Waren zwar etwas aus der Übung (ich kann das YouTube-Video sowie die dazugehörige Gehrungslade nicht genug in den Himmel loben) aber nach der zweiten Leiste ging es wieder zügig und nur mit den üblichen Problemen bei den Ecken (alles schief und krumm hier) ganz gut vonstatten.

Allerdings haben wir nur gut die Hälfte des Flurs renoviert, da nur hier Tapeten hingegen. Der Rest ist mit rauem Weiß-Putz gemacht und da müssen wir uns irgendwann mal gesondert mit beschäftigen. Er sieht grundsätzlich zwar noch gut aus aber hat halt hier und da ein paar Flecken, die vermutlich teilweise einfach mit einem Lappen weggehen, teilweise aber auch mit Weiß überstrichen werden müssen. Drängender war das Problem des Übergangs von unserer Farbe in den vorhandenen Putz. Das Ergebnis seht ihr rechts: Ein schickes Doppel-Dreieck, welches Lysanda mit Hilfe von etwas Abklebeband und – weil es scheiß Klebeband war – etwas Nacharbeit an die Wand gezaubert hat.

Apropos Übergang: Die Ausgleichsprofile für die einzelnen Räume in den Flur konnten wir nach dem Putzen logischerweise auch endlich anbringen. Aufgrund eines unterschiedlich hohen Türrahmens war es im Kabuff etwas mehr Sägearbeit als in den beiden anderen Räumen. Aber alles keine Probleme, die nicht zu lösen gewesen wären. Zum Einsatz kamen vergleichsweise billige Profile aus dem Baumarkt zum Kleben. Und ja: Das hält Bombenfest. Was auch immer die Hersteller da drauf machen übersteht eindeutig den 3. Weltkrieg.

Das Kabuff

Schick!

Fortschritte im Flur waren notwendig, damit ich endlich unseren Werkzeug- und Materiallagerplatz in der Abstellkammer auflösen konnte. Zwar fand noch nicht alles seinen in den Keller aber irgendwie habe ich es geschafft alles so im Flur zu verteilen, dass man nicht mehr drüber fällt und die Arbeiten im Kabuff beginnen konnten. Das war schon weiß gestrichen und litt nur unter ein paar Löchern (unter anderem von den Elektrikern, die eine illegale Steckdose entfernt haben) sowie so einigen tiefschwarzen Flecken. Also einmal mit Moltofill durch und anschließend den kompletten Raum nochmal weiß überstrichen. Außerdem die Lampe an der Wand ausgewechselt. Die hing sowieso nur noch mehr schlecht als recht dran.

Nächster Schritt war das Verlegen des Laminats. Unser Vorgänger hatte zwar schon versucht Laminat reinzulegen aber aus irgendeinem Grund hat er sich massiv verschätzt. Sprich es war gefühlt 20 Meter von allen Wänden entfernt. Da konnte selbst die breiteste Fußleiste nichts mehr retten. Also raus damit und Neues gekauft. 15 Euro haben wir für zwei Pack Restposten (inkl. Integrierter Trittschalldämung) bei einem lokalen Händler bezahlt. Von dem hatten wir auch das ganze Kork fürs Schlafzimmer. Das Laminat lag also jetzt schon über ein Jahr im Keller rum. Übrig blieb eine einzige Diele. Der Arbeitsaufwand war vermutlich nicht einmal eine Stunde.

Für die Fußleisten ging es hingegen wieder in den Baumarkt. Weiß und breit sollten sie sein, da auch wir aufgrund der kurvigen Wände nicht überall 100% den minimalsten Abstand hatten. Drei Stück und einen Haufen Nägel reichten am Ende aus. Anschließend hat Lysanda noch mit Acryl hinten aufgefüllt. Wie gesagt: Kurvige Wände und bei steifen Fußleisten bleibt auch mal ein Abstand. Sieht man aber absolut nichts mehr davon dank des Acryls.

Den Abschluss bildete das Wandregal. Dafür griffen wir auf die gleichen Bauteile zurück, wie für mein Figurenregal im Arbeitszimmer. Nur die Bretter sind mit 20cm nicht ganz so breit. Wir mussten am Ende nicht einmal irgendwo Abschneiden. Die 2 Meter passen perfekt rein und dank der nur 20cm Tiefe geht sogar das Fenster noch problemlos auf. So fiel sogar das schräg Anschneiden des 4. Fichtenholzbretts weg. So muss das sein und ich finde, es ist definitiv schick geworden. Vom zusätzlich verfügbaren Platz, den wir nun haben, ganz abgesehen.

Das Bad

Zwischen Styroporleiste und Decke kommt noch Silikon

100 Styproporleisten je 2 Meter hatten wir im Dezember 2015 bestellt – und sie haben tatsächlich für alle Räume gereicht! Okay, im Kabuff haben wir keine hingemacht aber selbst dafür hätten wir noch genug übergehabt (dürften noch 5-6 Stück im Keller liegen). Dafür haben wir sie ins Bad an die Decke gemacht. Klingt im ersten Moment vielleicht etwas komisch: Styropor und Feuchtraum, geht das? Nun, offensichtlich ja. Zumindest hält der Kleber bis jetzt und sobald Lysanda das Ganze noch mit Silikonfugen abgedichtet hat, werden uns endgültig keine Sorgen mehr machen müssen. Nur in der Dusche haben wir uns für eine klassische Kunststoffleiste entschieden (auch mit dem Styroporkleber befestigt). Weniger wegen der Nässe, sondern mehr wegen dem Übergang zwischen Dusche und dem Rest des Bads. So konnten wir die 1-m-Kunststoffleisten einfach ungeschnitten an die Decke kleben und die Styroporleisten darüberstülpen.

Und damit ist erst einmal wieder alles gesagt, was es zum aktuellen Stand der Dinge zu sagen gibt. Die nächsten Projekte? Im Keller aufräumen und dafür Regale aufbauen, den Garten auf Vordermann bringen und für die Katzen ein paar Sachen bauen (Kratzbaum freistehend und Kratzbrett an der Wand).

So viele Spiele!

Unter dem Jahresrückblick 2016 schrieb v138, dass er mich bewundert wie ich meine Schwächen so in die Welt hinausposaune. Und auch von diversen anderen Personen habe ich schon über die Jahre fragende Blicke und wohl gemeinte Ratschläge zu dem geerntet, was ich hier seit bald 16 Jahren (am 9. März) veröffentliche und damit in die Annalen des Internets bis ans Ende der Zeit eingeht. Wobei das tatsächlich nicht ganz stimmt. Vieles von den Anfängen (vor allem als es noch die Untersektionen gab) ist tatsächlich für immer verloren eben, weil Beim Christoph eine so kleine und unwichtige Seite ist, dass selbst archive.org nur 83 mehr oder weniger gut funktionierende Snapshots hat.

Die Argumentation hinter den Warnungen ist logisch: Alles was ich sage kann gegen mich verwendet werden. Was würde beispielsweise ein potentieller Arbeitgeber darüber denken, wenn er meine Spieleliste findet („Totaler Freak!“). Oder wenn er sieht, dass ich schon zweimal auf Reha war („ständig krank!“), haufenweise „Tabletten“ zu mir nehme („Hypochonder!“) und auch noch offen zugebe psychische Probleme zu haben („nicht belastbar!“)? Und dann noch die vielen Informationen für potentielle Einbrecher („Ach, die haben einen neuen Fernseher?!“)! Ja, Beim Christoph ist eindeutig ein gefundenes Fressen für alle, die mir Schaden oder meine Integrität in Frage stellen wollen! Das Telemediengesetz macht es mir da nicht einfacher aufgrund der fehlenden Möglichkeit zur Anonymität.

Mein Ansatz

Ich würde sicherlich lügen, wenn mich diese Thematik nicht auch beschäftigen würde. Aber genau deshalb mache ich mir durchaus sehr viele Gedanken darüber was ich hier so verzapfe und – noch viel wichtiger – wie sehr ich dabei ins Detail gehe. Rondrer hat sich unter besagtem Jahresrückblick beispielweise ja auch darüber „beschwert“, dass ich beim Thema Haus für ihn nicht tief genug bin. Aber genau das ist die Abwägung, die ich tätige. Es ist einfach wichtig zu wissen, was man preisgibt und welche Folgen es haben könnt – das gilt für jeden einzelnen Kommentar auf irgendeiner Webseite genauso wie bei den Texten auf der eigenen Homepage.

Andererseits: Wenn mir jemand Schaden möchte, dann wird er das auch ohne Beim Christoph tun. Und wenn ein potentieller Arbeitgeber Probleme mit dem hat, was hier steht, dann stelle ich durchaus in Frage, ob die Zusammenarbeit funktionieren würde. Es ist schließlich nicht so, als wären meine Hobbies und Probleme irgendetwas Besonderes. Im Gegenteil ist dies mit ein Grund, warum ich so viel preisgebe. Ich möchte meine Erkenntnisse und Erfahrungen mit euch teilen und damit nicht nur mir, sondern auch euch weiterzuhelfen. Früher eben vor allem in Bezug auf Videospiele – heutzutage nun mehr im Bereich des normalen Lebens. Und die Aufrufzahlen zeigen mir, dass es vor allem beim Thema Gesundheit ein großes Bedürfnis nach diesen Informationen gibt.

Selbsttherapie

Das war ein hartes Wochenende…

Gleichzeitig ist – und das wissen die Veteranen unter euch schon lange – es aber auch für mich persönlich eine Art Therapie. Vor allem als ich noch einsam und allein Zuhause rumsaß, war es sehr hilfreich für mich durch die Einträge zumindest eine gewisse Art von Kommunikation zu tätigen. Mein Geschreibsel hier hilft mir nämlich ungemein meine Gedanken zu sortieren, sie klarer werden zu lassen und anschließend besser mit der jeweiligen Situation fertig zu werden. Mag bei der Beurteilung eines Videospiels etwas komisch klingen aber auch da gilt diese Aussage. Um euch zu informieren muss ich schließlich noch einmal das erlebte Revue passieren lassen und dann einordnen. Dadurch wird das im Spiel erlebte – finde ich jedenfalls – bewusster und somit nachhaltiger.

Außerdem setze ich mich mit dem Druck auf „Veröffentlichen“ auch noch dem Risiko aus mit Kritik überhäuft zu werden. Etwas, mit dem ich so überhaupt nicht klarkomme, schließlich bin ich doch ein guter Junge, der es jedem Recht machen möchte. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen welche Todesängste ich allein bei jedem neuen Text für GamersGlobal durchstanden habe. Jede Informationsmail über einen neuen Kommentar führte zu sofortiger Anspannung. Das wird sicherlich nie ganz verschwinden aber quasi gezwungen (ja, daran bin logischerweise ich selbst schuld) zu sein 1-2mal die Woche einen Text in die Welt zu setzen hat definitiv dazu beigetragen, dass ich in der Hinsicht mittlerweile etwas lockerer geworden bin. Introvertierten Patienten empfehlen Psychologen wohl mittlerweile auch häufiger einen Blog zu beginnen und sich so der Welt in einem halbwegs kontrollierten Rahmen auszuliefern. Kann natürlich – je nach Erfolg des Blogs – auch nach hinten losgehen.

Epilog

Wahrscheinlich steht trotz aller Gedanken, die ich mir während dem Schreiben mache, irgendwo in den Tiefen von Beim Christoph etwas, was ich im Nachhinein bereue oder so heute nicht mehr schreiben würde (verweise an dieser Stelle natürlich nicht darauf :smile: ). Aber das gehört dazu. Wichtig ist, dass man daraus lernt und sich wie gesagt jederzeit bewusst ist, was man veröffentlicht. Und ich für meinen Teil denke, dass ich diese Kosten/Nutzen-Rechnung aktuell ganz gut im Griff habe. Trotzdem natürlich danke, dass ihr euch um mich sorgt!

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