Direkt nach der Platzwunde

Der heutige Eintrag wird vermutlich eher auf der kurzen Seite des Lebens stehen, denn mir geht es noch nicht wieder wirklich gut. War eine äußerst anstrengende Woche im Krankenhaus (wurde am Samstag entlassen). Aber fangen wir – wie immer – ganz am Anfang an. Also zuerst waren da die Weltraumkatzen, die das ganze Universum bevölkerten […] Nach 1.000.000.000.000.000.000 Jahren friedlicher Ko-existenz kam es zu einer Mutation in einer Rassen und der Planet, den wir heute als Erde bezeichnen, entstand […] Die Menschen fanden Katzen nützlich und flauschig und nahmen sie ab sofort in ihr Heim auf – die moderne Hauskatze wurde geboren […] Und dann leidet der Webmaster, wie er schon einmal erwähnt hat, unter dem Problem des Schnarchens. Allerdings nicht nur Schnarchen, sondern auch grundsätzlich unter häufigen Verstopfungen, Verkrustungen, Entzündungen und derlei Probleme mit dem rechten Nasenflügel.

Der 1. HNO-Arzt, zu dem ich gegangen bin, war ein geldgeiles Arschloch gewesen. Der wollte mir die Laserbehandlung (Abtragung der Schleimhäute) nur gegen Privatzahlung geben (was völliger Blödsinn ist) und hat mich vielleicht zwei Minuten wirklich angeschaut. Zum Glück habe ich dann eine andere gefunden, die wirklich das volle Untersuchungsprogramm abgespult hat: CT beauftragt (Schiefstellung der Nasenscheidewand und eine Engstelle durch eine Art Blase/Kammer festgestellt), Schlaflabor geschickt (keine Schlafapnoe), Salben und Cremes verschrieben, etc. Und am Ende, weil alles nichts half, eben sogar zwei Mal die Laserbehandlung. Das brachte aber leider genauso wenig eine Besserung wie eine Nasenklammer, die mir sowieso immer irgendwann nachts aus besagter Nase rausfiel und von gewissen Katzen bei dieser Gelegenheit angekaut wurden.

Einmal das Skalpell bitte!

Es blieb somit nichts Weiteres mehr übrig als in die nächste HNO-Klinik zu gehen und das Messer auszupacken. Klingt schlimmer als es ist, da ich irgendwie nur positives von den Leuten gehört hatte, die die Operation gemacht hatten – und irgendwie hat das jeder zweite schon gemacht (vor allem Apotheker). Was wurde gemacht? Korrektur der Nasenscheidewand (quasi Abtragung des knorpeligen Anteils und Verkleinerung der Nasenmuscheln (bzw. Crushen einer Nasenmuschel in der sich eine Blase gebildet hatte). Die Operation fand letzten Dienstag statt und verlief wohl auch soweit okay. Bis Donnerstag die Tamponage drin zu haben war anstrengend und nervig (soooo eine dicke Nase!) und es war extrem befreiend als der Arzt sie dann endlich rausholte. Anders als viele meiner Mitstreiter, die auch am gleichen Tag operiert worden waren, ist meine Nase aber immer noch nicht komplett frei und wieder durchgängig. Atme immer noch ausschließlich durch den Mund, da die Schwellungen noch nicht abgeklungen sind. Erschwerend kommt noch hinzu, dass ich mir Dienstagsabends dann eine schöne Platzwunde überm linken Auge eingefangen habe.

„Sie können ab jetzt auch alleine aufs Klo gehen“ sagte die Krankenschwester, was sich als Fehler herausstellte. Aufgestanden, Kreislauf fängt an abzusacken, Toilette erreicht, hingesetzt, Notfallknopf gedrückt, Schwester kommt rein, ich kotz auf den Boden vor mir, falle vornüber um und bin erst einmal ein wenig bewusstlos. Zum Glück nichts Schlimmeres passiert. Eine Naht mit drei Stichen und an zwei Stellen stark auf die Zunge gebissen. Aber nichts durchgebissen, keine Zähne zerstört und im Kopf (soweit das im CT sichtbar ist) noch alles komplett. Hat aber die sowieso schon unangenehme Sache nicht besser gemacht. An Schlafen war an den ersten beiden Tag quasi nicht zu denken – vor allem wegen der Zunge, die sich ständig trocken anfühlte (=trinken = dauernd aufs Klo). Wie lustig Schlafmangel ist, könnt ihr euch sicherlich denken. Aus der Schose bin ich auch immer noch nicht raus. Wache immer noch viel zu häufig und vor allem in einem völlig verwirrten Zustand auf.

Böse Bakterien

Nein, die Antibiotika dürften das nicht verursachen. Aufgrund von erhöhter Temperatur habe ich ab Mittwochabend dann täglich zwei Infusionen bekommen und jetzt Zuhause bis heute Abend noch ein paar Tabletten. Immer gut. Naja, heute steht der 1. Kontrolltermin an. Mal schauen ob es nach dem Absaugen des überflüssigen Mists in der Nase endlich steiler aufwärts geht. Nachdem sich die Mitpatienten alle so tierisch gefreut haben, möchte ich doch auch endlich mein Erfolgserlebnis haben und nicht nur besser Luft kriegen, sondern hoffentlich das Thema Schnarchen endlich abhaken.

Ich halte euch freilich auf dem Laufenden. Aber jetzt sollte ich mich mal wieder hinlegen. Die Welt dreht sich schon wieder…

Sicarius

Tanzende Actionhelden

Der Steam Summer Sale war urplötzlich da (zumindest für mich) und ist auch schon wieder vorbei. Ich habe aber tatsächlich in der Zeit knapp 85 Euro (in drei Einkäufen) ausgegeben – hauptsächlich für Sachen von meiner Wishlist, die zum einen unter 5 Euro gekostet haben (vor allem DLC) und von denen es keine Retailversion gibt. Ja, diese Einschränkung gibt es weiterhin. Hält mich immerhin davon ab noch mehr zu kaufen :smile: . Nennenswert (und die einzigen, die ich bislang überhaupt ausführlicher gespielt habe) sind aus den Einkäufen aber nur Broforce und Crypt of the NecroDancer. Entsprechend geht es heute um diese zwei Titel mit Retro-Look:

Tanzen im Dungeon

Crypt of the NecroDancer (Herstellerbild)

Crypt of the NecroDancer hat mich schon länger massiv gereizt, schließlich hatte ich euch den Soundtrack bereits vor langer, langer Zeit wärmstens empfohlen (daran hat sich übrigens nichts geändert). Und ich muss sagen, dass mich ebenso das Spiel sofort überzeugen konnte. Die Idee sich nur im Takt der Musik bewegen zu können ist zumindest für mich ziemlich neu. Daraus dann auch noch einen Rogue-like zu machen (und damit den The Binding of Isaac-Fanboy-Teil meines Hirns zu aktivieren) war ein gewiefter Schachzug. Einfach die Levels auswendig zu lernen ist da nicht aufgrund des zufälligen Aufbaus. Stattdessen heißt es wie in Dark Souls und Co. die Gegner zu beobachten, ihre Verhaltensweisen zu lernen und dann den richtigen Takt zu finden, um Anzugreifen (und dabei keinen einen einzigen Beat fallen zu lassen).

Die diversen Power-ups, die ihr nach und nach mit aufgesammelten Diamanten freischaltet, tun ihr Übriges, um euch jedes Mal vor neue Herausforderungen zu stellen. Ganz irritiert war ich beispielsweise vom „springe doppelt so weit“-Power-up. Da war ich fast schon froh endlich zu sterben, weil ich damit überhaupt nicht klarkam (wie soll ich denn jetzt den Schatz einsammeln, der da in der Mitte des Raums liegt?! Egal wie, ich springe immer nur drüber!) :smile: . Richtig coole und trotz (erwartungsgemäß) vieler Neustarts eine richtig spaßige Angelegenheit. Nur der Gesang des Shopkeepers – der gefällt mir auch im Spiel nicht. Von daher: Wer kein Problem mit Rhythmus-Titeln und Rollenspiel-Rogue-likes hat, sollte sich Crypt of the NecroDancer unbedingt mal anschauen. Es ist eindeutig mal was anderes.

Nostalgie-Patriotimus pur

Broforce (Herstellerbild)

Broforce ist da das komplette Kontrastprogramm. Da kommt es so überhaupt nicht auf Feingefühl und Taktik an. Aber das ist bei den Titeln des Publishers Devolver Digital ja sowieso eher selten der Fall. Stattdessen werden die Actionhelden meiner Kindheit wieder zum Leben erweckt und sorgen für reichlich Chaos und brutale (Cartoon-)Action auf dem Bildschirm. Das Ziel: Den Boss am Ende des Levels finden und ihn besiegen. Warum? Weshalb? Wieso? Völlig egal. Der General hat es so entschieden, also geht die Broforce da hin und räumt auf. Dazwischen: Haufenweise Feinde und fast vollständig zerstörbares Terrain. Komplett wäre auch fatal, da man sich sonst sehr schnell in eine Situation bringen würde in der man nicht mehr weiter nach rechts laufen kann.

Alle Helden sterben bei einem Treffer sofort, besitzen aber unterschiedliche Bewaffnung. Während Brade sich mit seinem Schwert durch die Menge metzelt, spielt MacBrover lieber mit Dynamit und sprangt alles in die Luft. Außerdem gibt es für jeden noch eine Spezialfähigkeit, die Rambro beispielsweise eine Granate werfen oder Ash Brolliams mit seiner berühmten Kettensäge unverwundbar über den Bildschirm rasen lässt. Freigeschaltet werden die Helden nach und nach durch das Befreien von Gefangenen in den Levels. Diese sind zugleich auch ein Level up sowie ein Heldenwechsel. Ihr startet das Level quasi zufällig mit einem schon freigeschalteten Helden und wenn ihr einen Gefangenen befreit, werdet ihr zu einem zufällig anderen Helden. Nur in einigen wenigen „Covert Operations“-Levels habt ihr einen vorgegebenen Helden und auch nur ein einziges Leben.

Sterbt ihr doch mal im Kugelhagel, wacht ihr ohne große Unterbrechung am letzten Checkpoint als ein anderer Held wieder auf. Nur wenn euch die Leben ausgehen, heißt es zurück zum Anfang. Das macht das Spiel schnell und tatsächlich ziemlich frustfrei im Normalfall. Wie man natürlich das Achievement schaffen soll, für das man in der Kampagne kein einziges Mal sterben darf, erschließt sich mir nicht so ganz :smile: . Ach und einen Koop-Modus für bis zu vier Spieler (online wie offline) gibt es auch. Mich macht das Spiel definitiv sehr an. Das kompromisslose „Ist doch alles egal“-Setting und die unkomplizierte und schnelle Action sind eine gelungene Kombination, die extrem viel Spaß macht. Also wer es noch nicht kennt und mit 2D-Shootern etwas anfangen kann: Zuschlagen ist Pflicht!

Ich hatte gehofft, dass es etwas länger dauern würde, bis ich meinem nächsten geliebten Haustier „Tschüss!“ sagen muss. Leider hilft der Glaube allein nicht immer. Stattdessen bekam ich heute am frühen Nachmittag einen Anruf von TASSO e.V. mit der schlechten Nachricht:

Nica (20.02.2012 – 05.07.2017)

Jemand hatte sie heute Morgen tot am Straßenrand gefunden und zu einem Tierarzt gebracht. Sie wurde wohl beim Überqueren der Landstraße angefahren (wo sie natürlich überhaupt nichts zu suchen hatte) und starb. Dabei haben wir noch am Montag erst ihre Zähne ziehen lassen (sie hatte die Zahnkrankheit Forl) :-(  .

Damit hat es die liebe Nica leider nur rund 14 Monate in unserem Hause ausgehalten. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass es ihr in dieser Zeit so gut gegangen ist wie noch nie zuvor in ihrem Leben. Viel besser als irgendwo in Rumänen auf der Straße herumzulungern oder irgendwo hier in Deutschland in irgendeinem Tierheim auf Abholung zu warten. Ja, sie lag meistens irgendwo in irgendeiner Kiste herum und schlief oder war draußen unterwegs auf Jagd. Sie konnte aber auch anders, denn tief in ihrem Herzen war sie eine total knuddelsüchtige Katze, die schon auf drei Meter Entfernung mit dem Schnurren anfing. Nur Lyssi mochte sie irgendwie überhaupt nicht :smile: .

Ich werden dich vermissen – genauso wie ich Flecki, Felix und Kessy vermisse. Ich werde dich nie vergessen und die Erinnerung an dich in meinem Herzen tragen, Nica. Auch Lysanda, Balu, Pichu und sogar Lyssi (sie wird es nur vermutlich nie zugeben) wirst du fehlen, du flauschiges Fellknäul.

Danke, dass wir dich ein Stück auf deinem Lebensweg begleiten durften! Egal, wo du jetzt bist, ich wünsche dir alles Gute. Hoffentlich findest du dort die ideale Kiste, die du bei uns immer gesucht hast.

In tiefster Trauer

Dein Christoph

 

Freund, bitte trauere nicht um mich,
ich bin immer noch hier, auch wenn du mich nicht siehst.
Ich bin Tag und Nacht an deiner Seite,
und werde für immer in deinem Herzen bleiben.

Mein Körper ist vergangen, aber ich bin immer noch nah,
ich bin alle was du fühlst, siehst und hörst.
Meine Seele ist frei, aber ich werde dich nie verlassen,
solange du mich in deinem Herzen lebendig hältst.

Ich werde niemals aus deiner Sicht verschwinden,
ich bin der hellste Stern in der Sommernacht.
Ich werde niemals außerhalb deiner Reichweite sein,
ich bin der warme, weiche Sand, wenn du am Strand bist.

Ich bin die bunten Blätter, wenn der Herbst kommt,
der reine weiße Schnee, der den Boden bedeckt.
Ich bin die wundervollen Blumen, an denen du dich so erfreust,
das klare, kühle Wasser in einem stillen See.

Ich bin die erste bunte Blüte, die du im Frühling siehst,
der erste warme Regentropfen, den der April bringt.
Ich bin der erste Lichtstrahl, wenn die Sonne zu scheinen beginnt,
und du wirst sehen, dass das Gesicht im Mond meines ist.

Wenn du beginnst zu denken, dass dich niemand liebt,
kannst du durch den Herrn über dir zu mir sprechen.
Ich werde meine Antwort durch die Blätter der Bäume flüstern,
und du wirst meine Anwesenheit in der warmen Sommerbriese fühlen.

Ich bin die heißen, salzigen Tränen, die fließen, wenn du weinst,
und die schönen Träume, die kommen, wenn du schläfst.
Ich bin das Lächeln, das du auf dem Gesicht eines Babys siehst.
Such nur nach mir, Freund, ich bin überall.

Autor unbekannt

Sicarius

Freigestellte Bildung

Meine Abschrift eines japanischen Gedichts

Im Gedächtnis bleibt einem meist eher das, was man nicht darf und darüber wird auch häufiger gesprochen. Von den guten Sachen hört man hingegen eher weniger oft. Das gilt ebenso für die Bildungsfreistellung, umgangssprachlich auch als Bildungsurlaub bezeichnet. Gut: In Bayern (und Sachsen) gibt es das nicht. Also war es für mich bislang nicht relevant. Ohne Lysanda hätte ich aber wohl genausowenig in Hessen davon erfahren (die Arbeitgeber wollen natürlich die Zahl der Nutzer klein halten), dabei gibt es das dazugehörige Gesetz schon seit 1974. Mittlerweile habe ich ihn schon zwei Mal mitgemacht und kann wirklich nur empfehlen sich dahingehend mal zu informieren.

Wos des?

Wie der Name schon sagt, geht es um grundsätzlich um berufliche oder politische Weiterbildung. Wobei der Bildungsurlaub erst einmal überhaupt nichts mit eurer täglichen Arbeit zu tun haben muss. Es geht einzig und allein darum, ob das jeweilige Land in dem ihr arbeitet (nicht wohnt!) den entsprechenden Kurs genehmigt hat oder nicht. Entsprechend vielfältig ist das Angebot, das vor allem die Volkshochschulen bundesweit (wie gesagt mit Ausnahme von Bayern und Sachsen) so anbieten. Programmieren, Gesundheitsthemen, Fortbildungen, Soft Skills – es gibt prinzipiell alles.

Das Seminar darf auch prinzipiell in einem anderen Land stattfinden (Bundesland sowie außerhalb von Deutschland). Allerdings müsst ihr dann zwingend schauen, ob euer Bundesland den entsprechend Kurs anerkannt hat. Da jedes Bundesland ein eigenes Gesetz mit anderen Anforderungen an die Kurse abgeschlossen hat, kann man nicht einfach davon ausgehen, dass beispielsweise ein Seminar in Nordrheinwestfalen auch den Ansprüchen der hessischen Gesetzgebung genügt. Immerhin ist es möglich beim jeweiligen Land nachzufragen, ob der gewünschte Kurs von ihnen erlaubt wird und sich so eine Bestätigung zu holen. Manche Kurse (vor allem in Grenznähe) haben das bereits für euch gemacht und schreiben explizit rein, ob das Nachbarbundesland den Kurs abgesegnet hat oder nicht.

Die Kernpunkte

Mein Versuch eines japanischen Gemäldes

Grundsätzlich gilt in fast allen Bundesländern, dass ihr bei der Bildungsfreistellung für fünf Tage von der Arbeit freigestellt und in dieser Zeit ganz normal von eurem Chef weiterbezahlt werdet. Manchmal darf ein Arbeitgeber allerdings auch betriebseigene Schulungen anrechnen lassen, die euren Anspruch reduzieren. Außerdem gilt quasi in allen Bundesländern eine bestimmte Grenze ab wann (wie lange ist man schon im Unternehmen) und wie viele Arbeitnehmer eines Betriebes überhaupt einen Bildungsurlaub in Anspruch nehmen dürfen. Sprich in Kleinstbetrieben (oft <10 Mitarbeiter) habt ihr Pech gehabt, wenn euer Chef nicht gutmütig ist. Und wenn schon ein paar Prozent (meist 10-20%) aller Mitarbeiter eines Unternehmens eine Freistellung beantragt und genehmigt bekommen haben, kann der Arbeitgeber euren Antrag ablehnen. Ist also doch wieder von Vorteil, wenn eure Kollegen nichts von diesem Anspruch wissen :smile: . Eine gute Übersicht über die einzelnen Voraussetzungen und Einschränkungen in den Bundesländern könnt ihr hier einsehen.

Die Seite Bildungsurlaub.de ist auch ein guter, erster Anlaufpunkt um sich grundsätzlich darüber zu informieren wo und welche Bildungsurlaube so angeboten werden und in welchem Preisrahmen sie sich bewegen. Ihr solltet aber dann immer noch manuell recherchieren. Zum einen, weil die Datenbank nicht vollständig ist. Die Webseiten der nahegelegenen Volkshochschulen solltet ihr also unbedingt zusätzlich besuchen. Zum anderen, weil auch Sachen in der Datenbank stehen, die so komischerweise nicht existieren. Keine Ahnung warum das so ist.

Habt ihr euch einen Kurs herausgesucht und gebucht, müsst ihr das dann rechtzeitig bei eurem Arbeitgeber anmelden (wieder abhängig vom Bundesland wie viel Vorlauf er haben muss) und hoffen, dass die Bildungsfreistellung von ihm genehmigt wird. Ist vermutlich mitunter nicht ganz so einfach (vermutlich vor allem abhängig von der Größe des Betriebs) aber die Bedingungen, unter denen er euch die Teilnahme verwehren kann, sind vom Gesetz sehr begrenzt. Hält so manchen vermutlich trotzdem nicht davon ab unter Drohungen oder fadenscheinigen Ausreden doch abzulehnen. Aber so ist das ja leider immer und technisch gesehen könntet ihr ihn dann verklagen. Ob man es macht ist natürlich ein ganz anderes Thema.

Meine Erfahrungen

Kanji-Kalligrafie

Wie anfangs erwähnt, habe ich bislang zwei Bildungsurlaube mitgemacht. Letztes Jahr war es ein Gesundheitskurs (Gesundheit ganzheitlich fördern für 200 Euro) bei der VHS Groß-Gerau und letzte Woche bei der VHS in Mainz Japan: Kultur und Sprache für 273 Euro. Ja, ich habe endlich angefangen japanisch zu lernen! Im September geht es hoffentlich mit einem richtigen Sprachkurs auch wieder in Mainz an der VHS weiter. Beide Seminare waren sehr interessant wobei mir aus naheliegenden Gründen natürlich das Japan-Seminar noch viel besser gefallen hat als der Gesundheitskurs :smile: . Deswegen ist auch der Eintrag voll von Bildern, die ich da produziert habe (rechts unten seht ihr zum Beispiel das Kanji für „blauer Himmel“ sowie meinen Namen auf Hiragana mit Kalligrafie geschrieben). Lysanda hingegen war letztes Jahr mit mir auf dem Gesundheitskurs, hat dieses Jahr Reiki gelernt (auch was japanische) und vorletztes Jahr ihr Englisch aufgebessert.

Insofern werden wir definitiv nächstes Jahr wieder unsere Woche Bildungsfreistellung in Anspruch nehmen. Es hat schließlich nur Vorteile:

  • Ihr könnt euch fünf Tage außerhalb der Arbeit aber doch innerhalb der Arbeitszeit (weil bezahlte Freistellung) weiterbilden und zwar egal ob es eure tägliche Arbeit unterstützt oder nicht, was es euch ermöglicht auch mal in etwas völlig anderes reinzuschnuppern.
  • Da die Seminare von morgens bis nachmittags durchgehen, könnt ihr sehr viel intensiver lernen als jede Woche nur einmal 1-2 Stunden zur VHS zu tingeln.
  • Ihr müsst euch nicht mehrere Wochen die Abende mit einem Termin zuballern.
  • Der Kurs kann von der Steuer abgesetzt werden

Als einziger Nachteil fällt mir nur ein, dass ihr für die Kurse bezahlen müsst. Erwachsenenbildung kostet halt ein wenig. Das gilt aber logischerweise auch für die normalen Abendkurse und dort werdet ihr nicht parallel noch vom Arbeitgeber bezahlt. Somit ist ein Bildungsurlaub zwar kein Nullsummenposten (je nachdem wie viel ihr verdient) aber immer noch billiger und weniger stressig als ein Abendkurs. Also nicht länger zögern: Bildungsurlaub beantragen (wenn ihr dazu berechtigt seid)!

Langsam aber stetig sammelt der Webmaster immer mehr Erfahrung im Bereich Anime & Manga. Bei den Mangas zwar langsamer als bei den Animes – dauert halt länger mehrere Bände zu lesen als einfach nur im besten Fall 1 1/2 Stunden vor dem Fernseher zu sitzen. Aber es wird. Immerhin hat er sich alle Bände des The Legend of Zelda-Mangas geholt. Aber nein, Studio Ghibli-Filme waren flatterten noch keine über den Bildschirm. Dafür aber unter anderem diese zwei Werke:

Tari Tari (Cover)

Tari Tari (2012, Anime-Serie mit 13 Episoden, DV) – Dass es nicht immer nur brutale Action sein muss, habe ich ja schon durch Hikari – Die kleinen Superstars gemerkt, auch wenn diese Serie zum Ende hin dann doch etwas hektisch und oberflächlich wurde (die letzte Folge ist sehr unbefriedigend). In Tari Tari geht es im Kern das Gleiche: Die Oberschülerin Konatsu Miyamoto möchte der Welt zeigen, dass sie es draufhat. Dieses Mal dreht sich allerdings alles um das Thema Gesang. Nachdem Konatsu bei einem Konzert im Vorjahr vor Nervösität aus der Reihe tanzte, wurde sie von der Leiterin des Schulchors zur „Seitenumblätterin“ degradiert (für die Klavierspielerin) obwohl sie doch so gerne singt. Nach einer Auseinandersetzung mit besagter Leiterin wird sie dann auch noch komplett aus dem Chor geworfen.

Statt die Niederlage auf sich sitzen zu lassen, fasst sie den Entschluss einen eigenen Schulchor zu gründen und damit beim großen Fest am Ende des Schuljahres richtig groß rauszukommen. In 13 Folgen wird nun der Weg dahin gezeigt (mit dem finalen Konzert als Höhepunkt und Abschluss), der logischerweise nicht wirklich gerade aus verläuft, sondern voll von Hindernissen und Rückschlägen ist. Schon die Gründung des Clubs stellt sich als große Herausforderung heraus, da dafür mindestens fünf Mitglieder benötigt werden und Konatsu erst einmal die anderen Hauptcharaktere zusammenbringen muss.

Tari Tari (P.A. Works-Promobild)

Trotz nur 13 Episoden mit einer Länge von je 20 Minuten machen auch alle eine sichtbare Entwicklung durch (Wakana wird offener, Taichi gewinnt an Selbstvertrauen, etc.) und erhalten jeweils ausreichend Zeit sich zu entfalten, um mehr über sie und ihre Hintergrundgeschichte zu erfahren. Da ist die eher dünne Gesamtgeschichte quasi von Vorteil. Insgesamt also zwar eher leichte, familienfreundliche Kost (und passend dazu ziemlich bunt gehalten und mit einer großen Brise Humor versehen) ohne die ganz großen Überraschungen aber doch fiebert man mit den Jungs und Mädchen irgendwie mit.

Beim Christoph meint: Ich hab‘ einfach mal reingeschaut ohne großartig zu wissen, was mich erwartet (weiß ja aktuell noch nicht was jetzt wirklich richtig gut oder schlecht ist in Sachen Anime) und dann ziemlich schnell vor allem die Mädels der Gruppe ins Herz geschlossen (ob ich insgeheim parallelen zu meinem Schul-Ich gesehen habe?). Obwohl mir von Anfang an klar war, dass es ein Happy End geben wird, wollte ich doch unbedingt am Ende jeder Folge sofort wissen wie es weitergeht. Das i-Tüpfelchen war aber die gelungene Musik, von der es trotz des Themas meiner Meinung nach viel zu wenig gab. Selbst das große Finale ist viel zu schnell vorbei.

Ja, für viele wird Tari Tari vermutlich todlangweilig und nichts großartig Erwähnenswertes sein (auch Lysanda war nicht der ganz große Fan) aber von mir kriegt die Serie 3 von 5 Sics3 von 5 Sics. Ich fand sie sehr schön gemacht, angenehm anzusehen (mal keine total komplizierte Geschichte, die ich anschließend auf Wikipedia nachlesen muss) und trotzdem auf ihre eigene Art und Weise mitreißend. Für Kinder sicherlich eine uneingeschränkte Empfehlung und für alle anderen…die kennen sich besser aus als ich :smile: .

Sword of the Stranger
(Cover)

Sword of the Stranger (2007, Anime, DV) – Der Kaiser von China lässt in Japan einen riesigen Tempel errichten. Warum? Nun, das erfährt man erst später aber es hat mit dem Jungen Kotarō zu tun. Hinter dem sind aber nicht nur die Chinesen her, sondern auch die Japaner wollen das Kind für sich haben (nicht, weil sie wissen was die Chinesen damit vorhaben, sondern mehr, weil sie ihnen überhaupt nicht über den Weg trauen). Kotarō selbst ist ein vorlauter Bengel, der eigentlich nur zu seinem Hund Tobimaru wirklich nett ist und um den er sich auch liebevoll kümmert. Nach einem Angriff auf das Kloster, in dem er bislang lebte, macht er sich auf den Weg in die nächste Stadt, um in einem anderen Tempel unterflucht zu suchen. Aber auf sich alleine gestellt ist er dann doch relativ hilflos – vor allem wenn fremde Soldaten gezielt jagt auf ihn machen.

Zum Glück steht ihm schon bald mehr oder weniger Freiwillig der Samurai Nanashi zur Seite über den nur wenig bekannt ist und der eine dunkle Vergangenheit hat, die ihn dazu gebracht hat zu schwören niemals wieder sein Schwert zu ziehen. Aber auch so ist er extrem gefährlich und macht mit den Soldaten überall kurzen Prozess. 103 Minuten lang begleitet man Kotarō, Tobimaru und Nanashi auf ihrer Reise/Flucht/brutalem Rachefeldzug. Und brutal ist der Anime definitiv. Keiner der Kämpfe verläuft zimperlich und ohne Blutverlust ab so wie auch die restliche Inszenierung äußerst düster gehalten ist und wenig Platz für fröhliche Momente lässt (Tobimaru ist der einzige Lichtblick im ganzen Werk). Kein Wunder, dass ein „FSK 16″ auf der Packung prangt.

Sword of the Stranger (Bones-Promobild)

Beim Christoph meint: Von mir bekommt Sword of the Stranger nur 2 von 5 Sics2 von 5 Sics. Ich habe mich während dem Anschauen tatsächlich gelangweilt. Zum einen, weil es irgendwie keinen einzigen Charakter gab, der mich wirklich interessierte oder mit dem ich mitgefühlt habe (höchstens noch Hund Tobimaru). Wie so oft mit Kindern in Filmen, ging mir Kotarō mit seiner nervigen Art sogar massiv auf den Geist. Zum anderen weil die Geschichte völlig belanglos und auch der Weg zum Finale nur bedingt mit spannenden Momenten gepflastert ist.

Da habe ich allein schon im Italo-Western-Genre (wovon der Anime sich aus meiner Sicht stark inspirieren hat lassen) schon bessere Filme mit einem vergleichbaren Thema (gebrochener Held setzt sich für Gerechtigkeit ein) gesehen. Ich kann also die hohen Bewertungen für das Werk abseits der hochwertigen Animationen, detaillierten Zeichenstil und dem guten Soundtrack nur bedingt nachvollziehen.

 

So viel also zu diesen zwei Werken. Ich nehme übrigens weiterhin gerne Anima und Manga-Empfehlungen von euch entgegen auch wenn meine To-Do-Liste jetzt schon bis ins Jahr 2.343.234 reicht. Einfach ab in die Kommentare damit!

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