Sicarius

Gedanken zum Freitag

Da mir nichts besseres einfällt momentan und Azzkickr einen Extra-Eintrag spendiert bekommt, setze ich heute die „Gedanken zum Wochentag„-Serie fort. Bevor wir uns allerdings dem Freitag widmen, möchte ich euch noch kurz etwas zeigen:

Ich hatte im allerersten Eintrag namens „Gedanken zum Mittwoch erwähnt, dass es eine DIN-Norm geben würde für die Wochentage. Die wenigsten werden mir das geglaubt haben aber nun habe ich endlich den Beweis gefunden -> hier klicken.

Genannt DIN1355, ist dort unter Punkt 1.3.2 genau die Reihenfolge und alles andere zur Kalenderwoche festgelegt. Woher genau dieser Scan stammt, ist mir nicht bekannt aber es scheint da mal ein Buch gegeben zu haben. Aber nun zurück zum Freitag.

Nach wem er genau benannt wurde, ist nicht völlig bekannt aber sich ist, dass er von einer germanischen Göttin abstammt. Zur Wahl stehen hier Freya und Frigga. Während letztere sich mit der Ehe und Mutterschaft beschäftigt, hat sich erstere die Liebe auf die Fahnen geschrieben. Freya ist allerdings aus mehreren Gründen wahrscheinlicher:

1. Das englische Friday.
2. Bei den Römern hieß der Tag „dies veneris“ oder Tag der Venus. Diese ist bekanntlich ja auch die Göttin der Liebe. Zusätzlich stammen davon die Namen der Franzosen (le vendredi), Italiener (il venerdě ) und Spanier (el viernes) ab.

Da der Freitag quasi schon Wochenende ist, gibt es für ihn auch einen entsprechenden Spruch:

„Freitag nach Eins macht jeder seins.“

Dieser weist schlicht und einfach darauf hin, dass man freitags nach 13:00 Uhr nicht erwarten darf, irgendwo noch einegeöffnete Behörde zu finden, weil die alle schon Feierabend gemacht haben (bei mir ist da normalerweise auch Schicht im Schacht). Dies scheint allerdings das einzig positive am Freitag zu sein, denn durch die Geschichte hindurch hat sich dieser Tag nicht gerade mit Ruhm bekleckert wenn man ihn auch teils unberechtigt missbraucht hat.

Vor allem im katholischen Glauben hat sich der Freitag als sehr Böse in den Köpfen der Menschen festgesetzt. Während im Islam der Freitag das ist, was bei den Christen der Sonntag darstellt, ist es für Christen ein Gedenktag an den Tod Jesu. Hier ist natürlich der Karfreitag der Haupttrauerfreitag. Außerdem sollen an einem Freitag Adam und Eva vom Apfelbaum genascht haben – wozu DAS führte, wissen wir ja.
Aber auch der Freitag, der 13. wurde hauptsächlich von den Christen verbrochen. Die 13 steht im christlichen Glauben nämlich für die 13 Jünger beim letzten Abendmahl. Die bringt deshalb Unglück, weil der 13. Jünger kein anderer als Judas Ischariot höchstpersönlich gewesen sein soll. Statistisch gesehen gibt es übrigens pro Jahr mindestens drei solcher Freitage. Es gibt aber auch noch einen Grund warum dieser Tag als Unglückstag bezeichnet wird. Schuld daran ist ein Franzose:

Am 13.10.1307 hat nämlich ein gewisser Philip IV., besser bekannt als König von Frankreich, gemeint er müsse mal wieder ein Massaker veranstalten. Er hat dazu in ganz Europa Tempelritter aufgegriffen und an diesem Freitag grausam abgeschlachtet.

Generell gilt allerdings, dass der Freitag regional unterschiedlich bewertet wird. Bis 1930 war im Norden z.B. der Freitag noch als Glückstag bekannt.

Zum Abschluss muss ich natürlich noch den berühmtesten Freitag der Geschichte erwähnen: den 25.10.1929 – Black Friday. Er steht sinnbildlich für den großen Börsenkrach als der Dow Jones tiefer als tief sank und den Beginn der Weltwirtschaftskrise besiegelte. Lustigerweise hat dieser Freitag damit eigentlich gar nichts zu tun. Im Gegenteil, denn an diesem Tag stieg der Dow Jones sogar wieder. Angefangen hat sowieso alles am 23.10.1929 mit einem Punktverlust von 20,66 Punkten aber erst der Black Monday und schlussendlich der Tragic Tuesday gaben dem Markt den Todesstoß mit einem Punktverlust von 38,33 am Montag und 30,57 am Dienstag, den 29.10.1929.

Aber obwohl dieser Freitag fälschlicherweise als Schwarzer Freitag bezeichnet wird, gab es tatsächlich Schwarze Freitage an denen an der Börse sehr viel Verlust gemacht wurde. Der allererste war angeblich am 24. September 1869 und betraf die Wall Street. Genauere Informationen sind mir nicht bekannt aber es sollen an diesem Tag wohl einige Goldspekulationen stattgefunden haben, die voll in die Hose gingen. Ein paar Jahre später traf es dann auch die Deutschen, denn am 9. Mai 1873 platzte die Spekulationsblase. Eine Spekulationsblase entsteht dann, wenn an einer Börse trotz bereits völlig überhöhter Preise eine Ware weiterhin eingekauft wird. Dies treibt den Preis in völlig surreale Höhen bis die Börsianer plötzlich sehen, dass die Ware gar nicht das Geld wert ist. Dann kauft keiner mehr die völlig überteuerten Sachen und der Kurs bricht dramatisch ein. Und auch am Freitag, den 13. Mai 1927 traf es uns, dieses Mal die Berliner Börse als plötzlich ein drastischer Kursverlust eintrat.

Soviel also zum Freitag. Tschüß!

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10 Kommentare

wer wird leiden? naja egal der wird schon nicht so wichtig sein…

aber ich bitte dich deiner eigenen Gesundheit wegen die serie nicht fortzusetzen… das führt zu langzeitschäden am gehirn (also noch mehr als jetzt schon)

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