Sicarius

RPG-King

(Verfasst am 15.12.06 um 12:30)

So, gerade noch den Preview von Ports of Call XXL abgeschlossen. Da werden sich meine Lektoren freuen, dass ich ihnen soviel Arbeit mitbringe :P. Jetzt ist es noch gut eine Stunde fahrt, bis zum heimatlichen Bahnhof. Da ich hier an Spielen nur die normalen Windowsdinger drauf sind und ich keine Lust habe meine Zeit jetzt mit Solitär & Co. zu verbringen, tippe ich eben noch einen zweiten Eintrag für heute. Habe ich dann noch einen Tag weniger, an dem ich mir einen Neuen aus den Fingern saugen muss *pfeif*.

Als alter Asthmatiker hab ich in München einen kleinen Fehler gemacht und mich ins Raucherabteil gesetzt. Jetzt sitze ich hier mit drei Jugendlichen, die auch an meiner Haltstelle aussteigen und werde entsprechend zugeraucht. Aber gut, ich habe schon schlimmeres überlebt.

Nehmen wir uns also noch kurz (also relativ gesehen…) ein Thema von der Liste vor. Im vorletzten Eintrag ging es ja schon um MMORPGs, da können wir das Thema heute ja noch etwas weiter ausführen. Allerdings soll es heute mehr über die Spieler gehen, als über das Spiel selbst, denn alle Online-Rollenspiele, die auch von der breiten Masse gespielt werden, kämpfen mit demselben Problem:

Selbsternannte Überväter
am Beispiel von World of WarCraft

So bezeichne ich Leute, die den Begriff „Rollenspiel“ im Spiel etwas zu genau nehmen. Meiner Meinung nach gibt es nämlich durchaus eine Grenze zwischen „normalem“ Rollenspiel und exzessiver Übertreibung. Dies fängt mit kleinen Dingen an wie das monieren von bestimmten Namen, obwohl sie völlig konform mit den Blizzardbestimmungen sind und hört auf wenn man von anderen erwartet genauso tief in ihre Rolle einzusteigen, wie man es angeblich selbst auch tut.

Natürlich wird auf einem Rollenspielserver ein gewisses Maß an Rollenspiel gefordert aber bei einem Spiel wie World of WarCraft, dass von Millionen von Leuten gespielt wird, darf man trotzdem nicht erwarten, dass jeder die eigenen Vorstellungen teilt. Während sich der eine voll in seinen Charakter versetzt und wirklich nur so wie er handelt, reicht es anderen eben schon aus, nur etwas anders förmlicher zu reden.

Der exzessive Rollenspieler darf selbstverständlich tun und lassen was er will aber andere Spieler anzumachen, nur weil sie nicht das machen, was er verlangt, ist armselig und leider ein oft gesehener Fall. Am schlimmsten ist dann noch die Gruppe von Leuten, die sich zwar totales Rollenspiel auf die Fahne geschrieben haben und auch fleißig Tickets verfassen aber z.B. selbst z.B. einen Rollenspieltechnisch eher fragwürdigen oder einfallslosen Namen tragen.

Wenn der Server, wie es bei Ultima Online bei fast allen der Fall ist, bestimmte Dinge in seinen Regeln festlegt, dann ist es völlig in Ordnung aber dass ich mir als normaler Spieler bestimmte Sachen anhören muss, weil der Gegenüber der Meinung ist, nur er hätte die Rollenspielweisheit gefressen, dann hört der Spaß auf.

Als langjähriger Singleplayer- und Pen & Paper-Rollenspieler bin ich durchaus mit den Verhaltensregeln vertraut und richte mich auch danach aber ich passe mich eben zusätzlich der vorhandenen Situation an. Eine Eigenschaft, die auch zum Rollenspiel gehört und in World of WarCraft ist die Situation eben, dass es nun mal vornehmlich nur „leichtes“ Rollenspiel gibt. Dies wird sich auch nicht ändern, solange diese extreme Masse an Spielern vorhanden ist. Aber ist WoW deshalb schlecht? Wohl nicht, sonst würden ja auch die „Verrückten“ nicht damit rumspielen. Natürlich sind unter den Meckerheinis auch Leute, die gerade darin ihre Auffassung von Spaß finden aber vom reinen Gefühl her, scheinen sie doch eher die Ausnahme zu sein.

Wer wirklich, wie in Ultima Online, völlig in seinem Charakter aufgehen will, kann dies gerne tun. Leben und leben lassen lautet schließlich die Devise aber er soll gefälligst die anderen Spieler nicht belästigen und verurteilen. Ansonsten wäre es vielleicht angebracht mal über einen Spielwechsel nachzudenken.

Guten Tag!

PS: So das war’s. Die Vergangenheit ist mit diesem Eintrag abgeschlossen. Einen halben Monat und über 10 Einträge hat sie angedauert. Aber es ist noch nicht vorbei mit dem übermäßigen Input!
Am 01.01.2007 folgt der obligatorische Neujahrsgruß und – erstmalig auf Bagdadsoftware.de – ein Jahresrückblick! Und planmäßig ist dann am 03.01.2007 ein Follow-up-Eintrag zur Vergangenheit vorgesehen. Dort werde ich einige Dinge zu meinen Vergangenheitseinträgen ergänzen und neues Vorstellen, was ich in der Zeit alles Tolles gemacht habe. Also, keine Müdigkeit vortäuschen! Es ist noch nicht vorbei!

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