Sicarius

Rückblick 2007

Das neue Jahr beginnt zwar morgen erst aber wir wollen ja nicht aus dem üblichen Updaterahmen fallen. Deshalb:

Einen guten Rutsch!

und nach 23:59:59 gedanklich den Satz dann bitte in

Frohes Neues Jahr!
(Sauerkraut nicht inklusive)

abändern! Vielen Dank!

Damit wäre dies also aus dem Weg. Bevor wir aber zum angekündigten Jahresrückblick kommen, noch zwei Dinge:

1. Die Umfrage ersetz ich am Donnerstag. Letztes Mal hatte ich so vergessen und heute habe ich keine Lust :P.
2. Gestern habe ich die zweite Einsendeaufgabe einschickt. Bin also trotz allem noch gerade so in meinem Zeitplan. Eine Woche Urlaub ist noch über aber Heft 3 dreht sich jetzt um das Interview und da wird die Einsendeaufgabe vermutlich gut Zeit fressen. Zumindest dürfte mit Mister JakillSlavik mein Gesprächspartner schon feststehen (sollte nichts mehr dazwischen kommen oder Azzkickr plötzlich eine sensationelle, soziologische Eingebung haben). Die Noten für die erste Aufgabe habe ich aber leider immer noch nicht erhalten.

Hier noch ein kleines Schmankerl aus meiner ersten Einsendeaufgabe:

Prämierter Bulle von Luftwaffe getötet!

Gestern ging für Bauer Schmidt aus Sessenstedt die Welt unter als aus heiterem Himmel ein Kampfbomber der Luftwaffe auf seine Weide stürzte. Während der Pilot am Fallschirm unverletzt zu Boden segelte, musste Bauer Schmidt voller Entsetzen und Trauer feststellen, dass sein Zuchtbulle Otto vom Flugzeug getötet wurde. „Er war mein bestprämierter Bulle. Über 10.000 Euro war er wert.“, erklärte Bauer Schmidt gegenüber unserem Korrespondenten. Während die Luftwaffe den Vorfall noch untersucht, sind sich die Anwohner bereits einig. Sie haben das Flugzeug bei einem sogenannten „Extremtiefflug“ beobachtet, und dabei soll es einen Baumwipfel gestreift haben.

Wer errät für welche Zeitung ich diese (fiktive) Meldung verfasst habe, darf sich einen Keks [sic] kaufen – aber nicht essen!

Okay aber nun ist es wirklich erst einmal genug mit alldem. Jetzt wird im (quasi nicht vorhandenen) Archiv gestöbert!

Satte 105 Einträge (mit diesem hier) waren es seit 01.01.2007. Also durchschnittlich zwei Einträge pro Woche und acht Stück pro Monat. Im Vergleich zu 2006 ist dies zwar eine Reduzierung um vier Einträge pro Monat aber die ganze Sache fing damals ja auch erst Mitte April so richtig an – da musste ich natürlich ein wenig auf die Tube drücken ;). Die durchschnittliche Zeichenanzahl der Einträge möchte ich allerdings gar nicht erst ausrechnen. Grob geschätzt vermutlich allerdings, dass sie mindestens die 5.000 Überschreitet oder um das offensichtliche noch einmal auf Deutsch auszudrücken: Ich habe euch ganz schön zugemüllt mit Text :). Rechnet man allein die neunzehn Artikel (2006: 10) dazu, dann werden es vermutlich noch mehr. Zusätzlich wären da natürlich noch die acht Reviews (2006: 15) und die neue Rubrik der Kurzeindrücke, die sich seit ihrem entstehen im Eintrag vom 31.05.2007 schon ganz gut gefüllt wurde. Nur die Kurzgeschichten kamen, vermutlich verständlich, mit „nur“ drei Zugängen (Die WoW-Geschichten Die Erlösung und Down Under und die Kurzgeschichte Einsamkeit) eher schlecht weg – allerdings sind alle Geschichte abgeschlossen. Aber man soll Kreativität ja auch nicht erzwingen. Ich bin stolz auf die Qualität aller Geschichten und der Rest ist nebensächlich!

Bei den Reviews bin ich stolz auf Kartoffelernte 2007. Den Reaktionen auf der Webseite nach, haben ihn zwar die Stammleser anscheinend nicht so interessant gefunden aber er hat zumindest Aufmerksamkeit außerhalb der digitalen Welt erregt. Etwas, dass seitdem eigentlich nur noch mein Kessy-Eintrag namens Kessy-Mania geschafft. Und es war einfach mal was anderes. Im Bereich der Artikel bin ich hingegen stolz auf die positive Resonanz meines JoWooD-Artikels.

Es ist aber auf allen Unterseiten wunderbar möglich zu beobachten, wie ich mich im Jahr des Herrn 2007 in allen Bereichen weiterentwickelt habe. Die Kommata fehlen zwar immer noch, aber in den anderen Aspekten bin ich ein gutes Stück vorrangekommen und 2007 ist ja auch das Jahr, in dem Bagdadsoftware lernte endlich auch richtiges Englisch anstatt nur Denglisch zu schreiben. Zwar ist dies bislang nur eine kleine Randerscheinung im Vergleich zum Rest aber wir sind ja auch immer noch eine deutschsprachige Vereinigung. Im Bereich der Unterseiten müssen natürlich abschließend auch noch die Signaturbilder erwähnt werden. Dort gab es zehn Neue wobei aber zwei Stück Auftragsarbeiten für die Gilde waren. Die zählen also nicht richtig :).

Und was waren so die Themen der 105 Einträge? Zumindest keine „Gedanken zum Wochentag“, obwohl wir noch welche übrig hätten. Wenn ich so drüberschaue, dann dann haben ganz klar – ÜBERRASCHUNG! – die Spielethemen den Alltag dominiert. Ob ich jetzt dabei besonders viel gemeckert habe, weiß ich jetzt nicht aber zumindest habe ich mich schon am 07.02.2007 das erste Mal aufgeregt. Hat also gut angefangen das Spielejahr 2007 :).

Am 20.02.2007 wurde dann endlich einmal der Welt mein hochheiliges „Nerdmobile“ vorgestellt. Allerdings entwickelte sich die Diskussion (natürlich auch dank meines Zutuns) in den Kommentaren schnell zum alten nVidia vs. AMD-Gebashe. Aber so ist eben das Leben. Ein paar Tage danach wurde die Welt dann auch noch Zeuge davon, wie schlimm meine Handschrift aussieht. Wobei ich mich im Nachhinein frage ob der dazugehörige Text nicht vielleicht doch schlimmer war als das Bild…

Schlag auf Schlag ging es dann erst einmal weiter. So wurde im Rahmen des 6. Geburtstages von Bagdadsoftware die Laberecke zu Grabe getragen. Persönlich hatte ich mir einen größeren Aufschrei deswegen vorgestellt aber andererseits war es ganz gut, dass die Sache schon einen Tag später ohne viel Tamtam erledigt war. Frau JakillSlavik hat letztens allerdings schon wieder die Reaktivierung des Forums gefordert. Wird natürlich nicht passieren!

Am 12.03.2007 folgte dann allerdings mit dem Tod von Felix eine Tragödie. Es war ein harter Tag für den Webmaster. Es war auch der Tag an dem der ominöse Eintrag Nr. handschriftlich erstellt wurde. Das Licht des Internets hat er aber bislang noch nicht erblickt. Es gibt einfach Dinge, bei denen ist es gut genug sie einfach einmal niedergeschrieben zu haben ohne, dass sie je jemand lesen wird. Aber man soll natürlich niemals „nie“ sagen. Vielleicht kommt irgendwann der Tag an dem ich dieses emotionsgeladene Werk an die Öffentlichkeit bringe. Momentan ist die Zeit aber noch nicht reif dafür und die Emotionen, die selbst jetzt noch beim Überfliegen des besagten Eintrags hochkommen, bestätigen mich in dieser Ansicht.

Aber keine zwei Wochen später war die Trauer schon wieder überwunden und ein neues Maskottchen machte es sich auf dem abgekühlten Sessel breit: Kessy, die Maine Coon-Dame. Über sie wurde im Laufe des Jahres auch immer mal wieder einem oder mehreren Absätzen berichtet und sie bekam sogar zwei Einträge ganz für sich alleine. Wenn das keine Ehre ist, dann weiß ich auch nicht.

Der nächste, besonders erwähnenswerte, Eintrag folgte dann am 12.04.2007. Dort berichtete ich von den Ambitionen meiner geschätzten Schwester im Bereich der Spiele. Leider konnte bis heute die Erfahrung nicht wirklich weiter ausgebaut werden aber zumindest kurz hatte sie auch schon die Guitar Hero Xplorer in der Hand!

So langsam näherten wir uns dann auch schon der Mitte des Jahres und am 06.05.2007 war es dann auch soweit: der Webmaster installierte Windows Vista.

Wie? Ihr dachtet ich würde nun schreiben, dass dort die Mitte des Jahres gewesen wäre? Also bitte! Jeder weiß doch, dass die Mitte des Jahres am 31.02. ist. So ein ungebildetes Gesindel hier…

Nach 10 Tagen Eintragspause, folgte dann die Serie über Schweden und am 03.06.2007 ein kleines Redesign im „allgemoines“. Also nichts, was noch einmal gesonderter Aufmerksamkeit bedarf. Ihr solltet sowieso regelmäßig in alten Einträgen stöbern! :) Im gleichen Zeitraum lief übrigens auch wieder eine Bewerbung bei der GameStar, die allerdings dieses Mal leider vollständig im Sande verlief (logischerweise, sonst wäre der Rest des Jahres anders abgelaufen). Aber bald fängt die nächste Saison ja schon wieder an und vielleicht wirkt sich der zusätzliche Punkt im Lebenslauf ja auch schon ein wenig aus.

Derweil ging es natürlich mit den Einträgen munter weiter. So veröffentlichte ich am 28.06.2007 meine erste kleine Buchrezession und am 02.07.2007 kürte ich, auf Drängen von Maverick, meine persönliche PC-Spiele Top 10. Ende Juli gab es dann ein neues Lenkrad und einen kleinen Bericht über eine LAN. Damit begann auch ein kleiner Versuch mit dem Titel „Bagdadsoftware Lesertests“ . So durfte sich gleich Rondrer zu Wort melden und seine eigenen Eindrücke vom G25 der Welt mitteilen und später sollte ihm auch noch Azzkickr folgen. Mit seinem bin ich zwar nicht ganz zufrieden aber wir hatten uns einfach viel zu viel vorgenommen. Die Angelegenheit konnte deshalb nicht viel detaillierter werden.

Ein paar Tage später wurde dann das Ereignis des Jahres gestartet: Die Wahl zum bayrischen Ministerpräsidenten. Gleichzeitig rückte aber auch die Games Convention 2007 immer näher und mit ihr kam die erste, richtig offizielle Redakteursarbeit auf den Webmaster zu. Selbstverständlich hat er sie mit Bravour gemeistert und sich auch ein ordentliches Lob von Jörg Langer himself eingefangen (ich werde nie wieder mein Augen waschen…oder so ähnlich). Für Rondrer war die GC2007 allerdings kein richtiger Grund zur Freude. Dass er geblitzt wurde, hatte ich ja bereits im Artikel geschrieben. Was ihr aber nicht wisst ist – ach das soll einfach Rondrer erzählen, wenn ihr es schafft es aus ihm herauszuquetschen. Muss ja nicht immer alles erzählen :).

Damit war der August auch schon so gut wie rum und am 02.09.2007 wurde nach intensivsten Beratungen mit den Stammpostern (ja ich weiß, ich muss das Transkript immer noch anfertigen…) ein Wertungssystem für die Reviews eingeführt, dass bis heute eigentlich noch niemand so richtig kommentiert hat. Ich gehe also davon aus, dass es einfach passt.

Später habe ich dann noch ein wenig auf die Gesellschaft geschimpft. Das macht sich schließlich immer gut und zeugt von Erfahrung und Alter (wobei die Betonung auf „Alter“ liegt). Und danach begann das Vorspiel des Spieleherbst 2007 mit einem 1-Punkt Review, dass nur von der Wahlsondersendung zur Wahl zum bayrischen Ministerpräsidenten unterbrochen wurde. Es ging wirklich Schlag auf Schlag.

Reviews, Artikel, Kurzeindrücke prasselten wie ein Sturmregen auf die Besucher nieder und als Erholung gab es nur einen kryptischen Service-Eintrag, der nicht einmal so richtig für die „normalen“ Besucher bestimmt war. Ich war einfach in meinem Element: Über die Industrie und die dazugehörigen Spiele berichten.

Zwar sind auch jetzt noch die Nachwehen davon zu spüren aber den krönenden Abschluss dieses Herbst bildete ganz klar die erste Verleihung der Bagdadsoftware NOCAs 2007 am 10.12.2007. Danach war aber mit dem Beginn des Fernstudienlehrgangs „Journalist/in“ sowieso erst einmal Schicht im Schacht.

Dennoch wurde und wird auch weiterhin der Zyklus von zwei Einträgen pro Woche (meist Montag & Donnerstag) beibehalten und der erste Ausblick ins Jahr 2008 sieht entsprechend gut aus.

Zusammenfassend hoffe ich natürlich, dass euch dieser Jahresrückblick (trotz der Länge) nicht gelangweilt, sondern dazu angeregt hat mal wieder einen der alten Einträge/Artikel/Etc. zu lesen. Gleichzeitig hoffe ich, dass euch das Lesen meines Geschreibsel nicht nur genauso viel Spaß gemacht hat wie mir das Schreiben, sondern natürlich auch, dass ich euren Horizont zumindest ein wenig erweitern konnte und ihr Bagdadsoftware auch im nächsten Jahr treu bleibt.

Danke für ein tolles Jahr 2007! Wir sehen uns auf der anderen Seite bei den fliegenden Autos und den Jetpacks für Jedermann.

Sicarius

Moving on…

Weihnachten 2007 wäre nun also auch erledigt. Am Montag folgt dann noch dieses doofe Saufgelage/Krachgemache (je nach Gruppierung) namens Sylvester und 2007 ist endgültig Geschichte. Aber damit beschäftigen wir uns dann nächste Woche im zweiten Bagdadsoftware Jahresrückblick! Heute machen wir hingegen mal wieder ein kleines Sammelsurium an Sachen (vermutlich 99% The Witcher) die ich unbedingt loswerden will:

Mein spontanes Feature über den Duke hatte eine unangenehme Nebenwirkung: ich habe Duke Nukem 3D Atomic Edition wieder installiert und bin auch mittlerweile wieder in der Plutonium Pak-Episode angekommen. Aber natürlich spiele ich es nicht mehr im Originalzustand. Das mag zwar Blasphemisch klingen aber wenn es eben die Möglichkeit gibt die „experience“ zu „enhancen“, dann tue ich das in solchen Fällen auch. Selbst Gothic würde ich, dank Freddy’s Texturpatch, mittlerweile auch nicht mehr im Originalzustand spielen. Bei Duke Nukem 3D heißt das Ganze EDuke32 (baut auf JonoF’s Port auf) zusammen mit dem DN3D: High Resolution Pack.

Der Vorteil dabei sind nicht nur, die wesentlich höher aufgelösten Texturen, andere technischen Spielereien wie Anisotropic filtering (dank OpenGL) und die echten 3D-Modelle für (fast – ein paar Stripper wurden anscheinend vergessen) alles und jeden im Spiel. Es erlaubt gleichzeitig auch das direkte Spielen ohne DosBox unter Windows XP und Vista (und MacOS und Linux und und und und)! Man könnte zwar sagen, dass es zum Teil dem Benutzen von Cheats gleichkommt, da man dank dieser Ports nun auch (auf Wunsch) die moderne Shootersteuerung inkl. dem Zielen per Maus hat aber da drücke ich mal ein Auge zu und spiele dafür einfach im höheren Schwierigkeitsgrad um das wieder ein klein wenig auszugleichen. Wobei mit moderner Steuerung selbst das keine riesig große Herausforderung mehr ist, soviel muss ich dann doch zugeben…egal. Spaß macht es und das ist die Hauptsache!

Guitar Hero III – Legends of Rock spielt hingegen momentan ein wenig leiser. Das liegt aber weniger an der fehlenden Motivation (auch wenn ich mir an „Hard“ absolut die Zähne ausbeiße), denn diese ist noch zu Genüge vorhanden. Es sind viel mehr einfach momentan zeitliche Gründe (komme selbst mit dem Studium nicht so fix voran, wie es eigentlich geplant war) und ab einer bestimmten Uhrzeit treffe ich selbst auf Easy keine Noten mehr ;). Auch ein Grund ist der Patch auf 1.2 der am 20.12. für The Witcher veröffentlicht wurde.

Nachdem ich mich (wie erwähnt) mit 1.1 eigentlich nur ein paar Stündchen für MobyGames damit beschäftigt hatte, habe ich jetzt mit 1.2 einen Neuanfang gemacht und spiele nun „richtig“.

Das Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt. Allein die Verkürzung der Ladezeiten ist der Wahnsinn. Jetzt „vergisst“ das Spiel nicht einfach alles was vorher war, sondern behält sich vieles im Cache. Und es wird nun auch nicht mehr nach jedem Laden automatisch gespeichert. Dadurch sind speziell die Wartezeiten in den Städten (Haus rein, Ladebildschirm, Haus raus, Ladebildschirm) um ein Vielfaches kleiner geworden und die ganze Angelegenheit damit viel erträglicher. Der massive Framedrop während den Zwischensequenzen wurde auch behoben. Diese laufen nun genauso flüssig wie der Rest des Spiels ab, womit die zwei wichtigsten Probleme, die nach 1.1 noch vorhanden waren, nun aus der Welt geschafft wurden.

So macht man das GSC Game World (S.T.A.L.K.E.R.)! Und nicht erst am Nachfolger arbeiten und dann vielleicht noch den ewig angekündigten 1.1 veröffentlichen…aber zurück zu The Witcher. Vieles hatte ich ja schon im ersten Ersteindruck erwähnt aber ich muss einfach noch einmal auf das Spiel eingehen. Wenn es bei den GameSpy-Lesern im Rahmen der GOTY-Abstimmung mit 24% der Stimmen sogar fast an World of WarCraft: The Burning Crusade (25%) vorbeigezogen wäre, heißt das schließlich schon was.

Ich bin mittlerweile mitten in Akt 2. Wie sich das in Nettospielstunden ausdrückt, weiß ich nicht aber es ist definitiv ein Haufen Zeit und von der Welt hat man prinzipiell eigentlich noch nichts gesehen, denn nach der Heimstätte der Witcher im Prologue, rennt Geralt erst einmal in einem begrenzten Bereich um die Stadt Vizima herum um dann zu Beginn von Akt 2 endlich ins Innere der Stadt zu gelangen. Dort verbringt der Spieler dann erst einmal einen sehr großen Teil der Zeit um ein Mordkomplott aufzudecken. Bevor wir aber darauf eingehen und damit zu den Konsequenzen von Geralts Handeln kommen, noch ein Wort zur Atmosphäre:

Ich habe ja bereits das letzte Mal geschrieben, dass die Städte an sich sehr glaubwürdig wirken und auf den ersten Blick auch die Bewohner einen einigermaßen intelligenten Eindruck machen. Sie gehen ihrem Tagesablauf nach, drängeln sich unter ein Dach wenn es regnet und reden auch ein wenig miteinander. Das wirkt alles sehr stimmig und macht die Stadt wirklich lebendig. Allerdings, und das liegt an der sehr langen Zeit, die man in dieser kleinen Stadt verbringt, fällt einem schon die teils lächerliche Routine in so manchem Handeln auf. Auch der Aufgabenwechsel ist mitunter nicht sehr schön gelöst. Zwar bekommt man es als Spieler nie direkt mit aber es wird kein Hellseher benötigt um zu wissen, dass der Typ nicht von seinem Arbeitsplatz nach Hause gelaufen ist sondern „gebeamt“ wurde. Besonders auffällig ist dieses Verhalten bei den unzähligen NPCs ohne eigenen Namen die von einem auf den anderen Moment plötzlich aus der Straße verschwunden sind.

Beides sind natürlich nur kleine Details aber da ansonsten das Stadtleben so sehr gut rüberkommt, ist es doch schade es mit ansehen zu müssen wie hier geschummelt wird. Die Klonarmee fällt hingegen nicht so stark ins Gewicht. Zwar stimmt es, dass es prinzipiell nur wenige Modelle für Nicht-Hauptcharaktere gibt aber es fällt erstaunlicherweise wenig auf und gestört hat es mich bislang überhaupt nicht. Nun aber zurück zum Mordkomplott:

Hier merkt man zum ersten Mal so richtig die Konsequenzen seiner Entscheidungen. Schon die Ausgangslage hängt davon ab, wie man bestimmte Dinge im ersten Akt erledigt hat. Da man es als Spieler zuerst gar nicht mitbekommt, ist das auch sehr angenehm. Der Perfektionist wird aber vermutlich ein schwerwiegendes Problem haben, denn alle Quests lassen sich dadurch nicht wirklich lösen. Auch führen die Konsequenzen oft dazu, dass bestimmte Wege einfach mal versperrt bleiben und andere Überlegungen fällig werden. Das ist mitunter nicht ganz so einfach und kann durchaus auch frustrierend bis man diese Alternative nutzt. Ich hatte zum Beispiel lange Aufgaben im Gepäck die es erfordert haben das ich hinaus zum Dock gehe aber da ich es mir, dank einer Entscheidung im ersten Akt, unmöglich gemacht hatte in Verhandlungen mit dem Chef der Wache zu treten, wurde mir kein Zugang gewährt. Ich habe lange versucht und herum probiert daran irgendetwas zu ändern aber am Ende half nichts und ich musste in den sauren Apfel der Korruption beißen (die Torwachen bestechen). Schlimmer wird es dann noch, wenn Geralt zusätzlich noch eine weitere Person verärgert (die übrigens dann immer „Fark Off“ sagt), dann hat Geralt sich erst einmal komplett den Zugang zum Friedhof verbaut und da muss man unbedingt hin, um den Fall lösen zu können.

Es ist allerdings weiterhin möglich alle Haupt- und Nebenquests zu lösen aber durch seine Entscheidungen bringt sich Geralt eben mitunter in ganz schöne Zwickmühlen, bei denen man dann gezwungen wird Sachen zu tun (z.B. einen NPC töten), die man vielleicht nicht so wollte. Schon allein die Tatsache auf ein Gespräch zu verzichten oder ein bestimmtes Buch zu lesen, kann einen in solch eine Predullie bringen – und das ist einfach klasse. Es ist eben nicht die eine Entscheidung kurz vor Schluss, die alles entscheidet sondern jedes einzelne Gespräch könnte einem später einmal zum (lösbaren) Problem werden. Das zwingt den Spieler dazu genau über sein Handeln nachzudenken! Wer aber Angst hat, dass so unlösbare Quests in seinem Journal hängen bleiben, den kann ich bislang beruhigen, denn die Aufgaben, bei denen ich mich selbst in eine Sackgasse manövriert hatte, wurden vom Spiel automatisch mit einer nachvollziehbaren Erklärung abgeschlossen.

Jetzt bin ich doch schon wieder auf Seite 3 und habe noch nicht einmal alles über den Witcher erzählt, was ich erzählen wollte. Echt schlimm mit mir aber eine Sache muss ich einfach noch erwähnen:

In Vizima gibt es ein kleines Haus in dem ein Hauptcharakter mit seiner Oma wohnt, den man oft besuchen muss. Das ist an sich jetzt nichts Besonderes aber die Oma spricht einen jedes Mal sofort an, sobald man zum Haus eintritt und nun gilt es für Geralt die Dame überzeugen ihn hereinzulassen und das ist absolut nicht einfach. Gibt man die falsche Antwort, schmeißt sie einen sofort hochkant raus und, das verspreche ich euch, das passiert SEHR oft. Es gibt zwar ein paar Möglichkeiten sie für immer ruhig zu stellen (es sei den man ist angetrunken, dann wird man immer sofort hinausgeworfen) aber die Erfahrung zeigt, dass die meisten die Angelegenheit immer mehr oder weniger amüsiert über sich ergehen lassen. So bleibt einem die Oma nicht nur im Gedächtnis, sondern es wird auch gleichzeitig eine kleine Hassbeziehung mit der nervigen Dame aufgebaut. Der abschließende Clou ist, dass Geralt später die Wahl erhält ihr Leben indirekt zu beenden. Ein Moment, auf den wohl sehr viele Spieler lange gewartet haben :).

Ich weiß noch nicht ob ich sie töten werde aber auf jeden Fall hat sie es mittlerweile mindestens in meine Top10 der besten NPCs aller Zeiten geschafft. Nun aber genug von der zahnlosen Dame. Kauft einfach das Spiel und erlebt es selbst!

Disclaimer: Die abschließende Aufforderung gilt nicht für Azzkickr. Das führt sonst nur zu unzähligen „Das ist doch sicher wieder ein Bug!“-Postings, obwohl es dieses Mal definitiv keine sind :).

Sicarius

Frohe Weihnachten!

WICHTIGE MITTEILUNG!

Wir unterbrechen die aktuelle Sendung für eine Sondermeldung:


Wie bereits im vergangenen Jahr, treibt auch in diesem Jahr wieder eine unbekannte Sekte in ganz Deutschland ihr Unwesen. Mittlerweile ist allerdings bekannt, dass diese Sekte in mehrere regionale Gruppierungen aufgeteilt ist. Am Vormittag wurde im Rahmen einer Presskonferenz des BKAs zu diesem Thema auch folgendes Fahndungsfoto veröffentlicht:

Sicarius is not gay

Das Foto entstand laut Polizeibericht während einer der unzähligen rituellen Treffen, die in Insiderkreisen als „Weihnachtsfeier“ bekannt sind und zeigt den Anführer der Gruppe „Bagdadsoftware“ namens Sicarius. Das BKA hofft nun auf Hinweise der Bevölkerung um diese gemeingefährliche Person dingfest zu machen und so die Sekte endlich zu stürzen.

Kurz nach der Pressekonferenz erhielt unsere Redaktion von besagter Gruppierung folgende Mitteilung:

Das gesamte Team von Bagdadsoftware wünscht allen Besuchern und Lesern ein frohes Weihnachtsfest!

Auch dieses Jahr rät der Bundesminister des Inneren, Herr Schäuble, zu äußerster Vorsicht im Umgang mit solchen Personen. Als einfachste und sicherste Methode diese geistig Verwirrten wieder loszuwerden, gilt weiterhin einfach „Frohe Weihnachten!“ zurückzuwünschen. Im gleichen Atemzug forderte er aber auch noch einmal eine Ausweitung der Bürgerüberwachung.

So forderte er in einem neuen Gesetzentwurf nun auch die vollständige Kontrolle des Abwassers. „Es kann nicht sein, dass Terroristen einfach unbehelligt auf der Toilette ihre Anschläge planen können!“, sagte er m Interview. Der bayrische Ministerpräsident Beckstein fügte dem hinzu: „Die regionalen Kläranlagenbetreiber müssen dazu verpflichtet werden das ankommende Abwasser für sechs Monate zu speichern und gleichzeitig muss es der Privatwirtschaft ermöglicht werden auf diesen Bestand im Rahmen der Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen zuzugreifen!“.

Selbstverständlich werden wir sie hier auf Bagdadsoftware weiterhin auf dem Laufenden halten!

Wir fahren nun mit der laufenden Sendung fort.

PS: In dieser Meldung wurden weder die dpa-Grundsätze noch sonstige, allgemeingültige journalistische Normen beachtet. Ich bitte dies in Anbetracht des erstrebten Unterhaltungswerts zu verzeihen oder einfach die heutige BILD aufzuschlagen und den Ärger dorthin zu verlagern!
PSS: Ja, ich weiß. Eigentlich bin ich zu früh dran und breche mit meiner eigenen Tradition (Grüße erst nach der Christmette) aber ich habe mich dazu entschieden, dass ich heute Nacht keine Lust mehr dazu haben werde den Eintrag noch zu veröffentlichen. Darf mir schließlich auch mal gegönnt sein :P.

Sicarius

Der Duke

Eigentlich sollten hier heute ein paar Kurzeindrücke stehen aber ein Typ mit blonden Haaren und Sonnenbrille ist gestern plötzlich aufgetaucht und hat mich bedroht. Deswegen gibt es heute mal wieder einen Artikel (die korrekte Bezeichnung müsste „Feature“ sein):

Tagebucheintrag vom Tag danach

Liebes Tagebuch,
Wider erwarten ging gestern Abend um 19:00 nicht die Welt unter. Auch die Hölle gefror nicht und es regnete keine Feuerbälle vom Himmel. Es brachen nur ein paar Server zusammen und ein paar Internetseiten waren nicht mehr ganz so einfach zu erreichen.

Bis Montag!

PS: Heute bekam ich die Korrektur zu den ersten zwei Einsendeaufgaben zugeschickt. Eine Note ist leider noch nicht hinterlegt aber das Schreiben klingt recht positiv. Mal abwarten wie sich das dann in Zahlen ausdrückt. Zumindest das Selbstporträt wird übrigens auch seinen Weg zu Bagdadsoftware in einem der nächsten Einträge finden (ihr wollt ja auch mal wieder was zum Lachen haben) ;).

Sicarius

Die Krise der Krise

Ein neuer Montag, ein neuer Eintrag auf Bagdadsoftware. So soll es sein. Momentan bin ich mit meiner ersten „richtigen“ Einsendeaufgabe beschäftigt (wird heut fertig) und die erste Woche meines Urlaubs ist bereits vergangen aber lasst uns doch lieber gleich über Spiele reden.

Next Generation hat vergangenen Freitag berichtet, dass sich sowohl Crysis als auch Unreal Tournament III (UT3), zumindest in den US of A, nicht so toll verkaufen. Angesichts der offiziellen Zahlen der NPD-Group (nicht „unsere“ NPD), ist das eigentlich sogar noch eine Untertreibung. Crysis der MegaüberIMBAblockbuster des Jahres hat sich seit 13.11.07 lahme 86.633mal verkauft. Unreal Tournament III seit 19.11.07 sogar nur lasche 33.995mal. Wir reden hier allerdings allein von den PC-Fassungen. Die PS3 und Xbox360 werden Midway vermutlich doch alles in allem in die Pluszone bringen. Nichtsdestotrotz sind dies absolut erschreckende Zahlen für zwei der größten oder sogar die größten PC-Toptitel des Jahres.

Ich gebe zu, dass dies selbst für jemanden wie mich durchaus eher eine Überraschung ist. Klar, wir reden hier von Zahlen aus einem Land, dass von Konsolen dominiert wird aber von einem Franchise wie Unreal Tournament, welches so in der Spielergemeinde etabliert ist, hätte nicht nur ich doch wesentlich mehr erwartet. Da schaut man natürlich schon einmal genauer hin und fahndet nach den Ursachen.

Den Gewinner des November-Duells hat man zumindest schnell ausgemacht: Call of Duty 4: Modern Warfare (CoD 4). Zwar liegen hier nur die Zahlen für die Konsolenverkäufe vor (2,5 Millionen) aber wenn man sich die Saturn-Verkaufscharts der letzten vier Wochen anschaut, hält sich CoD 4 seit Release auf den vorderen drei Plätzen – immer vor Crysis. UT3 tummelt sich sogar nur auf den hinteren Rängen der Top10. Auch beim Vergleich der Konsolenversionen, sprengt CoD 4 gegenüber UT 3 (taucht nicht einmal in der Liste auf – diese hört bei 377.000 verkauften Einheiten auf) jeden denkbaren Rahmen.

Der größte Vorteil für CoD 4 lag wahrscheinlich im Veröffentlichungstag. Am 05.11.2007 war die The Orange Box schon gut einen Monat im Handel und somit nicht mehr wirklich relevant. Und bis zum Release von Crysis dauerte es auch noch fast zwei Wochen. Somit stand das Spiel ohne wirkliche Konkurrenz im Laden und Activisions Marketingkampagne konnte perfekt die Lücke ausnutzen.

Inwieweit das eigentliche Spiel, speziell der Multiplayermodus, für diesen Erfolg verantwortlich ist, werden zwar erst die kommenden Wochen wirklich eindeutig zeigen aber schon jetzt herrscht speziell bei Crysis doch eher die gähnende Leere gegenüber tausenden von überfüllten CoD 4-Servern vor.

Ganz persönlich lache ich mir natürlich, obwohl es nicht nett gegenüber den einzelnen Entwicklern ist, angesichts dieser Tatsachen schon etwas Schadenfroh ins Fäustchen. Und nicht nur, weil mit CoD 4 eher ein Außenseiter unter den Großen der lachende Dritte ist, sondern auch weil es besonders mit Crytek jemanden trifft, der momentan dringend mal einen Fahrschein zurück in die Realität braucht. Und Midway gehört nach dem Debakel um das „husch husch es muss raus“-Spiel BlackSite: Area 51 sowieso mal kräftig der Hintern versohlt. Schaut euch JoWooD an, da seht ihr was dann passiert!

Aber nun genug von diesem theoretischen Geblubber, das vermutlich die wenigsten interessiert und nicht einmal wirklich tiefgreifend war. Die Mindestlänge ist erreicht und jetzt noch ein neues Thema anzufangen, würde dann doch zu weit führen. Ein bisschen Faulheit darf im Urlaub ja auch sein. Also bis Donnerstag!

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