Sicarius

Frohes Klostern

Nachdem ich den 1. April dieses Jahr ja leider verschlafen habe, denke ich zumindest an das zweite Ritual im April:

Frohe Ostern!

Damit der Eintrag aber nicht ganz so leer ist, habe ich auch gleich noch mein neues Signaturbild im Gepäck:

S.T.A.L.K.E.R. Sig-Bild

Wie man eindeutig sieht, ist S.T.A.L.K.E.R. dieses Mal das aktuelle Thema. Genaueres wie immer hier.

Einmal im Leben will ich übrigens auch mal in die Sperrzone und mir das Ganze live anschauen. Das mag bei einigen vielleicht für Unverständnis sorgen aber ich finde schon immer das Thema „Tschernobyl“ hochinteressant – nicht nur weil ich damals noch nicht einmal zwei Jahre alt war. Für mich ist es sogar interessanter als der Zweite Weltkrieg, da Tschernobyl weniger ein Mahnmal der Vergangenheit darstellt, sondern eher ein Zeichen einer potentiellen Zukunft ist. Während der nächste Weltkrieg sicher nicht mehr so ausgetragen wird wie vor 65 Jahren, kann eine Reaktorschmelze dieser Ausmaße auch Morgen noch passieren und solche verherenden Folgen nach sich ziehen. Denn wenn wir eines aus unserer Geschichte gelernt haben, dann das wir noch nie aus irgendwas wirklich gelernt haben! Und gerade der Ostblock ist ja dafür bekannt es nicht ganz genau mit Technik, Evakuierung und Informationspolitik zu nehmen. Es muss ja nicht gleich ein Kernkraftwerk sein – allein die ganzen Minen, die in letzter Zeit eingestürzt sind…

Aber ich will den Osten ja nicht ganz schlecht machen. Wir haben auch noch in anderen Himmelsrichtungen genug stehen. Nur weil wir von uns behaupten die bessere Qualität zu liefern, heißt das nicht unbedingt, dass wir mit 100%iger Sicherheit davon verschont bleiben. Und solange ich Grafenrheinfeld quasi direkt vor der Haustür habe („Die Wolke“ [das Buch] lässt grüßen), bleibt doch ein ungutes Gefühl – und das ist noch ein Grund mehr sich genau mit Tschernobyl auseinander zu setzen. Aber ich will hier ja keine Energiediskussion anfangen. Es hat schließlich alles seine Vor- und Nachteile.

Noch einen schönen Abend und erschießt Morgen schön den Osterhasen!

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23 Kommentare

boah, mach mal ganz schnell die „verehrende[n] folgen“ weg, ist das ein freudscher verschreiber oder was?

und grafenrheinfeld vor der tür – was sollen ron und ich da sagen? bevor die da häuser dazwischen gebaut haben, konnt man die kühltürme sogar von unserem balkon bewundern.. da kriegt man schon das gruseln manchmal.

gudrun pausewang hat übrigens noch mehr gute bücher geschrieben. zu nem ähnlichen thema und imho noch heftiger z.B. „Die letzten Kinder von Schewenborn“, da ist’s bloß kein AKW das in die luft geht sondern eine (oder ich glaub sogar mehrere) atombombe.

und von wegen sicherheit.. forsmark lässt grüßen. die sind im sommer ja auch grad nur so grad nochmal eben an der kernschmelze vorbeigekommen. und schon wieder hab ich das teil so gut wie vor der nase..

auf nen besuch in der sperrzone kann ich übrigens gut und gerne verzichten

…und am interessantesten Punkt brichste deinen Kommentar einfach ab.

Warum kannst du auf einen Besuch dort verzichten?

katastrophe und bewundern widerspricht sich für mich eh schonmal.

und draus lernen – naja. verstrahlten boden gibts auch in bayern und schweden noch genug. dass das schlimm war, weiß ich auch so. und dass radioaktivität gefährlich ist, auch. draus lernen tu ich da – für mich – mehr, wenn ich schlaue bücher und papers les(en würde) und mir gedanken über alternativen, sicherheit und vor allem entsorgung mach. dass ich da persönlich wahrscheinlich nicht DIE neue idee hab, ist eh klar.. wahrscheinlich lern ich sogar mehr, wenn ich mich ganz unspektakulär in ‚rafeld um ein praktikum oder nen ferienjob bewerb.

letztes jahr zum jahrestag hab ich nen fernsehbericht gesehen, unter anderem gings auch um die sperrzonen heute. war schon interessant. bedrückend. auch zum nachdenken anregend. aber hinfahren?

Bücher, Fernsehen oder sogar Videospiele können nie das Feeling ersetzen, selbst mal vor Ort gewesen zu sein. Selbst einmal die Leere von Pripjat gespürt zu haben. Selbst einmal vor Block 4 gestanden und den Sarkophag hautnah gesehen zu haben (okay so nah darf ein Tourie eh nich ran aber ich denke der unterschwellige Punkt ist klar geworden).

Klar kann ich von Büchern etc. vielleicht sogar mehr lernen aber trotzdem ist ein Vorortbesuch wesentlich wirkungsvoller und gibt einem ein wesentlich besseres Verständnis für das, was dort passiert ist.

Reden wir doch einfach mal abstrakter: Betrachte die Sperrzone doch einfach als Freilichtmuseum wie es das KZ Dachau ist (wo die meisten ja bestimmt schon einmal waren – mehr oder weniger gezwungen). Vielleicht wird dann klarer, warum es interessant ist die Zone selbst zu betreten.

Beides auf jeden Fall sinnvoller als sich auf Mallorca besaufen zu gehen :).

Was soll ICH denn bitte daraus lernen? Ich war weder für die Katastrophe verantwortlich, noch für die schlechten Sicherheitsmaßnahmen..

also was soll man denn bitte als Normalbürger und Nicht-Angesteller eines Atomkraftwerks daraus lernen?

Und mir ne kaputte, zerstörte und tote Landschaft ankuggen… ich weiss net. Da fahr ich nach Hanau annen Hauptbahnhof. Das is mir genauso unsympathisch und find ich ebenso erschreckend…

Wenn ich Geld für en Ausflug hätte, dann lieber an eine Ort der schön ist. „Hässliche“ Dinge gibts im Alltag genug.

Achja: und wenn du trotzdem auf nen Ausflug an traurige Orte bestehst: Fahr nach Afrika. Da siehst du, wie Lebendiges (Kinder) stirbt. Das finde ich deutlich besser, als sich etwas anzuschauen, dass bereits tot ist.

Denn da lässt sich nix mehr retten. In Afrika aber sehr wohl.

Die Landschaft ist weder kaputt, zerstört noch tot. Und genau das macht auch einen weiteren Teil der Faszination aus. In einer Welt zu wandeln, in der die Natur wieder die Herrschaft über die Zivilisation errungen hat.

Und da man für das in Afrika zumindest indirekt mitverantwortlich ist (im Gegensatz zu Tschernobyl), ist der Lerneffekt auch deutlich höher bzw. überhaupt erstma vorhanden.

Naja… ob die Philosophie hier angebracht ist, bezweifle ich doch sehr. „die Natur wieder die Herrschaft über die Zivilisation errungen hat“… warum?? Weil da wieder Gras und Bäume wachsen??

Da könnt ich auch sagen: Fahr da hin um zu sehen, wie die Zivilisation die Natur (und deren Katastrophen) ausnutzt um Kapital daraus zu schlagen, indem sie Touristenführungen zu horrenden Preisen anbietet.

Ich habe jetzt was weiß ich wie lange mit Azz diskutiert und für mich ist das Thema gestorben. Ihr versteht es halt nicht und fertig.

Afrika ist ein Totschlagargument genauso wie der Holocaust.

…und nach einstimmiger Meinung ist Rondrer schuld!

rondrer ist schuld, das gefällt mir.
bei genauerer ueberlegung ham wir ja ganz schön glueck gehabt, dass bei ihm ueberhaupt was halbwegs „normales“ rausgekommen ist. wenige monate danach geboren und auch noch im raum muenchen..

Nana hier wird nich über Tschernobylkinder gelästert. Auch wenn Rondrer schuld ist, wollen wir doch aus Respekt vor den vielen anderen betroffenen Kindern (und da gibts teilweise echt krasse Bilder) hier keine Witze reißen!

Ok, um aus Afrika und Tschernobül zu lernen, schalten wir jetzt alle den PC aus und nutzen unsere wertvolle Zeit um unsere Mitmenschen zu überzeugen, Energie zu sparen und Ressouren gerechter zu verteilen.
(hier im Computerraum brennt übrigens völlig unnütz das Licht, vermutlich schon den ganzen Tag).

schwesterleins sind NIE böse. das sind immer nur die brüder.

ich war vorgestern in der uni, was drucken. im computerpool war zwar kein licht an, dafür natürlich sämtliche rechner, die laufen eh 24/7 365 tage im jahr. dazu dann aber auch noch sämtliche lichter im gang und treppenhaus – und das vermutlich die ganzen osterferien (?).

und bei uns im common room läuft den ganzen tag und manchmal auch nachts der fernseher, egal ob wer da ist oder nicht. ich mach ihn ja immer aus. da kanns dann aber sein, dass 5 min später einer kommt, ihn einschaltet und nach 2 min wieder rausgeht und ihn anlässt.. naja. diskussion (mit manchen) zwecklos.. naja, die amis z.b. kennens halt net anders.

auch nicht schlecht: beleuchtete autobahnen wo dann alle halbe stunde mal ein auto fährt

Es war doch letzt der Tag ohne Computer oder wie auch immer das offiziell hieß. Da wurde jeder dazu aufgefordert 24h das Gerät aus zu lassen. Allerdings aus dem Gesichtspunkt, dass man auch mal einen Tag ohne rumbringen soll und weniger aus Stromgründen.

Ich habe nicht teilgenommen. Meine Gehirnwäsche ist schon zu weit fortgeschritten :).

Stimmt Rondrer ist Schuld.
Ist die Diskussion jetzt um die Fahrt nach Tschernobyl vorbei?
Ich glaube, dass was der Sic zu lernen glaubt ist einfach die Erfahrungen dort zu sammeln beziehungsweise die Faszination aufzusaugen…Katastrophentourist?!?
Naja ich finde am besten fährt man immer nach Hause, da meckert man wenigstens zu unrecht auf bekannt hohen Niveau :)

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