Sicarius

Moving on…

Weihnachten 2007 wäre nun also auch erledigt. Am Montag folgt dann noch dieses doofe Saufgelage/Krachgemache (je nach Gruppierung) namens Sylvester und 2007 ist endgültig Geschichte. Aber damit beschäftigen wir uns dann nächste Woche im zweiten Bagdadsoftware Jahresrückblick! Heute machen wir hingegen mal wieder ein kleines Sammelsurium an Sachen (vermutlich 99% The Witcher) die ich unbedingt loswerden will:

Mein spontanes Feature über den Duke hatte eine unangenehme Nebenwirkung: ich habe Duke Nukem 3D Atomic Edition wieder installiert und bin auch mittlerweile wieder in der Plutonium Pak-Episode angekommen. Aber natürlich spiele ich es nicht mehr im Originalzustand. Das mag zwar Blasphemisch klingen aber wenn es eben die Möglichkeit gibt die „experience“ zu „enhancen“, dann tue ich das in solchen Fällen auch. Selbst Gothic würde ich, dank Freddy’s Texturpatch, mittlerweile auch nicht mehr im Originalzustand spielen. Bei Duke Nukem 3D heißt das Ganze EDuke32 (baut auf JonoF’s Port auf) zusammen mit dem DN3D: High Resolution Pack.

Der Vorteil dabei sind nicht nur, die wesentlich höher aufgelösten Texturen, andere technischen Spielereien wie Anisotropic filtering (dank OpenGL) und die echten 3D-Modelle für (fast – ein paar Stripper wurden anscheinend vergessen) alles und jeden im Spiel. Es erlaubt gleichzeitig auch das direkte Spielen ohne DosBox unter Windows XP und Vista (und MacOS und Linux und und und und)! Man könnte zwar sagen, dass es zum Teil dem Benutzen von Cheats gleichkommt, da man dank dieser Ports nun auch (auf Wunsch) die moderne Shootersteuerung inkl. dem Zielen per Maus hat aber da drücke ich mal ein Auge zu und spiele dafür einfach im höheren Schwierigkeitsgrad um das wieder ein klein wenig auszugleichen. Wobei mit moderner Steuerung selbst das keine riesig große Herausforderung mehr ist, soviel muss ich dann doch zugeben…egal. Spaß macht es und das ist die Hauptsache!

Guitar Hero III – Legends of Rock spielt hingegen momentan ein wenig leiser. Das liegt aber weniger an der fehlenden Motivation (auch wenn ich mir an „Hard“ absolut die Zähne ausbeiße), denn diese ist noch zu Genüge vorhanden. Es sind viel mehr einfach momentan zeitliche Gründe (komme selbst mit dem Studium nicht so fix voran, wie es eigentlich geplant war) und ab einer bestimmten Uhrzeit treffe ich selbst auf Easy keine Noten mehr ;). Auch ein Grund ist der Patch auf 1.2 der am 20.12. für The Witcher veröffentlicht wurde.

Nachdem ich mich (wie erwähnt) mit 1.1 eigentlich nur ein paar Stündchen für MobyGames damit beschäftigt hatte, habe ich jetzt mit 1.2 einen Neuanfang gemacht und spiele nun „richtig“.

Das Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt. Allein die Verkürzung der Ladezeiten ist der Wahnsinn. Jetzt „vergisst“ das Spiel nicht einfach alles was vorher war, sondern behält sich vieles im Cache. Und es wird nun auch nicht mehr nach jedem Laden automatisch gespeichert. Dadurch sind speziell die Wartezeiten in den Städten (Haus rein, Ladebildschirm, Haus raus, Ladebildschirm) um ein Vielfaches kleiner geworden und die ganze Angelegenheit damit viel erträglicher. Der massive Framedrop während den Zwischensequenzen wurde auch behoben. Diese laufen nun genauso flüssig wie der Rest des Spiels ab, womit die zwei wichtigsten Probleme, die nach 1.1 noch vorhanden waren, nun aus der Welt geschafft wurden.

So macht man das GSC Game World (S.T.A.L.K.E.R.)! Und nicht erst am Nachfolger arbeiten und dann vielleicht noch den ewig angekündigten 1.1 veröffentlichen…aber zurück zu The Witcher. Vieles hatte ich ja schon im ersten Ersteindruck erwähnt aber ich muss einfach noch einmal auf das Spiel eingehen. Wenn es bei den GameSpy-Lesern im Rahmen der GOTY-Abstimmung mit 24% der Stimmen sogar fast an World of WarCraft: The Burning Crusade (25%) vorbeigezogen wäre, heißt das schließlich schon was.

Ich bin mittlerweile mitten in Akt 2. Wie sich das in Nettospielstunden ausdrückt, weiß ich nicht aber es ist definitiv ein Haufen Zeit und von der Welt hat man prinzipiell eigentlich noch nichts gesehen, denn nach der Heimstätte der Witcher im Prologue, rennt Geralt erst einmal in einem begrenzten Bereich um die Stadt Vizima herum um dann zu Beginn von Akt 2 endlich ins Innere der Stadt zu gelangen. Dort verbringt der Spieler dann erst einmal einen sehr großen Teil der Zeit um ein Mordkomplott aufzudecken. Bevor wir aber darauf eingehen und damit zu den Konsequenzen von Geralts Handeln kommen, noch ein Wort zur Atmosphäre:

Ich habe ja bereits das letzte Mal geschrieben, dass die Städte an sich sehr glaubwürdig wirken und auf den ersten Blick auch die Bewohner einen einigermaßen intelligenten Eindruck machen. Sie gehen ihrem Tagesablauf nach, drängeln sich unter ein Dach wenn es regnet und reden auch ein wenig miteinander. Das wirkt alles sehr stimmig und macht die Stadt wirklich lebendig. Allerdings, und das liegt an der sehr langen Zeit, die man in dieser kleinen Stadt verbringt, fällt einem schon die teils lächerliche Routine in so manchem Handeln auf. Auch der Aufgabenwechsel ist mitunter nicht sehr schön gelöst. Zwar bekommt man es als Spieler nie direkt mit aber es wird kein Hellseher benötigt um zu wissen, dass der Typ nicht von seinem Arbeitsplatz nach Hause gelaufen ist sondern „gebeamt“ wurde. Besonders auffällig ist dieses Verhalten bei den unzähligen NPCs ohne eigenen Namen die von einem auf den anderen Moment plötzlich aus der Straße verschwunden sind.

Beides sind natürlich nur kleine Details aber da ansonsten das Stadtleben so sehr gut rüberkommt, ist es doch schade es mit ansehen zu müssen wie hier geschummelt wird. Die Klonarmee fällt hingegen nicht so stark ins Gewicht. Zwar stimmt es, dass es prinzipiell nur wenige Modelle für Nicht-Hauptcharaktere gibt aber es fällt erstaunlicherweise wenig auf und gestört hat es mich bislang überhaupt nicht. Nun aber zurück zum Mordkomplott:

Hier merkt man zum ersten Mal so richtig die Konsequenzen seiner Entscheidungen. Schon die Ausgangslage hängt davon ab, wie man bestimmte Dinge im ersten Akt erledigt hat. Da man es als Spieler zuerst gar nicht mitbekommt, ist das auch sehr angenehm. Der Perfektionist wird aber vermutlich ein schwerwiegendes Problem haben, denn alle Quests lassen sich dadurch nicht wirklich lösen. Auch führen die Konsequenzen oft dazu, dass bestimmte Wege einfach mal versperrt bleiben und andere Überlegungen fällig werden. Das ist mitunter nicht ganz so einfach und kann durchaus auch frustrierend bis man diese Alternative nutzt. Ich hatte zum Beispiel lange Aufgaben im Gepäck die es erfordert haben das ich hinaus zum Dock gehe aber da ich es mir, dank einer Entscheidung im ersten Akt, unmöglich gemacht hatte in Verhandlungen mit dem Chef der Wache zu treten, wurde mir kein Zugang gewährt. Ich habe lange versucht und herum probiert daran irgendetwas zu ändern aber am Ende half nichts und ich musste in den sauren Apfel der Korruption beißen (die Torwachen bestechen). Schlimmer wird es dann noch, wenn Geralt zusätzlich noch eine weitere Person verärgert (die übrigens dann immer „Fark Off“ sagt), dann hat Geralt sich erst einmal komplett den Zugang zum Friedhof verbaut und da muss man unbedingt hin, um den Fall lösen zu können.

Es ist allerdings weiterhin möglich alle Haupt- und Nebenquests zu lösen aber durch seine Entscheidungen bringt sich Geralt eben mitunter in ganz schöne Zwickmühlen, bei denen man dann gezwungen wird Sachen zu tun (z.B. einen NPC töten), die man vielleicht nicht so wollte. Schon allein die Tatsache auf ein Gespräch zu verzichten oder ein bestimmtes Buch zu lesen, kann einen in solch eine Predullie bringen – und das ist einfach klasse. Es ist eben nicht die eine Entscheidung kurz vor Schluss, die alles entscheidet sondern jedes einzelne Gespräch könnte einem später einmal zum (lösbaren) Problem werden. Das zwingt den Spieler dazu genau über sein Handeln nachzudenken! Wer aber Angst hat, dass so unlösbare Quests in seinem Journal hängen bleiben, den kann ich bislang beruhigen, denn die Aufgaben, bei denen ich mich selbst in eine Sackgasse manövriert hatte, wurden vom Spiel automatisch mit einer nachvollziehbaren Erklärung abgeschlossen.

Jetzt bin ich doch schon wieder auf Seite 3 und habe noch nicht einmal alles über den Witcher erzählt, was ich erzählen wollte. Echt schlimm mit mir aber eine Sache muss ich einfach noch erwähnen:

In Vizima gibt es ein kleines Haus in dem ein Hauptcharakter mit seiner Oma wohnt, den man oft besuchen muss. Das ist an sich jetzt nichts Besonderes aber die Oma spricht einen jedes Mal sofort an, sobald man zum Haus eintritt und nun gilt es für Geralt die Dame überzeugen ihn hereinzulassen und das ist absolut nicht einfach. Gibt man die falsche Antwort, schmeißt sie einen sofort hochkant raus und, das verspreche ich euch, das passiert SEHR oft. Es gibt zwar ein paar Möglichkeiten sie für immer ruhig zu stellen (es sei den man ist angetrunken, dann wird man immer sofort hinausgeworfen) aber die Erfahrung zeigt, dass die meisten die Angelegenheit immer mehr oder weniger amüsiert über sich ergehen lassen. So bleibt einem die Oma nicht nur im Gedächtnis, sondern es wird auch gleichzeitig eine kleine Hassbeziehung mit der nervigen Dame aufgebaut. Der abschließende Clou ist, dass Geralt später die Wahl erhält ihr Leben indirekt zu beenden. Ein Moment, auf den wohl sehr viele Spieler lange gewartet haben :).

Ich weiß noch nicht ob ich sie töten werde aber auf jeden Fall hat sie es mittlerweile mindestens in meine Top10 der besten NPCs aller Zeiten geschafft. Nun aber genug von der zahnlosen Dame. Kauft einfach das Spiel und erlebt es selbst!

Disclaimer: Die abschließende Aufforderung gilt nicht für Azzkickr. Das führt sonst nur zu unzähligen „Das ist doch sicher wieder ein Bug!“-Postings, obwohl es dieses Mal definitiv keine sind :).

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9 Kommentare

Inhaltlich kann ich diesmal nicht viel sagen…eigentlich garnichts…

nunja, ich werde dann ab Montag erstmal außer Lande sein, bis zum Wochenende.

cya

Also Frauen aus einer Not gerettet hab ich noch keine und Geralt selbst macht auch an einem Punkt klar: „Prinzessin aus den Fängen eines Drachen retten? Sowas mach ich nicht!“ (kein wörtliches Zitat)

Also auch wenn The Witcher scheinbar besser ist, als ich vermute… im Moment hält mich nichts mehr von „Democracy 2“ ab… dieses Spiel macht einfach nur Spaß. Für jeden Pseudopolitiker einfach nur empfehlenswert.

Für eine Indy-Produktion echt gut ! (basierend auf den Erfahrungen mit der Demo)

Zu The Witcher kann ich ansonsten leider nix sagen… aber immerhin hast du meine Neugierde wieder erhöht. Bei Gothic 2 hab ich ja auch „ein bisschen“ Anlauf gebraucht :)

@ Talliah

ich zieh mir grad die Demo ! Bin ma gespannt wies sich so spielt – gerade im Vergleich zu Democracy 2.

Sobald ichs angespielt hab, meld ich mich wieder.

So, Demo installiert.. und sehr schnell wieder beendet..

Ich peil nämlich nix..es fehlt ein Tutorial oder wenigstens andere Hilfen. Für komplexe Spiele ist das ein Genickbruch.

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