Sicarius

Deviant behavior

Es gibt Dinge im Leben, die muss man gemacht haben – sagen zumindest die Leute, die sie bereits getan haben. Es gibt aber auch Dinge im Leben, von denen man denkt, dass man sie nie machen würde. Gestern habe ich mal wieder so etwas getan: ich habe nach längerem Drängen von unserem allseits geliebten Jackie einen Account bei deviantArt eröffnet.

Der genauere Sinn dahinter erschließt sich mir immer noch nicht aber ich bin schon fleißig dabei die Signaturen dort hoch zuladen. Es ist aber nicht nur damit getan, einfach das Bild hoch zuladen, sondern ich füge natürlich auch die Beschreibung hinzu. In Zuge dessen überarbeite ich die teilweise und füge auch eine englische Übersetzung hinzu. Sobald ich damit fertig bin alle Bilder (aktuell 39) hoch zuladen, werde ich die neuen Beschreibungen (inkl. englischem Text) dann auch hier auf Bagdadsoftware übernehmen. Das wird meine englischen Besucher sicher freuen :).

Also schaut mal bei meinem deviantProfil vorbei, auch wenn dort eigentlich nichts ist, was ihr nicht auch hier schon geboten bekommt.

Ansonsten kam heute die erste Ladung Spiele für 2008 in Form von Universe at War und Shadowgrounds Survivor und meine Planungen für den neuen Rechner nehmen immer finalere Formen an. Es sieht momentan stark danach aus =99,9% sicher), dass ich um den 15.02.08 (Zahltag) die Bestellung aufgeben werde. Bin schon sehr gespannt.

Neue Hardware kaufen ist immer ein riesiger Kraftakt, vor allem wenn man wie ich, sich den Rest der Zeit nicht wirklich in Sachen Hardware so richtig auf dem Laufenden hält (ich kann auch nicht 20 Sachen auf einmal machen…). Bis man sich da dann immer wieder eingelesen hat ist echt ein Wahnsinn. Da bin ich schon froh, dass ich auf unseren Azzkickr zurückgreifen kann. Der steckt da einfach wesentlich mehr drin und ist mir eine sehr große Hilfe bei der ganzen Sache. Danke auch noch einmal von hier aus!

Auch ein Problem ist natürlich der Kaufzeitpunkt. Wenn man genau drüber nachdenkt, dürfte man eigentlich nie etwas kaufen, weil zwei Monate später das Zeug eh schon wieder veraltet ist. Deswegen habe ich mir gesagt: Wenn die ATi Radeon HD 3870 X2 was taugt, dann werde ich um den Dreh rum den Rechner erstehen und so ist es auch gekommen. Anders hätte ich noch vier-fünf Monate warten müssen bis dann die GeForce 9- und die HD4xxx-Reihe erschienen wären.

Der letzte wichtige Punkt ist natürlich die Frage: „Krieg ich mein altes Zeug überhaupt los?“ – ein weiterer Grund warum ich jetzt kaufe, da ich eben jetzt zwei potentielle Käufer an der Hand habe. Wer weiß ob die meinen uralten Krempel in vier Monaten überhaupt noch wollen?

Aber wenn man dann endlich wieder die Auflösung bis zum Anschlag aufdrehen kann und vielleicht auch Vanguard: Saga of Heroes endlich flüssig läuft, dann ist dies natürlich Belohnung genug für alle Mühen. Bei Crysis wird dies zwar sicher nicht geschehen aber ich werde es hoffentlich hoch genug schrauben können, dass ich es endlich ertragen kann es durchzuspielen ohne dauernd zu denken, dass ich was verpasse :).

Mehr gibt es eigentlich momentan nicht zu erzählen. Mein Studium lass ich Idiot leider gerade etwas schleifen. Das ist jetzt zwar nicht ganz so schlimm, da ich ja bereits ein hohes Tempo vorgelegt hatte aber ihr wisst ja wie das mit der Faulheit ist – hat man sie einmal, kriegt man sie nur schwer wieder los. Deswegen muss ich mich am Wochenende einfach am Küchenstuhl festbinden, Kessy als Wachkatze aufstellen und mal wieder anständig was arbeiten, komme was wolle!

Das soll es auch schon wieder gewesen sein mit dem heutigen Palaver. Hyperiums und Richard Garriott’s Tabula Rasa (Patch 1.4 wurde released!) rufen – es sei den, die Telefonleitung ist immer noch tot, wenn ich nach Hause komme. Wen ich denjenigen erwische, der da wieder die Leitung angeknabbert hat! Aber hoffen wir das Beste, lesen könnt ihr den Eintrag ja eh erst, wenn ich dann wieder Internet habe :) (wieder so ein Zeitparadoxon – JakillSlavik übernehmen sie!).

Sicarius

Happy Winter-een-mas!

Die Hälfte der Gamer-Festwoche ist überstanden und das fünfte Winter-een-mas nähert sich dem Ende. Ich hoffe, ihr habt fleißig Spiele gespielt, dabei unseren Genregöttern gehuldigt und euch bei einer Spielefirma eurer Wahl für die harte Arbeit bedankt – wenn nicht wird es langsam mal Zeit! Und immer dran denken: Weihnachten ist für n00bs, WEMas ist für Pr0s! Also nicht aufhören, sondern weiterzocken!

Anfang Dezember kündigten ja Vivendi und Activision ihren Zusammenschluss zu Activision-Blizzard an. Die Welt war geschockt und darauf vollkommen unvorbereitet, EA ist vom Stuhl gefallen und blablablabla – Was interessieren mich Vivendi und Activision? Viel interessanter war es endlich zu erfahren was Blizzard Entertainment so an Kohle scheffelt (2007: $1,1 Milliarden – $520 Millionen davon reiner Gewinn!). Seitdem stelle ich mir folgende Frage: Warum hängt Blizzard überhaupt mit Vivendi oder jetzt Activision ab?

Noch verwirrender wird dies, wenn man sich die Aussagen der Beteiligten so durchliest. Alle sind sich anscheinend vollkommen darüber einig, dass Blizzard in allen Belangen freie Hand hat und vollständig ihr eigenes Ding durchziehen. Wenn in der Chefetage von Vivendi und Activision in Bezug auf Blizzard sowieso niemand etwas zu sagen hat, warum nimmt dann Blizzard nicht seinen Hut und macht einen auf Valve Software – also vollständig unabhängiges Entwicklerstudio?

Blizzard gehören die Battle.Net- und WoW-Server, Blizzard gehört der In-game support, Blizzard gehört die QA-Abteilung – Was bietet da Vivendi so tolles, dass sie immer noch an Blizzards Erfolg beteiligt sind, obwohl sie im Gegenzug doch praktisch nichts dafür tun. In den Credits zu World of WarCraft ist Vivendi nur als Übersetzer in die europäischen Sprachen gelistet. Selbst die europäischen Verkaufs-, Marketing- und PR-Abteilung ist komplett Blizzard zugehörig und die Übersetzung übernimmt mittlerweile auch Blizzard selbst. Ich verstehe es einfach nicht.

Wäre Blizzard nicht unter den Fittichen von Vivendi, würde es der Games-Division ganz schön schlecht gehen. Sierra Enterainment hat schon lange keine schwarzen Zahlen mehr geschrieben und dient momentan sowieso nur noch als Publishinglabel für Studios wie Double Fine Productions (Brütal Legend – Ein 2008 Pflichtkauf!), Radical Entertainment (Scarface: The World is Yours) und Massive Entertainment (World in Conflict) – also trotz guter Spiele leider auch nicht gerade die großen Geldeinbringer. Sierra Online geht es auch nicht viel besser. Zwar veröffentlichten die auch den einen oder anderen Titel, der von der Fachwelt gefeiert wurde, wie Assault Heroes (von JC Entertainment), aber richtig Kohle kam in die Abteilung auch nicht wirklich rein. Da stellt sich schon die Frage, ob die nicht ein wenig den Casual Gamer-Markt als reines Zielpublikum überschätzt haben.

Der letzte im Bunde ist Vivendi Games Mobile, die momentan damit beschäftigt sind alte Sierra-Lizenzen in bescheuerte Handy-Games umzuwandeln – mit anscheinend einigermaßen gutem Erfolg. Zahlen kann ich hier leider in allen Fällen nicht bieten, da in den Financial Reports (Vorsicht: Zum Verständnis wird nicht nur hervorragendes Businessenglisch, sondern auch ein gutes Stück Wirtschaftskenntnis benötigt) Vivendi Games immer nur als Ganzes aufgelistet wird und die einzelnen Divisionen nicht genannt werden.

Also warum gibt sich Blizzard Entertainment noch mit so einer Absteigerfirma ab? Ich kann leider keine zufriedenstellende Antwort auf diese Frage finden. Blizzard ist eigentlich viel zu groß und viel zu erfolgreich um Teil eines Konzerns zu sein, der ihnen im Gegenzug offensichtlich nichts bietet/bieten kann. Entweder übersehe ich also etwas (Steuern?) oder es ist eine Vertragssache, wobei sich bei dem Verdienst Blizzard sicher von Vivendi einfach loskaufen könnte.

Übrigens hat Vivendi nun 3,5 Milliarden Euro Kredit gewährt bekommen um den Zusammenschluss mit Activision und Neuf Cegetel (Telekommunikationsunternehmen – hat unter anderem AOL Frankreich übernommen) in diesem Jahr stemmen zu können. Hoffentlich landet davon auch ein wenig bei Sierra Entertainment, damit sie Al Lowe für das neue Larry anstellen können und endlich mal wieder etwas Sinnvolles veröffentlichen. Das Team17 (Worms) Leisure Suit Larry: Box Office Bust entwickelt, zeigt zwar das sie aus Leisure Suite Larry: Magna Cum Laude gelernt haben aber ob der neue Teil endlich an Leisure Suite Larry: Love For Sail anknüpfen kann, darf bezweifelt werden. Persönlich hätte ich mir von Team17 lieber einen neuen Worms-Teil für den PC gewünscht.

Gut, dass war heute also wieder etwas theoretisches Gelaber aber die Hintergründe sind (für mich) eben genauso interessant wie das, was dann am Ende in Form eines Blockbusters herauskommt. Noch ein frohes Fest und opfert noch ein paar der 3Ms (Menschen, Monster und Maschinen) zu Ehren unserer Gamergötter!

PS: Soll ich nächstes Mal die Umfrage ersetzen?

Sicarius

Offtopic

Vorsicht: Der heutige Eintrag hat nicht einmal im Ansatz irgendetwas mit Spielen zu tun!

Das ich JakillSlavik interviewt habe, hatte ich ja bereits erwähnt. Gestern bekam ich dann auch schon die Korrektur zurück und nachdem diese sehr positiv ausgefallen ist, wobei ich natürlich nichts anderes erwartet hatte, dürft ihr euch nun auch an diesem Meisterwerk ergötzen. Jakill hat sowohl der Veröffentlichung des Bildes als auch des Interviews zugestimmt. Ich habe natürlich die Namen abgeändert und mein ursprüngliches Layout entsprach mehr dem einer Zeitung aber das sind für euch ja unwichtige Details.

Die Sprache der Malerei
Was ein Bild über seine Entstehung und seinen Erschaffer aussagt.
Jedes Bild erzählt eine Geschichte. Jeder Pinselstrich, jeder Farbklecks hat seine Bedeutung, und wer diese deuten kann, gewinnt nicht nur tiefe Einblicke in die Gedankenwelt des Künstlers, sondern erhält auch eine Vorstellung von seiner Umgebung.

JakillSlavikJakillSlavik, Abiturient an irgendeinem Gymnasium in Hintertupfingen, belegt den Leistungskurs Kunst und lernt darin, ein Bild in seine Bestandteile zu zerlegen und ihm seine Geheimnisse zu entlocken. Im Interview mit unserem Korrespondenten verrät er anhand von Vincent Van Goghs „Sternennacht“ von 1889 wie so etwas aussieht.
Sicarius: Wie lernt man ein Werk zu analysieren?
JakillSlavik: Um ein Bild zu verstehen, muss natürlich erst einmal bekannt sein, wie ein Bild entsteht. Ein Graphitstift wird ganz anders verwendet als ein Pinsel. Hinzu kommt, dass jeder Mensch einzigartig ist und dadurch seinen eigenen Stil entwickelt. Aber auch sein sozialgeschichtlicher Hintergrund formt den Menschen und schlägt sich in seinen Werken wieder.
Sicarius: Und wie geht es weiter, wenn die Grundlagen bekannt sind?
JakillSlavik: Dann betrachtet man das Bild und stellt sich Fragen, wie „Welche Materialien wurden verwendet?“ oder „Wie wird mit der Farbe umgegangen?“.
Van Goghs SternennachtSicarius: Nehmen wir als Beispiel ein Werk des niederländischen Künstlers Vincent Van Gogh. Was zeigt die 1889 gemalte „Sternennacht“?
JakillSlavik: Wie wir erkennen, haben wir ein kleines Dorf bei Nacht im Hintergrund, im Vordergrund ein undeutliches Gebilde. Es könnte ein kaltes Feuer oder ein Strauch sein, aber so genau ist man sich nicht sicher. Im Mittelgrund stehen hingegen die hellen Sterne, der Mond und das blaue Meer, das den Himmel darstellt.
Sicarius: Und was sagt Ihnen das Bild?
JakillSlavik: Zu Van Goghs Zeiten sahen die Menschen in einem tiefen und dunklen Blau eher eine kalte Farbe und fühlten sich eher unwohl bei deren Anblick. Van Gogh macht sich dies hier zu Nutze und lässt die Farbe warm und gemütlich wirken. Das Bild zieht damit seine gesamte Spannung aus dem inneren Widerspruch, der sich im Betrachter auftut, wenn er diese Farben sieht und trotzdem etwas anders spürt, als es normalerweise der Fall wäre.
Sicarius: Welches Ziel hat Van Gogh damit verfolgt?
JakillSlavik: Sein Ziel war sich selbst auszuleben. Zu seiner Zeit gab es in der Gesellschaft einen festgelegten Kunstbegriff, aber Van Gogh wollte dem Betrachter zeigen, dass man Kunst verstehen muss und nicht in festen Regeln definieren kann. Sonst wird man der Kunst nicht gerecht. Er wollte sein eigenes Gefühl der Zerrüttung ausdrücken, weshalb man ihn auch als einen der Wegbereiter des Expressionismus (Ausdruckskunst) ansieht.
Sicarius: Wie kommen Sie zu diesem Ergebnis? Gibt es Regeln, denen die Analyse folgt?
JakillSlavik: Feste Regeln nicht, aber – um bei der Farbe zu bleiben – je weiter zwei Farben voneinander auf dem Farbkreis entfernt sind, desto kontrastreicher wirken sie. Das ist einfach so.
Sicarius: Ist aber dann nicht die Deutung abhängig vom individuellen Betrachter?
JakillSlavik: Natürlich, aber es gibt unterbewusste Dinge, die sich der Maler zu Eigen macht, um den Betrachter zu führen. Im vorliegenden Beispiel leiten zum einen die Farben und zum anderen die kleinen Linien im Himmel den Blick auf das Zentrum. Die Malerei verwendet Farbe also so, dass die Farbe ein neues „Sein“ bekommt.
Sicarius: Was sagt denn das Werk noch aus?
JakillSlavik: Man merkt, dass Van Gogh noch am Anfang der Ausdruckskunst stand. Besonders deutlich wird dies an den Häusern, die zwar nicht besonders detailliert aber noch zu erkennen sind. Spätere Expressionisten ordnen hingegen alles der Farbe unter und lassen solche Details, die vor der Ausdruckskunst am wichtigsten waren, völlig außer Acht.
Sicarius: Wer hat, Ihrer Meinung nach, am Ende mehr vom Bild? Der unbedarfte Betrachter oder der Analyst?
JakillSlavik: Vermutlich der unbedarfte Betrachter, da er die Intentionen des Künstlers noch fühlen kann und sich vom Bild leiten lässt. Der Analytiker muss hingegen die Arbeit des Künstlers in Gedanken erst nachvollziehen, um einen einigermaßen unbefangenen Ausdruck empfinden zu können.
Sicarius: Wünschen Sie sich manchmal, wieder so ein unbedarfter Betrachter zu sein?
JakillSlavik: Ja, sehr oft sogar. Als Analyst sieht man die geometrischen Formen, erkennt, wo Hell und Dunkel eingesetzt wurde. Dann beginnt man Schlussfolgerungen zu ziehen, in welcher Epoche das Werk z.B. entstanden sein könnte und warum vielleicht doch nicht. Man zerlegt das Bild regelrecht in seine Einzelteile. Unkenntnis ist also manchmal ein Segen. Auf der anderen Seite ist es aber auch schön zu sehen, wie regelkonform jene Künstler und wie anarchistisch andere Künstler arbeiten.
Sicarius: Ich danke ihnen für das Gespräch.

Feedback – insbesondere zu Jakills Bild – sind natürlich willkommen. Hier mal ein paar Auszüge aus dem Schrieb meiner Studienleiterin (ja, um anzugeben!):

Mit der „Bildanalyse“ haben Sie ein Thema gewählt, mit dem Sie auf den ersten Blick nur an Kunst interessierte Intellektuelle ansprechen. Beim Lesen des Interviews stellt man jedoch schnell fest, dass Sie das Thema einem viel größeren Leserkreis zugänglich machen wollten. Und das ist Ihnen vor allem deshalb so gut gelungen, weil Sie in der Rohfassung den Rotstift genau an den Stellen eingesetzt haben, die zu theoretisierend sind. […] Sprachlich haben Sie in der Endversion des Interviews das gesprochene Wort sehr gut in die Schriftform transponiert, und zwar ohne den Sinn der Aussagen von JakillSlavik zu verändern, zu verwässern oder gar auf den Kopf zu stellen. Dabei haben Sie das gesprochene Wort so vorsichtig geglättet, dass der Leser denkt, Sie und Ihren Gesprächspartner im O-Ton sprechen zu hören. Das ist oft eine schwierige Angelegenheit, denn nur wenige Menschen sprechen tatsächlich druckreif – und das hat auch JakillSlavik nicht getan. Kompliment also.

Aber gut, dass soll genug des Eigenlobs gewesen sein. Davon kommt in den nächsten Monaten sicher noch mehr als genug ;). Bis Montag!

P.S: Von hier aus übrigens auch herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag an Maverick! Mögest du auch in 40 Jahren noch so gut Quake spielen :)!

Sicarius

Rasendes Tabula

Der Master of Wilderness, Divide und seit gestern auch Palisades meldet sich zurück zum Dienst! Aber dazu später mehr. Jetzt will ich erst einmal offiziell zwei neue Signaturen vorstellen. Hier zuerst einmal Nr. 38 zu Guitar Hero III – Legends of Rock:

Guitar Hero III - Legends of Rock

Bevor ihr jetzt schreiend auf die nächste P0rn-Seite verschwindet: Ja, sie ist potthässlich und schlechter als alles, was ich bisher produziert habe. Bin auch nicht wirklich stolz drauf aber Herr JakillSlavik hatte sie abgesegnet und sein Wort besitzt ja zumindest im künstlerischen Bereich etwas Gewicht. Gestern hatte ich mich dann vor lauter Scham dazu entschieden gleich Nr. 39 hinterher zuschieben und damit den Schandfleck so schnell wie möglich verschwinden zu lassen:

Richard Garriott’s Tabula Rasa

Mehr Infos zu den beiden Signaturen gibt es wie immer auf der entsprechenden Unterseite und jetzt reden wir noch ein wenig über mein MMO des Jahres 2007, zu dem die aktuelle Signatur logischerweise gehört:

Richard Garriott’s Tabula Rasa (Version 1.3)

Ich bin mittlerweile Level 24 (Maximallevel ist 50) und habe das dritte Gebiet des Spiels vollständig erledigt. Zwar steht der große Patch namens 1.4 schon vor der Tür (bringt unter anderem eine neue spielbare Rasse!) aber nach mittlerweile fast zwei Nettospieltagen, wird es so langsam mal Zeit für einen kleinen (=sehr langen) Kurzeindruck.

Anders als die gängigen MMORPGs auf dem Markt, spielt Tabula Rasa nicht in einem Fantasy-Setting sondern ist eine SciFi-Geschichte. Da es sich hier um ein Richard Garriott-Spiel handelt, versuche ich erst gar nicht groß die Hintergrundgeschichte zu erzählen. Wichtig ist erst einmal nur zu wissen, dass die Menschheit von der Erde vertrieben wurde (vermutlich existiert diese mittlerweile gar nicht mehr) und nun auf zwei entfernten Planeten zusammen mit anderen Aliens gegen eine feindliche Allianz namens Bane kämpft (der Grund warum die Menschheit von der Erde fliehen musste).

Schon im Bootcamp (der Tutorialinstanz) wird klar, dass man hier mitten in einem Krieg gelandet ist und dieser Eindruck verstärkt sich je weiter man im Spiel fortschreitet. Überall gehen Gleiter nieder und entladen neue Truppen (sowohl feindliche als auch eigene) und Kämpfe toben an jeder Ecke. Dabei ist dies nicht einfach alles nur eine Farce um das Gefühl eines Schlachtfelds zu vermitteln, sondern hinter jedem Kampf und jeder Person auf dem Schlachtfeld steckt tatsächlich ein Sinn. Eine Patroullie von AFS (denen man angehört) läuft nicht einfach ein bestimmtes Stück und verschwindet dann wieder zum Ausgangspunkt. Der Spieler kann ihr wirklich von einer Basis zur anderen folgen. Sie löst sich nie einfach auf und startet wieder am Anfang. Natürlich gibt es für spezielle Gegner festgelegte Wiederauferstehungspunkte aber dank des Systems mit den Gleitern, poppen die nicht einfach wieder an derselben Stelle auf, sondern werden eben realistisch zurück auf das Schlachtfeld gebracht.

Besonders gelungen am vollkommen dynamischen Schlachtfeld sind aber die Kämpfe um die Außenposten. Theoretisch können die Bane jede Basis der AFS einnehmen und natürlich auch umgekehrt. Die Auswirkungen dürften klar sein: In einer von den Bane besetzten Basis kann man weder Quests annehmen noch abgeben. Auch fällt das dortige Krankenhaus als Respawnpoint weg und der Wegpunkt kann nicht mehr benutzt werden. Diese Invasionen laufen dabei prinzipiell vollkommen automatisch ab und ohne Hilfe des Spielers ab. Er kann sich aber natürlich dazu entscheiden mitzuhelfen eine Basis wieder einzunehmen oder sie gegen einen Angriff zu verteidigen. Schließlich ist es ja in seinem eigenen Interesse. Zusätzlich gibt es auch entsprechende und wiederholbare Quests sowohl für den Angriff als auch für die Verteidigung. Manche Quests gibt es sogar erst, wenn bestimmte Außenposten vom Feind besetzt sind.

Auf Foreas (dem ersten Planeten) ist die Sache dabei noch eher ruhig (soweit man in einem Krieg von „ruhig“ sprechen kann) und die Gebiete an sich auch noch sehr grün aber spätestens wenn man auf Arieki ankommt, der schon fast vollständig von Bane besetzt ist, wird die Sache nur noch wahnsinnig. Da stapfen überall haushohe Stalker (dreibeinige Kampfmaschinen) durch die Gegend, die AFS-Soldaten halten mit Mechs dagegen und im Sekundentakt landen die Truppenschiffe auf dem Schlachtfeld. Wenn sich dann eine Seite dafür entscheidet mal wieder einen Außenposten anzugreifen, verdunkelt sich regelrecht der Himmel wenn 10+ Shuttles auf einmal niedergehen und ihre tödliche Fracht entladen. Die damit erzeugte Atmosphäre ist etwas, dass ich so noch in keinem anderen Spiel gesehen oder erlebt habe.

Auch gelungen ist das gesamte Kampfsystem. Es fängt schon damit an, dass es den, in Guild Wars oder auch World of WarCraft üblichen, Aggrokreis nicht gibt. Wenn dich ein Gegner zu dir gewandt ist und du in Waffenreichweite bist, dann wird er dich auch angreifen. Nicht erst sobald du seinen Punkt auf der Minikarte mit dem Rand eines weißen Kreises um deine Spielfigur berührt hast. Steht er hingegen mit dem Rücken zu dir, dann wird er dich erst bemerken, sobald du ihn angreifst oder ein Kollege von ihm dich gesehen hat.

Der eigentliche Kampf läuft auch anders ab als in anderen Titeln. Zwar wird im Hintergrund immer noch etwas gewürfelt aber sich einfach hinstellen und ein paar Tasten drücken ist nicht. Deckung ausnutzen und besonders hinknien ist sehr wichtig um nicht nur maximalen Schaden auszuteilen und Munition zu sparen, sondern natürlich auch um weniger Schaden zu nehmen. Aber das Spiel bietet zusätzlich auch noch verschiedene Arten von Schaden und jeder Gegner ist entsprechend entweder vollständig immun oder zumindest sehr resistent gegen bestimmte Formen von Schaden. Das zwingt einen natürlich nicht nur dazu die verschiedenen Waffen wie Shotguns, InjectionGuns oder Maschinengewehre sondern auch noch mit unterschiedlicher Munition bestückten Versionen mit sich herumzutragen. Als Soldat nervt einen zwar auf Dauer der Zwang Munition kaufen zu müssen aber das gewöhnt man sich an.

Neben den normalen Waffen gibt es natürlich auch noch spezielle Fertigkeiten, die je nach Klasse unterschiedlich sind. Die Klasse wählt man allerdings nicht zu Beginn des Spiels, sondern eigentlich erst mit Level 30. Hat man Stufe 5 erreicht, wählt man zuerst aus ob man Soldat oder Spezialist werden möchte. Auf Level 15 spaltet sich die ganze Sache dann noch einmal in je zwei Kategorien auf und dann auf Level 30 entscheidet man sich für seine Endklasse, in der man natürlich auch die Talente aus den vorher gewählten Abschnitten nutzen kann. Aber selbst dann lassen sich nicht gleich alle Fertigkeiten sofort nutzen, denn viele erfordern die Kenntnis bestimmter Logos.

Diese Logos erhält man an Schreinen die über die Karten und Instanzen verstreut sind und sind so etwas wie Hieroglyphen. Also in diesem Falle die Schriftsprache der Eloh, den Typen die für das Entstehen der ganzen Sauerei überhaupt erst verantwortlich sind. Das gibt dem ganzen dann noch einmal mehr taktischen Tiefgang und spornt den Spieler dazu an auch den letzten Winkel der Karten zu erforschen (oder sich die Koordinaten von LogosAtlas.com zu holen…).

Wie in Lord of the Rings Online kann man sich in Tabula Rasa auch Titel verdienen. Die Machart unterscheidet sich dabei nicht viel von denen von LOTRO und sind von der Machart „Töte 2000 von dem“, „Töte 1299 von jenem“ oder „Finde alle Wegpunkte“. Aber dafür sind diese in einen zentralen Quest verpackt an dessen Ende man nicht nur einen besonders coolen Titel erhält (Master of Gebietsname) sondern auch einen Clonecredit. Darauf einzugehen was das ist und was es bringt, würde aber jetzt wirklich den Rahmen eines Kurzeindrucks sprengen, auch wenn es ein wichtiges Feature des Spiels ist.

Stattdessen noch ein Wort zur Grafik: Der Hardwarehunger des Spiels ist sehr groß und ab und zu kann man diesen Hunger auch nicht unbedingt verstehen, da es größtenteils zwar ordentlich aber nicht überragend aussieht. Aber spätestens – und wirklich allerspätestens – wenn man zum allerersten Mal die Instanz „Eloh Vale“ betritt und über die Brücke hinüber zum Eloh-Tempel läuft, ist das gebotene Bild einfach nur noch zum auf die Knie fallen schön – selbst auf mittleren Einstellungen. Die Gebäude und Räume der Eloh sind sowieso das grafische Highlight des Spiels. Das mag auf der einen Seite etwas schade sein aber auf der anderen Seite gewinnt der Spieler so eine wirkliche Vorstellung davon welche Bedeutung und vor allem welche Technologien diese uralte Rasse hat.

Über die negative Seiten habe ich jetzt nicht viel gesagt aber neben dem Hardwarehunger ist vor allem das Crafting-System noch meilenweit davon entfernt irgendwie nützlich zu sein. Auch hat das Spiel noch einige eckige Kanten (Bugs, fehlerhafte Darstellungen etc.) und fehlende Features. Es ist also nicht ganz so ausgereift wie LOTRO aber auch bei weitem nicht so kaputt wie es Vanguard: Saga of Heroes leider immer noch ist. Patch 1.4 wird auch ein weiterer, sehr großer Schritt in die richtige Richtung sein. Von mir gibt es deshalb auf jeden Fall eine uneingeschränkte Empfehlung an alle, die nicht so sehr auf PvP aus sind, sondern mehr Wert auf PvE legen.

Epilog

So, jetzt hab ich ein „bisschen“ was zu Tabula Rasa erzählt und dabei nicht einmal im Ansatz alles erzählt, was ich erzählen könnte. Deshalb habe ich auch „Angst“ davor ein Review zu einem MMO oder grundsätzlich zu einem umfangreichen Rollenspiel anzufertigen. Da kommt einfach zu sehr der Drang dem Spiel gerecht zu werden durch :). Ein paar mehr Infos in komprimierter Form (vor allem zur Hintergrundgeschichte) und einige Screenshots (allerdings nur vom Anfang) aus meiner Hand gibt es natürlich wie immer bei MobyGames. In diesem Sinne bis Donnerstag!

PS: Wer Tabula Rasa übrigens mal antesten will, dem kann ich einen Trialkey (3 Spieltage) zukommen lassen. Es wäre allerdings schön, wenn die Wahrscheinlichkeit zum weiterspielen hoch wäre, denn erstens ist die Anzahl der Keys begrenzt und zum anderen bekomme ich einen Monat geschenkt, wenn derjenige sich dazu entscheidet ein Abo abzuschließen.

Sicarius

Missing Title

Ohne große Einleitung (nicht, dass ich es mir noch anders überlege): Kurzeindrücke ->

Unreal Tournament III (Singleplayer)

Asterix & Obelix bei den Olympischen Spielen

Man nehme Asterix & Obelix XXL 2 – Mission: Las Vegum und mache daraus ein Spiel zum aktuellen Kinofilm. So ungefähr lässt sich das Spiel zum Film zusammenfassen. Das dies natürlich Fluch und Segen gleichermaßen ist, dürfte klar sein.

Gut ist, dass das Spiel definitiv kein billiger Lizenzschrott ist. Zwar hat sich auf der technischen Seite nicht viel geändert und trotz der Comic-Grafik wirkt deshalb die Grafik doch langsam etwas veraltet. Dafür stimmt allerdings das Gameplay wieder. Es macht einfach immer noch viel Spaß Römer zu verkloppen und kleinere Knobelaufgaben zu lösen. Die neuen Minispiele, die in ihrer Funktionsweise stark an die aus Asterix & Obelix von 1996 erinnern („Button Mashing“), sind abwechslungsreich und machen auch für eine Weile Spaß. Das man diese auch gegeneinander zocken kann ist natürlich ein weiterer Pluspunkt (sehr zum Leid unseres geschätzten Herrn JakillSlavik) aber einen Coop-Modus für die Kampagne bietet das Spiel immer noch nicht.

Der größte Fluch des Spiels ist aber einfach die Hintergrundgeschichte. Zwar hält man sich nur grob an die Geschichte des Buches und hat eigene Dinge mit reingepackt (unter anderem wieder Sam Shieffer) aber an das vollkommen unabhängig Gagfeuerwerk Asterix & Obelix XXL 2 – Mission: Las Vegum, kommt der Titel einfach nicht ran. Darunter leidet dann auch das gesamte Spiel, denn die Geschichte und die Gags waren einfach die motivierensten Elemente des Vorgängers. Da können auch leider die guten und sinnvollen Verbesserungen im Spielablauf nur schwer hinwegtäuschen.

Anders als bei Asterix & Obelix XXL 2 – Mission: Las Vegum kann ich den Titel also bislang wirklich nur für Asterix-Fans oder PC-Spieler empfehlen, die endlich mal wieder einen solchen Titel zocken wollen. Für alle anderen fehlt einfach der finale atmosphärische Touch, auch weil das Spiel Realfilmaufnahmen einstreut mit denen schließlich noch weniger Leute etwas anfangen können. Wer hasst schließlich nicht Gérard Depardieu als Obelix und den dämlichen Christian Clavier als Asterix *schauder*? Macht doch bitte einfach wieder Zeichentrickfilme!

Call of Duty 4: Modern Warfare (Singleplayer) (Screenshots)

Lang hat es gedauert aber ich habe es tatsächlich nun auch endlich angefangen – zumindest im Singleplayer. Zu Beginn macht es auch mächtig Laune.

Das Spiel brennt einfach ein Actionfeuerwerk nach dem anderen ab und schon die erste Mission auf dem Schiff ist sowohl spielerisch als auch atmosphärisch mit das Beste, was ich je gespielt habe. Klar es ist alles gescriptet und vollkommen linear aber wenn ich dadurch so tief ins Spiel hineingezogen werde, dann spielt das für mich keine Rolle. Aber wie heißt es so schön: Wo Licht ist, ist auch Schatten und auch für Call of Duty 4: Modern Warfare gilt diese Weisheit.

Der größte Schatten ist dabei diese dümmliche Spielmechanik, die schon in Call of Duty 2 zum Einsatz kam: Unendlich respawnende Gegner. Es mag ja die Schlacht lebendiger machen und so Kram aber wenn ich andauernd gezwungen werde ohne Rücksicht auf Verluste vorzustoßen, nur damit die Flut an Gegnern aufhört, dann ist wesentlich mehr als nur ermüdend. Bitte Infinity Ward, löst das doch endlich irgendwie anders!

Am schlimmsten sind in diesem Zusammenhang dann auch die „Verteidige die Stellung“-Abschnitte. Der Level, in dem man als Sniper in Prypjat unterwegs ist, würde den ersten Level in allen Aspekten meilenweit übertreffen, wenn der Spieler nicht am Ende gezwungen wäre gut fünf Minuten (vielleicht auch weniger oder mehr – keine Ahnung) am Riesenrad um sein Überleben zu kämpfen. Selbst damit könnte ich gerade noch so damit leben, wenn das Spiel hier nicht massiv cheaten würde. Egal ob überhaupt gerade irgendwo ein Feind ist oder nicht landen andauernd neben einem Granaten. Je länger man an einem Punkt verbleibt (= campt) desto mehr scheinen es auch noch zu werden. Das mag nicht wirklich stimmen, aber so kam es mir auf jeden Fall vor. Das geht mir so was von tierisch auf den Keks [sic], das lässt sich gar nicht in Worte ausdrücken. Noch schlimmer wird die ganze Angelegenheit aber sobald man das Level endlich geschafft hat nur um dann festzustellen: der Anfang des nächsten Level ist noch einmal genau das gleiche, nur in anderer Umgebung. Da bekommt man wirklich die Krise.

Das dämpft natürlich stark die Euphorie um den sonst sehr gelungenen Singleplayer-Modus und motiviert nicht gerade zum weiterspielen. Aber alles in allem ist es natürlich, vor allem dank des Multiplayer-Modus, nur ein kleiner Fleck auf dem schneeweißen Kleid.

Wer übrigens seine Finger noch an die Limited Collector’s Edition bekommt, der sollte unbedingt zuschlagen! Die Bonus-DVD mit der Dokumentation „Great SAS Missions“ über die British S.A.S ist äußerst interessant und sehr zu empfehlen.

Quake III: Arena (Dreamcast Exclusive Maps)

On an unrelated note: Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich Xaero auf Nightmare mittlerweile regelmäßig und ohne große Probleme owne? *stolz auf die Brust klopf* Noch einmal danke an meinen Sparingpartner Maverick für die Trainingsstunden und guten Tipps, die das erst möglich gemacht haben!

So, ein Spiel stand zwar noch auf der Liste aber da der Eintrag schon lang genug ist und ich den entsprechenden Titel momentan eh noch wie blöde zocke, kann er noch ein Weilchen warten :). Außerdem will ich auch noch einmal auf mindestens zwei, drei Titel eingehen, die ich bislang nur oberflächlich abgefertigt hatte. Also bis demnächst!

Nächste Seite »