Sicarius

Konsolisierung

Wie bereits erwähnt, arbeite ich am dritten Studienheft (Interview). Zur Übung habe ich deswegen mal ein kleines Interview geführt – mit wem verrate ich aber nicht :P:

Sicarius: Wer sind sie und was machen sie in meinem Büro?
Der Webmaster: Ich bin der Webmaster und ich bin ihr Interviewpartner für heute.
Sicarius: Eingeladen habe ich sie aber nicht und kennen tue ich sie schon gar nicht.
Der Webmaster: Stimmt, ich lade mich immer selbst ein und wenn sie nicht bald mit dem Interview anfangen, werden sie mich ganz sicher kennen lernen!
Sicarius: Über was soll ich mich den überhaupt mit ihnen unterhalten?
Der Webmaster: Spiele
Sicarius: Glücksspiele?
Der Webmaster: Nein, Computerspiele natürlich!
Sicarius: Ach, Killerspiele?
Der Webmaster: Dieses Wort gibt es nicht!
Sicarius: Aber alle benutzen es.
Der Webmaster: Das macht es nicht richtiger!
Sicarius: Die Macher des Duden würden etwas anderes behaupten.
Der Webmaster: Was interessiert mich der Duden? Ich bin hier um mit ihnen über einen negativen Trend in aktuellen Computerspielen zu unterhalten!
Sicarius: Mein Verleger wäre aber sicher viel mehr an Killer-
Der Webmaster: Wenn sie noch einmal dieses Wort in den Mund nehmen, werfe ich sie durch das geschlossene Fenster!
Sicarius: Okay, dann reden wir eben über ihr Thema. Welchen aktuellen Trend meinen sie den?
Der Webmaster: Natürlich die Konsolisierung in der Spieleindustrie und deren negative Auswirkungen auf den PC-Markt.
Sicarius: Wie wirkt sich diese Konsolisierung den aus?
Der Webmaster: Na, vor allem werden die Spiele dadurch massiv vereinfacht, da mit dem Gamepad eben die Möglichkeiten im Vergleich zur Kombination Maus/Tastatur eher begrenzt sind. Aber auch generell beeinflusst die Entwicklung die Spielebranche. Die meisten Spiele werden zum Beispiel nur noch auf Konsole entwickelt und, wenn überhaupt, dann mehr schlecht als recht auf den PC umgesetzt. Dabei hat doch erst der Heimcomputer das Spielen in den eigenen vier Wänden groß gemacht.
Sicarius: Waren nicht Konsolen wie der Atari 2600 diejenigen, die die Spiele ins Haus brachten?
Der Webmaster: Prinzipiell ja, aber die waren doch nicht viel mehr als Spielautomaten fürs Wohnzimmer.
Sicarius: Sind sie das nicht auch heute noch?
Der Webmaster: Stimmt, aber genau hier liegt ja auch der springende Punkt: Sie sind eben nur Spielautomaten. Sie sind in allen Belangen einfach nur begrenzt – trotz Sachen wie Wii Channel, PlayStation Network/PlayStation Home oder Xbox Live! Der PC hat viel mehr zu bieten.
Sicarius: Patches, Kompatibilitätsprobleme und ähnliches?
Der Webmaster: Nein – Individuelles Hard- und Softwaremodding, intuitive Eingabegeräte, Innovationsmöglichkeiten weil einem die Hardwarehersteller nicht auf die Finger klopfen und der PC kann auch für andere Sachen als nur zum Spielen genutzt werden.
Sicarius: Ist es aber nicht dennoch einfacher, dass Spiel ins Laufwerk zu legen und gleich loszocken zu können?
Der Webmaster: In Zeiten, wo selbst Konsolen mit Festplatten und Internet ausgestattet werden, ist dies doch immer öfters gar nicht mehr der Fall. Ein Patch für einen Konsolentitel ist doch keine Seltenheit mehr. Bugs kommen heutzutage doch öfters aufgrund der schieren Größe der Produktionen und haben immer weniger mit der Plattform zu tun.
Sicarius: Dennoch haben die Entwickler, im Gegensatz zum PC, es mit einem standardisierten System zu tun und können so gezielter entwickeln und haben nicht mit Kompatibilitätsproblemen zu kämpfen, oder etwa nicht?
Der Webmaster: Dafür sind sie eingeschränkt! Während sich der PC quasi jeden Tag weiterentwickelt, bleibt die Konsole für mehrere Jahre auf dem gleichen Stand und jedes Spiel sieht darauf genauso scheiße aus, wie am ersten Tag!
Sicarius: Ist es nicht so, dass die Entwickler die Konsole jeden Tag besser kennen lernen und so am Ende optimal ausreizen können bei gleichem, flüssigem Spielerlebnis während auf dem PC aufgrund der nötigen Kompatibilität immer Leistungsreserven verschenkt werden?
Der Webmaster: Das mag sein aber das ändert nichts an der Aussage, dass bis dahin der PC schon 10mal weiter ist. Schauen sich doch nur mal im Vergleich die PS3 an. Die ist seit über einem Jahr im Handel. Die Spiele sehen immer noch scheiße aus und die Hardware ist dem PC quasi schon zwei Generationen hinterher.
Sicarius: Diese Leistung scheint aber entweder nicht genutzt oder wird gebraucht um Spiele flüssig zum laufen zu bringen, die weit schlechter aussehen als ihre Konsolenbrüder. Wieso sollte sich ein Spieler für keinerlei Mehrleistung mit solchen Problemen herumschlagen?
Der Webmaster: Weil es sich sonst nicht ändert! Das ist doch gerade der Teufelskreis. Die Entwickler sind entweder nicht mehr gewillt oder es einfach nicht mehr gewöhnt für den PC zu entwickeln, weil die Finanzabteilung sagt, dass sich diese Investition angeblich nicht auszahlen würde. Würden die Spieler offensichtlicher den PC unterstützen, würden auch die Entwickler wieder zurückkehren und diese Fehler würden nicht mehr passieren!
Sicarius: Aber wollen die Spieler nicht einfach nur gute Spiele spielen?
Der Webmaster: Das können sie auch am PC! In besserer Grafikqualität, mit mehr Anspruch an die Gehirnzellen, quasi unendlichem, kostenlosen Communitysupport und einer, für den Rücken, wesentlich besseren Sitzhaltung.
Sicarius: Herr Webmaster, ich danke ihnen für das kurze Gespräch.

Mir ist klar, dass dieses Interview natürlich das Thema nur ansatzweise ankratzt aber das ist ja auch ein Teil der Übung. Man hat im realen Leben eben keinen unendlichen Platz und vor allem keine Zeit ein ewig langes Interview zu führen. Meine Aufgabe als Gesprächsführer war es einfach zum Thema „Konsolisierung“ (ein Wort, dass sicher nicht existiert :) ) jemanden zu finden, der eine klare Meinung zu diesem Thema hat und sie entsprechend mit Fakten begründen und verteidigen kann. Das gesetzte Ziel des Gesprächs war es dem Leser einen kleinen Einblick in dieses Problem zu geben und ihm eine Grundlage für die eigene Meinungsbildung zu geben.

Das ist natürlich ein eher oberflächliches und schwammiges Ziel und ohne begleitendes Feature und einem zweiten Interview mit einem Konsolero, würde es auch sicher nicht den Weg in irgendeine Publikation finden, aber als Übung war es denke ich eine sinnvolle Zielsetzung oder seid ihr anderer Meinung?

Ich bitte um ehrliches Feedback, damit ich aus der Sache auch was Sinnvolles lerne. Was ich am meisten benötige sind die Antworten auf die folgenden Fragen:

1. War das Interview langweilig zu lesen oder bot es Abwechslung und war interessant (den „lustigen“ Anfang nicht mitgerechnet)?
2. Wurden die wichtigsten Fragen, die du selbst bei diesem Thema stellen würdest, beantwortet oder war die Angelegenheit viel zu oberflächlich?
3. Bist du der Meinung, dass der Interviewpartner (Der Webmaster) kompetent und der richtige für das Gespräch war?
4. Hat der Gesprächsführer das Interview gut geleitet und ansprechend die Gegenposition vertreten?
5. Hättest du das Interview in einer Zeitschrift gelesen? Bitte begründen.

Also schön kommentieren. Seht es als Investition in eure Lesezukunft :).

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11 Kommentare

Also ich fand das „Interview“ schon interessant, aber eigentlich wirklich noch zu kurz. Vllt weniger hüpfen, wenn es gerade um solch eine Diskussion geht. Dennoch hast du dich bemüht möglichst viele Bereiche abzudecken. Was mir persönlich fehlt, sind die Punkte: Soziales Umfeld, Zielgruppen und Unterstützungsprognosen der einzelnen Plattformen für die Zukunft. Aufgrund des Anfanges, konnte ich den Webmaster nicht wirklich einordnen, in weit er wirklich als seriös anzunehmen ist. Die Tatsache, dass Sicarius eine wandelnde Position hatte, fand ich persönlich sehr gut, solche Charaktere wünsche ich mir für eine Diskussionrunde, damit auch wirklich ein Gespräch stattfindet. In einer Zeitung gelesen hätte ich das Interview teils nicht , teils doch. Teils nicht, weil es einfach schon zu lang für das „alltägliche“ Interview ist, da ist das Thema eben zu umfangreich. Teils doch, weil solch ein Interview eben in ein entsprechendes Sonderheft eines Fachmagazins wieder wunderbar reinpassen würde.

-.- sorry, dass ich so langsam war…soundkarte hat gezickt

gut den Anfang würd ich natürlich nie bringen. Das war rein BS-Exklusiv um die Sache etwas „upzuspicen“.

Das Hüpfen kam hauptsächlich zustande, weil ich mich (anders als es eigentlich die allgemeine Regel vorgibt) vom Partner leiten habe lassen und quasi nur reagierte – obwohl die Reaktion an sich wieder der Regel entsprach -> grundsätzlich die Gegenposition einnehmen, auch wenn sie nicht mit der eigenen Meinung übereinstimmt (gibt natürlich Ausnahmen) – was ja auch logisch ist. mit einem „da ham sie rescht!“ kommt kein interessantes Gespräch zustande. Normalerweise soll natürlich auch der Interviewführer die Zügel in der Hand halten.

Aber gut schaun und hoffen wir mal ob ichs mit dir dann besser mache :).

Dann halt noch eine Differenziertere Antwort von mir:

Erstmal hätte ich es in einer (egal was für eine) Publikation gelesen? Nein.
Dazu fehlt dem Interviewpartner jegliche belegbare Kompetenz. Grundlegend wurde er nicht mal vorgestellt. Ich hab erstmal keine Ahnung wer das ist und wieso man gerade mit DEM ein Interview über das Thema machen sollte. Und zur fachlichen Kompetenz? Mich interessiert nicht was „der Mann von der Straße“ zu einem Thema denkt. Wenn ich Interviews lese, dann auch nur mit Leuten, die in irgendeiner Form mit dem Thema „professionell“ zu tun hat. Das wären in diesem Fall vieleicht Interessenvertreter der PC (oder Konsolen) Branche. Oder Entwickler, Publisher sonstwas. Was auch ginge wäre jemand, der ne Studie zur Nutzung von Games gemacht hat. Oder sonst IRGENDWAS in der Richtung. Was mich aber nicht interessiert ist, wenn Werner von „umme Ecke“ sagt, er fänd Konsolen besser als PC und bringt als Belege irgendwelche Binsenweisheiten (und so kam es mir in Teilen des Interviews vor.)

Gut das war jetzt mehr Kritik am Interviewpartner als am Interview selbst ^^
Da ist zu sagen, dass ich es sehr gut finde, wenn der Interviewer sich vom Partner leiten lässt und auf ihn eingeht und nicht stur seine Fragen aufm Notizblock von oben nach unten durchgeht.

Allgemein muss ich aber sagen, dass ich von Interviews nicht wirklich viel halte. Insbesondere wenn sie als solches abgedruckt werden. Da finde ich es besser, wenn die Informationen, die in einem Interview erfragt wurden in einem geschlossenen Text erläutert werden ohne diese Starre Interview-Struktur.

Ich bin einfach davon ausgegangen, dass der webmaster eben wirklich sicarius ist und ich ihn als „fachlich kompetent“ einstufe. Warum ich es dann doch teils abgedruckt hätte sehen wollen, lag daran, dass mich die Meinung – im Gegensatz zu dir – interessiert hat.

das mich jetzt Sic’s meinung im speziellen wenig interessiert, liegt wohl auch daran, dass ich relativ genau weiß, wie er über das Thema denkt ;)

Ich bin jetzt von dem Standpunk ausgegangen, dass ich ihn in keinster weise kenn

Ich dachte, das wäre die Vorraussetzung, dass ich den Webmaster kenne…ansonsten -stimme ich dir zu – denn dann fehlt wirklich die Vorstellung des Webmasters selbst…

Aja natürlich fehlt dir Vorstellung in diesem Falle. Das erfolgt entweder über einen kleinen Vorspann oder quasi als erste Frage. Dem bin ich mir durchaus bewußt, sonst hätte ich ja nicht am Anfang geschrieben „mit wem verrate ich aber nicht :)“.

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