Sicarius

Rasendes Tabula

Der Master of Wilderness, Divide und seit gestern auch Palisades meldet sich zurück zum Dienst! Aber dazu später mehr. Jetzt will ich erst einmal offiziell zwei neue Signaturen vorstellen. Hier zuerst einmal Nr. 38 zu Guitar Hero III – Legends of Rock:

Guitar Hero III - Legends of Rock

Bevor ihr jetzt schreiend auf die nächste P0rn-Seite verschwindet: Ja, sie ist potthässlich und schlechter als alles, was ich bisher produziert habe. Bin auch nicht wirklich stolz drauf aber Herr JakillSlavik hatte sie abgesegnet und sein Wort besitzt ja zumindest im künstlerischen Bereich etwas Gewicht. Gestern hatte ich mich dann vor lauter Scham dazu entschieden gleich Nr. 39 hinterher zuschieben und damit den Schandfleck so schnell wie möglich verschwinden zu lassen:

Richard Garriott’s Tabula Rasa

Mehr Infos zu den beiden Signaturen gibt es wie immer auf der entsprechenden Unterseite und jetzt reden wir noch ein wenig über mein MMO des Jahres 2007, zu dem die aktuelle Signatur logischerweise gehört:

Richard Garriott’s Tabula Rasa (Version 1.3)

Ich bin mittlerweile Level 24 (Maximallevel ist 50) und habe das dritte Gebiet des Spiels vollständig erledigt. Zwar steht der große Patch namens 1.4 schon vor der Tür (bringt unter anderem eine neue spielbare Rasse!) aber nach mittlerweile fast zwei Nettospieltagen, wird es so langsam mal Zeit für einen kleinen (=sehr langen) Kurzeindruck.

Anders als die gängigen MMORPGs auf dem Markt, spielt Tabula Rasa nicht in einem Fantasy-Setting sondern ist eine SciFi-Geschichte. Da es sich hier um ein Richard Garriott-Spiel handelt, versuche ich erst gar nicht groß die Hintergrundgeschichte zu erzählen. Wichtig ist erst einmal nur zu wissen, dass die Menschheit von der Erde vertrieben wurde (vermutlich existiert diese mittlerweile gar nicht mehr) und nun auf zwei entfernten Planeten zusammen mit anderen Aliens gegen eine feindliche Allianz namens Bane kämpft (der Grund warum die Menschheit von der Erde fliehen musste).

Schon im Bootcamp (der Tutorialinstanz) wird klar, dass man hier mitten in einem Krieg gelandet ist und dieser Eindruck verstärkt sich je weiter man im Spiel fortschreitet. Überall gehen Gleiter nieder und entladen neue Truppen (sowohl feindliche als auch eigene) und Kämpfe toben an jeder Ecke. Dabei ist dies nicht einfach alles nur eine Farce um das Gefühl eines Schlachtfelds zu vermitteln, sondern hinter jedem Kampf und jeder Person auf dem Schlachtfeld steckt tatsächlich ein Sinn. Eine Patroullie von AFS (denen man angehört) läuft nicht einfach ein bestimmtes Stück und verschwindet dann wieder zum Ausgangspunkt. Der Spieler kann ihr wirklich von einer Basis zur anderen folgen. Sie löst sich nie einfach auf und startet wieder am Anfang. Natürlich gibt es für spezielle Gegner festgelegte Wiederauferstehungspunkte aber dank des Systems mit den Gleitern, poppen die nicht einfach wieder an derselben Stelle auf, sondern werden eben realistisch zurück auf das Schlachtfeld gebracht.

Besonders gelungen am vollkommen dynamischen Schlachtfeld sind aber die Kämpfe um die Außenposten. Theoretisch können die Bane jede Basis der AFS einnehmen und natürlich auch umgekehrt. Die Auswirkungen dürften klar sein: In einer von den Bane besetzten Basis kann man weder Quests annehmen noch abgeben. Auch fällt das dortige Krankenhaus als Respawnpoint weg und der Wegpunkt kann nicht mehr benutzt werden. Diese Invasionen laufen dabei prinzipiell vollkommen automatisch ab und ohne Hilfe des Spielers ab. Er kann sich aber natürlich dazu entscheiden mitzuhelfen eine Basis wieder einzunehmen oder sie gegen einen Angriff zu verteidigen. Schließlich ist es ja in seinem eigenen Interesse. Zusätzlich gibt es auch entsprechende und wiederholbare Quests sowohl für den Angriff als auch für die Verteidigung. Manche Quests gibt es sogar erst, wenn bestimmte Außenposten vom Feind besetzt sind.

Auf Foreas (dem ersten Planeten) ist die Sache dabei noch eher ruhig (soweit man in einem Krieg von „ruhig“ sprechen kann) und die Gebiete an sich auch noch sehr grün aber spätestens wenn man auf Arieki ankommt, der schon fast vollständig von Bane besetzt ist, wird die Sache nur noch wahnsinnig. Da stapfen überall haushohe Stalker (dreibeinige Kampfmaschinen) durch die Gegend, die AFS-Soldaten halten mit Mechs dagegen und im Sekundentakt landen die Truppenschiffe auf dem Schlachtfeld. Wenn sich dann eine Seite dafür entscheidet mal wieder einen Außenposten anzugreifen, verdunkelt sich regelrecht der Himmel wenn 10+ Shuttles auf einmal niedergehen und ihre tödliche Fracht entladen. Die damit erzeugte Atmosphäre ist etwas, dass ich so noch in keinem anderen Spiel gesehen oder erlebt habe.

Auch gelungen ist das gesamte Kampfsystem. Es fängt schon damit an, dass es den, in Guild Wars oder auch World of WarCraft üblichen, Aggrokreis nicht gibt. Wenn dich ein Gegner zu dir gewandt ist und du in Waffenreichweite bist, dann wird er dich auch angreifen. Nicht erst sobald du seinen Punkt auf der Minikarte mit dem Rand eines weißen Kreises um deine Spielfigur berührt hast. Steht er hingegen mit dem Rücken zu dir, dann wird er dich erst bemerken, sobald du ihn angreifst oder ein Kollege von ihm dich gesehen hat.

Der eigentliche Kampf läuft auch anders ab als in anderen Titeln. Zwar wird im Hintergrund immer noch etwas gewürfelt aber sich einfach hinstellen und ein paar Tasten drücken ist nicht. Deckung ausnutzen und besonders hinknien ist sehr wichtig um nicht nur maximalen Schaden auszuteilen und Munition zu sparen, sondern natürlich auch um weniger Schaden zu nehmen. Aber das Spiel bietet zusätzlich auch noch verschiedene Arten von Schaden und jeder Gegner ist entsprechend entweder vollständig immun oder zumindest sehr resistent gegen bestimmte Formen von Schaden. Das zwingt einen natürlich nicht nur dazu die verschiedenen Waffen wie Shotguns, InjectionGuns oder Maschinengewehre sondern auch noch mit unterschiedlicher Munition bestückten Versionen mit sich herumzutragen. Als Soldat nervt einen zwar auf Dauer der Zwang Munition kaufen zu müssen aber das gewöhnt man sich an.

Neben den normalen Waffen gibt es natürlich auch noch spezielle Fertigkeiten, die je nach Klasse unterschiedlich sind. Die Klasse wählt man allerdings nicht zu Beginn des Spiels, sondern eigentlich erst mit Level 30. Hat man Stufe 5 erreicht, wählt man zuerst aus ob man Soldat oder Spezialist werden möchte. Auf Level 15 spaltet sich die ganze Sache dann noch einmal in je zwei Kategorien auf und dann auf Level 30 entscheidet man sich für seine Endklasse, in der man natürlich auch die Talente aus den vorher gewählten Abschnitten nutzen kann. Aber selbst dann lassen sich nicht gleich alle Fertigkeiten sofort nutzen, denn viele erfordern die Kenntnis bestimmter Logos.

Diese Logos erhält man an Schreinen die über die Karten und Instanzen verstreut sind und sind so etwas wie Hieroglyphen. Also in diesem Falle die Schriftsprache der Eloh, den Typen die für das Entstehen der ganzen Sauerei überhaupt erst verantwortlich sind. Das gibt dem ganzen dann noch einmal mehr taktischen Tiefgang und spornt den Spieler dazu an auch den letzten Winkel der Karten zu erforschen (oder sich die Koordinaten von LogosAtlas.com zu holen…).

Wie in Lord of the Rings Online kann man sich in Tabula Rasa auch Titel verdienen. Die Machart unterscheidet sich dabei nicht viel von denen von LOTRO und sind von der Machart „Töte 2000 von dem“, „Töte 1299 von jenem“ oder „Finde alle Wegpunkte“. Aber dafür sind diese in einen zentralen Quest verpackt an dessen Ende man nicht nur einen besonders coolen Titel erhält (Master of Gebietsname) sondern auch einen Clonecredit. Darauf einzugehen was das ist und was es bringt, würde aber jetzt wirklich den Rahmen eines Kurzeindrucks sprengen, auch wenn es ein wichtiges Feature des Spiels ist.

Stattdessen noch ein Wort zur Grafik: Der Hardwarehunger des Spiels ist sehr groß und ab und zu kann man diesen Hunger auch nicht unbedingt verstehen, da es größtenteils zwar ordentlich aber nicht überragend aussieht. Aber spätestens – und wirklich allerspätestens – wenn man zum allerersten Mal die Instanz „Eloh Vale“ betritt und über die Brücke hinüber zum Eloh-Tempel läuft, ist das gebotene Bild einfach nur noch zum auf die Knie fallen schön – selbst auf mittleren Einstellungen. Die Gebäude und Räume der Eloh sind sowieso das grafische Highlight des Spiels. Das mag auf der einen Seite etwas schade sein aber auf der anderen Seite gewinnt der Spieler so eine wirkliche Vorstellung davon welche Bedeutung und vor allem welche Technologien diese uralte Rasse hat.

Über die negative Seiten habe ich jetzt nicht viel gesagt aber neben dem Hardwarehunger ist vor allem das Crafting-System noch meilenweit davon entfernt irgendwie nützlich zu sein. Auch hat das Spiel noch einige eckige Kanten (Bugs, fehlerhafte Darstellungen etc.) und fehlende Features. Es ist also nicht ganz so ausgereift wie LOTRO aber auch bei weitem nicht so kaputt wie es Vanguard: Saga of Heroes leider immer noch ist. Patch 1.4 wird auch ein weiterer, sehr großer Schritt in die richtige Richtung sein. Von mir gibt es deshalb auf jeden Fall eine uneingeschränkte Empfehlung an alle, die nicht so sehr auf PvP aus sind, sondern mehr Wert auf PvE legen.

Epilog

So, jetzt hab ich ein „bisschen“ was zu Tabula Rasa erzählt und dabei nicht einmal im Ansatz alles erzählt, was ich erzählen könnte. Deshalb habe ich auch „Angst“ davor ein Review zu einem MMO oder grundsätzlich zu einem umfangreichen Rollenspiel anzufertigen. Da kommt einfach zu sehr der Drang dem Spiel gerecht zu werden durch :). Ein paar mehr Infos in komprimierter Form (vor allem zur Hintergrundgeschichte) und einige Screenshots (allerdings nur vom Anfang) aus meiner Hand gibt es natürlich wie immer bei MobyGames. In diesem Sinne bis Donnerstag!

PS: Wer Tabula Rasa übrigens mal antesten will, dem kann ich einen Trialkey (3 Spieltage) zukommen lassen. Es wäre allerdings schön, wenn die Wahrscheinlichkeit zum weiterspielen hoch wäre, denn erstens ist die Anzahl der Keys begrenzt und zum anderen bekomme ich einen Monat geschenkt, wenn derjenige sich dazu entscheidet ein Abo abzuschließen.

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