Sicarius

Ballastfrei

Am Dienstag hatte ich in World of WarCraft endlich die magischen 5.000 Goldstücke beisammen – für ungefähr fünf Minuten bis ich dann Reiten 300 gelernt und den Quest für die epische Flugform des Druiden gestartet hatte. Wahnsinnig faszinierend nicht?

Aber das zeigt eben, wie gut einen World of WarCraft selbst 3 1/2 Jahre nach der Erstveröffentlichung noch in den Bann zieht. Selbst nach fast zehn Monaten Auszeit ist man sofort wieder drin und findet schnell wieder Erfolgserlebnisse. Allerdings merkt man dem Spiel seine lange Laufzeit bereits in einigen Ecken und Enden stark an. Schließlich war ich ja das letzte Jahr nicht untätig und habe zu genüge über den Tellerrand geschaut. Hier nehme ich besonders gerne den Vergleich zu Richard Garriott’s Tabula Rasa her.

Der Titel erlebt zwar nicht unbedingt die besten Zeiten, wenn es nach dem Betreiber NCSoft geht, aber die Entwickler bei Destination Games sind noch voller Elan dabei und das macht sich einfach überall bemerkbar. Nicht nur wie es sich seit Release vor bald einem Jahr entwickelt hat in Bezug auf Inhalte und solche Sachen, auch die Betreuung ist immer noch vorbildhaft. Das schlägt sich auch in der, zugegeben wesentlich kleineren, Community nieder. Ein netter, eingeschworener Haufen eben, der das Spiel wirklich liebt. Für mich ist es jedoch nicht einmal dieser Aspekt am Spiel, der mir so viel besser gefällt als in World of WarCraft, da ich sowieso mehr der „Casual Lone Wolf“ bin. Es sind viel mehr Dinge wie die allgemeine Trägheit von World of WarCraft. Das fängt beim Reisen an und zieht sich über das ganze Spiel bis in die Kämpfe selbst hinein. Alles dauert hier irgendwie elendig lange.

In Richard Garriott’s Tabula Rasa bin ich hingegen, dank großzügig in der jeweiligen Zone verteilten Teleportern, in wenigen Minuten quasi überall. Unterstützt wird das Ganze auch noch durch die persönlichen Teleporter, mit denen ganze Gruppen sich von überall in das Teleporternetz einklinken können. Da muss man eben nicht warten bis der Cooldown auf dem Heartstone abgeklungen ist oder zum nächsten Greifenpunkt latschen. Nur Magier können das dank ihrer Portale etwas umgehen.

„Dann spiel halt Richard Garriott’s Tabula Rasa, wenn es dir so viel besser gefällt!“ – Ja, mach ich auch, aber jetzt ist in der Rotation eben erst einmal wieder World of WarCraft dran. Gleiches Recht für alle!

World of WarCraft ist übrigens auch schuld daran, dass es heute immer noch keinen Angespielt-Bericht zu Mercenaries 2: World in Flames gibt. Was ich davon allerdings bislang gespielt habe, war ganz nett. Man sollte jedoch die „Water Effects“ auf „Off“ stellen, sonst geht die Performance (unabhängig von Auflösung und anderen Einstellungen) massiv in den Keller – selbst wenn kein Wasser in Sicht ist. Ein komischer Bug, der hoffentlich noch mit einem Patch behoben wird. Leider scheint aber auch die Steuerung ziemlich misslungen zu sein.

Wie in Lost Planet: Extreme Condition verhält sich der Mauszeiger oft sehr unberechenbar. So springt er gerne mal, ohne erkennbaren Grund, durch die Gegend. Passiert besonders oft, wenn man sich gerade umschauen möchte. Dann führt er die Mausbewegung zwar aus springt aber plötzlich noch ein gutes Stück in die gleiche Richtung. Sehr nervig, gerade so als wären im Hintergrund noch Reste des, in der Konsolenversion aktivierten, Autoaim aktiv, die sich auf irgendeinen unsichtbaren Gegner fixieren wollen.

Auch dämlich sind die Quicktime-Events, wie wir sie schon unzähligen anderen Titeln kennen. Problem dabei ist nicht einmal das Event an sich, sondern dass der Spieler keine Tasten angezeigt bekommt. Stattdessen sieht man nur ein Symbol, welches innerhalb einer Sekunde identifiziert und dann die entsprechende Taste gedrückt muss. Bis ich beim ersten Event (einen Panzer klauen) kapiert hatte, dass das Symbol mit zwei Füßen drauf „Springen“ bedeutet, musste ich so einige Male neu anfangen.

Die dritte Sache, über die ich jetzt schon meckern kann, ist die eher durchschnittliche Grafik. Es gab zwar schon ein paar lichte Momente (besonders gleich nach Spielstart), in denen dem Titel nicht ansehbar ist, dass er auch für die PlayStation 2 erschienen ist, aber die meiste Zeit dominieren verschwommene und undetaillierte Texturen die Welt. Auch die Animationen der Charaktere sind nicht unbedingt das, was man „Next-Gen“ nennen würde. Dafür sind die Explosionen schön anzusehen und machen auch mächtig rums aus den Boxen – und das ist bei Mercenaries 2: World in Flames sowieso das wichtigste. Leider ist der MobyGames-Eintrag dazu immer noch in der Schwebe (wurde nicht von mir eingeschickt), weshalb ich noch keine Screenshots verlinken kann, aber mal abwarten wie sich die Sache weiter entwickelt.

Auch zu S.T.A.L.K.E.R.: Clear Sky kann ich noch nicht viel sagen. Zwar hatte ich es auch bereits angefangen und ein Stündchen gespielt, aber außer der Tatsache, dass ich gleich wieder einem Questbug begegnet bin und die Grafik immer noch sehr ansehnlich ist, kann ich dazu wirklich noch nichts zu sagen. Dank der Patchpolitik von GSC Gameworld, muss ich jetzt sowieso wieder von vorne anfangen. Wie kann man bitte auch bei einem so umfangreichen Titel einen Patch programmieren, der die Savegames unbrauchbar macht? Das motiviert nicht gerade dazu das Spiel anzurühren. Schließlich ist klar, dass noch ein paar Patches kommen werden.

Aber die ganze Angelegenheit stinkt sowieso schon wieder stark zum Himmel. Es war wohl doch zu naiv zu glauben, dass GSC Gameworld und THQ irgendetwas aus dem versauten Launch von S.T.A.L.K.E.R.: Shadow of Chernobyl gelernt und zwei oder drei Monate mehr für die Endabnahme genutzt hätten. Dafür hat es sich das Spiel wohl am Ende dann doch zu gut verkauft – und ja, ich bin mit Schuld.

Abseits davon, beginnt am Samstag die Volleyball-Saison 2008/2009 und bis dahin muss natürlich noch einiges an der Homepage des TSV Rottenberg aktualisiert werden. Wie letztes Jahr bedeutet dies auch, dass es jetzt wieder neue Pics von Chicks in Uniforms gibt. Ich erwähne das aber nur um mein Hitrating bei Google mal wieder nach oben zu treiben. Will ja nicht unterstellen, dass meine Besucher…aber lassen wir das.

Und damit gebe ich ab bis Montag. Dann gibt es hier die vierte Folge des Podcasts mit einem hochinteressanten Thema und drei hochintelligenten Gästen!

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