Sicarius

Für die Unabhängigkeit!

Pure geht gut voran. Nur noch vier Abschnitte mit rund 25 Events, dann bin ich durch. Warum diese Belanglosigkeit hier erwähne? Um einen kleinen Tipp zu geben für alle, die auch mit dem Ladezeitenproblem zu kämpfen haben: Wenn der Menüladebildschirm erscheint, einfach mit Alt+Tab auf den Desktop wechseln, warten bis wieder Musik aus den Boxen ertönt und wieder zurückwechseln. Aus mir absolut unerklärlichen Gründen wird so die Ladezeiten sehr stark gedrückt und auf ein absolut erträgliches Niveau gesenkt. Pure verträgt das Umschalten auch und ist dabei noch kein einziges Mal abgestürzt. Da habe ich natürlich mehr Motivation es zu starten als vorher. Nun aber zum heutigen Angespieltbericht:

Nr. 55: Sid Meier’s Civilization IV: Colonization (Screenshots)

Im Kern ist das Remake zum Klassiker Sid Meier’s Colonization von 1994 immer noch das gleiche Spiel – nur mit wesentlich besserer Grafik dank des Sid Meier’s Civilization IV-Unterbaus. So gilt es immer noch mit einer von vier Nationen (Holland, England, Frankreich, Spanien) die neue Welt zu besiedeln und bis zum Jahre 1800 (Startjahr ist natürlich 1492) erfolgreich in die Unabhängigkeit vom Vaterland zu führen. Die zugrundeliegenden Spielregeln sind immer noch die gleichen und damit auch immer noch grundverschieden zu Sid Meier’s Civilization.

Auffälligster Unterschied ist, dass in jeder Runde sehr viel Mikromanagement gefragt ist. Jeder einzelne Siedler will auf der Weltkarte und in den Siedlungen eine Aufgabe zugewiesen bekommen. Ob nun Erntehelfer oder Weber, jede Entscheidung hat Auswirkungen auf das Gesamtbild. Hinzu kommt, dass in einer Kolonie natürlich nicht alles produziert werden kann. Je nachdem welche Art von Land um sie herum ist, eignet es sich eben besser zum Abbau von Baumwolle oder eben nur zum Abbau von Erz. Und gleichzeitig gilt es natürlich die Kolonie auszubauen mit größeren Warenhäusern, erweiterten Rumfabriken oder ähnlichen Upgrades, die die Produktion beschleunigen.

Negatives

Anders als im Original, wo wirklich so gut wie alles vom Spieler gemacht werden musste, können hier jedoch viele Sachen automatisiert werden. Auf Wunsch werden die Gebäude nacheinander automatisch erweitert und gebaut und die Kolonisten je nach vorhandenen Rohstoffen selbstständig Aufgaben zugeteilt. Aber natürlich ist dies nicht unbedingt immer die optimalste Lösung. Negativ im Gegensatz zum Vorgänger fällt hier gleichzeitig auf, dass man die praktischen Zollhäuser nicht mehr bauen kann. Damit war es möglich automatisch bestimmte Waren einfach zu verkaufen ohne sie nach Europe transportieren zu müssen (oder mit einer der anderen Städte auf der Karte Handel zu treiben). Zwar lässt sich das Warenhaus noch entsprechend aufrüsten, aber das dauert nicht nur lange, sondern gibt auch nur den halben Warenpreis.

Auch besonders negativ fällt auf, dass die Indianer nicht mehr auf der Karte realistisch verteilt werden. So finden sich Tupi plötzlich in Canda und Sioux in Südamerika. Das war im Original noch anders. Sowieso sind sie generell zu einem bloßen Beiwerk verkommen sind. Das Plündern von Grabstätten und das Entdecken von Schätzen haben zum Beispiel keinerlei Auswirkungen mehr auf die diplomatischen Verhältnisse. Früher landete man dafür hingegen sehr schnell am Marterpfahl. Auch gibt es keine Revolten oder Überfälle von Indianern auf Goldschätze, die gerade zum nächsten Ort transportiert werden. Im Gegenteil geben sie einem viel zu schnell ihr eigenes Land, wenn die neuen Kulturgrenzen einer Spielerstadt weit genug ausgedehnt wurden. Das lässt die Indianer zu Witzfiguren verkommen.

Positives

Aber nicht alle Änderungen sind unbedingt negativ für Alteingesessene. Zwar ist es schade, dass Militäreinheiten nun sofort sterben anstatt nur zu einer niedrigeren Einheit degradiert zu werden, dafür gibt es aber nun die neue Einheit des Generals. Dieser kann auf Wunsch einer Einheit beitreten und sie so nicht unwesentlich stärker machen. Auch der Bereich der Gründungsväter ist nun wesentlich taktischer.

Zum einen kann ein Gründungsvater nun nur noch von einer Nation angeheuert werden. Wenn Frankreich Benjamin Franklin angeworben hat, dann ist er für alle anderen Nationen verloren. Außerdem bieten sich die Gründungsväter nun nur einer Nation an, wenn sie eine vorgebende Anzahl an Punkten erwirtschaft haben in den jeweiligen Bereichen wie Politik oder Militär. Diese Punkte gibt es dabei nicht nur für normale Aktionen im Spiel, sondern können auch von den Kolonien wie ein Gebäude „gebaut“ werden. Und bei der Erklärung der Unabhängigkeit, darf nun auch die zukünftigste Staatsform gewählt werden. Das ist besonders praktisch, da unter anderem eine Monarchie trotz Unabhängigkeitskrieg weiterhin mit Europa handeln treiben darf.

Fazit

Sid Meier’s Civilization IV: Colonization ist Sid Meier’s Colonization soviel lässt sich bereits sagen. Wer das Original kannte und mochte, wird sich sofort wieder zurechtfinden und wieder sehr viele Runden damit verbringen. Einige der Änderungen, besonders die Sache mit den Indianern, sind zwar gerade für Veteranen alles andere als schön und trüben durchaus das gesamte Spielerlebnis, insgesamt überwiegt jedoch das immer noch überdurchschnittlich solide Spielerlebnis, einige durchaus sehr sinnvolle Änderungen und, zugegeben, die Freude über die Rückkehr eines Klassikers in neuem Gewand – obwohl ich trotz der bereits mehreren Stunden Spielzeit erst einen Bruchteil des Spiels gesehen habe (Unabhängigkeit habe ich zum Beispiel noch nicht erklärt), denn wie in allen vergleichbaren Titeln, will auch in Sid Meier’s Civilization IV: Colonization gut Ding Weile haben.

Für alle anderen, die Spiele ähnlich zu Sid Meier’s Civilization mögen, gibt es von mir ebeson eine ganz klare Empfehlung, auch deshalb weil der Titel für nur 30 Euro im Laden steht (Sid Meier’s Civilization IV wird zum Spielen nicht benötigt). Wer von Sid Meier’s Civilization rüberkommt, muss sich allerdings auf einige längere Umgewöhnungszeit einstellen.

Themawechsel

Sacred 2: Fallen Angel konnte ich hingegen aus diversen Gründen noch nicht genug spielen (bin erst Level 4), um euch einen umfangreichen Angespieltbericht präsentieren zu können. Zum einen hatte ich schlichtweg noch nicht genug Zeit und zum anderen hat das Spiel noch mit etlichen Problemen zu kämpfen. Zuerst stand der wichtige Releasepatch nicht bereit und dann habe ich die ersten Tage verzweifelt versucht nur im geschlossenen Multiplayer zu zocken (wie ich es mit Diablo im Battle.Net getan habe), aber Ascaron hat aus unverständlichen Gründen nicht erlaubt selbst Server zu erstellen und auf den vorgefertigten Servern konnte ich nicht die Kampagne richtig erleben. Deshalb habe ich nach langem hin und her jetzt im Einzelspielermodus meinen Charakter erstellt, auch wenn ich dort mein tolles Collector’s Edition-Pet (Ein Trägerimp, der einem die Spielerkiste hinterher trägt und so faktisch den verfügbaren Inventarplatz verdreifacht) nicht benutzen kann. Mittlerweile gibt es zwar einen Hotfix, mit dem es wohl jetzt endlich möglich ist eigene Server aufzumachen, aber jetzt ist mir das das gelinde gesagt einfach egal.

Mein erster Eindruck vom Spiel lässt sich auf jeden Fall in zwei Aussagen zusammenfassen: Es ist wie Sacred und es ist ein typisch, deutsches Spiel. Und beide Aussagen sind sowohl positiv als auch negativ gemeint. Mehr dazu dann in einem der kommenden Einträge. Genau lässt sich das derzeit nicht sagen, da heute der Betatest zum besten Onlinerollenspiels aller Zeiten startet: Hello Kitty Online

Richtig gelesen, dass Spiel, zu dem ich vor langer Zeit bereits eine Signatur erstellt hatte. Rondrer und ich werden uns hinab in die tiefsten Tiefen der Welt von Katze Kitty begeben und schauen ob der Titel tatsächlich hält was er verspricht und World of Warcraft in allen Aspekten übertrumpft und ob es der erste Kandidat ist, der reale Chancen hat den Koloss vom Thron zu stoßen.

Der Spieleherbst 2008 bleibt also weiter spannend!

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3 Kommentare

Heyho, ich wollte mich nur zurückmelden. Ich war über 2 Wochen auf Lehrgang und muss jetzt erstmal das ganze Geschehene aufholen, ich hoffe das schaffe ich noch dieses Wochenende. Mein erster Blick über den letzten Eintrag lässt etwas über Hello Kitty online erahnen, da ist es natürlich ein MUSS für mich.

–CYEET

hmm alles aufgearbeitet, aber noch nicht kommentiert, was ich mittlerweile fleißig nachhole xD

Was unter dem deutsch-deutschen Spiel Sacred 2 zu verstehen ist, würde mich interessieren? *sich glatzköpfige dirndel und springerstiefeltragende Seraphin vorstellt* brrrr :sad:

–NUCQB

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