Sicarius

Spielschen

Ich könnte jetzt eine ausgefallene Ausrede bringen warum und weshalb ich heute nicht den fünften Teil des Artikels über Westwood veröffentliche, aber in Wahrheit haben mich einfach folgende Dinge aufgehalten: MobyGames, Fallout 3 (Level 20 und 36 von 60 Achievements schon erreicht), Command & Conquer: Red Alert 3 (Mit JakillSlavik jetzt in der dritten Mission der zweiten Kampagne angekommen) und Lost Planet: Colonies. Letzteres habe ich nun endlich zum ersten Mal durchgespielt (auf dem vorletzten Schwierigkeitsgrad namens „Schwer“). Meine Endwertung: 4 von 5 Sics. Da ich derzeit absolut keine Zeit für ein Review habe (bin schon mit meinem Studium zwei Monate hinterher), hier kurz die wichtigsten Punkte dieser aufgebohrten Neuveröffentlichung von Lost Planet: Extreme Condition:

– Immer noch sehr anschauliche DirextX10-Grafik mit den beeindrucktesten und realistischsten Raucheffekten die ich kenne (wirklich spielbeeinflussend). Und die Fellsimulation bringt die Grafikkarte ganz schön ins Schwitzen (wie FurMark). Hardwareanforderungen sind auch generell noch sehr hoch.
– Nette Geschichte die schön motiviert, auch wenn ein wenig zu asiatisch angehaucht bei den Charakteren und etwas zu schnell abgehandelt (das Spiel macht mittendrin auch noch einen Zeitsprung…). Vieles, was eingeführt wird, kommt deswegen zu kurz. Entsprechend dauert die Einzelspielerkampagne nicht viel mehr als 10 Stunden.
– Richtig fette Bosskämpfe in JEDEM der insgesamt elf Level (15 insgesamt). Besonders die Arkaniden-Bosse (Insektenartige Viecher) sind taktisch anspruchsvoll und haben mich in den meisten Fällen mehrere Anläufe gekostet. Die menschlichen, bzw. mechanischen Bosse (= Mechs) waren insgesamt ein wenig zu einfach im Vergleich, aber dennoch auch eine Herausforderung.
– Die KI ist größtenteils ziemlich dämlich, was aber nicht weiter schlimm ist, da es meistens die Masse macht und sie echt böse reinhauen. Gegen Ende bin ich durch einige Levelabschnitte nur durchgerannt weil es einfach zu viel war.
– Die Steuerung ist immer noch zu konsolig (=ungenau) und im Kampf fehlen die Rückmeldungen. Man weiß gar nicht ob man den gegenüber jetzt getroffen hat oder nicht, bis er endlich umfällt. Und die Zielhilfe auf jeden Fall ausmachen, sonst bekommt man nur Probleme so unberechenbar wie sich die verhält. Es funktioniert aber trotzdem mit Tastatur und Maus sehr gut. Die Bildschirmhinweise sind jedoch größtenteils immer noch auf das X360-Gamepad ausgelegt.
– 10 Gamerpoints für das Durchspielen auf „Schwer“ ? Das ist blanker Hohn bei den Nerven, die das mich gekostet hat. Da muss ich es mir doch schwer überlegen, ob ich es für läppische 15 Gamerpoints noch einmal auf „Extrem“ angehe. Allein die Bosskämpfe, die man auch in einer Art Tournament abseits der Kampagne bestreiten kann, sind dort der helle Wahnsinn.

Insgesamt auf jeden Fall ein unterhaltsamer Third-Person-Shooter, den ich besonders Spielern mit entsprechender Hardware empfehlen kann. Das Spiel kostet auch mittlerweile keine 20 Euro mehr und hat keinen wirklichen Kopierschutz (läuft sogar ohne DVD im Laufwerk). Nur im Multiplayer ist mittlerweile ziemlich tote Hose angesagt.

Aber gut, dass ist ja ein wirklich alter Schinken. Wenn ich euch schon nichts über Westwood erzähle, dann soll es wenigstens ein paar Angespieltberichte geben:

Left 4 DeadLeft 4 Dead (Mobygameseintrag noch nicht genehmigt) – Der langerwartete Zombieshooter von Valve ist endlich da – und ist gut geworden. Die Source-Engine macht zwar nicht mehr ganz die frischeste Figur, aber es ist auf den Karten sowieso stockduster, da fällt das nicht so auf. Dafür ist es richtig spaßig Horden von Zombies niederzumähen und mit seinem Team den rettenden Sicherheitsraum zu erreichen. Allerdings ist hier auch schon das erste Problem: der durchschnittliche CounterStrike-Spieler kennt kein Teamwork, weshalb der Spaß im Multiplayer, eigentlich das Herz des Spiels, stark von der durchschnittlichen Intelligenz der eigenen Kollegen abhängt. Meine Erfahrungen in diesem Bereich waren bislang eher negativ. Zum Glück taugt die künstliche Intelligenz im Einzelspieler.

Der spaßigste Modus ist aber sowieso der Versus-Mode, in dem auch die Zombies von Spielern übernommen werden. Dank der abwechslungsreichen Fähigkeiten der Zombies macht dieser richtig viel Spaß.
Und mehr kann man zu diesem Spiel eigentlich auch nicht sagen. Es ist ein ganz auf Spaß ausgelegter Shooter der etwas Teamgeist erfordert. Vom Spielprinzip macht er nicht viel anders als jeder andere Shooter, hat aber mehr Zombies als jeder Film der auf „of the Dead“ endet. Und was braucht man mehr als 300 Zombies die auf einen Einstürmen? Valve muss nur schleunigst neue Level bringen, denn die Auswahl in der Retailversion ist äußerst mager.

A Vampyre StoryA Vamypre Story (Screenshots) – 2001 wurde dieses Adventure rund um die Flucht der vampirischen Obernsängerin Mona von einem Schloss in Draxsylvanien angekündigt, aber was lange währt, wird endlich gut. So haben wir es mit einem klassischen Point & Click Adventure zu tun mit 3D-Charakteren vor detaillierten 2D-Hintergründen. Es macht auch im Prinzip nicht wirklich viel falsch. Die Charaktere sind interessant und liebenswert, die Sprüche lustig (wenn auch ab und zu etwas kalauerhaft) und die Rätsel bislang logisch. Auch hat das Spiel die wichtigsten Hilfsfunktionen wie eine Anzeige aller Hotspots im Raum oder einer Option zum Anzeigen von Tipps, falls man mal nicht weiter kommt. Leider wird das ganze Erlebnis etwas durch ein paar Unzulänglichkeiten getrübt.

So macht das Aktivieren von Kantenglättung große Probleme indem alle 3D-Objekte (inkl. der Charaktere) durchsichtig werden, was nicht nur unschön aussieht, sondern auch das Rätseln erschwert. Außerdem sind in jeder Szene viel zu viele Hotspots. Dadurch das Mona und ihr Fledermausbegleiter Froderick zu jedem Objekt immer sehr viel zu sagen haben, wird das Spiel unnötig in die Länge gezogen bis man endlich einen Hotspot gefunden hat, der einen voranbringt. Der wichtigste Punkt ist jedoch: das Spiel hat wohl wieder ein offenes und äußerst unbefriedigendes Ende. Ich selbst bin zwar noch nicht soweit, aber in den Foren ist der Ärger groß, weshalb ich es vorsichtshalber mal erwähne.
Was unter dem Strich bleibt ist ein solides Adventure. Es hat ein paar Fehlerchen, aber bis auf das Ende drückt keiner davon wirklich den Spielspaß. Die teils abstrusen und vorbildlich vertonten Charaktere und die witzigen Dialoge sind einfach zu köstlich.

LegendaryLegendary (Screenshots) – Ein absolut linearer Shooter mit Standardwaffen in dem es darum geht, dass der Spieler die Büchse der Pandora geöffnet hat und jetzt New York überrannt wird von mythologischen Kreaturen (Greifen, Transformers-Nachahmer, Werwölfe und so weiter). So etwas Lineares habe ich glaube ich schon lange nicht mehr gespielt. Aber gleichzeitig auch heftiger gescriptet als jedes Call of Duty-Spiel, was die Linearität wieder ausgeleicht. Es passiert einfach ständig und überall irgendwas. Außerdem sind die Gegner, nur ein kleiner Teil ist menschlich, mal etwas wirklich anderes und können auch mit einer sehr guten KI glänzen. Bislang waren meine Hauptgegner zwar nur komische Höllenhunde und Werwölfe, aber besonders letztere haben immer eine Überraschung im Ärmel. Da wird munter an Wänden entlang geklettert, in Rücken gefallen und mit Sachen nach einem geworfen. Da ist wirklich jeder Kampf anders als der vorherige.

Auch nett ist der Multiplayermodus, der auf den ersten Blick nur Teamdeathmatch zu bieten hat. Allerdings hat dieser Modus einen Twist. Neben den zwei Spielerteams, ist in den Leveln auch noch eine dritte Fraktion unterwegs: die KI-gesteuerten Monster. Da diese dank besagter guten KI nicht zu verachten sind, werden die Matches so wirklich interessant. Außerdem lassen die Animus-Energie fallen, die gebraucht wird um sich zu heilen.

Neben den Standardwaffen hat Deckert nämlich auch noch seinen magisch infizierten Arm. Der erlaubt es ihm sich zu heilen oder eine Energiewelle auszusenden, die Gegner zurückwirft. Allerdings wurde die Sache fies von Ryan Lennox aus Infernal geklaut und entsprechend nervig ist es auch jedes Mal die Energie von toten Gegnern aufzusaugen um sich zu heilen. Außerdem kann die Technik nicht so wirklich überzeugen. Diese basiert zwar auf der Unreal Engine 3 und bietet nette Effekte und detaillierte Kreaturen, aber die Menschen sehen einfach nur hässlich und steif aus und die Levels sind eher kantig als organisch.

Trotzdem habe ich tatsächlich Spaß mit dem Spiel und mein erster Eindruck von der Games Convention 2008 hat mich nicht zu einem Fehlkauf verleitet. Zwar sind 50 Euro dann doch viel zu viel für das Spiel, aber spätestens wenn es dann mal in der Pyramide zu finden ist, empfehle ich ganz klar den Kauf. Schon allein wegen der wirklich coolen Inszenierung.

Zu Gothic 3: Götterdämmerung spar ich mir allerdings einen langen Text. Die Schlammschlacht die derzeit im Internet deswegen tobt, braucht keinerlei weiteren Kommentars. Deswegen nur soviel: Ich mag Gothic-Fanboy sein, aber was JoWooD und Trine Games hier abgeliefert haben, lässt sich nur so zusammenfassen: Finger weg! Nicht kaufen, egal wie groß die Liebe zum Gothic-Universum ist. Absolutes Kaufverbot! Dass ich es mir geholt habe, war schon viel zu viel Belohnung für diesen Scheißdreck, der hier abgeliefert wurde.

Ich gebe ehrlich zu, dass es neben dem Axel Springer-Verlag kein anders Unternehmen gibt, dem ich so sehr den endgültigen Bankrott wünsche wie JoWooD Productions. Es kann einfach nicht sein, dass denen immer noch erlaubt wird ehemals erfolgreiche Marken in den Ruin zu treiben. Und wenn ich lese, dass die Inder bei Trine Games derzeit noch an weiteren Fortsetzungen zu bekannten Spieleserien arbeiten, habe ich wirklich Angst um die Zukunft von SpellForce und Co. Und das es in den Foren dann immer noch Leute gibt, die anscheinend freiwillig diesen Publisher in Schutz nehmen und die Schuld auf andere schieben (teilweise sogar auf Piranha Bytes, die mit dem Addon überhaupt nichts zu tun hatten) – da kann ich nur noch fassungslos mit dem Kopf schütteln.

Und mit diesen Worten verabschiede ich mich bis Donnerstag. Dann hoffentlich mit Teil 5, der sich ganz um Command & Conquer drehen wird (1995 bis 1998 kam nicht viel anderes aus Las Vegas).

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3 Kommentare

uff, dass das G3 Addon wirklich SOOOOOO schlimm ist hätte ich jetzt nicht erwartet… gut, dass ich mit dem Kauf gewartet hab, das spart Geld und Nerven :D

Mehr Bugs als im Hauptspiel (inkl. Plotstopper, plötzliche Sprachwechsel und sogar Synchronstimmen die mitten im Satz von einem Menschen zu einem Ork werden…), ein verschlimmertes und absolut ätzendes Kampfsystem, eine megadämmliche Frisur des Helden (und anderen Charakteren) und lieblose Quests/Geschichten.
Das sind so die Hauptpunkte die mir ausm Kopf einfallen.

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