Sicarius

Braindamage

Als ich die Tage mal wieder ein wenig im Bagdadsoftwarearchiv gestöbert habe, ist mir aufgefallen, dass wir hier schon lange keinen richtig sinnfreien Eintrag mehr hatten. Natürlich behaupten jetzt sicher einige Besucher, dass alle Einträge auf Bagdadsoftware sinnfrei sind, aber diese Neider ignorieren wir doch einfach. Und was ist sinnfreier als die uralte Serie Gedanken zum Wochentag nach langer Zeit mal wieder fortzusetzen?

Leider hatte ich den Donnerstag bereits 2006 anlässlich Rondrers Geburtstag abgearbeitet, weshalb wir uns heute dem Montag zuwenden. Selbstverständlich könnte ich jetzt so tun, als würde ich euch komplett neue Erkenntnisse darbringen, aber wir wissen selbstverständlich alle, dass ich vor lauter Lustlosigkeit nur bei Wikipedia vorbeigeschaut habe. Stattdessen picke ich mir deshalb dieses Mal einfach ein paar Informationen heraus und gebe meinen Senf dazu. Das ist weniger Arbeit für mich und garantiert quasi schon, dass der heutige Eintrag absolut bekloppt wird und nur wenige, sinnvolle Informationen enthält.

Erst seit 1976 ist der Montag der erste Tag der Woche. Wir erinnern uns, dass in diesem Jahr die DIN-Norm Nr. 1355 – Zeit in Kraft trat, an deren Existenz ich zu Beginn auch nicht geglaubt hatte. Ein Fakt, den es noch einmal zu betonen gilt: Wir haben eine Norm, die festschreibt wie eine Woche auszusehen hat! Andererseits ist es wahrscheinlich auch besser so. Am Ende würde jeder Discounter seine eigene Wochenaufteilung einführen und uns in der Werbung damit erschlagen.

Unsere Bezeichnung „Montag“ kommt, wie so gut wie alles bei uns, aus dem Lateinischen („Tag der Mondgöttin Luna“), interessant ist jedoch wie einfallsreich zum Beispiel unsere Tschechischen Nachbarn waren. Deren Wort für „Montag“ bedeutet wörtlich übersetzt „nach dem Sonntag“.

Angesichts dieser Tatsache muss ich schon ein wenig schmunzeln und mir einige Fragen stellen: Hatten die Erfinder des Namens große Schwierigkeiten sich daran zu erinnern wann Montag ist? Oder, wenn man sich anschaut das der Name für Sonntag feminin und der für Montag maskulin ist, wurden sie von ihren Frauen stark unterdrückt?

Wikipedia verlinkt auch gleich noch zu fünf weiterführenden Artikeln. Einer davon ist der über die öffentlich-rechtliche Fernsehshow „Die Montagsmaler“, aber das interessiert mich nicht einmal ansatzweise. Ich frage mich höchstens ob es im öffentlich-rechtlichen Fernsehen eigentlich irgendeine Show gab, die nicht irgendwann einmal von Frank Elstner moderiert wurde. Ein weiter Link führt hingegen zum Begriff „Montagsdemonstrationen“.

Während mir die geschichtliche Bedeutung des Namens durchaus bekannt ist, am ehesten verbindet man wohl den DDR-Protest am 23.10.1989 in Leipzig mit diesem Begriff, finde ich diesen Nebensatz aus der Wikipediabeschreibung amüsant:

„[…]am Wochentag Montag stattfindende politische Demonstrationen[…]“.

Ich wäre da jetzt echt nicht von alleine darauf gekommen. Demonstrationen, die an einem Montag stattfinden heißen „Montagsdemonstrationen“. Wahnsinn. Das verändert mein ganzes Weltbild. Ich hätte die ja jetzt „Nach dem Sonntagdemonstrationen“ genannt. Aber gut, in einer Welt in der in jeder Anleitung davor gewarnt werden muss doch bitte nicht das jeweilige Objekt in die Mikrowelle zu stecken, muss man wohl auch so eine Erklärung bringen.
Ein weiterer Montag ist der „Rosenmontag“, der wohl wichtigste Tag in der beklopptesten Erfindung aller Zeiten: „Fasching“ bzw. „Karneval“. Und da mit diesem Satz auch gleich klar wird, welch großes Interesse ich an diesem Tag habe, gehen wir gleich über zum „Schwarzen Montag“:

Schlaue Leute ziehen beim Begriff „Schwarzer Montag“ umgehend Parallelen zu „Schwarzer Freitag“ und liegen damit auch richtig. Am 19.10.1987 ging es an der Börse mal wieder so richtig abwärts. Ungefähr so wie bei unserer aktuellen „Finanzkrise“. Leider steht im Wikipediaartikel dazu nicht ob damals der Herr Dr. Kohl genauso in einer Kurzschlusshandlung ein dämliches „Konjukturpaket“ mit unzähligen, vollkommen sinnlosen Subventionierungen geschnürt hat, die sowieso nur denen was bringen, die sowieso schon genug in der Tasche haben, oder ob sie wenigstens damals so schlau waren und erkannt haben, dass das Leben auch ohne so einen Müll weitergeht. Wenn ich nicht so stark den Kopf darüber schütteln würde wie viel Einfluss das fiktive Zahlengeschiebe auf einer Anzeigetafel auf unsere Wirtschaft hat, würde ich es vielleicht nachrecherchieren. Aber der damalige Börsenkrach war sowieso langweilig im Vergleich zum Weltwirtschaftskrisenoriginal, weshalb ich in der Zeit dann doch lieber World of Warcraft spielen gehe. Bleibt also nur noch der „Blaue Montag“.

Der ist auch schon wieder interessanter, weil der Begriff vom „blau machen“ kommt, also etwas mit frei haben zu tun hat. Bei den Frisören gibt es den „Blauen Montag“ auch größtenteils heute noch, wie wohl jeder aus eigener Erfahrung weiß, aber generell ist die Sitte am Montag nur mit wenig Besetzung oder sogar gar nicht zu arbeiten in unserer globalisierten Wirtschaft schon lange nicht mehr vorhanden. Irgendwie schade, den so ein dreitägiges Wochenende ist eigentlich immer etwas Feines.

Und damit beenden wir wohl am besten dieses Elend namens Eintrag und hoffen auf etwas Einfallsreicheres und weniger Lustloses am kommenden Tag nach Sonntag. Das Pensum an Sinnlosigkeit ist auf jeden Fall erst einmal wieder erfüllt :wink: .

PS: Thema und Gast für Folge 8 des Bagdadsoftware Podcast stehen fest und voraussichtlich am 24.01.09 wird die Sendung aufgezeichnet und dementsprechend dann am 26.01.09 veröffentlicht.

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2 Kommentare

Das ist hiermit der schlechteste Eintrag aller Zeiten <.<
Ich verwehre mich bzgl. der Einschätzung des Konjunkturpaketes, die typischen Stammtischsprüche zu lesen. Grauselig x.x Bis zum Montag, hoffe ich dann.

Der schlechteste Eintrag aller Zeiten hatten wir schon wesentlich früher mal. Weiß aber grad nimmer genau welcher das war (glaub der über Blogs).

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