Sicarius

Filmisch

JakillSlavik ist, dankenswerterweise, fest am Korrigieren des Westwoodartikels. Es wird also nicht mehr allzu lange dauern bis das monumentale Meisterwerk in vollem Glanze erstrahlt und als wirklich 100% fertig designiert wird. Aber heute noch nicht. Stattdessen will ich mal wieder einen Film „pimpen“ (nein, nicht The Dark Knight):

Red vs. Blue: ReconstructionRed vs. Blue: Reconstruction – Das neuste Werk aus den Händen der Machinimaexperten bei Rooster Teeth Productions. Fünf Staffeln lang brachten sie mit Red vs. Blue: The Blood Gulch Chronicles das Internet zum Lachen. Die Geschichten rund um die chaotischen Abenteuer des blauen und roten Teams waren immer ein Highlight – nicht nur für Halofans, in deren Universum die Filmchen gedreht wurden. Aber spätestens ab Staffel 4 wurde deutlich, dass die Filmemacher mehr wollten als nur Slapstickhumor. Red vs. Blue wurde ernster.

Und so began es…
Die erste totale Abweichung von der Norm folgte in der fünfteiligen Miniserie Red vs. Blue: Out of Mind angesetzt nach Episode 71 der Hauptserie. Die Handlung war ernst, die Dialoge maximal mit trockenem Humor besetzt und doch war es cool Tex auf ihrer Suche nach der Wahrheit zu begleiten. Darauf baute dann der Vierteiler Red vs. Blue: Recovery One auf, der nicht nur mit Agent Washington einen vollkommen neuen Charakter ins Rampenlicht stellte, sondern gleichzeitig den geschichtlichen Grundstein für Red vs. Blue: Reconstruction legte.

Red vs. Blue: Reconstruction setzt die Geschichte rund um Agent Washington und die Verfolgung der geheimnisvollen Identität namens „Meta“ fort, die alle Freelancer jagt um ihre KIs und Verbesserungen zu klauen und sich selbst einzubauen. Obwohl jedoch die Geschichte auf alle vorherigen Folgen der kompletten Serie aufbaut, ist es Rooster Teeth Productions tatsächlich gelungen den Film so zu gestalten, dass er auch ohne jedes Vorwissen verständlich ist. Wie immer macht es jedoch noch einen Tick mehr Spaß, wenn man die Eigenheiten der wiederkehrenden Charaktere schon kennt und so einige Gags, die natürlich trotz allem Ernst vorhanden sind, witziger sind. Aber was macht den Film den jetzt so gut?

Es ist ein Film!
Der wichtigste Punkt ist die Inszenierung. Dank der Möglichkeiten der Halo 3-Engine, sieht nicht nur alles besser aus mit hochaufgelösten Texturen und flüssigeren Animationen. Dank des Halo 3-Cinematicmode sind auch die Kamerafahrten wesentlich cineastischer. Dadurch wirkt es nicht mehr so als bestünde die Sendung nur aus zwei nickenden Köpfen über die eine Sprachspur gelegt wurde. Den letzten technischen Schliff gibt die Musik, die nicht nur vielfältiger, sondern auch größer und passender geworden.

Dazu kommt der Aufbau der Geschichte, die sich nicht mehr einfach nur von einem Gag zum nächsten hangelt, sondern Substanz besitzt, spannend ist und bei der Stange hält. Besonders natürlich dank der neuen, wirklich professionellen Synchronsprecher. Diese bringen erstmals eine abwechslungsreiche Vielfalt in das Universum, das vorher durch austauschbare Mitt-30iger-Stimmen dominiert wurde. So werden die wieder hervorragenden Dialoge noch stärker zum Leben erweckt.

Bestes Beispiel sind die Zwischenmonologe, die im Original jede Folge einleiteten und einen Briefwechsel zwischen dem Leiter der Freelancerforschungsabteilung (die tiefe Stimme von John Reed) und eines Obmanns der Regierung (eingesprochen vom Briten Jack Lee) darstellen. Die beiden Charaktere sind so perfekt besetzt und die Texte so gut geschrieben, dass man am liebsten zwei Stunden nur ihnen lauschen möchte und der Vergleich zu Shakespeare schon gar nicht mehr so weit entfernt ist. Bekannte Charaktere wie Church oder Sarge wurden aber natürlich nicht neu besetzt.

Fazit
Red vs. Blue: Reconstruction ist im Vergleich zu Red vs. Blue: The Blood Gulch Chronicles ein Unterschied wie Tag und Nacht. Man sieht das Rooster Teeth Productions richtig viel dazugelernt und sich mit der Halo 3-Engine ausgiebig beschäftigt und so die Serie auf die nächste Stufe gehoben hat. Zwar gibt es, besonders dank des ewigen Dummerchen Caboose, immer noch genug, im positiven Sinne, äußerst dämliche Momente („That was the worst throw ever…of all time“), aber sie stehen im Gegensatz zu früher nicht mehr im Mittelpunkt des Geschehens. Stattdessen wird die Geschichte um das fragwürdige Freelancerprogramm und die Alpha-KI würdig und vor allem in einem kinoreifen Rahmen zu Ende gebracht. Und so gut und lustig Red vs. Blue: The Blood Gulch Chronicles auch war – Red vs. Blue: Reconstruction spielt deshalb einfach in einer ganz anderen, höheren Liga.

Wer will kann sich die ganze Serie in Kapitel zerschnitten auf der offiziellen Homepage in gewohnte schlechter Internetqualität kostenfrei anschauen oder gegen einen Betrag in Highres herunterladen. Für das komplette Erlebnis als zusammenhängender Film muss man hingegen die DVD für 20 Euro (ohne Versandkosten) aus Amerika importieren. Ich empfehle in diesem Fall gleich mehrere Sachen auf einmal zu ordern (wie das DVD-Boxset mit der kompletten Red vs. Blue: The Blood Gulch Chronicles-Serie. Da hat man dann neben Red vs. Blue: Recovery One, dass bei Red vs. Blue: Reconstruction mit dabei ist, auch noch Red vs. Blue: Out of Mind mit drin.), auch wenn dann der Zoll noch einmal zur Kasse bittet.

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