Sicarius

Jahresrückblick 2008

Habe ich schon einmal erwähnt wie sehr ich die Newsscriptfunktion zur verzögerten Veröffentlichung mag? Während also alle Welt in exakt diesem Moment sinnlos Ressourcen sprichwörtlich verbrennt, nur weil es so schön *pöff* macht, beginnt auch hier auf Bagdadsoftware das Jahr 2009 mit den bekannten Worten:

Das Team von Bagdadsoftware wünscht allen Lesern und Besuchern ein frohes neues Jahr!
(Sauerkraut nicht inklusive)

Und wie es die Tradition mittlerweile verlangt, gehen wir auch gleich über in den Bagdadsoftware Jahresrückblick für 2008:

106 Einträge (einer mehr als in 2007) gab es, womit auch 2008 der mittlerweile etablierte Rhythmus von zwei Einträgen pro Woche voll eingehalten wurde. Auch in Sachen Kommentaren wurden es am Ende rund fünf Stück pro Eintrag. Natürlich könnte es immer mehr sein, aber warum die Nerven strapazieren? Gehen wir stattdessen lieber weiter die Zahlenstraße hinab.

So gab es insgesamt 12 Reviews (2007: 8; 2006: 15), wobei die meisten in der ersten Jahreshälfte veröffentlicht wurden, drei vollwertige Previews (2007: 0) und 39 gültige „Angespielt“-Berichte (2007: 20). Auch die Artikelsektion bekam ihr Fett weg mit satten 13 Zugängen (2007: 19; 2006: 10) und einem, eher unbeachteten, Gastbeitrag von Azzkickr. Obwohl in Zahlen weniger als 2007, war die Qualität der Neuzugänge (auch in den anderen Bereichen) doch größtenteils wesentlich höher. Selbst die Kommafehler haben ein einigermaßen normales Niveau erreicht. Das zeigt, dass auch der Webmaster lernfähig ist und von Jahr zu Jahr bereitwillig versucht sich zu verbessern. Es wird aber doch endlich mal Zeit das er mit seinem Engagement auch mal sein Leben finanzieren kann…

Außerdem ging mit dem Westwood-Rückblick der längste und umfangreichste Text (86.220 Zeichen) in der Geschichte von Bagdadsoftware online. Eine nicht zu verachtende Errungenschaft, auf die der Webmaster nach eigenen Aussagen sehr stolz ist, auch wenn die Arbeiten am Artikel in den nächsten Wochen noch weiter gehen werden (Timeline, Korrektur und Bilder!). Dafür sah die Literaturecke dieses Jahr keine Veränderung. Es gab weder einen Neuzugang noch hat sich der Webmaster mal hingesetzt und die angefangenen Geschichte fertig getippt. Aber, so viel sei verraten, hinter den Kulissen hat sich tatsächlich doch etwas getan. So hat nicht nur der Anfang einer weiteren Geschichte das Licht der Welt erblickt, der Webmaster hat sich auch einmal hingesetzt und die Synopsen für alle niedergeschrieben. Jetzt gilt es also nur noch den ganzen Kram in einen Fließtext zu übertragen – irgendwann…

Aber Bagdadsoftware besteht natürlich nicht nur aus Buchstaben. Unser Slogan ist schließlich nicht umsonst „Bagdadsoftware – Sehenswert, sinnlos und verdammt viel zu lesen!“.

So erblickten neun Signaturbilder 2008 (2007: 10) das Licht der Welt und bis auf den Totalausfall in Form von Signatur Nr. 39 mit dem Namen „Guitar Hero III“, machte auch hier die Qualität einen gewaltigen Sprung nach oben. Ein richtiger Künstler wird zwar trotzdem nicht aus dem Webmaster, aber um bessere Ergebnisse zu erzielen als so mancher Animezeichner reicht es mittlerweile definitiv – auch wenn schlecht gezeichnete und vollkommen überdimensionierte Brüste dann doch mehr Besucher anlocken. Trotz aller Emanzipation und Aufklärung ist p0rn eben doch immer noch der wichtigste Wirtschaftszweig.

Außerdem wurde die Garry’s Mod-Sektion aus dem Boden gestampft und gleichzeitig ein Account bei deviantART angelegt. Daraus entstanden sind nicht nur 16 mehr oder weniger lustige Bilder, sondern auch eine umfangreiche Neugestaltung der Signatur-Sektion inkl. informativerer und nun zweisprachiger Erklärungen. Und zu allem Überfluss kam der Webmaster fast exakt zur Mitte des Jahres auf die dämliche Idee nicht nur die Augen der Besucher zu schänden, sondern auch monatlich ihr Gehör mit einem Podcast zu strapazieren. Sieben Folgen, ein Special und zwei Testfolgen wurden seitdem auf die Menschheit losgelassen. Während die technische Umsetzung in einigen Fällen noch sehr zu wünschen übrig lässt und der Herr Webmaster noch viele Sprechübungen vor sich hat, wurden die Podcasts doch größtenteils positiv aufgenommen. Besonders natürlich Folge 6 mit Studiogast Jörg Langer. Technisch ziemlich misslungen und journalistisch nicht gerade druckreif, waren sich doch alle einig, dass es sich um den ersten richtigen Höhepunkt des Bagdadsoftware Podcasts gehandelt hat.

Aber genug der Selbstbeweihräucherung. Ein Jahresrückblick soll den Besucher dazu anspornen bestimmte Einträge mal wieder eines Blickes zu würdigen und nicht dazu dienen das Ego des Webmasters noch weiter aufzublähen.

Wenig überraschend wurde das Jahr von Spielethemen dominiert. Allerdings massiver als noch die Jahre zuvor. Füller und intellektuell hochwertige (= mann merkt schon beim Lesen wie die Gehirnzellen absterben) hielten sich in Grenzen. Aber sie waren natürlich auch vorhanden. Ohne den obligatorischen Kessy-Eintrag konnte das Jahr einfach nicht auskommen. Dank des Studiums gab es auch den ein oder anderer ungewöhnlicher Eintrag, das Interview mit JakillSlavik ist wohl der, der am meisten aus dem Rahmen gefallen ist.

Weiter Abwechslung brachten mehr oder weniger lange Buch-, Film- und die erste Musikbesprechungen (außerhalb von Spielemusik) und natürlich der ganze Kram rund um neue Hard- und Software, der zusammen auch sechs Einträge umfasst. Dank des wichtigsten Großereignisses des Jahres muss in diesen Fällen nicht einmal auf individuelle Einträge verlinkt werden – ein Verweis auf die jeweilige Kategorie reicht aufgrund der niedrigen Anzahl an Einträgen vollkommen.

Welches Großereignis? Also bitte! Der längste Eintrag in der Geschichte von Bagdadsoftware (16.800 Zeichen), die Feier eines wichtiges Jubiläum und um die Dreifaltigkeit zu komplettieren auch noch eine der wichtigsten Änderungen seit der Contentumstellung 2006: der 500. Eintrag natürlich mit der Einführung des CuteNews-Scripts! Wie kann man sowas vergessen?
Das unsere englischen Besucher das nicht wissen ist mir klar. Für die gab es dieses Jahr auch nur magere zwei Einträge und einer davon war eigentlich nur eine Auflistung von deutschen Artikeln. Das muss unbedingt anders werden wenn Bagdadsoftware die Weltherrschaft endgültig an sich reißen will!

Ein weiteres, besonders Highlight war auch die Veröffentlichung der Bagdadsoftware Raketensteuerungssoftware nach sechs Jahren Entwicklungszeit am 01.04.2008. Anders als Produkte mit einer vergleichbar langen Entwicklungszeit, hatte sich das Warten jedoch auf jeden Fall gelohnt – auch wenn sich bis heute kein wirklicher Käufer gefunden hat. Der im Eintrag abgebildete Erstkäufer war nur ein bezahltes Model…

Ein Tag zuvor hatte auch die mittlerweile weltberühmte Band Bag Dad Soft, Ware!(tm) ihren öffentlichkeitswirksamen Erstauftritt gehabt. Am Ende der Show konnten sich die Bandmitglieder vor lauter Groupies und Plattenverträgen gar nicht mehr retten. Genauso wie Kessy, die am 01.05.2008, dem Tag der Arbeit, mal wieder einen Statusbericht ablieferte und so unzählige Frauenherzen höher schlagen ließ. Der Rummel um diesen Eintrag war so groß, dass beinahe das wegweisende Review Kartoffelstecken 2008, der Weltöffentlichkeit am 12.05.2008 zugänglich gemacht, unterging. Dabei ist es bis heute das schlechteste Spiel aller Zeiten und sollte in jedem Entwicklerhandbuch als Negativbeispiel aufgeführt werden!

Aber so ist es eben mit Lolcatz (Bagdadsoftware haftet nicht für Folgeschäden die durch das unvorsichtige Anklicken von Links entstehen!) – lässt man sie einmal los, ist die Lawine nicht mehr zu stoppen. Was bleibt da anderes übrig als noch mehr Katzenbilder zu veröffentlichen und gleichzeitig zu versuchen die Besucher mit abstrakter Kunst zu verwirren und zurück auf die rechte Bahn zu lenken? So ging es dann auch fröhlich mit den Spielethemen weiter, nur kurz unterbrochen von kleinen Egotrips des Webmasters wie am 26.05.2008 – der Tag, an dem er voller Stolz verkündete, dass er mal bei einem Gewinnspiel totalen Schrott gewonnen hat. Die Juiced 2-Laptoptasche liegt dementsprechend auch immer noch unbenutzt auf dem Schrank herum. Hätte er verkündet, dass er einen 6er mit Zusatzzahl im Lotto hat, wäre es vermutlich interessanter gewesen…

Selbst Computerprobleme sollten den gewohnten Gang nicht unterbrechen – nur kurzzeitig leicht verlagern. Wie ein Maschinengewehr kamen das ganze Jahr über die „Angespielt“-Berichte, Re- und Previews und Kommentare zu Themen aus der Spielewelt. Da bekamen selbst die Beförderung von JakillSlavik zum Babbeseggel und das gefälschte IKEA-Regal keinen eigenen Eintrag. Es gab einfach nicht genug Montage und Donnerstage 2008 um alles einzeln zu behandeln. Da mussten die Besucher in den sauren Apfel beißen und eben oft mehrere Themen auf einmal verarbeiten.

Es ist tatsächlich noch einmal erwähnenswert wie konsequent sich der Webmaster 2008 auf Spielethemen konzentriert hat. Das mag vielleicht ein paar Randgruppen vertrieben haben, macht aber deutlich wie stark der Webmaster sein derzeitiges Lebensziel verfolgt und sein Hobby liebt – auch wenn dadurch der Jahresrückblick etwas magerer ausfällt. Dank der Einführung der Kategorien und der praktischen Sortierfunktion in der Gespielt-Sektion, ist das Stöbern im Archiv aber auch wirklich sehr viel einfacher geworden im Vergleich zu früher weshalb nur noch wirklich interessante oder untergegangene Einträge noch einmal erwähnt werden müssen. So bleibt nur noch das persönliche Jahresfazit des DvD übrig, der als Autor all dieses Krams sicherlich einen äußerst schizophrenen Eindruck erweckt wenn er nicht bald aufhört von sich in der dritten Person zu schreiben:

„2008 war, nicht nur in Bezug auf Bagdadsoftware, ein gutes Jahr für mich. Selbstverständlich würde Frau Mama jetzt wieder den ewigen Negativpunkt „fehlender Partner“ anbringen, aber ich bin noch jung und erst noch dabei mir ein Leben aufzubauen. Da sind andere Dinge, wie meine Beförderung zum technischen Planer (= mehr Geld!), einfach wichtiger. Dank des erfolgreichen Verlaufs des Studiums (nur noch ein Studienheft + Hausaufgabe!), dem guten Start des Podcasts und der generellen Weiterentwicklung meiner Fähigkeiten (besonders natürlich beim Schreiben) sehe ich deshalb auch weiterhin keinen Grund zum Emo zu werden und mich mit Rasierklingen zu misshandeln. Stattdessen erfreue ich mich an den vielen Konsumgütern in Form der vielen guten Filmen (vor allem The Dark Knight), Büchern (u.a. Die Erlöser des Wüstenplaneten), Musikalben (z.B. The Offspring – Rise and Fall, Rage and Grace) und natürlich Spielen, die das Jahr 2008 hervorgebracht hat (nein, ich verrate nicht wie viel Geld alleine OkaySoft dieses Jahr an mir verdient hat – errechnet habe ich den Betrag jedoch). Zwar schließe ich mich nicht der Bezeichnung „Bestes Jahr für Videospiele ev4r“ an, aber trotz allem Gejammer verfalle ich auch nicht in eine „Früher war alles besser“-Rede. Damit lassen sich später noch genug Einträge füllen und ich möchte auf keinen Fall Spiele wie Mass Effect oder sogar World of Warcraft: Wrath oft he Lich King missen. Natürlich wird es gleichzeitig langsam wirklich höchste Zeit, dass ich einen richtigen Fuß in die Spielebranche bekomme, aber das ist dann ein Punkt für den Jahresrückblick 2009. Bis dahin kann ich nur eines versprechen: Ich werde mich weiter versuchen zu verbessern und in neue Gebiete vordringen und zumindest euch, den Besuchern von Bagdadsoftware.de, möglichst qualitativ hochwertige, gut recherchierte und unterhaltsame Texte und Informationen bieten – wie gehabt zweimal pro Woche.

Euer

Christoph „Sicarius“ Hofmann“

Somit sind wir auch schon wieder am Ende des Jahresrückblicks angelangt. Schaut euch die alten Einträge noch einmal an, vielleicht fällt euch ja noch ein interessanter, dämlicher oder was auch immer Kommentar dazu ein. Dank der Navigationsleiste auf der rechten Seite, bin ich auch nicht mehr der einzige, der ihn mitbekommt.

Abgesehen davon bleibt abschließend nur die Frage: Wie war euer Jahr 2008?

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10 Kommentare

Schöner Bericht, Sic. Ich denke, das letzte Jahr hat dich in vielerlei Hinsicht nach vorne gebracht. Da kannst du sehr gut drauf aufbauen! Deine Referenzen nehmen stets weiter zu und wenn du weiterhin den Ehrgeiz zeigst, wirst du dein Ziel zweifelsfrei erreichen!

Da du schon danach fragst: mein Jahr war einerseits geprägt von Abschlüssen:

a) mein Uni Abschluss
b) Abschluss eines Praktikantenvertrags bei Bosch Rexroth
c) nach drei (!!) Jahren hab ich es (so bilde ich es mir zumindest ein) geschafft mit meiner Ex-Freundin abzuschließen und bin über die Trennung hinweggekommen.
d) Abschluss eines Mitgliedsvertrags bei einer politischen Partei.

Andererseits war mein letztes Jahr aber auch durch Stagnation geprägt. Bei genau den Punkten, die mir sehr am Herz liegen (Familiengründung z.B.) komme ich keinen Schritt weiter. Da helfen mir auch die beruflichen/ausbildungstechnischen Fortschritte nichts. Und ich persönlich bin der Meinung, dass ich mit 24 (fast 25) eben nicht mehr jung bin.. es wird allerhöchste Zeit, dass sich hier was tut!

Ansonsten habe ich (neben dem obligatorischen Wunsch 10-15kg abzunehmen) die Ziele, endlich einen Tanzkurs zu machen :), Noten lesen zu lernen, ein Instrumen spielen zu lernen, meine politische Aktivität weiter zu intensivieren und meine Aktivität als DJ wieder aufzunehmen.

Schaun mer ma wies klappt :).

Was das Zocken angeht war 2008 ein sehr schlechtes Jahr. Du weisst es ja schon, aber für den Rest: ich habe aus zeitlichen Gründen primär Demos gezockt. Lediglich in den letzten zwei Wochen habe ich Bully und Lost Planet durchgezockt sowie Die Siedler 6 angespielt. Alle drei Titel sind übrigens äußerst empfehlenswert und haben mir sehr viel Spaß bereitet. Für 2009 sehe ich aber Besserung: da mein Praktikum nur bis Ende März geht und ich entweder weiterstudiere oder auf die Arbeitssuche gehe (beides bringt mir Zeiträume zum Zocken).

Dabei will ich es nun belassen und wünsche hiermit allen ein frohes neues Jahr!

achja, 2008… Ein Jahr, dass ich persönlich wohl nur als ereignislos bezeichnen kann.
Soviele Dinge, die mir ständig im Kopf rumgeistern, die ich machen will/wollte und NICHTS davon hab ich umgesetzt. Ok, das Studium läuft eigentlich ganz in Ordnung aber alles was über das "MUSS" hinausgeht ist wegen akuter Faulheit untergegangen. Von Dingen wie der Liebe usw. fang ich erst garnicht an.
Und selbst bei meinem liebsten Hobby, den Spielen, war es für mich wohl eines der schlechtesten Jahre überhaupt. Nicht weil es an guten Titeln mangelte, nein ganz und garnicht (wie der Webmaster ja schon zur genüge dargestellt hat) sondern weil mir alle Spiele, auf die ich mich gefreut hab, durch diverse Widrigkeiten vermiest wurden (Securom, Steam als Europäer um nur 2 zu nennen). Und das einzige Spiel, dem ich mich intensivst gewidmet hab, hat schonwieder viel zu viel Zeit verschlungen.

Nunja, aber was hilft es in Selbstmitleid zu versinken? Ich gehe mit vollem Elan und nem dicken fetten Haufen Vorsätze ins neue Jahr, bis ich Anfang 2010 wieder hier Sitze und feststelle, dass aus allem nichts geworden ist :tongue:

Wieder mal schreibe ich hier viel zu spät, aber zum Glück gibt es rechts oben diese tolle Anzeige, dass vielleicht der ein oder andere „bagdadsoftware.de“ Leser auch noch meinen Kommentar wahrnimmt. Nun denn, mögen die Spi…fange ich mal an:

2008 – Change
Der Kampagnenname Barrack Obamas könnte symbolisch für mein Jahr 2008 stehen: Der Wandel, der herbeigesehnte Wandel, der Wunsch, dass alles besser wird, dass ein Mensch etwas verändern kann. Zwar bin ich kein Präsidentschaftskandidat, als ich meine eigene kleine Kampagne startete, doch dies alles lacht jetzt im übertragenen Sinne ironisch auf mich herab. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass mein Jahr 2008, das Jahr mit den meisten Veränderungen für mich persönlich war. Frei heraus kann ich sagen: Ich habe dieses Jahr gehasst. Vielleicht wegen der Veränderungen an sich oder wegen der Art der Veränderungen. Hass.

Erst einmal möchte ich differenzieren: Dazu erinnere ich exemplarisch an die gute alte Zeichentrickserie "Doug",(allerdings beziehe ich mich auf die Staffel, in der er die High School bereits besucht), welche damit beginnt, dass alle seine Freunde, seine Familie, und sein Äußeres sich so gewandelt haben, dass er nicht mehr damit zufrieden ist. Er vermisst Konstanten und Routinen in seinem Leben. Der Junge hat Angst vor Veränderungen – Zukunftsangst. "VERÄNDERUNGEN!" schreit der gezeichnete Protagonist so oft, dass er Schweißausbrüche bekommt, aber gegen Ende der Folge findet er sich damit ab, dass es oftmals sinnvoll ist nicht in der Vergangenheit zu verweilen. Ich habe keine Angst vor Veränderungen, ich habe sie mir gewünscht und genau die Art von Veränderungen bekommen, welche einem Angst machen. Die obige Frage kann also mit Sicherheit so beantwortet werden, dass mir Veränderungen verleidet sind, wenn man sie in diesem beschränkten Rahmen bekommt. Auflistung narrativ folgend im Einzelnen.

Zuersteinmal fing mein Jahr ganz harmlos mit dem Abschluss meiner Facharbeit an, meinem Erstlingswerk an Stolz. Stolz auf etwas von mir selbst. Wow. Viele Leser hier wissen vielleicht, dass ich mit recht wenig zufrieden bin, perfektionistisch mit Spott vor allem auf meine "Werke" drein blicke und daher recht pessimistisch auf meine berufliche Karriere schaue. Im Vergleich zu diesem Jahresanfang, ist es noch recht euphemistisch meinen Blickes in die Zukunft als "düster" zu Bezeichnen. Meine Facharbeit wurde abgewertet, zerstückelt in Scheiben, aufgerollt auf einem Nagelbrett und außerhalb des thematischen Umfangs zwischen zwei Schweinehälften gehängt. Metaphorisch steht dies alles, für das was an meiner Facharbeit widerfuhr, die in meinen perfektionistischen Augen lediglich an absoluter Überlänge krankte. Es mag sein, dass ich in unendlicher Arroganz meine eigene Bewertung für mich selbst, versucht habe so objektiv zu gestalten, dass ich es mir herausnehme zu sagen, dass ich die fairste Bewertung für meine Arbeit geben kann. Zugegebenermaßen fiel meine Bewertung gar noch strenger aus, aber die Bewertung des Plenums war so abstrus und völlig aufgesetzt, dass ich einfach nicht mehr glücklich meine Arbeit durchlesen kann. Im direkten Vergleich mit den Einser-Schülern bin ich noch weiter enttäuscht, da die Vorbehalte gegen meine Facharbeit ebenfalls deren Werke schlichtweg eingestampft hätten. Es war mal wieder einer dieser Fälle: Man wird auf mentaler Ebene zum „mündigen Menschen“ erzogen, was in sich schon ein Oxymoron ist, dann versucht man freidenkerisch zu erschaffen und eckt aber doch sofort wieder an den Kanten der Gesellschaft an. „Oh bitte, entschuldigt alle vielmals, dass ich es gewagt habe mich auf die Zehenspitzen zu stellen, um mal kurz zu schauen, wohin die Masse läuft. Stört euch das wirklich so? Dann lasse ich es lieber, aber Vorsicht: da ist irgendwo eine Klip…ahhhhh.“ Kommentare wie „That's life.“ sind an dieser Stelle völlig überflüssig, weil diese Menschen sich damit nur hervortun als Herdentiere, die wirklich gar nichts verstanden haben.
Wohl voran, ich beschwerte mich natürlich, bei allen sich verantwortlich fühlenden Subjekten und bekam die Quittung dann mit dem Abitur: Falsche Matheabiturteilaufgabe wegen falscher Angabe gerechnet und falsches Thema im Kunstabitur gewählt.

Also bitte, wie konnte ich so dreist sein, dass ich da, wo keine Wahl war, mich an die Vorgaben hielt und in der freien Wahl auch wirklich nach Belieben wählte? Am Besten das Direktorat diktiert mir gleich meinen Abiturzettel, vielleicht erinnere ich mich daran, während ich schreibe. Wäre da nicht diese bescheidene Drohung vorausgegangen: „Wenn du dich beschwerst, dass die Bewertung nochmal von München geprüft wird, dann sorge ich dafür, dass dein Abitur dementsprechend ausfällt.“(Zitat) wäre ich sogar gewillt an schiere Prüfungsangst zu glauben. Ist ja nur meine berufliche Zukunft.
Im Folgenden hatte ich mit schwerer Depression und Demotivation nach dem Abitur zu kämpfen. Die Nachprüfung war zwar „easy goin'“ und mit einem „sehr gut“ schloss ich in Kunst auch ab, aber aus ungeklärten Gründen verwehrte mir die Schule das Matheabitur nachzuholen. Es könnte ja sein, dass mal jemand nachfragt, wie das genau gelaufen ist, mit der Angabe damals. Achja richtig: Mein Angabenblatt ist ja im Archiv „verschollen“. Also wo war ich? – ja, Depression und Demotivation. Also dümpelte ich die Monate bis in den Sommer hinein vor mich hin. Schrieb Bewerbungen, Online Bewerbungen und erhielt nur die Antworten von Sekretärinnen oder eMail Bots, Ihre Anfrage wird bearbeitet. Ich liebe es. Schließlich drückte der Schuh bezüglich meiner Zivildienstzeit ab September, weshalb ich mich entschloss für eine Zeitarbeitsfirma, für die meine Mutter schon tätig war, zu arbeiten. Glücklicherweise, war dies indirekt für Nintendo, idealerweise wurde ich nach der Zeit von der Bandarbeit in die Logitik versetzt und ironischerweise hatte innerhalb von zwei Monaten eine höhere Position ergattert, als andere Zeitarbeiter in zehn Jahren. Nach der meiner Zeit dort musste ich allerdings traurigerweise feststellen, dass Nintendo keinerlei Interesse an festem Personal oder irgendetwas hatte, dass Nintendo an Europa ketten könnte. Somit bekam ich auf spätere Anfragen nur wüste Abweisungen. „That's life.“

Ebenfalls ist es die Natur des Lebens, dass es zu Ende geht. „Wir haben versucht sie zu erreichen. Es gab Komplikationen in der Narkose. Das Tier ist verstorben.“ Dieser Satz brannte sich in meinen Kopf ein. Zwar hatte sich die gute Dame am Telefon vermutlich ihre Worte gut zurecht gelegt, als sie dies zu mir sagte, aber ich werde wohl immer diese Stimme hassen. Ebenso die übereilte zweite Narkose, zu der wir falsch beraten wurden, als wir „Feigling“ zwecks einer Augenoperation auslieferten. Der Leser wird bemerkt haben, dass ich wohl mein Haustier verloren habe. Meine über alles geliebte Katze. Ich will nicht sagen, ich sei etwas besonderes, oder das „Tier“ sei besser als andere gewesen, aber jeder Mensch ist ein Egozentriker, also ist es etwas besonderes und meine Katze war die Beste von allen. Ich hatte schon vorher im Leben schwere Verluste, teilweise sogar von lieberen Menschen, aber für mich ist dies wirklich ein Wendepunkt. Oben zitierter Satz wirkte auf mich so abwertend, so unbedarft, dass ich diese Stimme einfach hasste, einfach hassen musste. Es wird gesagt, dass Besitzer ihre Haustiere vermenschlichen, ihnen Emotionen und Launen auf stempeln, aber wer meine Katze kannte, der wusste, dass in ihr wahrscheinlich ein besserer Mensch steckte, als in so manch einem verzogenem Möchtegern-Ghetto-Kind oder Früher-war-alles-besser-aber-von-den-KZs-wus
sten-wir-nichts-Ost-Rentnern. Hier vermische ich kleine Stamntischgesellschaftspolitik mit Trauer und Wut, aber das ist meiner Meinung nach menschlich. Verzeihung. Meine Katze hat mich wirklich begleitet, durch meine Schulzeit hindurch und ich war ziemlich sehr oft allein, als Einzelkind, in einem überaltertem „Kaff“. Da kann auch der Nachbar nicht helfen, manchmal ist man einfach einsam und da ist gerade so ein Haustier, der Rettungsanker. Etwas ganz Besonderes. Ich habe meine Katze begraben. Verbennen kam für mich nicht in Frage, da ich fürchtete, dass sie weit sonst zu weit von mir wegfliegt, dass sie frei ist. Kindisch. Ich wollte ihre Seele an mich Ketten, so wie mein Herz oder was der Sitz der Gefühle ist, einem kleinen haarigen Knäuel verfallen ist.

Die Sommerferienzeit hatte begonnen und ich gönnte mir Entspannung zwischen den zwei Monaten bei Nintendo, den Ereignissen und dem bevorstehenden Zivildienst. Ein guter Freund aus dem hohen Norden Deutschlands kam mich besuchen und wir machten ein Video auf das ich auch mal stolz sein konnte. Es war zwar nur eine weitere Parodie des 300 Trailers, aber ich war endlich mal froh, dass ich dies ein halbes Jahr nach der Abgabe meiner Facharbeit den Leuten präsentieren konnte, die damals die besser Note erhalten hatten. Deren Lob in Würdigung der beschränkten Kenntnisse und Mittel machte mich stolz. Auf youtube scheiterte das Video jedoch auf grausame Art. Gleichgültigkeit.
Mit der Heimreise des Freundes begann die schlimmste Zeit meines Lebens: Der Zivildienst. Viele Zuhörer meinen immer ich dramatisiere, wenn ich meine Arbeit im Fahrdienst beschreibe. Es wird als „Urlaub“ bezeichnet. Manche Leser haben vermutlich ebenfalls den Ersatzdienst gedient und werden jetzt nur denken, dass sie ebenfalls schwierige Zeiten hatten, aber wie gesagt, ich bin Perfektionist, Egozentriker und Einzelgänger. Da stehe ich mir selbst im Weg.

Ich will meine Arbeit möglichst gut machen, durch Leistung auffallen, gelobt werden, doch das ist genau das Falsche für den Zivildienst. Es ist egal, wie man die Arbeit macht, Hauptsache, der Zivildienstleistende buckelt. Ich werde ausgenutzt nicht nur durch Vorgesetzte oder Disposition sondern, durch meine eigenen Kameraden, längere Fahrzeiten, unattraktivere Routen, totkranke Patienten. Mein Chef ist ein sadistischer Choleriker, meine Kollegen sind zum größten Teil trotz gleicher Schulausbildung und höherem gesellschaftlichen Rang extrem asozial. Je asozialer man sich verhält, desto mehr eckt man bei den Vorgesetzten an, desto beliebter ist man bei den Kollegen. Die wenigen netten Kollegen werden von mir isoliert in anderen Aufgabenbereichen gehalten. Da bin ich also in einer Dienststelle, die den Ruf hat leichte Arbeit zu haben, mit über 70 Zivis, und davon zu merken ist rein gar nichts. Für die Patienten ist man das Letzte, die Wenigen, die wissen, was es heißt ZDL zu sein, die behandeln uns auch normal, doch denen spielt die Dienststelle mit falschen Abfahrtszeiten, Unpünktlichkeit und verkehrsunsicheren Fahrzeugen entgegen. Zwangsläufig kriegt der ZDL beziehungsweise „befristete Mitarbeiter des Staates in einem beamtenähnlichen Verhältnis“ auch irgendwann deren Zorn zu spüren. Das Zitat eines Kollegen ist wohl das Treffendste: „Man muss aufpassen nicht menschenverachtend zu werden.“ Es ist wirklich schwer, aber ich versuche mir meine Werte zu bewahren und vielleicht macht gerade das meine Zivildienstzeit soviel schwerer.
Jetzt habe ich momentan frei. Weihnachten, doch es hat nichts mit Feiern gemein. Meine Mutter hat nach langem Gerechne ihre Rente beantragt und arbeitet immer noch auf 400€ Basis für die Zeitarbeitsfirma. Mein Vater wird aber Januar auf eigenen Wunsch arbeitslos, um Steuern zu sparen, da das Geld, dass er durch zwei Jahre länger arbeiten bekommen hätte, nur höhere Steuern bedeutet hätte. Mein Vater ist nur wochenends zu Hause gewesen, seitdem ich Denken kann war das so. Meine Mutter war immer zu Hause und knapp 20 Jahre erwerbsuntätig. Mich erinnern solche Veränderungen an Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft. Zuhause ist die Zeit immer weiter gegangen, doch der Mensch kommt zurück und ist noch der von damals, der in alles hineingeworfen wird, was einmal war. So muss es wohl meinem Vater gehen. Meine Mutter geht jetzt dafür arbeiten. Ich wohne quasi zur Miete. Verkehrte Welt. Jetzt könnte der Schmalspurpsychologe direkt diagnostizieren: Keine direkte Vaterfigur, Ödipuskomplex. Angst vor Veränderungen. Probleme mit Frauen.

Silvester hingegen habe ich dann zum ersten Male auch nicht mit den Eltern gefeiert, sondern bei der Familie meiner Freundin, womit die Diagnose widerlegt ist. Und ich finde es erschreckend nicht zu Hause gefeiert zu haben. Schmalspurpsychologe: „Ganz klarer Fall von Nesthäkchen.“ und ich entgegne: Erschreckend, dass ich abseits von zu Hause soviel glücklicher bin.

Das sind so die Dinge, die mich dieses Jahr ziemlich durchgewirbelt haben und jetzt werdet ihr mir sicherlich zustimmen, dass CHANGE mit Abstand das am besten gewählte Wort für diesen Zustand ist. Ich hasse 2008. Frohes Neues Jahr euch allen. Jetzt wisst ihr, dass es was bedeutet, wenn ich das sage.

@Azzkickr ?- Wie immer Danke fürs Lob und den Ansporn. Es ist schön, dass du dir bereits intensiv Gedanken um eine Familiengründung machst und alles – im Vergleich zu früher ist es tatsächlich höchste Zeit. Ich will jedoch noch ein paar Hintergründe zu meiner Einstellung ergänzen, da ich ja schon öfters diesen Nebensatz in einem Eintrag untergebracht habe.

Bei mir ist es so, dass ich derzeit zwei Berufe Vollzeit ausübe. Einmal den für den ich bezahlt werde und auf der anderen Seite die Arbeit, die sich unter „Bagdadsoftware“ zusammenfassen lässt und das darstellt womit ich wirklich in Zukunft meinen Lebensunterhalt verdienen möchte. Und der Aufbau dieses Standbeins verschlingt, wie der Aufbau eines IKEA-Regals, Unmengen an Zeit. Zeit, die ich später vielleicht mal bereuen werde nicht in andere, „sozialere“ Dinge investiert zu haben, wie ich es den ganzen Tag von bestimmten Personen gepredigt bekomme. Für mich ist der Fokus auf offensichtlich durch und durch egoistische Dinge aber derzeit einfach wichtiger da ich fest daran glaube, dass ich noch wesentlich mehr aus mir machen und damit einen besseren Grundstock für eine spätere Familie legen kann. Kessy ist als emotionaler Anker für mich derzeit einfach vollkommen ausreichend und erlaubt es mir trotzdem voll meinem Egoismus zu folgen. Ich bezweifle stark das dies mit einem „vollwertigen“ Partner auch funktionieren würde (zumindest habe ich mir das über die Jahre eingeredet).

Selbstverständlich ist dies nur Theorie und Glaube, wie in diesem Gebiet erfahrenere Leute sicher bestätigen können. Wenn das Leben zuschlägt, schlägt es zu und über Nacht ist alles anders. Aber das ist bei mir aufgrund vieler (inkl. so einiger mehr oder weniger bewusst selbstverschuldeter) Faktoren, zum Guten oder zum Schlechten, eben noch nicht passiert.

Und wegen Instrument lernen: Habt ihr keinen Musikverein bei euch im „Kaff“? Bist halt fürs Jugendorchester schon fast zu alt (geht bis 27) aber vielleicht nehmense dich ja trotzdem noch in die Ausbildung.

@Rondrer – Ich vermute ja, dass an Unis die Luft zu dünn ist. Da fehlt dann der Sauerstoff und damit der Elan um mehr zu machen als man muss :). Und in spielerischer Hinsicht prophezeie ich 2009 erst einmal keine wirkliche Besserung in Sachen Kopierschutz und Co..

@Jackie – Ja ähm – ehrlich gesagt fällt mir jetzt kein würdiges Wort im Angesicht dieses monumentalen aber auch ehrlichen, tiefgründigen und gesellschaftkritischen Meisterwerks ein – abgesehen von meinem Gemecker über das unfreundliche Format. Aber zumindest sollte dir dadurch etwas Aufmerksamkeit sicher sein :).

Natürlich könnte ich einige gesagte Dinge kommentieren, aber über die wichtigsten Dinge haben wir ja bereits im Laufe des Jahres gesprochen (auch wenn meine Antworten sicherlich nicht sehr oft in Umfang und Inhalt zu deiner Zufriedenheit ausgefallen sind) und insgesamt ist eine detaillierte Vertiefung dann doch zu persönlich für das Internet in meinen Augen.

Dank meiner Angewohnheit in solchen Sachen immer tief ins Fettnäpfchen zu treten, überlasse ich dann doch lieber den anderen das Feld und widme mich wieder den letzten Punkten auf meiner To-Do-Liste.

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