JakillSlavik

Penelopes Kern – Advanced Photoshop

Es folgt ein Auszug aus den Memoiren des Autors:

29. April 2009 Die Suche sollte heute endlich zu seinem Ende kommen. Mit einem derart positiven Ergebnis, war das Ende fast schon eine Heimreise und damit einer Odysee ähnlich. Ich war wieder bei Penelope angekommen.

So oder zumindest so ähnlich dokumentierte ich mir für mich, das Ende meiner monatelangen Recherche nach einer gewissen ‚Art‘ Photoshop Magazin. Hintergrund unzähliger Streifzüge durch Zeitschriftenläden oder – in der virtuellen Welt – Gestaltungsforen und anderen Plattformen, war mein Streben nach einem ‚durchschnittlichen‘ Heft. Es durfte nicht jungfräulich sein, aber gleichzeitig auch in keiner Konkurrenz mit den bisherigen vorgestellten Heften stehen. Möglichst ‚erfrischende Gedanken‘ musste es aber auch noch beherbergen, um sich in der Durchschnittlichkeit trotzdem noch den Vergleich hier unterziehen können. Natürlich ist die Idee zu dieser Eintragsserie erst nach meiner Zuwendung zu diesem Magazin entstanden, im Nachhinein hatte ich jedoch eine größere Auswahl und habe mich zurückerinnernd an den oben beschrieben Moment für dieses Werk entschieden: Eine Zeitschrift die vom Anspruch her genau zwischen die .psd und die DOCMA einzureihen ist. Penelope hört hier auf den Namen Advanced Photoshop.

Als „Magazin für den professionellen Photoshop-Anwender“ stand es zumindest in der Theorie der Zeitschrift fest, dass sie sich zum höheren Segment für Bildbearbeitung ansieht. Von den äußeren Merkmalen unterscheidet sich dieses Magazin jedoch kaum von dem bisherigen Schema: Knapp hundert Seiten, mindestens siebzig Prozent Workshops und dem Standardpreis von 9,90€ (allerdings monatliches Erscheinen). Advanced Photoshop erscheint im Sonic Media Verlag, welches intern mehr oder minder noch einen Konkurrenten hat und seit dem 20. Mai diesen Jahres noch mit der Photoshop Creative einen weiteren Photoshop Ableger für das „niedere Segment“ ins Rennen schickt. Die Unterschiede hier, liegen aber mal wieder im Detail. Nebensächlich sei erwähnt, dass hier ein Datenträger vorhanden ist.

Die Zeitschrift kann mit einigen Neuerungen in den Bereichen Design und Layout erheblich Vorsprung vor den bisher vorgestellten Heften anlegen. Doch um dies näher zu erläutern muss ich den Ausgangspunkt näher darstellen: Mit der „Kraft der Jugend“ könnte man es nennen – also einem größtenteils eher jüngeren wechselnden Autorenteam, kopiert Advanced Photoshop zwar den Stil der .psd, aber die Mitgliederzahl ist hier erheblich eingeschränkt. Das Team wird auf maximal sechs Schreiberlinge begrenzt und mittels Redaktion wird eine gewisse Balance eingehalten. Das heißt es werden Gegengewichte platziert. So konfrontiert man erfolgreiche ‚Newcomer‘ mit alteingesessenen ‚Hasen‘, welche für Adobe und andere namhafte Firmen schon erfolgreiche Werbekampagnen geleitet haben, wobei gleichzeitig insgesamt der Altersdurchschnitt sehr nach unten gedrückt (etwa in den Bereich 25-35 Jahre) wird. Vorteil dieser Maßnahme ist jener, dass einige der jüngeren Autoren bereits von den Vorarbeiten von Baumann&Co. profitieren und sich bereits ganz anderen Problemem widmen können. Etwa der Zeiteffiziens.

Ebenfalls bemüht man sich hier mehr darum, dass eine gewisse Thematik eingehalten wird, die sich nun endlich wirklich wie ein roter Faden durch das gesamte Heft zieht. Hier werden also erstmals die verschiedenen Workshops miteinander verbunden. Beispielsweise war in meiner ersten Ausgabe der Advanced Photoshop die retro-futuristische Art das Fundament. Aus Gründen der Straffung des Textes, spare ich mir an dieser Stelle jedoch ausführliche Definitionen, welche Epochen hier wiederbelebt wurden. Fakt ist es, dass ein Neuaufleben alter Zeiten gibt und dieses mit den aktuellen Trends geschickt verknüpft wird.

Einher mit dieser Verknüpfung geht aber der Kern der ‚Überdurschnittlichkeit‘, nämlich das Layout. Nun also begründet durch die kreative Jugend erklärt sich auch, warum in den Workshops nicht das standardisierte Kastensystem bei den Montagen verwendet wird: Text und Bildbeispiele werden auf die Darstellung angepasst. So werden wesentlich mehr Schritte einzeln erläutert und damit das Gesamtprojekt klarer für den Leser, während zeitgleich natürlich auch mehr Bilder, allerdings in verkleinerter Form gezeigt werden. Ein weiterer Pluspunkt diesen Systems ist es, dass sich die Eingriffe drastischer steigern, im Gegensatz zu den Beispielen in DOCMA und .psd. So wird erstmals immer mehr die Bildbearbeitung auch auf den dreidimensionalen Raum verlagert. Bei Baumann und Co. fokussierte man sich viel zu sehr auf den Photoshop an sich, so dass hier eine Grundlage für die spätere Weiterverarbeitung in andere Programme vorbereitet wird. Die gezeigten Arbeiten bleiben jedoch für sich genommen auch noch in der zweidimensionalen Welt stimmig. Anbei sei noch erwähnt, dass größtenteils alle Workshops mittels der beigelegten CD-Rom entweder komplett nachgestellt oder zumindest nachempfunden werden können. Einzig einige urheberrechtliche Gründe verhindern bei manchen Arbeiten die Direkte Nachahmung.

Letzten Endes leidet die Übersichtlichkeit aufgrund der kleinen Bilder. Auch die allgemeine Ordnung des Heftes ist auf den ersten Blick nur schwer nachzuvollziehen. Advanced Photoshop ordnet sich ganz der Progression unter und zieht somit aus dem großen Fortschritt in seiner Sparte natürlich auch Nachteile. Vorallem der noch nicht näher beschriebene Rest ist nicht ohne Grund genauso zweitrangig beschrieben, wie er im Heft selbst gehalten wird:

Den Anfang des Magazins macht eine Sammlung an kreativen und wirklich gut gelungenen Arbeiten und Neuigkeiten „aus aller Welt. Man möchte es einfach als ansehnlichen Augenzucker, als eine Art Verführung beim erstmaligen Durchblättern sehen. Aber die darauffolgende Serie über Echtwelttipps für die berufliche Entfaltung und das obligatorische Interview mit einem ’szenetypischen‘ Künstler kommen dann jedoch viel zu kurz in Anbetracht der nun von vorher optisch schön fortgesetzten Bilderreihe. Hier wurde sehr viel gestrauchelt, damit einige Seiten zu den vorher beschrieben „kreativ“-Seiten passen. Editorial und Redaktionsbeschreibungen halten sich besonders knapp, während Autorenwerdegang und -beschreibung sogar bei jedem Workshop nochmals mit mehr Informationen verdichtet werden.

Nichtsdestotrotz ist es vom handwerklichen Aspekt des Photoshops her, nicht allzu weit unterhalb von Doc Baumanns Heft einzuordnen. Im Bezug auf dem Übergang von Photoshop zu Cinema 4D und anderen Programmen, ist Advanced Photoshop meiner Meinung gar ein Pionier der Neuzeit. Mit aktiver Begeisterung jeden Monat einer eigenen Saison zu begegnen und wirklich eine Häufung an Meisterwerken der Bildbearbeitung, sowie mannigfaltigen Workshops vor Augen geführt zu bekommen, steht nur noch eine Frage im Raum: Leiste ich mir das auch wirklich jeden Monat, sowohl zeitlich als auch finanziell?

Als ich wieder zuhause war, sah ich Penelope von Freiern umgeben.

Spirit Wood Plank


Bei diesem Bild diente das ‚Crafting material‘ „Geisterholzplanken“ aus dem Rollenspiel GuildWars als Namensgeber. Dargestellt in der Originalaufnahme sind zwei Zimmertüren unseres Hauses, welche ich mittels Spiegel aus der Froschperspektive aufgenommen hatte. Angelehnt an einen Workshop aus Advanced Photoshop in dem beschrieben wird, wie man futuristische Objekte an Menschen hinzufügt (im Heftbeispiel waren es Kopfhörer mit Blitzen), habe ich zwei Teilbereiche übernommen. Diese Objekte sollten mehr oder weniger funktionstüchtig sein, also begann ich rustikaler zu denken. Ähnlich einem versunkenen Wrack, versetzte ich die Türen auf der Aufnahme mit Hilfe von Glaseffekten und einer Blautonkurve, mit besonderer Rücksicht auf die Türklinken, in einen submarinen Zustand. Um eine Betonung der Lampe im Hintergrund zu erreichen, benutzte ich denselben Trick, der bei den Blitzen im Heft angewandt worden war: Ich legte über das Glas eine kleine Nebelmaske wordurch die Farben, wie in Rauch gehüllt wirken. Zu guter Letzt beherzte ich deren Ratschlag zum Thema „Tätowierungen“ als verschiedene Zeichen noch die Haut der Trägerin des futuristischen Kopfhörers zierten, nämlich die des Wölbens. Minimal verzerrte ich damit das Gesamtbild um in etwa den Schein von Lichtbrechung, welche im Wasser sehr sichtbar auftritt, vorzutäuschen.

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2 Kommentare

jo. übrigens ist "Als ich wieder zuhause war, sah ich Penelope von Freiern umgeben." eine der wenigen googlesuchen mit exakt einem ergebnis. gratulation! (dachte es wäre ein zitat)

was machst du eigentlich gerade, so allgemein? die formulierung hört sich nach ner künstlerischen laufbahn an…

huch, was machst du denn auf Bagdadsoftware und was machst du allgemein derzeit? Studieren? Zuhälterei?

Ich jobbe derzeit noch für's BRK Aschaffenburg bis Ende Juli nachdem ich Mitte Mai endlich mit dem Zivi fertig war, konnte ich mich doch nicht ganz trennen, dann mal schauen. Höchstwahrscheinlich Studieren, bin aber unwollens und weiterhin auf der Suche nach Ausbildungsplätzen.

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