JakillSlavik

Photomontage Küche – .psd

Im zweiten Teil dir Photoshop Print Serie ist im Besonderen die Zeitschrift .psd mit dem Untertitel „Photoshop Solutions for Designers“ Hauptthema.

Das Magazin ist seit mehreren Jahren etabliert und richtet sein Hauptaugenmerk auf die Photomontage. Es erscheint alle zwei Monate und kostet 9,80 Euro im Handel und wird seit dem letzten Jahr mit einem Datenträger ausgeliefert, welcher einige Vorlagen aus den Workshops beinhaltet. Die praktische Datenmenge könnte allerdings auch noch eine herkömmliche Diskette tragen, da eigentlich nur eine html Datei den Browser öffnet und auf diverse Bilderarchive (online!) verweist. Dieser Umstand füllt bei meiner Bewertung nicht negativ ins Gewicht, hervorheben möchte ich nur, dass ein Datenträger mit einer beschaulichen Menge an Material vorhanden ist. Herausgeber ist der Verlag ‚Software-Wydawnictwo GmbH‘. Die Redaktion hat hier – entgegen der Regel – nur administrative Aufgaben, die Zeitung wird zusammengetragen von einer teils variierenden Besetzung aus Autoren. Im Impressum wird der berufliche Werdegang der aktuellen Autoren kurz beleuchtet, während die zweiköpfige Redaktion mit Außnahme eines Bildes und den Namen unbekannt bleibt. Allein diese ungewöhnliche, gar mysteriöse Konstellation macht es umso interessanter auf den Inhalt zu schauen.

Anders hingegen, als die Konkurrenz, werden hier nämlich keine Artikel, News, Technikreports, etc. geschrieben, sondern hier geht es fast einzig von Workshop zu Workshop. Direkt nach einem kurzen Editorial, ein paar Seiten Werbung und der Inhaltsübersicht, wird das aktuelle Titelthema direkt behandelt. In einer raschen Folge an Bildern, wird die Schrittfolge während einer Montage abgegangen. Es sind auf zwei Seiten meist nicht mehr als sechs verkleinerte Darstellungen des zu bearbeitenden Bildes gezeigt. Neben den Bildern sind kurze Erläuterungen zu dem absolvierten Schritt, welche manchmal mit Angaben zum Nachmachen (der überaus hilfreichen beigelegten CD sei Dank) gespickt sind.

Vorteil dieser Vorgehensweise ist die schnelle Vermittlung der Grundbedürfnisse, weshalb man sich überhaupt eine Photoshop Zeitschrift kauft: Ideen und Umsetzung. Nachteil ist jedoch der sehr ungenaue Umfang in dem dies geschieht. Selten reichen einige Angaben über die genauen Farbwerte heraus. Die Arbeitsanweisungen, welche Palette für den jeweiligen Schritt beispielsweise ausgewählt werden muss, sind zwar mit Pfeilen und kursiver Schreibweise optisch hervorgehoben, jedoch unterscheiden sich die Pfade meist, von den wirklichen Bezeichnungen in Photoshop. Auch kann man durch die unterschiedlichen Autoren deutlich die verschiedene Herangehensweise an das beliebte Thema „Freistellen von Objekten“ sehen. So machen sich einige Schreiber weniger Gedanken darum, wie das Ausgangsobjekt positioniert wurde, gehen dafür bei der Bearbeitung ins Detail, während Andere für die Anfangskomposition einige Seiten verbrauchen und danach auf das ‚persönliche Ermessen‘ verweisen.

Kombiniert man nun aus dieser Erkenntnis heraus die hohe Zahl an Autoren, mit der sehr geringen Seitenzahl von 74 Seiten, darunter etlichen Seiten Werbung, der aufwendigen Darstellung pro Seite, so wird dem aufmerksamen Leser ein weiteres Problem deutlich: Jeder Autor schreibt höchstens einen Workshop. Einen inhaltlichen roten Faden, der die einzelnen Seiten neben dem Aufbau auch noch thematisch verbindet, sucht man vergebens. (Vor allem wenn man einer fortlaufenden Reihe folgend StreetArt, Modelshots und nordmythologische Photomontagen präsentiert bekommt.)

Auf den letzten Seiten rundet das Magazin noch mit Ansätzen von Artikeln ab. Allerdings erschöpfen die sich in der Tatsache, dass sie einzig der Bewerbung von Lektüre, Software und Hardware dienen und gerade nach der Heranführung an ein Problemthema auf jene Medien verweisen. Bei einem meiner Testkäufe ergatterte ich zufälligerweise eine ‚besondere‘ Ausgabe, die lediglich noch ein Interview mit Martin Ruge, deutscher Verantwortlicher für die Fotolia Bilddatenbank und einigen Galleriebildern enthielt.

Vor dem Hintergrund des nicht mehr ausreichenden Preis-/Leistungsverhältnisses und dem Vergleich zu den Spielemagazinen, sind derartige Dreingaben, nicht besonders reizvoll. Einzig die teils gute Auswahl an Autoren rettet meine Ausgaben noch vor dem Mülleimer, da viele Ideen wirklich mehr als brillant und prägnant erklärt sind. Eine Kaufempfehlung kann man aber wirklich nur dann geben, wenn man nach kurzem Durchstöbern des Magazins am Kiosk mindestens fünf Workshops sofort etwas abgewinnen konnte.

Bagdadsoftware Logo

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Dieses Bild beinhaltet verschiedene Workshops, so den angesprochenen ‚Urban Style‘ – Street Art, bei dem Objekte, in diesem Fall das BS.de Logo, gesprüht wirken. Hinzu kommen die Hintergrundbearbeitungen, welche die Idee des Workshops ‚Set me free‘ aufgreifen. In diesem Workshop wurde mittels Farbwerteffekten und der folgenden Aufhebung der Monochromie, mit Frühlingselementen ein nach eigenen Angaben ‚außergewöhnliches Design‘ erschaffen. Die Kombination aus beiden, lď¿½sst nicht mehr viel vom Sprüheffekt übrig, vereinfacht aber die Anpassung des Logos an die fremde Umgebung. Dank der Abwesenheit von Farbabstufungen und einiger weißer Stellen, erhält das Bild eine sehr ’stimmungsvolle Optik‘, ich sehe es schlicht als Erscheinungsfarbe. Diese Signalwirkung wird vorallem von den Frank Miller Comic Illustratoren verwendet, aber noch bekannter ist Deutschlands Vergangenheit hier: Die Swastika als Parteizeichen der NSDAP ab 1920.

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