JakillSlavik

Run! Run! Run!

Fumbi inda Houz
Eine unbekannte Menge jubelt uns zu. Aufgeregt brüllt der Kommentator diese Phrase durch die futuristische Arena, während bei uns selbst der Puls innerhalb weniger Sekunden rapide ansteigt. Jeder Wimpernschlag verkommt zu einem quälend ewig dauernden Moment. Adrenalin pur. Über unserem alter Ego hopst ein komisches Männchen auf und ab, welches wir gerade eben eingesammelt haben. Vom Aussehen her ähnelt es einem gelben einäugigen Astronauten. Völlig verwirrt leisten wir dem Aufruf einfach Folge und drücken willkürlich über unsere ‚W’A’S’D‘-Tasten, um irgendwie los zu sprinten. Dies alles nur, um dann einige Meter später – nach einer gezielten Salve Pixelprojektilen in unsere Richtung – in unsere Polygone zu zerfallen…“OHH NO! YOU LOST THE BALL!“

Wo sind ‚wir‘ hier eigentlich?

Hals über Kopf hat mich der Webmaster gebeten diese Woche den Donnerstagseintrag zu liefern, weshalb ich also sogleich einspringe. Das Thema war mir sofort klar: Durch den Eintrag „Moviez“ und ein bisschen Gedankenspielerei meinerseits, kam ich in den Kommentaren von Quake Videos auf S4 League Videos.

S4 League

S4 League ist ein weiteres Free-to-Play alaplaya Spiel und mittlerweile etwas über ein Jahr alt. Eigentlicher Entwickler ist das koreanische Studio Pentavision, während alaplaya, wie auch bei Fantasy Tennis, Audition, Avalon Heroes und vielen weiteren Titeln nur der europäische Host ist. Wie immer kann man sich für dieses an sich kostenfreie Spiel, mit der hauseigenen alaplaya Währung, soganannte „alaplaya points“ oder kurz: „AP“, Ausrüstungsgegenstände und Fertigkeiten für richtiges Geld dazu kaufen. Doch hierzu später mehr.

Wofür steht das „S4“ überhaupt?

Das steht für Stylish, eSper, Shooting, and Sports und bezeichnet im Grunde schon das gesamte Konzept dieses Spiels. Man schießt, schlägt mit Schwertern, heilt und springt .

(Style) – Wir erstellen uns eine Spielfigur und können ihr mittels Kostümen einen eigenen Stil geben, möglichst passend zu unserem eigenen Spielstil, zusätzliche Attribute in unserer Kleidung verbessern passive Fähigkeiten.
(eSper) – Wir erhalten die Möglichkeit eine besondere übersinnliche Fertigkeit aus einen Pool von Fähigkeiten auszuwählen und zu unserem Charakter hinzuzufügen, diese Entscheidung ist jedoch nie endgültig.
(Shooting) – In der Schulterperspektive steuern wir unseren Avatar in kleinen Matches mit gewohnter Shooter-Steuerung gegen andere Spieler.
(Sports) – Darüber hinaus ist jede Figur überaus agil und kann sich mit Sprüngen an Wänden abstoßen, kurze intensive Sprints hinlegen, bei denen die Umgebung zu verschwimmen scheint und einige andere spezielle Bewegungen ausführen, vor allem in Kombination mit Nahkampfwaffen.

Und was ist S4?

Wie mein Erfahrungsbericht der ersten Minuten ganz oben zeigt, ist es ein sehr Action geladener Third-Person Shooter, mit leichten MMORPG Anteilen, wie etwa durch die Fähigkeiten und Kleidungsstücke. Grundlegend ist erst einmal zu wissen, das S4 League trotz der verkappten Rollenspiel Aspekte, dennoch mehr einem Arcarde Shooter gleicht. Grund hierfür ist, dass der eigene Charakter durch Erfahrung zwar Stufen aufsteigt, diese jedoch im Grunde nur die Auskunft geben, wie lange dieser Charakter schon spielt wurde. Abgesehen von Rängen ohne Auswirkung und der Möglichkeit in der Channelauswahl, damit in Anfänger,Fortgeschritten und Halb-Professionell kategorisiert zu werden, hat das individuelle Level also keinerlei Einfluss auf die Balance selbst.

S4 Warben

Das Spiel unterteilt sich selbst in die angesprochenen Rang-Channels, um ersteinmal so weit zu kommen, muss man sich aber für eine Sprachregion entscheiden (English, German, French, etc.). Innerhalb dieser Regions-Channels kann man allerdings jederzeit wechseln, vor allem, wenn einem als deutscher Spieler die eigene Sprach-Community mal wieder zu unreif erscheint.

In S4 League gibt es drei verschiedene Spielmodi: Deathmatch (DM), Touchdown (TD) und Chaser. Bei allen Spielmodi können zwei bis maximal zwölf Spieler teilnehmen, bei DM- und TD Matches werden diese Spieler in zwei Teams (alpha und beta) unterteilt. Nach der Hälfte der Zeit oder der zu erreichenden Maximalpunktzeit ist eine kurze Halbzeitspause angesetzt, während der die Spieler dem ‚Fumbi-Tanz‘ beiwohnen können.

(DM) – ist schlichtes Team-Deathmatch, also zwei Teams die sich gegenseitig in Arenen bekämpfen. Zu Beginn und nach dem digitalen Ableben, wird man möglichst nahe zu eigenen Teammitgliedern erstellt. Gewinner ist das Team, was entweder die eingestellte Höchstpunktzahl erreicht hat, wobei ein „Kill“ einem Punkt entspricht, oder die Zeit abgelaufen hat und die meisten Punkte besitzt. Kills zählen zwei Punkte für das persönliche Punktekonto, während man nur einen Punkt für Kill-Assistenz bekommt. Das bedeutet, dass man hier, ähnlich wie bei den neueren ‚Battlefield‘ Teilen, für die Unterstützung belohnt wird, sobald man mindestens die Hälfte der Lebenspunkte des Gegners dezimiert hat.

(TD) – kann man vergleichen mit American Football oder schlichtweg einer Capture the Flag Variante. Die Flagge ist hierbei das Maskottchen namens ‚Fumbi‘ und wird in der Mitte der meist symmetrisch aufgebauten Arenen zu finden sein. Ziel ist es den ‚Fumbi‘ in das gegnerische Ziel zu tragen, den sogenannten ‚Goalpost‘ und einen ‚Touchdown‘ zu machen. Während man selbst den „Ball“ besitzt erhält man zuerst einmalig zwei Punkte für die Ballkontrolle, und doppelte Punktzahl für Kills und Kill-Assists (also vier beziehungsweise zwei Punkte), während die Gegner für die Ausschaltung ebenfalls die doppelte Punktzahl erhalten. Sollte man es schaffen mit dem „Ball“ zu punkten, erhält man zehn, hat man maßgeblich dazu beigetragen,den Ball einen Großteil der Strecke zum Ziel zu bringen, fünf Punkte.

(Chaser) – ist eine andere Form des Gladiatoren Modus mit leichten Modifikationen. Ein Spieler wird per Zufallsprinzip zum Chaser, einer Art Kopfgeldjäger. Deshalb erhält massiven Schadens und Lebenspunktebonus. Für das Ausschalten sämtlicher anderer Spieler, die gemeinsam gegen den Chaser antreten, erhält man selbst Punkte, man erhält aber die doppelte Punktzahl, wenn man die vorgegebene Reihenfolge einhält und immer das angezeigte Ziel – „Target“ – zuerst eliminiert. Die Reihenfolge richtet sich nach der Punkterangliste, das heißt je mehr Punkte man hat, desto eher wird man zum Target. Allerdings hat der Chaser nur eine begrenzte Zeit für die Jagd zur Verfügung und kann natürlich genauso auch ausgeschaltet werden, wodurch nach prozentualem Schaden die anderen Spieler wiederum punkten.

Obgleich große Teile der Community der Meinung sind, dass dieser oder jener Modus mehr bevorzugt wird, kann ich mittlerweile einschätzen, dass es sich wirklich fast die Waage hält, da ich schon zu jeder erdenklichen Tages und Nachtzeit auf den englischen, französischen und deutschen Channels unterwegs war. Auch wenn an Wochenenden die TD Räume spürbar dominieren, hält es sich noch gezwungener Weise wegen eines anderen Umstandes die Waage: Geld verdienen.

In S4 League verdient man sich durch die bestrittenen Matches Erfahrungspunke (EXP) und Geld (PEN). Mit jedem höheren Level erhält man einmalig einen kleinen PEN Bonus und es gibt außerdem noch wöchentliche Missionen zu erfüllen, die stetig im Schwierigkeitsgrad ansteigen. Diese Missionen sorgen vor allem dafür, dass jeder Spielmodus auch besucht wird, auch wenn es nicht die eigenen Favoriten sind, weil man eben sehr schnell PEN sammeln kann. Die Missionen fangen an vom Typ „Spiele soundso viele DM Matches“ und steigen dann an „Gewinne soundso viele DM Matches“ und dann schließlich „Erreiche Platz eins mit mindestens soundso vielen Abschüssen.“ Von Modi zu Modi variieren diese Aufgaben.

Von den PEN kann man sich im Shop viele Gegenstände,Waffen,Kleidungsstücke und Fertigkeiten für bestimmte Zeiträume ( 1 Tag, 7 Tage, 30 Tage oder 5 , 10 Stunden aktive Benutzung, wenn ausgerüstet) kaufen. Die Möglichkeit das Meiste davon auch dauerhaft (permanent) zu bekommen, besteht nur über ein (Fumbi-) Lotterie System. Ohne genauer darauf eingehen zu wollen, kann man kurz sagen: Hier kann man sich mit viel Glück und viel Geld, Ausrüstung und Waffen erspielen. Sollte man etwas davon permanent haben, muss man jedoch einräumen, dass es nach jeder Benutzung etwas Kleingeld benötigt, um die Wertgegenstände reparieren zu lassen. Bei den Items auf Zeit ist dies nicht notwendig. Ohne Geld ist es also (fast) nicht möglich auch an Spielen teilnehmen zu können, da man mindestens eine Waffe und einen Skill braucht. Das heißt aber nicht, dass man ohne Talent nach einiger Zeit keine Waffen mehr hat. Es gibt nämlich zwei Standardwaffen (Submachine Guns und Plasma Sword), sowie einen Skill (+15 Hitpoints) quasi als „Sparvariante“ zum teuren Shop. Diese Waffen verursachen nur halben Schaden und man erhält auch nur die Hälfte des Wertes vom eigentlichen Skill (+30 Hitpoints). Natürlich muss man diese drei Dinge auch reparieren.

Kauft man sich allerdings für echtes Geld alaplaya Points kann man zwar nur wenige besondere Gegenstände mehr erwerben, aber trotzdem alles nur für begrenzte Zeit. Einen direkten Kauf von PEN über reales Geld ist nicht möglich, denn auch hier ist wieder ein zufälliges Lotteriesystem zwischen geschaltet. Auch wenn die Grundattribute der AP-Gegenstände höher liegen, als im PEN Shop, ist es Dank der Fumbi Lotterie so, dass man auch ohne Geldeinsatz identische Gegenstände erhält, dafür sogar (im Glücksfalle) permanent.

TalliahSlavik

Gerade Anfänger mögen aufgrund der fehlenden Hilfe zu Beginn ihrer S4 League Karriere abgeschreckt sein. Zwar gibt es einen Tutorial Modus, der belohnt und ein ansehnliches Anfangs – Equipe, aber die Mechanik und Tricks kann man nur durch Selbstversuche und vor allem Niederlagen lernen. Frei nach dem Motto: Die Summe aller gemachten Fehler nennt man Erfahrung, heißt das aber nicht, dass man chancenlos in die Arenen geworfen wird. Man erhält nämlich noch eine sinnvolle Beschränkung: Lizensentests. Um eine Waffe führen zu können muss man in einer kurzen Einführungsrunde eine Art „Waffenschein“ machen. Danach sollte man die Grundkenntnisse der Waffe beherrschen und erhält obendrein diese noch für 5 Stunden (aktive Benutzung, wenn ausgerüstet).

Obwohl ich selbst eigentlich eher weniger Teamplayer bin, also lieber Deathmatch spiele, ist es wirklich interessant, wie gerade in den TD Schlachten zum erfolgreichen Bestehen „teamplay“ hervor sticht. Allein schon gemeinsames Vorgehen, ein besonderer Skill eines Mitstreiters oder beispielsweise ein Heiler, verschieben das Spielgeschehen ungemein. Auch wenn man durchaus die meiste Zeit erlebt, dass der Team-Aspekt ausgeklammert wird, ist es gerade mit Freunden interessant sich zur Vertreibung der Kurzweil ein paar Matches zu liefern.

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6 Kommentare

Entschuldige Malyce, Sic hat mir schon gesagt, dass du darauf lauerst, darum hatte ich es schon fertig, aber das hat mich dann gestern zu hart gefrustet x.x"

Ist schon ne Weile her, als ich mich mit dem Spiel beschäftigt habe. Das Fieber hielt dann so 1 oder 2 Monate an, dann wurde es schon wieder uninteressant (vielleicht lag's auch am neu-aufsetzen vom BS.. :tongue: ). Generell viel Gejammer und Geflame in Spielen, Balancing ist alles andere als transparent – Einzelgänger-Aktionen werden nicht unselten mit einem Sieg belohnt. Und das Spiel ist anfangs sehr unübersichtlich für Neueinsteiger.

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