Sicarius

Battlestar Klischee

So viel zu Mission Impossible Staffel 6. Ich kann die Serie trotz ihres Alters immer noch uneingeschränkt empfehlen – zumindest, wenn ihr nicht erwartet, dass alle zwei Sekunden etwas in die Luft fliegt. Staffel 7, das finale Jahr, kommt leider erst im März auf DVD raus. Zeit also mal wieder etwas anderes zu schauen. Und nach Rücksprache mit meinem persönlichen Berater Jakill Slavik, habe ich mit Battlestar Galactica begonnen. Die Mini-Serie und die ersten fünf Folgen sind bereits abgearbeitet. Zeit, sich ein wenig über Kleinigkeiten an den Charaktere aufzuregen und so zu verdeutlichen, dass die Serie durchaus sehenswert ist. Vorweg: Ich habe vom Original bis heute nicht eine komplette Folge gesehen. Es ist mir also entsprechend vollkommen egal ob Starbuck nun eine Frau ist. Mein Geschmack ist Katee Sackhoff sowieso nicht. Aber fangen wir bei dem Charakter an, der mich am meisten aufregt:

Dr. Gaius Baltar (James Callis)

Ja, er hat eine geile Tussy im Kopf. Das kann einen Mann durchaus ein wenig aus der Fassung bringen. Aber der Typ ist so komplett ohne einen Funken Disziplin, dass er mir mittlerweile mächtig auf den Geist geht. Ich mag gut reden haben, ich wohn schließlich schon seit 25 Jahren neben der Kirche und lass mich vom Glockenleuten dementsprechend schon lange nicht mehr ablenken. Aber in den paar Monaten, seit denen er die Dame schon mit sich herumträgt, hätte er sich sicherlich auch schon ein wenig dran gewöhnen müssen. Stattdessen versaut er immer noch jeden Dialog nur weil die Cyborg-Tussy ihm die Brüste ins Gesicht hängt.

Und dann war da ja noch die absolute Logiklücke, bei der er quasi zugibt, dass er keinen Cylons-Detektor hat und es anscheinend niemanden interessiert. Hallo? Ihr habt wegen dem Vollidioten ein Crewmitglied zurückgelassen? Es mag nur ein PR-Mensch gewesen sein und sich im Nachhinein als völlig richtig erwiesen haben. Aber von letzterem weiß nur der Zuschauer! Und dass er ständig mit sich selbst redet, sollte auch mal jemanden komisch vorkommen…

William Adama (Edward James Olmos)

Er gefällt mir eigentlich ganz gut. Klar, auch er ist oft nicht mehr als ein wandelndes Klischee. Aber er musste bislang nicht viel mehr sein als der erfahrende Kommandeur. Da ist den Drehbuchautoren vermutlich zu Beginn noch nicht wirklich eingefallen, wie sie seinen Charakter kaputt machen könnten. Mal abwarten.

Number Six (Tricia Helfer)

Selbst 7of9 war ein weniger offensichtlicher Zuschauerfänger. Die hatte wenigstens was an im Gegensatz zu Miss Nummer 6 (welch passender Name…). Natürlich hat solch ein Aussehen inklusive knapper Kleidung einige Vorteile. Anders lässt sich das Verhalten von Herrn Baltar schließlich nicht erklären. Aber ich hoffe doch, dass sich die Dame im Laufe der Zeit doch noch zu mehr entwickelt als nur zur „Ultimate Sex-Machine.“ Ich bin vor allem darauf gespannt zu erfahren, was eigentlich ihre Motivation ist. Ja, sie will den Herrn Doktor offensichtlich manipulieren und unbedingt ein Baby haben. Aber logisch ist ihr Verhalten bislang absolut nicht.

Laura Roslin (Mary McDonnell)

Eine typische Film-Frau als Präsident und einem Milchbubi als rechte Hand. Und dann hat sie auch noch Krebs. Da fühlt man richtig, wie einem die Emotionen aufgedrängt werden. Aber hey, mit einem Mann hätte man natürlich nicht solch eine herzzerreißende Szene mit dem kleinen Kind hinbekommen können. Zumindest nicht so offensichtlich. Es hat nur gefehlt, dass sie dem Mädchen ein rotes Kleid anziehen. Dann wäre die Symbolik perfekt gewesen. Liebe Filmemacher: Wenn ihr schon so emanzipiert sein wollt und völlig zu Recht Frauen in Führungsposition darstellt, dann lasst doch bitte die Finger von den alten Klischees. Das macht sonst alles nur kaputt. Danke.

Sharon Agathon (Grace Park)

Ein Cylon-Schläfer – das sagt eigentlich schon alles. Unlogisch wie Hölle. Die gesamte zweite Folge der ersten Staffel, in der sie erstmals aktiv wurde, konnte ich nur mit dem Kopf schütteln. Da sind die Cylons schon so schlau und haben Ahnung von Infiltration und Sabotage und dann programmieren sie so einen Mist zusammen. Allein die Szene auf kleinen Schiff in der sie verzweifelt versucht „H2O Positiv“ auszusprechen, ist so dermaßen lächerlich.

Und warum hat sie überhaupt den letzten Sprengsatz ausgerechnet dort untergebracht? Ich mein, sie schafft es offensichtlich unbemerkt (!) in den Wassertank des Schiffs einzubrechen und fünf Sprengsätze zu legen. Das allein ist schon eine Logiklücke sonders gleichen. Gibt es da keine Sensoren, die überprüfen was da eigentlich im Wasser drin ist? Es könnt schließlich auch so mal von irgendwas vergiftet sein. Aber ich Schweife ab – vielleicht gibt es ja einen speziellen Wartungszugang oder so. Getrunken hätte ich das Wasser auf jeden Fall nicht mehr, nachdem sie mit ihrem Plastikraumanzug da drin herumgeschwommen ist. Wer weiß was da alles für Bakterien dran klebten.

Der Punkt ist: wenn sie es schafft einen Sprengsatz da anzubringen und damit das größtmögliche Problem auszulösen. Wäre es dann nicht sinnvoller den letzten z.B. in den Munitionsvorrat zu schmeißen und die Galactica auf einen Schlag so gut wie zu vernichten? Aber nein, der Autor hat natürlich mitgedacht: wenn das Wasser weg ist, wird nach Neuem gesucht – und das mit Boomers Schiff. Klingt logisch, ist aber völlig ineffektiv aus Cylonsicht!

Von ihrer Kopie auf Caprica fang ich erst gar nicht an zu reden…

Kara Thrace (Katee Sackhoff)

Das typische Mannsweib. Ich mag bislang weder den Charakter noch die Person, die ihn darstellt. Alles viel zu eindimensional, berechenbar und aus zig anderen Serien und Filmen bekannt. Und die Sexszene mit ihr war äußerst schwer zu ertragen – was allerdings auch für alle anderen Sexszenen gilt. Amis halt…

Lee Adama (Jamie Bamber)

Oh Gott, oh Gott. Der Typ soll der zweitbeste Pilot der Menschheit sein? Ich wusste nicht, dass man mit einem Stock im Arsch eine Viper fliegen kann. Für mich ist er bislang der Keanu Reeves des Battlestar-Galactica-Universums. Keanu kann auch nur einen einzigen Gesichtsausdruck. Nur hatte er bislang das Glück größtenteils Rollen zu spielen, wo dieser Gesichtsausdruck auch passte. Ich verstehe aber natürlich woher Lee kommt. Vadda hochrangiger Offizier, Bruder war prinzipiell auch im Militär – vermutlich hat die ganze Familie aus Generationen von Militärs bestanden. Da muss man sich anpassen und eben die ganze Zeit dämlich aus der Wäsche guggen. Ich hoffe, dass er so früh wie möglich mit Kara ins Bett steigt. Vielleicht löst sich dann ein wenig von seiner Anspannung.

Das waren also nun meine subjektiven Ersteindrücke zu den Charakteren von Battlestar Galactica. Wie gesagt, meckere ich eigentlich nur, weil ich die Serie bislang ganz gut finde. Was ich gesehen habe, macht auf jeden Fall Lust auf mehr – auch wenn die CGI-Effekte für eine Serie von 2005 doch stark zu wünschen übrig lassen. Selbst Star Trek: Enterprise (2001) sah 100mal besser aus. Abgesehen davon, bin ich mir sicher, dass im Laufe der Zeit sich die Charaktere auch noch weiterentwickeln und etwas dreidimensionaler werden. Selbst aus Troy wurde schließlich noch ein anständiges Crew-Mitglied trotz ihrer lächerlichen „Ich spüre was!“-Anfälle zu Beginn. Aber wo bleibt denn da der Spaß, wenn ich mit meinem Kommentar so lange warten würde?

PS: Am Montag wird es aller Voraussicht nach keine neue Podcastfolge geben. Auch der darauffolgende Donnerstag ist eher unrealistisch als Veröffentlichungstermin. Rechnet also ausnahmsweise erst am 01.02. mit Folge 18.

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2 Kommentare

Wenn du dir das durchliest, wenn du die Serie durch hast, wirst du denken…omg, das kann man nicht wirklich zusammenfassen, wieviele Wendungen es gibt…

Aber sonst, saugeil beschrieben für den Anfang, genau das hab ich auch gedacht: OMG Battlestar Galactica.

Wie findest du eigentlich die Alte Dame?

Die hatte bislang noch zu wenig Screentime. Kann ich also noch nicht einschätzen. Hält sich zumindest stark an das Original, wenn ich mir die BIlder so anschau.

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