JakillSlavik

Mondzeit

Zurzeit läuft aus spieletechnischer Sicht das Jahr 2010 mit voller Kraft an, sodass es nicht weiter verwunderlich ist, dass ihr mich heute wieder lest. Den Webmaster ein weiteres Mal wegen GamersGlobal zu entschuldigen, versuche ich erst garnicht, denn um ihn wortwörtlich zu zitieren bleibt ihm selbst dazu „Keine Zeit“ :laughing: Daher springe ich direkt mal ins Geschehen und erkläre euch, was ihr jetzt erwarten dürft.

Für mich persönlich läuft gerade die etwas weniger entspannte Studienzeit an, gepaart mit Praktikasuche und sonstigen Dingen. Dennoch versuche ich mich in meiner Freizeit gerade an einem sozialen Projekt, dass in vielen Foren einfach als „Role Playing“ bekannt ist. Hierbei entwirft jeder Teilnehmer einen eigenen Charakter, den man selbst in einer Geschichte mit anderen ’spielt‘, indem man von den (gemeinsamen) Erlebnissen berichtet. Je nach Abmachungen und Regeln kann dies natürlich unterschiedlicher machen und verkomplizieren. Im Folgenden könnt ihr nun meine bisherige Charakterplanung (sehr ausführlich) lesen.

Vorwort

Lest meine Worte aufmerksam, denn der Strom der Zeit wird euch schon bald erfasst und euresgleichen vertilgt haben. Eure eigene Zeit ist zu bald vorbei, eure Spuren in der Geschichte werden vom Wind der Zeit verweht. Daher habt ihr nicht das Privileg auch nur eines der folgenden Worte jemals wieder zu vergessen.

Lest also die Worte einer der wenigen Überlebenden, lest die Wahrheit. Vergesst, was für Geschichten die Straßen eurer Städte beherrschen. Vergesst die alten Schriften, auf denen versucht wurde uns dämonenhafte Wesen zu beschreiben. Vergesst also alles, was ihr bisher zu wissen geglaubt habt.

Nehmt die Wahrheit auf, niedergeschrieben von mir, der vermutlich letzten Succubus…

Wer ich bin

Auf meinem Bernstein-farbigen Geburtsarmreif erscheint bei jedweden Gedanken über meine eigene Existenz eine Reihe von sternförmigen Lichtern, die für mich unsere alte Schrift Typia darstellen. In eurer Sprache spricht man meinen Namen Omnia Liadan aus. Aufgrund der menschlichen Bequemlichkeit im Vorzug auf einprägsame Namen, kennt oder fürchtet man mich unter dem Kürzel ‚Lia‘.

Alter

Bald vollende ich meine 22 hundertste Mondzeit (2135 Mondzeiten bin ich genesen um genau zu sein), was in der menschlichen Zeitrechnung in etwa 157 Planetenbahnen um die Sonne entspricht. Gleichzeitig kann man von meinem Alterungsprozess sagen, dass meine hundertsten Mondzeiten eurem Alter gleichen. Ihr könntet mich also durchaus für eine unschuldige junge Maid am Anfang ihrer zwanziger Blüte halten, es wäre aber töricht diesen Irrtum nicht rechtzeitig einzusehen. Es wäre gar tödlich für euch, mich nicht mit einigen Abstand zu betrachten. Denn auf meine Art und Weise habe ich selbst für eine Succubus meines Alters schon zu viel erlebt, (…)

Was meine Tätigkeiten sind

Ich habe mich dazu herabgelassen in euren größeren Gemeinden meine Dienste derart eurer pervertierten und kümmerlichen Körperlichkeit zu widmen und damit mein Geld zu verdienen. Mein Beruf ist somit euer Verlangen, eure Lust und mein wirtschaftlicher Gewinn, mein Wohlstand, sofern dies in eurer Gesellschaft möglich ist…

Mir wurde schon des Öfteren angeboten, mir meine herausragenden Fähigkeiten die störenden Teile der menschlichen Rasse auszumerzen, nach Aufträgen vergüten zu lassen. Aber dieses Vergnügen lasse ich mir von eurer Dekadenz nicht schmälern. Ihr mögt meinen Körper kaufen können, nicht aber meine Seele. Einen Leib, der mir zu Lebzeiten mehr als verhasst war, zu beobachten, wie er nach brutaler Heimtücke blutend leblos zu Boden fällt (…) Es gibt nichts Befriedigenderes…

Merkmale meines Geschlecht und mein Aussehen

Zweifelsohne kann ich für mich feststellen, dass ich durchaus weiblicherer Natur als Damen vom menschlichen Schlage, obwohl uns optisch nicht viel unterscheidet. Auch wenn mein Leib nicht den üppigen Konturen eurer Bauernfrauen gleichen mag, ist mein verhältnismäßig zarter und sehniger Körper von natürlichem Reiz für euer beider Geschlecht und abseits davon eine tödliche Waffe. Was mich auszeichnet ist mein natürlich pechschwarzes Haar mit einigen orange- und dunkelroten Strähnen und darüber hinaus meine, hinter langen dunklen Wimpern ruhenden, hell braun leuchtenden Augen. Meine Pupillen sind nicht rund, sondern minimal zu Schlitzen verformt. Als Tochter des Mondes hat jedwede Art von Mondlicht Einfluss auf mein Äußeres. Inwiefern? Oh, das herauszufinden dürfte für euch interessant werden. (…)

Was ich bin

Obwohl mein Aussehen schon genug für mein Wesen sprechen sollte, hier noch ein paar Worte über mich. Denn auch, wenn mich ein Großteil meines Kundenstammes fürchtet und ihren persönlichen Anreiz daraus zieht (…), so gibt es auch einige Ausnahmen darunter, die mich zu gern als „Miststück“ und der Machart verteufeln. Wenn ich recht überlege, gibt es durch mein Zutun nicht mehr so viele von ihnen, obwohl sie wohl Recht hatten (…) Im allgemeinen Umgang mit der Umwelt, Fauna und Flora, sind die Succubi, wie auch unsere geliebten, wie gehassten Gegenstücke, die Incubi, eine Seelenbad der Gelassenheit. Im Zusammenspiel eines Gegensatzpärchens herrscht innerhalb unserer Reihen aber keine sanfte Liebesbeziehung, sondern viel mehr inniger Krieg, was eure Form heißer Leidenschaft, wie einen lächerlich kalten Schauer auf meiner Schulter erscheinen lässt.

Meine besonderen Charaktermerkmale

Anders als für meine Art üblich, habe ich gelernt mich anzupassen und mir eine ruhige Miene zugelegt, die ich auch aufrichtig lebe. Bei meinen Tätigkeiten, meinem Beruf und dem Töten gehe ich somit durchweg mit einigem Kalkül vor, wobei das auf brausende Temperament einer Succubus jederzeit unvermittelt in mir durchschlagen und Personen in der näheren Umgebung in Mitleidenschaft ziehen kann. Leiden welcher Art, fragt ihr euch? Das lässt sich nicht immer eindeutig vorher bestimmen.(…)

Mitgeführte Gegenstände

Normalerweise trage ich selten etwas dabei, was ihr als Waffe verstehen würdet. Was Einen jeden unserer Art allerdings immer begleitet, sind unsere beiden Bernstein-Armreife: Das Geburtsarmreif um das rechte Handgelenk und das Zeremonienarmband um das Linke, beide könnten nicht abgelegt werden. Diese mysteriösen Gegenstände würdet ihr nicht begreifen, selbst wenn ich versuchen würde hier die passenden Worte zu finden. Die Vorsteher sind sich übrigens darüber selbst uneins.

Vorgeschichte und Wissenswertes für euer Überleben

Wie ihr merkt, ist unsere Ansicht über die eigene Existenz und unsere Mentalität unterschiedlich der Euren gegenüber. Meine Abstammung lässt mich leicht dazu neigen von unserer Überlegenheit zu sprechen, doch die seelischen Wunden haben mich gelehrt, jedwedes Geschöpf als Feind zu betrachten und einen Feind unterschätzt man nicht. Ich bin euer Feind. Es wäre klug für euch das zu berücksichtigen und meinen Grundsatz zum Euren zu machen.

Unsere Herkunft war der, um euren Planeten kreisenden Mond. Eigentlich lebten wir an keinem festen Ort, denn wir waren eine Art „wanderndes Volk“, und zogen seit Millionen von Mondzeiten in der Dunkelheit umher. Für euch also immer auf der Schattenseite der Mondes. Dies taten wir, weil die Resonanz unserer Heimat nur in vollständiger Dunkelheit mit uns mit schwang. Unsere Körper und unsere Herzen reagierten auf diese Resonanz, sodass die Umgebung und wir miteinander verbunden waren. Die Sinnlichen unserer Art waren sogar in der Lage die Umgebung nach den eigenen Wünschen anzupassen. Jedweder Art von Wünschen. Mit der Zeit formten wir unsere Welt vollständig nach unseren Bedürfnissen – lasterhaft und von Trieben bestimmt. Wir hatten unser Gebiet in einen nebligen roten Farbschleier getaucht. Wir lebten also nicht mehr ganz in Dunkelheit und hatten so unsere Welt noch stimulierender gemacht. Unsere Körper passten sich diesen Umständen wiederum an: Unsere Pupillen wurden schärfer und verformten sich zu welchen, die jenen von Reptilien stark glichen. Unser Hautton änderte sich und wir hatten nun nicht mehr blasse, sondern kräftige Hautfarbe. Auf eurem Planeten reflektieren unsere Haut und unsere Augen das Mondlicht mit einem leichten Rotschein. In diesen Momenten erscheinen wir für euch als das, was wir sind: Dämonen.

Unser Volk sagte über unser Alter, dass wir ‚Mondzeiten genesen‘ sind. Die ursprüngliche Bedeutung hierfür ist, dass unsere Vorsteher des Volkes davon ausgegangen sind, dass wir eines Tages in das größere Wohl unserer Umwelt übergehen, wenn wir die Schwelle zwischen Leben und Tod überschreiten. So wie wir unsere Heimat geformt haben, haben wir sie auch geehrt in dem Wissen oder viel mehr in dem Glauben, eines Tages mit Teil dieser Landschaft zu werden und das unsere Vorfahren die gegenwärtige Umwelt bildeten. Ein Gegensatzpaar von uns kann unter der sehr seltenen Voraussetzung, wie gegenseitige Emotion, bei euch Liebe genannt, nur jeweils ein Kindesgegensatzpaar zeugen und gebären. Dadurch ist unsere geringe Anzahl immer gleich bleibend, bei bösem Blute untereinander eher geringer geworden. Dieses Regelnetzwerk an Gegensätzen schreiben unsere Vorsteher, dem größten Paar an Gegensätzen zu: Licht und Schatten. Tag und Nacht.Der Sonne und dem Mond, unserer Heimat.

Obwohl wir im Vergleich zu euch sehr langsam altern, werden wir in etwa nur 63 hundert Mondzeiten alt, was zwar immer noch bedeutend mehr Genesungszeit ist, als ihr in Lebensjahren habt, jedoch heißt das auch, dass ich schon bereits ein gutes Drittel meiner Zeit hinter mir habe. Für diesen Umstand bin ich aber auch dankbar, denn ich bin Euresgleichen so überdrüssig.

Meine Abneigung rührt von unserer gemeinsamen blutigen Vergangenheit her, kurz nachdem wir auf euren Planeten gezogen wurden. Ich war damals kaum mehr als dreihundert Mondzeiten genesen. Die Vorsteher deuteten in der Planetenkonstellation das baldige Ende unserer eigenen Art voraus und da euer Planet im Schatten des Mondes für einige Zeit zu verschwinden drohte, sahen wir eine Chance für unser Überleben:

In euren Schriften ist dieses Ereignis als Sonnenfinsternis zur Zeit eurer Glaubenskriege bekannt. In Wirklichkeit ist so ein Phänomen für uns nichts Ungewöhnliches, da es regelmäßig auf verschiedenen Teilen eures Planeten auftaucht, nur befanden wir uns erstmals auf eurer Äquator-ebene. Da unser Volk bei Verpassen dieser Möglichkeit sich eines Nachts selbst ausgelöscht hätte, und unser Paradies uns niemals das Überleben hätte garantieren können, beschlossen wir bei dieser einen Sonnenfinsternis den Schatten des Mondes mit unserer Resonanz soweit auszudehnen, dass wir euren Planeten erreichen und uns einfach eurer Heimat zu bemächtigen konnten.
Was wir nicht hatten wissen können: Das ihr existiert. Das ihr uns zahlenmäßig weit überlegen wart. Das Dreiviertel unserer gesamten Rasse die Reise über den Mondschatten nicht überlebte, sondern von den Resonanzturbolenzen im Feuer des Planeten verbrannt wurde. Aber das war nichts im Vergleich dessen, was uns erwartete, als wir mitten in einen der größten Glaubenskriege eurer Geschichte platzen. Wir waren Gefallene und aufgrund nun folgenden Mondlichtes in unserer Dämonengestalt vor euren Augen gestrandet. Von euch vor-verurteilt und abgeschlachtet durch eure von der Inquisition getriebenen Kriegsmaschinerie.

Wir löschten noch einige Tausende von euch aus, als das Morgenlicht die Nacht durchtrennte. Wir kämpften, nun ohne Dämonenwaffen, nur noch mit blutigen Krallen und erbeuteten Klingen weiter. Der finale Sturm eurer Nachhut tilgte unseren kümmerlichen aber tapferen Rest zum Abend hin. Innerhalb einer Nacht und eines Tages war somit mein Volk fast um seine Existenz gebracht. Irgendwie hatte ich überlebt, legte mit letzter Kraft mit Hilfe meines Zeremonienarmreifs Schilde um mich und verbarg mich in den Leichenbergen. Ich hoffe immer noch jeden Tag, dass einige Wenige ihren Stolz in der Aussichtslosigkeit ebenso aufgaben wie ich und an das Überleben unserer Spezies dachten. Es müsste nur ein Incubus sein, den ich um Seinetwillen lieben könnte. Nur ein Einziger.

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4 Kommentare

Wenn ihr Auszüge aus der Geschichte haben wollt, könnt ihr das gerne anmelden. Die werden dann bestimmt irgendwann als weiterer Füllereintrag missbraucht. :wink:

Solches RP habe ich in jeder Menge Foren schon miterlebt, selber aber nie mitgemacht. Und ich möchte an der Stelle anmerken, dass dies mit Abstand (!!) die ausführlichste Charakter-Beschreibung ist, die ich je gesehen habe. Respekt.

Ohje, eigentlich hab ich mich total nicht an die Vorgaben gehalten und gleichzeitig versucht das zu straffen.^^

Aber vielen Dank für das Lob. :smile:

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