Allein bei dieser Überschrift habe ich dieses furchtbare Lied im Kopf…Aber: Nein! Ich werde es nicht zitieren. „if you’re goin‘ to …“ * summ* Ach verdammt! Und verflucht sei das Cover der Global Deejays, doch das könnt ihr alles getrost ignorieren. Ohrwürmer sind vernachlässigbar.

Hintergrund des heutigen Eintrages ist die Stadt „San Franzisco“ und dessen Bedeutung in den zwei Kinofilmen, die ich heute anreißen möchte. Teilweise werde ich Einzelheiten verraten, aber versuchen starke Spoiler zu vermeiden. Der zweite Grund, warum ich wieder einen „Gastbeitrag“ verfasse, ist die Vorbereitung des aktuellen Podcasts für diesen Monat, den ihr am Montag höchstwahrscheinlich erwarten dürft.

Friendship! – ist mit Abstand der einzige Kinofilm der letzten Zeit, der es geschafft hat, dass ich während des Films gar nicht, bis kaum darüber nachgedacht habe, dass ich gerade einen Film schaue. Meistens bewundere ich im Hinterkopf das Handwerk. Ich überlege mir, wie an manchen Stellen Musik atmosphärisch unterlegt wird, wie geschnitten wurde, in bestimmten Situationen die Erzählung unterschwellig durchschlägt oder wie die Kamera-Einstellung den Blick optimal führt. Das sind noch die geringeren Gedanken neben dem großen Frage, die ich mir stelle: „Was kommt jetzt?“ und mir meist die Antwort doch schon selbst zusammenreimen kann. Verwunderlicherweise ist in Friendship! ist die Geschichte fix erzählt und doch anders: Die Berliner Mauer ist gefallen und die beiden jungen Ostdeutschen Veit und Tom wollen nach San Franzisco. Warum? Tom hat seit frühster Kindheit nie in das Muster eines DDR-Bürgers gepasst und erfährt von seinem Freund Veit, dass San Franzisco der westlichste Punkt der Welt ist, also genau sein Traumziel, um einen möglichst großen Abstand zur DDR einzuhalten. Veit hingegen – das erfährt man nicht aus dem Trailer – hat ganz private Interessen, denn sein Vater ist in seiner Jugend über die Mauer geflohen und schreibt ihm seitdem jedes Jahr zum Geburtstag eine Glückwunschkarte aus San Franzisco. Was man auch nicht erfährt, ist die Begebenheit, dass die Beiden eigene Kurzfilme mit einer mobilen Videoausstattung drehen und diese auch vorführen. Zusammen mit dem ostdeutschen Talent zur Improvisation machen sie sich mit dem Flugzeug nach Amerika auf, doch langt ihr Geld nur für ein Flugticket bis New York. Über unzählige einfallsreiche Aktionen gelingt es ihnen dort ,entgegen allen Geld- und Verständigungsproblemen, ihrem Ziel immer näher zu kommen. Die witzigen Dialoge sind größtenteils alle im Trailer enthalten, was noch hinzu kommt, ist die teils brillante, teils vorhersehbare Situationskomik. Insgesamt ist Friendship! aber eine nachdenklich stimmende Unterhaltung mit unerwartet langer Laufzeit, von knapp zwei Stunden. Jedoch habe ich keine Minute gespürt, dass hier etwas in die Länge gezogen wurde oder auf Durchzug geschaltet. Die Landschaftsaufnahmen, die Reise und die Charaktere sind schlichtweg stabil und dennoch setzt sich dieser Film klar von sonstigen Roadmovies ab, weil die Geschichte von dem introvertierten Veit und seiner Suche nach dem Vater den Zuschauer immer wieder einfängt. Dass der Film natürlich gegen Ende auf die Golden Gate Bridge als Schauplatz hinausläuft ist zwar keine Überraschung, aber auch danach wird in einer kurzen Abschlussszene die Geschichte konsequent zu Ende gebracht. Dieser Film verdient meiner Ansicht nach, die volle Anzahl an Sics. Mehr als empfehlenswert.

The Book of ELI – ist auf den ersten Blick ein typischer post-apokalyptischer Film, der in Nordamerika spielt. (Wo auch sonst?) Mehr oder weniger zufällig, bin ich genau am 18. Februar zum Kinostart in den Film gegangen und er war nicht gerade übermäßig besucht. Wie zu erwarten war, war ein „Großer Krieg“ Auslöser für den „hellen Blitz“, der für die Zerstörung nahezu sämtlicher Zivilisation verantwortlich ist. So weit, so platt. Denzel Waschington als ergrauter einsamer Streiter, mit einer sehr spitzen Machete, einem Bogen und unzähligen anderen Waffen, schnetzelt sich 30 Jahre nach der Apokalypse durch die Überlebenden. Die haben bereits alle keine Erinnerung mehr an die Zeit vor dem Blitz und sind dementsprechend unzivilisiert. Wer Spiele wie Fallout kennt, Ideen von Postman, Waterworld und dergleichen verstanden hat, der bekommt die erste halbe Stunde und gegen Ende noch richtig schöne Landschaftsaufnahmen, wie sie zu erwarten sind. Zwischendurch geht dies etwas verloren. Was auch verloren geht, ist die Action zu Beginn des Filmes, denn dies ist kein Actionspektakel, auch wenn der Trailer das verheißen mag. Denn die wenigen gezeigten Szenen aus der Vorschau sind bereits alle Szenen, die es in der Bauart gibt, doch gerade die sind besonders kunstvoll gestaltet, auch wenn die Brutalität grenzwertig ist. Schlagwort Kettensäge. Zeitweilig könnte man sich an einen Quentin Tarantino – Streifen erinnert fühlen, auch wenn hierzu die Samurai-Schwerter fehlen. Was besonders ist, ist die Geschichte um das Buch, die bereits nach wenig Überlegen uns Elis Buch als… das Buch… herausstellt. Ich denke, mehr muss dazu nicht gesagt werden. Eine höhere Instanz, ohne dabei in zu tiefe Gläubigkeit ab zu driften, verleitet Eli aka Denzel Waschingten das Buch zu finden und fortan nach Westen zu bringen. (Nach San Franzisco, wie man sich nach kurzer Zeit bereits denken kann.) Ihm entgegen gestellt, wird ein Gary Oldman als strategischer Gegner, der ebenfalls noch Erinnerungen an die Zeit vor dem Krieg und in der Geschehenszeit ziemlichen Einfluss hat und die Macht der Worte des Buches kennt. Obwohl man jetzt vermuten könnte, dass man hier auf spirituelle Ebenen gezogen wird und Eli wirklich sehr zäh, sowie übermenschlich erscheint, wird hier keinerlei göttliche Intervention hoch gejubelt. Genauso habe ich mich während des Filmes aber ständig ertappt, dass ich erwartet habe, dass JETZT etwas Außergewöhnliches passiert und das Außergewöhnliche war, das eben nichts dergleichen passiert ist. Auch wenn das wenig spektakulär klingt, ist es deswegen neu, weil man wie in unserer Zeit, keine Wunder erwarten darf, solange keine Wunder in einem selbst geschehen und so gesehen ist der Film auf subtile Weise, wenn man darüber reflektiert, sehr religiös ohne aufgesetzt christlich zu sein. Das und die vielen Passagen in denen lange Zeit kaum ein Wort zwischen den Personen gewechselt wird, sorgen für eine dichte Atmosphäre. Allerdings stellt sich The Book of Eli selbst ein Bein, weil dieses Stilmittel des stillen Moments schon ab der Hälfte des Filmes ziemlich überreizt ist. Doch pünktlich zum Ende, wenn wieder die beeindruckenden Bilder der zerstörten Golden Gate Bridge und San Franzisco insgesamt zu sehen sind, fängt sich die Stimmung wieder. Auch als kurz darauf ein sehr heftiger Wendepunkt in der Handlung eintritt, führt sich dieser Abschnitt stimmig ein, wie die Glieder einer Kette. Die allerletzte abschließende Szene hingen, ist in Anbetracht der vorher genial verschleierten Wendung gerade zu lächerlich. Ich würde diesen Film etwa zwischen drei bis vier Sics einordnen, eher drei. Führe mich zu frischem Wasser.

Heimlicher „Held“ war für mich in beiden Filmen, die Gefängnisinsel Alcatraz. Wer die Filme gesehen hat, weiß worauf ich hinaus will. In diesem Sinne wünsche ich euch schon einmal ein schönes Wochenende, bis zum nächsten Eintrag meinerseits. Als kleine „backstage“ Information kann ich noch anmerken, dass ein weiterer Gastautor sich in naher Zukunft auch mal wieder die Ehre geben wird. Friendship!

–jks

Die ganze Woche hat es getaut. Am Samstag konnte ich gar mal wieder richtig den Hof kehren. War ja klar, dass es dann gestern Nacht wieder schneien musste *seufz*. Und Kessy darf tatsächlich noch ein drittes Mal zum Frisör. Am Samstag war sie sogar noch schlechter gelaunt als die Woche zuvor. Keine fünf Minuten und schon schlug sie wieder um sich. Angeblich wird das mit zunehmendem Alter noch schlimmer. Ich mag gar nicht dran denken – dabei wird sie dieses Jahr doch erst acht. Warum habe ich keine normale Katze?

Star Trek Online bin ich immer noch nicht Level 11 (Lieutnant Commander) – erst 9. Das wird eine Weile dauern bis ich Level 50 bin. Dafür kam endlich meine BioShock 2 Special Edition (ja, die mit der Schallplatte) an. Natürlich die PC-Version, die ganz klar der Xbox-360-Fassung überlegen ist. Ich hatte zwar schon ein paar ärgerliche Abstürze, aber das gleicht die bessere (DirectX 10-)Grafik und vor allem die Steuerung wieder aus. Erstmals habe ich dabei den direkten Vergleich, da ich es (wie bekannt sein sollte) bereits auf der Box durchgespielt hatte. Und allein die Tatsache, dass ich die allererste Big Sister auf „Hart“ und ohne aktive Vita Chambers im ersten Anlauf platt gemacht habe, zeigt für mich den deutlichen Unterschied. Auf der Box habe ich das auf „Normal“ nur ein einziges Mal geschafft (ihr seht es im Testvideo). Gut, ich habe natürlich jetzt auch schon sehr viel Erfahrung mit den Gegnern. Das ist sicherlich mit ein Grund für meinen Erfolg. Dennoch zeigt BioShock 2 mir mal wieder ganz klar auf, dass Maus + Tastatur einfach besser geeignet sind für solche Spiele. Ich kann deshalb nur mit dem Kopf schütteln, wenn sich Leute darüber beschweren, dass in den PC-Versionen von BioShock 2 und Mass Effect 2 keine Gamepads unterstützt werden. Es müssen nicht einmal die Kämpfe sein. Schon allein das Untersuchen eines Raumes ist mit einem Stick eine langwierige und umständliche Aufgabe, bei der ich die meiste Zeit nur den Fußboden gesehen habe.

Neben BioShock 2 drehte auch noch weiter Battlestar Galactica im DVD-Laufwerk seine Runden. Das Ende der dritten Staffel ist richtig genial. Verraten werde ich darüber natürlich nichts. Aber die Hintergrundmusik (eine Cover-Version von Bob Dylans „All Along The Watchtower“) ist einfach nur perfekt auf die Bilder abgestimmt. Vor allem die letzten 15 Minuten der Folge mit den dicken Cliffhangern werden durch Bear McCrearys Komposition zu einem fantastischen Erlebnis. Was mich übrigens auch dazu getrieben hat, mir die sündteuren Soundtrack-CDs (selbst in den UK kosten sie rund 18 Pfund!) zu holen. Wobei ich „Passacaglia“, ein langsames Geigenstück, schon seit dem Cliffhanger von Staffel 1 unbedingt mal in anständiger Qualität hören wollte (und es mittlerweile schon einige Dutzend Mal getan habe). Wer die Lieder nicht kennt, sollte sie sich auf jeden Fall mal bei YouTube antun, auch wenn sie dort höchstens halb so gut klingen. Und Bob Dylan könnt ihr dann auch gleich noch anschmeißen. Den kann man auch nicht oft genug hören.

Gestern habe ich mein Mass Effect 2 Kompendium um zwei Absätze ergänzt. Es kamen immer wieder die zwei gleichen Google-Anfragen: „Wie komme ich mit Kelly Chambers ins Bett?“ und „Wie überlebt mein Team die Selbstmordmission?“. Da musste ich natürlich endlich mal Kapital draus schlagen und den Leuten das geben, nachdem sie verlangen. Vielleicht wird er nun noch mehr aufgerufen. An den Erfolg des Dragon Age Origins Kompendium kann es aber trotzdem nicht anknüpfen, soviel ist leider klar. Zum Release von Dragon Age: Origins – Awakening werde ich das vermutlich noch einmal aktualisieren und dann die 100.000 Aufrufe knacken!

Sonntagmittag ging außerdem noch mein neuer Report online:

Die Games Academy – Ich hatte es glaube ich mal in einem Nebensatz erwähnt, dass JakillSlavik mich nach Frankfurt zu einer Informationsveranstaltung geschleift hat. Als pflichtbewusster Journalist habe ich natürlich die Gelegenheit wahrgenommen und die verschwendete Zeit mit einem informativen Report ausgeglichen. Ist gar nicht so einfach es nicht zu sehr nach einer Werbebroschüre klingen zu lassen, wenn es nur um eine Institution geht. Da das Ergebnis aber natürlich von höchster Stelle abgesegnet wurde, habe ich denke ich wieder gute Arbeit geleistet. Wenn ihr also vorhabt Spieleentwickler zu werden, solltet ihr mal reinschauen. Für alle anderen ist er vermutlich nicht ganz so interessant – was euch aber natürlich nicht davon abhalten sollte ihn zu lesen.

Als nächstes steht mal wieder ein Test auf dem Programm. Welcher verrate ich natürlich wie immer nicht. Nur so viel: auch Mick Schnelle hätte das Spiel gerne getestet. Wenn das mal nicht den Erfolgsdruck ins Unermessliche steigert…

PS: Um die eigentlich rhetorische Frage im ersten Absatz zu beantworten: Weil es ja sonst langweilig wäre. Einen Schmusetiger hat doch jeder. Eine echte Raubkatze, die vermutlich selbst einen Löwen Angst einjagen würde – das ist eine Herausforderung.
PPS: Micks genialen Test zu Star Wolves 3 – Civil War solltet ihr unbedingt lesen, auch wenn euch das Spiel nicht interessiert!

JakillSlavik

Die Succubus (2)

Auf die Gefahr hin, doch wieder nur (dafür aber wenigstens) den Webmaster zu lesen, folgt nun der zweite Teil meines Charakters im WoD Roleplay als Gastbeitrag. Dafür könnt ihr euch darauf freuen, dass der Webmaster nach langer Zeit mal wieder an einem Report für GamersGlobal arbeitet, der im Laufe des Abends online gehen soll. Nun folgt der etwas kürzere Teil (2), wobei ich erwähnen möchte, dass Teil (3) und Teil (4) wesentlich länger geraten sind und Teil (5) bereits in der Mache ist.

Als Zwischeninformation müsst ihr wissen, dass zwei Mitspieler sich auf dem Marktplatz getroffen haben. Der Eine ist ein relativ mysteriöser Gaukler, der sich selbst nur „der Harlekin“ nennt, wohingegen die Andere ein relativ unschuldiges junges Mädchen namens Agneta ist, die die Fährigkeit hat mit Tieren sprechen zu können. Von dieser Begegnung schnappt Liadan einen Teil auf. Der Gaukler war es auch, der durch seine Vorführung und das Feuerspucken die teils heftige Reaktion von Lia auf die Feder in „Succubus (1)“ ausgelöst hat. Viel Spaß beim (hoffentlich interessannten) Lesen.

Legende

Normaltext: Handlung
Gesprochene Sprache
Gedanken

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Name: Omnia Liadan
Eigentümer dieser Geschichte: Daniel ‚JakillSlavik‘ Hentschel
Ort: Effort – Innerer Stadtring, Marktplatz
Zeit: Nacht (2)
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Als sie auf die Straße hinaus trat, strömten feine dunkle Fäden, die ihren regelmäßigen ruhigen Atem darstellten, aus ihrer lieblichen Nase. Liadan bevorzugte die Nachtluft, da sie fühlte, wie diese Welt durch die Dunkelheit und die unglaubliche dunkle Frische, von Sonnenlicht und dem Treiben des Tages für wenigstens ein paar Stunden gereinigt wurde. Der allgegenwärtige Gestank einer Menschenstadt wich für diesen Zeitraum ebenfalls aus ihren Sinnen. Daher nahm sie bewusst tiefere Atemzüge und griff gierig nach dem in der Luft, was sie als ‚dunkel‘ für sich empfand, um für sich selbst wieder das innere Gleichgewicht herzustellen.

Für ein vollkommenes Kind des Mondes, hatte die Succubus mittlerweile schon zu viel ihrer Lebensspanne auf der Erde verbracht, als dass sie jetzt noch ohne den regelmäßigen Wechsel zwischen Tag und Nacht hätte leben können. Dies, zusammen mit der Befürchtung ihre Wurzeln langsam zu vergessen, wurde von einem unterschwelligen Frösteln untermalt, welches sie unerwartet traf. Ihr Stolz verbot es ihr aber, dass sie ihrem Körper oder ihrem Geist eine größere Reaktion hierauf gönnte. Trotzdem musste sie sich eingestehen, dass es wesentlich kälter, als erwartet war, wie ihre leicht aufgerichtete Haut, unter dem Stoff ihrer Kleidung andeutete. Die Straße war leer, unter Anderem weil sich die Lustdamen nur vor dem Freudenhaus aufhielten, wenn sie auf das Anpreisen ihrer ‚Ware‘ aus waren. Sonst jedoch schlichen sie auf dem nach Hause Weg, wie die verdorbene Antwort auf die Lüsternheit der Gesellschaft, die sie nun einmal waren, gedemütigt durch die Hintertür in ihr kümmerliches Leben zurück. Also kamen hier nur Menschen entlang, die genau wussten, was sie wollten, denn was Einen in dieser Gasse erwartet, war offensichtlich – schmutzig.

Hätte sie in diesem Moment einer der wenigen Passanten, die sich hierher verirrten, länger beobachtet, so hätte er eine nur junge Dame vor einem Lusttempel neugierig gemustert. Nur eine junge Dame, die leicht zu frösteln schien und vermutlich nicht zu dem Gebäude gehörte, das sich hinter ihr befand. Sie stand bestimmt nur aus Versehen, völlig unwissend und ganz unschuldig dort, da man sie ihrer Aufmachung und ihres Stils wegen, nicht mit einer Prostituierten assoziierte. Nur eine wunderschöne Frau, die vorgetäuscht vorsichtig, aber auf eine bestimmende Art die Nacht in sich lebte. Der sichtbare Atem wäre jedem nach kurzem Überlegen, ein deutliches Anzeichen für die feurige Leidenschaft, zu der sie fähig war, gewesen. Das war so deutlich, obwohl sie einfach nur anmutig, aber dennoch regungslos da stand und in die Nacht schaute. Und wie sie dastand! Als ob sie nichts um sich herum wahrnahm, abgeschottet in ihrem Leder-Samtenen Mantelkleid, das weniger Blicke gönnte, als man Liadan zugetraut hätte. Der, bis zum Kragen zugeknöpfte Manteloberteil, der sich eindeutig zu einem aufreizenden Dekolleté um knöpfen lies, wirkte so fast schon prüde. Aber auf den Gedanken ‚prüde‘, wären weder Männlein, noch Weiblein jemals gekommen, da sich der Stoff an Lias begehrenswerten Körper, wie eine zweite Haut anpasste. Er schmiegte sich so sehr an ihre trainierten, sehnigen und doch so weiblichen Konturen an, dass man das Gemüt eines Unschuldsengels besitzen musste, um nicht bei dem ‚unschuldigen‘ Wesen an mehr zu denken. Wenn sie in diesem Aufzug durch die Öffentlichkeit schritt, wirkte die Kleidung aber keineswegs anzüglich, eher gerade noch sittlich und stilvoll. Ein fein gesponnenes Begehren in ihrer Umgebung konnte Liadan immer spüren. Das kostete sie aus, in dem Wissen unheimlichen Hunger zu verursachen. Der Beobachter hätte Hunger gehabt und sie direkt auf der Straße von ihrem unschuldigen Wesen befreien wollen und genommen, ohne einen Gedanken an Gefahr zu verschwenden. Wenn sie jemand beobachtet hätte. Die Straße war aber leer.

Was auch ein Beobachter dann niemals gesehen hätte und Liadan nicht einmal selbst wusste, sich aber auch niemals eingestehen würde, war, dass sich hier nicht bloß ihre Spitzen in der Kälte regten. Stattdessen wurde hier ein unterdrückter Drang in ihr wach, der sich nach einer ganz anderen Art von Wärme sehnte. Die Straße um sie herum war weiterhin leer und die angrenzenden Häuser hatten ihre Vorhänge schon lange zugezogen. Auch in Begleitung wäre sie hier alleine gewesen. Also lief sie die Straße hinunter zielstrebig in Richtung Marktplatz.

Warum sie ausgerechnet in diese Richtung lief, war für ihr Wesen mehr als typisch: Sie war sehr neugierig. Sie war vor allem neugierig darauf zu erfahren, woher das flackernde Licht und die unruhigen Stimmen gekommen sein mochten, während sie sich eben noch amüsiert hatte. Kurz bevor sie auf das normale Straßenpflaster zum Marktplatz hätte treten können, bog sie in eine kleine Gasse, die nicht von kleinen Öllämpchen beleuchtet war, wie die Hauptstraßen im Inneren Ring. Sie sprang über einige stinkende Pfützen und erreiche bald schon das Ende der Gasse. Die Gasse selbst, war einer der vielen verschlungen Pfade, die mit etwas Gestank und höheren Zeitaufwand den zum Weg gleichen Ziel boten. Liadan nahm das dankbar in Kauf solange sie hier auf weniger bis gar keine Menschen traf. An der Wandecke zwischen den sie umgebenen Häusermauern angekommen, spähte sie kurz hinaus, um einen ersten Blick auf den Platz zu erhaschen. Fast schon enttäuscht erkannte sie, dass das Spektakel, das hier getobt haben mochte schon vorbei war. Sie blickte kurz zu Boden, um sich etwas bequemer hin zustellen. Ein flüchtiges Schmunzeln huschte über ihr Gesicht, weil sie daran denken musste, dass sie immer relativ ausgiebig ihren Spaß austobte, sowohl beim Einen als auch bei dem Anderen und daher kein Zeitgefühl besaß. Liadan schaute wieder auf und diesmal erweckte eine kleine Gruppe von Schemen ihr Interesse.

Ein merkwürdig gekleideter Mann, vermutlich eine Art Gaukler, sprach mit einer extravaganten jungen Da– mitnichten, dies war eindeutig ein junges, vielleicht schüchternes, aber doch wissbegieriges Mädchen. Vielleicht sogar zu wissbegierig als gut für sie war. Um ihre Beine schwänzelte ein Hund herum, der wohl am liebsten seine Herrin mit einem kräftigen Knoten um die Beine, in einen Sack gesteckt und ins sichere Heim geschleift hätte. Auch wenn die Succubus ihre eigene Kleidung bewusst so provokant und doch brav gewählt hatte, blieb sie doch im Vergleich zu dem Mädchen mit diesem hellen Kleidchen, einigermaßen unauffällig. Lia war ein Augenschmaus, ja, ein Blickfang, wie dieses unvernünftige Ding, nein. Da sich die Dämonin leicht erklären konnte, warum ein Gaukler, außer wegen Goldmünzen natürlich, sich um so jemanden bemühte, wurde ihr Blick glasig. Unter den Dämonen war es nicht weiter schlimm, sich mit Jungdämonen ausgiebig zu vergnügen. Auch sie selbst hätte keinerlei Hemmungen bei Menschenkindern, diese zu ermorden fiel ihr ebenfalls nicht schwer. Aus einem undefinierbaren Grund widerstrebte Lia aber gerade jetzt dieser Gaukler, der hier mit einem Mädchen sprach, was sie nicht hätte weiter kümmern sollen. Ihr Missfallen war aber nicht stark genug, als dass sie sich tatsächlich für ein menschliches Wesen einsetzten würde. Sie würde die Kleine wohl im Auge behalten, sollten sich ihre Wege vielleicht doch noch einmal kreuzen, sollte sie die Nacht überleben. Dies beschloss sie unschlüssig darüber, warum, aber für diesen Abend hatte sie genug Blut geschmeckt und keinerlei Bedauern, wenn es jemand anderes ihr gleich tun würde. Sollten diese Menschen sich doch gegenseitig pervertieren und letzten Endes selbst vernichten.

Als der Reisende den Kopf anhob um sich prüfend um zuschauen, war die Succubus aber bereits wieder in die Seitengasse zurück gerutscht und auf dem Rückweg zu einem der äußeren Stadtringe, wo sich der Gasthof befand, in dem sie sich einquartiert hatte. Sie freute sich schon auf ihr Bad in frischer Landmilch, jetzt da die Mondzeit wieder völlig abgeklungen war, erinnerte sie das klare milchige Weiß an ihr zu Hause.

Okay, jetzt reicht’s! Wir haben Mitte Februar verdammt nochmal! Auch heute ist der weiße Scheiß wieder tonnenweise herabgefallen. Seit mindestens sechs Wochen der gleiche Mist. Hier im Ort können nicht einmal mehr zwei Autos nebeneinander fahren, weil sich der Schnee auf den Gehsteigen stapelt. Geht doch bitte endlich mal einer ein Stockwerk nach oben und schaltet die Schneemaschine aus.

Das wäre auch für Kessy angenehmer. „Knuddelalarm!“ sag‘ ich da nur. Normalerweise hätte ich ja gewartet, bis das Wetter besser wird. Aber dieses Jahr dauert das alles zu lange und Kessys Fell ähnelte bereits einem Trümmerhaufen. Also gestern endlich ab zum Frisör. Sonderlich begeistert war sie natürlich davon nicht – wie immer. Kein Wunder, dass wir die Behandlung nach 10 Minuten auch schon wieder unterbrechen mussten. Man legt sich schließlich nicht mit Kessy an – nicht einmal als Frisör. Am Samstag muss sie zur Strafe dann noch einmal hin, damit sie auch wirklich bis nächstes Jahr knuddelfrei ist. Vielleicht, aber nur vielleicht, hat sich bis dahin auch das beschissene Wetter gebessert. Sonst wird es noch zu einem dritten Termin kommen. Merke: Lange Katzenhaare + Wasser = ARGH!

Am Wochenende traf auch mal wieder ein Päckchen aus Amerika ein. Enthalten war The Angry Video Game Nerd Volume 3. Ja, ich weiß, dass es oft schon irgendwie sehr peinlich und einfach nur schlecht gemacht ist. Man muss schon eine gewisse Ader (B-Movie-Fan) für so etwas haben. Es gefällt garantiert nicht jedem. Aber ich finde trotzdem gut was James Rofle da regelmäßig veröffentlicht. Hauptsächlich, weil er mir eine Ära der Videospiele zeigt, die ich nie mitgemacht habe. Ich hatte nie einen NES oder ein Sega Master System. Mein Kontakt zu solchen Spielen, beschränkte sich darauf bei „dem Nachbar“ oder Freunden mal eine kurze Runde zu zocken. Daheim lief hingegen ausschließlich der PC. Da ist es sehr interessant, auch wenn es in den Sendungen nur um den Bodensatz der veröffentlichten Titel geht, nicht emulierte und informativ kommentierte Spielszenen zu erleben. Zudem lernt man teilweise Spiele kennen, wie die Bible Games, wo man sich schon fragt wer die jemals gekauft hat. Wobei wir heutzutage die gleiche Situation mit der Simulatoren-Flut haben. Aber bevor ich hier zu viel Tiefgründiges in die Machenschaften des Nerds hineinlese: es ist einfach auch oft sehr lustig ihm zuzuschauen und zuzuhören, wenn er sich wieder über irgendetwas (berechtigt) aufregt. So ehrlich bin ich, das zuzugeben. Und wer den Nerd tatsächlich noch nicht kennt: einfach mal reinschauen (Englischkenntnisse vorausgesetzt!). Es könnte sich lohnen.

Ansonsten hat mich neben den Vorbereitungen zu meinem Report, der voraussichtlich kommenden Donnerstag online gehen wird, viel der Weltraum beschäftigt. Zum Einen die unendlichen Weiten mit Star Trek Online, von denen ich euch schon noch ausführlich berichten möchte. Doch das Hochleveln geht ein wenig langsam von statten (bin erst Level 7) und erst ab Level 11 wird es so richtig interessant (dann darf man erstmals ein eigenes Schiff wählen). Deshalb will ich meine Ausführungen bis dahin aufsparen. Aber keine Angst: anders als bei Borderlands, zu dem ihr bis heute kein „Angespielt“ erhalten habt, habe ich fest vor etwas dazu zu schreiben. Allein schon, weil ich mit sehr hoher Garantie auch eine Signatur zum Spiel anfertigen werde.

Zum Anderen rotierten die Battlestar Galactica-DVDs im Laufwerk. Nach meinem freundlichen Gemecker aufgrund der ersten Folgen, hat sich die Serie spätestens ab Mitte Staffel 2 sehr gut entwickelt. Natürlich sind immer noch viele Kopfschüttelszenen dabei und die ganze New-Caprica-Sache fand ich nicht so der Brüller. Aber Hoch und Tiefs haben alle Serien. Wichtig ist, dass ich mich vor allem jetzt in Staffel 3 schon sehr zwingen muss nicht eine Folge nach der anderen zu verschlingen. Bei den Doppelfolgen natürlich besonders schwer. Das Lob für die Serie kommt auf jeden Fall nicht von ungefähr. Man muss ihr einfach nur ein paar Folgen Zeit geben, bis sie sich gefunden hat. Blöd nur, dass die Reise nach fünf Staffeln schon zu Ende ist. So viele richtig gute SciFi-Serien gibt es nämlich gar nicht…

So, die Seite ist voll und es schneit gerade mal nicht. Zeit, das Auto ein wenig freizuschippen, damit ich nachher auf die Arbeit fahren kann.

Sicarius

Gastbeitrag?

Wenn das so weitergeht, muss ich meine Beiträge als „Gastbeitrag“ klassifizieren und JakillSlavik übernimmt das Ruder. Aber hey, dafür ging am Montagabend wieder einer der besten und fundiertesten Tests im gesamten Internet online. Ich weiß, ich meckere immer drüber wenn ich den Editorials der Magazine diese „Wir sind besser als die anderen“-Selbstbeweihräuchung sehe. Aber wir sind hier ja nicht bei GamersGlobal, sondern auf Bagdadsoftware – da darf ich lästern!

Dazu gehört auch mich schon einmal kindisch darüber zu freuen, dass beispielsweise die GameStar die PC-Version nur zwei Tage bei Take 2 im Büro spielen konnte. Ich saß stattdessen wie gewohnt nackt, nur mit Kessy bedeckt, in meinem komfortablen Chefsessel und konnte mich in Ruhe und sorgfältig mit dem Spiel auseinandersetzen. Ja, ich musste es im Gegenzug auf der Xbox 360 testen. Da ich aber eh die Special Edition bestellt hatte, habe ich so zumindest die Möglichkeit das Spiel wirklich zweimal zu erleben. Mittlerweile geht mir das Zielen mit dem Gamepad allerdings auch relativ sicher von der Hand. Nun aber genug der Einleitung und Freude. Ich bezweifle zwar, dass ihr es noch nicht gesehen habt, aber ich rede davon:

Test zu BioShock 2 – Ich bin ja schon ein richtiger System Shock-Fanboy. Wahrscheinlich sogar noch mehr als ein Gothic-Fanboy. Aber das es kein System Shock 3 ist, habe ich dem Spiel im Test schon nicht vorgeworfen. Außerdem würde vermutlich selbst ein System Shock 3 nicht den fantastischen zweiten Teil übertreffen können. Allein die Shodan-Enthüllungszene ist einfach viel zu genial. Deshalb werde ich ganz sicher nicht hier auf Bagdadsoftware damit anfangen: 5 von 5 Sics.

Wie? Schon wieder 5 von 5? Langsam werden deine Bewertungen inflationär!, höre ich Azzkickr aus der letzten Reihe rufen. Nun, dem ersten Teil habe ich auch eine 5 von 5 gegeben und ganz subjektiv betrachtet, hatte ich mit Teil 2 sogar einen Tick mehr Spaß als mit Bioshock. Klar, das Szenario ist nicht mehr frisch und die richtig massiven Höhepunkte haben gefehlt. Dazu kommen wenig Gegnertypen und viele Standardgegner. Aber ich zitiere Graham Smith aus seinem BioShock 2-Test für die PC Gamer (US): „Compared to the first game, the high points are lower, but the low points are higher“. Auf Deutsch: BioShock 2 hat mir durchgehend Spaß gemacht.

Besonders hoch rechne ich ihm an, dass es mich nicht fünf Minuten vor Schluss gegen eine Wand rennen hat lassen. Im Gegenteil erreichte das Spiel im letzten Abschnitt, dem Finale und vor allem dem Outro seinen Höhepunkt – wie es eben in einer guten Erzählung sein sollte. Das gute Ende hat mich sogar emotional schwer mitgenommen. Gut, dass meine WebCam aus war *sniff*.

Weitere Pluspunkte, die das Spiel für mich persönlich spielenswert machen, trotz der natürlich vorhandenen Unzulänglichkeiten:

  • Plasmide und Waffen gleichzeitig benutzen ist die beste und sinnvollste Neuerung, die 2K Marin einbauen konnte!
  • Sehr, sehr viele Hintergrundinformationen. Nicht nur durch die über 100 versteckten Tonbänder. Auch die Geschichte selbst bringt viel Licht ins Dunkel, ohne dabei aber den Überraschungsmoment zu Beginn des letzten Drittel zu versauen.
  • Die Plasmide „Abfackeln!“, „Winter Blast“ und „Wirbelsturm“.
  • Die anspruchsvollen Big-Sister-Kämpfe. Und nein, sie waren nicht nur schwer weil ich mit dem Gamepad spielen musste…

Bleibt mir also nur zu wiederholen, was ich auch im Test sage: BioShock 2 ist kein schlechtes Spiel. Im Gegenteil finde ich es persönlich sogar einen Tick besser als Teil 1. Wer also den ersten Teil mochte und/oder mehr über Rapture erfahren möchte, der kommt um den Kauf nicht herum. Es sei allerdings fairerweise erwähnt, dass BioShock 2 wieder einmal auf DRM mit Onlineaktivierung setzt – selbst in der Steamfassung soweit mir bekannt.

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende des heutigen GamersGlobal-Werbe-Eintrags angelangt. Ich könnte euch zwar noch ein bisschen was über Star Trek Online erzählen, aber außer Trekkies werden damit sowieso die meisten Leute derzeit keinen Spaß haben…

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