JakillSlavik

Die Succubus (2)

Auf die Gefahr hin, doch wieder nur (dafür aber wenigstens) den Webmaster zu lesen, folgt nun der zweite Teil meines Charakters im WoD Roleplay als Gastbeitrag. Dafür könnt ihr euch darauf freuen, dass der Webmaster nach langer Zeit mal wieder an einem Report für GamersGlobal arbeitet, der im Laufe des Abends online gehen soll. Nun folgt der etwas kürzere Teil (2), wobei ich erwähnen möchte, dass Teil (3) und Teil (4) wesentlich länger geraten sind und Teil (5) bereits in der Mache ist.

Als Zwischeninformation müsst ihr wissen, dass zwei Mitspieler sich auf dem Marktplatz getroffen haben. Der Eine ist ein relativ mysteriöser Gaukler, der sich selbst nur „der Harlekin“ nennt, wohingegen die Andere ein relativ unschuldiges junges Mädchen namens Agneta ist, die die Fährigkeit hat mit Tieren sprechen zu können. Von dieser Begegnung schnappt Liadan einen Teil auf. Der Gaukler war es auch, der durch seine Vorführung und das Feuerspucken die teils heftige Reaktion von Lia auf die Feder in „Succubus (1)“ ausgelöst hat. Viel Spaß beim (hoffentlich interessannten) Lesen.

Legende

Normaltext: Handlung
Gesprochene Sprache
Gedanken

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Name: Omnia Liadan
Eigentümer dieser Geschichte: Daniel ‚JakillSlavik‘ Hentschel
Ort: Effort – Innerer Stadtring, Marktplatz
Zeit: Nacht (2)
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Als sie auf die Straße hinaus trat, strömten feine dunkle Fäden, die ihren regelmäßigen ruhigen Atem darstellten, aus ihrer lieblichen Nase. Liadan bevorzugte die Nachtluft, da sie fühlte, wie diese Welt durch die Dunkelheit und die unglaubliche dunkle Frische, von Sonnenlicht und dem Treiben des Tages für wenigstens ein paar Stunden gereinigt wurde. Der allgegenwärtige Gestank einer Menschenstadt wich für diesen Zeitraum ebenfalls aus ihren Sinnen. Daher nahm sie bewusst tiefere Atemzüge und griff gierig nach dem in der Luft, was sie als ‚dunkel‘ für sich empfand, um für sich selbst wieder das innere Gleichgewicht herzustellen.

Für ein vollkommenes Kind des Mondes, hatte die Succubus mittlerweile schon zu viel ihrer Lebensspanne auf der Erde verbracht, als dass sie jetzt noch ohne den regelmäßigen Wechsel zwischen Tag und Nacht hätte leben können. Dies, zusammen mit der Befürchtung ihre Wurzeln langsam zu vergessen, wurde von einem unterschwelligen Frösteln untermalt, welches sie unerwartet traf. Ihr Stolz verbot es ihr aber, dass sie ihrem Körper oder ihrem Geist eine größere Reaktion hierauf gönnte. Trotzdem musste sie sich eingestehen, dass es wesentlich kälter, als erwartet war, wie ihre leicht aufgerichtete Haut, unter dem Stoff ihrer Kleidung andeutete. Die Straße war leer, unter Anderem weil sich die Lustdamen nur vor dem Freudenhaus aufhielten, wenn sie auf das Anpreisen ihrer ‚Ware‘ aus waren. Sonst jedoch schlichen sie auf dem nach Hause Weg, wie die verdorbene Antwort auf die Lüsternheit der Gesellschaft, die sie nun einmal waren, gedemütigt durch die Hintertür in ihr kümmerliches Leben zurück. Also kamen hier nur Menschen entlang, die genau wussten, was sie wollten, denn was Einen in dieser Gasse erwartet, war offensichtlich – schmutzig.

Hätte sie in diesem Moment einer der wenigen Passanten, die sich hierher verirrten, länger beobachtet, so hätte er eine nur junge Dame vor einem Lusttempel neugierig gemustert. Nur eine junge Dame, die leicht zu frösteln schien und vermutlich nicht zu dem Gebäude gehörte, das sich hinter ihr befand. Sie stand bestimmt nur aus Versehen, völlig unwissend und ganz unschuldig dort, da man sie ihrer Aufmachung und ihres Stils wegen, nicht mit einer Prostituierten assoziierte. Nur eine wunderschöne Frau, die vorgetäuscht vorsichtig, aber auf eine bestimmende Art die Nacht in sich lebte. Der sichtbare Atem wäre jedem nach kurzem Überlegen, ein deutliches Anzeichen für die feurige Leidenschaft, zu der sie fähig war, gewesen. Das war so deutlich, obwohl sie einfach nur anmutig, aber dennoch regungslos da stand und in die Nacht schaute. Und wie sie dastand! Als ob sie nichts um sich herum wahrnahm, abgeschottet in ihrem Leder-Samtenen Mantelkleid, das weniger Blicke gönnte, als man Liadan zugetraut hätte. Der, bis zum Kragen zugeknöpfte Manteloberteil, der sich eindeutig zu einem aufreizenden Dekolleté um knöpfen lies, wirkte so fast schon prüde. Aber auf den Gedanken ‚prüde‘, wären weder Männlein, noch Weiblein jemals gekommen, da sich der Stoff an Lias begehrenswerten Körper, wie eine zweite Haut anpasste. Er schmiegte sich so sehr an ihre trainierten, sehnigen und doch so weiblichen Konturen an, dass man das Gemüt eines Unschuldsengels besitzen musste, um nicht bei dem ‚unschuldigen‘ Wesen an mehr zu denken. Wenn sie in diesem Aufzug durch die Öffentlichkeit schritt, wirkte die Kleidung aber keineswegs anzüglich, eher gerade noch sittlich und stilvoll. Ein fein gesponnenes Begehren in ihrer Umgebung konnte Liadan immer spüren. Das kostete sie aus, in dem Wissen unheimlichen Hunger zu verursachen. Der Beobachter hätte Hunger gehabt und sie direkt auf der Straße von ihrem unschuldigen Wesen befreien wollen und genommen, ohne einen Gedanken an Gefahr zu verschwenden. Wenn sie jemand beobachtet hätte. Die Straße war aber leer.

Was auch ein Beobachter dann niemals gesehen hätte und Liadan nicht einmal selbst wusste, sich aber auch niemals eingestehen würde, war, dass sich hier nicht bloß ihre Spitzen in der Kälte regten. Stattdessen wurde hier ein unterdrückter Drang in ihr wach, der sich nach einer ganz anderen Art von Wärme sehnte. Die Straße um sie herum war weiterhin leer und die angrenzenden Häuser hatten ihre Vorhänge schon lange zugezogen. Auch in Begleitung wäre sie hier alleine gewesen. Also lief sie die Straße hinunter zielstrebig in Richtung Marktplatz.

Warum sie ausgerechnet in diese Richtung lief, war für ihr Wesen mehr als typisch: Sie war sehr neugierig. Sie war vor allem neugierig darauf zu erfahren, woher das flackernde Licht und die unruhigen Stimmen gekommen sein mochten, während sie sich eben noch amüsiert hatte. Kurz bevor sie auf das normale Straßenpflaster zum Marktplatz hätte treten können, bog sie in eine kleine Gasse, die nicht von kleinen Öllämpchen beleuchtet war, wie die Hauptstraßen im Inneren Ring. Sie sprang über einige stinkende Pfützen und erreiche bald schon das Ende der Gasse. Die Gasse selbst, war einer der vielen verschlungen Pfade, die mit etwas Gestank und höheren Zeitaufwand den zum Weg gleichen Ziel boten. Liadan nahm das dankbar in Kauf solange sie hier auf weniger bis gar keine Menschen traf. An der Wandecke zwischen den sie umgebenen Häusermauern angekommen, spähte sie kurz hinaus, um einen ersten Blick auf den Platz zu erhaschen. Fast schon enttäuscht erkannte sie, dass das Spektakel, das hier getobt haben mochte schon vorbei war. Sie blickte kurz zu Boden, um sich etwas bequemer hin zustellen. Ein flüchtiges Schmunzeln huschte über ihr Gesicht, weil sie daran denken musste, dass sie immer relativ ausgiebig ihren Spaß austobte, sowohl beim Einen als auch bei dem Anderen und daher kein Zeitgefühl besaß. Liadan schaute wieder auf und diesmal erweckte eine kleine Gruppe von Schemen ihr Interesse.

Ein merkwürdig gekleideter Mann, vermutlich eine Art Gaukler, sprach mit einer extravaganten jungen Da– mitnichten, dies war eindeutig ein junges, vielleicht schüchternes, aber doch wissbegieriges Mädchen. Vielleicht sogar zu wissbegierig als gut für sie war. Um ihre Beine schwänzelte ein Hund herum, der wohl am liebsten seine Herrin mit einem kräftigen Knoten um die Beine, in einen Sack gesteckt und ins sichere Heim geschleift hätte. Auch wenn die Succubus ihre eigene Kleidung bewusst so provokant und doch brav gewählt hatte, blieb sie doch im Vergleich zu dem Mädchen mit diesem hellen Kleidchen, einigermaßen unauffällig. Lia war ein Augenschmaus, ja, ein Blickfang, wie dieses unvernünftige Ding, nein. Da sich die Dämonin leicht erklären konnte, warum ein Gaukler, außer wegen Goldmünzen natürlich, sich um so jemanden bemühte, wurde ihr Blick glasig. Unter den Dämonen war es nicht weiter schlimm, sich mit Jungdämonen ausgiebig zu vergnügen. Auch sie selbst hätte keinerlei Hemmungen bei Menschenkindern, diese zu ermorden fiel ihr ebenfalls nicht schwer. Aus einem undefinierbaren Grund widerstrebte Lia aber gerade jetzt dieser Gaukler, der hier mit einem Mädchen sprach, was sie nicht hätte weiter kümmern sollen. Ihr Missfallen war aber nicht stark genug, als dass sie sich tatsächlich für ein menschliches Wesen einsetzten würde. Sie würde die Kleine wohl im Auge behalten, sollten sich ihre Wege vielleicht doch noch einmal kreuzen, sollte sie die Nacht überleben. Dies beschloss sie unschlüssig darüber, warum, aber für diesen Abend hatte sie genug Blut geschmeckt und keinerlei Bedauern, wenn es jemand anderes ihr gleich tun würde. Sollten diese Menschen sich doch gegenseitig pervertieren und letzten Endes selbst vernichten.

Als der Reisende den Kopf anhob um sich prüfend um zuschauen, war die Succubus aber bereits wieder in die Seitengasse zurück gerutscht und auf dem Rückweg zu einem der äußeren Stadtringe, wo sich der Gasthof befand, in dem sie sich einquartiert hatte. Sie freute sich schon auf ihr Bad in frischer Landmilch, jetzt da die Mondzeit wieder völlig abgeklungen war, erinnerte sie das klare milchige Weiß an ihr zu Hause.

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