Sicarius

Rockin‘!

Am Wochenende war ich mal wieder in München, aber ich vermute, dass wisst ihr zu diesem Zeitpunkt schon. Falls nicht, habt ihr vermutlich „Unsere Antwort auf Oslo“ bei GamersGlobal noch nicht gesehen. Was das ist? Sechs Minuten „Enter Sandman“ gespielt von echten Profis *hust* inklusive eines grottenschlechten Solo von mir. Zu meiner Verteidigung: Ich hatte das Lied vorher noch nicht gespielt – und trotzdem auf „Schwer“ immerhin noch 92% geschafft! Auf jeden Fall ein absolut sehenswertes Filmchen, auch wenn das Video nur einen Teil der Geschichte erzählt, denn es entstand nur als Bonusmaterial. Der eigentliche Film wurde mit einem kommenden Rockband-Spinoff aufgenommen. Es dauert aber noch ein wenig bevor ihr wirklich erfahrt, warum mein neuer Spitzname ab sofort „Fischklampfe“ aka „Froschflüsterer“ ist (im aktuellen Video ist es im Vergleich nicht ganz so extrem sichtbar :smile:). Ihr wisst schon, wegen Embargo und so. Außerdem müssen wir noch die Genehmigung von Genf einholen. Nicht, dass wir mit der Veröffentlichung gegen irgendwelche Konventionen verstoßen. Ob darin dann auch Philipps Duett mit mir zu sehen ist, steht derzeit noch nicht fest :smile: . Das schlägt, so leid es mir tut das zu sagen, tatsächlich jeden Auftritt von Bag Dad Soft, Ware.

Doch die musikalischen Eskapaden von GamersGlobal sollen heute gar nicht unser Thema sein. Stattdessen habe ich gerade mal wieder ein wenig Lust auf ein paar Ultra-Kurz-Eindrücke:

Tropico 3: Absolute Power – Ich wollte es eigentlich testen, aber es hat zeitlich einfach nicht hingehauen. Dabei ist es ein wirklich gutes Add-on für Tropico 3 geworden. Am grundlegenden Spielprinzip ändert sich zwar nichts, aber es ist auch nicht unbedingt einfach mehr vom Gleichen. Besonders die neuen Gebäude wie die Müllkippe erweitern das Spielprinzip sinnvoll um zusätzliche Facetten, ohne jedoch den Spieler gleich zu erschlagen. Vorbildlich: Es gibt sogar ein zweites Tutorial extra nur für das Add-on. Auch die Kampagne gefällt mir bislang besser als die im Hauptspiel, da die Ziele enger gestrickt und konkreter sind. So ist der Ablauf nicht mehr in jeder Mission unbedingt von Anfang bis Ende der Gleiche. Die beste Neuerung sind jedoch die zusätzlichen Verordnungen und der neue Radiomoderator bzw. die Radiomoderatorin. Letztere nervt bei weitem nicht mehr so stark wie der zwanghaft lustige Typ aus dem Hauptspiel, denn man dank einer neuen Verordnung sogar töten darf und dann drei Jahre komplett Ruhe vor ihm hat. Das nenne ich Fanservice!

Bagdadsoftware meint: Wer das Hauptspiel besitzt, kann bedenkenlos zugreifen und wird damit wieder für viele spaßige Stunden in die Haut eines Diktators schlüpfen.

Blur – Anders als in Split/Second: Velocity, ist in Blur nicht die Strecke euer Feind, sondern vornehmlich die Gegner. Im Prinzip ein Super Mario Kart in realistischerem Setting, sammelt ihr hier auf der Strecke liegende Power-Ups ein und richtet damit auf Knopfdruck Schaden bei euren Gegnern an, oder gewinnt einen anderen Vorteil. Es gibt verschiedene Spielemodi, die dieses Prinzip variieren und natürlich dürft ihr im Laufe des Spiels auch neue Autos und Strecken freischalten. Dies geschieht zum einen durch das erfolgreiche Absolvieren der Events, zum anderen aber auch durch das Gewinnen von Fans während der Rennen durch coole Drifts, Abschüsse und dem Erfüllen der Fan-Challenge. Diese müsst ihr während der Fahrt über die abwechslungsreichen Strecken mit erfreulich vielen alternativen Wegen erst finden und aktivieren und erfordern es zum Beispiel zwölf Checkpoints so schnell wie möglich zu durchfahren – natürlich während das eigentliche Rennen ganz normal weiterläuft!

Bagdadsoftware meint: Wer einen unterhaltsamen Arcade-Racer sucht, den er Zwischendurch mal mit Freunden vor dem Fernseher/Bildschirm spielen möchte, liegt hier richtig. Für Solospieler ist Split/Second: Velocity aber einen Tick interessanter und sieht auch wesentlich besser aus.

Crush the Castle -Man nehme ein Katapult, einen Stein und einen König und fertig ist das Grundprinzip dieses iPhone- und Flashspielchen. Ziel des Spiels? Alle Figuren mit so wenigen Würfen wie möglich töten. Klingt simpel, ist aber natürlich wie immer nicht ganz so einfach, sonst wäre es langweilig. Die Figuren stehen selten einfach nur so offen herum, sondern sind meist durch die abstrusesten Konstruktionen geschützt. Für euch heißt es dann den Schwachpunkt zu treffen, bei dem alles in sich zusammenfällt und alle Figuren mit sich nimmt. Nichts für durchzockte Nächte, dank unterschiedlicher Baumaterialen, verschiedenen Munitionsarten und auch einer guten Portion Glück aber ein sehr spaßiges und abwechslungsreiches Unterfangen für Zwischendurch.

Bagdadsoftware meint: Für 0,79 Cent? Zuschlagen! Für Umme im Browser sowieso. Es sieht zwar einfach aus, bietet jedoch einige interessante Kniffe und hält entsprechend in Maßen längere Zeit bei der Stange.

Und mit diesen Worten gebe ich ab bis Donnerstag. Übrigens schon wieder ein Feiertag (Fronleichnam) – zu mindestens hier in Unterfranken. Alle anderen haben leider Pech :smile: .

Sicarius

Stumme Spieler

Unfassbar aber wahr: Ich habe es endlich geschafft. Die Liste ist zwar immer noch nicht ganz auf null runter, drei Stück sind noch drauf, aber die sind alle noch keinen Monat alt. Blur sogar erst einen Tag. Von was ich rede? Von MobyGames natürlich. Dort hatte sich in den letzten Monaten ein riesiger Arbeitsrückstand gebildet. Über 20 Titel warteten mal darauf hinzugefügt zu werden und mit Drakensang: Am Fluss der Zeit hat sich vorhin endlich auch der am längsten wartende (mehr als drei Monate) in die Schlange einreiht. Neben Blur warten nun nur noch Tropico 3: Absolute Power und Tom Clancy’s Splinter Cell: Conviction und derzeit 20 iPhone-Spiele darauf bei MobyGames verewigt zu werden. Toll, gell?

Das bedeutet aber logischerweise auch, dass ich in letzter Zeit tatsächlich mal wieder mehr oder weniger viel zum Spielen kam. Und das ist doch das wichtigste, oder?

Wie, ihr wollt jetzt ein paar Angespielt-Berichte lesen? Aber das sind doch alles uralte Schinken. Wer Drakensang: Am Fluss der Zeit jetzt noch nicht gespielt hat, der wird es nach meinem Palaver auch nicht tun. Außerdem: Was soll ich schon großartig dazu sagen? Es ist einfach 10mal besser als der erste Teil. Allein das es ein Schnellreisesystem gibt und alle Dialoge nun vertont sind, ist schon richtig genial. Wobei Shamus Young in seiner letzten Experienced Points-Kolumne tatsächlich ein gutes Argument gegen vollvertonte Dialoge vorbringt: sie kosten einen Haufen Geld und nur die wenigstens hört man sich komplett an. Das sehe ich an mir selbst – da kann die Synchronisation noch so toll sein, die meisten Gespräche lese ich mir durch und klicke direkt weiter. Ob zu diesem Zeitpunkt der Erzähler fertig ist, ist mir vollkommen egal. Doch seine Argumentation geht noch weiter, denn im Prinzip macht er eine vollständige Vertonung mit dafür verantwortlich, dass heutige Rollenspiele so wenig Entscheidungsfreiheit bieten. Der Grund ist aus seiner Sicht ganz einfach: Wenn der Entwickler jedwede Möglichkeit vertonen muss, was wiederrum pro Satz einen Haufen Geld kostet, wird er es sich eben zweimal überlegen, ob er wirklich mehrere Wege zum Ziel kreiert. Eine vollvertonte Textwüste mit dem Freiheitsgrad eines Planescape: Torment? Das ist tatsächlich nicht gerade Wirtschaftlich – und Anhören würden sich das auch nur die wenigstens.

Gleichzeitig würde ich es dem Titel allerdings auch als Minuspunkt ankreiden, wenn nicht alles vertont ist. Macht mich das zu einem Hypokrat? Gute Frage, schwere Frage. Ich kann mich zumindest bei Drakensang: Am Fluss der Zeit oder Mass Effect 2 jetzt nicht über mangelnde Wahlmöglichkeiten beschweren und trotzdem ist gleichzeitig alles vertont. Wobei das Thema Mass Effect und „Rollenspiel“ noch eine ganz andere Diskussion ist…

Aber selbst wenn ich nur die ersten sechs Wörter höre, bevor ich wegklicke: Es ist einfach etwas anderes, als wenn nur Umgebungsgeräusche aus den Boxen dringen. Ist die ganze Aktion also wieder nur das ewige Gejammer der altvorderen Rollenspielern, die immer noch glauben Rollenspiele müssten die reale Welt bis ins kleinste Detail simulieren und dabei bloß nicht Nutzerfreundlich sein und deshalb umständliche und augenkrebserregende Indietitel in den Himmel loben? Vermutlich ist die Wahrheit wie immer irgendwo dazwischen. Bevor aber nicht ein Werk wie eben Planescape: Torment mit durchgehender Sprachausgabe erscheint, lässt sich das wohl nicht beantworten. Bis dahin klicke ich weiter die Stimmen weg, wenn ich mit dem Lesen fertig bin, gebe Age of Conan: Rise of the Godslayer einen Minuspunkt, weil es gar keine vertonten Quests bietet und beschwere mich gleichzeitig weiter darüber, dass ich vor allem bei BioWare-Spielen immer nur die Wahl zwischen „Gut“ und „Böse“ habe.

In diesem Sinne gehe ich weiter Drakensang: Am Fluss der Zeit spielen. Ich wünsche ein angenehmes Wochenende.

Sicarius

Blow your mind!

2 1/2 Minuten vor Schluss müssen uns die Russen doch tatsächlich noch das 2:1 reinknallen und den Traum aufs Finale versauen. Und dann schafft es Bayern nicht einmal die Champions League zu gewinnen. Naja, man kann eben nicht alles haben. Der deutsche Kader hat sich auf jeden Fall sehr gut gemacht in der diesjährigen WM, auch wenn es selbst für den dritten Platz nicht gereicht hat (3:1 gegen Schweden verloren). Und mit dem Ende der Eishockey-WM, wäre auch das Thema Sport erst einmal wieder erledigt. Kommen wir deshalb zu den wichtigeren Dingen im Leben – der neusten Folge des Podcasts zum Beispiel:

Nachdem ich ihm zwei Folgen Pause gegönnt habe, schnappte ich mir dieses Mal wieder den redegewandten Schreiberling und Wii-Spieletester Philipp (mit drei „P“!). Statt jedoch mit ihm über ein genaues Thema zu palavern, entstand die aktuelle Folge quasi „Freestyle“ – deshalb auch der Titel. Ich wusste im Prinzip nur, dass ich unbedingt Just Cause 2 noch einmal pimpen wollte, weil es verdammt nochmal ein gutes Spiel ist! Der Rest der unterhaltsamen Folge hat sich dann einfach so ergeben und behandelt neben Just Cause 2 auch LOST – Das Spiel, Split/Second: Velocity, Call of Duty: Modern Warfare 2 und BioShock 2 (nicht zwingend in dieser Reihenfolge).

Obwohl ich am Anfang etwas zu schnell rede und es leichtes Rauschen gibt – dafür sind wir beide ausnahmsweise relativ gleich laut zu hören -, ist es eine richtig angenehme und vor allem ungezwungene Folge geworden. Ich habe dieses Mal vielleicht sogar mehr Philipp dazwischen geredet als er mir, weil es so locker zuging. Oder in kurz: Wieder ein Eintrag mehr auf der ewigen Liste an Podcastideen, die ich unbedingt im Hinterkopf behalten sollte. Die reinen Themenshows werden aber natürlich trotzdem weiter der Hauptfokus bleiben. Sinnlos durch die Gegend labern schließlich schon genug andere Spiele-Podcasts.

In diesem Sinne hoffe ich, dass die neuste Folge wieder eure Synapsen überlastet und wünsche noch einen schönen Feiertag. Laut Wetterbericht soll ja das komische gelbe Ding am Himmel wieder zu sehen sein und die eigenen Schweißdrüsen zu einer erhöhten Produktion anheizen. Also am Besten den Podcast über iTunes abonnieren – dieses Mal sogar mit einer Beschreibung, die angezeigt wird! – und ab ins Schwimmbad oder aufs Fahrrad oder so. Aber bleibt nicht zu lange draußen, sonst geht die Monitorbräune flöten…

Zum Abschluss wie immer noch die neuste Folge im Überblick:

Zu Wort kommen: Christoph „Sicarius“ Hofmann und Philipp „Knurrunkulus“ Spilker

Technische Daten: 33:42 min lang; 96kbit Qualität; 23,1 MB groß; Aufnahme mit Skype und Pamela for Skype; Editierung mit Adobe Soundbooth CS4

Musikcredits nach Reihenfolge:
Brian Conrad, Sue Kasper, Justin McCormick – SimCity 2000 – Track 47 (Komplett)
Brian Conrad, Sue Kasper, Justin McCormick – SimCity 2000 – Track 31 (Auszug)
Frank Klepacki – The Legend of Kyrandia – Pool Of Sorrow (Komplett)

Weiterführende Links:
Generation BLOG – Philipps persönlicher Blog

Folge 23 erscheint Ende Juni; ein Thema oder einen Gast habe ich dafür aber noch nicht. Ich würde allerdings gerne mal wieder mit Rondrer oder Azzkickr fachsimpel. Freiwillige vor!

Deutschland hat tatsächlich gerade noch so nach über sieben Jahren mal wieder das Viertelfinale erreicht. Nach der Schlappe gegen Weißrussland hatte ich schon schlimmstes befürchtet. Mal schauen ob es heute Abend noch gegen die Schweiz reicht. Die spielen dieses Jahr zwar sehr stark, zutrauen würde ich es aber unserem Kader. Ob es dann noch weitergeht? Gute Frage. Unser Gegner wird höchstwahrscheinlich Tschechien heißen, die mit den Finnen sicherlich die Platte putzen werden. Und mit den Tschechen ist nicht zu spaßen. Aber hoffen wir das Beste. Interessanter wird heute Abend ab 20:15 jedoch das Spiel Russland gegen Kanada. Ich hatte ursprünglich getippt, dass sie sich erst im Finale begegnen werden. Dementsprechend rechne ich dem Sieger aus diesem Match hohe Chancen aus am Ende auch den WM-Titel mit nach Hause zu holen. Mein Tipp? Russland. Die spielen dieses Jahr saustark, während sich die Kanadier in der ersten Gruppenphase bereits einen Patzer gegen die Schweiz geleistet hatten. Aber nun genug von der Eishockey-WM. Es interessiert ja doch niemanden, wobei die Medienpräsenz mittlerweile etwas angestiegen ist durch unseren Einzug ins Viertelfinale.

Falls ihr euch gewundert habt, warum JakillSlavik am Montag den vierten Teil seiner epischen Geschichte veröffentlicht hat: Am Wochenende hab‘ ich mir mal wieder eine saftige Erkältung eingeholt. Sonntag lief die Nase wie bekloppt und den gesamten Montag und den gesamten Dienstag habe ich so gut wie vollständig im Bett verbracht. Das erlaubte es mir nachts um 3 Uhr fast alle bisherigen Folgen von =3 bei YouTube anzuschauen. Ja, der Dank gebührt mal wieder JakillSlavik, der mich ursprünglich darauf aufmerksam gemacht hat. Wer es nicht kennt, klickt am besten diesen Link. In kurz: Ray William Johnson befasst sich seit einer halben (Internet-)Ewigkeit in jeder Folge mit drei der aufmerksamkeitserregendsten YouTube-Videos der Woche, stellt sie vor und macht sie durch seine Kommentare noch lustiger als sie sowieso schon sind. Simples Prinzip, aber dank des sympathischen Moderators eine klare Empfehlung für alle, die zwei Mal pro Woche vier bis fünf Minuten Zeit übrig haben. Das könnt ihr euch sogar ganz einfach merken, weil er den gleichen Updatezyklus wie Bagdadsoftware hat. Nur um ungefähr ein paar Stunden verschoben, weil er in New York wohnt – wie anscheinend 90% aller anderen interessanten YouTube-Video-Macher, weshalb sie auch immer gegenseitig in ihren Videos auftauchen…

Heute konnte ich mal wieder längere Zeit aus dem Bett und habe mal wieder für MobyGames ein bisschen was getan. Darunter endlich mal die finale Version von Silent Hunter 5: Battle of the Atlantic längere Zeit gespielt (kannte vorher nur die noch schlimmere Vorschau-Fassung). Ihr erinnert euch vielleicht noch, dass Mick Schnelle bei GamersGlobal das Spiel mit fantastischen 3.0/10 Punkten abgewatscht hat – zu Recht, wie ich an dieser Stelle gerne noch einmal betone. Vor kurzem erschien zwar Patch 1.2, doch besser geworden ist dadurch wieder nichts. Beispiele gefällig?

Auf meiner zweiten Feindfahrt begegne ich einem Geleitzug vor der Ostküste von England. Wir befinden uns noch im Jahr 1939, dementsprechend ist nur ein Zerstörer mit dem Verband unterwegs. Soweit so gut. Ich warte bis es Nacht ist und nähere mich Überwasser dem Verband. Der Zerstörer sieht mich allerdings – warum weiß vermutlich nicht einmal Ubisoft – und hält frontal auf mich zu. Ich schieße auf gut Glück zwei Torpedos und versenke das Schiff. Etwas unwahrscheinlich, aber nicht ganz unrealistisch.

Nun ist der Geleitzug also ein gefundenes Fressen für meine restlichen neun Torpedos – denkste! Ich bin bis auf einen Kilometer längsseits des Verbands und begehe den Fehler die KI die Berechnung zu Überlassen. Selbst ein Baby könnte schließlich in dieser Situation die Tanker versenken. Sie haben nicht mitbekommen, dass ihr Geleit zerstört wurde, fahren immer noch ihren gleichen Kurs und halten ihre Geschwindigkeit. Das kann ein Blinder mit einem Krückstock! Tja, nur eben nicht die KI von Silent Hunter 5: Battle of the Atlantic. Alle neun Torpedos gehen vorbei.

„Das stimmt doch gar nicht! Ich habe zwei Schiffe versenkt!“ – Korrekt, du hast zwei Schiffe versenkt, KI – Weil sie zufällig zwei Reihen weiter hinten den Weg des Torpedos kreuzten!. Und jetzt sag mir nichts von wegen „Das war so geplant!“. Wenn ich dir ein Ziel vorgebe, dann hast du gefälligst dieses Ziel auch zu versinken und kein anderes! ARGH!

Da saß ich also. Der perfekte Geleitzug, mindestens 100.000 Tonnage und kein einziger Torpedo mehr übrig. Um wenigstens noch etwas herauszuholen, habe ich eben mit meinem Deckgeschütz 3-4 Stück versenkt. Dann kamen aber auch schon die Flugzeuge und ich habe mich auf den Heimweg nach Kiel gemacht, um meine Vorräte aufzufüllen. Lief auch alles super und ging dank Zeitbeschleunigung aus der Hölle auch sehr schnell, nachdem ich die Flugzeuge hinter mir gelassen hatte. Daheim in Kiel also aufgefüllt und den Befehl geben GERADEAUS aus dem Hafen zu fahren. In der vagen Hoffnung, dass meine Leute dazu in der Lage sind, habe ich derweil auf der Karte den Rückweg nach England ausgekundet.

Plötzlich schrillen die Alarmglocken und mein Wachoffizier schreit mir Meldungen ins Ohr von wegen „Kompressor zerstört. Torpedorohre zerstört. Alles zerstört.“ Ich schalte also um auf die Außenkamera und muss mit Erstaunen feststellen, dass es die KI tatsächlich geschafft hat das Typ VII-Boot QUER in den Kanal zu stellen. Da ist jeder Kommentar zu viel. Zum Glück erschien dann auch gleich das „Game Over“ auf dem Bildschirm und ich habe das Spiel zügig verlassen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Kauft euch derzeit lieber Silent Hunter 4: Wolves of the Pacific und haut die entsprechenden Mods drauf oder wartet noch ein Weilchen, bis die Mod-Community auch mit dem neusten Teil soweit ist. Sobald es nämlich funktioniert, ist das Spiel schon richtig genial und sieht vor allem bombastisch aus! Leider reicht das bislang noch nicht aus…

In diesem Sinne mache ich mich nun dran Silent Hunter 5: Battle of the Atlantic und den famosen Sandkasten Just Cause 2 endlich bei MobyGames zu verewigen. Am Montag gibt es hingegen die nächste Folge des Podcasts, da ich nächstes Wochenende unterwegs bin. Gast und Thema stehen zwar immer noch nicht fest, aber das wird schon.

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Name: Omnia Liadan
Eigentümer dieser Geschichte: Daniel ‚JakillSlavik‘ Hentschel
Ort: Scheune, Traumwelt
Zeit: Nacht (3)
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Das gedämpfte Plätschern des Regens vernahm Omnia Liadans Unterbewusstsein mittlerweile als ein Sinuskonzert und bettete es in ihre Träume ein. Die sich regende Erinnerung, wie sie auf diesen Planeten gekommen war, wurde von ihrer Wahrnehmung heimtückisch mit ihrem Schlafe vermischt und nun untermalte diese ihre Vergangenheit. Nicht, dass die durchaus gebildete junge Dämonin sich etwas unter einem ‚Sinuskonzert‘ hätte vorstellen können, aber ihr erschien dieses regelmäßige Hintergrundgeräusch vor ihrem inneren Auge in Form einer Wellenlinie. Das Wissen hatte Lia von ihrer Mentorin und allein der Gedanke an diese starke Succubus brach das letzte Schloss auf, hinter dem sie ihre Erlebnisse vor vielen Monden versiegelt hatte. Während sich die Erinnerung an Nele, wie eine sanfte Berührung, warm auf ihre Stirn legte, durchlebte sie jenen schicksalhaften Tag erneut.

[color=orange]Vom Erscheinen her noch ein sehr kleines Mädchen, lugte das neugierige rothaarige Gör, das bereits zweiundzwanzig Planeten-Bahnen um die Sonne genesen war, ins wuchtige Zuchthaus. Der Begriff dieser Halle war offenkundige Ironie in Anbetracht der verdorbenen Spiele, denen sich die älteren Succubi und Inkubi an diesem Orte hingaben. Obwohl hier auch manchmal Züchtigung auf dem Programm stand, versteht es sich von selbst, dass die Dämonen hier einen anderen Zusammenhang gemeint hatten, denn Gesetze, Strafen und Strafverfolgung hatte es im Schatten des Mondes nie gegeben. In der Halle waren fast alle dunklen Wesen versammelt und lauschten den Vorstehern. Lia hatte bereits von dem Beschluss zur großen Reise einige Nächte zuvor gehört und schürzte zweifelnd die Lippen, als sie die Halle betrat und die Bedeutung der Worte erkannte. ‚Nele‘, die Beauftragte für ihre Unterweisung in die verschiedenen Künste, hatte Liadan versucht zu erklären, dass ihr Volk am Rande des Untergangs stand, würde diese Reise nicht gelingen. Nun standen sie alle hier, zur Abwechselung züchtig und überhaupt angezogen. Es versetzte Lia einen Stich, dass sie alle über die Geburts-Armbänder zusammengerufen worden waren. Alle, außer ihr. Jetzt, da sie in die Halle offen betrat, unterbrach der Zeremonienmeister seinen Vortrag und wandte seinen Blick auf die kleine Succubus. Sämtliche Augen im Zuchthaus folgten ihm und richteten sich auf sie. Unbehagen entfaltete sich in der kleinen Lia, die verschüchtert stehen blieb.[/color]

Die Succubus spürte die Präsenz eines wachsamen Augenpaares auf sich und ein Schauer, den sie nicht nach außen durchdringen ließ, fuhr durch ihre Glieder, wie zu jenem Zeitpunkt damals.

[color=orange]Für die anderen Bewohner des Mondes, war ‚Nele‘ – Thera Nehele – die einflussreichste Succubus und eine mächtige Vorsteherin im Mondlicht. Im Volke der Inkuben und Succuben wurden alle Nachkommen ihrem Talent entsprechend ausgebildet. Jene, die es verstanden das Mondlicht ohne Mühen so zu kontrollieren, dass sich die Landschaften ihren Wünschen förmlich hingaben, schlossen sich dem Gremium der Vorsteher an. Die Vorsteher waren die letzte moralische Instanz, die sogenannte Führungsriege und gleichzeitig doch so verdorben, da sie den perversen Gelüsten ihres Volkes Gestalt verliehen. Meistens starben die Vorsteher irgendwann alleine und gingen in den Boden ihres Wirkens über. Ein jeder von ihnen hatte ein Gespür für die Bedürfnisse und empfing derart viele Sehnsüchte und Herzen zu den eigenen Lebzeiten, dass es für sie ungleich schwieriger war, darunter eine gleich schwingende Resonanz zu finden, um wahre Liebe erkennen zu können. Meistens waren sie auch gar nicht im Stande wahrhaftig zu lieben, weil sie ihr Herzen dem Mond und seiner Gestaltung geschenkt hatten… Lia hingegen, sah in Thera Nehele lediglich eine große Schwester und in gewisser Hinsicht war sie das auch. Liadans Mutter – Dena Nehele – offiziell Omnia Dena, hatte lange Zeit heimlich den Zeremonien-Namen von Thera getragen, da die beiden einander hingegeben hatten. Sie empfanden wahre Liebe füreinander, doch weil es um den Fortbestand des Volkes ging und Thera vom Mondlicht mit einer besonderen Begabung gesegnet worden war, beendeten sie diese Liaison, ohne sie auszukosten. Thera war es, die dem Zuchthaus Gestalt verliehen hatte. Als sie sich darin ihren Aufgaben widmete, vergrub sich derat in ihrer Arbeit und das Zuchthaus für sie eher einem Mausoleum für ihre Gefühle, denn einem Heim glich. Lias Mutter akzeptierte Theras Entscheidung. Sie musste es, weil sie liebte. Schließlich band sie sich sogar an einen Inkubus und entgegen ihrer Gefühle, gebar sie ein Kind. Eine Tochter. Nur eine Tochter, keinen Sohn. Das war noch nie vorgekommen, dass bei einer Verbindung ohne beidseitige Liebe ein Kind entstand und keine Zwillinge im Schatten des Mondes geboren wurden. Dena wurde untersucht. Vergebens, denn in ihr befand sich kein Inkubus-Fötus, der in ihrem Körper verstorben war. Sie hatte aus unerklärlichen Gründen dieses Kind, Liadan, für Thera geboren. Dies – so vermutet man – schien der Grund gewesen zu sein, warum kein Inkubus das Mondlicht erblickte. Noch am gleichen Tage wurde Dena von Liadans Vater erschlagen. Er tat dies, weil er wiederum Dena wahrhaftig geliebt hatte und von diesem Verrat verletzt worden war. Gewarnt durch die Erschütterung ihres Herzens, als Dena verstarb, konnte Thera gerade noch einschreiten, als Lias Leben von ihm bedroht wurde und so verbannte sie Lias Vater in einer ihrer grausam geformten Landschaften. Dort, wo er wahrscheinlich keinen schnellen Tod fand, hatte Thera Nehele ihre ganze Trauer und ihre unterdrückten Gefühle vergraben.
Die blutigen Taten ihres Vates und ihrer großen Schwester interessierten niemanden. Gegen Mord und Vergeltung hatte ihr Volk nichts einzuwenden, aber bei gleichgeschlechtliche Liebe hingegen schon… Obwohl das eine den Fortbestand des Volkes nicht minder bedrohte als das Andere, aber hier ging es um mehr. Diese Lektion hatte Liadan von den Dämonen gelernt, dass sie nicht einfach ihr Herz mit Liebe füllen konnte, für wenn sie wollte.
Seither lebte Liadan bei Nele und hatte in ihr eine kluge Mentorin, die aber auch mächtig genug war, sie zu beschützen. Doch Theras Zögling entpuppte sich leider als nur durchschnittlich begabt und so wäre Lia, trotz der Umstände ihrer außergewöhnlichen Geburt wohl niemals eine Vorsteherin geworden, wie Thera es war. Und doch war Liadan für Thera auf diese eine Art besonders, weshalb sie ihrer kleinen Schwester das Geburtsarmreif persönlich anlegte und sie ausbildete. Umgekehrt verstand Lia, warum ihre Mutter Thera Nehele geliebt hatte, auch wenn sie Nele immer nur, wie eine Schwester geliebt hatte. Daher hoffte sie entgegen all ihrer Lektionen, die sie lernen musste, doch irgendwo in ihrem Inneren auch irgendwann so eine Bindung erfahren zu dürfen.

Die Hand des Meisters verwies noch immer in ihre Richtung, erstarrte, und formte dann eine Geste, die ihr deutete, sich zu nähern. Liadan marschierte an den Dämonen vorbei und erreichte den obszönen Altar am hinteren Ende der Halle, unter dem alle Vorsteher versammelt waren. Der Zeremonienmeister blickte einen kurzen Moment zur Seite auf Thera Nehele, deren ruhige grüne Augen Lia fixierten. Grüne Augen, die jenen von Lia so sehr glichen, dass man sie für ihre Mutter hätte halten können. Ein Nicken, das den alten Inkubus scheinbar viel Überwindung gekostet haben mochte, unterbrach diesen magischen Moment, als sich Lias und Theras Augen trafen. Zwei Inkubi traten neben das Mädchen und ehe sie auf ihren warnenden Wimpernschlag reagieren konnte, packten und führten die Inkuben sie zum Opferbecken. Thera trat hervor, öffnete den Mund, um ihre Schwester zu beruhigenden, aber ihre Lippen formten nur die Worte, die Lia Beruhigung spenden sollten, sprachen sie aber nicht aus. Dann materialisierte sie ein kleines Skalpell aus ihrem Geburts-Armreif. Hierauf reagierte Liadan natürlich alles andere als beruhigt, und wandte sich fauchend im Griff der Männer. Während sie versuchte die Hände und Füße los zu bekommen, ließen sie ihren linken Arm gewähren. Noch bevor sie um sich schlagen konnte, hallte die uralte und tiefe Stimme des Meisters ohrenbetäubend durch das Gebäude. Dann packte er ihren freien Arm und streckte ihn über den Opferaltar. Lias Pupillen weiteten sich und ihr Herz setzte einige Schläge aus, als ihr dämmerte, was gleich geschehen würde.

[b]Wir wissen, dass du hierfür noch zu jung bist. Wir wissen, dass du dein Herz noch nicht verschenkt hast. Da du aber ohne dieses Ritual für diese Reise nur ein Risiko in den Herzen der Vorsteher wärst, müssen wir so drastisch vorgehen. Wehr dich nicht, wenn du das überstehen willst. Du wurdest aus ungewöhnlich reiner Liebe geboren – [/b] Sein Blick fiel abermals auf Thera. Die Vorsteherin schritt auf Lia zu, zögerte einen Moment, aber dann blitzte das Skalpell kurz auf und Thera ritzte in einer präzisen, aber raschen Bewegung Liadans Handgelenk der Schlagader entlang auf. [b] – und jetzt bringen wir dem Mond dein Blut als Opfergabe dar.[/b] Vor Schmerzen schrie die kleine Succubus auf, als die dunkle Flüssigkeit aus ihr heraus strömte und das runde weiße Becken hinunter ran. In der Mitte des Beckens, traf ihr Blut auf ein Stück Mondgestein, welches bei der Berührung Schwefelwolken absonderte und schmolz, um sich daraufhin mit dem Rot zu vermischen. Eine unreine, weißlich dampfende Schlacke bildete sich. Noch nie vorher war Liadan bei einer Zeremonie anwesend gewesen, in der sich ein Pärchen einander gegenseitig versprach und diesen Prozess gemeinsam durchmachte, doch sie wusste, was im nächsten Moment geschehen würde. Während sie gegen die Ohnmacht ankämpfte, hob man sie nach vorne und ihr verletzter Arm wurde in den kochend heißen Sud getaucht. Augenblicklich legte sich die Mixtur brennend um ihre Haut und fraß sich in ihre Wunde. Die Schmerzen hätten sie fast den Verstand gekostet, während ihr lautes Schreien, sie für den Moment ihrer Stimme beraubt hatte. Dann nach einem weiteren Wimpernschlag, war alles vorbei. Ihr Arm kühlte mit einem Male ab. So schnell und intensiv ihre Nerven sie gefoltert hatte, so schnell löste sich dieses Gefühl in ein leichtes Zittern auf. Sie wurde herunter gelassen und die Inkuben lösten ihren Griff. Sie zog den Arm aus dem Becken zu sich heran und fühlte ein leichtes Gewicht an ihrem Handgelenk. Ohne einen Partner zu haben, hatte der Mond ihr Opfer akzeptiert und ihr ein Zeremonien-Armreif verliehen. Verwirrt blickte sie auf und bemerkte Nele, die lächelnd vor ihr stand, als ihr Blick glasig wurde. Sie ließ sich in die offenen Arme der Schwester fallen und gönnte sich einen Augenblick Auszeit.[/color]

Das Kribbeln nachdem sie damals ihr Zeremonienarmband erhalten hatte, durchzog sie erneut so, als ob das Mondlicht auf irgendetwas in ihrer näheren Umgebung reagierte. Sie rechnete nicht damit, dass es wirklich noch etwas oder jemanden gab, auf das es hätte reagieren können, doch das unruhige Vibrieren des Mondlichts im Inneren beider Armreife, ließ keinen Zweifel: Die innewohnenden Kräfte hatten eine vertrauenswürdige Resonanz empfangen. Noch bevor Diese Liadan soweit aufwecken konnte, dass sie ihr Bewusstsein wieder erlangt hätte, spürte sie, wie die Spannung sich zurückzog und sie erneut ihren Erinnerungen ausgeliefert war.

[color=orange]Das Überleben des Volkes lag während der gesamten Reise in den Händen der Vorsteher. Eilig wurden die Dämonen so in Gruppen eingeteilt, dass deren Herzen zu jenen, die zu ihrem Schutze eingeteilt waren, passten. Thera nahm erneut ihre kleine Schwester in ihre Obhut, als der Mondschatten sein volles Potential erreicht hatte. Sämtliche Mitglieder des Rates kanalisierten ihre Macht gemeinsam und richteten das Zuchthaus ins Zentrum des schwarzen Mondschleiers aus. Dann lösten sie das gesamte Gebäude vom Boden des Mondes und ließen es auf den anderen Planeten zu treiben. Vom Anfang der Reise, bis zum Übergang in den freien Raum, bestätigten sich die Vermutungen der Vorsteher. In kleinen roten Resonanzblasen, konnten sie, die Führer des Volkes, ihre eigenen Leute bewahren. Die als die äußere Hülle des Gebäudes auf die Atmosphäre des Planeten stieß, entdeckten die Succubi und Inkubi ihren Fehler: Der fremde Planet teilte bereits die Empfindungen eines oder mehrerer anderer Völker. Die Strömungen vermittelten unmissverständlich, dass die Dämonen nicht an diesen Ort gehörten, aber eine Rückreise war nicht mehr möglich. Das Zuchthaus zerbarst in einem riesigen Feuerball. Die Gruppen wurden auseinander gerissen und viele Ansammlungen, die unter der Obhut der schwächeren Vorsteher standen, wurden vor den Augen der Anderen durch die flammende Außenhülle des blauen Planeten verbrannt. Entsetzen und Verzweiflung brach durch die Reihen, was wiederum einige Schutzbeauftragte so sehr ins Wanken brachte, dass dutzende weitere Gruppen ins Verderben gestoßen wurden. Theras sanfte Stimme drang bis in die Gefühlzentren ihrer Schützlinge vor und gleichzeitig legte sie links und rechts Phantomhände tröstend auf jene Schultern. Ihre Gruppe und nur ein paar Wenige schafften den Sprung im Schatten. Als jedoch die Dämonen inmitten der kämpfenden Menschenhorden auf dem neuen Grund landeten, verblichen sämtliche Vorsteher. Sie verbrannten von innen heraus so, als würde das Feuer des Planeten sie nachhaltig verzehren. Thera Neheles letzte Sekunden bestanden aus erhabener Gelassenheit, wohlwissend, was sie erwartete und einem unvergleichlichen Lächeln, dass sie Liadan schenkte, aber an ein anderes Herz gerichtet war: Dena. Kurz darauf zuckte ihr Körper zusammen – ob aus Angst oder weil die Seele die sterbende Hülle verließ – bleibt ungewiss. Wie ein unsichtbarer Blitzschlag durchfuhr Thera die ewige Stille und ihr Gewand verfärbte sich blutig rot, bevor Feuer aus ihren Augen trat und dieses ihren Körper letzten Endes verschmorrte.[/color]

Die aus ihrem Kopf verbannten Bilder der brutale Schlacht, schafften es nicht, Liadan im Schlaf zu überrumpeln. Zu sehr hatte die Succubus sie über die Jahre aus ihrem Verstand getilgt, aber was sie nie abgelegt hatte, war die Grausamkeit der Menschen. Diese zweite Lektion ließ sie sich auch nie wieder nehmen. Diese Lektion hatte damals in dem kleinen rotenhaarigen Gör sämtliches Vertrauen zu anderen Wesen erschüttert. Gerade als das beklemmende Gefühl vom Einsamkeit und Verzweiflung ihre Glieder betäuben wollte, brannte doch wieder Hoffnung in ihr auf. Zusammen mit dieser Regung legte sich eine schützende Schicht um Omnia Liadan, die vergleichbar war mit jenem Schild, das Nele damals erschaffen hatte. Und doch war dieser Schutzschild völlig anders, denn er vermittelte ihr wieder soetwas, wie Glauben. Einen Glauben, den sie lange vergraben hatte, als sie damals ein Zugeständnis machen musste.

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Als Liadan der Situation gewahr wurde, dass sie womöglich die letzte überlebende Succubus sein konnte, zwang sie sich zu einem Versprechen: Sie musste ab jetzt einen Inkubus finden und lieben, sofern einer von ihnen überlebt hatte. Sie musste es einfach, damit sie ihr Volk vor dem Untergang bewahren konnte.
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Die Träume verblichen und Liadan fühlte sich zum ersten Male seit ihrer Ankunft mit einem Teil dieser Welt verbunden. Sie fiel, innerlich seufzend, in einen tiefen Genesungsschlaf.

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