Sicarius

Mobiles Spielen

Ein Seminar ist prinzipiell eine tolle Sache. Schade nur, wenn man die Inhalte bereits auswendig aufsagen kann und sich entsprechend die meiste Zeit langweilt. Wie gut, dass es für genau solche Fälle den iPod gibt. Aber nicht das ihr jetzt auf falsche Gedanken kommt. Ich passe selbstverständlich während der Vorträge immer vorbildlich auf und würde nie im Leben daran denken zwischendurch was zu Spielen oder gar im Internet zu surfen. Also bitte. Für wen haltet ihr mich den?

Würde ich allerdings tatsächlich etwas spielen wollen, wäre meine Auswahl äußerst umfangreich. So umfangreich sogar, dass ich einige ältere der an die 100 Titel mittlerweile löschen musste, weil der Speicherplatz voll war. Ich glaub‘, ich brauch‘ doch so ein iPhone 4 mit was-weiß-ich-wieviel-Gigabyte-Speicherplatz…

Schuld daran ist freeappaday.com. Eine echt schlimme Erfindung. Wer glaubt, dass da nur schlechte Spiele für lau hergegeben werden, täuscht sich gewaltig. Im Gegenteil bin ich derzeit richtig froh, wenn tatsächlich mal ein echter Rohrkrepierer wie i-Gun Ultimate dabei ist. Da verschwende ich schon keine Zeit für den Download.

Wer kauft solche Apps eigentlich? „Ui, toll – ich kann mit meinem iPhone so tun, als würde ich eine Waffe abfeuern! Ich muss bei der Pistole sogar den Lauf zurückziehen. Genial!“ Nein, das ist nicht genial. Das ist vollkommener Blödsinn und gehört eher aus dem AppStore verbannt als Erotik-Apps. Unterstützt für das Geld lieber richtige Shooter wie The Infinity Project, dass seit Patch 2.0 ein komplett anderes Spiel ist. Und ich meine tatsächlich komplett anders.

Die Grafik wurde so gut wie vollständig ausgetauscht und bietet nun ansehnlichere Gegner, Umgebungen und Animationen. Es gibt neue Spezialeffekte, die KI der Gegner wurde überarbeitet. Es ist mehr Interaktion mit der Umgebung möglich wie z.B. das Durchsuchen von Leichen. Die Steuerung ist stark verbessert und lässt nun auch schnelle 180°-Drehungen zu. Zusätzlich wurde noch die gesamte Atmosphäre des Spiels überarbeitet und düsterer gestaltet und einige Levels komplett umgebaut. Und das Beste: Besitzer der Urfassung kriegen das Upgrade für LAU! So muss Service aussehen. Nicht wie bei UbiSoft, die gerade 3,99 Euro für drei zusätzliche Die Siedler 7-Karten verlangen. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln.

Mittlerweile muss ich entsprechend meine Meinung zu The Infinity Project klar revidieren und kann im Prinzip eine Kaufempfehlung aussprechen. Einen Wermuttropfen gibt es aber trotzdem: Mit der Veröffentlichung des Upgrades wurde der Preis des Spiels von 0,79 Euro auf 2,99 Euro hochgesetzt. Bezahlt einen Euro mehr und ihr bekommt den iPhone-Shooter N.O.V.A. – Near Orbit Vanguard Alliance von Gameloft, der wohl noch einmal ein Stück besser ist.

Das gilt übrigens für alle Gameloft-Titel, die ich bislang besitze. Am Anfang habe ich es nicht verstanden, warum die Spiele meistens 6-10 Euro kosten. Man merkt ihnen den Qualitätsunterschied aber tatsächlich an. Sogar bei Gameloft-Titeln, die auch im 0,79 Euro-Segment angesiedelt sind wie Bankers War: Kredithai-Gefecht. Das ist einfach ein ganz anderes Spielgefühl als bei Defend Your Castle beispielsweise, obwohl das Spielprinzip dasselbe ist.

Bevor ich aber jetzt eure Kreditkarte mit 10-Euro-Spielen belastet: Habt Geduld! Mein Limit ist immer noch bei 2,50 Euro und trotzdem besitze ich schon ein gutes Dutzend Gameloft-Spiele. Da war im Dezember beispielsweise die Advents-Aktion von Apple, dann kam Gamelofts Happy Hour und gerade läuft ein Sonderverkauf. Fünf Spiele runter gesetzt auf 0,79 Euro. Ihr müsst also nur die Augen aufhalten, um ein Schnäppchen zu ergattern und euren iPod/iPhone zu füllen. Und nein, ich hätte nicht gedacht, dass ich mal auf sowas Rücksicht nehmen würde. Bei PC-Titeln achte ich schließlich meist nicht so sehr auf die Kosten.

Die fünf heruntergesetzten Gameloft-Spiele sind übrigens Die Siedler, Driver, Tom Clancy’s H.A.W.X., Rayman 2: The Great Escape und The Oregon Trail. Alles sehr gute Titel, deren Kauf sich auf jeden Fall lohnt. Sie lassen sich auch alle fünf gut steuern, was bei Umsetzungen von Konsolen-/PC-Spielen ja nicht unbedingt immer der Fall ist. Wer da nicht zuschlägt, hat entweder kein iPhone/iPod oder ist einfach nur doof. Klingt hart, ist aber so :smile: .

Mein persönlicher Favorit von den Fünfen: The Oregon Trail. Es erscheint auf dem Papier nicht der Brüller zu sein, bietet es doch nur ein simples Spielprinzip mit einigen Minigames. Euer Ziel ist es schnellstmöglich nach Oregon zu gelangen, wie anno achtzehnhundertdazumal die ganzen Leute, die im Westen ihr Glück gesucht haben. Dazu gebt ihr das Tempo eures Trecks vor, behaltet den Zustand des Wagens und die Lebensmittelversorgung im Auge und müsst unentwegt Entscheidungen treffen. Wie schnell soll der Treck fahren? Zu schnell und er geht kaputt. Zu langsam und ihr werdet zu spät ankommen. Welchen Weg wollt ihr an der Kreuzung nehmen? Riskiert ihr es einfach so den Fluss zu überqueren oder gebt Geld für ein Floß aus? Sohnemann bricht sich das Bein, rastet ihr bis zur Heilung oder fahrt ihr einfach weiter? Und, und, und…

Die 2-3 Stunden, die man pro Runde braucht, habe ich jetzt schon zweimal ohne Unterbrechung durchgezogen. Der Wiederspielwert ist dank der unterschiedlichen Routen nach Oregon, den oben beschriebenen Entscheidungen und der damit verbundenen Zufallsereignisse angenehm hoch. Und natürlich will ich meine Highscore (Achievements gibt es ebenso) noch weiter in die Höhe treiben. Da zählt es möglichst schnell zu sein, mit seiner kompletten Familie anzukommen und diese bei sehr guter Gesundheit zu haben. Zudem könnt ihr zu Beginn des Spiels noch aus drei unterschiedlichen Charakteren wählen und in den Forts Gegenstände einkaufen, die noch weiter den Verbrauch von Lebensmittel, die Geschwindigkeit und all diese Faktoren beeinflussen. Verpackt ist das Ganze in eine sehr schöne 2D-Grafik.

Für derzeit 0,79 Euro gibt es also absolut garkeinen Grund sich The Oregon Trail nicht zumindest einmal anzuschauen. Von mir gibt es eine ganz klare Kaufempfehlung. Aber jetzt entschuldigt mich: ich muss meine derzeitige Highscore von knapp über 6.600 Punkten verbessern. Und nein, das ist keine abgedroschene Phrase. Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich tatsächlich schon wieder 150 der 2.000 Meilen zurückgelegt…

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