Sicarius

Singularity

Momentan ist es echt zu warm zum Denken und trotzdem ist gestern wie angekündigt ein neuer Artikel von mir bei GamersGlobal online gegangen:

SingularityTest zu Singularity – Ein Spiel, von dem man im Vorfeld so gut wie nichts gehört hat und stattdessen plötzlich im Händlerregal stand. Das ist meist kein gutes Zeichen. Ausnahmen wie Max Payne bestätigen die Regel, aber auch Raven Softwares neuer Shooter hat mich positiv überrascht. Wie sehr, zeigt die Bagdadsoftware-Wertung von 5 von 5 Sics.

Wenn man wollte, könnte man dem Titel so viel vorhalten. Nicht nur, weil es 90% seiner Ideen aus anderen Spielen geklaut hat. Auch spielerische und technische Unzulänglichkeiten wie die durchschnittlichen KI, die unzureichenden Bosskämpfe oder der enttäuschende Mehrspielermodus würden im Prinzip ausreichen, um das Spiel im Regal stehen zu lassen. Doch dann verpasst ihr tatsächlich so einiges. Die acht Stunden vergehen wie im Fluge, weil das Spielen mit dem ZMG so viel Spaß macht, das Monsterdesign so richtig cool ist, aber vor allem weil die Atmosphäre des Spiels sehr gut gelungen ist. Trotz der teils miserablen Texturen und den Plastikcharakteren, erreichen die Umgebungen im Sowjet-Look teils locker das Niveau eines BioShock – sowohl vom Aussehen, als auch von der Atmosphäre her. Der größte Motivationsfaktor bleibt jedoch die spannende und interessante Geschichte.

Allein der Anfang, bei dem ihr unbewaffnet durch die ersten Bereiche von Katorga-12 lauft, ist fantastisch in Szene gesetzt. Hier finden auch bereits die ersten Zeitreisen ins Jahr 1955 statt. Die sind ganz klar die Stärke des Spiels, weil die Entwickler sie gekonnt nutzen, um euch total aus dem Konzept zu bringen. Entsprechend genial kommt das Finale. Ich werde mich zwar hüten, den finalen Abschnitt des Spiels mit Mass Effect gleichzusetzen – da kommt es dann doch nicht ran. Trotzdem hat es mich sehr überrascht und begeistert und mit einem befriedigenden Gefühl zurückgelassen. Das Schaffen ja leider nicht alle guten Spiele *hust* BioShock *hust*. Über die drei Enden kann ich mich genauso wenig beschweren. Allerdings fällt die Entscheidung leider erst ganz am Schluss des Spiels. Da fällt die Linearität des gesamten Spiels am meisten negativ auf.

Aber bevor ich jetzt noch einmal meinen ganzen Test wiederhole, den ihr ja schließlich selbst lesen sollt: Ich kann verstehen, wenn ihr keine 45 Euro für das Spiel ausgeben wollt. Sobald ihr es jedoch irgendwo zum Budgetpreis bekommen könnt – SCHLAGT ZU! Nach dem enttäuschenden Wolfenstein hat Raven Software eure Unterstützung definitiv wieder verdient! Ihr werdet es auf keinen Fall bereuen.

Ich habe übrigens die geschnittene, deutsche Version getestet, werde mir aber trotzdem nicht zusätzlich noch die englische Originalfassung zulegen. Warum? Weil in diesem Falle die deutsche Version vollkommen okay ist. Fehlende Ragdolls haben mich noch nie gestört und gegen Soldaten kämpft man sowieso zu wenig auf kurze Entfernung. Da fällt es überhaupt nicht auf, dass alle Arme und Beine dranbleiben – auch, weil immer noch genug Blut spritzt. Das Wichtigste, weil spielerisch relevant, sind die Monster und die dürft ihr weiterhin nach aller Regel der Kunst zerlegen. Und auch die deutsche Sprachausgabe ist mir nicht negativ aufgestoßen. Zwar empfehle ich jedem, der dem englischen mächtig ist, trotzdem zum Import zu greifen. Aber anders als bei so manch anderem Titel, ist es hier tatsächlich nicht zwingend nötig. Und aus gut unterrichteter Quelle weiß ich, dass ein Bloodpatch bereits in Arbeit ist…

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Ein Kommentar

Bei dem Artikel fällt mir ganz oft auf, dass ich selbst schon anfange zu denken: Wie mag ein Außenstehender bei den ersten Absätzen vor Unverständnis und bei dem letzten Absatz vor Befremdung den Kopf schütteln.

Außerdem frag ich mich, warum viele Spieler gewisse Gewalteinlagen brauchen beziehungsweise wir ja selbst auch – zeitweise oder in früheren Zeitabschnitten zumindest.

Hmm ansonsten deckt sich meine Meinung wieder ziemlich mit Deiner bzgl Bloodpatch oder so. Teils erschreckend finde ich das dennoch, wenn selbst mir das auffällt oder ich mich selbst so von außen betrachte.

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