Sicarius

Kleine Hardware

„Du musst Geld haben!“ so die einstimmige Reaktion meiner geliebten Familie auf meinen neusten Hardwarekauf. Aber das sind wir ja gewohnt von den Unwissenden. Nach eine Woche gamescom kann ich dazu nämlich nur sagen: Ich bin froh, dass ich das Geld investiert habe. Wenn ich die gesamte Messe meinen Fujitsu Siemens Amilo Xa 3530 mit mir herumgeschleppt hätte, wäre ich vermutlich schon am zweiten Tag zusammengebrochen. So konnte ihn Fabian nutzen, um seine Arbeiten im berühmten Eck zu erledigen und ich habe mich unterwegs stattdessen mit meinem neuen Samsung N220 – Marvel vergnügt, einem Netbook.

Samsung N220 – Marvel

Samsung N220Wie bei jedem Netbook, klingen die rein technischen Daten erst einmal nicht so toll: 10,1″ Display, Intel ATOM N450 mit 1,66Ghz und 512KB Cache, 1 GB PC2-5300 (800MHz) DDR2 Ram, Intel GMA 3150 Grafikkarte (maximale Auflösung 1024×600). Aber immerhin eine 250 GB SATA Festplatte mit 5.400 U/min! Ein Netbook ist eben auf reines, mobiles Arbeiten ausgelegt – und da braucht es keine Power. Mehrere Word-2010-Dokumente, Winamp 5.58, Maxthon 2.5.15 mit mehreren geöffneten Webseiten und dann auch noch Kaspersky Internet Security 2010 im Hintergrund ist absolut kein Problem. Nur Flash-Videos wie bei YouTube darf man maximal nur eins gleichzeitig anschauen und selbst dann solltet ihr erst einmal warten, bis es fertig geladen ist. Alles andere wird zur Ruckelorgie.

Dafür ist die Akkulaufzeit gigantisch: Theoretisch 11 Stunden könnt ihr mit dem Gerät arbeiten. Ob dieses Angabe stimmt? Keine Ahnung. Ich hatte das Gerät zumindest gut zwei Tage ohne Netzteil im Einsatz (mit langen Standby- und mehreren Aus-Phasen). Man bringt also einen Arbeitstag locker ohne Netzteil rum würde ich behaupten. Apropos Standby: Kaltstart und Aufwachen gehen angenehm schnell. Es hat sich für mich immer gelohnt es selbst für 15 Minuten Wartezeit zwischen den Terminen auszupacken. Zudem besitzt es ein Feature namens Phoenix HyperSpace Instant-On. Wie der Name schon andeutet, fährt er damit auf Wunsch nicht ins richtige Betriebssystem, sondern in eine Linux-basierte Spezialumgebung, die wohl direkt aus einem BIOS-ähnlichen Chip geladen wird. Angenehm fürs Auge, stehen euch dort die wichtigsten Funktionen wie Internetzugang, ein auf Mozilla basierender Webbrowser, gedit zum Schreiben, Skype und noch vieles mehr zur Verfügung. Ideal um nur mal schnell was zu machen. Soll es dann doch das richtige Betriebssystem sein, genügt ein Klick und ihr vollzieht den Wechsel. Klarer Vorteil der Umgebung: Sie ist tatsächlich sofort nach dem Start da und verbraucht noch weniger Strom.

Klein und leicht

Der größte Vorteil des Netbook: Mit nur 1320g und 25,8 x 264 x 188,9 mm (H x B x T) ist das Gerät richtig schön handlich und geht selbst mit Netbook-Tasche (von Hama) noch in einen handelsüblichen Rucksack. Und die Unart vieler aktueller Notebooks, ein glänzendes Display, hat es zum Glück auch nicht. Selbst in direkter Sonneneinstrahlung seht ihr hiermit noch was. Nur der Klavierlack, den konnten sie sich wieder nicht verkneifen. Stattdessen erfreut sich das BKA zumindest am Deckel an unzähligen, klar erkennbaren Fingerabdrücken.

Ganz im Ursprungszustand befindet sich das Gerät bei mir allerdings nicht mehr. 1 GB RAM ist dann doch etwas wenig. Der Austausch gegen einen mit 2 GB war aber nach zwei Minuten erledigt. Sonst lässt sich leider nichts weiter auswechseln. Außerdem befindet sich normalerweise nur die Starter-Edition von Windows 7 auf dem Gerät – und damit kann man echt nicht arbeiten. Da hat Windows 98 mehr Funktionen, um es leicht Übertrieben auszudrücken. Wie gut, dass Microsoft praktischerweise ein Anytime-Upgrade (für gutes Geld…) auf die Home Premium anbietet. Der letzte Brocken war hingegen ein schmaler, externer DVD-Brenner von Transcend. Ohne Laufwerk geht es leider heutzutage dann doch noch nicht. Schon allein, wenn man keine Internetanbindung mit mehr als 1 MBit/s zu Hause hat.

Auch noch wichtig zu wissen: In Sachen Anschlüsse gibt es auf der rechten Seite zwei USB und einen VGA. Auf der linken findet ihr hingegen Kopfhörer/Mikrofon, noch einen USB- sowie der Netzwerk-Anschluss und an der Front ist ein Schlitz für SD-Karten. Allerdings passen die dort nicht vollständig rein, sondern schauen immer noch gut zur Hälfte raus. Das ist etwas blöd gelöst. Im Deckel befindet sich hingegen noch eine Webcam mit sehr gutem Bild. Insgesamt ist die Ausstattung auch in diesem Bereich mehr als ausreichend. Der Brenner braucht allerdings gleich zwei USB-Anschlüsse, um zu funktionieren. Also am besten einfach nur kurz anstecken, die Arbeit erledigen, für den ihr ihn braucht und wieder ab in die Tasche.

Fazit: Rundum gelungenes Gerät

Wie anfangs erwähnt habe ich die Investition nicht bereut. Mit rund 530 Euro, habe ich zwar insgesamt etwas mehr bezahlt als für ein iPad (499 Euro). Aber ganz ehrlich: Für richtiges Arbeiten ist mir das a) zu restriktiv und b) brauche ich echte Tasten unter meinen Händen. Ich habe zwar viele auf der Messe mit dem iPad tatsächlich schreiben gesehen. Ich kann das nicht. Stattdessen habe ich mit dem Samsung N220 nun meine Hardware-Sammlung sinnvoll um ein Gerät ergänzt, dass es mir tatsächlich erlaubt vollkommen mobil zu sein. Der große Laptop verliert dadurch nicht seine Daseinsberechtigung. Ohne ihn hätte ich Dragon Age: Awakening und StarCraft II: Wings of Liberty beispielsweise nicht testen können, war ja bei beiden Spielen in München und hatte keinen Zugriff auf meinen Monster-Desktop-PC. Und auch zum Unterwegs DVD schauen ist er immer noch meine erste Wahl. Für einen Messe-Einsatz, einen Entwickler-Besuch oder ähnliches ist das Netbook aber ganz klar besser geeignet und mit dem Samsung N220 habe ich meiner Meinung nach auch ein hochwertiges Gerät erstanden, dass mich nicht gleich an die Armutsgrenze bringt. Jedem der ein Netbook sucht, kann ich es nach sechs Tagen Dauereinsatz ganz klar empfehlen.

Bluray-Zeitalter

Das Netbook war aber nicht die einzige neue Hardware in den letzten zwei Wochen. Die Messe hat mich noch zu einem zweiten Hardwarekauf genötigt: Ich bin jetzt im Besitz eines Bluray-Laufwerks (Samsung SH-B083L). Warum? Weil im Swagbag für Fachbesucher von Warner Bros. Games die Bluray Batman – Gotham Knight enthalten war. Da blieb mir natürlich nichts anderes übrig, als mit Azzkickr Rücksprache zu halten und endlich auch ins „neue“ HD-Zeitalter überzutreten – obwohl ich ganz klar betone, dass mir DVDs auch weiterhin gereicht hätten. Die ersten Testläufe mit NCIS -Staffel 5 (DVD), besagtem Batman – Gotham Knight und WinDVD Pro 2010 verliefen auch zufriedenstellend.

Nun aber genug der Hardware. Mehr zum eigentlichen Messeaufenthalt gibt es dann am Montag. Zudem warten noch zwei Reports darauf geschrieben und veröffentlicht zu werden, bevor das Thema „gamescom 2010“ bei GamersGlobal endgültig vom Tisch ist und die Weihnachtszeit beginnen kann (bin auch schon wieder am Testen -dieses Mal auf einer PSP!). In diesem Sinne wünsche ich ein angenehmes Wochenende!

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3 Kommentare

Das Samsung war schon eine gute Wahl, besonders das matte Display wirst du noch sehr oft loben :) . Ich hab noch das erste Samsung-Netbook, das mittlerweile schon fast berühmte NC10, hier und bin auch damit sehr glücklich. Das Ding verzeiht auch den einen oder anderen Rempler (und meine Holde lässt es auch schon mal unachtsam vom Bett fallen), die Leistung reicht für den geplanten Arbeitseinsatz und die Mobilität von so einen Netbook will man nie wieder missen wenn man oft unterwegs ist.

Guter Kauf :) .

auf den ersten blick, als du wiederkamst von der gc hat mir das teil schon gefallen. von dem "innenleben" wohl auch. das mini-vergleichsobjekt von acer… ist da wohl eher nicht so…berauschend.

ich hätte am liebsten auch so ein kleines gerät, wobei ich ehrlich gesagt ja mit dem WeTab liebäugle, bzw. insgesamt mit so einem tablet gerät.

Was ich aber dann doch sagen muss, dass mir mein 5kilo laptop nicht zu schwer ist ^^" ich bin das schon viel zu sehr gewöhnt den dicken kasten mit mir rumzuschleppen. Allein von den Uni-Zeiten und den vielen Zugfahrten her, bin ich es gewöhnt so beladen zu sein. :laughing:

Schnell mal eben aufmachen und auf der Handfläche "platzieren" ist aber dann doch bequemer. Das muss ich neidlos zugeben.

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