Samstagnachmittag habe ich mich so richtig professionell gefühlt. JakillSlavik und ich haben iCe per Skype und TeamViewer buchstäblich über die Schulter geschaut, während er in Adobe Photoshop CS5 unseren Wünschen folgend nach und nach zwei Banner zusammenschusterte. Ich kam mir vor wie auf der Arbeit, allerdings benutzen wir dort andere Tools für so was. Jetzt fragt ihr natürlich: „Welche Banner denn?“. Die hier:

Podcast-Banner für GamersGlobalPodcast-Banner

Richtig erkannt: der Bagdadsoftware Podcast hat nicht nur endlich ein richtiges Banner, sondern auch einen tollen Slogan. Dieser wiederrum wurde selbstverständlich vom Slogan der Seite, „Sehenswert, sinnlos und verdammt viel zu lesen“ abgeleitet. Während das erste Bild vornehmlich für den Einsatz auf GamersGlobal gedacht ist, kommt die zweite Fassung hier auf Bagdadsoftware zum Einsatz und wird von mir auch als Signatur verwendet.

Entstehungsgeschichte

Gut vier Stunden und einige Versionen hat es gedauert, bis alles fertig war. Den Hintergrund der finalen Fassung bildet ein Foto meines Fake-IKEA-Regal, das iCe bei der Laberecke 2010 geschossen hatte. Der schwarze Kopf links ist hingegen tatsächlich mein Profil. Das Foto dazu hat JakillSlavik dankenswerterweise gemacht. Der Kopf rechts ist Malyce in der Frontansicht, wie er bei der Laberecke gerade genüsslich ein Pickup verspeist. Endlich hat seine Glatze auch einen Vorteil :smile:! Die Mikrofone in der Mitte stammen hingegen von Wikimedia Commons, wo das Bild als Public Domain zur Verfügung steht. Ihr wisst gar nicht, wie lange es gedauert hat, bis wir so was gefunden hatten…da soll noch einmal ein Politiker sagen, im Internet wäre alles kostenlos!

Bereits zu Neujahr wurde übrigens der Wechsel von UTF-8 CuteNews Version 8 auf 9 durchgeführt. Rondrer hatte auch gleich einen Bug im Script gefunden und ihn weitergemeldet. Wenn ihr also UTF-8 CuteNews verwendet und im Hauptmenü den Satz „A UTF-8 CuteNews user found a bug“ lest, dann ist damit Rondrer gemeint. Da es jedoch keine sichtbaren Änderungen gibt, hatte ich es abseits von Twitter nicht extra erwähnt. Mit der Erstellung der beiden Banner und der Umstellung auf die neue UTF-8 CuteNews-Version, sind nur noch zwei weitere Punkte auf der To-Do-Liste von 2010 übrig. Der nächste ist die Einbindung von Twitter. Programmiert ist diese dank Kirika bereits (und läuft auf Rondrers Development-Server auch schon), es fehlen nur noch die dazugehörigen Grafiken, dann kann das Ganze auch online gehen. Bleibt also gespannt!

Noch ein neuer Artikel

Abseits von Bagdadsoftware, ging bereits am Donnerstag um 15 Uhr der zweite von insgesamt vier Artikeln basierend auf meinem Besuch bei Electronic Arts in München online (ja, es war ein äußerst produktiver Tag):

Shift 2 UnleashedAngetestet zu Shift 2 Unleashed – Zum Spiel selbst wird im Artikel eigentlich alles gesagt. Die Helmkamera und die Nachtrennen haben mich tatsächlich massiv vom Hocker gehauen und ich kann es gar nicht erwarten endlich mit einem anständigen Eingabegerät loszulegen. Ich bin ernsthaft davon überzeugt, dass dann ein komplett neuer Grad an Immersion erreicht wird. Aber da kann man mir jeder Fanboy erzählen was er will: ein simulationslastiges Rennspiel wie es eben Shift 2 Unleashed ist, lässt sich ohne anständiges Lenkrad einfach nicht richtig genießen. Mit dem Gamepad fühle ich irgendwie einen massiven Abstand zwischen mir und dem Fahrer in der Cockpit-Perspektive. Da kriege ich oft nichts auf die Reihe und muss in die dritte Person umschalten. Hier wiederrum geht aber das Fahrgefühl meiner Meinung so gut wie vollständig verloren.

Ärger über Kommentare

Entsprechend ärgert mich auch einer der Kommentare zum Artikel, der jedoch in einem auf uns verlinkenden Forum gepostet wurde. Dort meinte der Leser, dass ich ein totaler Idiot bin, weil ich a) nicht gleich das Fahrzeug gewechselt habe und b) das Fahrgefühl nicht einschätzen hätte können. Zugegeben, ich schreibe (absichtlich) nicht, dass ich nach meiner ersten Runde mit dem Lamborghini tatsächlich in einen Polo oder so gewechselt habe (der anwesende Entwickler konnte es auch nicht mitansehen, dass ich ständig ins Kiesbett fahre). Aber selbst mit der neuen Karre fehlt mir nicht nur wegen der Gamepad-Steuerung und dem dadurch nötigen Perspektivwechsel doch immer noch ein Stück Realität, um eine valide und allgemein gültige Einschätzung des Fahrgefühls zu machen. Auch das ganze Setting (wir waren sechs Mann, an vier Fernsehern in einem Miniraum) war nicht gerade fördernd. Aber das ich es gar nicht erwähne, stimmt genauso wenig. Ich schreibe ja explizit, wie sich so ein Nachtrennen mit aktivierter Helmkamera anfühlt.

Naja, Aufregen bringt nichts. Zumindest hat der Autor des ersten Kommentars unter dem Artikel dann doch noch etwas Konstruktives beigetragen, nachdem er auch erst einmal einfach so reingehauen hat. Natürlich hat er prinzipiell Recht, ich bin tatsächlich kein Autonarr, aber das kann man auch freundlicher ausdrücken und in einem Atemzug die so entstandenen Fehler melden. Wir sind ja schließlich alle immer zugänglich für Verbesserungen. Ich hasse sogar nichts mehr, als wenn jemand einen Fehler sieht und ihn einfach nur ignoriert.

Ich wünsche eine angenehme Woche!

PS: Artikel Nr. 3 wird im Laufe der Woche erscheinen. Auf Nr. 4 liegt hingegen noch ein Embargo bis kommenden Dienstag (08.02.2011), aber ihr seht schon: ich bin wieder schwer am Werkeln!

Sicarius

Facebook & Farmville

Heute rede ich nicht lange um den heißen Brei herum. Hier ist er, der neue Podcast:

Azzkickr hat diesen Monat gelernt, dass man mir gegenüber keine Vorschläge einfach so zum Spaß machen darf. Der Podcast ist im Prinzip nur entstanden, weil er in einem Moment der Unachtsamkeit das Thema vorgeschlagen und sich gleichzeitig schon mehrfach als Experte für das heutige Thema geoutet hatte :smile: .

Wie der Name schon andeutet, geht es dieses Mal um den Sinn von sozialen Netzwerken mit dem Fokus auf Facebook sowie um die Faszination von Social Games am Beispiel von Farmville. Beides Themen, die auch bei mir sehr stark von Vorurteilen geprägt sind. Azzkickrs Aufgabe war es entsprechend mir und natürlich auch euch diese auszutreiben. Teilt ihm deshalb unbedingt in den Kommentaren mit, ob er erfolgreich war.

Technische Probleme

Ich hatte bereits am Montag erwähnt, dass die Aufzeichnung mit technischen Problemen zu kämpfen hatte. Ein Großteil meiner Passagen waren unbrauchbar und bestanden aus doppelten Wörtern und abgeschnittenen Sätzen. Den Grund dafür habe ich auch immer noch nicht ganz eingrenzt (spätestens beim nächsten Podcast dann hoffentlich), aber das nur nebenbei.

Wichtig für euch ist, dass deshalb einige meiner Aussagen sauberer klingen als im Rest des Podcasts. Ich habe quasi geschummelt und sie während dem Schneiden neu aufgenommen. Die Aktion war aber nicht nur mit Nachteilen verbunden. Die nötige zweite Aufnahme hatte auch zur Folge, dass der Podcast nun inhaltlich wesentlich besser ist als er noch bei der ersten Aufzeichnung war. Timo und ich wussten schließlich nun beide schon relativ genau, was wir sagen wollten und konnten auch noch Dinge einbauen, die wir beim ersten Mal vergessen hatten. Also nicht länger überlegen und anhören!

Neuer Artikel

Wie es die Tradition verlangt, kann ich euch aber nun nicht einfach ins Wochenende entlassen. Nein, ich muss natürlich noch ein wenig GamersGlobal-Werbung unterbringen:

 Portal 2Angetestet zu Portal 2 – Jep, ich war vor einer Woche bei Electronic Arts und habe erstmals Hand an Portal 2 legen dürfen. Und was soll ich sagen? Das Spiel wird der ultimative Hammer. Ich durfte zwar nur drei Level des Koop-Modus jeweils auf einer Xbox 360 und einer PlayStation 3 anspielen, was auch nicht viel länger als 15 Minuten gedauert hat, ich bin mit der Spielmechanik ja innig vertraut, aber wie ich in der Vorschau auch schreibe: Es machte bereits einen fantastischen und sehr polierten Eindruck.

Nicht nur ist wieder alles mit dabei, was schon den ersten Teil groß gemacht hat – es gibt nun noch viel, viel mehr. Auch ich hatte zu Beginn bedenken, dass die daraus resultierende erhöhte Komplexität vielleicht dann doch zu viel des Guten ist. Aber beim User-Testing macht Valve echt keinem was vor. Ihr klares Ziel ist es ein, für den Spieler, nicht frustrierendes Spielerlebnis zu bieten und unzählige Komfortfeatures zeugen davon. Entsprechend gehe ich davon aus, dass so ausgereift und durchdacht, wie die gezeigten Levels waren, unter Garantie auch der Rest des Spiels sein wird.

Sympathische Charaktere

Dazu kommt das ganze Drumherum, dass ich nicht genug loben kann. Die bislang veröffentlichten Trailer können nur im Ansatz vermitteln, wie genial die Interaktion zwischen Atlas und P-body nicht nur funktioniert, sondern auch wie viel Spaß es macht. Allein durch ihre geschmeidigen und putzigen Animationen und Piepstöne werden die beiden zum Leben erweckt und ich muss mich zwingen nicht aufzustehen und den Fernseher zu umarmen. Und das bisschen was ich von GLaDOS und Wheatley hören könnte, verspricht auch wieder großes Kino zu werden!

Wenn ihr euch also nur ein einziges Vollpreisspiel dieses Jahr kaufen wollt, dann lasst es am 22.04.2011 Portal 2 sein. Ich sehe absolut keinen Anhaltspunkt, warum uns hier etwas anderes als ein erneuter Hit erwarten sollte. Jetzt muss ich nur ausreichend Platz in meinem Terminkalender schaffen, damit ich auch den Koop-Modus mit einem Freund durchspielen kann.

Ich wünsche ein angenehmes Wochenende und verabschiede mich mit dem Überblick über die heutige Podcastfolge:

Podcast Nr. 30 im Detail

Zu Wort kommen: Christoph „Sicarius“ Hofmann, Timo „Azzkickr“ P.

Technische Daten: 39:11 min lang; 96kbit Qualität (Mono); 26,91 MB groß; Aufnahme mit Skype und Pamela for Skype; Editierung mit Adobe Soundbooth CS4

Musikcredits (Reihenfolge wie im Podcast):
Brian Conrad, Sue Kasper, Justin McCormick – SimCity 2000 – Track 47 (Komplett)
Brian Conrad, Sue Kasper, Justin McCormick – SimCity 2000 – Track 31 (Auszug)
Frank Klepacki – The Legend of Kyrandia – Pool Of Sorrow (Komplett)

Weiterführende Links:
Azzkickr – Timos GamersGlobal-Userprofil
Du als Avocado-Farmer bei Farmville! – Ein Avocado-Blog ruft zu kollektiven Farmville-Aktion auf

Folge 31 erscheint Ende wie gewohnt Ende Februar. Wie üblich stehen Thema und Gäste aber noch nicht fest.

Sicarius

Tron: Evolution

Eigentlich wollte ich euch heute mit der 30. Folge des Bagdadsoftware Podcast beglücken. Doch es hat nicht sollen sein. Die Aufnahme mit Azzkickr verlief am Samstag zwar planmäßig, als ich aber am Sonntag das Schneiden anfangen wollte, stellte sich die Datei als unbrauchbar raus. Echos und Gestotter bestimmten das Klangbild, wenn ich rede, gerade so als wäre beim Abspeichern der Datei die Festplatte nicht mit dem Schreiben hinterhergekommen (ich speichere auf die Externe, nicht auf die SSD). Eigentlich völliger Blödsinn, schließlich habe ich mein Setup seit der Installation von Windows 7 vor bald zwei Jahren nicht verändert. Aber egal was es auch war, es hat auf jeden Fall die Aufnahme zerstört.

Wenn ihr diese Zeilen lest haben wir auch bereits eine zweite, inhaltlich wesentlich bessere Aufnahme gemacht, aber obwohl die Testabschnitte einwandfrei waren, sind in der finalen Version wieder die gleichen Probleme enthalten. Ich muss also beim Schneiden meine Passagen noch einmal aufzeichnen und das hab‘ ich schlicht nicht mehr geschafft gestern. Die Veröffentlichung verschiebt sich entsprechend auf Donnerstag. Heute erwartet euch stattdessen „nur“ die Werbung für meinen neusten Artikel drüben bei GamersGlobal:

Tron EvolutionTest zu Tron: Evolution – Da ist es also endlich, das erste Tron-Spiel seit dem famosen Ego-Shooter Tron 2.0 von 2003. Ich gebe zu, dass ich in den Titel schon ein paar Hoffnungen gesetzt hatte, obwohl es eine Lizenzumsetzung ist, die rechtzeitig zum Film fertig sein musste. Und das Ergebnis hat auch seine tollen Momente. Aber die Negativpunkte drücken am Ende dann doch zu schwer auf den Spielspaß, weshalb es auch bei Bagdadsoftware nur für 3 von 5 Sics reicht.

Das grundlegende, sehr stark von Prince of Persia-inspirierte Spielprinzip funktioniert. Wenn alle passt, gehen die Klettereinlagen locker flockig von der Hand und machen auch Spaß. Genauso die Kämpfe. Dank vier verschiedenen Diskus-Typen und sehr vielen Kombos und Upgrade-Möglichkeiten ist prinzipiell sehr viel Abwechslung gegen die verschiedenen Gegnerarten gegeben. Auch die Panzerfahrt-Einlagen und die Lichtradsektionen machen unterm Strich eine gute Figur. Aber das Gesamtpaket stimmt einfach nicht.

*kopfschüttel*

Es kann nicht sein, dass ich am Ende des Spiels mehr Fragen habe als vorher, nur weil anscheinend das Geld nicht gereicht hat und einige Spielabschnitte gestrichen wurden. Der Sinn von Tron: Evolution ist es doch gerade die Lücke zwischen Tron und Tron: Legacy zu füllen. Aber was hier geboten wird, fügt eher noch mehr Löcher ein, als es stopft und das ist schlicht armselig. Wenn ich selbst als Kenner des Universums teilweise nicht durchblicke, dann bin ich auch nicht motiviert weiterzuspielen.

Wenn wenigstens spielerisch alles im grünen Bereich wäre. Aber hier machen mir drei Dinge massiv zu schaffen: die teils nicht reagierende Steuerung, die zickige Kamera und der Schwierigkeitsgrad. Speziell letzterer hat mir gegen Ende des Spiels die Nerven geraubt. Beispiel? Bevor ihr den finalen Endgegner angehen könnt, müsst ihr mehrere Wellen seiner Schergen besiegen. Problem: Die Schweren Schwarzen Wachen (Granaten-Varianten) stammen aus der Hölle. Die schmeißen Granaten, als gäbe es kein Morgen mehr und halten ewig viele Treffer aus. Dazu kommen Standardgegner, die einen beharken und Abgründe auf allen Seiten der Plattform. Ich habe geschlagene drei Stunden allein für diesen Teil des Spiels gebraucht! Und das ist nicht einmal ansatzweise übertrieben. Das hat nichts mehr mit „herausfordernd“ zu tun – das ist schlicht schlecht gemacht. Der eigentliche Boss war ein Dreck dagegen.

Keine Lichtradrennen!

Der größte Faux Pax des Entwicklers Propaganda Games ist es aber weder im Einzel- noch im Mehrspielermodus Lichtradrennen einzubauen. Wenn es zwei Sachen gibt, die das Tron-Universum ausmachen, dann sind es der ungewöhnliche visuelle Stil und eben die spannenden Lichtradrennen. Welcher hirnlose Designer hat hier ernsthaft gedacht, dass man die nicht braucht, nur weil sie vielleicht im neuen Film auch nicht mehr vorkommen?

Aber ich rege mich schon wieder unnötig auf. Tron: Evolution ist kein Rohrkrepierer, aber wer sich den Kauf überlegt muss sich zum einen über die besagten Schwächen im Klaren und zum anderen unbedingt ein Fan des Universums sein. Wer mit Tron nichts anfangen kann, der wird hier höchstwahrscheinlich überhaupt keinen Spaß mehr haben.

Und mit diesen Worten verabschiede ich mich bis Donnerstag. Dann hoffentlich endlich mit Podcast Folge Nr. 30!

JakillSlavik

Entzaubert

Hallo liebe Bagdadsoftware-Leserschaft,

Auch wenn es verspätet ist wünsche ich euch der guten Manieren wegen, einen erfolgreichen Start in das Jahr zwei Tausend und Elf. Wie jedes Jahr wird es vielen wie mir gegangen sein. Das alljährliche große ‚Event‘ egal, ob man es zelebriert oder nicht, war lange Zeit im Hinterkopf und dann vergeht die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr doch wie im Flug. Auch wenn ich nicht im klassischen Sinne feiere, ergeht es mir jedes Jahr zumindest so. Ich stelle am Neujahrsmorgen unbefriedigt fest, dass mir etwas fehlt. Dass ich etwas ganz Essentielles nicht mitgenommen habe aus der Zeit zwischen den Jahren.

Ich will jetzt nicht zu genau ins Detail gehen und mit dem Thema ‚Zeit der Besinnung‘ irgendjemanden peinlich berühren, aber die ganzen Rückblicke veranlassen mich zum Reflektieren. Viele Weihnachtslieder, die man (leider) mitbekommt, tun das auch mitunter. Rondrer drückte es sehr gut in den Kommentaren zum Bagdadsoftware Jahresrückblick aus. Ich lasse mich dann auch immer sehr schnell dazu hinreißen zu überlegen, wie denn die Zeit so verbracht wurde und ich denke, dass das Vielen sehr ähnlich geht. Um aber wieder an die Weihnachtslieder anzuknüpfen, so kommt kommt natürlich auch niemand um den Song „Last Christmas“ von Wham! herum. Leider! Hoffentlich werde ich jetzt nicht vor die Wand gestellt, weil ich diese Erinnerung hervorgerufen habe. Worum ICH selbst jedes Jahr auf jeden Fall aber nicht herum komme ist das Lied von John Lennon „So This is Christmas…“ Mittlerweile ist das natürlich auch so ein Titel, den man an Weihnachten am Liebsten direkt ausblenden möchte, aber die Botschaft in den ersten Zeilen hebe ich für mich besonders stark hervor. Die Zeilen bewegten mich die vergangenen Jahre immer zum Nachdenken.

„…and what have you done?“, die Frage stelle ich mir selbst zuerst immer unter beruflichen Aspekten. Wie mehrfach deutlich gemacht bin ich ja mehr auf der Suche nach einem passenden Arbeitsplatz, als auf der Selbstfindung. Weil wir hier aber auf Bagdadsoftware sind, überlege ich auch, was ich aus spielerischer Sicht getan habe. Was habe ich denn so getan? Eine schwere Frage. Natürlich kann ich jetzt Titel A in Kategorie B mit dem Gütesiegel C aufzählen und das, wie jedes Jahr verspätet, versteht sich. Aber nein, das möchte ich ganz und gar nicht tun. Ich stelle für mich selbst nach und nach fest, dass ich mich eigentlich schämen müsste. Schämen darüber kein klassischer „Gamer“ zu sein. In der Vergangenheit habe ich mich immer geweigert, mein Spielverhalten in eine Nische stecken zu lassen, weil es an sich viel zu unbeständig ist. Weil ich selbst in dem Bezug auch zu sprunghaft bin. Selbst für die Unbestimmtheit hingegen spiele ich nicht konstant. Aber in letzter Zeit wird mir mehr und mehr deutlich, dass ich mit dem Spielen auch nicht mehr meine wahre Freude habe. Timo, uns allen bekannt als Azzkickr der Schreckliche, aus der Blutlinie des Barbarens mit Namen Conan, stellte im Laberpod im Herbst vergangen Jahres deutlich die Frage: Bin ich zu alt zum Spielen?

Zu alt für Spiele? Die Fragestellung an sich habe ich mit formuliert und wurde im Vorfeld bereits zu einem Thema debattiert. Ich will jetzt auch auf die gesamte Diskussion gar nicht mehr eingehen, es sei denn, es bestünde Bedarf. Dafür will ich aber meine Erkenntnis hierzu benennen: Gemeinsames Spielen. Warum geht es bei mir nicht mehr „ohne“. Nicht erst seit den Coop-Runden mit Sicarius bei Titeln wie Lego: Star Wars oder Shadowgrounds bin ich eher der Freund etwas gemeinsames zu Unternehmen, sondern schon eigentlich seit dem Anfang meiner „Gamerlaufbahn“. Was will ich sagen? Bei dem Super Nintendo habe ich auch lieber Titel gehabt, die man bereits zu zweit spielen konnte. Secret of Mana war für mich da der Dauerbrenner. Nicht nur des Titels selbst wegen, sondern weil man sogar zu dritt (!) an der gleichen Konsole spielen konnte. Das war nicht nur neu, sondern auch der Grundstein für mich selbst Strategien zu entwickeln, um als TEAM noch effektiver zu sein. Ich kann nicht davon reden im wirklichen Leben besonders umgänglich zu sein, geschweige denn Freundschaften ohne regelmäßigen Kontakt aufrecht zu erhalten. Ich besitze auch nicht annähernd genügend Ehrgeiz um mich messen zu wollen. High Score Listen, so schön sie auch sind, sind auch nicht meine Welt. Für mich ist das gemeinsame „Erkunden“, aber vor allem Lernen das Ziel. Auch hier habe ich einen leichten Komplex, den eher männliche Spieler haben: In einer Gruppe, so kooperativ sie auch sein mag, will ich hervorstechen ganz klar. Wahrscheinlich beschreibe ich für euch gerade nur das typische Suchtverhalten, wie es tausende von World-of-Warcraft Spieler vorher schon in unzähligen Foren hinterlassen haben, aber ich bin einmal so dreist und stelle mich auch hier hervor:

Ich denke, ich bin einfach nicht konstant genug dafür um richtig süchtig zu sein. Ich will genauso auch Items oder Archievements sammeln. Aber ich ziehe daraus keine Langzeitmotivation. Ich ziehe die Motivation aus der festen Gruppe, die ich mittlerweile habe und ich bin froh um jede Gestalt, die ich dazu bewegen kann, sich nach und nach in dieses Gefüge mit einzureihen und auch mit zu prägen. Das Schwierige ist nur auch Menschen zu finden, die genauso mündig und ehrgeizig sind, Zeit in diese Spielerunden zu investieren. Das richtige Spiel ist da auch so eine Entscheidungshilfe. Was hat das nun mit der Aussage zu tun, dass ich mich doch schämen müsse? Das ist relativ leicht: Ein Spiel muss doch auch weiterhin Spaß machen, wenn man nicht mehr in dieser Gruppe ist und trotzdem vorher alle Spielelemente die Gruppe zusammen hielten. Ich kann das bei mir nicht behaupten. Mit einem Schlag habe ich gerade vor Kurzem meinen gesamten Ehrgeiz bei einem mehrfach hervor gehobenen Titel verloren. Nein, ich habe keine Game Design Lücken übersehen, weil ich ‚Freundschaften‘ geschlossen habe, die waren mir vorher und nachher bekannt. Sie fielen auch nicht schwerer ins Gewicht, nach dem Prozess. Aber der Spielspaß, der fehlt. Die Freude am Spielen selbst, seit langer Zeit nun auch.

Wie ihr bemerkt haben werdet, lautet der Titel dieses Eintrags: Entzaubert. Dies ist eine einfache Bezeichnung dafür um auszudrücken, wie ich mich fühle. Dieses Mysterium des Spielens ist weg, nicht aber das Interesse um das Medium. Wie eh und je interessiert mich der Schaffensprozess bei der Spielentwicklung fast schon mehr, als das eigentliche Spiel, doch auch hier muss ich Abstriche machen. Gerade gestern war ich mit Christoph erneut bei der Games Academy. Wir haben gesehen, was die verschiedenen Semester geschaffen haben und wie die ’neuen‘ Spielideen der Jungens und Mädels da funktionieren oder eben nicht. Mehr zu diesem Thema wird euch der Webmaster mit Sicherheit noch präsentieren. Sei es nun hier oder auf GamersGlobal. Natürlich war der Besuch etwas Besonderes und es wird für mich auch etwas Besonderes bleiben. Doch mein Schreiben generiert direkt ein „Aber“. Während ich im vergangenen Jahr nach dem Besuch mit mir Kämpfen musste und letzten Endes Stück für Stück meinen Traum aufgab, stellte ich dieses Jahr fest: Es ist mir gelungen! Fast schon erschreckend gut gelungen, obwohl ich – wie gesagt – sehr mit mir selbst kämpfen musste. Ich will diese Anspannung einfach hervorheben. Warum ich den Traum aufgab? Ersteinmal der finanzielle Faktor. Klar. Man kann eben als frisch gebackener Ausbildungssuchender kein Bruttoeinkommen eines Mehrverdiener- Haushalts einfach so für eine Ausbildung mit einem dicken Fragezeichen dahinter aufbringen. Ob man nun nach den zwei bis drei Jahren wirklich in der Spielebranche direkt einen Platz findet, hängt dann doch größtenteils vom Zufall ab. Kontakte knüpfen, Talent, auf Talent aufbauen sind für mich zum Teil eben mit zufallsbestimmt, weswegen ich ganz eindeutig sage, dass mein eine gehörige Portion Glück haben muss. Zum Zweiten natürlich ganz klar das Talent. Ich will mich nicht klein reden, noch will ich mich aufbauschen, ich sage einfach mal, ich bin ein Durchschnittstyp und bleibe durchschnittlich. Ich kann mich in alles hinein versetzen und für alles interessieren, wenn die Umstände es erfordern. Aber es langt eben nicht durchschnittlich zu sein. Es langt auch nicht, sich in etwas hinein zu steigern und zu üben üben üben. Es langt (meistens) nicht. Ein Mensch mit Metzgerhänden kann noch soviel Lernen und machen und tun, der „amerikanische“ Traum in Kombination mit diesem 180 Grad Trend, den gibt es meines Erachtens nur in extremen Einzelfällen. Und diese sind die starke Ausnahme. Zu guter Letzt als Drittes spricht für mich natürlich auch mein Elan dagegen. Denn ähnlich sprunghaft, wie beim „Zocken“ bin ich überall. Christoph wird das mehr als nur bestätigen können, sondern auch leidvoll erfahren. Ich setze an vielen Punkten an und springe dann von Baustelle zu Baustelle. Genauso schreibe ich auch, wie ihr sicherlich merkt. Es wird am Ende immer alles fertig. Die Frage ist nur, ob das nicht geschickter ginge. Ich kann das auf jeden Fall nicht abstellen, ich musste in der jüngsten Zeit feststellen: Ich bin so.

Das ist also alles eine Entzauberung in vierfacher Ausfertigung:
Ich bin mehr am Schaffensprozess, als am Spielen interessiert und wenn schon Spielen, dann wohl nur in einem Gruppen-orientierten Rahmen. Der Schaffensprozess wird niemals mein Heimathafen werden, obwohl ich mich danach sehne, aber ich habe damit abgeschlossen. Ich stehe mir selbst grundsätzlich im Weg, kann aber nicht aufhören ich zu sein, um auch selbst persönlich zufrieden zu sein. Das Alles erinnert mich ein bisschen mit auf die „bittere“ Wahrheit, die Sicarius auch für seinen Beruf kennt: Er wird in seinem Traumberuf niemals so selbstständig und gefestigt sein, wie das vor zwanzig Jahren mal der Fall war. Es wird auf jeden Fall mehr als nur schwierig sein und die Erkenntnis, dass die Realität eben so ist, ist wenig tröstend. Genauso auch, wie das Wissen darum, dass man mit dem Weitermachen muss, was man hat.

Dies ist somit mein Schlusswort und versuche jetzt gleich mal etwas Pseudo-Interaktives zu generieren: Welche großen Träume und Vorhaben habt ihr verfolgt, werdet ihr weiterverfolgen und wo wurdet ihr dabei schon vergleichsweise „entzaubert“ ?

Liebe Grüße
–daniel / jks

Es gibt Spiele, die sind aus den komplett falschen Gründen so unglaublich schwer. Gründe, die ich in der heutigen Zeit absolut nicht mehr nachvollziehen kann wie eine versaute Steuerung oder eine bekloppte Kamera. Es ist ja nicht so, als gäbe es nicht in jedem Genre mindestens 2.000 richtige Blockbuster, die es schon richtig vorgemacht haben. Aber nein, der gemeine Entwickler will natürlich „Innovationen“ in sein Produkt einbauen, damit die Masse zufrieden ist. Das es dann genau diese „Innovationen“ sind, die zu unterirdischen Wertungen und einem totalen Verkaufsflop führen – da kommt natürlich dann keiner drauf. Da sind dann einfach die Raubkopierer schuld.

Auf jeden Fall sind Kamera und Steuerung eines bestimmten Spiels schuld daran, dass ich euch heute mit einem Füller abspeisen muss. Ich bin seit Samstag wieder am Testen und habe auch die komplette nächste Woche sehr viel zu tun. Deshalb gibt es heute nur eine kleine Collage. Sie zeigt Screenshots von den Spielen, die mich diese Woche beschäftigen und zu denen ich voraussichtlich einen Artikel verfassen werde (Ende der Woche/Wochenende):

Collage

Am Donnerstag begrüßt euch deshalb auch an dieser Stelle JakillSlavik, der erneut die Ehre hat den ersten „Gastbeitrag” des Jahres zu verfassen. Wir lesen bzw. hören uns erst am Montag wieder – mit der 30. Folge des Bagdadsoftware Podcasts!

PS: Ich brauch mal bessere Custom-Shapes für Adobe Photoshop CS4 :smile: .

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