Sicarius

Tron: Evolution

Eigentlich wollte ich euch heute mit der 30. Folge des Bagdadsoftware Podcast beglücken. Doch es hat nicht sollen sein. Die Aufnahme mit Azzkickr verlief am Samstag zwar planmäßig, als ich aber am Sonntag das Schneiden anfangen wollte, stellte sich die Datei als unbrauchbar raus. Echos und Gestotter bestimmten das Klangbild, wenn ich rede, gerade so als wäre beim Abspeichern der Datei die Festplatte nicht mit dem Schreiben hinterhergekommen (ich speichere auf die Externe, nicht auf die SSD). Eigentlich völliger Blödsinn, schließlich habe ich mein Setup seit der Installation von Windows 7 vor bald zwei Jahren nicht verändert. Aber egal was es auch war, es hat auf jeden Fall die Aufnahme zerstört.

Wenn ihr diese Zeilen lest haben wir auch bereits eine zweite, inhaltlich wesentlich bessere Aufnahme gemacht, aber obwohl die Testabschnitte einwandfrei waren, sind in der finalen Version wieder die gleichen Probleme enthalten. Ich muss also beim Schneiden meine Passagen noch einmal aufzeichnen und das hab‘ ich schlicht nicht mehr geschafft gestern. Die Veröffentlichung verschiebt sich entsprechend auf Donnerstag. Heute erwartet euch stattdessen „nur“ die Werbung für meinen neusten Artikel drüben bei GamersGlobal:

Tron EvolutionTest zu Tron: Evolution – Da ist es also endlich, das erste Tron-Spiel seit dem famosen Ego-Shooter Tron 2.0 von 2003. Ich gebe zu, dass ich in den Titel schon ein paar Hoffnungen gesetzt hatte, obwohl es eine Lizenzumsetzung ist, die rechtzeitig zum Film fertig sein musste. Und das Ergebnis hat auch seine tollen Momente. Aber die Negativpunkte drücken am Ende dann doch zu schwer auf den Spielspaß, weshalb es auch bei Bagdadsoftware nur für 3 von 5 Sics reicht.

Das grundlegende, sehr stark von Prince of Persia-inspirierte Spielprinzip funktioniert. Wenn alle passt, gehen die Klettereinlagen locker flockig von der Hand und machen auch Spaß. Genauso die Kämpfe. Dank vier verschiedenen Diskus-Typen und sehr vielen Kombos und Upgrade-Möglichkeiten ist prinzipiell sehr viel Abwechslung gegen die verschiedenen Gegnerarten gegeben. Auch die Panzerfahrt-Einlagen und die Lichtradsektionen machen unterm Strich eine gute Figur. Aber das Gesamtpaket stimmt einfach nicht.

*kopfschüttel*

Es kann nicht sein, dass ich am Ende des Spiels mehr Fragen habe als vorher, nur weil anscheinend das Geld nicht gereicht hat und einige Spielabschnitte gestrichen wurden. Der Sinn von Tron: Evolution ist es doch gerade die Lücke zwischen Tron und Tron: Legacy zu füllen. Aber was hier geboten wird, fügt eher noch mehr Löcher ein, als es stopft und das ist schlicht armselig. Wenn ich selbst als Kenner des Universums teilweise nicht durchblicke, dann bin ich auch nicht motiviert weiterzuspielen.

Wenn wenigstens spielerisch alles im grünen Bereich wäre. Aber hier machen mir drei Dinge massiv zu schaffen: die teils nicht reagierende Steuerung, die zickige Kamera und der Schwierigkeitsgrad. Speziell letzterer hat mir gegen Ende des Spiels die Nerven geraubt. Beispiel? Bevor ihr den finalen Endgegner angehen könnt, müsst ihr mehrere Wellen seiner Schergen besiegen. Problem: Die Schweren Schwarzen Wachen (Granaten-Varianten) stammen aus der Hölle. Die schmeißen Granaten, als gäbe es kein Morgen mehr und halten ewig viele Treffer aus. Dazu kommen Standardgegner, die einen beharken und Abgründe auf allen Seiten der Plattform. Ich habe geschlagene drei Stunden allein für diesen Teil des Spiels gebraucht! Und das ist nicht einmal ansatzweise übertrieben. Das hat nichts mehr mit „herausfordernd“ zu tun – das ist schlicht schlecht gemacht. Der eigentliche Boss war ein Dreck dagegen.

Keine Lichtradrennen!

Der größte Faux Pax des Entwicklers Propaganda Games ist es aber weder im Einzel- noch im Mehrspielermodus Lichtradrennen einzubauen. Wenn es zwei Sachen gibt, die das Tron-Universum ausmachen, dann sind es der ungewöhnliche visuelle Stil und eben die spannenden Lichtradrennen. Welcher hirnlose Designer hat hier ernsthaft gedacht, dass man die nicht braucht, nur weil sie vielleicht im neuen Film auch nicht mehr vorkommen?

Aber ich rege mich schon wieder unnötig auf. Tron: Evolution ist kein Rohrkrepierer, aber wer sich den Kauf überlegt muss sich zum einen über die besagten Schwächen im Klaren und zum anderen unbedingt ein Fan des Universums sein. Wer mit Tron nichts anfangen kann, der wird hier höchstwahrscheinlich überhaupt keinen Spaß mehr haben.

Und mit diesen Worten verabschiede ich mich bis Donnerstag. Dann hoffentlich endlich mit Podcast Folge Nr. 30!

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Ein Kommentar

Das finde ich auf jeden Fall sehr schade, aber ich werde mir wohl Beides ersparen, Kinofilm und Spiel. Das mit den fehlenden Lichtradrennen hatte ich vorweg ja schon gehört und daher vermutet, dass eine Verschiebung anstehen müsse.

Anmerkung: Ich bin kein besonders großer Tron-Fan; der Stil gefällt mir, die neue Welt auch, aber ich bin jetzt nicht so begeistert, wie Christoph es damals zum Vorgänger war.

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