Sicarius

gamescom 2011, Teil 1

gamescom 2011Die gamescom 2011 ist für mich schon seit Samstagnachmittag vorbei und trotzdem bin ich zum Verfassungszeitpunkt immer noch höllisch müde. War aber auch wieder eine mächtig anstrengende Woche. Unterm Strich bin ich allerdings schon etwas enttäuscht von der diesjährigen Messe. Aber nicht nur, weil sich die echten Neuankündigungen wie Borderlands 2 oder Dragon Commander an einer Hand abzählen lassen. Ein sehr großer Teil der Präsentationen waren die gleichen, wie man sie schon auf der E3 gesehen hatte. Nur vereinzelt (Saints Row – The Third, Sniper: Ghost Warrior 2) mit dem Unterschied, dass wir nun selbst spielen durften oder es noch zwei Minuten weiter ging.

Unter diesen Bedingungen wundert es mich nicht wirklich, dass ich im Vergleich zum letzten Jahr (zumindest bislang) weniger News und Reports geschrieben habe. Die gesehene Menge an Spielen war mit 31 Titeln auch ein wenig geringer als 2010. Vor allem am Freitag hatte ich erfreulicherweise etwas mehr Luft zum Atmen. Und doch habe ich das ein oder anderen Spiel wie SSX oder Kingdoms of Amalur: Reckoning verpasst, das ich mir schon gerne noch angeschaut hätte. Dafür habe ich ein paar Überraschungen wie Dragon Commander oder King’s Bounty: Legions (Facebook) gesehen.

Noch mehr Salz in die Wunde

Mit der Entscheidung das Business Center bereits am Freitagabend zu schließen, haben sich Veranstalter und Firmen meiner Meinung nach auch keinen großen Gefallen getan. Speziell die kleinen Titel haben darunter gelitten, dass im Terminplan größtenteils nur Platz für die richtig großen Blockbuster war. Ich verstehe natürlich, dass der eine Messetag einen ganz schönen Batzen Standmiete zusätzlich kostet. Aber das dürfte auch ziemlich der einzige Grund sein, der gegen den Samstag spricht. Vorteil für uns war, dass wir bereits am Samstag ausschlafen und ohne Stress packen konnten :smile: .

Doch nun genug allgemeines Blabla zur Messe. Davon werdet ihr kommenden Montag noch genug hören. Wenn alles klappt wird dann Folge 37 des Bagdadsoftware Podcast online gehen. Zusammen mit JakillSlavik, Azzkickr und Rondrer möchte ich mich am Beispiel der diesjährigen Messe ein wenig darüber unterhalten, ob es sich überhaupt noch lohnt sich auf Events wie die E3 oder eben die gamescom zu freuen.

Spiele, Spiele und Spiele

Heute beschäftigen wir uns stattdessen mit ein paar Spielen, die ich auf der Messe gesehen habe. Speziell mit denen, über die noch nichts geschrieben habe und vermutlich auch nichts mehr für GamersGlobal schreiben werde. Los geht’s:

Real Warfare 2: Northern CrusadesReal Warfare 2: Northern Crusades – Auf der Übersichtskarte erwartet euch ein Sandboxgame wie Mount & Blade nur grafisch wesentlich ansprechender, mit einem klaren Ziel vor Augen und kompletter Echtzeit. Während ihr bei der Konkurrenz einfach das macht, was ihr machen wollt, müsst ihr im Titel von Unicorn Games die Aufträge eures Vorgesetzten erfüllen. Wir ihr das macht, ist natürlich weiterhin eure Sache. Außerdem liegt ein starker Fokus auf dem Wort „Kreuzzug“, sprich das Plündern von Dörfern ist unumgänglich. Die Schlachten selbst werden wie in jedem beliebigen Total War-Spiel ausgeführt. Sprich, ihr seid nicht selbst auf dem Schlachtfeld, sondern gebt nur von oben eure Befehle. Unterm Strich ein interessanter Geheimtipp, der uns da im Herbst erwarten wird. Aber ob es Mount & Blade den Rang ablaufen kann? Ich bezweifle es doch irgendwie, denn schicke Grafik ist eben doch nicht alles.

King’s Bounty: Legions – Eine abgespeckte Version von King’s Bounty: The Legend für Facebook. Was solcherlei Browserspiele angeht, definitiv inhaltlich (Umfang, Anspruch) wie technisch ganz, ganz vorne mit dabei und soweit ich den Entwickler verstanden habe, ist man auch nicht auf die Hilfe von Facebook-Freunden angewiesen. Wer Rundenstrategie vom Schlage eines Heroes of Might & Magic mag und bei Facebook unterwegs ist, der sollte definitiv einen Blick riskieren. Momentan läuft wohl der offene Beta-Test.

Death to Spies: Ghost of Moscow – Es ist mittlerweile schon der dritte Teil der Serie und er kann dem Label „billiger Hitman-Klon“ definitiv nicht entrinnen. Dennoch bin ich auch nach diesem Jahr immer noch der Meinung, dass es ein kleiner Geheimtipp werden könnte. Anders als 47 seid ihr hier nämlich nicht alleine unterwegs, sondern mit drei Charakteren (ein Soldat, ein ehemaliger KGBler, eine Mata Hari) mit sehr unterschiedlichen Fähigkeiten. Während ihr beispielsweise mit der Dame einen Wachmann ablenkt, könnt ihr mit dem KGB-Mann das Schloss der Tür hinter ihm bearbeiten (Minispiel). Danach schaltet die Dame mit einem gekonnten Kuss den Wachmann aus, kann dessen Körper aber nicht wegschaffen. Das muss dann der Söldner übernehmen, weil er stärker ist. Ziel ist es wie immer möglichst lautlos und ohne einen unnötigen Mord das Missionsziel zu erledigen und wieder zu verschwinden.

Konsequent umgesetzt und mit ausreichend großer Freiheit in der Mission, könnten die drei Charaktere durchaus sehr viele interessante taktische Möglichkeiten eröffnen. Allerdings arbeiten die Entwickler schon eine ganze Weile daran, grafisch ist es ganz klar potthässlich und die Vorgänger waren nicht wirklich die Brüller. Ungesehen kaufen würde ich den Titel also nächstes Jahr nicht. Aber aus dem Auge verlieren werde ich ihn bis dahin auch nicht.

ScivelationRenegade Ops – Das neuste Projekt der Avalanche Studios (Just Cause 2) und ein Arcadetitel für PSN, XBLA und PC. Aus der Top-Down-Perspektive steuert ihr schwerbewaffnete Fahrzeuge durch die Levels und schießt alles ab, was sich bewegt. Ja, eine Story sowie Missionsziele gibt es auch. Aber es geht vornehmlich darum seine Karre stetig zu verbessern und grafisch ansprechende Zerstörung anzurichten. Wirklich interessant wird der Titel, er soll noch im Herbst erscheinen, durch den Mehrspielermodus. Es soll sowohl einen Zweispieler-Splitscreen-Modus als auch Koop für vier Spieler (nur Online) geben. Letzteres habe ich am SEGA-Stand angespielt und hatte durchaus Spaß damit. Alleine unter Garantie schnell langweilig, aber als Partyspiel wie Mashed: Drive to Survive definitiv mehr als einen Blick wert.

Scivelation – Eigentlich zwei Spiele in einem. In einem, dem Film Blade Runner nicht unähnlichen Setting, müsst ihr euch entweder als weibliche Sam Fisher in Splinter Cell unentdeckt durch die Levels schleichen oder in der Rolle des Russen Mikhail Ivanov euch schlicht durchballern. Welchen Charakter ihr spielt, sollt ihr bei den meisten Missionen selbst bestimmen können. In einigen wird es aber festgelegt sein. Auch hier hört sich das auf dem Papier sehr gut an und die gezeigten Abschnitte mit Elisha erinnerten frappierend an die direkte Konkurrenz — im positiven Sinne. Anderseits stelle ich es mir schwer vor beide Charaktere so ausgeglichen zu gestalten, dass es am Ende nicht immer schneller und einfacher ist mit Mikhail durch die Gegnerhorden zu mähen als langwierig mit Elisha durch die Level zu klettern. Da der Release aber erst im Herbst 2012 sein wird, haben die Entwickler noch ein bisschen Zeit daran zu feilen.

Und das war es dann auch schon fürs erste. Am Donnerstag gibt es vermutlich die Zusammenfassung über die Spiele, über die ich bei GamersGlobal berichtet habe und vielleicht noch ein paar der untergegangenen Titel. Ich wünsche eine angenehme Woche!

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Ein Kommentar

Später mehr zu deinem Text und dann noch den aufwändigen Eintrag von Ron nacharbeiten …

Ich fühle mich beim Video zum GG-Gamescom Usertreffen ein wenig verarscht ~

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