Gestern kurz vor dem Mittagessen war es endlich soweit: Nach den prognostizierten 15 Stunden Spielzeit flackerte die erste von zwei möglichen Endsequenzen von Saints Row: The Third über den Bildschirm. Das finale Urteil? Selbstverständlich 5 von 5 Sics. Ich kann mich nur wiederholen: Das Spiel macht einfach Spaß, trotz seiner Ecken und Kanten und die Chancen stehen gut, dass ich hier auch die 100% erarbeitete. Anders als bei einem GTA IV oder Just Cause 2 ist das dank einer Charakterfähigkeit, die diese Sachen dauerhaft auf der Karte angezeigt zu bekommen (man muss natürlich erst einmal in der Nähe vorbeigekommen sein), gar nicht mal der riesige Aufwand. So muss das sein!

Dank dem AMD Catalyst 11.11b und dem ersten Patch, lief es die letzten paar Sitzungen auch endlich 99% der Zeit rund. Nur noch in wirklich extremen Situationen ging die Framerate in den roten Bereich (Stichwort „Endkampf“). Das liegt aber vermutlich jetzt tatsächlich am Spiel und weniger am Treiber.

Ärger über AMD

ATi Catalyst LogoJaja, der AMD-Treiber. Ich sage euch: Meine nächste Grafikkarte wird zum einen mal wieder eine von nVidia und zum anderen definitiv eine Singlecore-Karte. Was ich dieses Jahr alles mit meiner HD5970 mitmachen musste (und auch immer noch muss), geht einfach auf keine Kuhhaut. Fast alle Highprofile-Titel (und auch der ein oder andere normale) der letzten Monate liefen in der Releasefassung ohne entsprechenden Treiber oder zumindest ein entsprechendes Application-Profile(für Crossfire) wie Sau. Meist sogar schlechter, als wenn ich schon jetzt nur eine Singlecore-Karte hätte.

Beispiele gefällig? Saints Row: The Third zu Beginn miese Framerate und zusätzlich noch stottern, was es faktisch unspielbar machte. Ein Problem, dass Battlefield 3 bis heute noch plagt. Zwar ist es etwas besser geworden, aber komplett weg ist es noch nicht. Hier kommt allerdings noch hinzu, dass es nach ein paar Minuten Spielzeit aus unerfindlichen Gründen einfach sang- und klanglos abstürzt. Keine Chance derzeit für mich es zu spielen. Spiele von Kalypso Media (Airline Tycoon 2, Dungeons: The Dark Lord etc.)? Schön mit dem Catalyst-A.I.-Regler spielen, bis man die richtige Einstellung für das eine Spiel gefunden hat, sonst sind die Menüs riesige, hässliche und unbenutzbare Thumbnails. Aber nicht vergessen vor dem Start eines anderen Titels wieder umzuschalten, sonst gibt’s da Probleme. Serious Sam 3: BFE? Derzeit 100% unspielbar, wegen unerklärlichen und sekundenlangen Framedrops. Stottern kann man das schon nicht mehr nennen. The Elder Scrolls V: Skyrim? Bester Kandidat, um das Phänomen „Negative Crossfire Scaling“ zu veranschaulichen. Sprich mit zwei oder mehr GPU-Cores habt ihr bis zu viermal weniger FPS, als wenn ihr nur eine hättet. Erst Ende letzter Woche kam ein Treiber, der das Problem angeblich behebt — fast vier Wochen nach Release! Das kann es einfach nicht sein.

Zwei GPUs — 0,25fache Leistung

Das „Negative Crossfire Scaling“ ist mittlerweile ein massives Problem geworden und das gefühlt erst seit diesem Jahr. Die HD5970 ist schließlich nicht meine erste DualCore-GPU. Vorher hatte ich schon eine der 4000- und 3000-Serie im Rechner und war absolut zufrieden. Auch deshalb, weil ich das Mikroruckler-Problem bis heute nur äußerst selten bemerkt habe. Aber das Scaling-Thema? Mittlerweile quasi ständig. Und für ein Viertel der Leistung drei Mal so viel Strom verbrauchen? Danke, aber darauf kann ich sehr gut verzichten.

Bei nVidia höre ich hingegen von alldem nichts — selbst in Sachen SLI. In den Foren ist in 99% der Fälle nach Release nur von ATi/AMD-Problemen zu lesen. Es scheint also kein Fall von „auf der anderen Seite ist das Gras immer grüner“ zu sein, sondern tatsächlich bei Jungs aus Sunnyvale etwas mächtig schief zu laufen. Etwas schade, weil ich seit Jahren sehr zufrieden war. Aber auch die guten Zeiten haben ein Ende und jetzt darf sich eben die Konkurrenz wieder über mein Geld freuen.

Achja: Wehe es kommt jetzt einer an und meint „Habsch dir doch gleich gesagt, dass eine Crossfire/SLI-Karte nix taugt!“. Dann gibt’s eins auf die Mütze! :smile: .

Vorschau

Dieses Jahr rüste ich allerdings nicht mehr auf. Das passiert frühestens zum Release von Windows 8 im Sommer 2012. Außerdem möchte ich auch noch abwarten, was unsere Hardwareexperten Dod und Azzkickr in der kommenden Folge des Bagdadsoftware Podcasts so von sich geben. Ab 19. Dezember werdet ihr sie euch Anhören können.

Ich geh‘ nun wieder World of Tanks spielen. Rondrer hatte mir mit seinem Eintrag Mitte August Lust auf das Spiel gemacht. Da ich jedoch einer strikten „Keine reinen Downloadtitel“-Agenda folge — auch wenn es so manch einer nicht versteht –, bin ich erst jetzt nach der Veröffentlichung der Retail-Version eingestiegen. Und was soll ich sagen? Er hat nicht zu viel versprochen!

Sicarius

Keine Ode an den Penetrator

Saints Row: The Third. Das erste Spiel seit langer Zeit dessen Release ich tatsächlich herbeigesehnt habe und seit Ewigkeiten wieder ein Titel, bei dem ich im Vorfeld wirklich alles verschlungen habe, was ich finden konnte. Letzte Woche hatte das Warten endlich ein Ende und ich konnte bereits 10 Stunden darin versenkt. Weniger als mir lieb sind, denn Podcast und anderes haben mich die meiste Zeit vom Spielen abgehalten. Dennoch mehr als genug, um euch zu sagen: KAUFT EUCH UNBEDINGT DIESES MEISTERWERK!

Natürlich bin ich mir bewusst, dass euch diese Aussage noch nicht genügt, um es auch wirklich zu tun. Gleichzeitig möchte ich gar keinen längeren, zusammenhängenden Text dazu schreiben. Stattdessen werfe ich einfach ein paar Fragen mitsamt Antworten sowie weitere Fakten in den Raum, die mir so auf Anhieb einfallen — und zwar völlig unsortiert und unübersichtlich :smile: . Daraus könnt ihr euch dann eure eigene Meinung bilden.
Saints Row: The Third

  • FAKT: Saints Row: The Third ist vermutlich das erste Spiel, bei dem ich ernsthaft darüber nachdenke die kommenden DLCs zu kaufen. Brauche NACHSCHUB!
  • Ist Saints Row: The Third besser als Saints Row 2? Jein. Größtenteils macht Teil 3 Sachen besser als in Teil 2. Aber hier und da haben die Entwickler doch etwas zu stark „gestreamlined“. Zum Beispiel ist die Geschichte nun streng linear. Ihr könnt es euch nicht mehr selbst heraussuchen, gegen welche Gang ihr zuerst kämpft. Dafür sind die Missionen wesentlich abwechslungsreicher gestaltet.
  • FAKT: Es gibt Missionen beziehungsweise Aktivitäten, in denen ihr mit einem Tiger als Beifahrer durch die Stadt düst. Fahrt ihr zu langsam, haut er euch eine runter!
  • Muss ich Teil 1 und 2 kennen, um mit Teil 3 Spaß zu haben? Nein, aber wenn ihr die Vorgänger kennt, dann habt ihr selbstverständlich wesentlich mehr davon. Neben bekannten Hauptfiguren wie Shaundi, Pierce und Johnny, gibt es auch sehr viele Insider, die man nur versteht, wenn man zumindest Teil 2 kennt.
  • FAKT: In einer Mission seid ihr in einer TRON-artigen Spielwelt unterwegs.
  • Wie ist die Performance auf dem PC? Für AMD-Kartenbesitzer selbst nach dem Treiberupdate immer noch durchwachsen. 30fps ist in der Stadt meist das höchste der Gefühle, obwohl die leichte Comic-Grafik (Welt, Charaktere und Animationen) zwar stimmig und ansehnlich ist, aber jetzt technisch nicht wirklich imposant daherkommt. Insgesamt ist die PC-Version jedoch in einem wesentlich besseren Zustand als es Teil 2 selbst nach mehreren Patches ist.
  • FAKT: Professor Genki’s Super Ethical Reality Climax ist die genialste Aktivität, die es bislang in ein Saints Row-Spiel geschafft hat.
  • Wie macht sich der Penetrator (Dildoschwert)? Erstaunlich langweilig. Es verursacht viel zu wenig Schaden, um effektiv zu sein. Da reißen auch die lustigen Kommentare eurer Opfer nichts raus. Eure normalen Nahkampfangriffe sind da viel cooler. Ich sag nur: Über einen Passanten drüber hüpfen und ihm dann von hinten in die Nieren schlagen.
  • FAKT: Ihr könnt euren Charakter extrem stark individualisieren. Von der Nasengröße über die Unterhose und das Superman-Kostüm bis zum Piercing könnt ihr ihn komplett nach euren Vorstellungen anpassen — und zwar sowohl vor, als auch während des eigentlichen Spiels!
  • Wie ist die deutsche Version? Zum Glück nicht mehr ganz so extrem zusammengeschnitten wie Teil 2. Es fehlt im Prinzip nur der Whored Mode, ihr könnt keine menschlichen Schutzschilde benutzen und ihr könnt nur mit Besitzer der deutschen Version Coop spielen. Dafür gibt’s den Professor-Genki-Pre-Order-DLC auch für Nicht-Vorbesteller. Aber ganz ehrlich: Das Benutzen von menschlichen Schutzschilden ist speziell auf den höheren Schwierigkeitsgraden extrem nützlich und der Whored Mode, so politisch unkorrekt und fast schon grenzwertig er ist, so viel Spaß macht er auch.

    Außerdem zu beachten: Die Sprachausgabe ist auch in der deutschen Version komplett englisch und deutsche Texte könnt ihr euch dank Steam auf Wunsch auch mit der internationalen Fassung holen.

  • FAKT: Ihr könnt nackt durch die Stadt laufen und die Bewohner reagieren entsprechend darauf. Außerdem gibt es Respekt dafür.
  • Wie gut ist die Hintergrundgeschichte insgesamt? Als Kenner der Vorgänger finde ich es etwas schade, dass die ehemaligen Hauptpersonen nur noch eine relativ untergeordnete Rolle spielen. Aber dank der abstrusen Ideen der Entwickler macht es dennoch Spaß sich von Mission zu Mission zu hangeln und die Saints auf dem Weg an die Macht zu begleiten. Unterm Strich dürft ihr jetzt kein Tolstoi erwarten, aber die Geschichte erfüllt ihren Zweck und ist, trotz ihrer ernsten Momente amüsant erzählt.

    Außerdem scheint es zumindest bislang so zu sein, dass die Entwickler den Fehler des Vorgängers nicht wiederholen. Teil 2 wurde gegen Ende äußerst grenzwertig. Von Humor konnte man da praktisch nicht mehr sprechen. Ich konnte stattdessen schlicht nicht mehr fassen und schon gar nicht vertreten was mein Charakter und seine Freunde so in den Zwischensequenzen veranstaltet haben. Die eine, wirklich extrem harte Szene im Destruction-Derby-Stadion wird mir ewig in Erinnerung bleiben, obwohl gar keine Brutalität zu sehen ist, sondern sich alles nur im eigenen Kopf abspielt. Darauf gibt es übrigens auch einen Rückbezug in Teil 3.

  • FAKT: Einer der neuen Hauptcharaktere ist der totale (weibliche) Übernerd und so absolut schräg und überzeichnet, dass man sie einfach lieben muss.
  • Wie ist die Steuerung mit Maus und Tastatur? Zweischneidig. Autofahren und dabei Schießen geht mit Maus und Tastatur definitiv besser. Auch die normalen Gefechte steuern sich wesentlich einfacher. Motorradfahren oder mit einem Flugzeug fliegen ist hingegen praktisch unmöglich. Das Spiel reagiert viel zu extrem auf eure Eingaben bei hohen Geschwindigkeiten, weshalb ihr mit dem Motorrad im Prinzip von Laternenpfahl zu Laternenpfahl fahrt und das macht keinen Spaß. Aber: Ihr könnt sowohl Maus und Tastatur als auch Gamepad gleichzeitig nutzen – frei konfigurierbarer Steuerung sei Dank.
  • FAKT: Eure Heimatbasis im zweiten Akt ist oben auf einem Wolkenkratzer und das erste was ihr unter Garantie nach dem Laden eines Spielstands machen werdet ist vom Hochhaus herunterzuspringen und so spät wie möglich den Fallschirm zu öffnen.
  • Was gibt es für Aktivitäten und wie funktionieren sie? Die meisten Aktivitäten sind aus den Vorgängern bekannt. Mayhem (alles kaputt machen), Trial Blazing (alles in Flammen aufgehen lassen), Escort, Insurance Fraud (sich vor Autos schmeißen) feiern ihr Comeback, der amüsante Sewage Truck (Häuser mit Gülle besprühen) wurde hingegen gestrichen. Auch das langweilige Sexspielchen ist nicht mehr da. Dafür gibt es Professor Genki’s Super Ethical Reality Climax und die Möglichkeit mit einem Panzer für massig Zerstörung zu sorgen.

    Eine weitere Änderung: Ihr macht nun nicht mehr an einem Ort mehrere Levels einer Aktivität am Stück. Stattdessen sind sie über die Stadt zerstreut. Unterm Strich gibt es deshalb eigentlich weniger zu tun. Aber dafür haben sich die Entwickler bemüht die Wiederholungen rauszunehmen. Während beispielsweise eine der Escort-Aufgaben das ganz normale „Fahre ein Pärchen durch die Stadt, ohne dass die Paparazzi euch sehen“ ist, gibt es auch die bereits erwähnte Variante mit dem Tiger im Auto.

  • FAKT: Es gibt im Charaktereditor einen Schieberegler für „Sexappeal“ und einen Schieberegler für „Alter“. Erster vergrößert den weiblichen Vorderbau (inklusive der aus Dead or Alive bekannten und absolut extremen Titten-Wippen-Simulation) und letzterer erzeugt massig Falten.
  • Wie sieht’s mit der Spielzeit aus? Saints Row: The Third ist kompakter und wie schon erwähnt linearer als Teil 2. Es gibt auch nicht mehr ganz so viel nebenbei zu tun. Dennoch seid ihr mindestens 15 Stunden beschäftigt. Zum Vergleich: Für Teil 2 habe ich gut 17 Stunden gebraucht. Je nachdem wie sehr ihr euch mit den Aktivitäten und der Suche nach den in der Stadt versteckten Gegenständen (Sexpuppen, Drogen und Geld) beschäftigt, umso länger dauert es natürlich.
  • FAKT: Die Charaktere singen im Auto bei manchen Songs mit. Leider sind diese Aktionen geskriptet.
  • Wie ist das Rollenspielsystem? Äußerst umfangreich. Durch das Verdienen von Respekt (Missionen erfüllen, auf der falschen Seite der Straße fahren, Leute umnieten etc.) steigt ihr im Level auf und könnt aus einer Vielzahl von Upgrades wählen. Nicht nur für euren Charakter (mehr Leben, mehr Munition in den Waffen etc.), sondern auch für eure Gang (mehr Leben, bessere Bewaffnung etc.), eure Autos (in allem was ihr fahrt habt ihr automatisch Nitro und solche Sachen) sowie eure Organisation und die Spielwelt an sich (Kriege auf der Minimap angezeigt wo sich die versteckten Gegenstände befinden, die Polizei beruhigt sich schneller und so was). Ich glaube nicht, dass es tatsächlich möglich ist ohne grinden alles freizuschalten, so umfangreich sind eure Steigerungsmöglichkeiten.
  • FAKT: Nach jeder Mission hört ihr im Radio einen Nachrichtenbeitrag zu den Ereignissen und ihren Folgen.
  • Wie hoch ist der Schwierigkeitsgrad? Auf PC etwas zu niedrig, weil ihr dank der Zielgenauigkeit der Maus in Feuergefechten immer klar überlegen seid. Euch wird im Prinzip nur die Masse gefährlich. Deshalb am besten sofort auf „Schwer“ anfangen. Mit Gamepad ist das anders. Vor allem die Verfolgungsjagden, bei denen ihr gleichzeitig fahren und zielen müsst, sind meiner Meinung nach ein absoluter Krampf.
  • FAKT: Ihr könnt euch in manchen Mission für einen von zwei Lösungswege entscheiden. Die Auswirkungen sind jedoch nur materieller Natur (mehr Geld, mehr Respekt) und wirken sich nicht auf die Hauptgeschichte aus.
  • Wie ist der Humor? Absolut politisch unkorrekt und genial. Was hier für Granaten abgefeuert werden, das gibt es in keinem anderen Spiel. Wer Sexismus, sinnlose Gewalt, absolut stereotypische Charaktere (bestes Beispiel ist der bereits erwähnte Übernerd) und dergleichen verurteilt, der muss um dieses Spiel einen riesigen Bogen machen. Die Trailer im Vorfeld zeigen nur im Ansatz, was euch an schrägen Sachen erwartet. Der Titel ist selbst in der zensierten Version noch ein gefundenes Fressen für RTL, CDU & Co.. Allein „Whored Mode“ sagt doch schon alles, oder nicht? Aber es ist alles mit einem Augenzwinkern versehen. Das Spiel nimmt sich ganz klar selbst nicht ernst.
  • Saints Row: The Third Screenshot

  • FAKT: Mein Charakter ist weiblich und läuft in einem Latex-Superhelden-Kostüm durch die Stadt (siehe Screenshot). Weiter muss ich diesen Satz nicht ausführen :smile: .
  • Wie schneidet das Spiel im Vergleich zu Just Cause 2 ab? Unterm Strich besser. Ein, zwei Features vermisse ich allerdings in Saints Row: The Third schon. Gut, der Greifhaken würde nicht reinpassen. Aber in Just Cause 2 gibt es wesentlich mehr unterschiedliche Fahrzeuge (sogar eine Boeing 747 kann man fliegen!) und die Steuerung aller Vehikel ist um Welten besser. Außerdem sieht Just Cause 2 im Vergleich doch schöner aus und hat vor allem die wesentlich gelungenere PC-Umsetzung. Dafür besitzt Saints Row: The Third nicht einmal ansatzweise so viel Leerlauf und tatsächlich auch die feselndere Hintergrundgeschichte.
  • FAKT: Saints Row: The Third hat weniger Leerlauf als die Vorgänger und kommt auch wesentlich schneller zur Sache. Nicht nur in Sachen Geschichte, sondern auch was das Drumherum angeht. Ihr habt sehr früh Zugriff auf sehr mächtiges Spielzeug und könnt damit sehr viel Schabernack treiben.
  • Wie gut sind die Radiosender? Sie haben nicht ganz das Niveau eines GTA und auch in Sachen Umfang kommen sie nicht an das große Vorbild heran. Dennoch wird eine sehr abwechslungsreiche und gelungene Musikauswahl geboten und auch die, leider recht wenigen Unterbrechungen (Werbung, Dialoge) machen eine gute Figur.
  • FAKT: Saints Row: The Third macht einfach Spaß. Es hat seine Ecken und Kanten, keine Frage. Aber ich spiele es dennoch 1000mal lieber als ein GTA IV, dass sich für ein Open World-Spiel für meinen Geschmack viel zu ernst nimmt.

So, das ist erst einmal alles, was mir so aus dem Stehgreif einfällt. Wenn ihr noch was wissen möchtet: Einfach in den Kommentaren fragen und ich antworte bereitwillig.

Sicarius

iOS

Podcast Banner

Saints Row: The Third ist das Thema, um das es heute nicht geht. Tut mir leid, aber da muss ich euch auf Donnerstag vertrösten. Stattdessen gibt es etwas mindestens genauso Gutes:

Zugegeben, ich hatte euch eigentlich zwei Gäste angekündigt. Entsprechend war auch das Thema der Folge ursprünglich ein anderes. Geplant war iOS vs. Android. Leider stellte sich kurz vor Schluss und völlig überraschend heraus, dass mein zweiter Gast keine Ahnung von Android hat. Ich denke ihr versteht die Problematik :smile: . So wurde am Ende der „vs. Android“-Teil aus dem Titel gestrichen und ich habe mich mit Bernd nicht ganz 45 Minuten lang über iOS und was dazu gehört unterhalten. Wie ich am Ende der Folge aber auch ankündige: Eine Android-Folge wird nächstes Jahr definitiv noch kommen.

Zu Beginn der heutigen Ausgabe ging es vor allem darum zu schauen, warum eigentlich Apple so erfolgreich mit seinen Geräten ist. Hier wäre natürlich eine Android-Gegenstimme ganz nützlich gewesen, aber auch so finden wir nach den ersten zehn Minuten voll des Lobes noch die ein oder andere Ecke und Kante, die die Entwickler ausbügeln sollten. Im Mittelteil unterhalten wir uns dann über DAS Feature des neuen iPhone 4S: der/die/das Siri, bevor wir darüber zum wichtigsten Punkt des Bagdadsoftware Podcasts kommen: den Spielen.

Resümee

Bernd war in allen Aspekten der perfekte Kandidat für diese Folge. Das hat auch massiv dazu beigetragen, dass es am Ende keine reine Werbefolge wurde. Nicht nur kennt er sich tatsächlich mit dem Thema aus, er erzählt auch gerne und viel darüber — genauso wie Knurrunkulus. Da wundert es entsprechend niemanden, dass ihr Indie-Podcasts Wir schweifen ab die zwei Stunden Marke schon überschritten hat :smile: . Das Ergebnis ist meiner Meinung nach eine sehr schöne Folge geworden, in der wir uns beide angenehm unterhalten haben und euch die gewohnte Menge an Informationen und Denkanstößen geben. Ein Stück weit ist die Ausgabe zudem die Fortsetzung von Nr. 34 „Independent Developers“, in der ich mich mit Steffen Itterheim am Ende auch über die Entwicklung für iOS-Geräte unterhalten hatte. Wenn ihr die noch nicht gehört habt, dann empfehle ich euch das nachzuholen!

Aber jetzt möchte ich euch nicht länger hinhalten. Wie immer freuen wir uns über euer Feedback zur aktuellen und Folge und nun zögert nicht länger, sondern ladet sie herunter und hört sie euch an!

Übrigens: Die 3 Goldenen Regeln, die Bernd zu seinem Nick gemacht hat, könnt ihr hier in seinem Blog nachlesen. Nur für den Fall, dass ihr euch gefragt hat, was es damit auf sich hat.

Podcast Nr. 40 im Detail

Zu Wort kommen: Christoph „Sicarius“ Hofmann, Bernd „3GoldeneRegeln“ Wener

Zeitleiste:

  • 00:00:00 – Einleitung
  • 00:01:59 Die guten Seiten
  • 00:09:47 Verbesserungsmöglichkeiten
  • 00:13:26 Siri
  • 00:16:43 Kleiner Exkurs: Sprachmustererkennung
  • 00:21:25 Siri und der Dialekt
  • 00:22:31 Siri in Spielen?
  • 00:25:49 Spieleempfehlung Aquaria
  • 00:27:14 Touchscreen-geeignete Spielegenre
  • 00:30:37 Touchscreen-ungeeignete Spielegenre
  • 00:32:15 Steuerungsprobleme
  • 00:35:18 Weiteres Touchscreen-geeignetes Spielegenre
  • 00:36:40 Noch mehr iOS-Vorteile
  • 00:38:20 Geringere Hemmschwelle beim Einkauf
  • 00:41:11 Verabschiedung

Technische Daten: 42:01min lang; 96kbit Qualität (Mono); 28,8 MB groß; Aufnahme mit Skype und Pamela for Skype; Editierung mit Adobe Soundbooth CS5

Musikcredits:
Intro: Brian Conrad, Sue Kasper, Justin McCormick – SimCity 2000 – Track 47 (Komplett)
Trenner: Brian Conrad, Sue Kasper, Justin McCormick – SimCity 2000 – Track 31 (Auszug)
Outro: Frank Klepacki – The Legend of Kyrandia – Pool Of Sorrow (Komplett)

Weiterführende Links (Sortiert nach der Erwähnung im Podcast):
3 Goldene Regeln – Bernds privater Blog
App der Woche – Bernds Exklusiv-Serie bei GamersGlobal
Aquaria im iTunes-Store
Tofu Go! im iTunes-Store
Axe in Face im iTunes-Store
Flight Control im iTunes-Store
Temple Run im iTunes-Store
Canabalt im iTunes-Store
ShadowGun im iTunes-Store
Hardware-Kurztest: Fling-Controller fürs iPad – Bernds Bericht über den Fling-Controller bei GamersGlobal
Jetpack Royride im iTunes-Store
Death Rally im iTunes-Store
Riptide GP im iTunes-Store
Real Racing 2 im iTunes-Store
Game Dev Story im iTunes-Store
Hot Springs Story im iTunes-Store
Oh! Edo Towns im iTunes-Store
Grand Prix Story im iTunes-Store
Bejewled 2 + Blitz im iTunes-Store
Cut the Rope im iTunes-Store
Tiny Tower im iTunes-Store
1000 Heroz im iTunes-Store
Trials HD – Mehr über das Motorcross-Stuntspiel bei den Entwicklern
Little Big Planet – Offizielle Homepage des Plattformers

Vorabankündigung
Folge 41 erscheint voraussichtlich am 19. Dezember. Als Gäste erwarte ich Dod und Azzkickr im virtuellen Studio. Das Thema? Natürlich Hardware!

Sicarius

Jurassic Park (alt und neu)

Kennt ihr noch Jurassic Park? Ja, von mir aus auch das Buch von Michael Crichton, vermutlich aber eher Steven Spielbergs Film von 1993. Der mit den Dinosauriern, zum Teil im Computer gemacht (auf einer damals riesigen Serverfarm), zum Teil aber auch noch richtige, haushohe Roboter. Gesehen habe ich ihn damals nicht. Ich war noch zu jung, auch wenn ein paar Klassenkameraden geprahlt haben von wegen „Ich bin schon reingekommen!“. Dennoch war ich voll gehyped von den paar Szenen, die ich im Fernsehen gesehen hatte. Warum auch nicht? Jungs mögen Dinosaurier und der Film hatte (und hat auch eigentlich immer noch) die realistischsten Dinosaurier ev4r. Zum ersten Mal gesehen habe ich ihn dann glaube ich viel viel später mal im Free-TV oder so. Trotzdem immer noch ein empfehlenswerter Film, auch wenn das Buch definitiv besser ist, schon allein [SPOILER] wegen dem höheren Bodycount :wink: .

Ganz ohne Jurassic Park bin ich damals aber nicht geblieben. Neben meinem tollen Making-of-Buch mit vielen Bildern, hat mein Bruderherz, er war damals noch Herr über den Rechner, ein komisches Spiel für unseren 486er angeschafft:

Jurassic Park (1993)Jurassic Park (DOS) – Schon Anfang der 90iger gehörte es zum guten Ton, dass ein Blockbuster seine eigene Spieleumsetzung erhält. So durfte sich auch Jurassic Park über nicht nur eine, sondern gleich mehrere Spiele freuen. Ich kenne, mangels Hardware, zwar nur die DOS-Version. Sie ist aber, soweit ich das überblicken kann, sowieso die beste Fassung mitsamt der inhaltlich identischen AMIGA-Umsetzung.

Screenshot aus Jurassic Park (DOS)Das Spiel startet nach dem Angriff des T-Rex auf das Auto mit unseren Hauptpersonen und ihr übernehmt die Rolle von Dr. Alan Grant, der sich zuerst auf den Weg macht die beiden nervigen Kinder Tim und Lex zu finden und zu Dr. Hammond zu bringen. Im zweiten Abschnitt müsst ihr dann den Strom wieder einschalten, damit alle Personen von der Insel fliehen können. Soweit, so normal und damit enden auch die Parallelen zur Filmgeschichte, der Rest hat abseits einiger Anleihen (ihr trefft beispielsweise auf den kranken Triceratops) mit der Filmhandlung eher weniger zu tun.

Die erste Perspektive

Der erste Teil des Spiels ist für die damalige Zeit recht klassisch gehalten. Aus einer Top-Down-Perspektive steuert ihr Grant durch die verschiedenen, relativ großen Areale auf der Suche nach Keycards und Schalter oder anderen Gegenständen, die euch das Weiterkommen erlauben. Und natürlich wimmelt es überall nur so von kleinen und großen Dinos mit wenig echter KI, die euch ans Leder wollen. Auch keine wirkliche Überraschung hier für Veteranen. Die ersten Level sind leider entsprechend langweilig und vor allem auch unübersichtlich (Was muss ich eigentlich tun? Wo muss ich hin?). Aber später wird es dann doch interessanter, abwechslungsreicher und, ganz wichtig, nervenaufreibender. Allein die Verfolgungsjagd mit dem T-Rex wird mir ewig in Erinnerung bleiben — sowohl Positiv, als auch Negativ.

Und zwar ist das Biest schneller als ihr und eure Waffe ist praktisch nutzlos. Stattdessen habt ihr Zugriff auf Leuchtfackeln, die den T-Rex kurzzeitig aufhalten (ungefähr wie im Film eben). Nur dürft ihr nicht den Fehler machen sie ihm einfach so vor die Füße zu werfen, denn in bestimmten Abständen kommen Gräben voller Bezinkanister. Und euer Ziel ist es mit einem exakten Wurf (denkt an die Zerstörung des ersten Todessterns) diese Anzuzünden und den T-Rex dadurch länger aufzuhalten bis er am Ende keine Lust mehr hat. Wenn ihr da keine mehr dabei habt, dann ist das schlecht. Und die ganze Zeit wackelt dabei der Bildschirm und das Getrampel des T-Rex, nur unterbrochen von einem seiner infernalischen Schrei hin und wieder, tönt durch die Boxen. Wie gesagt: Absolut nervenaufreibend und ab einer gewissen Anzahl an Neustarts wegen einem verfehlten Wurf oder einem verpassten Sprung auch absolut frustrierend. Freies Speichern? HA! Level von vorne starten, mein Lieber!

Die zweite Perspektive

Screenshot aus Jurassic Park (1993)Der Grund, warum sich mir das Spiel so massiv eingeprägt hat, liegt jedoch im zweiten Spielabschnitt. Da wechselt ihr nämlich in die Ego-Perspektive und müsst euch durch äußerst karge Umgebung arbeiten, nur bewaffnet mit einer Schrotflinte. Denkt an Turok: Dinosaur Hunter, nur mit noch weniger Details und einer noch geringeren Sichtweite als beim N64-Klassiker.

Allerdings trug die geringe Sichtweite auch massiv zur Atmosphäre dieser Level bei, denn eure Gegenspieler sind hier Velociraptoren, die euch buchstäblich aus dem Nichts ins Gesicht springen (wie auf dem Screenshot). Da kriegt man stellenweise echt einen Herzinfarkt und geht nur noch vorsichtig Schritt für Schritt voran. Zumal Munition und Lebensenergie äußerst knapp sind. Natürlich besucht ihr aus dieser Perspektive auch ein paar der Schauplätze des Films, darunter das Besucherzentrum, die berühmte Küche und eben der Raum, in dem Ellie nach und nach die Schalter umlegt. Zwar alles sehr simpel umgesetzt, aber doch auf seine Art und Weise sehr cool und das labyrinthartige Leveldesign erhöht die Spannung noch weiter.

Bagdadsoftware meint: Technisch ist das Spiel natürlich hoffnungslos veraltet (nicht nur grafisch, auch soundtechnisch — die Velociraptoren haben exakt einen, wenn auch coolen, Soundeffekt), aber wenn ihr euch darauf einlasst und über die, heutzutage etwas umständliche, Steuerung hinweg seht, dann erwartet euch immer noch ein spielerisch durchaus lohnenswerter Titel — vor allem für Fans der Vorlage, auch wenn der Ooooh- und Schockfaktor natürlich nicht mehr so hoch ist wie damals. Wenn ihr die DOS- irgendwo herbekommt, dann unbedingt mal einen Blick drauf werfen!

Kurze Überleitung

Wie ich plötzlich wieder auf diesen Titel komme? Nun, Telltale Games haben vorgestern nach langer Verspätung ihr neustes Projekt veröffentlicht:

Jurassic Park - The GameJurassic Park – The Game – Bislang konzentrierte sich Telltale Tales vor allem auf das Adventure-Genre mit casual-freundlichen, aber humorvollen Spielen wie Tales of Monkey Island, Back to the Future: The Game und natürlich den Sam & Max-Umsetzungen. Mit Jurassic Park – The Game gehen sie nun in eine andere Richtung und machen stattdessen einen rudimentären Heavy Rain-Klon — besser lässt es sich nicht beschreiben.

Der Hauptteil der vier Episoden, die alle gleichzeitig und in einem Paket veröffentlicht wurden, verbringt ihr entsprechend damit Actionszenen beizuwohnen und dabei im rechten Moment die richtige oder zumindest eine der angezeigten Tasten zu drücken. Hier und da habt ihr etwas Entscheidungsfreiheit und angelehnt an Heavy Rain, führt ein misslungenes Quick-Time-Event nicht immer gleich zum Spielende. Sterben werdet ihr trotzdem noch sehr oft. Telltale Games hat auch extra einen Todescounter eingebaut. Zusätzlich könnt ihr euch Medaillen für jeden Abschnitt verdienen. Schafft ihr ihn perfekt, gibt’s Gold und je öfter ihr danebendrückt oder gar sterbt, desto weiter runter geht’s, bis ihr gar keine mehr bekommt.

Meh…

Die Medaillen sind dann auch der einzige Grund, warum man eine der Episoden vielleicht noch einmal spielt. Anders als Heavy Rain, läuft das Spiel nämlich sehr linear ab. Selbst wenn ihr es schafft den wütenden Triceratops noch rechtzeitig in seinen Käfig zu sperren, kommt danach trotzdem gleich der T-Rex, der Triceratops bricht aus, euer Auto überschlägt sich etc. pp. Sprich: Die Szenen verändern sich nur äußerst marginal basierend auf eurem Erfolg bei den QTEs. Und werdet ihr doch mal aufgefressen, zerdrückt oder kommt anderweitig zu Tode — ja, das Spiel ist trotz fehlendem Blut nichts für Kinder –, startet die Sequenz schlicht vom letzten Checkpoint neu.

Unterbrochen werden die Actionszenen durch kleinere, ja man kann sie fast als seichte Wimmelbildeinlagen bezeichnen, in denen ihr einen abgeschlossenen Abschnitt durch den Klick auf Hotspots „untersucht“. Frei Herumlaufen? Gibt es nicht. Ihr hangelt euch wirklich nur von Hotspot zu Hotspot. Sobald ihr euch durchgeklickt habt, Rätsel sind das absolut keine, startet die nächste Actionsequenz.

Diese Abschnitte sind überhaupt nicht gelungen und für mich als Filmkenner war der zweite dieser Art in Episode 1 auch das frustrierende Erlebnis überhaupt. Die Aufgabe? Nedrys Rasierschaumdose finden, die er bekanntlich vor seinem Tod verloren hat. Wer den Film gesehen hat, weiß exakt wo sie liegt, aber natürlich gibt es dort zu Beginn noch keinen Hotspot. Stattdessen muss ich erst ne Viertelstunde umständlich Nedrys Fußspuren nachverfolgen und derlei Kram. Absolut frustrierend und auch schlicht bescheuert. Da freue ich mich umso mehr auf die nächste Actionsequenz.

Nette Atmosphäre

Screenshot aus Jurassic Park - The GameDie Geschichte des Spiels läuft zu Beginn ein Stück parallel zum Film/Buch, geht aber schon bald darüber hinaus. Sobald ihr am Besucherzentrum ankommt, erwartet euch dort nur noch der T-Rex, während im Hintergrund der Helikopter mit den anderen Richtung Abspann fliegt. Ihr selbst schlüpft in die Rolle von Dr. Gerry Harding, den man auch kurz im Film sieht und eigentlich mit dem Boot weggefahren sein soll, sowie seiner Tochter und einer „Komplizin“ von Nedry, die beauftragt wurde die Dose am Dock entgegenzunehmen, sich dann aber auf die Suche nach ihm macht und (unfreiwillig) auf die anderen beiden trifft. Der Übergang zwischen den Charakteren erfolgt meist fließend, je nachdem wie die Situation gerade abläuft und es ist nie so, dass ihr jetzt in diesem Abschnitt nur Harding steuert und im nächsten nur die Tochter. Es sei denn natürlich, die Gruppe wurde getrennt.

Die Hintergrundgeschichte ist ganz nett, schon alleine deshalb, weil es ist interessant ist zu erfahren, was eigentlich mit den restlichen Leuten auf der Insel so passiert ist und ich vermisse es auch nicht wirklich, dass keine bekannten Charaktere darin vorkommen. Zudem ist das Tempo die meiste Zeit angenehm hoch. Natürlich versucht Telltale aber genau in den Actionsequenzen richtig schön Spannung aufkommen zulassen. Das Highlight in Episode 1 ist beispielsweise der Kampf zwischen dem bereits erwähnten T-Rex und dem Triceratops, wo ihr euch vor denen in Sicherheit bringen müsst (siehe Screenshot). Das ist super in Szene gesetzt und funktioniert mit den QTEs auch richtig gut. Aber leider verliert selbst dieser Abschnitt durch die Technik des Spiels massiv an Atmosphäre.

Absolut mangelhafte Technik

Das größte Problem sind unerklärliche Framedrops und Standbilder, die nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen PC-Nutzern auftreten. Wie es auf dem iPad ist, kann ich allerdings nicht sagen. Diese treten vor allem in den Actionsequenzen auf, in denen es buchstäblich überlebenswichtig ist reagieren zu können und sind entsprechend spielentscheidend. Hoffentlich kommt da noch zügig ein Patch nach.

Aber selbst abseits davon kann das Spiel absolut nicht überzeugen. Es kommt immer noch die gleiche Engine zum Einsatz wie schon damals bei Bone (2005!) und das sieht einfach nur noch grässlich aus. Die Welt wirkt größtenteils „falsch“, weil Licht- und Schatteneffekte nur rudimentär vorhanden sind, die Texturen nicht gerade detailliert und stark verwaschen daherkommen und die sehr kleinen Areale sind äußerst leer. Auch den Charakteren fehlt es an Details, vor allem aber an guten Animationen. Packt man dann noch das oft komplett misslungene Pacing dazu (Dialoge, die gefühlt zu spät starten und solcherlei Kram), wirkt der Großteil des Spiels einfach nur noch steif und amateurhaft unbeholfen — und das ist der ultimative Atmosphäre-Killer. Da lenkt auch die tollste T-Rex-Verfolgungsjagd nicht mehr von ab und lässt die Motivation gen Null sinken.

Bagdadsoftware meint: Jurassic Park – The Game hat definitiv seine guten und auch sehr coolen Momente, die Lust aufs Weiterspielen machen. Und die QTEs, auch wenn sie im Vergleich zu einem Heavy Rain sehr simpel gehalten sind, funktionieren erstaunlich gut. Aber viel zu viel Spielspaß wird zum einen durch die veraltete und stellenweise schlicht verhunzte Technik verbraten, die unerklärlichen Framedrops kann ich den Actionsequenzen einfach nicht gebrauchen, und zum anderen durch diese spielerisch vollkommen belanglosen „Adventureeinlagen“ zunichte gemacht. Höchstens Jurassic-Park-Fans werden mit dem Titel begrenzt ihre Freude haben. Alle anderen sollten hingegen ganz klar die Finger davon lassen oder zumindest die Demo abwarten, wenn denn noch eine kommen sollte.

Abschließend noch eine Bitte an Telltale Games: Macht endlich mal eine Pause. Zieht euch mal ein Jahr zurück, überdenkt euren extremen Casualfokus vielleicht ein bisschen, baut gleichzeitig eine etwas modernere Engine und überrascht uns dann wieder mit einer gelungenen Wiedergeburt einer lang erwarteten Spielreihe wie damals mit der ersten Staffel von Sam & Max.

Sicarius

Banales Rumgesabbel

Da war es schon wieder Sonntagabend. Wie die Zeit vergeht. Nein, nicht weil ich The Elder Scrolls: Skyrim gespielt habe. Mein Steam ist noch damit beschäftigt gefühlt 1000 GB an Patches herunterzuladen oder so was — darunter auch den für Bethesdas neues Rollenspiel. Keine Ahnung was das soll. Nicht nur, dass ich nach der Windows-Neuinstallation alle meine ~120 Steam-Spiele manuell auf „Automatisch aktualisieren“ stellen musste, mindestens 50 davon wollte er danach unbedingt auch noch updaten. Wobei teilweise die Bezeichnung „komplett neu herunterladen“ eher passen würde, wenn ich mir anschaue, dass er beispielsweise bei Call of Duty: Black Ops 2,9 GB herunterschaufelt. Da bin ich mit den letzten sieben Updates noch mehr als einen Tag beschäftigt dank meiner schwachen Leitung.

Divinity II: The Dragon Knight SagaAber gut, anders als so manch anderer breche ich wegen Skyrim nicht in Schweiß aus, wie ihr wisst. Im Gegenteil spiele ich stattdessen gerade mal wieder Divinity II: The Dragon Knight Saga weiter. Ich musste ja meinen zweiten Durchgang zu Jahresanfang unterbrechen. Außerdem gibt’s da auch Drachen. Doch keine Angst liebe Fanboys, ich werde schon noch nach Tamriel gehen und viel zu viele Stunden darin versenken (und mich dabei garantiert wieder über den gleichen Mist wie schon bei Oblivion und Morrowind aufregen). Nur jetzt halt noch nicht. Prioritäten müssen gesetzt werden!

Der Freitag

Viel wichtiger ist nämlich, dass der Rechner insgesamt wieder funktionsfähig ist, damit am Freitag planmäßig die nächste Folge des Bagdadsoftware Podcasts aufgezeichnet werden kann. Zwei Gäste sind dafür eingeladen, die beide bislang noch in keiner Folge aufgetaucht sind. Wenn alles klappt, wird sie voraussichtlich am kommenden Montag veröffentlicht.

Am Freitag war aber noch irgendetwas. Mir fällt nur gerade nicht ein was. Es hat irgendwas mit einer Reihe zu tun und Heilige kommen auch drin vor. Ach genau: Die europäische Uncut-Version von Saints Row: The Third erscheint am 18.11. Wer es lieber Cut mag, der darf sogar schon am Dienstag loslegen. Natürlich würde es mir nie in den Sinn kommen die sicherlich schon bald indizierte Version zu kaufen, sie illegalerweise per VPN nach England zu aktivieren und darüber hier auf Bagdadsoftware zu berichten oder sie gar schon jetzt als sicheren Kandidaten für eine Nominierung auf einen NOCA zu sehen. Nein nein, wenn ich hier auf Bagdadsoftware von Saints Row: The Third rede, dann ausschließlich von der deutschen Version, in der man nicht gegen Horden kämpfen darf. Stammbesucher kennen das ja schon von Wolfenstein.

Noch ein Themensprung

Meinen Text zu Wolfenstein lese ich übrigens immer wieder gerne. Er ist eben doch ein absolutes Unikat. Würde ich so etwas heute noch einmal versuchen, wäre das Ergebnis garantiert nur ein billiger Abklatsch. Was nicht heißt, dass ich es versuchen würde etwas Auflockerung in die Sache reinzubringen. Der Eintrag über Just Cause 2 oder der zu Ghost Recon Advanced Warfighter 2 waren ja auch jeweils eine etwas andere Art der Spielevorstellung, die vermutlich eher an das herankommt, was auf internationalen Seiten wie Rock Paper Shotgun praktiziert wird.

Was nicht heißt, dass ich mich jetzt plötzlich zwinge immer so etwas zu verfassen. Ich gehöre durchaus zu der Gruppe von Lesern, die diese Art von Spielebesprechung zwar ab und zu ganz nett findet, aber zwischendurch muss es auch mal was Handfestes und Informatives sein und nicht nur dieses Metazeugs. Mal ganz abgesehen davon, dass ich auch gar keine Lust habe ständig so zu schreiben. Es reicht meiner Meinung nach, wenn es die ganzen deutschsprachigen, pseudo-elitärere Spieleblogs machen. Wie? Ich soll toleranter sein? Pfff…die sind doch genauso wenig tolerant gegenüber allem was nicht ihrer Sicht der Dinge entspricht. Das sind für mich absolut keine Vorbilder, egal wie viele Anhänger sie haben.

Aber sagt’s ruhig, wenn ihr anderer Meinung seid. Einträge voller Einschätzungen wie dieser sollen ja vor allem für euch interessant und nützlich sein und wenn ihr unbedingt mehr schlecht geschriebene Gedichte lesen wollt anstatt reiner, 100% subjektiver Fakten, dann werde ich selbstverständlich mein Bestes tun sie euch zu geben :smile: . Ich sag‘ nur: „Ode an den Penetrator“!

Nächste Seite »