JakillSlavik

Im Serienwahn

Hi JakillSlavik hier, SerienwahnTV, mit Bagdad-News.

Nun denn, so bin ich auch mal wieder am Zuge und übernehme einen weiteren Gast-Eintrag. Dieses Mal allerdings ist es etwas Besonderes. Ja! Ich kann für mich selbst durchaus von einer Premiere sprechen. Doch um euch zu erklären, was so besonders ist, werden wir einen Blick hinter die Kulissen von Bagdadsoftware werfen müssen. Wenn ihr also nicht aus eurer Traumwelt der perfekt durchorganisierten BS-Redaktion (Schafe! Saints Row! Schafe!) entrissen werden wollt, dann solltet ihr den nächsten Absatz lieber überspringen. Solltet ihr jedoch mit den folgenden Zeilen geistig gebrandmarkt werden, könnt ihr immer noch mit Augenklappen und Ohrenschützern ohne jedes Schamgefühl laut grölend in der Gegend herum hüpfen. Keine Sorge: Viele Menschen entschuldigen solch ein Verhalten derzeit mit Worten wie „Karneval“ oder „Fasching“. Ihr werdet also nicht auffallen.

Anti-Oblivion

Der Unterschied zu sonst immer ist jener, dass mir Christoph zwei Wochen oder zwei Tage oder gar nur zwei Stunden (!) vor Deadline sinngemäß schreibt: „Kunnste mir’n G’falle duun un’dn Eintrach übernämme?“ Natürlich wird je nach Zeitabstand zum Release des Eintrags der Panik-Level und die Art der Fragestellung alterniert („Fuck, ich packs ned, kannsde moje was schreibn!?!“), letzten Endes lasse ich mich immer ein wenig bitten, nur um dann doch zuzusagen. Ich falle jedoch immer mit der Gegenfrage ein: „Worüber soll ich denn schreiben?“ bis hin zu „Über was denn!?!“ Den nötigen Anstoß, was es schlussendlich wird, lieferte bislang meistens der Webmaster oder das daraus entstehende Gespräch. Nun aber musste ich auf mich allein gestellt feststellen, dass mir gerade bei solchen Sachen die oftmals gelobte Kreativität ausgeht. Ich brach also mein zuletzt Erlebtes auf wenige signifikante Dinge runter: Was habe ich überhaupt gemacht? Eine schwere Frage, denn außer Prüfungen und Umzügen nichts Großartiges.

Am Rande des Tellers, darüber hinaus und noch viel weiter

– oder wie Genosse Rondrov beim letzten Eintrag schon eindrucksvoll gezeigt hat, ist Bagdadsoftware vollkommen aufgeschlossen und sogar multimedial orientiert. Das ist im Internet meines Erachtens mittlerweile einzigartig. Der Webmaster selbst schreibt zwar auch des Öfteren über Filme oder Serien, aber die richtige Kante mit aktuellen Dingen kann er sich aufgrund der TV-Abstinenz, einem langen Backlog und der Preferenz auf bespielte Scheiben nicht so gut geben. In letzter Zeit habe ich sehr viele aktuelle Serien gesehen. Zugegeben es waren manche davon bereits auf den angesprochenen Scheiben, jedoch sind die meisten noch nicht abgeschlossen und rotieren irrsinnig im Fernsehen.

How I met your mother

– im Nachfolgenden nur noch HIMYM von mir genannt, ist ein gutes Beispiel für etwas, dass ihr normalerweise an jeder Ecke lesen werdet, nur am Unwahrscheinlichsten hier. Ich mache mir jedoch mal die Mühe selbst dem Letzten zu erklären, worum es in der Sitcom geht beziehungsweise setze mich mal der Gefahr aus der Masse mit meiner Meinung auf der Nase herum zu tanzen. Der Name der Serie erklärt fast schon alles was man wissen muss: Der Erzähler Ted Mosby, erklärt seinen Kindern in der nicht ganz so fernen Zukunft, wie er deren Mutter kennen gelernt hat. Man sieht ihn in acht (bald neun) Staffeln seine End-Zwanziger, Anfang-Dreißiger zusammen mit seinen Freunden durchleben, die er natürlich in jeder Ausführlichkeit erzählt. Da gäbe es seinen besten Freund Marshall Erikson, der schon viele Jahre mit Lily Aldrin (einer weiteren Freundin von Ted) zusammen ist. Dazu kommen noch der Anzug tragende Frauen-Aufreißer Barney Stinson und die Kanadierin Robin Scherbatsky. Schauplatz ist der Big Apple, doch eigentlich konzentriert sich die Serie größtenteils auf Ereignisse und viele Rückblicke in Teds Leben, so dass man das Gefühl hat an vielen Schauplätzen zeitgleich zu sein. Im Grunde möchte ich nicht viel mehr zum Inhalt der Serie schreiben, denn da der Altersdurchschnitt der Leserschaft hier auch etwa in den Zwanzigern und Dreißigern liegt, weiß man wie alltägliche Scherze mit Freunden nun einmal ablaufen. Etwas anderes zeigt die Serie nicht, außer den total überzogenen Versuche von Barney, wie er Frauen aufreißt.

Probleme, die ich bei der Serie sehe, ist die Glaubwürdigkeit der Erzählung an sich. So ist es mir persönlich für eine längerfristig unterhaltsame Serie wichtig, dass zumindest im Ansatz ein roter Faden zu erkennen ist. Je erfolgreicher die Serie wurde, desto mehr wollte man aus ihr heraus holen und obgleich es im Gegensatz zu Scrubs geschafft wurde die Zuschauerzahlen nicht nur stabil zu halten, sondern auch noch zu steigern, sehe ich in die Zukunft mit Sorgenfalten. So wird es allem Anschein nach noch eine weitere Staffel geben, was jedoch unter Umständen zu einer zeitlichen Divergenz führt. Bislang erfüllte eine Staffel ein Jahr in Teds Leben aus und gerechnet wurde von unserer Zeit, sagen wir mal so 2010 herum in der Single-Zeit Teds, bis 2030 herum. Die Kinder vom Protagonisten sind als Teenager auch schon einige Jahre älter, weswegen man davon ausgehen kann, dass wenn 2010 immer noch nicht die Traumfrau von Ted gefunden wurde, doch zumindest zeitlich sehr knapp wird. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber könnt ihr euch vorstellen innerhalb von wenigen Jahren vom absoluten Single direkt zu Heiraten und eine Familie zu gründen? Und das Frage ich als jemand in einer Beziehung, der sich ziemlich sicher ist Mrs. Right schon gefunden zu haben. Vielleicht bin ich aber auch nur zu altmodisch.

Der rote Faden

– oder auch die Schlüssigkeit der Sitcom in sich selbst ist übrigens genau der Grund, warum HIMYM im Gegensatz zu The Big Bang Theory bei mir so einen höheren Schwellenwert hat. Ich werde nun nicht auf die Serie genauer eingehen, nur finde ich Herum-Blödelei und den allgemeinem Aufbau auf der Geek-igkeit nur eine gewisse Zeit amüsant. Wenn ich mich bei Serien langweile lasse ich sie aus. Ideenlosigkeit muss bestraft werden, denn es braucht deutlich mehr Planung eine kürzere Handlung mit einer Rahmenhandlung zu verweben.

Scrubs

– ist ein gutes Beispiel für den Archetyp einer Serie. Nach den vielen normalen sterilen Klinik-Serien, die all die Jahre dominierten dürfte jeder mitbekommen haben, dass es sich bei Scrubs um was ganz anderes handelt: Ein Spagat zwischen Komik, Pietät und Krankenhausalltag. Bei der Serie habe ich meinen Hut davor gezogen, wie viele Szenen im Ansatz der heutigen Situation in Krankenhäusern angenähert sind. Zwar logischer Weise mehr an den amerikanischen Ablegern angelehnt, samt gefährlich verletzlichen Sozialsystem selbstverfreilich, aber dennoch äußerst aussagekräftig. Scrubs schaffte es seinen Standard, wie angekündigt jedoch nicht zu halten, was nicht zuletzt daran lag, dass die anfänglichen Charakter-Entwicklungen nicht weiter gingen. Und dann gegen Ende der Serie machte der Hauptcharakter völlig unerwartet einen Sprung nach vorne, was Reife und Integrität anging. Die Anlehnung von Ted Mosby aus HIMYM an J.D. hat mir persönlich in den ersten Staffeln von HIMYM überhaupt nicht geschmeckt, umgekehrt musste ich aber feststellen, dass Intellektuelles in Amerika scheinbar automatisch mit Homosexualität gleichgesetzt wurde. Das lässt schon sehr tief blicken, genauso wie die Entwicklung von Dr. Cox, den ich anfangs vergöttert habe. Natürlich ist er ein Abklatsch von Dr. House, aber mit der Zeit wird das einfach lächerlich. Die Diagnosen sind derart fix gestellt und eine Fließbandabfertigung erfolgt bei ihm etwa ab der Hälfte der Serie, dass ich in ihm nicht mehr den moralisch und medizinisch 100%ig korrekten Oberarzt sehe. Auch die Rückschläge, die er dann noch erlebt wirken nicht auf mich, was ich sehr schade finde. Ein so verbitterter Mensch, wie House, ist entweder nur verbittert, aber niemals Beides Retter und Misanthrop, denn eine innere Seite, die manchmal menschlich seien will, ist in so einem Denkschema immer verletzlich, das stößt sich ab. So etwas funktioniert vom Charakteraufbau nicht oder die betreffende Figur ist mehrfächrig aufgebaut oder gar schizophren. Schizophrenie gleich wirksam mit eindimensionalen Figuren darzustellen ist jedoch äußerst schwierig und wird im breiten Fernsehen als Schwäche einer Serie angesehen und nicht als Stärke. Ich hoffe, meine Denkweise hierzu konnte ich ein wenig transportieren. Nach wie vor halte ich den Charakter jedoch für wichtig und bezeichnend für die Serie, genauso wie die Anspielung auf House. Ohne Dr. Cox hätte ich wohl die ganzen Staffeln ähnlich wenig überstanden, wie Dr. Dorian.

House M.D.

– ist zwar das ältere Konzept, jedoch schon deutlich länger gleichmäßig erfolgreich im Dienst. In Dr. House wird in jeder Folge ein überdurchschnittlich brisanter Krankheitsfall präsentiert, der äußerst genau an dokumentierte Fälle unserer Zeit angelehnt ist. Vor allem aber kommt in der Hauptfigur eine Art Sherlock Holmes hervor, der aus geringsten für normale Menschen leicht zu übersehende Anzeichen direkt logische Schlüsse zieht und somit die meist seltenen Krankheiten heilt. Überflüssig finde ich zwar die grafischen Darstellungen der Krankheiten in Form von animierten Flügen durch die Blutbahnen, aber das wurde während der Serie zum Glück zurück geschraubt. Im Zentrum steht der namensgebende Arzt der Serie, der zynische Doktor Gregory House. House , äußerst genial von Hugh Laurie geschauspielert, hat in Folge eines Infarkts im Oberschenkel den Großteil seines Oberschenkelmuskels entfernt bekommen, wodurch er starke Schmerzen hat, die ihn seine Umwelt nur mit ziemlicher Schwarzsicht sehen lässt. Diese Schwarzsicht stärkt jedoch sein äußerst imposantes diagnostisches Können. Die Serien-Unterschrift lautet ‚Everybody lies‘ zu deutsch ‚Jedermann lügt‘, was eine Anspielung auf ‚Jedermann stirbt‘ ist. Der Aufbau der Serie ist meistens gleich: so wird zu Beginn der künftige Kranke gezeigt, jedoch zeigt dieser erst nicht die Symptome, sondern jemand anderes wirkt krank, nur um dann den Zuschauer doch noch im letzten Moment der Einleitung auszutricksen. Danach wird meistens der Fall an House übergeben, der erst etwas Besonderes in den erkrankten Personen sehen muss, bevor er sie übernimmt. Im Laufe der 40-minütigen Serie, wird zuerst mehrfach die falsche Diagnose gestellt, bis schließlich eine Nebenbemerkung House auf die richtige Spur bringt und der Patient (meistens) überlebt.

Dieser letzte Kniff ist mir sehr wichtig, da ich zwar keine Abneigung gegen Happy-Endings habe, es jedoch in der wirklichen Welt schlichtweg irrwitzig wäre, wenn jeder Krebs besiegt würde. Krankheiten haben auch oftmals ihren Tribut, so dass Transplantationen notwendig sind oder die Lebenserwartung der Patienten trotz allem dramatisch sinkt. Die wirtschaftlichen Faktoren spielen zwar nicht solch eine große Rolle, wie in Scrubs, jedoch fällt auch hier einige Male das Problem der Sozialversicherung in Amerika mit den damit verbunden Kosten auf. Der Lobbyismus ist zwar meines Erachtens nicht vergleichbar mit Deutschland, da hier eine stärke Reglementierung die Spielräume der Ärzte deutlich beschränkt, jedoch ist die Freiheit der amerikanischen Krankenhäuser doch noch um Einiges größer, als es in Deutschland der Fall ist. Was mich an der Serie natürlich auch wieder reizt, ist der rote Faden, den Gregory House ausmacht. Seine Beziehung zu seinem Freund, dem Onkologen Wilson, sowie sein mäßig wechselndes diagnostisches Team und nicht zuletzt seine eigene Entwicklung über Gerichtsprozesse, Schmerztherapien, Tablettensucht und Beziehungsproblemen. Übrigens ist House die einzige Serie, die ich ausschließlich auf Deutsch schaue, da Hugh Laurie im Original für mich nicht nur schwer verständlich ist, sondern auch ganz klar hinter Klaus-Dieter Klebsch einen sehr guten Job macht. Als aufgezogenes Küken in einem Mutter geprägten Haushalt, wurde ich sehr oft verteufelt GZSZ und Anna und die Liebe zu sehen und ich muss sagen, dass seine Synchronisation wesentlich besser ist, als seine Schauspielerische Leistung. Aber bei den Sachen, die er alles schon synchronisiert hat, kein Wunder. Da habe ich tiefe Bewunderung für den Mann.

Um das Thema noch ein wenig abzurunden

Viele Beobachtungen was Schema-Überschneidungen angeht könnte man problemlos auf die Podcasts, die überall aus dem Boden sprießen, übertragen. Nach Christophs Verständnis eines gelungenen Podcasts mag der GamersGlobal-Community-Podcast zwar eher Nullachtfünfzehn daher kommen, aber mir gefällt das Format sehr und obgleich es „Standard“ daher kommt, bin ich der Ansicht, dass es diesen Standard nicht ab-, sondern aufwertet. Endlich mal bemüht sich ein kleines Team – in dem Falle das GG Community Event Team – sich um die Mitglieder der uns bekannten Spieleseite. Es wird die soziale Komponente des Konstrukts gepflegt, der für viele den Reiz des Portals ausmacht und das ist meines Erachtens auch dringend notwendig. Interessant ist es natürlich vor allem für Leute, die schon länger auf der Seite aktiv mitwirken und den ein oder anderen Namen dann plötzlich einer Stimme zuordnen können, aber auch Neulinge werden gut ins ‚daily business‘ eingeführt. Viele Gedankengänge, die User oder Mitglieder des Event Teams äußern, sind in gewissem Maße beruhigend, da man sich aufgrund der Kommentare im Internet und der heutigen Schnelllebigkeit (in Kombination mit zunehmender Leseinkompetenz) doch oftmals fragt, ob es außer einem Selbst noch intelligentes Leben im WWW gibt.

Vorschau

Podcast selbst war schon ein schönes Schlagwort, denn am folgenden Donnerstag werdet ihr hier die neuste Folge des Bagdadsoftware Podcasts erwarten dürfen. Da ich leider nicht weiß, wie viel ich jetzt schon verraten darf, schreibe ich nur soviel: Ein nicht-unbekannter Gast wurde in den tiefen Hutzelgrund ins Studio geladen und erwartet euch. Ich selbst möchte aber an dieser Stelle bekannt geben, dass ich jetzt offiziell nicht mehr „der Nachbar“ bin. ‚Gunzemich‘ liegt hinter mir, es war eine schöne Zeit. = )

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15 Kommentare

Ach verdammt. Schon werde ich wieder daran erinnert, meinen seit über 4 Jahren (nahezu ausnahmslos) aufrecht stehenden TV-Boykott eventuell zu überdenken :) Ok, so ganz stimmt das eh nicht mehr, seitdem ich SKY empfange. Aber immerhin herrscht bei mir nach wie vor bzgl. frei empfangbaren Fernsehens quasi komplette Abstinenz.

Aber es sind eben genau diese Serien (HIMYM, Big Bang Theory, Two and a half Men, Lost, 24 usw. usf.), die mich doch arg reizen. So hab ich von keiner dieser Serien bisher auch nur eine einzige Folge gesehen. Selbst von Scrubs nur 2-3 mal einen kurzen Ausschnitt, nie aber eine komplette Folge. Aber jeder redet davon und jeder lobt sie vor allem. Das Problem is dabei (bzgl. dieser Serien!) aber nicht einfach nur, dass ich auf Teufel komm raus vom Fernseher wegbleiben will, weil ich ihn als absolutes Verdummungs- und Propagandamedium halte. Nein, der Hauptgrund in diesem Falle ist, dass die Gefahr viel zu hoch ist, mal eine Folge zu verpassen. Oder, bei ganz aktuellen Serien, monatelang auf die nächste Staffel warten zu müssen. Dazu kommt, dass die Sender sehr gerne Folgen mal auslassen, oder in der falschen Reihenfolge ausstrahlen. Problematisch auch hier: es wird niemals die Folgennummer in Programmzeitungen angegeben. Soweit ich weiss, gibts das – löblicherweise – nur bei Tele 5. Wenn ich eine Serie anschauen möchte – eine Serie zudem, wo es auch nur einen kleinen roten Faden gibt – dann an einem Stück und lückenlos. Das hab ich bislang einmal gemacht: vor kurzem mit Six Feet Under. Das war grandios. Nicht nur, weil die Serie an sich weltklasse ist, sondern auch, weil sich die (Sucht-)Wirkung und Charakterbindung viel besser ausbreiten kann.

Naja, zurück zum Thema.

Von den im Artikel genannten hab ich nur Dr. House ich kennengelernt, da ich mir die ersten 3 Staffeln auf DVD gekauft habe. Und ich bin schlichtweg begeistert von dieser Serie. Auch, wenn sich das Schema immer wieder ähnelt, bleibt die Faszination und Begeisterung erhalten. Und vor allem die Identifikation mit House. Wie oft hab ich während dem Kuggen der Serie gesagt: "Kacke, der denkt wie ich über die Welt und die Menschen" ^^ Wohlwissend, dass die Produzenten möglicherweise ob seiner (nur äußerlichen?) Gefühlskälte, seiner Rationalität, seinem Weltbild, seinen Problemen und seiner Direktheit mitunter eine Abneigung bei den Zusehern erreichen wollten, habe ich mich noch sie so gut in einer anderen (gespielten) Person wiedererkannt. Auch mal ganz nett :) Aber auch sonst: eine ganz klare Empfehlung. Ich hoffe, dass auch die Staffeln danach noch das Niveau halten konnten und ob des immer gleichen Schemas nicht langweilig werden.

Ähm, Timo, ich schaue so gut wie kein Fern mehr, seit ich DSL habe … ^^"
Ich habe die Serien auf der offiziellen Seite geschaut, meist direkt die aktuellste Folge mit Weiterleitung. =)
Ansonsten gibt's ja noch andere Kanäle, die aber jetzt durch die ganzen Acts und FBI-Aktionen Stück für Stück abgeschalten werden. Was gut ist, wird auch gekauft oder ausgeliehen. = )

Also prinzipiell find ich ne zusammenhängende Story (bzw mehr als ein roter Faden ist es, wenn überhaupt, meistens ja nicht) bei Serien unwichtig. Oder ganz im Gegenteil, manchmal ödet sie mich, wie im Fall von HIMYM, nurnoch nervig. Es interessiert mich nicht mehr die Bohne, wer denn jetzt die Mutter ist und ich fand das Thema als Aufhänger der ganzen Serie von vorneherein eher suboptimal.
Da find ichs persönlich besser, wenn die Folgen entweder quasi komplett unabhängig sind (TBBT, Family Guy, Simpsons etc.) oder eine wirklich zusammenhängende Geschichte erzählen, bei der man dann auch wirklich keine Folge verpassen darf (24, Lost). Alles dazwischen finde ich wirkt sehr aufgesetzt. Weiteres Beispiel: NCIS, wo eine zusammenhängende Story immer nur am Ende und am Anfang von Staffeln vorkommt, nur um nen Cliffhanger über die Sommerpause zu haben. Ugh.

Dann mal noch nen Satz zu den einzelnen Serien:

The Big Bang Theory:
Die Serie ist irgendwie sehr umstritten, entweder die Leute mögen sie, oder sie hassen sie. Ich gehöre definitiv in erste Kategorie. Ich find die Serie auch nach 4 Staffeln nicht ausgelutscht und ich kann auch mit den Konserven-lachern leben (auf die ich aber auch gerne verzichten würde). Ich finde auch nicht, dass das Nerdsein dabei ins lächerliche gezogen wird, ganz im Gegenteil, das Nerdsein wird doch gerade in seinen vielen Aspekten geradezu gefeiert.

House:
"Wohlwissend, dass die Produzenten möglicherweise ob seiner (nur äußerlichen?) Gefühlskälte, seiner Rationalität, seinem Weltbild, seinen Problemen und seiner Direktheit mitunter eine Abneigung bei den Zusehern erreichen wollten"
Das glaub ich nicht. Der Erfolg der Serie zeigt doch imho vorallem, dass sich viele Leute eben doch mit ihm identifizieren können. Oder ihn zumindest leiden können. Kann mir nicht vorstellen, dass jemand die Serie schaut, der House absolut nicht ausstehen kann.
Ich mag die Serie, wobei sie mir nach fünfeinhalb gesehenen Staffeln doch fast zu eintönig wird. Die Fälle laufen (fast) immer gleich ab und die Charaktere entwickeln sich, trotz guter Ansätze, auch nicht so wirklich weiter.

HIMYM:
Wie oben schon gesagt, mir könnte es kaum egaler sein, wie es mit Ted weitergeht. Aber ansonsten find ichs ganz witzig. Schon allein wegen Barney muss man die Serie einfach schauen. True Story.

Scrubs:
Ich finds super, wie sich in Scrubs die Comedy Elemente mit den überhaupt nicht lustigen Themen abwechseln bzw. sich ergänzen. Der Tod gehört nunmal zum Krankenhausalltag und ich finde es gut, wie das Thema ohne es ins lächerliche zu ziehen und ohne pietätslos zu wirken eingebaut wird.
Ich finde auch nicht, dass die Serie schlechter wurde und fand noch nichtmal die berüchtigte letzte Staffel schlimm. Da fand ichs nur lächerlich wie oft Zach Braff aufgetaucht ist, nachdem wegen seines Wegganges die ganze Serie umgebaut wurde. Da hätte er auch einfach noch ne ganze Staffel dranhängen können…

Der rote Faden ist mir persönlich deswegen so wichtig, weil ich meistens 20 Folgen am Stück von einer Serie schaue (von House natürlich weniger, bei 42min pro Folge). Ich kann mich nicht zusammenhanglos mit einer Sitcom/Serie/whatever stundenlang berieseln lassen, wenn ich nicht danach das Gefühl habe etwas abgeschlossen oder in Erfahrung gebracht zu haben.

Bei TBBT geht es mir nicht darum zu zeigen, dass ich die Serie nicht leiden kann, denn das ist eigentlich nicht der Fall. Nur sollte man mal schauen, was für eine Wirkung das auf das größere Publikum hat: Natürlich sind Firefly Anspielungen oder sonstige Kniffe, die eigentlich von Nerds für Nerds sind, einzigartig. Die Geek-igkeit wird auch nicht ganz zur Lachnummer degradiert, aber sie kommt auch nicht davon los. Normalerweise macht man sich als Zuschauer nicht die Sorge darüber, was andere Menschen dann von der Serie halten, aber bei TBBT ist das dann bei mir zumindest doch anders…
Kennt ihr das nicht, dass man nur weil man viel am PC zutun hat, im Freundes- und Bekanntenkreis automatisch der Über-Techniker ist? Leute, wie meine Nachbarn oder Familienangehörige sehen die Serie vielleicht ab und an und meinen: "Ja der ist dir ähnlich." oder "So stelle ich mir das bei dir vor." Seien wir doch einmal ganz ehrlich: Die normalen Leser, die BS.de verfolgen sind in der Regel meistens interessiert an Themen, die man jetzt eher weniger an einem Stammtisch oder dergleichen hört. Aber nicht nur bei diesem Beispiel sondern allein durch meine ehemaligen Kollegen, größtenteils BWLer und dergleichen, lese ich eher "Hach die Freaks schon wieder…" TBBT hat für mich Unterhaltungswert, den ich nur genießen kann, wenn ich es ab und an mal im Fernsehen sehe, weil der bei Mitbewohnern zwangsläufig läuft, aber nicht für mich um zu entspannen. Dafür ist mir das Ganze viel zu sehr aufgezogen, wie ein Zoo, mit vier schlauen Primaten mit Schwächen, was soziale Komponenten angeht und einem Weibchen. Mehr ist es für viele nicht, das finde ich traurig und die Affen im Zoo kann ich beim Sehen der Sendung nicht ausblenden.

"Die Fälle laufen (fast) immer gleich ab und die Charaktere entwickeln sich, trotz guter Ansätze, auch nicht so wirklich weiter."
Ersteres hatte ich ja beschrieben und viele Versuche das aufzubrechen, wirken irgendwie störend, Letzteres jedoch stimmt eigentlich gar nicht, da Wilson vom Moralapostel zum Schelm und schließlich zum Zyniker wird. Ähnlich krasse Entwicklungen hat sein Team bis auf Foreman durchzumachen. Olivia Wilde als 13 ist da noch das beste Beispiel, wie schnell eine Schicksalsschlag alles ändern kann. Vom Selbstmord eines Mitglieds aus House' Team ganz zu schweigen.

" Kann mir nicht vorstellen, dass jemand die Serie schaut, der House absolut nicht ausstehen kann."
Gegenbeispiel für den Satz ist derzeit meine Mutter, die auch jede Folge interessiert mit schaut, aber auch wirklich gar nichts mit dem Kerl anfangen kann. Im Gegenteil: Sie verteufelt nahezu jede Entscheidung und jeden Kommentar von ihm, jedoch ist die Serie scheinbar doch so interessant konstruiert, dass sie immer wieder mit schaut. Ich glaube nicht einmal, dass – wie Timo schreibt – sich so viele Leute wirklich und ich meine WIRKLICH in House wieder erkennen, sondern House es eher seine Art ist ein Demagoge zu sein … oder schwächer: zumindest kann man doch von Popularismus sprechen. Die Serie ist um ihn herum gesponnen und ob man will oder nicht, man fühlt mit und fühlt sich rein. Allein von der Überlegung her spielt ein großes Stück Stockholm mit rein, er ist Arzt, er will den Menschen gesund machen, aber doch nur den Fall lösen. Allerdings müsste ich das dann auch bei meinem 'Gegen'beispiel einfließen lassen und in der Tat so ist es: Wenn meine Mutter auch mit nichts konform ist, was House tut, so ist es doch das Lösen des Falls in kriminalistischer Manier, die da fesselt und verführt. Und das ist… House. Nichts Anbetungswürdiges, kein hoch anzusehender Revoluzzer, sondern ein gleichermaßen extro- wie introvertierter Narzisst. Wollen wir das nicht alle? Ohne Anecken durchkommen? Einfach unser Ding durchziehen und meistens nicht an die Konsequenzen denken müssen. Er sagt frei von der Leber weg, was er denkt und will, er lügt, wann er muss und bereut nur das, was er nicht geschafft hat und nicht das, was "moralisch falsch" war. Er nimmt sich die größtmögliche Freiheit über die Freiheit der anderen Menschen hinweg. Muss das nicht schon allein aufgrund der Natur des Menschen verlockend sein? hhl – qed

Schwächen die ich bei der Serie sehe, ist das Wissen gegen Ende der Staffel wieder einen Cliffhanger erwarten zu dürfen UND dass sich Selbiger mindestens sieben Folgen im Vorfeld schon ankündigt. Der erwähnte Selbstmord ist von außerhalb der Serie eigentlich motiviert und sorgt für einige Divergenzen innerhalb der Serie, das ist sehr ärgerlich. Die absolute Wahrheit ist aber, die, die deines Erachtens angeblich auf die Nebencharaktere zutrifft, genau genommen perfekt auf House zugeschnitten: Eine Schlussbemerkung jeder Geschichte zeigt immer das wahre Gesicht von House, dass sich nie ändert. Nie. Nicht. einmal. ein. wenig! Wenn mal wieder ein Plot überwunden ist, ein Problem beseitigt, dass sich größer darstellte, dann erkennt man doch, dass er weiterhin der Zyniker ist und immer wenn dem Zuschauer vorgegaukelt wird, es käme Besserung in Sicht. "Menschen ändern sich nicht" – obwohl House am Meisten durchmacht und sich in seinem Verhalten wandelt, ändert sich sein Denken nicht. Wenn ich bei ihm also wie im Text von Entwicklung spreche, dann ist es seine Entwicklung auf Probleme mit der Zeit anders zu reagieren, nur um dann doch im Inneren der Egomane zu bleiben. Das hat der Rest des Staffs nicht.

Scrubs hätte man wirklich komprimieren können und es ist in der letzten Staffel nur der absolute Kitsch, der sich durchgesetzt hat. Gut, ich war auch froh, dass es so geendet ist, wie geschehen… und dazu noch in so einer hübschen Urlaubsumgebung, aber seien wir doch mal ehrlich: Ab der letzten Staffel wurde das Drehbuch nur noch von den Zuschauern vorgeschrieben und gleichzeitig durch zwanghaft zu Ende geführt. Außerdem darfst du nicht vergessen, dass in den US Scrubs Med School noch als Bestandteil der eigentlichen Story gesehen wird und nicht wie hier zu Lande als Auskoppelung gehandelt wird. Ständig werden immer noch Gespräche geführt, ob man mit Hinzuziehen weiterer Leute aus dem ursprünglichen Cast (Nicht nur als Gastauftritte) doch wieder ganz neu anfängt. Zach Braff lässt sich die Hintertür ja nach wie vor offen. Dieser Umstand macht das Ganze aber noch wesentlich unbefriedigender. Und ich bin da noch wohlwollend im Vergleich zur Ablehnung die Christoph zu der Entwicklung mit MedSchool äußerte.

Eine Frage, die mir beim Kommentieren gekommen ist:
Dein Absatz über Pietät im Bezug auf Scrubs liest sich so, als habe ich der Serie das abgesprochen, was aber nicht der Fall war. Ist das von dir eine Bestätigung meines Schreibens, oder ein Missverständnis, weswegen du es wiederholt hast, Ron?

Hätte ich eine Verteilung in Sics gemacht, so sähe sie wohl so aus:

Two and a Half Men 3/5 (over-all)
TBBT 3/5
HIMYM 3/5
Scrubs 5/5 ohne MedSchool
House 4/5
NCIS 4/5 (aber nicht wegen der Story, sondern wegen der Charakterbeziehungen)
NCIS LA 2/5 (haarscharf an 1/5 vorbei)
Malcom Mittendrin 4/5
Smallville 3/5 (zu viele irrsinnige Twists)

Zum Rest wollte ich noch etwas schreiben, es langte nur die Zeit nicht so sehr gestern abend. *hüstel*

Das waren nur meine Einschätzungen zu den Serien, nicht direkt mit Bezug auf deinen Eintrag. Bzgl. Scrubs war das definitiv nicht als als Widerspruch zu deinem Text gedacht ;)

"Leute, wie meine Nachbarn oder Familienangehörige sehen die Serie vielleicht ab und an und meinen: "Ja der ist dir ähnlich." oder "So stelle ich mir das bei dir vor.""
Ich finde das überhaupt nicht schlimm… Ganz im Gegenteil. Ich wäre verdammt froh, wenn es bei mir im Leben genauso wär :D Natürlich ist das unrealistisch überzeichnet, aber ich wär froh, wenn ich so ne Nerd-Clique hät, mit der ich diesen ganzen Nerdkram zusammen machen könnte.

Ein Grund warum ich die Simpsons z.B. nicht mehr ganz so gut finde heutzutage, ist genau dieser gefühlte Stillstand. Ja, natürlich haben ein paar Sachen doch langfristige Auswirkungen, aber unterm Strich fängt es halt doch immer wieder bei null an jede Woche, weil fast jede Folge in sich geschlossen ist. Es muss aber nicht gleich ein Babylon 5, BGS oder Lost sein, wo man quasi nichts verpassen darf. Ist natürlich schon cool, aber ein Mittelweg tuts auch. JAG hat mir in der Hinsicht z.B. sehr gut gefallen (auch weil es in den 10 Staffeln ja mehrere Bögen gab und nur der Raab/McKenzie-Teil wirklich komplett gespannt war) oder M*A*S*H und natürlich auch Akte X sowie Stargate und Star Trek (speziell DS9) ohne Frage. NCIS oder auch CSI gehen mir persönlich da schon wieder nicht zu weit. Das Crime of the Week mit durchschnittlich drei vorhersehbaren Charaktermomenten (anfang, mitte, ende) kann nur so viel tragen.

Die ALIAS- und 24-Methode ist prinzipiell auch gut, aber hier nervt mich das ständige wiederholen des Spannungsbogens. Staffel 8 von 24 hab' ich übrigens immer noch nicht durch.

Sprich: Es kommt stark auch auf die Art der Serie an, wie viel Durchgang ich brauche. Es darf ruhig mal in sich geschlossen sein, aber eine Staffel ohne echten Fortschritt zwischendurch, da muss die Serie schon was wirklich gutes zu bieten haben (z.B. geniale Gags wie bei Family Guy).

Hm, Staffel 8 von 24 steht bei mir auch noch an… Da bin ich mal gespannt, wie schlimm die ist, wenn du da so vor zurückschreckst :D

@ Jackie

ich hab net gesagt, dass ich glaube, dass viele Leut sich mit House identifizieren können, ich hab nur betont, dass es bei mir zweifellos so ist :) Danke au fürs Spoilern von dem Selbstmord :( ^^

Das mit dem durchgängigen roten Faden ist halt echt so ne Sache. Einerseits muss man sich wirklich immer wöchentlich (täglich) die Zeit für ne Serie nehmen können (oder halt 2 Wochen Urlaub, wenn mans auf DVD nachholen möchte), andererseits kann eine Serie – wenns gut gemacht ist – sooo viel besser sein, als eine nicht zusammenhängende Episodenabfolge. Wenn ich mir nur vorstelle, wie viel besser Star Trek TNG hätte sein können, wenns da einen durchgängigen und komplexen roten Faden gegeben hätte. So sinds halt leider nur einzelne Fragmente, die sich aufeinanderbeziehe. Und das wiederum ist dann kacke, weil nix halbes und nix ganzes. Weder hats den Vorteil, dass man mal einzelne Episoden überspringen kann, noch den, dass man eine spannende übergeordnete Geschichte hat.

Wenn dann total für sich abgeschlossen, für den leichten Konsum für zwischendurch – z.B. Eine schrecklich nette Familie etc. (wie so meist bei Sitcoms) oder mit durchgängier Story (24 etc.)

@Azz:
Ich habe dich bewusst nicht gespoilert, denn das "Wer" habe ich nicht verraten :P
Dass ein Selbstmord stattfand dachte ich sei bekannt gewesen, die Medien haben damals deswegen eine neue Selbstmord-Diskussion durch alle Kanäle gejagt, zumal sich das auch mit dem Selbstmord von Robert Enke geschnitten hatte. Glücklicherweise wurde damals nur der Name des Schauspielers genannt, der in der Serie ausschied, weil er in ein Regierungsamt gewählt wurde und laut US-Recht dann nicht noch etwas anderes gearbeitet werden darf, sodass ich damals nicht wusste wen er gespielt hatte.

Ja, dieses am Ball bleiben ist echt schon sehr nervig. Christoph hat da mit Lost schon ein gutes Gegenbeispiel geliefert, nur wie ich geschrieben habe, schaue ich meistens eine Serie von Anfang bis Ende durch. So geschehen bei NCIS, HIMYM, Scrubs, Malcom, etc. und aktuell halt bei Dr. House, bin jetzt bei S07/E19… heut abend werde ich wohl bei Staffel 8 angekommen sein, heute morgen habe ich angefangen bei S07/E08.

Wegen dem am Stück schauen: Da hab' ich persönlich keine großen Probleme. Klar dauerts en Moment, bis ich wieder drin bin. Aber im Normallfall sind die Erinnerungen irgendwo abgespeichert und kommen dann wieder hoch in den ersten 5-10 Minuten.

Anders müsste ich auch viele Serien wieder von vorne anfangen :smile: . Nicht nur, dass ich oft in einer Staffel teils wochenlange Pausen zwischen den Folgen habe (bestes Beispiel besagte Staffel 8 von 24), auch der Releasezyklus der DVDs ist selbst bei beendeten Serien nicht sehr optimal. Bestes Beispiel wieder die Simpsons. Anfangs kam jedes halbe Jahr ne neue Staffel. Heute? Zwei Jahre? Keine Ahnung. Auf jeden Fall sehr viel Zeit. Oder auch J.A.G. — Staffel 10 kam ne halbe Ewigkeit erst nach Staffel 9 raus. Und dann komm ich auch nicht immer gleich dazu. Ist bei Spielen bei mir ja genauso. Notfalls schlag ich halt mal das Handbuch auf oder geh' kurz auf tv.com und les mir die Beschreibung der vorherigen Episode nochmal durch. Nicht wirklich die beste Herangehensweise, aber irgendwo muss ich bei der Menge und der wenigen Zeit halt Abstriche machen :tounge: .

STTNG hat definitiv unter den fehlenden Storyrahmen gelitten (von STTOS mal ganz zuschweigen). Was allein DS9 ab der Ankunft der Defiant und dem Start des Dominionkrieges an Fahrt gewann — genial. Und STENT wurde auch erst so richtig gut, als in der finalen Staffel der Storybogen geschlagen wurde. STVOY — ja, gut. Da lag es weniger an der Erzählstruktur als an den Erzählungen :smile: . Statt Crime of the Week gab's Borg of the Week…

Das Problem mit der Erinnerung habe ich eher weniger, denn schließlich habe ich auf BSG vom fiesen Cliffhanger nach Staffel eins bestimmt 2 Jahre gewartet, bevor du die Box kauften konntest. *hehe
Mein Problem ist es nur, dass ich nicht-abgeschlossene Handlungsstränge hasse… ich versuche also den Cliffhangern auszuweichen. Ich meinte mit am Stück schauen, wie oben angedeutet, dass ich mir an einem Wochenende eine Staffel 24 beispielsweise gebe, wie du ja weißt. Und so habe ich es jetzt insgesamt. Wenn etwas nicht abgeschlossen ist, schaue ich es äußerst ungern, da ich nicht wie bei One Piece jeden Sonntag auf eine neue Folge aus Japan warten will. Auch wenn das mittlerweile am Sonntagmorgen zum Ritual geworden ist, möchte ich doch immer wissen, dass ich das Ende jederzeit anguggen kann. Erinnere dich nur mal daran, wie schnell du alle Staffeln Scrubs wieder hattest. ^^"

Ich seh das wie Jackie: das liebste ist mir, wenn ich eine Serie – auf DVD oder Blu-Ray – binnen weniger Tage oder Wochen komplett in einem Rutsch kuggen kann. Das hat einfach nur Vorteile: bessere Suchtwirkung, bessere Charakterbindung, besseres Verständnis für die Story, geringere Gefahr, Kleinigkeiten (oder auch Essentielles) zu vergessen. Ganz zu schweigen von der, auf DVD oder BD, besseren technischen Qualität und der einwandfreien Abfolge der einzelnen Episoden.

Natürlich muss man dann auch ein paar Jahre auf das Finale einer Serie warten, bevor man sie dann von Anfang an "abarbeiten" kann. Aber bei dem Überschuss an anderen Serien oder anderen Medien (Games!) hat man in dieser Zeit mehr als genug zu tun. Man muss also lediglich etwas geduldig sein können und es verkraften eben nicht mitreden zu können, wenn Freunde oder Bekannte über die neue Serie XY reden.

Mittlerweile habe ich übrigens einen TBBT-Marathon eingelegt und bin jetzt bei Staffel 3, Folge 12. Mir ist jetzt erst aufgefallen, wie verquer Pro7 die Serie ausstrahlt. Während bei HIMYM die Folgen wenigstens innerhalb der Staffel zusammenhängen, wird bei TBBT in willkürlicher Reihenfolge vom Auszug bis hin zur #Spoiler# "Freundin von Sheldon" alles durchgespült. Unterhaltsam ist es – wie bereits eingeräumt – aber nichts, was man unbedingt gesehen haben muss.

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