Sicarius

Vier Wochen auf der Insel

Anmerkung: Ich war 2016 noch einmal in Reha auf Föhr. Den dazugehörigen Bericht mit vielen Fotos findet ihr hier.

Dieser Eintrag wurde am 6. März 2012 verfasst.

Da bin ich wieder! Zugegeben: Zum Verfassungszeitpunkt stimmt diese Aussage noch nicht. Tatsächlich sitze ich derzeit im Zug und habe noch gut acht Stunden Fahrtzeit vor mir. Aber ihr wisst schon, wie ich das meine :smile: .

Und? Habt ihr mich vermisst? Nein? Hab‘ ich mir schon gedacht. Da müsst ihr allerdings nun durch, denn die nächsten Wochen gibt es definitiv erst einmal keine Gastbeiträge mehr. Die vier Wochen Abstinenz muss ich schließlich irgendwie wieder ausgleichen. Wobei „vier Wochen“ nicht ganz stimmt, aber dazu mehr am Ende des Texts.

Der heutige Eintrag ist mal wieder etwas länger und hat weder mit Spielen noch mit Katzen, Filmen, Büchern oder dergleichen zu tun. Stattdessen möchte ich die Gelegenheit nutzen und meine medizinische Rehabilitation ein wenig Revue passieren lassen. Es ist aber auch als Hilfe für alle unter euch gedacht, die entweder selbst Asthma haben oder jemanden kennen, der darunter leidet. Es ist schließlich immer wichtig mehr im Vorfeld darüber zu erfahren, was die jeweilige Reha-Klinik für Vor- und Nachteile hat. Dann kann man sich viel besser darauf vorbereiten. Hier also der Bericht:

Meine medizinische Rehabilitation vom 7. Februar bis 6. März 2012 im Reha-Zentrum der Deutschen Rentenversicherung Bund in Utersum auf Föhr

Die Krankheit

Ich leide unter chronischem Asthma seit ich drei Jahre alt bin. Luftnot entsteht sowohl bei körperlicher Anstrengung (ja, Sex zählt da auch dazu — nur für den Fall, dass das mal jemand wissen wollte), als auch bei allergischen Reaktionen. Wetterumschwünge und Infekte (Hochdeutsch für „Erkältung“) helfen aber genauso mir die Bronchien zuzuziehen. Praktischerweise bin ich gegen quasi jede Art von Blüten- und Gräserpollen allergisch und damit von Frühling bis Herbst durchweg gefährdet. Früher war auch noch Hausstaub und Katze mit dabei, aber das hat sich zum Glück für Kessy schon vor langer Zeit erledigt. Kann aber natürlich jederzeit wieder aufflammen. Ich nehme zweimal täglich zwei Medikamente und trage auch jederzeit ein sogenanntes Bedarfsspray mit mir rum, falls es mir unterwegs mal unverhofft den Hals zuschnürt. Wer sich also fragt, warum ich immer Hosen mit so vielen Taschen anhabe, der weiß also nun die Antwort. Auf der schönen Ampelskala der Ärzte bin ich auf der Stufe „mittelschweres Asthma“ (gelb) zu finden.

Das erste Mal deswegen auf Kur war ich vor sechszehn Jahren. Damals ging es runter ins Allgäu, um die Bergluft zu genießen. Viel gebracht haben mir die sechs Wochen aber nicht. Im Gegenteil habe ich mich da unten überhaupt nicht wohl gefühlt, was auch an so einigen jugendlichen Arschlöchern namens Mitrehabilitanden lag. Massive Schlafstörungen waren die Folge. Vermutlich mit ein Grund, warum ich seitdem nicht mehr weggefahren war.

Die Beantragung

Abfahrt mit der Fähre an der Dagebüller MoleNachdem ich aber auch generell meine Behandlung längere Zeit habe schleifen lassen, was gar nicht gut ist, habe ich mich Mitte 2011 mal wieder zusammengerafft. Dabei entstand dann auch ziemlich schnell die Idee mal wieder auf Kur zu gehen. Weder mein Facharzt, noch mein Hausarzt und schon gar nicht die Krankenkasse haben da irgendwie was mit zu tun gehabt. Die Unterlagen habe ich mir stattdessen selbst bei der Deutschen Rentenversicherung Bund besorgt — einfach die kostenfreie Hotline angerufen und die dortige Dame hat mir dann gesagt welche Formulare ich von der Webseite herunterladen muss — und von den jeweiligen Stellen die Befunde und dergleichen eingeholt. Neben dem Asthma hatte ich auch meinen dicken Bauch als zu behandelnde Krankheit draufgepackt. Übergewicht wirkt sich schließlich genauso negativ auf die Atmung aus.

Abgeschickt hatte ich den ganzen Stapel dann am 1. Oktober, weil es hieß, es würde bis zu einem halben Jahr dauern, bis das alles durch ist und mein Plan war es im März die Kur anzutreten. Tatsächlich hatte ich im November bereits meine Genehmigung und auch schon eine Klinik mit Aufnahmetermin. Leider war mir weder der Aufnahmetermin noch das Reha-Zentrum recht. Meine Wünsche im Antrag wurden faktisch gar nicht berücksichtigt. Der zuständige Beamte wollte mich stattdessen über Weihnachten nach Hessen schicken (keine 100km von daheim). Toller Luftwechsel und über die Feiertage wird ja auch so viel therapiert *augenroll*. Zum Glück steht einem laut Sozialgesetzbuch nicht nur ein Widerspruchrecht zu, ihr dürft auch auf eure Wünsche bestehen. Entsprechend habe ich nach erneuter Rücksprache mit dem Hausarzt (damit er Bescheid weiß, falls Anrufe kommen) einen einseitigen (in beiderlei Hinsicht) Widerspruch verfasst, in dem ich auch noch einmal meine Wunschklinik und -zeitraum genannt habe.

Die Genehmigung zur Kur können sie zu diesem Zeitpunkt übrigens nicht mehr stornieren. Hat die Rentenversicherung einmal zugestimmt, gibt es für sie kein Zurück mehr. Also keine falsche Angst und einfach den formlosen Widerspruch nach Berlin schicken. Meinem Gejammer wurde auch recht zügig stattgegeben und ich durfte Anfang Februar wie halbwegs geplant meine Reise ins Reha-Zentrum Utersum auf Föhr antreten. Zwar hat die Bahn mir zuerst falsche Fahrkarten geschickt (der Bearbeiter hatte „Augsburg“ statt „Aschaffenburg“ als Abfahrtsort gelesen), doch das ließ sich ohne viel Aufwand und rechtzeitig über die leider kostenpflichtige Hotline beheben. Auch die Gepäckaufgabe (zwei Koffer sind kostenlos) über Hermes lief ohne Probleme ab. Meine Köfferlein erwarteten mich pünktlich und unversehrt am Anreisetag auf meinem Zimmer (und kamen auch am Ende wieder heil daheim an).

Die Anfahrt

Angereist bin ich, wie ihr dem letzten Absatz bereits entnehmen konntet, mit dem Zug. Neun bis zehn Stunden mit dem Auto fahren, darauf hatte ich dann doch keine Lust, geht aber prinzipiell auch. Föhr ist keine dieser autofreien Inseln. Eingestiegen bin ich auf der Hinfahrt in Hanau, von dort mit dem ICE ohne Umsteigen nach Hamburg Hauptbahnhof, dann in die Nordostseebahn nach Niebüll. In Niebüll fährt eine Bummelbahn zur Mole in Dagebüll, von wo die Fähre nach Wyk auf Föhr übersetzt. In Wyk wurden wir von einem Shuttlebus in Empfang genommen und direkt zur Klinik am anderen Ende der Insel transportiert. Jetzt heimwärts ist es im Prinzip die gleiche Chose, nur mit dem Unterschied, dass ich zum einen heute Morgen ganz alleine im Taxi saß, in Hamburg-Altona umsteige und über Würzburg nach Aschaffenburg tuckere (was ein klein wenig umständlich ist, weil der Zug über Fulda fährt). Verlief alles sehr angenehm dank großzügiger Umsteigezeiten und wenig Handgepäck (Rucksack und Laptoptasche). Würde ich das nächste Mal definitiv wieder so machen.

In der Klinik angekommen hatte ich recht schnell meinen Zimmerschlüssel, eine Telefonkarte (die ich nicht benutzt habe) und den Behandlungsplan für die ersten zwei Tage (Mi und Do). Die Aufnahmeuntersuchung hatte ich sogar direkt am Abend des Anreisetags, was die ganze Sache erheblich beschleunigte. Nach den ganzen Untersuchungen am Mittwoch, durfte ich dann direkt am Donnerstag mit den ersten „richtigen“ Anwendungen loslegen.

Die Klinik

Der wichtigste Grund, warum ich mich für das Reha-Zentrum Utersum auf Föhr entschieden hatte, war, dass es sich hier um eine von nur drei Kliniken im norddeutschen Raum handelt, die auf Atemwegserkrankungen spezialisiert ist. Rrelativ logisch, schließlich liegen sie alle am Meer und salzige Meerluft ist immer gut. Die Klinik hat aber auch eine gynäkologische und onkologische Abteilung und Krebspatienten finden sich hier ebenso viele ein. Das hat zwei Auswirkungen: Erstens ist der Anteil der Männer unter den bis zu 190 Rehabilitanden sehr gering (wir waren durchschnittlich vielleicht ein Dutzend Mann) und zweitens ist der Altersdurchschnitt nicht bei 60+, sondern eher bei 40+. Das war eine der Befürchtungen von mir im Vorfeld, dass ich da hinkomme und dann lauter alte, sture Böcke dort rumschlurfen. Davon gab es zwar auch 2-3 Stück, aber mit denen hatte ich zum Glück nichts zu tun. Ja, ich weiß ich bin intolerant und so. Aber verbringt ihr mal vier Wochen mit solchen Dauernörglern. Ach und wer jetzt nach dem Kurschatten fragt: Trotz des hohen Frauenanteils, war dank des immer noch recht hohen Durchschnittsalters in der Hinsicht nichts zu machen :wink: .

Mein Zimmer in der Reha-Klinik UtersumIn und um die Klinik herum finden sich neben den 190 gut ausgestatten und durchaus geräumigen Patientenzimmern (Doppelbetten gibt es nicht), diversen Behandlungs-, Untersuchungs- und Ärtzezimmern und dem Speisesaal ein schnuggeliges Fitnessstudio, einen gut ausgestatteten Kiosk, ein Bewegungsbad (1,60m tief) mit 25m langen Bahnen, eine (gemischte) Sauna, eine große Turnhalle (und zwei kleine), eine Kegelbahn, eine Tischtennisplatte, ein kleiner Bogenschießplatz, ein Tennisplatz, ein Minigolfplatz, ein Bastelraum, und ein Wäldchen für die Nordic Walker und Jogger unter den Patienten. Es ist also alles drin und dran, was man so braucht, um sich auch selbst aktiv in Bewegung zu halten. Und dann wäre da natürlich noch das Ding vor der Haustür, das aber offiziell nicht mehr zur Klinik gehört — dazu gleich mehr. Internet gibt es auch, aber nur an zwei Rechnern in der Cafeteria oder dort über WLAN. Beides kostet gut Geld, weshalb ich das nicht in Anspruch genommen habe. Überall sonst könnt ihr nur auf eine miserable Edge-Verbindung zurückgreifen. Verbindungsabbrüche en mass sag‘ ich nur.

Die Lage

Wie der Name schon sagt, liegt die Klinik in der Nähe von Utersum — einem der wenigen bewohnten Flecken auf der Insel — und direkt am Strand. Und zwar wirklich direkt. Ihr geht aus der Hintertür raus, durch eine Hecke durch und seid schon am Meer. Im Sommer könnt ihr euch deshalb sogar Strandkörbe mieten und die Frühgymnastik findet am Strand statt. Da in den ersten zwei Wochen allerdings kein Meer zu sehen war, sondern nur eine dicke Eisschicht, hat man nicht viel mehr gemacht als den Strand und den daran anschließenden Deich hoch und runterzulaufen. Eine Runde um die Insel sind übrigens gut 36km. Die habe ich am Stück dann doch nicht geschafft :smile: .

Bei gutem Wetter ist die Aussicht von der Klinik aus fantastisch. Ihr schaut direkt auf die Insel Amrum und könnt auch die südlichen Ausläufer von Sylt erblicken. Die Klink hat sogar extra ein erhöhtes „Amrum-Zimmer“. Das ist nicht nur wegen der Aussicht (und der ausgewiesenen Ruhezone) ein beliebter Ort, es ist auch die einzige Stelle im größeren Umkreis der Klinik, wo man UMTS-Empfang hat.

In Utersum selbst ist, zumindest zu dieser Jahreszeit, komplett tote Hose. Und ich meine wirklich komplett. Ich hab‘ in den vier Wochen nur sehr, sehr wenige Einheimische gesehen. Und dann gibt es nicht einmal einen Geldautomat dort (nur einen EDEKA) und das einzige geöffnete Restaurant („Zur Post“) hat Öffnungszeiten aus der Hölle. Die machen einfach mal ohne Vorankündigung ne Woche dicht und so. Das ist besonders blöd, weil das Essen schon ziemlich gut ist. Sowohl vom Geschmack als auch von der Portionsgröße und dem Preis her. Die nächsten größeren Orte, in denen was los ist, sind Nieblum im Osten (erster Bankautomat und fantastisches Restaurant direkt gegenüber) und Oldsum (sehr gutes Café) im Norden. Und dann gibt es noch Wyk, die Hauptstadt von Föhr und der einzige Ort, wo abends um 20 Uhr auch außerhalb der Saison nicht schon die Gehsteige hochgeklappt werden.

Der öffentliche Nahverkehr

Alle Orte sind ohne Probleme zu Fuß zu erreichen, auch wenn der Weg am Strand oder über den Deich jeweils etwas länger und beschwerlicher, dafür aber natürlich auch schöner ist. Kommt halt immer auch drauf an wie schnell und wie gut ihr laufen könnt. Ich hab‘ fünf Stunden nach Wyk gebraucht, eine Mitpatientin war in zweieinhalb schon da. Was ich extrem krass fand :smile: . Und nein, sie hat nicht zwischendurch den Bus genommen. Der fährt sowieso nur gefühlt alle zwei Tage. Trotz zwei Buslinien (eine fährt die Insel im Uhrzeigersinn entlang, die andere dagegen), hat selbst Gunzenbach eine bessere Anbindung. Und wer nach 20 Uhr noch wo hin will, der hat komplett Pech gehabt. Da bleibt nur Laufen oder in der Klinik ein Fahrrad mieten. Aber ihr sollt euch ja in der Kur auch bewegen und nicht nur faul im Bus rumsitzen auch wenn es ein äußerst billiges Patiententicket für die komplette Kurdauer gibt.

Anders als bei einigen Einrichtungen, müsst ihr euch in Utersum übrigens nicht abmelden, wenn ihr ein Essen nicht mitmacht oder gar das Gelände verlasst und auf Tour geht. Ihr könnt tun und lassen was ihr wollt, solange ihr zur Schließzeit (unter der Woche 22:30 Uhr) wieder daheim seid. Passiert euch allerdings außerhalb des Klinikgeländes was und es war kein Ausflug, der von der Klinik angestoßen wurde, dann habt ihr natürlich die Arschkarte gezogen. Da werdet ihr so schnell keine Kur erhalten. Als Beispiel wurde von zweien erzählt, die betrunken in einem Krankenhaus in Helgoland aufgeschlagen sind. Die haben Föhr anschließend nicht mehr betreten.

Das Essen

Ein Blick aufs nicht vorhandene Meer. Bis an den Horizont nur Eis.Da wir es gerade schon von einer Gaststätte hatten, kommen wir doch gleich mal zum Thema Klinikessen. Ich bin da jetzt zwar nicht die beste Autorität, weil ich doch teils etwas fragwürdige Essgewohnheiten habe, aber das meiste Geld während der Kur habe ich tatsächlich für externes Essen ausgegeben. Es ist jetzt zwar nicht so, dass ich jeden Tag ausgegangen bin (nur, wenn es wirklich absoluten Mist gab, wie samstags immer diese komischen Eintöpfe), aber man merkt dem Essen schon an, dass der Kantine nur 4,50 Euro pro Patient zur Verfügung stehen. Zumindest ist Abwechslung nach der Lebensmittelpyramide gegeben (zweimal pro Woche Fisch, einmal ein komplett fleischloser Tag, etc.) und es gibt auch jeden Tag zusätzlich noch ein vegetarisches Gericht. Wer zudem allergisch gegen bestimmte Sachen ist, oder sie einfach nicht essen mag, der bekommt entsprechendes Extraessen gekocht. Das muss allerdings in der Aufnahmeuntersuchung dem Arzt mitgeteilt werden. Außerdem ist es definitiv nicht so, dass man jetzt verhungern würde. Das passiert schon alleine deswegen nicht, weil morgens und abends jeweils ein reichhaltiges Büffet bereitsteht. Nur mittags gibt es eine Ausgabe. Reservierte Plätze sind im Speisesaal keine mehr vorhanden. Das haben sie wohl vor kurzem abgeschafft. Finde ich auch gut so.

Das Essen im Restaurant „Zum Wikinger/Zum Schlachter“ in Nieblum war aber definitiv um Längen besser. Ohne zu übertreiben: Ich wüsste nicht, dass ich in meinem Leben jemals so gut gegessen hätte. Egal ob es das Schnitzel, die Schweinelenden oder das Rumpfsteak war: Absolut vorzüglich und von höchster Qualität. Wobei es mir vor allem die Pfeffersoße angetan hatte. Und auch hier gilt: Große Portionen (das Rumpfsteak hat 250g), moderate Preise (15,50 Euro für das Steak). Also wenn ihr mal auf Föhr seid, dann geht da unbedingt mal essen. Ich garantiere euch, ihr werdet es als Fleischesser nicht bereuen! Vegetarierer schauen allerdings ziemlich in die Röhre. Wie es sich für ein gutes Restaurant gehört, ist die Speisekarte nämlich sehr übersichtlich und selbst Fisch gibt es nur sehr wenig. Und nach dem Mittagessen fahrt ihr nach Oldsum zum Café Stellys Hüüs. Aber am besten nicht sonntags, weil dann ist das kleine Häuschen hoffnungslos überfüllt.

Die Therapie

Okay, jetzt haben wir erfahren, dass ich in den vier Wochen nicht nur viel gelaufen bin, sondern auch viel auswärts gegessen habe. Aber ich war natürlich jetzt nicht einfach nur im Hotel und habe meinen eigenen Tag gestaltet, sondern hatte einen festgelegten Behandlungsplan (rechts seht ihr ein Beispiel. Draufklicken zum Vergrößern). Darauf befanden sich die Pflichtanwendungen, aber je nachdem wie gut ihr körperlich drauf seid, dürft ihr auch freiwillig bestimmte Sachen wahrnehmen. Das Ergometer- und Gerätetraining im Fitnessstudio konnte ich beispielsweise nach der Einweisung jederzeit besuchen, wenn ich dafür Lust und Zeit hatte. Das gilt auch für die Sauna und das Bewegungsbad. Alles ist zu bestimmten Zeiten für jedermann geöffnet.

Eine Seite von einem meiner BehandlungspläneZusätzlich gibt es einen Aushang, an dem täglich mehrere Sachen wie „Traumreise“, „Yoga“ oder „Zirkeltraining“ ausgehängt werden. Diese sind farblich unterteilt in verschiedene Schwierigkeitsstufen, damit ihr auch immer sofort wisst, was ihr machen dürft und was nicht. Da ich als grün eingestuft war, hatte ich jedoch keinerlei Einschränkungen und durfte komplett alles mitmachen. Habt ihr also zu den Terminen Zeit (und ist noch ein Platz frei), klebt ihr euch mit einem eurer Barcodes ein (ja, die sind schon sehr modern) und kommt dann einfach vorbei. Außerdem steht es den Patienten frei zum Beispiel abends in der Turnhalle Badminton zu spielen. Vorträge, Film-, Musik- und Leseabende gab es ebenso. Ich hab‘ mir zum Beispiel einen Vortrag über das Watt und eine Vorlesung von Geschichten von Berthold Brecht angehört.

Aber werden wir doch mal konkret. Was habe ich denn als fetter Asthmatiker in den vier Wochen so alles an Anwendungen in der Klinik mitgemacht?

  • Aqua-Jogging – Der Name sagt es doch schon: Joggen im Wasser. Wobei man jetzt nicht einfach nur die ganze Zeit sinnlos im Kreis herumläuft, sondern es vor allem auf diverse Übungen hinausläuft, die man entweder während des im Stand laufen oder normalen Laufens ausführt. Obwohl sehr anstrengend, es ist schließlich ein Ausdauersport, hat es mir verdammt viel Spaß gemacht. Zumal man im Wasser automatisch gekühlt wird und nicht so ekelhaft schwitzt. Es hat aber auch deshalb Spaß gemacht, weil die Physiotherapeuten sich immer wieder was anderes „ausgedacht“ (sie haben es natürlich irgendwo gelernt, aber ihr wisst schon) hat in Sachen Übungen. Es war nie wirklich das gleiche, selbst wenn natürlich bestimmte grundlegende Bewegungen immer vorhanden sind (zum Beispiel das ständige Laufen). Und am Ende wurde oft noch ein kleines aber lustiges Spielchen gemacht. Hoffentlich wird das daheim auch irgendwo angeboten!
  • Asthmaschulung – Ein Teil Theorie, eine Teil praktische Übungen und äußerst leerreich und informativ. Allein dafür hat sich die Kur schon gelohnt. In der Theorie geht es zum einen darum mehr über die Krankheit und die dazugehörigen Medikamente zu erfahren, aber auch um richtiges Verhalten im Alltag und vor allem in Notfallsituationen. In der Praxis werden hingegen Übungen gemacht, die man auch Zuhause ausführen kann und einem nicht nur im Notfall Erleichterung verschaffen. Darunter selbstverständlich Standardsachen wie die Lippenbremse und den Kutschersitz, aber auch noch viel viel mehr.
  • Atemgruppe – „Fühlen Sie ihrem Atem nach“. Ja, äh, schön gesagt, aber was willst du von mir? Gut, die Grundidee habe ich schon verstanden. Wenn man weiß wie die Luft wo hinkommt und wie man sie durch spezielle Übungen dahinschafft, wo man sie haben will, dann ist das natürlich super. Aber mir war das irgendwie zu blöd und wenn man sich nicht drauf einlässt, dann funktioniert das natürlich nicht.
  • Badminton – Keine Anwendung, sondern wie gesagt ein freiwilliges Angebot, das jeder Patient nutzen kann, solange er mindestens einen Mitspieler findet. Als ich davon gehört habe, habe ich natürlich gleich mitgemacht. Praktischerweise war zu der Zeit auch noch einer da, der das früher Mal als Profi im Verein gespielt hat. Da habe ich entsprechend viel gelernt — und verdammt viel geschwitzt. Ich war danach immer fix und alle. Lust drauf das Zuhause weiterzumachen habe ich trotzdem.
  • Bogenschießen – Da war ich klar im Vorteil, auch wenn es eher eine abgespeckte Version ist. Sprich es waren immer circa zehn Leute, vier Bögen, vier Scheiben auf 25-30m, es gab keine Zielvorrichtung und es wurde nur ein Armschutz angelegt sonst nichts. Und nur 50 Minuten Zeit inklusive Auf- und Abbau. Da schafft man selbst mit einer Beschränkung auf drei Pfeile pro Teilnehmer nur 3-4 Runden. Aber dennoch cool, dass das angeboten wird. Hat sicherlich viele auf die Idee gebracht sich das Zuhause auch mal anzuschauen. Und für mich war es eine ganz nette Übung nach der langen Winterpause.
  • Entspannung – Daliegen, einzelne Körperteile anspannen, entspannen und dann die Entspannung „fühlen“. Ganz nett, aber bei jeder Sitzung immer wieder der gleiche Ablauf, deshalb auf Dauer eintönig und auch nicht mehr wirklich entspannend.

Die Sicht vom Amrumzimmer aus auf die beiden Insteln Amrum und Sylt

  • Ergometertraining – Fahrrad fahren. Allerdings natürlich voll Hightech mit Pulssender überm Herz und einer automatischen Regelung der Wattzahl (=wie stark muss ich mich anstrengen). Zu Beginn wird ein Belastungspuls festgelegt (grob 180 minus Lebensalter — meiner war also bei 150) und dann werden die Watt solange nach oben getrieben, bis der Puls so hoch ist. Und dann geht sie langsam wieder runter, bis nach 30 Minuten die Trainingssitzung vorbei und man total fertig ist.
  • Frühgymnastik – Jeden Tag mit Ausnahme von sonntagmorgens um 7 Uhr findet das statt. Was haben mich immer alle angeschaut, wenn ich erwähnt habe, dass ich da mitmache. Entsprechend schwankt die Teilnehmerzahl auch immer nur so zwischen 3-8 Leute. Betreut wird das Ganze jeden Tag von einem anderen Physiotherapeuten und dementsprechend abwechslungsreich sind auch die Übungen, die gemacht werden. Ich fand’s super (anstrengend), aber es ist trotzdem was, was ich Zuhause sicherlich nicht weiterführen werde. Man muss es dann ja doch nicht übertreiben :wink: .
  • Gewichtsreduktionstraining – Viel Theorie, in der ihr vor allem mehr darüber erfahrt wie so ein Lebensmittel aufgebaut ist, was für Teile für den Körper wichtig sind und in welchem Maßen man das und jenes zu sich nehmen soll. Sehr alltagstauglich gehalten und kein bisschen Gepredige. Im Gegenteil hat die Leiterin sogar vieles als Blödsinn und Konterproduktiv bezeichnet, zum Beispiel dieses Heilfasten — sehr zum Ungemach so einiger Teilnehmer, die darauf anscheinend schwören. Ich persönlich fand es sehr informativ und werde mich da sicherlich auch noch weiter damit beschäftigen. Es sollen schließlich noch ein paar Kilo mehr wegfallen. Außerdem im Gewichtsreduktionstraining mit dabei: Eine Messung des Körperfetts und ein Nachmittag (oder Vormittag) in der Lehrküche (inklusive ausgiebigem Essen danach). Letzteres war natürlich besonders interessant. Aber zu wissen, dass ich während der Kur satte 2kg reines Fett abgebaut hab, ist auch schön.
  • Hydro-Jet – Richtige Massagen gibt es zumindest in dieser Klinik nur noch für echte Problemfälle. Die Begründung klingt auch logisch: Eine Massage hilft nur kurzzeitig. Da ist es sinnvoller lieber was zu machen, was auch langfristig was bringt. Aber ganz ohne ging es dann doch nicht — und hier kommt das Hydro-Jet ins Spiel. Das ist eine Art Wasserbett, wo man sich drauflegt und dann von unten computergesteuerte Wasserstrahlen in verschiedener Stärke den Rücken massieren. Nein, nass wird man dabei nicht. Unterm Strich ganz angenehme 15 Minuten, aber jetzt auch nichts, was ich ständig haben muss.
  • MTT-Gerätetraining – Der Überbegriff für all das Zeug, was auch so in den Fitnessstudios steht. Rückenstrecker, Bauchpresse und wie das noch so heißt. Ich durfte „nur“ vier Geräte benutzen, weil ich völlig untrainiert dahingekommen bin. Aber über die vier Wochen hab ich schon das Gewicht bei jedem Gerät mehr oder weniger oft angehoben. Hat also definitiv schon was gebracht.
  • Rückenschule – Neben der Asthmaschulung und dem Aqua-Jogging definitiv mein drittes Highlight, was die Pflichtanwendungen betrifft. Gelehrt wurde die neue Rückenschule. Also nicht mehr mit den Knien arbeiten und Sachen einfach auf den Boden fallen lassen, sondern aus der Hüfte heraus bücken und heben. Auch hier wurde wieder sehr alltagstauglich gearbeitet mit vielen Übungen, die man tatsächlich auch zwischendurch oder während anderen Arbeiten machen kann (wenn man dran denkt). Und natürlich auch die Grundlagen wie rückengerechtes Aufstehen/Hinlegen, Aufheben und Arbeiten (Stichwort „Bewegungssektor“ = nur zwischen den Beinen hantieren und nicht daneben) Und es wurden viele nützliche Tipps gegeben, zum Beispiel in Bezug auf Schuhe (Stichwort „Birkenstock = Müll“). Mal schauen wie lange ich das alles im Kopf behalte und auch aktiv anwende.
  • Schwimmen – Freies Schwimmen, um genau zu sein. Keine Vorgaben was du machst und wie du es machst. Ich bin anfangs regelmäßig 30-60 Minuten ein paar Bahnen vorwärts und rückwärts geschwommen. Nachdem ich Aqua Jogging erhalten habe (wo vorher und nachher auch Gelegenheit zum normalen Schwimmen ist), habe ich das dann aber ziemlich komplett eingestellt. Zweimal am Tag ins Wasser war mir dann doch zu viel.
  • Traumreise – Die meiner Meinung nach bessere Variante der „Entspannung“. Zwar werden im Vorfeld auch hier erst die einzelnen Körperteile gespannt, entspannt und nachgefühlt, aber wenn man dann voll in der Entspannung drin ist, liest die Trainerin noch eine kurze Geschichte vor, auf die man sich ganz konzentrieren soll. Da fällt es mir wesentlich einfacher wirklich loszulassen und, ja leider auch einzuschlafen. Von der Hälfte der Geschichten habe ich glaube ich nicht das Ende mitbekommen. War trotzdem sehr schön und wurde immer auf freiwilliger Basis angeboten.
  • Yoga für Anfänger – Ich hab’s mal mitgemacht, weil ich wissen wollte wie das eigentlich funktioniert. Aber das ist definitiv nichts für mich. Bäume gibt es daheim im Wald genug, da brauche ich mich nicht auch noch dazustellen :smile: .

Warten auf die Fähre in Wyk auf FöhrIhr seht also: Es war ein stattliches Programm, was ich da abgearbeitet habe. Das ging sogar soweit, dass mich die Ärztin bei der dritten Visite ermahnt hat, dass ich mich doch bitte auch mal erholen soll. Langweile ist definitiv was anderes. Unterm Strich waren die Anwendungen auch sehr gut gelungen. So viel Bewegung hatte ich in den letzten 27 Jahren nicht zusammengefasst. Mal schauen wie viel ich davon dann Zuhause aufrechterhalten kann.

Das Personal

Bevor wir nun zum abschließenden Fazit kommen, noch ein paar Worte zum Personal. Die Ärzte, auch wenn der Oberarzt in den Vorträgen ganz lustig war, fand ich persönlich nicht so super. Das liegt natürlich mit daran, dass sie einen nicht wirklich kennen und bei nur einer Visite pro Woche auch nicht wirklich kennenlernen. Vor allem dann nicht, wenn jede Woche jemand anderes über die Akte schaut. Dennoch: Wer nicht genau weiß, was er will und dies dem behandelnden Arzt mitteilt, der wird garantiert nicht glücklich werden mit seinem Behandlungsplan. Eigeninitiative ist das A und O. Leider gibt es immer wieder welche, die das nicht verstehen.

Die wichtigen Leute sind aber eh die Physiotherapeuten und auch wenn der ein oder andere sich kompetenter und freundlicher anfühlte als der andere — unterm Strich kann ich mich nicht wirklich beschweren. Ich fühlte mich jederzeit gut aufgehoben. Mit dem Servicepersonal am Empfang oder in der Kantine hatte ich hingegen nicht viel zu tun, deswegen kann ich da keine Auskunft geben. Die Putzfrau war immerhin nett. Gereinigt wird zweimal die Woche und zu der Zeit steht auch immer ein Wagen mit Handtüchern bereit an dem ihr selbstständig euren Vorrat austauschen könnt. Bettwäsche wurde in den vier Wochen bei mir einmal ausgetauscht.

Fazit

Ich hab‘ im Vorfeld sehr viel Negatives von diversen Leuten nicht nur über Kuren im Allgemeinen, sondern auch die Utersumer Klinik im Speziellen gehört und gelesen. Nach vier Wochen kann ich zumindest aus meiner Sicht sagen: In diesem Fall alles vollkommener Blödsinn. Natürlich ist das Haus nicht ganz ohne Kritik, je nachdem was man an Anwendungen und Personal erwischt. Vom Essen ganz zu schweigen. Aber ich hatte — vermutlich auch weil ich vorbereitet war, wusste was ich wollte und nicht mit der Vorstellung eines Wellness-Urlaubs dort hingefahren bin — nicht nur sehr schöne, sondern auch sehr ertragsreiche vier Wochen auf Föhr. Und das sowohl in Hinsicht darauf, was ich alles so gelernt habe, als auch bei so Sachen wie die bereits erwähnten 2kg Fett, die ich verloren und gleichzeitig sicherlich noch ein halbes Kilo Muskel aufgebaut habe. Und auch meine Atmung hat sich stark verbessert.

Ich würde (und wenn ich es darf, werde auch) jederzeit wieder ins Reha-Zentrum Utersum auf Föhr fahren. Ich kann entsprechend jedem anderen nur einen Besuch empfehlen, wenn eine Erkrankung der Atemwege vorliegt. Wie es bei Krebs und so aussieht, das weiß ich natürlich nicht. Aber von den anderen Patienten, mit denen ich vornehmlich unterwegs war, habe ich nur Gutes gehört. Mit den Dauernörglern habe ich mich wie gesagt erst gar nicht abgegeben :smile: .

Und damit wäre denke ich alles gesagt, was es zur Kur zu sagen gibt. Fragen, Anregungen, Kritik wie immer in die Kommentare. Als nächstes erwarten euch nun fünf traditionellere Einträge, die ich bereits während des Aufenthalts verfasst hatte. Vier Wochen ganz ohne Schreiben habe ich es dann doch nicht ausgehalten.

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17 Kommentare

Da schliess ich mich mav doch einfach mal an :) Ansonsten isses aber echt en sehr interessanter Bericht, hat unerwarteterweise richtig Spaß gemacht, ihn zu lesen ^^. Kann man da auch nur zum abspecken hin ? ;) ich fürchte nicht, oder?

Glaube nicht. Laut DRVB geht es dort "nur" um diese drei Hauptarten von Krankheiten:

– Erkrankungen der Lunge und der Atemwege einschließlich der Erkrankungen im HNO-Bereich
– Frauenkrankheiten, speziell bösartige Erkrankungen der Brust und der weiblichen Geschlechtsorgane
– bösartige Erkrankungen der Lunge und der Atemwege

Gewichtsreduktion gehört da dann nur zu Mitindikatoren.

Quelle: http://utersum.deutsche-rentenversicherung-reha-zentren.de/Utersum/de/Navigation/home_node.html en/utersum/startseite_index.html?nn=44726

Der Herr also wieder im Hauptquartier (zuvor bereits über Twitter mitbekommen) – gut so! :)

Ich wäre mit diversen Trainings teils wohl überfordert gewesen, denn mir fehlt es an Bewegung. Aber so wie sich das liest, war es doch recht abwechslungsreich.

Würde mich ja gerne vielleicht mal wieder ans schwimmen machen, aber die Möglichkeiten hier in Umgebung sind nicht optimal, meist handelt es sich mehr um so Unterhaltungsanlagen <_<

Ich hab‘ mal spaßeshalber eine Seite von einem meiner Behandlungspläne eingescannt und in den Eintrag eingebunden (draufklicken für die große Version).

Am Montag ist da nichts gegengezeichnet, weils an dem Tag ne neue Version vom Plan gab.

Das sieht ja aus wie mein Terminkalender auf der Cebit ;) . Beachtlich, was du da alles auf dem Programm hattest – wenns dir am Ende gut getan hat, wars das ja wert. Und die Nordseeinseln sind generell immer einen Besuch wert!

Hallo…

Whow, dass sind ne Menge Eindrücke!
Sehr schön geschrieben. Hab mich sehr amüsiert, beim lesen! :smile:
Hab da mal ne Frage…
Ende Mai geht meine Reise zur Insel Föhr, in die Reha-Klinik.
Irgendwo (wo, weiß ich leider nicht mehr *schäm*) hab ich gelesen, dass man ein TV-Gerät gegen Gebühr leihen kann… :wassat:
Ist dem so, oder ist ein TV in jedem Zimmer?

Danke schonmal im Voraus für eine Antwort…

LG Andrea :smile:

In jedem Zimmer hängt ein Fernseher. Du musst dir jedoch am Kiosk eine Fernbedienung gegen Gebühr leihen, sonst bekommst du nur einen Radiosender zu hören und den Klinikkanal zu sehen.

Das hört sich doch schonmal gut an… Danke für die Info @ Sicarius!!! :smile:
Muss ich noch irgendwas relevantes wissen über die Klinik?
Bis auf einer Mutter-Kind-Kur, hab ich noch keine Kur angetreten.
Ok, dass es dort Nörgler gibt, die die Kur mit "Urlaub" verwechseln hab ich schon aus mehreren Foren mitbekommen. Ich seh das so… Wenn solche Leute nicht den Grund, nämlich ihre Gesundheit in den Vordergrund stellen, dann sollten die doch einfach nen All in Urlaub buchen! :wink:
Ich trete diese Kur zwecks meines Asthmas, COPD und diverse Allergien an. Das alles wurde erst Anfang des Jahres heraus gefunden. Mein persönliches Manko… Ich kann die Finger nicht von den schei*** Zigaretten lassen! :sad:
Aber da wird ja auch ein Nichtraucherkurs angeboten, wie ich der Broschüre entnommen habe… Hat da jemand sonst noch nen Tipp, wie ich von den Glimmstengeln weg komme?
Ansonsten werd ich dort ganz entspannt hinfahren in der Hoffnung, dass es mir danach im Ganzen besser geht und ich soweit fit bin, dass ich mir eine neue Arbeitsstelle suchen kann!
Schönen Tag und Gruß… Andrea :smile:

Hej,
jetzt hat's mich doch vor ein paar Tagen tatsächlich auch mal wieder hierherverschlagen, nachdem meine Mum mir von dem Kur-Eintrag erzählt hat.. Irgendwie hab ich BS völlig aus dem Blickfeld verloren, wahrscheinlich zu wenige Kessy-Einträge und zu viele über Spiele, die ich eh nie spielen werde..
Cool, dass es dir so gut auf Föhr gefallen hat und vor allem, dass es auch echt was gebracht hat anscheinend.
Super Bericht – ich hab mich teilweise echt amüsiert und gleichzeitig ist er wahnsinnig informativ.
Ganz ehrlich hab ich beim lesen direkt automatisch angefangen zu überlegen, ob meine Probleme mit Allergien usw. wohl auch für so 'ne Kur reichen könnten.. Ich will da hin!
Ein paar Fragen hat's aber auch aufgeworfen:
Wie zur Hölle findet man bei SO 'nem Tagesprogramm (Respekt übrigens) auch noch die Zeit, 5 Stunden (!!!) in die Stadt zu laufen? Und dann auch noch wieder zurück, oder wie? Hat man am Wochenende frei, oder so?
Wieso macht man sowas freiwillig im Februar? Ist Frühjahr/Sommer nicht viel schön.. äähh.. sinnvoller? Das Foto vom Eisschollen-Meer find ich zwar sehr hübsch und faszinierend (sieht ja aus wie in der Arktis.. ich war noch nicht oft im Winter am Meer, aber da war das nie zugefroren :( ), aber ist so 'ne Nordseeinsel nicht gerade heuschnupfentechnisch das Paradies schlechthin in der Blütezeit?
Für mich als heuschnupfengeplagten Laien wär's logisch, dem ganzen Zirkus auf die Art für ein paar Wochen zu entfliegen.. Ist das etwa taktisch doch unklug?
Und wie sieht's inzwischen aus – schon zum Badminton und Aquajogging (ich find's ja echt witzig, ich kenn bisher nur Damen jenseits der 40, die sowas machen – kann mir aber trotz aller Vorurteile vorstellen, dass das Spaß macht) angemeldet und immernoch motiviert bei der Sache?

@Andrea – Ja, Nichtraucherkurse gibt es da. Die Teilnahme daran ist auch für alle Raucher Pflicht soweit ich das weiß. Kann ja schließlich nicht angehen, dass drinnen umfangreiche Lungentherapie gemacht wird und derjenige dann direkt raus an den Strand geht, um eine zu rauchen. Machen aber natürlich leider trotzdem viele…

Und wegen Tipp: Der erste Schritt ist, es auch wirklich zu wollen. So mit Neujahrsvorsatz und so klappt das Aufhören mit egal welcher Sucht nie. Klar, ich selbst war nie Raucher. Aber dafür waren Süßigkeiten mein Laster und auch Schokolade kann zur Sucht werden.

@Daiah

– Sonntags ist nie Therapie (nur das was du halt freiwillig machst wie Schwimmen, Badminton, Mukkiebude, Fahrrad fahren) und auch samstags sind höchsten 2-3 Stück. Die Klinik bietet da auch selbst dann Ausflüge an (z.B. auf eine der Hoogen oder eine Inselrundfahrt). Da hast du schon eine Menge Zeit, die du totschlagen musst :smile: .

– Für die Lunge ist die kalte Luft tatsächlich am besten. Aber das war jetzt nicht wirklich der Grund, warum ich den Termin so gewählt hatte. Ging einfach um's berufliche. Im Februar konnte ich eher mit Ruhe mal vier Wochen meinen Arbeitsplatz vergessen.
Ich würde aber tatsächlich auch in Zukunft so einen Termin wählen, weil in der Zeit (wie erwähnt) die Insel wirklich komplett leer ist. Da hat man seine Ruhe vor den ganzen nervigen Touries.

Und ja, wenn du deiner Allergie entfliehen möchtest, dann ist es eher ab März/April sinnvoll hochzufahren.

– Ja, Aquajogging und Badminton mache ich mittlerweile regelmäßig (nur derzeit nicht weil Schulferien und da findet beides nicht statt :sad:).

Wg. Alter: Ja, das sind beim Aquajogging schon größtenteils etwas ältere Damen (und ein paar Herren) und auch meist mit etwas mehr auf den Hüften. Hin und wieder ist zwar auch jüngeres Blut dabei, aber das ist ja jetzt nicht wirklich der Grund warum ich da hingehe. Vielleicht wird auch das Verhältnis ab Mai anders. Dann geht's nämlich raus ins Waldschwimmbad.

Moinsen…
Jo, ich will schon aufhören! Aber hier sind gerade zuviele negative Aspekte, die mich da nicht unterstützen! :sad:
Ich werd sehen, wie ich mich in der Kur "schlage"! :wink:

Wollte es mir auch nicht nehmen lassen, euch allen noch frohe Ostern zu wünschen und das ihr alle fit bleibt! :smile:

Nächstes Jahr darf ich wieder! Allerdings ist für den Beginn der 4 Jahres-Frist der letzte Kurtag relevant. Sprich ich kann dann erst ab März beantragen und werde entsprechend dann dieses Mal im Sommer hochfahren (wenn alles so genehmigt wird, wie ich mir das vorstelle :smile: ).

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