Und da kommen sie wieder hoch, die Diskussion. Welche ich meine? Ist doch eigentlich völlig egal. Bei bestimmten Themen weiß man sofort, was einen in den Kommentaren erwartet. Immer und immer wieder wird das gleiche durchgekaut und jedes Mal ist der Ton so unglaublich hasserfüllt. Da kann man nur mal wieder mit dem Kopf schütteln. Aber ich komme auf das Thema ganz aktuell unter anderem durch die Ankündigung der BFG Edition von DOOM 3.

Teaserlogo zur BFG Edition von DOOM 3Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Die BFG-Edition von DOOM 3 ist quasi ein HD-Remake für PC, X360 und PS3. Das Original erschien 2005 ja nur für Xbox (die PC-Version ist von 2004). Natürlich kann man sich an der Stelle schon fragen, für was DOOM 3 ein HD-Remake braucht. Das Spiel sieht auch heute noch fantastisch aus, wenn man mal von den etwas niedrig aufgelösten Texturen hier und da absieht. Aber Carmack hat wohl noch einmal Hand angelegt und nicht nur die alte id Tech 4 ein bisschen aufgebohrt, sondern auch noch einen 3D-Modus eingebaut. Außerdem neu: Eine sieben Level umfassende Solokampagne namens „The Lost Mission“ und ein Checkpoint-Speichersystem. Nein, nicht gleich schon wieder aufregen. Der Re-Release ist ganz klar erst einmal für die Konsolen gedacht. Da macht es schon Sinn das Speichersystem zu überarbeiten.

Der Stein des Anstoßes

Die dritte, bislang bekannte Neuerung in der BFG Edition: Eine Taschenlampe, die an eurer Rüstung festgemacht ist, ihr also jederzeit einsetzen könnt. Und wer 2004 im Internet unterwegs war, der weiß nun genau, worüber in den Kommentaren schon wieder diskutiert wird. Es stieß nämlich sehr vielen lautstarken Usern äußerst negativ auf, dass man im Original nur die Wahl hatte zwischen Schießen oder Leuchten. Nun wird die Diskussion noch einmal umgedreht geführt. Die Verfechter der alten Variante finden die Neuerung doof und die, die damals schon gemeckert haben, hauen natürlich wieder dazwischen.

Auf welcher Seite ich stehe, fragt ihr? Nun, ich hoffe inständig, dass da doch noch irgendein Handicap mit drin ist wie eine Batterie, die langsam zu Neige geht oder so etwas. Trotz der teleportierenden Gegner lebt DOOM 3 massiv von seiner gelungenen Horroratmosphäre, die speziell durch den genialen Einsatz von Licht und Schatten noch weiter verstärkt wird. Der Marsausflug ist sehr düster, es gibt viele stockdunkle Ecken und von überall können Gegner urplötzlich auftauchen. Der Zwang sich zwischen Taschenlampe und Waffe zu entscheiden, verstärkte da noch das bedrückende und beängstigende Spielgefühl und machte den Titel so doch zu mehr als nur einem tumben Ego-Shooter. Man kann viel über DOOM 3 meckern, aber dass man sich beim Spielen im Dunkeln sehr schnell in die Hosen gemacht hat, bestreiten selbst die größten Kritiker nicht. Und meine Befürchtung ist nun eben auch, dass dies in der Neuauflage ein Stück weit flöten geht, wenn die Taschenlampe dauernd an sein kann. Aber warten wir es mal ab. Ich werde auf jeden Fall wieder zugreifen. Als id-Fanboy ist das ja meine Pflicht :wink: .

Old-School-RPG

Viel spannender fand ich jedoch die Ankündigung, die vorgestern kam: Project E von Larian Studios wurde endlich offiziell gemacht. Und was versteckte sich die ganze Zeit dahinter? Divinity: Original Sin. Anders, als auch von mir im Vorfeld erwartet, handelt es sich um ein Prequel. Erst Project F soll dann Divinity III werden, soweit sich das zwischen den Zeilen herauslesen lässt. Interessanterweise ist Divinity: Original Sin nicht nur ein Prequel in Hinsicht auf die Hintergrundgeschichte, sondern in gewisser Weise auch zur Serie selbst, denn Larian kehrt zurück zur isometrischen Ansicht des ersten Teils — wenn auch dieses Mal komplett in 3D und mit frei dreh- und zoombarer Ansicht. Das ist etwas schade, weil ich die 3rd-Person-Ansicht von Teil 2 schon sehr nett fand und ich mir schon gerne einen weiteren Risen/Gothic-Konkurrenten gewünscht hätte. Aber gut, 2014/2015 vielleicht wieder.

Herstellerbild von Divinity: Original SinDie ersten Screenshots erinnern auf jeden Fall vom Grafikstil doch sehr an Diablo III. Alles sehr bunt und so. Nur der letzte Anime-Anstrich scheint zu fehlen. Interessanter sind sowieso die spielerisch relevanten Features. So sollen wir mit einem Großteil der Welt interagieren können. Im Video wurde in der Hinsicht die Möglichkeit gezeigt einen Pilz aufzunehmen und ihn direkt auf die Waffe zu schmieren, um temporären Giftschaden zu erhalten. Es klang aber auch so heraus, dass uns wohl das ein oder andere Rätsel erwarten wird von wegen „trag die Kiste mal da und dort hin“.

Entscheidungen!

Hellhörig wurde ich auch beim neuen Dialogsystem. Das Spiel wird nämlich komplett auf Multiplayer beziehungsweise Koop für zwei Spieler ausgelegt sein. Wenn ihr nun mit einem NPC sprecht und eine Auswahl treffen müsst, dann haben beide Spieler die Möglichkeit darüber zu entscheiden anstatt nur dem Hoster der Session wie es bisher immer der Fall war. Allerdings reden wir hier nun nicht von „Phasing“, also der durch World of WarCraft-etablierten Methode jedem Spieler seine eigene Welt vorzugaukeln und so echte Auswirkungen auf die Spielwelt zu ermöglichen.

Nein, bei Divinity: Original Sin wird schlicht im Hintergrund dann aufgrund irgendwelcher Werte ausgewürfelt, wer mehr Recht hat und dessen Entscheidung genommen. Klingt definitiv ganz nett, auch wenn ich mir in Zukunft schon noch stärkere Auswirkungen wünsche, wie zum Beispiel bei Binary Domain, wo die Teammitglieder (in der Theorie) dann nicht mehr auf die eigenen Befehle hören und derlei Zeugs. Wobei das natürlich mit menschlichen Mitspielern eher schlecht machbar ist. Da fühlt sich dann schnell einer benachteiligt. Aber dafür lässt sich Divinity: Original Sin ja auch solo spielen. Da übernimmt man dann beide Charaktere gleichzeitig. Dank des rundenbasierten Kampfsystems ist das ja kein Problem.

Die Spielereien in dem Bereich sehen auch schon richtig cool aus (Eiszauber, dann mit einem Feuerball schmelzen lassen und einen Blitzzauber hinterher, um die Gegner zu brutzeln). Am Ende ist aber natürlich immer die Frage: Wie oft nutzt man tatsächlich solche netten Ideen und was macht man nur einmal und dann nie wieder. Wir als Spieler gehen ja immer den Weg des geringsten Widerstands. Aber wie sagte ich schon vor ein paar Absätzen: Warten wir es einfach mal ab. Von Larian erwarte ich auf jeden Fall nur gutes :smile: .

Das andere Spiel

Ach und gleichzeitig mit der „Enthüllung“ von Divinity: Original Sin hat Daedalic Entertainment verkündet, dass sie Divinity: Dragon Commander in Deutschland, Schweiz und Österreich vertreiben werden inklusive einem Satz neuer Screenshots des Spiels im Anhang, auf denen erstmals die neue Engine zu sehen ist. Auf der gamescom im letzten Jahr lief es ja noch mit der alten von Divinity II: Eco Draconis. Und auch wenn ich den neuen Look etwas gewöhnungsbedürftig finde, macht es doch immer noch einen sehr guten Eindruck. Erscheinen soll es im 2. Quartal 2013. Ich freue mich drauf.

Am Montag erwarten euch an dieser Stelle dann voraussichtlich Angespielt-Berichte zu TRON: Evolution (DS) und Risen 2: Dark Waters.

Sicarius

Vorbestellen — aber wo?

„Bestellen sie Monstersimulator XY bei GammelHop vor, um die exklusive Pistole 34 zu erhalten!“, „Nein, kommen sie lieber zum Eingeborenen, dann kriegen sie exklusiv die lilafarbene Rüstung!“, „Hören sie nicht auf die beiden. Nur bei uns, dem Hutmacher, kriegen sie die exklusive Multiplayer-Karte Timbuktu und den gelben Helm dazu!“ — Kaum taucht ein halbwegs gehypter Titel mit einem genauen Releasedatum in den Verkäuferlisten auf, schon geht es los mit den unsäglichen Pre-Order-Boni.

Damit meine ich jedoch nicht Vorbesteller-exklusive DLCs oder andere Extras, die jeder Käufer unabhängig vom Händler erhalten kann. Da fühlt sich zwar auch der ein oder andere auf den Schlips getreten, aber die Firmen tun natürlich alles, um euch einen Kauf am Releasetag schmackhaft zu machen.

Werbeflyer zur Pre-Order-Aktion von Hitman 5 bei GameStopUnd auch die andere Art von Exklusivdeals zwischen Publisher und Händler sind heute nicht unser Thema. Ich meine die Aktionen, wo eine bestimmte Spezialedition nur bei dem und dem Vertrieb zu haben ist. Das ist zwar auch nicht gerade kundenfreundlich und ich ärgere mich genauso wie jeder andere darüber wenn ich „gezwungen“ werde bei einem bestimmten Verkäufer zuschlagen zu „müssen“. Aber ich weiß zumindest, dass ich bei allen anderen Händlern, die auch diesen Deal unterschrieben haben, die genau gleiche Edition erhalten würde. Nein, ich habe ein Problem mit den ganzen DLC-Deals, welche die Publisher mit GameStop, Saturn, Amazon & Co. abschließen — und das immer häufiger.

Is‘ doch egal!

Klar, die Aktion hat für beide Seiten handfeste Vorteile. Die Händler können mit solchen Boni super werben und werden unter Garantie ihren Absatz entsprechend steigern können. Der Publisher kriegt hingegen seine Ware zu, für ihn, besseren Konditionen los ohne zu viel Aufwand treiben zu müssen. So ein zusätzliches Waffenmodell erfordert nicht viel Manpower und wird zudem zu einer Zeit in der Entwicklung erstellt, wo der Grafiker sowieso nicht mehr in Arbeit ertrinkt. Dass die Elemente absichtlich zurückgehalten werden, halte ich hingegen für ein Gerücht. Das wird wie die meisten DLCs separat angefertigt. Außerdem profitieren beide Parteien zusätzlich von den Werbemaßnahmen des jeweils anderen.

Gleichzeitig kann man aus Kundensicht argumentieren, dass diese Art von Pre-Order-Boni sowieso in 99% aller Fälle völlig sinn- und nutzlos ist. Gerade wenn die zusätzlichen Elemente definitiv nur über die Aktion zu haben sind, können logischerweise keine spielentscheidenden Sachen dabei sein. Was bringt es, wenn ein paar tausend Käufer in der westlichen Welt, vermutlich sogar noch verteilt über PC und Konsolen, Multiplayer-Karte XY gekauft haben? Die Wahrscheinlichkeit, dass sie die tatsächlich im normalen Spielbetrieb erleben werden, liegt ziemlich nah an den 0%. Das sieht man doch schon an Quake Live. Ich hatte ein Jahr lang das Premium-Abo. Die exklusiven Karten und Spielmodi konnte ich aber so gut wie nie spielen, weil es insgesamt zu wenige Premium-Kunden gab. Und selbst bei reinen Einzelspielerobjekten werden sich die Entwickler hüten die Balance zu stark durch solche Sachen zu verändern und so Gefahr zu laufen den Spielspaß negativ zu beeinflussen. Da ist es doch völlig egal, ob man jetzt den einen oder den anderen Bonus erhält.

Wo ist also das Problem an der ganzen Sache? Für uns als Konsumenten ist es ein netter kleiner Bonus, wenn wir es kriegen. Aber wir können auch genauso gut drauf verzichten. Und für Publisher und Händler ist es im Gegenzug eine klare Win-Win-Situation.

Das „Aber“

Nun, zum einen ist es aus Spielersicht blöd, weil man unter diesen Umständen niemals das „komplette“ Spiel erhalten kann, ohne es sich mehrfach zu kaufen oder gar irgendwelche Zusatzperipherie zu erstehen. Es geht ja mittlerweile schon so weit, dass sogar DLC-Codes bei Mäusen, Mauspads, Kopfhörern und ähnlichem Mist dabei sind. Egal ob sinnlos oder nicht — da bleibt immer ein fader Beigeschmack und doch ein Stück weit das Gefühl etwas zu verpassen. Vor allem wenn dann im Spiel irgendwo dominant ein „Lösen sie ihren Code ein“ zu sehen ist. Zum Beispiel damals in Das schwarze Auge: Drakensang, wo im ersten Gebiet ein NPC steht, der von mir als Spieler einen Geheimcode haben möchte. Im ersten Moment könnte man durchaus meinen, dass das ein ganz normaler Quest ist. Erst nach etwas Recherche kommt man drauf, dass es sich hier um eine exklusive Pre-Order-Aktion von Amazon handelte. Nicht schön. Allerdings gibt es diese NPCs natürlich auch bei „normalen“ DLCs, entsprechend ist dies nur ein halbes Argument gegen diese Exklusivdeals.

Es ist zum anderen aber auch, zumindest aus meiner Sicht, ein sehr gefährlicher Trend. Noch sind es nur kleine, nutzlose Boni. Aber wer weiß wo das noch hinführt? Schaut euch nur mal die Guild Wars 2-Thematik an. Die Collector’s Edition gibt es überall zum Vorbestellen. Wirft man jedoch einen genaueren Blick darauf (oder hat jemanden wie JakillSlavik, der sich auskennt :smile:), wird man einen Unterschied feststellen: Bei einigen Händlern gibt es zusätzlich noch einen Early Access, die Teilnahme an den Beta-Wochenenden und ein exklusives Ingame-Item dazu. Wer nicht weiß, dass es da einen Unterschied zwischen offiziell von NCSoft genehmigten Händlern und normalen gibt, der kann sich da ganz schnell vergreifen. Vor allem da die ohne das zusätzliche Stuff auch noch billiger ist. Da greift ein normaler Käufer natürlich noch eher zu ihr. Und bevor mich Jakill jetzt in den Kommentaren korrigiert: Ja, ich habe die Sache etwas vereinfacht dargestellt. So kriegt man bei der einen Pre-Order schon vorab eine DVD-Hülle mit Key zugeschickt, bei der anderen erst zum Release die ganze Packung. Aber der zentrale Punkt bleibt: Ich als Käufer habe einen klaren Nachteil, wenn ich aus Unwissenheit oder weil ich nicht genau hingeschaut habe zur „falschen“ Edition greife.

Und von da ist es nicht mehr weit zu GameStop-exklusiven Story-Missionen oder alternativen Amazon-Enden, auch wenn ich weiter oben etwas anderes behauptet habe. Mit DLCs wie „Aus der Asche“ für Mass Effect 3 oder „Die Schatzinsel“ für Risen 2: Dark Waters, wo bereits relevante Teile aus dem Spiel geschnitten und als Pre-Order-Bonus für alle verkauft werden, wurde der Anfang ja bereits gemacht. Und wenn der jeweilige Händler genug Geld bietet, dann kann selbst der beste Entwickler auf Druck des Publishers schwach werden und seine Vision entsprechend anpassen.

Und das, meine Damen und Herren, will sicherlich nicht einmal jemand wie Azzkickr, der sich sowieso so gut wie kein Spiel mehr kauft.

Sicarius

Das Retail-Wunschkonzert

Jetzt habe ich ausführlich dargelegt, warum eine Boxed Copy noch lange nicht zum alten Eisen gehört und außerdem erklärt, warum ich persönlich so auf die Pappschachteln/DVD-Hüllen schwöre. Heute — ja, dies ist tatsächlich eine komplett durchgeplante Eintragsserie, die ich schon während der Kur grob zusammengestellt hatte :smile: — will ich mich mit euch darüber unterhalten, wie so eine Retailpackung im Optimalfall aussehen sollte und mit welchem Inhalt eine Collector’s Edition aus meiner Sicht ihr Geld wert ist.

Die normale Version

Foto der normalen Retailbox von Dungeon Siege: Legends of ArannaNostalgiker schwärmen immer von der guten alten Zeit, als es noch Euroboxen vollgepackt mit Goodies gab. Meist wird irgendein Ultima angeführt mit seinen Stoff- und Tarotkarten, Würfeln und was weiß ich noch alles. Das heutzutage standardmäßig in der normalen Ladenfassung zu erwarten halte ich jedoch für völlig überzogen.

Ja, die Preise für Videospiele sind seit den 80igern nicht gestiegen. Im Gegenteil sind sie stellenweise sogar gesunken. Vom schnellen Preisverfall nach Release ganz zu schweigen. 100-120 DM oder mehr waren schon damals die Regel. Da argumentiert gerne der ein oder andere, dass es ja dann heute auch noch die dicken Boxen fürs gleiche Geld geben könnte. Nur wird nicht berücksichtigt, dass die Produktionskosten selbst eines nur grafisch halbwegs aktuellen Titels mit moderatem Umfang massiv nach oben gegangen sind.

Außerdem sind wir doch mal ehrlich: Die meisten Leute wollen doch den ganzen Firlefanz gar nicht. Deshalb sieht aus meiner Sicht die physische Mindestausstattung einer Retailversion so aus:

  • Eine normale DVD-Box. Dieser Unsinn mit Klappschachtel Drumherum mag Marketingtechnisch schöner sein, aber es ist eine totale Ressourcenverschwendung, wenn dann doch nicht mehr als die DVD-Hülle drin ist. Im Bereich der Casual Games geht der Trend sogar wieder zur schmalen Eurobox ohne aber den zusätzlichen Inhalt versteht sich. So ein absoluter Blödsinn.
  • Ein Wendecover mit einer Seite ohne USK-Logo. Stört mich zwar persönlich nicht und ich nutze es auch nicht, aber es ist eine sinnvolle und einfache Sache, über die sich sehr viele Käufer freuen.
  • Ein anständiges und farbiges Handbuch. „Anständig“ heißt: Es muss mindestens eine Übersicht über die Tasten- und/oder Controllerbelegung, eine Erklärung des Interface und ein rudimentäres Tutorial enthalten sein. Eben all die Informationen, die ich brauche, um wieder schnell ins Spiel reinzukommen, wenn ich es mal ein paar Tage zur Seite gelegt habe. Zusätzliche Geschichten, Auflistungen und dergleichen sind aber natürlich auch immer gern gesehen. Und natürlich eine komplette Auflistung aller Mitwirkenden. Ihr wisst schon, für MobyGames.
  • Wenn nötig, dann den CD-Key hinten auf dem Handbuch. DVD-Hüllen können immer mal wieder kaputt gehen — selbst bei mir. Da will ich die Möglichkeit haben sie unkompliziert auswechseln zu können ohne daran denken zu müssen, dass ich den Key noch rausmachen muss. Gibt sicherlich den ein oder anderen, der seinen Key unbeabsichtigt weggeschmissen hat deswegen. Und selbst wenn ich es nicht vergesse: Nach dem Abmachen hält der Kleber eh nicht mehr.

    Und hört um Gottes Willen endlich damit auf die CD-Keys auf das Installationsmedium zu pressen! Merkt denn keiner von euch, wie bescheuert das ist? Der Key wird während der Installation gebraucht und während der Installation ist die CD/DVD im Laufwerk. Wie soll ich da bitteschön den Key ablesen?!

Darauf aufbauend sind einfache, aber nützliche Papierkarten der Spielwelt (bei Open World-Titeln), handliche Übersichtstabellen mit beispielsweise den wichtigsten Kampfkombos (bei Beat’em Ups) und der Soundtrack auf CD gern gesehene Extras, die ohne viel zusätzlichen Aufwand Platz in einer DVD-Hülle finden. Sachen wie Schlüsselanhänger, Aufkleber oder Postkarten sind hingegen zwar ganz nett, aber die brauche ich nicht einmal in der teureren Spezialversion, von daher verzichte ich gerne drauf. Lieber das Geld in eine Soundtrack-CD investiert. Die aber bitte entweder vollständig digital getagged oder mit Tracklist. Es gibt nichts schlimmeres als einen Soundtrack, der als „Heinrich Wohnung – Mittelzimmer – Track 01“ in meiner Playlist steht.

Die Spezialfassung

Bei den Spezialversionen müssen wir zwischen zwei Unterscheiden: die durchschnittliche Packung und die Luxusvariante. Bestes Beispiel ist Risen 2: Dark Waters. Da gibt es einmal die normale Collector’s Edition und zusätzlich noch die ganz dicke Variante namens Stahlbarts Schatz. An beide stelle ich natürlich unterschiedliche Anforderungen. Dazwischen liegen preislich schließlich auch locker mal 30-50 Euro. Eine gute Collector’s Edition enthält entsprechend aus meiner Sicht folgende, physische Objekte:

    Herstellerbild zur Risen 2: Dark Waters Collector's Edition

  • Eine höherwertige und einzigartige Umverpackung. Zum einen sollte sie komplett frei von USK- und PEGI-Logos sind sowie jedweder Werbung auf der Rückseite und zum anderen darf auf dem Karton auf keinen Fall das normale Covermotiv prangen. Wenn ich schon mehr Geld investiere, dann erwarte ich auch etwas Schöneres und Stylisheres. Sie muss nicht zwingend ewig groß sein, aber in Hinsicht auf die folgenden Punkte, reicht eine etwas dickere DVD-Box normalerweise nicht aus.
  • Eine separate Hülle für das Spiel. Von mir aus kann es die ganz normale Retailbox sein, schöner ist es aber natürlich, wenn auch hier individueller gearbeitet wurde und zumindest ein „Collector’s Edition“ oder so drauf prangt. Das hilft auch bei der Archivierung. Was ich absolut hasse ist, wenn das Medium oder die Box, wo es drin ist, mit in die Umverpackung integriert ist und ich dann so ein dickes Ding ins Regal stellen muss. Ja, auch Mass Effect 3 hat wieder so ein blödes Format.
  • Eine Soundtrack-CD ist Pflicht und zwar entweder mit in der speziellen Spielebox oder separat in eigener CD-Hüller mit ansprechendem Cover oder gar ganz exklusiver Verpackung. Ich würde mir sogar wünschen, dass es nicht nur eine Score-CD gibt, sondern auch die lizensierten Lieder mit drauf sind. Ihr habt doch eh schon für eine so und so viele tausendfache Verwendung bezahlt. Da sollte das doch auch kein Problem sein.
  • Ein hochwertiges und informatives Artbook. Hochwertig heißt nicht, dass es zwingend Hardcover sein muss. Das kann man sich für die Luxusvariante aufheben. Aber anständiges Papier und hochformatig. Diese kleinen DINA6-Heftchen sind scheiße! Da erkennt man nichts und die meisten Bilder sind über beide Seiten gestreckt, haben also eine Falte in der Mitte.

    Und informativ heißt: Text. Viel Text! Schöne Bildchen sind ja ganz nett, aber so komplett ohne Infos dazu bringt mir das auf Dauer gar nichts. Artbooks ohne Text sind die, die man einmal kurz durchblättert und dann nie wieder aus dem Schrank holt. Die brauche nicht einmal ich. Bei American McGee’s Alice: Madnes Returns haben beispielsweise die jeweiligen Künstler zu fast allen ihren Werken einen 1-2 Zeiler dazu gepackt. Das reicht schon, um mehr darüber zu erfahren, was sich derjenige dabei gedacht hat.

  • Eine informative Making-of-DVD/Blu-ray. Nicht einfach die poppelige Mini-Webserie draufpacken, die ihr im Vorfeld veröffentlicht habt. Ich will neues und vor allem mehr Material sehen und das in bestmöglicher Qualität. Bestes Beispiel sind die Blizzard-Werke. Da sind nicht nur alle Zwischensequenzen drauf (inkl. Audiokommentar), sondern auch noch zahlreiche Featuretten und Interviews. Richtig geil wäre sogar ein spielbarer Prototyp aus der Entwicklungszeit. Aber das haben sich bislang nur sehr, sehr wenige Firmen getraut.
  • Thematisch passende und hochwertige Goodies. Kulis, Schlüsselanhänger oder Feuerzeuge (ungefüllt natürlich) mit dem Spielelogo kann jeder machen und davon habe ich hunderte. Aber einen Fallout-Boy-Bubblehead gibt es eben nur bei einem Fallout-Spiel oder ein Gothic-Amulett. Richtig cool war auch die Idee mehrere Päckchen Kräutersamen zu Die Siedler 7 dazu zupacken oder die solarbetriebenen Spielzeuge bei ANNO 2070 (auch wenn die nicht sehr hochwertig waren). Oder ganz aktuell bei Diablo III der Diablo-USB-Halter mit dem Kristall-USB-Stick. DAS sind Sachen, die sind cool, einzigartig und passen zum Thema.
  • Hochwertige Karten, Poster und dergleichen. In der CE muss die Karte der Spielwelt großformatig, mit vielen Details und aus Stoff sein. Eben etwas, was ich mir auch an die Wand hängen würde. Poster genauso. Ein doppelseitiges A3-Poster mit dem Covermotiv und am besten auch noch dem Logo und den Firmennamen drauf hängt sich kein Schwein an die Wand! Das muss großes Hochglanzpapier mit einem schicken Motiv sein.

Für so eine Box gebe ich liebend gerne 30 Euro über der unverbindlichen Preisempfehlung der normalen Version aus und habe dabei das Gefühl echten Mehrwert für mein Geld erhalten zu haben. Für die Luxusvariante, die dann gerne mal die 100 Euro überschreiten darf, muss aber dann auch noch folgendes dabei sein:

    Herstellerbild zur Borderlands 2 Deluxe Vault Hunter's Collector's Edition

  • Eine hochwertig verarbeitete, große und, ganz wichtig, ikonische Figur oder ein anderes sofort erkennbares Element aus dem Spiel, das in die Realität überführt wird wie zum Beispiel der Volksempfänger bei Homefront. Am schlimmsten ist es, wenn das Ding beim Auspacken schon nur so nach Plastik stinkt, sich nicht ohne Gewalt zusammenbauen lässt und auch sonst einfach billig aussieht. Oder es wird irgendein unterwichtiger Nebencharakter dargestellt, den vielleicht das Marketing cool fand, aber tatsächlich keine Sau kennt. Gell, Final Fantasy?
  • Ein Hardcover-Artbook, vielleicht sogar mit noch mehr Umfang als das Artbook in der normalen Version.
  • Eine richtig exklusive Packung, die thematisch zum Spiel passt. Zum Beispiel damals bei Dungeon Kepper 2 das Gefängnis wo auch gleich Horny besser zur Geltung kam. Das stelle ich mir sogar komplett ins Regal. Oder ganz aktuell die Borderlands 2-Kiste.
  • Noch mehr Goodies, die thematisch zum Spiel passen. Sammelkarten (World of WarCraft), Münzen, Ringe und sowas. Von mir aus auch ein paar Postkarten und Sticker.

Natürlich lässt sich das alles untereinander vermischen und es gibt auch so einige weitere Sachen, die ich jetzt vergessen habe, die man dazu packen kann. Aber ich denke, ihr habt jetzt einen guten Überblick darüber, was zumindest ich an physischen Goodies haben möchte. Was dann rein digital noch dabei ist, ist wieder ein anderes Thema. Und wenn ihr jetzt nach anständigen Collector’s Edition sucht: Alles was Blizzard anzubieten hat, ist auf jeden Fall sein Geld wert. Dann wäre zum Beispiel noch die Jagged Alliance: Back in Action-CE, die Risen 2: Dark Waters-CE oder auch die Heroes of Might & Magic VI-Box.

Ach und natürlich gilt es generell immer Vorsicht walten lassen: Nicht überall wo Spezial Edition draufsteht, ist es auch wirklich drin. Vor allem bei Electronic Arts-Titeln lohnt es sich genauer auf den Preis zu schauen und was dafür in der Box ist. Wenn ich an allein an die ganzen Need for Speed-Limited-Editions denke. Die sind maximal 5-10 Euro mehr wert.

Epilog

Wenn ich dann ab spätestens Anfang 2013 eine anständige Internetverbindung habe, werde ich vielleicht auch mal in den Unboxing-Videos-Markt einsteigen. Die meisten Seiten oder auch privaten Leute schauen sich ja nur die Hype-Titel an. Dabei gibt es noch so viel mehr Spiele wo man was zeigen (und darüber meckern) kann.

Und damit wären wir auch schon wieder am Ende des heutigen Eintrags angelangt. Wird es am Montag einen vierten Teil geben und wenn ja, was wird er zum Thema haben? Vielleicht die Sache mit den unzähligen Pre-Order-Versionen? Wer weiß. Schaltet ein und erfahrt es nur hier auf Bagdadsoftware! Es lohnt sich…unter Umständen…vielleicht…so halb…

Sicarius

Die Worte eines Verrückten

Im Donnerstagseintrag blieb ich euch noch eine Antwort schuldig. Und zwar die Antwort auf die Frage „Warum greife ich zur teuren Collector’s Edition?“. Heute weite ich die Frage sogar noch aus: „Warum schwöre ich so sehr auf eine Schachtel/DVD-Hülle/Was-auch-immer?“ Die Antwort? Weil ich vollkommen und absolut bescheuert bin (sieht man auch auf dem animierten Bild rechts)!

Animiertes Bild, auf dem der Webmaster eine Blem-Blem-Handbewegung machtTut doch nicht so, als hättet ihr euch das nicht schon hin und wieder gedacht. Spätestens wer mein Zimmer betritt und meine imposante Sammlung in der Realität sieht, kann nicht anders als (heimlich) mit dem Kopf zu schütteln über die tausende von Euros, die ich Jahr für Jahr in dieses Hobby investiere. Von dem Geld hätte ich mir mittlerweile vermutlich schon ein eigenes Haus bauen, zumindest aber ein niegelnagelneues Auto kaufen können — und das ist leider keine großartige Übertreibung. Ich könnte euch sogar die echten Zahlen nennen, da ich traditionell am Ende des Jahres eine Abrechnung mache. Aber die sind (noch) mein Geheimnis :smile: . Und dann greife ich auch noch zur wesentlich teureren Collector’s, Special oder Sonst-Was-Edition, ohne dabei drauf zu achten, ob überhaupt was Anständiges drin ist, was meinen Jahressaldo noch weiter nach oben treibt.

Isso!

Außerdem ist es die einzige rationale Erklärung für mein Verhalten. Azzkickr hat schon vor einem halben Jahr nicht nur eindeutig dargelegt, warum es dämlich ist Spiele am Releasetag zu kaufen. Er ist sogar noch einen Schritt weitergegangen und hat sich komplett gegen den Kauf von Spielen ausgesprochen. „Ausleihen“ ist sein Zauberwort. Wobei das in Zeiten der Onlineaktivierung und dem dazugehörigen Trend zur Kontobindung mittlerweile auch immer weniger eine Option ist. Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema.

Fakt ist: Es gibt absolut keinen triftigen Grund, warum ich so viel Geld in mein Hobby investiere. Und dabei haben wir noch nicht einmal berücksichtigt, dass ich fast nur bei vergleichsweise teuren Onlinehändler OkaySoft einkaufe. Würde ich stattdessen genau hinschauen wo es das jeweilige Spiel am billigsten gibt, könnte ich selbst beim Kauf am Releasetag so einiges an Euros sparen.

Kleiner Umweg

Das hat jedoch einfach etwas mit einem, erneut völlig schwachsinnigem, Treuegefühl zu tun (ich kaufe seit mittlerweile 11 Jahren dort!). Ich bin schlicht mit dem Service äußerst zufrieden, fühle mich entsprechend sehr gut aufgehoben dort und erhalte so gut wie immer die Version des Spiels, die ich haben will solange keine verfassungswidrigen Symbole enthalten sind oder Amazon & Co. irgendwelche blöden Exklusivdeals abgeschlossen haben. Sogar Spezialwünsche werden wenn möglich erfüllt.

Im Prinzip könnte man die Jungs (und Mädels) mit dem netten kleinen Dorfladen vergleichen, für den Fall, dass ihr so was noch kennt. Sind ja vom Aussterben bedroht und werden jetzt sogar teilweise staatlich gefördert wieder aus der Taufe gehoben. Was? Ich wäre in der Hinsicht voreingenommen, weil meine Eltern so einen (nicht subventionierten) Dorfladen? Quark. Das macht mich zum Experten auf dem Gebiet! Aber ich schweife ab…wir wollten ja eigentlich über mein Kaufverhalten reden.

Spuck’s endlich aus!

Das Diorama aus der Ninja-Gaiden-3-Collector's-EditionWer so einkauft wie ich, der hat entweder zu viel Geld, oder gehört in eine geschlossene Anstalt. Da gibt es nichts zu diskutieren und ich würde auch jedem massiv davon abraten es mir nachzutun. Beenden wir also an dieser Stelle den heutigen Eintrag? Nein, natürlich nicht! Es mag keine rationale Erklärung geben, aber ich habe natürlich trotzdem meine fadenscheinigen Begründungen mit denen ich mir selbst vorlüge, dass das schon okay ist, was ich da mache. Ich bitte das Folgende entsprechend auch so zu behandeln :smile: .

  • Ein Punkt ist, dass ich gerne die Entwickler unterstütze. Klar, dass tue ich auch wenn ich rein digital kaufe, aber natürlich möchte ich auch meine Unterstützung herzeigen können. Das geht mit einem Textlink in Steam wesentlich schlechter als mit einer First-Print- oder gar einer Spezialversion des jeweiligen Titels.
  • Dann will ich auch immer mehr über die Hintergründe einer Entwicklung erfahren. Was ist da besser geeignet als ein Artbook oder eine Making-of-DVD, die es meist nur in den „höherwertigen“ Packungen gibt. Natürlich gibt es da qualitativ große Unterschiede. Aber selbst ein kleines Artbook ohne Text ist schon ein netter Einblick.
  • Ich möchte etwas in der Hand halten — und wenn es wie bei einem Battlefield 2142: Northern Strike nur eine leere Hülle mit einem Zettel drin ist. Es ist einfach ein ganz anderes Gefühl etwas physisch zu haben als auch nur eine Datei auf dem Rechner, die mit einem Tastendruck ins digitale Nirwana verschwinden kann. Es fühlt sich einfach so an, als wäre es mein Eigentum, auch wenn es natürlich nicht stimmt. Selbst wenn eine DVD in der Packung ist, besitze ich faktisch nur eine Nutzungslizenz, die mir jederzeit entzogen werden kann. Das hat aber auch Rondrer vor fast einem Jahr schon einmal an dieser Stelle festgehalten.

    Es lässt sich natürlich argumentieren, dass meine mp3-Sammlung auch nur digital auf dem Rechner rumliegt. Aber ich sehe Musik schlicht nicht auf derselben Stufe eines Spiels oder eines Films. Ich höre zwar viel, habe auch meine absoluten Lieblingsbands und kaufe gerne ihre CDs. Mir fehlt da wohl aber einfach die tiefere Verbindung. Es ist, vielleicht lässt es sich so am besten ausdrücken, einfach nicht Teil meines Hobbys.

  • Entsprechend nicht zu vergessen: Mein Faible für Spiele-Soundtracks. Die gibt es, wenn auch mittlerweile immer öfter nur digital, fast nur zusammen mit der Spezialversion des Spiels.
  • Ich finde es toll Figuren in meinem Zimmer aufzustellen. Das wird zwar vermutlich beim weiblichen Geschlecht keinen Eindruck schinden, aber es macht das Ganze individueller und heimelicher und zeigt in gewisser Weise auch, dass ich stolz auf mein Hobby bin. Es ist einfach etwas anderes, ob im Regal nur DVD-Hüllen stehen, oder davor ein Ezio thront. Außerdem sehen viele der Figuren schon sehr cool aus.
  • In meinem Kopf hebt mich der Kauf einer Spezialversion von allen anderen Spielern ab und macht mich zu etwas Besserem :smile: .
  • Die Spezial-Editionen von The Wichter 2 und Risen 2: Dark Waters

  • Ich liebe es Boxen auszupacken. Der Plastikgeruch beim Öffnen ist wie eine Droge. Aber auch das Anschauen der Innereien ist ein liebgewonnenes Ritual. Leider ist in der normalen Version ja maximal nur noch ein Zettel von einem Handbuch drin, da bleiben auch hier nur noch die Spezialeditionen. Es gibt einfach nichts Schöneres als ein Päckchen zu bekommen und sich dann erst einmal hinzusetzen und Schritt für Schritt die Goodies rauszuholen oder zumindest das Handbuch zu lesen.
  • Ich hab‘ derzeit nur eine 2MBit/s-Leitung. Da ist es mit dem „Ganze Spiele“-Downloaden wirklich scheiße. Schon größere Patches regen mich auf.
  • So eine Spezialversion macht optisch einfach viel mehr her, auch wenn die Verpackung früher oder später ins Großarchiv im Speicher verlagert wird. So eine riesige The Witcher 2-Collector’s-Edition-Box oder Stahlbarts Schatz von Risen 2: Dark Waters sieht einfach cool aus.
  • Ich möchte den Publisher dafür belohnen, dass er entweder überhaupt eine Boxed Copy anbietet, oder sich die Mühe macht eine schicke Spezialversion zusammenzustellen. Damit zeigt er mir, zumindest in meinem Kopf, dass ich ihm als Kunde eben doch nur eine Zahl in der Buchhaltung bin.

Zusammengefasst: Ich bin einfach ein Sammler und einen digitalen Download kann man so schlecht sammeln beziehungsweise macht eben nicht so viel her. Andere sortieren Briefmarken, kaufen alte Puppen oder horten Ü-Eier. Ich beschäftige mich eben mit Videospielen (und Filmen). Am Ende des Tages muss das keinen Sinn machen, solange ich dadurch nicht verarme, mein Leben vernachlässige oder ich schlimmstenfalls sogar durch mein Hobby jemandem Schaden zufüge. Und der Mensch braucht ein Hobby. Das ist derzeit eben meins. Es muss niemand wirklich verstehen oder gar nachvollziehen können. Eine „Leben und leben lassen“-Einstellung reicht völlig.

Ich schüttele schließlich auch nicht den Kopf mit dem Kopf, wenn ich wieder einen von diesen „Tuning“-Fuzzies sehe, die ihre Karre tieferlegen, getönte Scheiben einbauen, die Daten von der Heckklappe kratzen, ihren Kofferraum voller Bässe packen und für was weiß ich noch für unnötigen Scheiß Geld aus dem Fenster werfen. Diese Spinner!… Ähm ja, also denen gönne ich das natürlich auch, wollte ich sagen.

Ich wünsche eine angenehme Arbeits-/Schule-/Uni-/Urlaubswoche!

Sicarius

Pro Retail

Foto des Boxenstapels im Zimmer des WebmastersRetail ist ganz klar auf dem absteigenden Ast. Das war es schon so bevor der britische Händler GAME den Bach runtergegangen ist und GameStop anfing Steam-Codes zu verkaufen. Da brauchen wir sicherlich nicht drüber zu diskutieren. Selbst ich, als der bekloppte Sammler mit seinem Pappkarton-Fetish, werde früher oder später meine „Keine reinen Download-Titel“-Regel über Bord werfen müssen, um überhaupt noch in den Genuss von einer großen Zahl an guten Spielen kommen zu können. Auf dem iPhone habe ich schon jetzt keine andere Wahl. Die Zukunft ist ganz klar digital.

Das „Aber“

Doch noch sind wir nicht soweit. Wir sprechen immer noch von einem immens großen Markt, selbst in Amerika, wo die Zahlen am stärksten nach unten gehen. Ich glaube entsprechend auch nicht, dass die nächste Konsolengeneration kein Laufwerk mehr haben wird. Wie massiv das ansonsten in die Hose gehen kann, hat Sony ja schon bei der PSPgo gemerkt (sie hatte kein UMD-Laufwerk mehr).

Zumal man als Entwickler beziehungsweise Publisher auch nicht zu engstirnig nur auf die Kosten schauen darf. So eine Packung im Laden hat noch so einige Vorteile, wie auch schon Swen Vincke von den Larian Studios Ende Januar in seinem Blog ausführlich dargelegt hatte. Dort hatte ich auch bereits einen längeren Kommentar hinterlassen, den ich nun teilweise auch hier noch einmal wiedergeben werde, aber natürlich ausführlicher und um neue Erkenntnisse erweitert.

Die Punkte

Swens Hauptargumentation: Natürlich sind digitale Verkäufe, am besten direkt vom Entwickler zu bevorzugen. Da bleibt am meisten bei ihm hängen. Doch gleichzeitig rechnet er vor, dass die Profit-Unterschiede zwischen einer digitalen Kopie und einer Ladenfassung (noch) nicht so extrem sind. Er sagt, dass es drei Retailverkäufe braucht, um den Gewinn von zwei digitalen Kopien zu erreichen. Das ist schon einmal nicht wirklich viel unterschied und spricht nicht gerade eindeutig gegen eine Boxed Copy.

Denn dann kommt da noch die Sache mit der Werbung. Wir Hardcoregamer mögen das vielleicht nicht verstehen, aber so eine Packung im Laden hat eine ganz schön große Reichweite und auch Anziehungskraft. Online funktioniert viel nur über Mund-zu-Mund-Propaganda oder spezielle Aktionen von Steam & Co. Bannerwerbung und derlei Kram macht da nur einen schwinden geringen Teil aus. Und selbst das können sich die Indie-Entwickler mitunter nicht leisten, von denen wir hier hauptsächlich reden werden. Die großen Firmen wie EA oder Ubisoft sind schließlich immer noch stark Retailorientiert und treiben so oder so einen riesigen Werbeaufwand, da braucht man sich keine Gedanken machen. Bevor da die Gewinnmargen so klein werden, dass es sich nicht mehr lohnt, dauert es noch ein Weilchen. Indie-Entwickler haben aber eben kein großes Budget für Werbung. Entsprechend viele gute Spiele gehen unter. Aber lasst das Spiel mal auf Amazon in der Videospiele-Sektion oder im Media Markt im Großregal der jeweilige Titel auftauchen! Da werden viele tausend Menschen angesprochen und zum Kauf verleitet, die sonst nie davon gehört hätten.

Der Nischenmarkt

Und selbst wenn der große Erfolg schon vorher da war, so argumentiert auch Swen, kann eine zweite Marketingkampagne zum Release der Retailfassung noch einmal viele Leute zum Kauf animieren. Selbst diejenigen, die bereits die digitale Version besitzen, greifen dann unter Umständen noch einmal zu. Ich kenne viele, die haben sich ein Limbo oder The Binding of Isaac ein zweites Mal geholt, weil alleine die Boni in der Packung (und die coole Verpackung an sich) schon den erhöhten Preis wert waren (ich rechne mich da gar nicht erst mit ein). Viele haben die Spiele auch erst durch die zahlenreichen und mittlerweile total inflationären Indiebundles kennengelernt und dadurch auf das einzelne Spiel heruntergebrochen sowieso nur einen verschwindend geringen Preis bezahlt. Da ist die Hemmschwelle zum erneuten Kauf gleich viel niedriger.

Foto von mehreren Retailboxen ausgewähler Indie-SpieleEs gibt zwei Publisher in Deutschland, die haben diese Marktlücke sogar bereits erfolgreich erschlossen: Headup Games (z.B. Super Meat Boy) und Daedalic Entertainment (z.B. Gemini Rue). Zu den Erfahrungen von Daedalic kann ich nicht viel sagen, aber meine Freundschaft mit Headup Games ist sicherlich kein Geheimnis :smile: . Von daher weiß ich, dass es sich für sie definitiv lohnender ist bereits erfolgreiche Downloadtitel mit kleinen Extras versehen in eine DVD-Hülle zu packen und in den Laden zu stellen, als selbst eine Entwicklung zu finanzieren. Nach den Gründen dafür muss man auch gar nicht großartig suchen:

    1. Das Spiel hat bereits eine Runde Marketing hinter sich, ist also schon relativ bekannt und erfolgreich. Das lässt das erneute PR- und Marketingspektakel einfacher werden, da man sich auf vorhandene Tests und eine generelle, positive Grundstimmung stützen kann. Man holt das Spiel nur noch einmal zurück in die Köpfe der Spieler und aktiviert so erneut die immer noch wichtige Mund-zu-Mund-Propaganda.

    2. Die Entwicklung ist meist schon abgeschlossen oder in den letzten Zügen und es braucht maximal nur noch kleinere Beträge für etwaige Ingame-Extras oder eine Lokalisierung, bevor der Goldmaster gepresst werden kann. Die Hauptkosten sind die Verpackung, die Produktion und das Ausliefern.

    3. Ergo muss nur eine verschwinden geringe Zahl an Einheiten verkauft werden, bevor der Break Even (die Einnahmen übersteigen die Kosten) überschritten wird.

    4. Der Verkaufspreis ist von Anfang an im unteren Budget-Bereich, was es interessanter für die wichtigen Spontankäufe im Laden macht.

Offensichtlicher Vorteil

Das Risiko ist in diesem Markt verschwindend niedrig, selbst wenn man ein relativ unbekanntes Spiel wie Clones rausbringt, dass noch nicht seine Erfolgswelle im Netz hatte. Bestes Beispiel ist Jets ’n‘ Guns: Ohne die Retailfassung und das verbundene Marketing wäre es nie dieser große Erfolg geworden. Die erste Version erschien schon 2004 und war nur in kleinsten Fankreisen bekannt. Tests gab es so gut wie keine. Erst als Ende 2006 dann die in allen Bereichen verbesserte Gold-Version und damit dann auch die Boxed Copy kam, kam der Aufwind.

Zugegeben: Damals war der Indie-Markt noch anders. Heutzutage ist es, zumindest für Leute wie uns, doch etwas einfacher geworden solche Perlen zu entdecken. Dennoch bleibe ich dabei, dass es dem Spiel sehr gut getan hat bei Amazon & Co. aufzutauchen.

Weitere Beweisführung

Entsprechend verstehe ich es nicht, wenn sich Entwickler vehement weigern diesen Weg zu gehen. Vor allem mit der Begründung, dass würde zu viel kosten. Selbst im Eigenvertrieb ist eine Boxed Copy nicht zu verachten. Das zeigen nicht nur die kleinen Publisher, die jetzt überall auf der Welt aus dem Nichts auftauchen, auch auf Kickstarter sieht man das deutlich.

Mein Lieblingsbeispiel ist der Shadowrun Returns-Kickstarter. Die hatten zu Anfang keine Boxed Copy als Reward im Angebot. Da hatte ich schon früh eine Packung gefordert und dafür sehr viel Hass in den Kommentaren kassiert. Das Ende vom Lied? Alleine das niedrigste Bundle ($125) mit der Box macht 29% des gesammelten Gesamtbetrags aus. Das sind über 500.000 Dollar, die nur durch das Hinzufügen dieses Stück Pappe und der dazugehörigen Zahl an Backern dazu kamen! Noch ein Beispiel gefällig? Das Double Fine Adventure hatte die Box von Anfang an drin. Das Ergebnis? 35%, also über eine Million Dollar alleine nur dank dieser völlig überteuerten Schachtel.

Gegenargumentation

Foto des Risen-2-Gnoms und des Skyrim-DrachensNatürlich lässt sich dem entgegenhalten, dass diese zwei Projekte vor allem eine ältere Zielgruppe haben, die eine Box noch eher zu schätzen wissen. Und das ist ein völlig legitimes Argument. Ein Teil davon wird sicherlich von Nostalgikern und Sammlern erstanden worden sein. Es ist allerdings gleichzeitig auch wieder Pro-Retail, denn: So klein ist dieser Markt auch wieder nicht.

Die ganze Sache ist ja schließlich nichts Neues. Der Vinyl-Markt mag klein sein, aber es gibt ihn trotzdem, obwohl dass die CD-Verkäufe quasi im Keller sind und der Musikmarkt faktisch fast nur noch Digital existiert. Und so sehe ich auch die Zukunft des gesamten Videospiele-Retailmarkts, sobald Digital dann vollends die Herrschaft übernommen hat. Da wird es keine normalen Versionen mehr geben, sondern eben nur noch Collector’s, Special und was-weiß-ich-Editionen, die aber auch entsprechend eine größere Gewinnmarge für den Publisher haben. Es glaubt hier doch keiner ernsthaft, dass der billige Plastikdrache und das Hardcover-Artbook von The Elder Scrolls V: Skyrim Bethesda unterm Strich mehr als 50 Euro gekostet haben. Bei der großen Stückzahl vermutlich noch viel weniger. Zur Erinnerung: Die Collector’s Edition stand für 150 Euro im Laden! Was meint ihr, warum diese Versionen in den letzten Jahren zu solch‘ einem Trend geworden sind?

Und es wird von den Leuten angenommen! Wer sich das Diablo III-Mitternachtsevent in Berlin angeschaut hat, wird nämlich festgestellt haben, dass die meisten nur wegen der Collector’s Edition da waren! Die anwesenden Entwickler waren nicht das größte Zugpferd. Aber dem Thema „Warum greife ich zur CE?“, dass ich auch im Kommentar angesprochen hatte, werde ich mich noch einmal separat widmen.

Die andere Sache

Es ist auch ignorant zu glauben, dass alle Welt mit (Vorsicht: Übertreibung!) mit einem 1Gbit/s Glasfaser-Anschluss am Netz hängt. Selbst in Amerika, dem Land des flächendeckenden Kabelfernsehens, sieht die Realität genauso aus wie bei uns. Auch dort gibt es noch viele weiße Flecken mit wenig bis garkeiner Bandbreite, wo sich nicht einfach mal jemand schnell ein 15 GB großes Spiel runterladen kann wie z.B. Diablo III. Von Osteuropa, dem derzeit am schnellsten wachsenden Videospielemarkt in der EMEA-Region, brauchen wir erst gar nicht anfangen. Im Vergleich zu Russland sind die weißen Flecken in Deutschland ein Witz. Da sind mal ganz schnell ein paar hunderttausende potentielle Käufer ausgeschlossen, wenn jemand die rein digitale Route geht. Und am Ende des Tages geht es doch gerade darum das eigene Werk an so viele Leute wie möglich zu verkaufen.

Fazit

Wie ich schon anfangs sagte: Der Vormarsch der digitalen Downloads ist nicht aufzuhalten. Aber, und das richtet sich vor allem an Indie-Entwickler wie Almost Human (Legends of Grimrock) und Supergiant Games (Bastion), es ist ein großer Fehler die gute alte Pappschachtel (oder DVD-Box) völlig zu ignorieren. Und zwar völlig unabhängig davon, ob ihr sie nur über eure Webseite vertreibt oder tatsächlich über einen vertrauenswürdigen Publisher in den breiten Handel bringt. Die Nachfrage ist da. Die Vorteile sind offensichtlich und am Ende des Tages könnt ihr nur gewinnen. Und denkt auch immer an das einfachste Gesetz der freien Marktwirtschaft: Die Lücke, die ihr hinterlasst, schließt ein anderer!

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