Sicarius

Auf der Suche nach Arbeit

Bevor wir zum heutigen Hauptthema kommen, möchte ich erst einmal direkt das Wort an einen bestimmten Typ von Besucher richten:

Offener Brief

Hallo lieber Linktauscher, Möchtegern-Kooperationspartner und Werbeeintrag-Woller,

Ich kann dich beruhigen: Die E-Mail-Adresse webmaster@bagdadsoftware.de ist nicht kaputt. Aber danke für die vielen Hinweise! Ich erhalte und lese jede einzelne eurer zahlreichen Nachrichten. Bislang habe ich mich jedoch in genau 100% der Fälle dazu entschieden nicht auf eure Anfragen zu antworten, egal ob ihr zum ersten oder zum 20. Mal nachgefragt habt. Und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern!

Werbefreiheit

Bagdadsoftware war, ist und wird auch vorerst weiterhin eine werbefreie Zone sein. Die einzigen Ausnahmen sind der Banner für Bloggerei auf der linken Seite, da sich dahinter meine öffentliche Besucherstatistik verbirgt. Und der Banner für Amazon auf der rechten Seite, da dies zum einen eine Voraussetzung des Partnerprogramms ist und zum anderen als einfache Einstiegsmöglichkeit für alle dient, die gezielt ihre Amazon-Einkäufe über „mich“ erledigen möchten.

Links, die ich in meinen Einträgen setze, haben hingegen immer etwas mit dem Thema zu tun und führen entweder zu weitergehenden Informationen oder sind eine Quelle. Niemals setze ich einfach so einen Link zu einer anderen Seite, nur um des Links willen und schon gar nicht, wenn es überhaupt nichts mit dem Thema zu tun hat.

Gekauft!

Zum Thema Kooperationen und bezahlte Einträge: Ab einem Betrag von 100.000 Euro und aufwärts können wir gerne darüber reden meine persönliche Überzeugung und professionelle Integrität zu opfern. Auch ich bin schließlich nur ein Mensch mit ganz normalen materiellen Wünschen. Aber für ein paar mickrige Cent werde ich garantiert nicht anfangen über Dinge zu schreiben, die mich bestenfalls nicht interessieren und schlimmstenfalls nicht meine ehrliche Sichtweise wiedergeben. Wenn hier auf Bagdadsoftware ein Produkt besprochen oder ein bestimmtes Thema wird, dann weil ich oder meine Autoren es so wollten. Hier und da natürlich gesteuert von den Wünschen unserer Leser, aber selbst dann offen und ehrlich aus unserer persönlichen Sicht dargelegt.

Durch diese Einstellung mag ich den ein oder anderen zusätzlichen Besucher verpassen, dafür stehe ich mit reinem Gewissen hinter jedem noch so falsch geschriebenen (oder im Podcast falsch gesagtem) Wort auf Bagdadsoftware. Zumal es für mich nichts Schlimmeres gibt, als wenn jemand behauptet, ich wäre gekauft.

Angebot

Eine Möglichkeit gibt es jedoch, wie du deine Sicht der Dinge beziehungsweise deine Werbung auf Bagdadsoftware unterbringen kannst: Melde dich als Gast für den Bagdadsoftware Podcast an! Wenn du tatsächlich etwas zu sagen hast, dann bin ich gerne bereit dich einzuladen und dir eine entsprechende Plattform zu bieten — unter meinen Bedingungen versteht sich. Dann beantworte ich deine E-Mail auch umgehend.

Um es also noch einmal klar auszudrücken: Bagdadsoftware wird von mir nicht betrieben, um damit Geld zu verdienen. Im Gegenteil zahle ich sogar seit 11 Jahren ausschließlich drauf. Ich freue mich zwar darüber, wenn ich viele Besucher habe, es ist jedoch nicht mein Hauptziel. Bagdadsoftware war, ist und wird auch erst einmal mein privater Auslass bleiben und da passt dein Werbekonzept eindeutig nicht dazu.

Mit freundlichen Grüßen

Der Webmaster

Themenwechsel

So, das musste ich jetzt erst einmal loswerden, nachdem sich in den letzten Wochen die Anfragen doch stark gehäuft hatten. Kommen wir nun zum eigentlichen Thema des heutigen Eintrags: Am Freitag habe ich (zumindest als digitalen Download, die DVD-Box dauert noch ein bisschen) mein allererstes (fertiges) Kickstarter-Spiel erhalten. Und natürlich hat auch mich brennend die Antwort auf die Frage interessiert, ob es das Geld wert war. Hier nun also der Durchgespielt-Bericht zu

Unemployment QuestUnemployment Quest (PC) – Von mir gibt es gerade noch so 2 von 5 Sics. Den kleinen Bonus gibt es für den Anfang und quasi als Zugeständnis dafür, dass es sich um ein 1-Mann-Projekt handelt, es nur 5 Dollar (+$5 für die CD-Version) gekostet hat und er den Kickstarter auch nur gemacht hat, um die CD-Version produzieren zu können und nicht, um das Spiel überhaupt fertigstellen zu können.

Das Spiel

Unemployment Quest steckt euch in die Schuhe eines „Helden“ auf der Suche nach Arbeit in einem Land irgendwo zwischen Realität und Fantasy. Zwar trefft ihr auf euren Reisen auch auf Ritter, Trolle, Imps und dergleichen. Sie stehen jedoch nur Pate für die Gefühlszustände/Ängste eures Helden. Skorpione repräsentieren beispielsweise Faulheit, grüne Blobs stellen große Zweifel dar und der turmhohe Endgegner ist die ungewisse Zukunft. Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab und sind sehr stark an Final Fantasy angelehnt, was dem RPG Maker geschuldet ist, mit dem das Spiel entwickelt wurde. Dazu gleich mehr.

Entsprechend der Thematik, kämpft ihr nicht mit Schwert und Schild, sondern mit eurem Lebenslauf (kann mit einem Anschreiben versehen werden), legendären Referenzen und guten Argumenten. Eure Rüstung bilden seriöse Hüte, gebügelte Anzüge und dergleichen. Und als Zaubersprüche stehen euch „Selbstvertrauen“ (Heilung), „fester Handschlag“ (Schaden) und „Gewinnendes Lächeln“ (AOE-Spruch) zur Verfügung. Neue Sprüche lernt ihr bei den ersten paar Levelaufstiegen. Erfahrungspunkte gibt es hingegen ausschließlich für getötete Monster. Quests gibt es nämlich keine. Euer Ziel ist es ausschließlich einen Job zu finden.

RPG Maker Standardkost

Unemployment Quest ScreenshotWie erwähnt, wurde das Spiel mit dem RPG Maker produziert. Der hat den Vorteil, dass auch Laien aus vorgegebenen Assets eigene Rollenspiele produzieren zusammenbasteln können. Der Look geht in Richtung 8bit/Anime mit einer Auflösung von 640×480, ist jedoch viel zu scharf und sauber für ein Spiel dieser Ära, was mir nicht ganz so gefällt. Und die einzelnen Levels sind im langweiligen Kastensystem aufgebaut. Die Menüs sind, wie schon erwähnt, von den alten Final Fantasy abgeschaut und funktionieren tadellos. Leider hat das Spiel mit äußerst extremen Tearing zu kämpfen. Da teilweise sogar ein Teil des Bildschirms längere Zeit schwarz wird, vermute ich, dass es zumindest zum Teil (mal wieder) am Crossfire-System liegt.

Die Kämpfe finden aus der Egoperspektive statt mit schicken und thematisch passenden Hintergründen und cool aussehenden Monstern. Von einem Ort zum anderen bewegt ihr euch hingegen auf einer sehr simplen Übersichtskarte. Alle paar Meter erwartet euch dort zudem ein Zufallskampf, was sehr schnell sehr nervt.

Schnell repetitiv

Der Entwickler hat sich, zumindest zu Beginn, durchaus Mühe gegeben die sehr wenigen Locations mit interessanten Inhalten und auch dem ein oder anderen Gag zu füllen. So wundert er sich, warum der zweite Stock des Einkaufszentrums so komplett anders als der erste aussieht. In Hillville trefft ihr auf ein Mitglied der Ein-Prozent und wenn ihr eine fremde Truhe im Beisein des Besitzers ausraubt, bekommt ihr ein sarkastisches „Klar, bedien dich doch einfach“ zu lesen. Zu hören gibt es außer dem netten, aber sehr schnell eintönig werdenden 8bit-Soundtrack nichts. Und auch die Dialoge zeigen noch einen Ansatz von interessanten Gedanken zum Thema Arbeitslosigkeit. Leider werden diese Details mit fortschreitendem Spiel zügig weniger. Am Ende lauft ihr nur noch durch enge Dungeons auf der Suche nach dem Ausgang und in der Hoffnung dabei so wenige Zufallskämpfe wie möglich bestreiten zu müssen.

Diese nerven aus mehreren Gründen: Zum einen ist die Anzahl an unterschiedlichen Umgebungen und Monstertypen äußerst begrenzt. Zum 300. Mal gegen eine als „nagender Schrecken“ bezeichnete Fledermaus kämpfen zu müssen macht einfach keinen Spaß. Zumal sie wie fast alle Monster zu keinem Zeitpunkt eine echte Bedrohung darstellt. Angreifen, Angreifen, Angreifen, heilen, Angreifen, Zauberspruch, Angreifen, Gegner tot. So sehen 99% der Kämpfe aus. Eine echte Herausforderung, sie müsste nicht einmal besonders taktisch sein, sieht anders aus. Zum anderen bringen euch die unzähligen Erfahrungspunkte schlicht nichts. Durch die vielen Zufallskämpfe, steigt ihr zwar ständig im Level auf (ich war am Ende Level 25!). Da ihr aber eure wichtigsten Fähigkeiten schon zu Beginn des Spiels erhaltet, gibt es dann nur noch ein bisschen mehr Mana und Lebensenergie. Die braucht ihr durch den mächtigen Heilzauberspruch aber faktisch gar nicht. Ich musste nur im Endkampf mal einen Heiltrank und Manatrank benutzen. Damit wird jede Motivation, die am Anfang noch vorhanden war komplett erstickt.

Bagdadsoftware meint: Es ist ganz gut, dass man nach 1 1/2 bis 2 Nettostunden schon durch ist. Anspruchslos und repetitiv — das sind die zwei Schlagworte. Ihr klickt euch entnervt von einem Zufallsencounter zum nächsten und wollt schnell nur noch das Ende sehen. Die netten Ansätze zu Beginn bleiben dabei zügig auf der Strecke. Schlimmer noch: Es gelingt dem Entwickler schlicht nicht seinen Kommentar zum Thema Arbeitslosigkeit wirklich rüber- beziehungsweise das Leben in Arbeitslosigkeit dem Spieler näher zu bringen. Unterm Strich wirkt das Spiel schlicht wie angefangen und nicht zu Ende gedacht oder, deutlicher ausgedrückt, wie „Ich hab‘ keine Lust mehr. Ich mach‘ das jetzt einfach fix irgendwie fertig und gut is.“. Die erste halbe Stunde macht wirklich Spaß, aber ab dann geht es rapide abwärts. Was bleibt ist ein netter erster Versuch mit dem RPG Maker ein Spiel zu produzieren, aber mehr auch nicht.

Kickstarter-Fazit: Die $10 habe ich gerne investiert, um ihn bei seinem Tun zu unterstützen. Wenn ich allerdings mehr in den Topf geworfen hätte, dann hätte ich mir durchaus in den Hintern gebissen.

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4 Kommentare

Recht schade liest sich das von Unemployment, nachdem ich aufgrund von "To the Moon" endlich wieder Hoffnung in diese Baukasten-Entwicklungen gesteckt hatte. Würde der Webmaster mein imaginäres Kickstarter Projekt unterstützen? Ich könnte ja ein Kickstarter Projekt für die Twitterbox auf Bagdadsoftware machen…meh :/

Kriegst du wirklich solche Anfragen? Und auch noch mehrere? Kannst du mal näher ausführen, was da so "angeboten" wird. Hätte nicht gedacht, dass das bei einer solchen privaten Seite vorkommt…

Ja, ich kriege solche Anfragen und in letzter Zeit vemehrt. Sonst hätte ich mir doch nicht die Mühe gemacht den Text zu schreiben, oder? :smile:

Das ist jetzt auch nichts wirklich überraschendes. Gab’s schon früher. Nur die Menge hatte ich bislang noch nicht.

Wegen Angebot, meinst du bestimmt genaue Preise bei bezahlten Einträgen/Kooperationen? Die stehen in der ersten Mail (logischerweise) noch nicht drin. Und Linktausch ist halt ein Linktausch :smile: .

"Angeboten" wird die ganz normale Bandbreite:

– Ich such‘ mir einen thematisch passenden Eintrag bei dir aus, wo ich dann einen Link zu deiner Seite platziere.
– Du schreibst frei deine Meinung über Sachen, die ich auf meiner Seite anbiete (zumindest offiziell)
– Du pflanzt Banner prominent auf deine Seite
– Du schreibst worüber ich möchte in der Art und Weise wie ich es möchte
– Du übergibst mir das komplette Design deiner Seite und unterwirfst dich unserem Netzwerk (oder so ähnlich)

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