Injustice: Gods Among UsIch bin unheimlich froh, dass Injustice: Götter unter uns (X360, PS3) vorletzte Woche endlich seinen Weg in die Händlerregale gefunden hat. Aber nicht etwa, weil ich so sehnsüchtig auf das Prügelspiel gewartet hätte. Nein, mir ging die PR-Kampagne von Warner Bros. Interactive Entertainment mittlerweile so dermaßen auf den Keks. Gefühlt jede Minute kam in den letzten Wochen eine neue Pressemitteilung in mein Postfach geflattert, in der irgendein „neuer“ Charakter als das Allheilmittel für Krebs vorgestellt wurde und dergleichen.

Lustigerweise hat genau diese penetrante PR-Kampagne dazu geführt, dass ich lange Zeit nicht einmal wusste was zum Geier sich überhaupt hinter dem absolut nichtssagenden Namen verbirgt. Mails dazu habe ich nach dem Lesen des Betreffs sofort gelöscht und mit dieser Einstellung dürfte ich nicht alleine gewesen sein. Die Berichterstattung in den Medien zum Spiel hielt sich tatsächlich in Grenzen im Vergleich zur Menge an veröffentlichtem Material.

Christoph spielt-Statusreport

Ursprünglich hatte ich geplant eine Folge von Christoph spielt dazu aufzunehmen. Aber die Collector’s Edition rechtfertigte es dann doch nicht euch selbst 30 Minuten lang meinem Button-Mashing auszusetzen. So gut ist die Einzelspielerkampagne dann doch nicht. Das ist stattdessen so ein Fall bei dem ein Koop-Video die bessere Wahl ist. Interessanterweise hatte ich am Wochenende sogar Rondrer bei mir, aber leider fehlt mir derzeit noch die Hardware (sprich weitere Mikrofone), um so eine Aufnahme mit guter Qualität zu machen. So könnt ihr also meine fantastischen 1.200 Hits Kombos nicht erleben mit denen ich ihn jedes Mal platt gemacht habe. Bitte? So viele Treffer sind gar nicht möglich? Ach ist doch egal. Ob 2 oder 1.200, das kommt doch auf das gleiche raus :smile: .

Apropos: Langweile für den Zuschauer ist auch der Grund, warum ich mich ebenso gegen eine Aufnahme von Dragon’s Dogma: Dark Arisen entschieden habe. Die ersten 10 Minuten sind noch ganz nett und actionreich, aber die Charaktergenerierung und dann der Spielanfang sind doch sehr träge. Da seht ihr in der ersten Spielstunde praktisch gar nix, selbst wenn ich mich beeile und das ist dann doch nicht Sinn der Übung zumal es hier auch keine Spezialedition zum Auspacken gibt. Somit bleibt von den aktuellen Akquisitionen (Dead Island: Riptide mache ich wegen Indizierungsgefahr nicht) nur Star Trek über. Aber das ist wohl so schlecht, dass ich da auf jeden Fall eine Folge zu machen will :smile: . Wenn es klappt vielleicht schon am Donnerstag, spätestens aber am kommenden Montag dann.

Die Entwicklung

Jetzt aber mal wieder zurück zu Injustice: Götter unter uns: Das Spiel ist wie gesagt ein Prügler und wurde entwickelt von den NetherRealm Studios. Die Geschichte dieses Studios ist etwas komplizierter (hießen mal anders, haben gleichzeitig ein anderes Studio ersetzt, und noch so Sachen), deswegen gehe ich da jetzt nicht weiter drauf ein. Wichtig für euch ist nur zu wissen, dass sie bereits für den erfolgreichen Reboot von Mortal Kombat im Jahr 2011 verantwortlich waren.

Herstellerbild zu Mortal Kombat vs. DC UniverseJetzt wäre es natürlich naheliegend gewesen auch Mortal Kombat vs. DC Universe einen neuen Teil hinterherzuschieben. Von den Kritikern erhielt der Titel zwar anno 2008 hauptsächlich „nur“ Wertungen um die 75-80%, aber laut Midway Games wäre das Spiel mit 1,9 Millionen verkauften Einheiten (Xbox 360 und PS3) der erfolgreichste Titel des Publishers seit 2002 gewesen. Nun könnte man natürlich sagen, dass das nicht gerade für den Publisher spricht und die Verkaufszahlen wurden auch von Seiten der Händler wie GameStop äußerst stark angezweifelt. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass das Crossover definitiv zu den besseren seiner Art gehört.

Kein Crossover

Warner Bros. entschied sich jedoch dagegen noch einmal ein Crossover zu machen und beauftragte das hauseigene Studio stattdessen damit einen reinen DC-Universe-Prügler zu machen. Dafür gibt es aus meiner Sicht ein paar logische Gründe:

  • Erstens ist die Mortal Kombat-Serie nicht gerade familienfreundlich. Das verkleinert die Zielgruppe dann doch nicht unwesentlich. In Injustice: Götter unter uns gibt es hingegen weder Fatalities noch spritzt generell Blut und ist somit bereits ab 16 Jahren freigegeben.
  • Zweitens hat Sony mit DC Universe Online zwar nicht den Riesenerfolg, aber das MMO hat dennoch seit seinem Release Anfang 2011 und den eher durchschnittlichen Kritiken vor allem durch der Umstellung auf Free2Play Ende des gleichen Jahres eine stabile Fanbasis gefunden. Und das auch nicht erst seit der einzige wirkliche Konkurrenz City of Heroes seine Server dicht gemacht hat Ende 2012. Es ist also nun auch den Bürohockern klar, dass auch abseits von Batman ein Interesse an diesem Universum besteht.
  • Drittens ist genau das Thema „Batman“: Warner Bros. setzt bekanntlich derzeit alles Menschenmögliche daran es Marvel gleich zu tun und ihre Comicmarken auch außerhalb des Papiers erfolgreich zu machen. Ein Projekt, das bislang faktisch gescheitert ist, denn abseits von Nolans Batman war bislang kein Ableger wirklich erfolgreich beziehungsweise wurde nach dem absoluten Desaster namens Green Latern sehr schnell wieder eingestampft. Eigentlichen sollte es bereits einen Justice League-Film geben. Und wenn Man of Steel in die Hose gehen sollte, wird sich daran die nächsten 5-10 Jahre auch nichts ändern.
  • Viertens schreien die Fans schon jahrelang danach. Mortal Kombat vs. DC Universe konnte aufgrund der begrenzten Charakterauswahl (11 pro Seite) nun einmal nicht die Frage beantworten wer im Kampf Batman gegen Aquaman gewinnen würde :smile: . Bei nun 24 Charakteren nur aus dem DC Universum ist hingegen auch Platz für die im Mainstream weniger dominanten Helden (Hawkgirl, Aquaman) sowie wesentlich mehr Antagonisten (Killer Frost, Solomon Grundy).

Die Hintergrundgeschichte

Herstellerbild zu Injustice: Gods Among UsWer jetzt erwartet, dass Injustice: Götter unter uns ein kunterbuntes Comicbucherlebnis ist, der wird jedoch enttäuscht sein. Stattdessen bleiben die Entwickler der aus Batman: Arkham Asylum und Batman: Arkham City vorgelegten Linie treu. Es kommt auch erneut die Unreal Engine 3 zum Einsatz. Euch erwarten also erneut übertriebe muskelbepackte Varianten von Superman, Batman, The Flash und selbst die Frauen sind eher ungewohnt anzusehen. Vor allem Wonder Woman sieht einfach komisch aus, was aber auch durchaus größtenteils positiv ist. Vor allem Catwoman sieht ganz klar mehr wie ihr Comicvorbild aus als die reine enger Neoprenanzugdame aus Batman: Arkham City mit ihrem äußerst tiefen Dekolleté. Die fand ich „damals“ durchaus unpassend.

Wie immer werden eventuelle Abweichungen und vor allem die Tatsache, dass ihr als Batman gegen Superman kämpfen könnt einfach damit abgetan, dass ihr in einer alternativen Realität unterwegs seid. In der Einzelspielerkampagne geht es darum, dass der Joker Metropolis zerstört hat und Superman dazu brachte Lois Lane mitsame ihrem ungeborenen Kind zu töten. Als Rache tötet Superman vor den Augen von Batman den Joker, der das wohl nicht so toll findet. Plötzlich ist also das ganze Thema von wegen Justice League und super toller Zusammenarbeit hinfällig. Stattdessen wird Superman Größenwahnsinnig, wird zum Herrscher der Welt und es heißt: Entweder ihr seid auf der Seite von Superman oder ihr macht bei Batman mit — und das gilt sowohl für die Superhelden als auch die Superfeinde. In der Charakterauswahl sind alle Beteiligten entsprechend in die zwei 12er Gruppen aufgeteilt.

Das Spiel

Da für Injustice: Götter unter uns das gleiche Studio wie für Mortal Kombat verantwortlich ist, könnte man natürlich jetzt denken, dass die Kampfmechanik ziemlich die gleiche ist. Überraschenderweise ist dem jedoch nicht so. Die Inspirationsquelle war tatsächlich eher Street Fighter IV als das hauseigene Produkt. Das finde ich auch persönlich ganz gut, weil das Spiel dadurch etwas zugänglicher wird. Soweit man natürlich bei einem Prügelspiel voller Kombomechaniken von Zugänglich sprechen kann. Vor allem der Blockmechanismus, ihr müsst nur einfach in die andere Richtung drücken statt eines zusätzlichen Buttons, finde ich wesentlich intuitiver gelöst. Und die Kombos werden durch Richtungsangaben auf dem Analogstick mit einem nachfolgenden Tastendruck ausgeführt (unten nach rechts Mitte plus A zum Beispiel). Da komme ich auch irgendwie besser mit klar als dieses gewöhnungsbedürftige zwei Analogsticks-Kampfsystem.

Aber Injustice: Götter unter uns bringt auch ein paar neue Sachen mit. So hat beispielsweise jeder Charakter einen Spezialangriff, den ihr durch erfolgreiche Attacken aufladet und dann durch einen schlichten Tastendruck auslöst. Batman verschießt zielsuchende Roboterfledermäuse, Catwoman macht einen heftigen Klauenangriff, Joker wirft Lachgas, Superman haut temporär noch stärker und solche Sachen sind darunter. Sehr nett, dass man sich dafür keine große Kombo merken muss

Außerdem richtig cool: Ihr kämpft zwar wieder auf einer 2D-Ebene in den 3D-Arenen, könnt aber dennoch den Hintergrund mit einbeziehen. Ein Flugzeug fliegt gerade vorbei? Kein Problem: RB gedrückt und schon wird euer Charakter das Ding nach eurem Feind. In Atlantis (Aquamans Heimat) öffnet ihr hingegen die Luken und euer gegenüber wird weggespült. Oder ihr führt einen Schlag aus mit dem der zweite Spieler in den Hintergrund geschleudert wird und dann dort durch irgendwas Schaden nimmt. Definitiv sehr spaßig und dank der rund zwei Dutzend Arenen dauert es auch einige Zeit bis ihr alles gefunden habt, was ihr im Kampf einsetzen könnt.

Fazit

Injustice: Gods Among Us Collector's EditionUnterm Strich ist Injustice: Götter unter uns trotz der Unterschiede zu den Klassikern wie Street Fighter und Mortal Kombat aber immer noch ein ganz normaler Prügler – inklusive den damit verbundenen Vor- und Nachteilen. Wenn ihr für solche Spiele also nichts übrig habt, werdet ihr selbst als Fan des DC Universums nicht wirklich glücklich werden. Auch mir hat durchaus gefallen was ich gespielt habe, aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass mich diese Spiele dank meiner mangelnden Fähigkeit die supertollen Kombos auszuführen nicht sonderlich lange bei der Stange halten und dann nur noch rauskommen, wenn Besuch da ist. Wer hingegen nicht so drauf ist wie ich und dringend Nachschub sucht, der kann bedenkenlos zum Spiel greifen.

Die Collector’s Edition

Bleibt noch die Frage nach der Collector’s Edition. Für 95 Euro gibt es zum einen eine große Sammelfigur. Sie zeigt Wonder Woman im Kampf mit Batman, sieht definitiv schick aus und ist auch prinzipiell sehr gut verarbeitet. Leider ist sie aus Hartgummi oder wie das Zeug heißt. Sprich sie stinkt mir jetzt erst einmal total die Bude voll. Und dann sind noch zwei Accessoires dabei. Das eine ist Wonder Womans Seil, mit dem es keine großen Probleme gibt. Batmans Bumerang werde ich hingegen mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann über den Staubsauger im Müll entsorgen. Das Ding ist sehr klein und fällt bei der kleinsten Bewegung der Statue aus Batmans Hand. Nervig.

Außerdem mit in der großen Packung enthalten ist, wie überraschend, ein Comicheft zum Spiel. Das erzählt auf einer Handvoll von Seiten so was wie die Vor-Vorgeschichte des Spiels. Es zeigt Jokers ersten Angriff auf Metropolis und das Verschwinden von Lois Lane. Nichts weltbewegendes und es endet auch in einem Cliffhanger (Superman steht Doomsday gegenüber), aber wie immer nett gezeichnet.

Das Spiel an sich kommt in einem sehr schicken Steelbook daher in dem außerdem noch ein DLC-Code enthalten ist. Damit erhaltet ihr Zugriff auf die Outfits von Superman, Batman und Wonder Woman aus der aktuellen Comic-Kontinuität „New 52“. Nein, ich kann euch nicht erklären was das ist :smlie: . Das war es dann aber auch schon an Beigaben in der Collector’s Edition. Unterm Strich bezahlt ihr also gut 45 Euro mehr für die Statue, der Rest ist vernachlässigbar. Ob euch das stinkende Ding den Aufpreis wert ist, müsst ihr aber wie immer selbst wissen. Mir gefällt sie und irgendwann wird sie auch aufgehört zu haben zu stinken :smile: .

Ich verabschiede mich bis Donnerstag!

Sicarius

Kickstarter-Nachlese #3

Am Dienstag habe ich mal den iCe besucht (Malyce war auch da) und habe mir seinen 60″-Fernseher angeschaut. Ich würde sagen Azzkickr, da hast du noch was nachzuholen :smile: . Allerdings: Einen Computer würde ich da persönlich nur noch dran anschließen, um Gamepad-Titel über Steams Big Picture-Mode zu spielen. Aber einen allgemeinen Windowsalltag halte ich bei der Größe dann doch für ziemlich unmöglich. So groß lassen sich die Icons bestimmt nicht zoomen, dass ich gleichzeitig 10 Meter davon entfernt sitzen kann. Aber mal schauen was Azzkickr und Dod mir für ein Monstrum empfehlen, wenn es dann endlich mal an den Rechnerkauf geht und damit auch auf die Suche nach einem moderneren Hauptmonitor.

Ob das Thema bis zur Laberecke durch ist und meine Gäste dann das neue Setup schon erleben können, weiß ich aber noch nicht. Intels Haswell verspätet sich aufgrund von Problemen beziehungsweise die bereinigten Boards kommen meines Wissens nicht mehr im Juni, also ist an eine Bestellung frühestens im Juli zu denken. Und da ich im August dieses Jahr mal wieder überhaupt keine Zeit habe, denke ich tatsächlich darüber nach die Sache einfach bis Mitte September oder gar Anfang Oktober zu verschieben. Doch wie heißt es so schön: Schaumma.

Das Thema

Es wird dringend mal wieder Zeit mit der Kickstarter-Nachlese weiterzumachen. Im letzten Eintrag dazu am 28. Januar waren wir bei 31 von 61 Projekten für 2012 angekommen. Insgesamt bin ich mittlerweile schon bei 75 Stück und jedes Mal wenn ich denke, dass endlich eine Flaute kommt, startet das nächste interessante Projekt. Ich weiß: #1stWorldProblems, wie die hippen Jugendlichen heutzutage sagen würden. Lassen wir das Gejammere also einfach sein und kommen wir zum dritten Teil der Nachlese und damit den nächsten sechs Projekten, die ich unterstützt habe:

    Herstellerbild zu Quest for Infamy

  • Quest for Infamy (Infamous Quests, 06.06. – 06.07.2012)
    Status: In Arbeit

    Ein Adventure (ja, schon wieder) / Rollenspiel-Mix vom Schlage eines King’s Quest. Das betrifft nicht nur das Spielprinzip, sondern auch die Retro-Grafik. Die Jungs hinter dem Projekt sind in der Hinsicht allerdings nicht unerfahren, sind sie doch verantwortlich für die (Fan-)Remakes von King’s Quest III und Space Quest 2. Ich selbst war zwar nie wirklich ein Sierra-Adventure-Spieler (definitiv immer mehr in der kunterbunten LucasArts-Ecke), aber die Screenshots und vor allem die Demo haben einen guten Eindruck hinterlassen. Und wie sage ich immer wieder gerne? Gute Adventures kann es nie genug geben :smile: .

  • Alpha Colony (DreamQuest Games, 14.06. – 15.07.2012)
    Status: 1. Kickstarter abgebrochen, 2. Fehlgeschlagen

    Von dem Spiel habt ihr sicherlich gehört, weil beim zweiten Versuch lächerliche 28 US-Dollar zum Ziel gefehlt haben. Das ging ja massiv durch die Medien und viele diskutierten darüber, ob man da nicht eine Ausnahme machen könnte und dergleichen. Meine Meinung ist ganz klar: Egal ob 1 oder 100.000 Dollar noch zum Ziel fehlen: Sie fehlen und damit ist das Thema erledigt. Almosen gibt’s nicht. Auch nicht von mir, denn ich habe den zweiten Kickstarter schon nicht mehr unterstützt (es sind also quasi meine 28 US-Dollar, die gefehlt haben). So überzeugt war ich dann doch nicht vom Spielkonzept eines modernisierten M.U.L.E. und den Entwicklern dahinter. Zumal sie den, aus meiner Sicht klassischen FAux Pax gemacht haben und beim zweiten Versuch ihr angestrebtes Geldziel gesenkt haben. Und das ist für mich genauso ein schlechtes Zeichen wie iPhone-/Android-Spiele, die plötzlich noch eine PC-Version reinpacken. Das kann nur schiefgehen. Entweder ich brauche das Geld, oder das Projekt wird so massiv zusammengeschnitten, dass man es auch gleich sein lassen kann.

  • HeXit (CyberphobX, 06.06. – 11.07.2012)
    Status: Kickstarter fehlgeschlagen

    Ich weiß absolut nicht, was mich dazu geritten hat das Projekt zu unterstützen. Wahrscheinlich wurde ich von der knapp bekleideten Titelfigur geblendet. Oder generell von der Aussicht auf ein nettes SciFi-Point-and-Click-Adventure (Dreamfall Chapters war da ja noch in weiter Ferne). Aber abseits davon ist es im Nachhinein betrachtet doch ganz gut, dass der Kickstarter nicht erfolgreich war. Außer einer Tussy mit dicken Titten war da nicht wirklich viel interessantes. Immerhin: Das Spiel soll Ende 2014 trotzdem erscheinen. Und wer weiß, vielleicht kommt dann ja doch was halbwegs Anständiges raus. Wenn ich allerdings die Ankündigung von wegen „Sandbox Gameplay“ lese, dann wohl doch eher nicht :smile: .

  • Paper Sorcerer (Ultra Runaway Games, 09.06. – 09.07.2012)
    Status: Spielbare Beta-Version

    Ein klassischer Dungeon Crawler und dann auch noch ein Dungeon Crawler mit einer einzigartigen Optik. Das komplette Spiel wurde nämlich per Hand gezeichnet. Klar, unter den Leveltexturen verstecken sich trotzdem 3D-Objekte. Aber dennoch gibt es dem ganzen einen sehr interessanten Look. Ansonsten ist die Geschichte um einen Zauberer, der aus einem Gefängnis entkommen muss jetzt zwar nicht innovativ, aber sehr klassisch erzählt. Sprich sehr viel (erklärender) Text, alles sehr minimalistisch und eben wie früher die alten Dungeon Master-Spiele. Nur mit dem Unterschied, dass ihr euch dauerhafte Hilfe beschwören könnt (Skelette, Minotauren, etc.) und so langsam aber sicher eine starke Truppe zusammenbastelt. Die äußerst kurze Beta-Version hat definitiv schon Spaß gemacht.

  • Herstellerbild zu Jetpack 2

  • Jetpack 2 (Adept Software, 12.07. – 09.09.2012)
    Status: 1. Kickstarter abgebrochen, der 2. war erfolgreich

    Den zweiten Versuch habe ich mal wieder nicht mitgemacht weil die Boxed Copy rausgeschmissen wurde. Das ist etwas schade, weil das Spiel an sich einen weit fortgeschrittenen und auch guten Eindruck machte. Das Original kenne ich zwar nicht, aber es sah nach einem spaßigen Arcade-/Jump ’n‘ Run-Titel aus. Wie der Name schon sagt, kontrolliert ihr einen Typ mit einem Jetpack und müsst euren Weg durch die mit Fallen und Gegner gespickten Level finden und dabei diverses Zeug aufsammeln, um eure Highscore nach oben zu treiben. Ganz klassisch eben. Werde ich auf jeden Fall weiter bis zum Release im Auge behalten.

  • Legends of Aethereus (ThreeGates Studios, 22.06. – 22.07.2012)
    Status: Spielbare Beta-Version

    Mir waren die LARPenden Entwickler sehr sympathisch und ich fand ihre Videos im Verlauf der Kampagne amüsant. Das Spiel an sich ist ein Action-Rollenspiel aus der Third-Person-Perspektive mit einem starken Fokus auf Koop und „Kein Rollenspiel für Weicheier“. Letzteres hat mich im Pitch ein bisschen genervt (Komfort != Casualmist), aber dafür klang die Idee eine eigene Stadt zu besitzen und diese auch individuell gestalten zu können cool. Der Rest ist klassische Action-Rollenspiel-Kost, die auch definitiv Spaß macht (die Einzelspieler-Beta lief vor einigen Monaten, mittlerweile spiele ich [solo] die Multiplayer-Beta) und sich grafisch auch nicht verstecken muss. Vom inhaltlichen Anspruch geht es zwar wohl mehr in Richtung Diablo und weniger Gothic, aber es ist nicht ganz so ein extremer Hochglanzmist wie The Elder Scolls-Serie. Kann ich nur empfehlen mal im Auge zu behalten. Ich habe sogar vier Keys für die Beta-Version und später auch die Vollversion. Wer sich also gut mit mir stellt, der kriegt vielleicht einen davon ab :smile: .

Und damit wären wir auch schon wieder am Ende des Eintrags angekommen. Ich überlege mir übrigens auch solche Spiele im Rahmen von Christoph spielt vorzustellen. Hat ja nicht jeder Zugriff auf die dazugehörigen Alpha- und Betaversionen, entsprechend interessant könnte es sein beispielsweise eine Unterkategorie „Christoph spielt eine Vorschauversion“ einzuführen und da dann auf das Intro mit Unboxing zu verzichten. Aber das ist derzeit nur eine Überlegung und noch nichts konkretes dahinter. Über Kommentare/Vorschlage eurerseits in dieser Hinsicht würde ich mich wie immer freuen.

Ich wünsche ein angenehmes Wochenende (es soll wohl regnen) und wir lesen uns am Montag wieder. Mit etwas Glück gibt es vielleicht sogar am Montag bereits eine neue Folge von Christoph spielt in neuem Gewand (Erste Version eines Intro, neuer Hintergrund für die Realsequenzen Unboxing und Fazit) und mit Star Trek als Thema. Mal schauen wie viel Zeit und Lust ich habe. Zumal das Spiel den ersten Berichten zufolge nicht der Brüller ist. Aber ich habe auch ehrlich gesagt nichts anderes erwartet.

Im März wurden wir dieses Jahr regelrecht von Spielen erschlagen. Es schien fast so, als hätten die Publisher die traditionell eher schwachen Monate Januar und Februar auf Biegen und Brechen irgendwie ausgleichen müssen. Im April war es bislang glücklicherweise etwas ruhiger, wenngleich uns bis zum Ende des Monats durchaus noch ein paar interessante Titel erwarten. Es ist also mal wieder an der Zeit für eine neue Ausgabe der Eintragsserie „Zwölf für die Einkaufsliste“. Heute im Fokus: Das 2. Quartal 2013. Wie immer führen die meisten Links zu Amazon und es werden keine Titel noch einmal aufgeührt, die bereits in einer vorherigen Ausgabe erwähnt wurden (darunter Dead Island: Riptide [26.04.2013], Star Trek [26.4.2013], GRID 2 [28.05.2013] und Remember Me [07.06.2013]), aber immer noch nicht veröffentlicht wurden. Das verkleinert zwar die sowieso schon eher übersichtliche Auswahl der nächsten drei Monate noch weiter, aber Regel ist Regel :smile: .

Herstellerbild zu Dragon's Dogma: Dark ArisenDragon’s Dogma: Dark Arisen (26. April 2013 – X360, PS3) – Weder Sequel noch Addon, handelt es sich um Dark Arisen schlicht um eine Art Director’s Cut oder besser noch Enhanced Edition vom letztjährigen Überraschungserfolg. Das bedeutet neben spielerischen Verbesserungen wie einem einfacheren Reise- und Menüsystem gibt es auch mehr Skills, mehr Gegenstände, mehr Charakterverbesserungen (inklusive weiteren Individualisierungsoptionen) sowie ein komplett neues Gebiet inklusive mehr als zwei Dutzend neuer Gegner, welches die sowieso schon durchaus beachtlich (oder ermüdend) hohe Spielzeit des anspruchsvollen Action-Rollenspiels noch weiter verlängert. Wer es nicht kennt: Im Prinzip ist es ein Dark Souls nur mit wesentlich mehr klassischen Rollenspielelementen (inklusive einer Art Party) und einem nicht ganz so extremen Schwierigkeitsgrad. Definitiv ein empfehlenswerter Titel für Genrefans. Besitzer der Originalversion erhalten beim Kauf hingegen diverse Boni, können aber keine Savegames übernehmen und müssen wieder von vorne anfangen. Das ist entsprechend eine äußerst spaßige Angelegenheit, wenn man schon 50+ Stunden ins Original versenkt hat.

Zeno Clash 2 (30. April 2013 – PC, X360, PS3) – Der erste Teil wurde viel für sein gelungenes Nahkampfsystem aus der Ego-Perspektive gelobt. Mir blieb der Titel aber vor allem wegen seiner Schrägheit in Erinnerung und damit meine ich nicht den Humor, sondern die Welt mit ihren äußerst ungewöhnlichen Charaktere und dem dazugehörigen ungewöhnlichen Stil. ACE Team hat damit etwas erschaffen, was erfreulicherweise stark von der Norm abweicht und mich als Spieler durchaus erst einmal verwirrt zurücklässt („Vater-Mutter“? Wad willst du von mir?!), aber gleichzeitig auch sehr fasziniert. Entsprechend gespannt bin ich auf Teil 2. Jetzt wo zumindest ungefähr weiß wie die surreale Fantasywelt Zenozoik funktioniert, bin ich bereit weitere Abenteuer in ihr zu erleben und noch mehr über ihre Bewohner zu erfahren. Und auch die Entwickler hatten dieses Mal etwas mehr Geld zur Verfügung, was hoffentlich bedeutet, dass das Spiel zumindest etwas länger ist als der Vorgänger.

Far Cry 3: Blood Dragon (1. Mai 2013 – PC, X360, PS3) – Als Ubisoft am 1. April dieses Spin-off zu Far Cry 3 ankündigte, dachte zuerst jeder an einen Aprilscherz. Zu krank und gleichzeitig genial erschien die Idee einer Hommage an die SciFi-B-Movies der 80iger. Statt Tiger jagt ihr Echsen, die Laser verschießen, alles ist in Neonfarben eingetaucht, die Synchronisation ist extrem übertrieben (schlecht) und auch die Hintergrundgeschichte ist vollkommen abgedreht. Es hieß sogar in den Entwicklerinterviews, dass sie sich beim Modellieren ein Limit von 150 Dollar pro Charakter auferlegt hätten. Sprich die Ausstattung jedes NPCs im Spiel dürfte real maximal so viel Kosten. Eben Budgetbegrenzungen wie in einem echten B- oder C-Movie. Als eine der Hauptinspirationsquellen wurde Robocop 3 genannt. Ein Film, der definitiv als grottig bezeichnet werden darf (3,7 von 10 Sternen auf IMDb). Das klang alles viel zu abgedreht. Doch siehe da: Es war kein Aprilscherz. Es versteckt sich tatsächlich ein Spiel dahinter und es macht einen richtig, richtig geilen Eindruck.

Mars: War Logs (3. Mai 2013 – PC, X360, PS3) – Der Hauptcharakter des Spiels hört auf den Namen Roy Temperance und das Setting des Cyberpunk-Titels ist Shadowlair, eine Stadt auf dem Mars. Es lässt sich entsprechend schon einmal festhalten, dass der Autor hinter dem Spiel nicht unbedingt zu den Genies seines Fachs gehört. Und auch sonst erwarte ich definitiv keinen Blockbuster (das Spiel wird aber auch nur 15 Euro kosten). Doch Publisher Focus Home Entertainment hat in der Vergangenheit immer mal wieder mit interessanten Geheimtipps überrascht und auch das Action-Rollenspiel Mars: War Logs hat wieder gute Chancen einer zu werden. Vieles erinnert dabei, auch weil Entwickler Spiders Unterstützung von Cyanide Studios bekam, an das interessante Action-Rollenspiel Of Orcs and Men. Statt in einem Fantasy-Setting und in der Haut eines Orks beziehungsweise eines Goblins seid ihr hier als Mensch auf dem Mars in einem Endzeitszenario unterwegs. Außerdem verspricht das Kampfsystem actionbetonter zu werden als im Vergleichstitel. Definitiv ein Titel, den man mal im Auge behalten sollte.

Herstellerbild zu Metro: Last LightMetro: Last Light (17. Mai 2013 – PC, X360, PS3) – Ich habe Metro 2033 immer noch nicht durch. Das liegt zum einen an technischen Problemen — ich kann das Spiel mittlerweile nicht einmal mehr starten trotz einer vollständigen Neuinstallation (Absturz direkt nach dem Splash Screen) –, zum anderen bin ich doch irgendwie zu stark Anhänger des S.T.A.L.K.E.R.-Lagers.

Wir erinnern uns: Das Team hinter den Metro-Spielen ist eine Splittergruppe von GSC Gameworld, den Machern der S.T.A.L.K.E.R., die während der Entwicklung von Shadows of Chernobyl verärgert das Unternehmen verlassen haben. Was ich von Metro 2033 gespielt habe, sah zwar genial aus (es war einer der ersten richtigen DirectX 11-Titel) und hatte durchaus eine gute (Horror-)Atmosphäre, die auch stark an die Konkurrenz erinnerte. Und es passte sicherlich alles gut zu den Büchern, die ich nicht kenne. Aber mir war es einfach zu linear, spielerisch ein zu 08/15-Shooter und die Geschichte zog mich irgendwie nicht in ihren Bann. Deshalb hatte ich relativ bald mit dem Spielen wieder aufgehört, obwohl der Titel nicht gerade lang ist. Meine Erwartungshaltung an den Nachfolger ist entsprechend eher niedrig. Aber da S.T.A.L.K.E.R. 2 leider noch sehr lange auf sich warten lässt, bin ich dennoch durchaus bereit mich wieder in einem russischen Endzeitszenario zu verlieren — zumindest wenn ich es irgendwie doch noch schaffe Teil 1 durchzuspielen. Schließlich setzt Teil 2 auf Metro 2033 auf.

Blood Knights (17. Mai 2013 – PC, X360, PS3) – Hach ja, die Jungs von Deck13. Mit der gelungenen Adventure-Trilogie Ankh und zumindest dem ersten Jack Keane hatten sie durchaus einen richtig guten Eindruck hinterlassen. Und selbst Venetica war bei aller berechtigter Kritik (der Patch 1.02 hat aber vieles signifikant verbessert) ein nettes und typisch deutsches Rollenspiel. Aber ihr Output seitdem war eher schlecht als recht. Entsprechend skeptisch sehe ich der Veröffentlichung ihres neusten Werks entgegen, das zudem bereits mehrfach verschoben worden ist. Dieses Mal handelt es sich um ein eher lineares Action-Rollenspiel mit Koop-Fokus (kommen dieses Jahr so einige davon…), und das ist durchaus mal wieder was angenehm anderes, angesiedelt in einem Vampir-Fantasysetting. Der Preis von nur 20 Euro tut sein Übriges dazu meine Erwartungen eher nach unten zu schrauben. Aber wer weiß: Vielleicht haben sich die Frankfurter wieder gefangen und liefern mit Blood Knights mal wieder einen netten Geheimtipp ab. Ich würde mich freuen.

Donkey Kong Country Returns 3D (24. Mai 2013 – 3DS) – FUCK YEAH! Ich kann mit Mario an sich nur wenig anfangen. Klar, ich spiele seine Spiele mittlerweile auch und sie sind qualitativ definitiv hochwertige Jump ’n‘ Runs. Aber die Welt und ihre Charaktere mag ich nicht wirklich. Bei Donkey Kong Country sieht die Sache schon anders aus und das, obwohl ich die Serie nur im Rahmen von ausführlichen Koop-Sessions mit JakillSlavik kenne. Die Kong-Familie, allen voran natürlich Diddy und Dixie Kong, ist einfach zu cool, die Welt angenehm abgedreht und Rare als Entwickler selbst mir PCler eine bekannte und für gute Spiele stehende Größe. Entsprechend genial finde ich es, dass ich nach dem durchweg gefeierten Wii-Release vor 2 1/2 Jahren nun endlich auch in den Genuss des langerwarteten vierten Teils der Serie komme. Inhaltlich erwarte ich ein erstklassiges Jump ’n‘ Run mit dem gewohnten Humor der Serie und ich gehe stark davon aus, dass es das auch auf dem Nintendo-Handheld der Fall sein wird.

Herstellerbild zu Resident Evil: RevelationsResident Evil: Revelations (24. Mai 2013 – PC, X360, PS3, WiiU) – Die 3DS-Version des Spiels habe ich leider noch nicht durch (bin derzeit nicht sehr konsequent was Handheld-Titel angeht), aber was ich bereits gespielt habe, hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Es ist vor allem schick, dass nach den doch eher action-geladenen Teilen 5 und 6 es sich wieder mehr am sehr guten vierten Teil orientiert. Levelerkunden, Munitionskonservierung und Rätsel lösen sind das Stichwort. Das macht das Spiel wieder mehr zu einem richtigen Survival-Horror-Titel und das tut der Serie definitiv sehr gut. Ich freue mich entsprechend darauf das Ganze nun auch auf dem großen Bildschirm erleben zu können. Bei aller „Liebe“ zum 3DS: Ich finde es selbst mit dem Circle Pad Pro ist es einfach nicht ganz so optimal zu spielen. Vor allem nicht über einen längeren Zeitraum.

The Last of Us (14. Juni 2013 – PS3) – Ich hoffe inständig, dass die Sache mit den Exklusivtiteln mit der nächsten Generation etwas abnimmt, jetzt wo die PlayStation 4 nicht mehr ganz so exotisch ist was die Hardware betrifft. Mich nervt es nämlich durchaus, dass ich Titel wie The Last of Us nicht spielen kann. Aber noch übertrifft der Nervfaktor nicht die Hemmungen gegenüber dem Anschaffungspreis und dem Platzproblem (wo soll ich das Ding denn noch hinstellen?) einer PS3.

Zum eigentlichen Spiel: Es ist der neue Titel von Naughty Dog (Uncharted-Serie) und ist mal wieder eine ewig lange Eskortmission (siehe ICO oder BioShock Infinite). Dieses Mal ist das Setting ein Endzeitszenario (inklusive Zombies, auch wenn sie nicht so genannt werden) und was bislang so gezeigt wurde, scheint der Fokus erfreulicherweise vor allem auf echtem Survival Horror zu liegen. Kämpfe sollen eher die Ausnahme zu sein und stattdessen Schleichen im Vordergrund zu stehen. Dass The Last of Us gut werden wird, steht aber vermutlich außer Frage. Das Ding hat im Vorfeld schon so viele Awards abgesahnt und ich glaube nicht, dass Naughty Dog jetzt plötzlich ins Fettnäpfchen tritt nachdem es seit 18 Jahren extrem gut läuft (kein Spiel unter 80% Metacritic).

Magrunner – Dark Pulse (21. Juni 2013 – PC, X360, PS3) – Mich wundert es immer wieder, dass nach dem immensen Erfolg von Portal der Markt weiterhin nicht von Physik-Puzzlespielen geradezu überschwemmt wird. Entsprechend erfrischend ist der Release von Magrunner – Dark Pulse nachdem Q.U.B.E. und Quantum Conundrum auch schon wieder ein paar Tage auf dem Buckel haben. Dieses Mal geht es darum Gegenstände positiv oder negativer Aufzuladen und sie sich so gegenseitig anziehen oder abstoßen zu lassen. Der Anfang der Geschichte ist ganz klar von Portal inspiriert (Entkomme aus einer Hightech-Anlage), aber danach scheint es in eine furchterregende Außenwelt zu gehen, die von Monstern bevölkert wird. Das verspricht durchaus interessant zu werden und die Screenshots/Videos machen auch grafisch einen netten Eindruck. Am Ende wird aber natürlich schlicht die Frage sein, ob die Rätsel gut designt sind und die Spielmechanik bei der Stange hält. Übrigens auch wieder ein Titel, der zum Release nur 20 Euro kosten wird. Die Mitte des Jahres scheint wohl für solche Spiele reserviert zu sein :smile: .

Herstellerbild zu Company of Heroes 2Company of Heroes 2 (25. Juni 2013 – PC) – Wir hatten schon lange kein Spiel mehr, welches im zweiten Weltkrieg angesiedelt ist. Aber mittlerweile ist mir alles lieber solange es nicht Zombies sind. Wobei ich natürlich ein Warhammer 40.000: Dawn of War III lieber gehabt hätte. Egal. Mir liegen Relics Strategiespiele, egal was das Szenario ist und daran wird offensichtlich auch Company of Heroes 2 nichts ändern. Schöner, besser, größer ist hier definitiv das Motto. Am interessanten wird sein zu sehen, ob und wie sich tatsächlich das Wetter auf das Spiel auswirkt. Ist ja immer so eine Sache mit solchen Versprechungen. Einen See im Match zufrieren zu lassen ist ja jetzt nichts Neues (hat meines Wissens sowohl die Die Siedler– als auch die Command & Conquer-Serie schon gemacht). Aber schlechte Sicht bei Regen/Nebel oder die Sache mit dem Erfrieren der Soldaten ist normalerweise eher den Hardcore-Strategietiteln vorbehalten. Wäre also wünschenswert, wenn das nun auch mal in einem AAA-Titel ansprechend umgesetzt wird. Aber nach Release dann bitte wieder mit der Warhammer-Lizenz arbeiten, okay? :smile: .

Deadpool (28. Juni 2013 – PC, X360, PS3) – Normalerweise würde ich an dieser Stelle sagen, dass ich die Vorlage nicht kenne. Aber dank der Marvel-ComiXology-Aktion (700 kostenlose Comics) zur South by Southwest im März stimmt das nicht mehr. Ich habe tatsächlich mittlerweile ein paar verschiedene Ausgaben von Deadpool gelesen. Mein bisheriges Fazit lässt sich im Prinzip so zusammenfassen: Wie wäre es, wenn The Punisher Pillen nehmen würde anstatt den ganzen Tag depressiv durch die Gegend zustapfen und Superkräfte hätte. Deadpool sieht die Welt eher locker, auch wenn er gerne zur Flasche greift, hat sichtlich Spaß bei der Arbeit und ist definitiv eher sadistisch veranlagt. Bei manchen Heften habe ich mir schon gedacht, warum der Typ eigentlich noch zu den Guten unter den Superhelden gezählt wird, aber am Ende hat er doch unter all den Machosprüchen ein gutes Herz.

Nun kommt also sein erster Auftritt in einem Videospiel. Entwickelt wird das von den High Moon Studios. Die haben zuletzt mit Transformers: Untergang von Cybertron gezeigt, dass sie durchaus was drauf haben. Und da das Spiel auch nicht zum Start irgendeines Films erscheint, also der Druck sich in Grenzen hielt, sind meine Erwartungen an den Third-Person-Actiontitel durchaus hoch. Ich erwarte wie im Comic viele überdrehte und brutale Kämpfe, absolut dämliche Sprüche und eine starke Interaktion mit mir dem Spieler (Deadpool bricht gerne die berühmte vierte Wand). Im Prinzip also das komplette Gegenprogramm zu einem bierernsten Batman: Arkham City. Es wird außerdem interessant sein zu sehen, ob die USK den Titel ungeschnitten ab 18 freigibt oder er gar nicht erst bei uns erscheint. Stichwort „Abtrennbare Gliedmaßen“. Ich freu mich drauf.

So sieht also das 2. Quartal 2013 in Sachen Spiele aus. Einige der genannten Titel werden sicherlich auch ihren Weg in eine Folge von Christoph spielt finden (vor allem die Geheimtipps habe ich im Auge). Und natürlich dürfen wir nicht vergessen, dass vom 11. bis 13. Juni mal wieder die E3 stattfindet, die dieses Jahr ganz eindeutig im Zeichen der zwei großen neuen Konsolen von Microsoft und Sony stehen wird. Die Zeit zum Erholen ist entsprechend nicht gerade lang.

Zum Abschluss wie immer noch die Frage von euch: Welche Spiele, die im 2. Quartal 2013 erscheinen sollen, interessieren euch?

Sicarius

Die Belagerung eines Burgverlies

Herstellerbild zu Dungeon Siege: Legends of ArannaIch will euch mal eins sagen, liebe Gamerfreunde: Wer behauptet das Action-/Partyrollenspiel Dungeon Siege (2002, Gas Powered Games) spiele sich von selbst, der hat schlicht und ergreifend keine Ahnung! Das Ding ist bockschwer! Wie oft ich jetzt schon im ersten und einzigen Addon Dungeon Siege: Legends of Aranna neu laden musste weil einer (oder mehrere) meiner Mannen sein komplettes Inventar auf dem Boden verteilt hat, das geht auf keine Kuhhaut. So schnell kann ich gar keine Heiltränke schlucken wie die Gegner meinen Nahkämpfern die Lebensenergie entziehen. Durch bestimmte Levelabschnitte fliege ich zwar tatsächlich nur so durch, nur um dann plötzlich auf einen neuen Gegnertyp zu treffen mit dem ich überhaupt nicht klar komme. Dann komme ich erst einmal nur noch Zentimeter und nur mit noch mehr Neuladen voran.

Zugegeben: Meine Gruppe ist sicherlich mittlerweile hoffnungslos falsch aufgebaut für die gestiegenen Herausforderungen im Addon (habe meine Truppe aus dem Hauptspiel übernommen) und haben zudem die total falschen Sachen an. Wer kam auch auf die Idee ein (pausierbares) Action-Rollenspiel mit einer Party zu machen? Sieben Charaktere sowie ein Packesel (oder was auch immer das für ein Tier ist) und dann ist jeder Charakter auch noch zusätzlich mit einem Rucksack im Rucksack ausgestattet. Und trotzdem ist dank der hohen Anzahl an Gegenstände im Spiel dauernd euer GESAMTES Inventar voll. Viel Spaß beim Aussortieren sag ich da nur.

Eine Vergleichsfunktion? Darf ich mal lachen? Entweder ihr kennt die Werte der Klamotten und Waffen eurer Charaktere auswendig, oder ihr vergleicht manuell jeden gefundenen Gegenstand indem ihr in von Inventar zu Inventar verschiebt, nur um am Ende festzustellen, dass er Schrott ist. Das sind 30 bis 60 Minuten, in denen ich nur neben dem Händler stehe und mein Inventar aufräume. So lässt sich die Spielzeit auch strecken. Und wehe es kommt mir jetzt einer von wegen „Vergleich die Gegenstände doch einfach sofort, wenn du sie aufhebst. Ist doch einfacher.“, dann schlage ich um mich! Ich will Feinde metzeln und nicht alle zwei Sekunden Inventarpflege betreiben.

Luschentruppe

Aber zurück zum eigentlichen Aufbau meiner Party: Die beiden Charaktere, die ich als Heiler einsetze, wissen gerade mal wie man Naturzauber ausschreibt und sind normalerweise voll auf Nah- und Fernkampf spezialisiert. Entsprechend viel Mana verbrauchen sie für ein bisschen Heili Meili. Und einer meiner Nahkämpfer ist ein Mönch. Der mag zwar unendlich intelligent sein, aber wenn ihn ein Gegner auch nur falsch anschaut fällt er schon in Ohnmacht (getötet werden Charaktere nur, wenn Feinde weiter auf sie einschlagen während sie am Boden liegen). Aber als Zauberer kann ich ihn wiederum auch wieder nicht einsetzen, weil er nie im Leben mehr ausreichend Skillpoints zusammenbekommt, um die guten Sachen zu schleudern.

Wer es nicht mehr weiß: Dungeon Siege setze auf die The Elder Scrolls-Variante des Levelaufstiegs. Benutzt ihr eine Fernkampfwaffe, dann verbessert sich euer Talent darin automatisch durch das Anwenden und Abhängig vom Level der getöteten Gegner. Skillresets oder so moderner Kram? Selten so gelacht. Blöde alte Rollenspiele, in denen man noch mit seinen Entscheidungen leben musste :smile: . Aber ich kriege es schon noch durchgespielt (zocke es nur unterwegs auf meinem Laptop) und bin mittlerweile sogar schon mitten in Kapitel 4 von 5 (ca. 14 Stunden Spielzeit bislang). Jetzt wo ich so viel in Bonn bin stehen die Chancen gut, dass ich es dieses Jahr endlich schaffen werde. Und dann geht es nach einem Abstecher in den Windows-XP-exklusiven Level (ja, das Spiel wurde von Microsoft vertrieben) direkt über zu Dungeon Siege II mit Addon. Ja, ich habe noch viel vor mir was die Serie betrifft. Aber bis Teil 4 erscheint, was garantiert noch einige Jahre dauernd wird, habe ich mich bestimmt zu Teil 3 durchgearbeitet.

Fazit

Wer jetzt trotz meines Gemeckers auf eine Kaufempfehlung wartet, der kann lange warten. Dungeon Siege hat zwar ein paar nette Ideen, ist aber dennoch ganz klar ein eher vergesslicher Vertreter des Genres, dem man zudem sein Alter extrem anmerkt. Da sind 2002 wesentlich bedeutendere Rollenspiele wie etwa Neverwinter Nights oder Divine Divinity erschienen, die sich auch besser gehalten haben. Ich selbst spiele es mittlerweile wirklich nur noch weiter, um es endlich durch zu haben. Andere hätten schon lange das Ding wieder in die Ecke gestellt.

Einzig wer die Nachfolger kennt und mochte, der wird vielleicht auch mit Teil 1 trotz der Uraltgrafik (die Kamera ist ein Krampf, die Texturen sind frisch aus der Waschmaschine und Widescreen war damals noch ein Fremdwort) noch etwas Spaß haben. Schon alleine, weil er noch mehr über die gut ausgearbeitete Fantasyswelt erfährt. So viel dazu. Jetzt entschuldigt mich: Ich muss mein Inventar aussortieren *stöhn*.

Vor fast genau sechs Jahren habe ich euch an dieser Stelle erzählt gehabt welche Spielzeitschriften ich abonniert habe und warum. Doch die Zeit vergeht. Magazine werden eingestellt, Redaktionen ausgewechselt und, noch viel wichtiger, mein Geschmack verändert sich. Vor allem letzteres hat dazu geführt, dass ich von den fünf genannten Zeitschriften keine einzige heutzutage mehr lese.

Grundsätzlich lässt sich nämlich sagen, dass mich diese Art der Spieleberichterstattung mit ihren Vorschauen und ihren Tests mittlerweile absolut überhaupt nicht mehr interessiert — und zwar sowohl offline als auch online und egal in welcher Form (RockPaperShotgun-Flapsig oder GameStar-ernst). Ich schau mir höchstens bei The Escapist oder Gametrailers ein paar Videos an und blicke hin und wieder Total Biscuit über die Schulter. Das war es aber dann auch schon. Achievement Hunter, Zero Punctuation und wie sie alle heißen konsumiere ich zur Unterhaltung und nicht, um mich ernsthaft über einen Titel zu informieren.

Nur wenn ich mir tatsächlich unsicher bin, also meist bei einem Titel, den ich nicht ganz so gut einschätzen kann oder kenne, dann lese ich selbstverständlich auch mal die Testberichte. Einfach um ein Gefühl dafür zu bekommen und durchaus sogar dann auf Basis dessen eine Kaufentscheidung zu treffen. Aber abseits davon bin ich mittlerweile zu der Sorte von Leser geworden, die höchstens noch die Wertung anschaut.

Total ignorant

Nein, so wirklich rational begründen kann ich das nicht. Ich vermute es ist so eine Mischung aus „alles schon gelesen“ beziehungsweise „nichts mehr Neues für mich, da ich sowieso alle News dazu kenne“, „das Spiel liegt eh am Releasetag bei mir im Briefkasten, egal was irgendwer darüber in einem Test schreibt“, „auf die Meinung dieses und jenen Redakteurs/Magazins gebe ich sowieso nichts“ sowie der schlichten Tatsache, dass mich mittlerweile einfach mehr das Hintergründige (Reportagen, Porträts, Post-Mortems) interessiert. Mir ist natürlich klar, dass es äußerst paradox ist selbst quasi solche Inhalte zu produzieren und dann vehement die Sachen der anderen einfach zu ignorieren. Zumal ein Blick auf das Geschreibsel der Anderen auch einen gewissen Lernfaktor mit sich bringt (was macht der falsch, was macht er richtig, was könnte ich ihm abschauen, etc.). Aber am Ende des Tages stellt sich nun einmal mir genauso wie euch die Frage in was ich meine kostbare (Frei-)Zeit investiere. Und in Sachen Vorschau und Tests lesen ist für mich persönlich die Antwort ganz klar: Zeitverschwendung.

Womit wir wieder beim anfänglichen Thema wären: Wenn ich die Magazine von damals nicht mehr konsumiere, was lese ich denn dann derzeit so an Print-Erzeugnissen? Nun, ganz einfach. Diese hier:

Cover der englischen EDGEEDGE (englisch) – Im Prinzip könnte ich hier einfach wiederholen, was ich damals schon zur deutschen Übersetzung gesagt hatte. Nachdem diese leider sehr schnell wieder von Computec eingestellt wurde, bin ich nämlich zum Kauf der englischen Version übergegangen. Mir gefällt an der EDGE weiterhin fast alles und jedes Mal wenn die Mail kommt „Ihr Abo läuft aus, wollen Sie nicht ihr Abo verlängern?“ überlege ich da gar nicht lange und hau nochmal zwei Jahre drauf. Da wäre zum einen natürlich die immer noch sehr stylische Aufmachung des Hefts mit seiner Einfachheit innen (viel Freiraum für den Text) wie außen (auf manchen Covern ist nicht einmal das Logo der Zeitschrift auf den ersten Blick sichtbar!). Zum anderen aber selbstverständlich auch das äußerst hohe Niveau des Inhalts.

Von den meist sehr interessanten Kolumnen bis hin zu den hervorragenden Reportagen mit Post-Mortems, Studio/Entwickler-Porträts und generell dem Blick auf die Menschen, Tools und Businessseite der Medaille. Hier wird definitiv etwas Besseres geboten in jeder Hinsicht inklusive hochwertigem Papier und jede Ausgabe um die 150 Seiten mit vergleichsweise wenig Werbung und diese dann hauptsächlich für Tools und Entwicklerjobs und weniger für Spiele. Auch die Qualität der Schreibe ist höher als man es vielleicht sonst gewohnt ist, die Autoren werden aber weiterhin nur gesammelt im Impressum angegeben. Ihr wisst also nicht von wem jetzt welcher Text ist. Die Tests überfliege ich allerdings trotzdem meist nur beziehungsweise lese hauptsächlich nur die relativ neu eingeführten Hintergrundartikel (Ein Interview, ein Kommentar, eine Analyse, etc. — alles jeweils eine Seite nach dem Test). Und das alles für gerade mal sechs Euro (fünf britische Pfund) beziehungsweise aktuell bezahle ich sogar nur fünf Euro pro Ausgabe (inklusive Versand und so drin!).

Cover des englischen Game Developer MagazineGames Developer Magazine (englisch) – Das Hardcore-Branchenmagazin von Entwickler für Entwickler (die meisten Texte sind von Branchenleuten). Zumindest war es das mal. Mit der Ausgabe Juni/Juli 2013 wird es nämlich nach 19 Jahren leider eingestellt — sowohl offline als auch die digitale Variante. Geht stattdessen jetzt alles vollständig in Gamasutra über. Die Inhalte gehen also nicht verloren, aber dennoch ist es natürlich wie immer schade so ein Magazin vom Markt verschwinden zu sehen. Das Auszeichnungsmerkmal des Game Developer waren/sind (auf Gamasutra erscheinen sie ja weiterhin) vor allem die umfangreichen und zahlreichen Post Mortems (aktuell unter anderem zu FTL: Faster Than Light und XCOM: Enemy Unknown), die ich auch für meine Porträts immer gerne als Quelle hernehme. Diese sind nicht nur detaillierter als das, was EDGE anbietet, die Artikel stammen auch vom Entwickler selbst. Da kann man noch so viele Interviews führen, das ist einfach eine ganz andere Perspektive. Das bedeutet jetzt aber nicht, dass es Lobeshymnen sind. Ganz im Gegenteil gehen die Jungs schon durchaus kritisch mit sich selbst um.

Der Rest der rund 80 Seiten auf typisch amerikanischen Schlabber-Papier ist gefüllt mit Kommentaren über den Status der Industrie, Berichten über aktuelle Trends und auch Tipps & Tricks zu Entwickler-relevanten Themen. Letztere übersteigen dann aber selbst meine Kompetenz, wenn es wirklich tief in die Technik hineingeht (wie programmiert man am besten das und das etc. oder Vorstellungen von Tools). Selbst der Artikel in der aktuellen Ausgabe „Programmer, interrupted“ ist schon extrem wissenschaftlich. Darin wird analysiert wie es sich vermeiden lässt seine Coding-Sessions unnötig zu unterbrechen inklusive Erklärungen wie das Gehirn funktioniert, die Unterschiede zwischen den einzelnen Erinnerungsarten und was weiß ich noch. Sicherlich ganz interessant, aber ich verstehe da definitiv nur Bahnhof :smile: . Unterm Strich war es aber ganz klar ein sehr informatives Magazin und vor allem eines, bei dem es tatsächlich Sinn hatte es sich quasi als Nachschlagewerk ins Regal zu stellen. Aber immerhin gibt es ja noch zumindest noch online Gamasutra. Muss ich dort eben in Zukunft öfters vorbeisurfen.

Cover der deutschen Making GamesMaking Games (deutsch) – Im Prinzip das deutsche Equivalent zum Game Developer Magazine inklusive dem starken Fokus darauf die Entwickler selbst die Texte schreiben zu lassen. In Sachen Preis (6,90 Euro für 80-90 Seiten) liegt es auch ziemlich gleich auf. Definitiv keine billige Angelegenheit diese Heft, was aber natürlich auch an seinem Nischencharakter liegt. Die Qualität der Themen und Artikel schwankt außerdem ein wenig. In der aktuellen Ausgabe geht es beispielsweise um Let’s Plays, was prinzipiell natürlich aktuell hochinteressant für mich ist. Aber beim Lesen wurde mir dann doch schnell klar, dass das Ganze nicht sehr durchdacht und äußerst oberflächlich ist.

Lag vielleicht auch ein Stück weit an der Qualität der deutschen Let’s-Play-Szene an sich (die auch kräftig mitgemischt hat bei der Erstellung der Artikel), aber trotzdem fand ich beispielsweise das Kickstarter-Thema in der vorherigen Ausgabe wesentlich besser umgesetzt. Und das ist definitiv ein durchgängiges Problem des Magazins. Es fehlt ihm immer noch an der Konsistenz in Sachen Qualität einer EDGE oder eines Game Developer Magazine. Aber vorerst halte ich ihm weiter die Treue. Schon allein, um es zu unterstützen, dass es in Deutschland so ein Heft gibt. Außerdem kommen speziell natürlich deutsche Entwickler zu Wort, die man in den englischen Heften nur selten vorfindet (Yager Development mit Spec Ops: The Line und Crytek mit Crysis — und das war’s dann auch schon wieder).

Cover der englischen Retro GamerRetro Gamer (englisch) – GamersGlobal ist schuld. Bevor die deutsche Ausgabe ins Leben gerufen wurde, kannte ich die englische nicht. Und wäre die deutsche Fassung ein monatliches Heft, hätte ich vielleicht sogar sie abonniert. Aber an einer Übersetzung einer Sammelausgabe der englischen Fassung habe ich dann doch leider kein Interesse und greife lieber zum Original — inklusive dem britischen Blickwinkel auf die Themen.

Für 6,30 Euro (in England 4,99 GBP am Kiosk) gibt’s jeden Monat um die 120 Seiten auf hochwertigem Papier und größerem Format (größer als ein DINA4-Blatt) vollgestopft mit Retro-Themen (logischerweise). Sie berichten zwar auch unter dem Namen „Future Classics“ über mehr oder weniger aktuelle Titel, aber das Hauptaugenmerk liegt definitiv auf Hintergrundberichten und „Tests“ zu den mehr oder weniger bekannten Klassikern und der damit verbundenen Hardware. Dazu gehören natürlich auch ausführliche Interviews mit den Leuten dahinter sowie sehr viel Nostalgie von Seiten der Redakteure („Ich hab‘ das damals so erlebt:“). Letzteres ist ein zweischneidiges Schwert und kann unter Umständen auch nerven im ein oder anderen Artikel (Hör auf der Vergangenheit nachzuweinen!). Das größere Format des Hefts kommt hingegen bei den Screenshots dann voll zur Geltung. Egal wie Pixelig: Es wird sehr oft ganz groß aufgezogen und dominant in den Vordergrund gestellt, was ich persönlich sehr cool finde. Man muss aber dennoch ganz klar sagen: Das Heft ist was das Layout angeht doch sehr stark überladen und hat auch keinen eindeutigen Look. Stattdessen passt es sich sehr stark den Inhalten an. Das ist nicht jedermanns Sache und auch ich finde es stellenweise äußerst unübersichtlich. Unterm Strich hält es mich aber genauso wenig wie die anderen Negativpunkt nicht vom Lesen ab.

Cover der englischen EDGERetro (deutsch) – Das Abo läuft nur noch bis Ende Juni. Habe es jetzt doch endlich mal gekündigt. Zu zahlreich sind die inhaltlichen Fehler (angefangen von offensichtlichen Schreibfehlern bis hin zu tatsächlich falschen Fakten), zu Dilettant die Aufmachung und zu oberflächlich die Inhalte. Ja, das Heft stammt von einem kleinen Verlag und wird wohl vor allem von Retrofans mit nicht unbedingt der großen journalistischen Erfahrung produziert. Deshalb habe ich ihm wohl auch so lange die Treue gehalten und über die Probleme hinweggesehen. Aber im Vergleich zur Retro Gamer erwarte ich einfach für 6,95 Euro bei um die 90 Seiten dann doch etwas mehr als nur Großformat und hochwertige Seiten. Zumal das Heft in den letzten Monaten seinem Titel gar nicht mehr richtig gerecht wurde. Was hat zum Beispiel Micky Epic 2: Die Macht der Zwei auf einem Retro-Heft auf dem Cover zu suchen?

Das einzige, was das Heft immer noch etwas von der Konkurrenz abhebt sind die Berichte über die Szene an sich. Meist wird ja nur über die Spiele und so berichtet (wobei die Retro Gamer auch einen Blick auf die Home Brew Jungs wirft). In der Retro wurde auch jedes Mal ein Blick hinter die Kulissen geworfen. Was machen die Retrofans derzeit so (LANs, Museen, Events, etc.) und auch was es so an Neuerungen gibt (neue Hardware-Mods beispielsweise). Das ist ganz interessant. Aber für mich reicht das nicht aus, um die dicken inhaltlichen Probleme zu kaschieren. Und das dickste ist schlicht und einfach, dass das Heft zwar den Namen „Retro“ trägt aber mittlerweile nicht mehr viel Retro drinsteckt.

Cover der deutschen elektrospielerelektrospieler (deutsch) – Das Abo läuft nur noch bis Ende des Jahres (Kündigungszeitpunkt verpasst…). Stammt vom gleichen Verlag wie die Retro und war das absolute Hype-Heft als es 2009 auf den Markt kam. Die Elite-Blogger waren total begeistert (vermutlich, weil ein paar von ihnen Texte dafür verfassen). Der Fokus sollte auf die Ästhetik der Spiele liegen, sprich großformatige und ganzseitige Screenshots sowie auf einer inhaltlich anspruchsvollen Behandlung der Spiele. Sprich das, was Herr Christian Schmidt sich so sehr in seinem Spiegel Online-Kommentar so wünschte. Entsprechend hab‘ ich mir letztes Jahr mal ein Abo gegönnt, um zu schauen was es damit tatsächlich auf sich hat.

Tatsächlich kriege ich für die fünf Euro (ca. 90 Seiten) nichts anderes als eine Hochglanzbroschüre mit Texten, die sich irgendwo zwischen Test- und bemüht pseudo-philosophischen Erlebnisbericht einordnen. Was daran intelligent sein soll, der Slogan des Hefts ist „Das intelligente Games-Magazin“, entzieht sich mir meistens. Hier und da gibt es natürlich schon Lichtblicke je nach Autor, aber da wären wir wieder beim Thema der Konsistenz. Immerhin: Zahlreiche große Bilder mit einem starken Fokus auf Renders und Konzeptzeichnungen gibt es definitiv. Aber für ein Bilderbuch mit Herstellerbildern bezahle ich dann doch nicht unbedingt Geld, wenn es nicht gerade Alice heißt oder einer Collector’s Edition beiliegt. Da schaue ich lieber bei Kotaku und ihrer Fine Art-Ecke vorbei.

Das sind also die fünf Magazine, die ich derzeit noch im Abo habe. Dank meiner Abo-Kündigungen und der Einstellungen des Game Developer Magazines bleiben am Ende des Jahres aber nur noch zwei Heft übrig (EDGE und Retro Gamer). Glaube auch nicht, dass da in nächster Zeit noch was hinzukommen wird.

Nun aber die Frage an euch: Wie sieht es aus? Kriegt ihr noch regelmäßig ein Stück toter Baum geliefert beziehungsweise kauft es am Kiosk, oder habt ihr dem Thema mittlerweile schon komplett abgeschworen?

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