Sicarius

Eine Ungerechtigkeit! Die Götter sind unter uns.

Injustice: Gods Among UsIch bin unheimlich froh, dass Injustice: Götter unter uns (X360, PS3) vorletzte Woche endlich seinen Weg in die Händlerregale gefunden hat. Aber nicht etwa, weil ich so sehnsüchtig auf das Prügelspiel gewartet hätte. Nein, mir ging die PR-Kampagne von Warner Bros. Interactive Entertainment mittlerweile so dermaßen auf den Keks. Gefühlt jede Minute kam in den letzten Wochen eine neue Pressemitteilung in mein Postfach geflattert, in der irgendein „neuer“ Charakter als das Allheilmittel für Krebs vorgestellt wurde und dergleichen.

Lustigerweise hat genau diese penetrante PR-Kampagne dazu geführt, dass ich lange Zeit nicht einmal wusste was zum Geier sich überhaupt hinter dem absolut nichtssagenden Namen verbirgt. Mails dazu habe ich nach dem Lesen des Betreffs sofort gelöscht und mit dieser Einstellung dürfte ich nicht alleine gewesen sein. Die Berichterstattung in den Medien zum Spiel hielt sich tatsächlich in Grenzen im Vergleich zur Menge an veröffentlichtem Material.

Christoph spielt-Statusreport

Ursprünglich hatte ich geplant eine Folge von Christoph spielt dazu aufzunehmen. Aber die Collector’s Edition rechtfertigte es dann doch nicht euch selbst 30 Minuten lang meinem Button-Mashing auszusetzen. So gut ist die Einzelspielerkampagne dann doch nicht. Das ist stattdessen so ein Fall bei dem ein Koop-Video die bessere Wahl ist. Interessanterweise hatte ich am Wochenende sogar Rondrer bei mir, aber leider fehlt mir derzeit noch die Hardware (sprich weitere Mikrofone), um so eine Aufnahme mit guter Qualität zu machen. So könnt ihr also meine fantastischen 1.200 Hits Kombos nicht erleben mit denen ich ihn jedes Mal platt gemacht habe. Bitte? So viele Treffer sind gar nicht möglich? Ach ist doch egal. Ob 2 oder 1.200, das kommt doch auf das gleiche raus :smile: .

Apropos: Langweile für den Zuschauer ist auch der Grund, warum ich mich ebenso gegen eine Aufnahme von Dragon’s Dogma: Dark Arisen entschieden habe. Die ersten 10 Minuten sind noch ganz nett und actionreich, aber die Charaktergenerierung und dann der Spielanfang sind doch sehr träge. Da seht ihr in der ersten Spielstunde praktisch gar nix, selbst wenn ich mich beeile und das ist dann doch nicht Sinn der Übung zumal es hier auch keine Spezialedition zum Auspacken gibt. Somit bleibt von den aktuellen Akquisitionen (Dead Island: Riptide mache ich wegen Indizierungsgefahr nicht) nur Star Trek über. Aber das ist wohl so schlecht, dass ich da auf jeden Fall eine Folge zu machen will :smile: . Wenn es klappt vielleicht schon am Donnerstag, spätestens aber am kommenden Montag dann.

Die Entwicklung

Jetzt aber mal wieder zurück zu Injustice: Götter unter uns: Das Spiel ist wie gesagt ein Prügler und wurde entwickelt von den NetherRealm Studios. Die Geschichte dieses Studios ist etwas komplizierter (hießen mal anders, haben gleichzeitig ein anderes Studio ersetzt, und noch so Sachen), deswegen gehe ich da jetzt nicht weiter drauf ein. Wichtig für euch ist nur zu wissen, dass sie bereits für den erfolgreichen Reboot von Mortal Kombat im Jahr 2011 verantwortlich waren.

Herstellerbild zu Mortal Kombat vs. DC UniverseJetzt wäre es natürlich naheliegend gewesen auch Mortal Kombat vs. DC Universe einen neuen Teil hinterherzuschieben. Von den Kritikern erhielt der Titel zwar anno 2008 hauptsächlich „nur“ Wertungen um die 75-80%, aber laut Midway Games wäre das Spiel mit 1,9 Millionen verkauften Einheiten (Xbox 360 und PS3) der erfolgreichste Titel des Publishers seit 2002 gewesen. Nun könnte man natürlich sagen, dass das nicht gerade für den Publisher spricht und die Verkaufszahlen wurden auch von Seiten der Händler wie GameStop äußerst stark angezweifelt. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass das Crossover definitiv zu den besseren seiner Art gehört.

Kein Crossover

Warner Bros. entschied sich jedoch dagegen noch einmal ein Crossover zu machen und beauftragte das hauseigene Studio stattdessen damit einen reinen DC-Universe-Prügler zu machen. Dafür gibt es aus meiner Sicht ein paar logische Gründe:

  • Erstens ist die Mortal Kombat-Serie nicht gerade familienfreundlich. Das verkleinert die Zielgruppe dann doch nicht unwesentlich. In Injustice: Götter unter uns gibt es hingegen weder Fatalities noch spritzt generell Blut und ist somit bereits ab 16 Jahren freigegeben.
  • Zweitens hat Sony mit DC Universe Online zwar nicht den Riesenerfolg, aber das MMO hat dennoch seit seinem Release Anfang 2011 und den eher durchschnittlichen Kritiken vor allem durch der Umstellung auf Free2Play Ende des gleichen Jahres eine stabile Fanbasis gefunden. Und das auch nicht erst seit der einzige wirkliche Konkurrenz City of Heroes seine Server dicht gemacht hat Ende 2012. Es ist also nun auch den Bürohockern klar, dass auch abseits von Batman ein Interesse an diesem Universum besteht.
  • Drittens ist genau das Thema „Batman“: Warner Bros. setzt bekanntlich derzeit alles Menschenmögliche daran es Marvel gleich zu tun und ihre Comicmarken auch außerhalb des Papiers erfolgreich zu machen. Ein Projekt, das bislang faktisch gescheitert ist, denn abseits von Nolans Batman war bislang kein Ableger wirklich erfolgreich beziehungsweise wurde nach dem absoluten Desaster namens Green Latern sehr schnell wieder eingestampft. Eigentlichen sollte es bereits einen Justice League-Film geben. Und wenn Man of Steel in die Hose gehen sollte, wird sich daran die nächsten 5-10 Jahre auch nichts ändern.
  • Viertens schreien die Fans schon jahrelang danach. Mortal Kombat vs. DC Universe konnte aufgrund der begrenzten Charakterauswahl (11 pro Seite) nun einmal nicht die Frage beantworten wer im Kampf Batman gegen Aquaman gewinnen würde :smile: . Bei nun 24 Charakteren nur aus dem DC Universum ist hingegen auch Platz für die im Mainstream weniger dominanten Helden (Hawkgirl, Aquaman) sowie wesentlich mehr Antagonisten (Killer Frost, Solomon Grundy).

Die Hintergrundgeschichte

Herstellerbild zu Injustice: Gods Among UsWer jetzt erwartet, dass Injustice: Götter unter uns ein kunterbuntes Comicbucherlebnis ist, der wird jedoch enttäuscht sein. Stattdessen bleiben die Entwickler der aus Batman: Arkham Asylum und Batman: Arkham City vorgelegten Linie treu. Es kommt auch erneut die Unreal Engine 3 zum Einsatz. Euch erwarten also erneut übertriebe muskelbepackte Varianten von Superman, Batman, The Flash und selbst die Frauen sind eher ungewohnt anzusehen. Vor allem Wonder Woman sieht einfach komisch aus, was aber auch durchaus größtenteils positiv ist. Vor allem Catwoman sieht ganz klar mehr wie ihr Comicvorbild aus als die reine enger Neoprenanzugdame aus Batman: Arkham City mit ihrem äußerst tiefen Dekolleté. Die fand ich „damals“ durchaus unpassend.

Wie immer werden eventuelle Abweichungen und vor allem die Tatsache, dass ihr als Batman gegen Superman kämpfen könnt einfach damit abgetan, dass ihr in einer alternativen Realität unterwegs seid. In der Einzelspielerkampagne geht es darum, dass der Joker Metropolis zerstört hat und Superman dazu brachte Lois Lane mitsame ihrem ungeborenen Kind zu töten. Als Rache tötet Superman vor den Augen von Batman den Joker, der das wohl nicht so toll findet. Plötzlich ist also das ganze Thema von wegen Justice League und super toller Zusammenarbeit hinfällig. Stattdessen wird Superman Größenwahnsinnig, wird zum Herrscher der Welt und es heißt: Entweder ihr seid auf der Seite von Superman oder ihr macht bei Batman mit — und das gilt sowohl für die Superhelden als auch die Superfeinde. In der Charakterauswahl sind alle Beteiligten entsprechend in die zwei 12er Gruppen aufgeteilt.

Das Spiel

Da für Injustice: Götter unter uns das gleiche Studio wie für Mortal Kombat verantwortlich ist, könnte man natürlich jetzt denken, dass die Kampfmechanik ziemlich die gleiche ist. Überraschenderweise ist dem jedoch nicht so. Die Inspirationsquelle war tatsächlich eher Street Fighter IV als das hauseigene Produkt. Das finde ich auch persönlich ganz gut, weil das Spiel dadurch etwas zugänglicher wird. Soweit man natürlich bei einem Prügelspiel voller Kombomechaniken von Zugänglich sprechen kann. Vor allem der Blockmechanismus, ihr müsst nur einfach in die andere Richtung drücken statt eines zusätzlichen Buttons, finde ich wesentlich intuitiver gelöst. Und die Kombos werden durch Richtungsangaben auf dem Analogstick mit einem nachfolgenden Tastendruck ausgeführt (unten nach rechts Mitte plus A zum Beispiel). Da komme ich auch irgendwie besser mit klar als dieses gewöhnungsbedürftige zwei Analogsticks-Kampfsystem.

Aber Injustice: Götter unter uns bringt auch ein paar neue Sachen mit. So hat beispielsweise jeder Charakter einen Spezialangriff, den ihr durch erfolgreiche Attacken aufladet und dann durch einen schlichten Tastendruck auslöst. Batman verschießt zielsuchende Roboterfledermäuse, Catwoman macht einen heftigen Klauenangriff, Joker wirft Lachgas, Superman haut temporär noch stärker und solche Sachen sind darunter. Sehr nett, dass man sich dafür keine große Kombo merken muss

Außerdem richtig cool: Ihr kämpft zwar wieder auf einer 2D-Ebene in den 3D-Arenen, könnt aber dennoch den Hintergrund mit einbeziehen. Ein Flugzeug fliegt gerade vorbei? Kein Problem: RB gedrückt und schon wird euer Charakter das Ding nach eurem Feind. In Atlantis (Aquamans Heimat) öffnet ihr hingegen die Luken und euer gegenüber wird weggespült. Oder ihr führt einen Schlag aus mit dem der zweite Spieler in den Hintergrund geschleudert wird und dann dort durch irgendwas Schaden nimmt. Definitiv sehr spaßig und dank der rund zwei Dutzend Arenen dauert es auch einige Zeit bis ihr alles gefunden habt, was ihr im Kampf einsetzen könnt.

Fazit

Injustice: Gods Among Us Collector's EditionUnterm Strich ist Injustice: Götter unter uns trotz der Unterschiede zu den Klassikern wie Street Fighter und Mortal Kombat aber immer noch ein ganz normaler Prügler – inklusive den damit verbundenen Vor- und Nachteilen. Wenn ihr für solche Spiele also nichts übrig habt, werdet ihr selbst als Fan des DC Universums nicht wirklich glücklich werden. Auch mir hat durchaus gefallen was ich gespielt habe, aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass mich diese Spiele dank meiner mangelnden Fähigkeit die supertollen Kombos auszuführen nicht sonderlich lange bei der Stange halten und dann nur noch rauskommen, wenn Besuch da ist. Wer hingegen nicht so drauf ist wie ich und dringend Nachschub sucht, der kann bedenkenlos zum Spiel greifen.

Die Collector’s Edition

Bleibt noch die Frage nach der Collector’s Edition. Für 95 Euro gibt es zum einen eine große Sammelfigur. Sie zeigt Wonder Woman im Kampf mit Batman, sieht definitiv schick aus und ist auch prinzipiell sehr gut verarbeitet. Leider ist sie aus Hartgummi oder wie das Zeug heißt. Sprich sie stinkt mir jetzt erst einmal total die Bude voll. Und dann sind noch zwei Accessoires dabei. Das eine ist Wonder Womans Seil, mit dem es keine großen Probleme gibt. Batmans Bumerang werde ich hingegen mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann über den Staubsauger im Müll entsorgen. Das Ding ist sehr klein und fällt bei der kleinsten Bewegung der Statue aus Batmans Hand. Nervig.

Außerdem mit in der großen Packung enthalten ist, wie überraschend, ein Comicheft zum Spiel. Das erzählt auf einer Handvoll von Seiten so was wie die Vor-Vorgeschichte des Spiels. Es zeigt Jokers ersten Angriff auf Metropolis und das Verschwinden von Lois Lane. Nichts weltbewegendes und es endet auch in einem Cliffhanger (Superman steht Doomsday gegenüber), aber wie immer nett gezeichnet.

Das Spiel an sich kommt in einem sehr schicken Steelbook daher in dem außerdem noch ein DLC-Code enthalten ist. Damit erhaltet ihr Zugriff auf die Outfits von Superman, Batman und Wonder Woman aus der aktuellen Comic-Kontinuität „New 52“. Nein, ich kann euch nicht erklären was das ist :smlie: . Das war es dann aber auch schon an Beigaben in der Collector’s Edition. Unterm Strich bezahlt ihr also gut 45 Euro mehr für die Statue, der Rest ist vernachlässigbar. Ob euch das stinkende Ding den Aufpreis wert ist, müsst ihr aber wie immer selbst wissen. Mir gefällt sie und irgendwann wird sie auch aufgehört zu haben zu stinken :smile: .

Ich verabschiede mich bis Donnerstag!

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