Wie gut, dass ich ein Smartphone besitze, sonst könntet ihr diese Zeilen jetzt nicht lesen. Gestern gegen 13:30 Uhr hat mein Router nämlich sein Empfangssignal verloren und seitdem geht weder Telefon noch Internet. Sowas passiert natürlich immer abends, wenn nur noch der Spätdienst unterwegs ist. Je nach Größe der Kabelstörung wird das also frühestens heute Mittag behoben sein. Aber wie gesagt: Smartphone und damit ein mobiler Hotspot ist ja vorhanden. Ist ja nicht wie vor vielen Jahren, als über T-Online die komplette DNS-Range nicht mehr erreichbar war. Da hätte auch ein Handy nichts gebracht.

Aber nun genug davon. Lasst uns heute lieber mal wieder über etwas reden, worüber wir uns schon lange nicht mehr unterhalten haben: Filme, die jeder schon lange gesehen hat! Genauer gesagt über diese:

Wolverine - Wege des Kriegers

Wolverine – Weg des Kriegers

Wolverine – Weg des Kriegers (Extended Cut) (The Wolverine, 2013): Fans der Comics fragen sich immer wieder, warum gerade Wolverine der beliebteste Charakter der Filmumsetzungen des Comics ist. Aus meiner Sicht ist die Antwort die Gleiche wie bei Iron Man: Die perfekte Besetzung des Charakters. Während Robert Downey Jr. perfekt in der Rolle des Eisenmanns aufgeht, ist es hier Hugh Jackmann, der sichtlich Spaß daran hat die Sau rauszulassen. Sein Solo-Debüt mit X-Men Origins: Wolverine konnte zwar absolut nicht überzeugen und war, sagen wir es deutlich, der letzte Scheiß (zockt lieber das Spiel dazu, 1000mal besser!). Aber das war mehr dem Script und dem Regisseur geschuldet und weniger Jackman anzulasten.

Wolverine - Weg des Kriegers (Promobild)

Wolverine – Weg des Kriegers (Promobild)

Das wird auch bei Wolverine – Weg des Kriegers deutlich. Ja, die Geschichte ist wieder nicht besonders tiefgreifend und schon gar nicht großartig überraschend. Wolverine fliegt nach Japan, metzelt ein wenig, verliert seine Kräfte, metzelt weiter und am Ende ist wieder alles gut. Es reicht aber am Ende des Tages für diese Art von Film aus. Es ist quasi ein typischer Action-Flick inklusive der gleichen schnulzigen Romanze nur mit Ninjas und Mutanten. Aber anders als X-Men Origins: Wolverine, das einem vor allem wegen den extrem schlechten CGI-Effekten in Erinnerung bleibt, merkt man Regisseur James Mangold (Walk the Line, Knight and Day) doch an, dass er wesentlich mehr Erfahrung hat als Gavon Hood, der im B- und C-Movie-Sumpf rumstapft. Dank der größtenteils echten Stunts, ist das Ergebnis entsprechend trotz oder gerade der überschaubaren Anzahl an Mutanten ein unterhaltsamer Action-Film geworden. Und Jackman ist, wie mittlerweile gewohnt, einfach Wolverine. Ich kann mir derzeit einfach keinen anderen Schauspieler in dieser Rolle vorstellen.

Mein einziger Negativpunkt am Film ist (unter der Prämisse eines seichten Actionflicks), dass er ab 12 Jahren freigegeben ist. Wir sind uns sicher einig, dass Wolverine eigentlich kein jugendfreier Held ist. Natürlich kann ich auf das schlechte CGI-Blut des Vorgängers verzichten. Aber so ein paar abgetrennte Gliedmaßen oder blutbefleckte Krallen würden Jackman doch gut stehen. Ungeachtet dessen kriegt der Film von mir 4 von 5 Sics, wegen Hugh Jackman und weil die zwei Stunden fast wie im Fluge vergangen sind. Was man vom folgenden Machwerk nicht behaupten kann…

 

Der Hobbit - Eine unerwartete Reise

Der Hobbit – Eine unerwartete Reise

Der Hobbit – Eine unerwartete Reise (Extended Edition) (The Hobbit – An Unexpected Journey, 2012): Ja, ich gehöre zu den ignoranten Langweilern, denen Der Herr der Ringe – Die Gefährten von allen drei Filmen am wenigsten gefallen hat. Aber im Vergleich zum ersten von drei Hobbit-Filmen war der geradezu ein Meisterwerk. Selbst im schlechtesten Arthouse-Film passiert übertrieben gesagt mehr als hier. Stattdessen bekomme ich (wünderschöne) Landschaftsaufnahmen von Neuseeland, die ich aber auch in der ersten Trilogie zu genüge hatte, viel zu viele nervige Gesangseinladen (von denen nur ein Bruchteil im Buch vorkommt!), einen bekifften Slapstick-Zauberer und eine unnötige lange Sequenz in der ich Zwergen beim Essen zuschaue. Da wird es mir wohl keiner übel nehmen, wenn ich etwas unruhig auf der Couch hin und her rutsche während des 3 Stunden andauernden Films. Und nein, dass die Vorlage sich an Kinder richtet ist keine zulässige Ausrede.

Und das sage ich völlig unabhängig vom Buch! Diesen Vergleich mache ich erst gar nicht. Zumal ich auf dem Papier durchaus begeistert war von Jacksons „Idee“ auch Bestandteile der Anhänge einfließen zu lassen. Da stehen einige interessante Sachen drin, die ich gerne auf der großen Leinwand in geiler Optik genießen würde (speziell natürlich die Schlachten). Aber das Ergebnis ist ein völlig unnötig in die Länge gezogenes und 90% der Zeit absolut irrelevantes und langweiliges Geblubber. Es sind nur drei Szenen, die mir wirklich gefallen haben und in Erinnerung geblieben sind: Das Storyexposé am Anfang (wie immer genial in Szene gesetzt), die Besprechung zwischen Gandalf, Saruman und Galadriel in Rivendell und natürlich Bilbos Schlagabtausch mit Gollum. Das sind vielleicht 20 Minuten aus 182! Hoffentlich wird das im zweiten Teil besser. Der Hobbit – Eine unerwartete Reise bekommt von mir auf jeden Fall nur jämmerliche 2 von 5 Sics. Ein Crysis kann mich mit seiner beeindruckenden Technik trotz seichtem Gameplay noch bei Laune halten. Aber von einem Fantasy-Film erwarte ich dann doch etwas mehr Unterhaltung neben schönen Bildern, wie man hieran sehen kann:

 

Pacific Rim

Pacific Rim

Pacific Rim (2013): Kriegt von mir ohne lange Nachdenken zu müssen volle 5 von 5 Sics. Ganz klar. Was anderes kann ich diesem Meisterwerk der denkfreien Unterhaltung nicht geben. Selbstverständlich darf man sich nicht allzu stark über die Geschichte um den finalen Kampf gegen die Kaijus den Kopf zerbrechen, sonst verliert man sich in den unzähligen Logiklücken. Aber sie reißt mich nicht raus und bildet einen guten Rahmen für das Wesentliche: Gigantische Roboter die sich in einem saumässig beeindruckenden CGI-Sturm auf offenem Meer einen Schlagabtausch mit reptilienartigen Monstern (Dinosaurier waren gerade ausverkauft) liefern! Sowas hat man auf der großen Leinwand in dieser Qualität einfach noch nicht gesehen! Außerdem: Ron Perlman. Mit Perlman macht man nie was verkehrt (auch wenn ich kein Fan von Hellboy II: Die goldene Armee bin)!

Pacific Rim (Promobild)

Pacific Rim (Promobild)

Wie kann man also diesen Film zumindest als männlicher Vertreter der menschlichen Rasse bitte nicht mögen? Wenn ich etwas zu bemängeln habe dann höchstens, dass die 131 Minuten viel zu schnell vorbei waren! Die Schlacht am Anfang mit den anderen Robotern (Russen und Asiaten) hätte beispielsweise noch ausgedehnt gehört. Die kamen viel zu wenig zur Geltung.

Und bevor jetzt einer anfängt zu meckern, nochmal: Es ist völlig seichte Unterhaltung auf geringstem Niveau. Aber verdammt noch Mal: Es sieht unendlich geil aus, bietet fast Non-Stop-Action (plus eine gute Dosis Perlman) und hat, anders als die Transformers-Trilogie keinen doofen Bumblebee, keinen nervigen Shia LeBeouf und mit Rinko Kikuchi die wesentlich ansprechendere Dame an der Seite des Helden! Da ist es mir am Ende des Tages völlig egal wie anspruchslos der Film eigentlich ist. Stattdessen stelle ich mir die Frage: Wer braucht da noch Godzilla?!

 

So viel also zu diesen uralten Schinken. Nachdem es diese Woche ja nicht mit Videos geklappt hat (Lösung ist in Planung), hoffe ich euch zumindest nächste Woche welche präsentieren zu können. Und zwar stehen Thief (was taugt der Reboot?) und Castlevania: Lords of Shadow 2 (dicke Collector’s Edition!) bereit – beide auf PC. Es sollte also nicht schon wieder zu Problemen bei der Aufnahme kommen.

Sicarius

Boxende Helden

Earth Defense Force 2025 (Herstellerbild)

Earth Defense Force 2025 (Herstellerbild)

„Ja, wo ist es denn, lieber Webmaster? Wolltest du uns heute nicht den Lightning-Bekleidungssimulator im Video vorstellen?“. Das ist korrekt, lieber Besucher. Die Unboxing-Videos zu Lightning Returns: Final Fantasy XIII und Earth Defense Force 2025 liegen auch auf meiner Festplatte. Leider war der Hauppauge PVR2 der Meinung, dass er keinen Bock darauf hat mich Videos aufzeichnen zu lassen. Stattdessen fror er während der ersten Aufnahmeversuche ständig nach kurzer Zeit ein, was wohl ein Hitzeproblem ist (die Lüfter sind aus unerfindlichen Gründen UNTER dem Gerät). Danach sah es so aus, als würde es gehen, aber Pustekuchen: Jetzt hatte ich in unregelmäßigen Abständen Aussetzer in Form von schwarzen Bildern. Fantastisch. Im Anschluss (=2 Stunden waren seit dem ersten Versuch vergangen) hatte ich erst einmal schlicht keinen Bock mehr mich noch weiter damit zu beschäftigen.

Somit gibt es vorerst also leider keine Videos von Spielen, die für PlayStation 3 oder Xbox 360 erschienen sind. Ich werde aber natürlich dranbleiben und weiter versuchen das Problem zu finden und zu beheben. Hab’ ja schließlich en Haufen Geld für dieses Drecksding bezahlt. Jetzt hatte ich gehofft, mit dem PVR2 wären die Sorgen, die ich mit dem PVR1 hatte verschwunden. Aber nein, die Probleme sind nur einfach andere.

Reden wir heute also einfach mal wieder so über zwei Spiele. Beides sind Indie-Titel, die ich über das Indie Gala Bundle bekommen habe, von deren Existenz ich vorher überhaupt nichts wusste und die, für ihre Preisklasse, überraschend viel Spaß machen. Das finde ich übrigens generell super im Vergleich zum Humble Bundle. Während Humble Bundle mittlerweile eher „Mainstream“ ist (deswegen heißt es auch nicht mehr Humble Indie Bundle!) und ich entsprechend das meiste oft schon habe, bestehen die Indie Gala Bundle tatsächlich zu 99% aus Sachen, die ich absolut nicht kenne.

Beast Boxing Turbo

Beast Boxing Turbo

Beast Boxing Turbo – Bereits 2012 für PC und Mac veröffentlicht, wurde es seitdem stetig verbessert und erweitert und schaffte Ende 2013 seinen Weg auf Steam. Allerdings handelt es sich bei diesem Titel um eine Portierung des Ende 2010 erschienen Beast Boxing 3D für iOS aus gleichem Hause. Es ist außerdem das erste PC-Spiel von Goodhustle Studios, einem kalifornischen Entwickler mit zwei Angestellten.

Wie der Name schon andeutet, handelt es sich bei Beast Boxing Turbo um ein Box-Spiel. Davon gab es ja in den letzten Jahren nicht mehr wirklich viele. Mir fällt sogar kein einziges ein seit der Veröffentlichung von EAs Fight Night Champion im März 2011. Entsprechend hatte der Titel alleine schon aus Mangel an Konkurrenz mein Interesse geweckt.

Die Geschichte

Beast Boxing Turbo (Herstellerbild)

Beast Boxing Turbo (Herstellerbild)

In Beast Boxing Turbo übernehmt ihr die Rolle von Char, einer ganz normalen Frau, die aus unerfindlichen Gründen in den Beast Boxing Leagues mitkämpfen möchte. Wie der Name schon sagt, treten darin allerlei schräge Kreaturen gegeneinander an und entsprechend rau geht es dort auch zu. Ein Mensch muss schon extrem Selbstmordgefährdet sein, wenn er da mitmischen will. Dazu kommt noch, dass die Liga gar keine Menschen zulässt. Also bastelt sich Char ein äußerst fragwürdiges Monsterkostüm zusammen und schafft es damit tatsächlich die anderen zu täuschen. Nun gilt es das nächste Ziel zu erreichen: Die Ultra League zu gewinnen.

In Ego-Perspektive steigt ihr in den Ring und bewegt euch auf einer 2D-Ebene von links nach rechts bis ihr ans jeweilige Ringende kommt. Auch die Steuerung ist äußerst minimalistisch. Mehr als die Pfeiltasten plus zwei Buchstaben benötigt ihr nicht, um euch durch den Ring zu bewegen, eure Arme zur Deckung zu heben und mit jedem Arm einzeln zuzuschlagen (Maus und Gamepad gehen allerdings auch). Das bedeutet aber nicht, dass das Spiel deswegen äußerst einfach ist. Die Gegner sind definitiv nicht ohne, teilen ordentlich aus haben unblockbare Spezialangriffe (die aber selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad angekündigt werden) und besitzen jeweils eigene Verhaltensmuster. Der eine ist sehr defensiv, drückt euch aber dafür einen richtig harten Schlag ins Gesicht, wenn ihr eure Deckung fallen lasst. Andere hauen mit sanften, aber dafür sehr schnellen Kombinationen zu. Außerdem sind sie lernfähig. Ihr setzt immer nur einen rechten Hacken? Schlagt immer nur mit links zu? Konzentriert ihr euch sehr auf links-rechts-Kombinationen? Dann werdet ihr spätestens in der zweiten Runde ein Problem haben, wenn euer Gegner dann seine Deckung speziell auf diese Angriffe abstimmt.

Für Buttonmasher (wie mich) kommt erschwerend dazu, dass sich mit jedem Schlag und jedem Block eure Ausdauerleiste verringert. Ist sie aufgebraucht, bewegt ihr euch nur noch langsam und eure Schläge verursachen praktisch keinen Schaden mehr. Stattdessen müsst ihr hoffen, dass ihr solange ausweichen könnt, bis sie sich wieder auffüllt. Das alles macht die Kämpfe durchaus taktisch und vor allem bei den Champions jeder einzelnen Liga äußerst herausfordernd.

Nettes Upgradesystem

Beast Boxing Turbo (Herstellerbild)

Beast Boxing Turbo (Herstellerbild)

Ihr könnt allerdings noch so gut im Ring herumspazieren, spätestens ab der zweiten Liga sind eure Schläge schlicht zu schwach, um einem potthässlichen Reptil die Nase einzudrücken. Deswegen dürft ihr zwischen den Kämpfen mit eurem gewonnen Geld Char trainieren und so ihre Schlagkraft verbessern, ihre Ausdauer erhöhen oder ihre Schnelligkeit. Außerdem steht eine Vielzahl an Ausrüstung zur Verfügung wie Handschuhe, die eure Geschwindigkeit verbessern oder Schulterpanzer, die euch besser blocken lassen – alles mit spürbaren Auswirkungen im Ring, wenngleich am Ende des Tages dann doch eure Finesse (und das Kennenlernen eures Gegners) über Sieg oder Niederlage entscheidet.

Dank eines NewGame+-Modus inklusive noch höherem Schwierigkeitsgrad, fällt auch nicht ganz so extrem ins Gewicht, dass das Spiel relativ kurz ist. 12 Kämpfe müsst ihr „nur“ überstehen, bevor ihr zum Champion der Ultra League gekürt werdet. Das klingt jedoch wesentlich einfacher, als es tatsächlich ist. Alleine am Greifvogel, dem Chef der Pro League, hatte ich schon sehr lange zu knabbern. Erwartet also nicht nach zwei Stunden schon durch zu sein.

Fazit

Für 4,99 Euro bekommt ihr ein nettes und solide aussehendes Boxspiel, das zwar keinem Fight Night das Wasser reichen kann. Aber eine spaßige Konkurrenz zu Punch-Out!! ist es auf jeden Fall, zumal es den Klassiker ja derzeit leider nur für Nintendo-Konsolen gibt. Definitiv eine Empfehlung für alle, die mal wieder so richtig zuschlagen wollen.

 

Hero Siege

Hero Siege

Hero Siege – Die Jungs (und Mädels) bei Panic Art Studios haben sich bei diesem Titel definitiv sehr viele Inspirationen von The Binding of Isaac geholt. Schon im Ladebildschirm begrüßt euch das Bild eines Bossgegners, der euch irgendwie sehr stark an die Konkurrenz erinnert. Aber auch im Spiel gibt es immer wieder klar sichtbare Hommagen. Wie beispielsweise die Kugelgeschosse der Fallen aussehen oder die Fliegen, welche die Mumie umkreisen. Auch das grundlegende Spielprinzip erinnert im ersten Moment an das verstörende Werk von Edward McMillen. Isometrische Ansicht, ein Charakter den ihr mit WASD steuert und mit den Pfeiltasten Projektile abfeuern lasst, zufallsgenerierte Levels und Gegenstände. Wie gesagt: Die Inspiration ist deutlich.

Doch das tatsächliche Spiel könnte unterschiedlicher nicht sein. Während ihr im einen Titel durch unheimliche Kellerverliese auf der Flucht vor eurer Mutter seid, übernehmt ihr in Hero Siege die Rolle eines ausgewachsenen Helden, der die Welt retten muss.

Das Spiel

Hero Siege (Herstellerbild)

Hero Siege (Herstellerbild)

Eure Aufgabe ist einfach und simpel: Überleben. Und zwar solange, bis ihr am Ende von Akt 4 den dicken Bossgegner schafft. Nachdem ihr eure Klasse gewählt habt (Feuerzauberer, Krieger und solcherlei Fantasy-typischer Kram), werdet ihr in ein quadratisches Arsenal geworfen dessen Grundaufbau immer gleich ist. Was sich darin jedoch befindet, wird nicht nur beim Spielstart angepasst. Nein, auch zwischen den Gegnerwellen wird aktualisiert. Dann ist plötzlich eine Falle dort, wo vorher keine war, ein (optionaler) Dungeon erscheint oder eine Statue steht bereit, euch mit einem Buff zu versehen.

Da heißt es immer die Augen offen zu halten. Auch deshalb schon, weil die zahlreichen Fallen nicht nur euch gefährlich werden, sondern auch eure Feinde schädigen. Diese werden pro Welle nicht nur zahlreicher, sondern natürlich auch stärker und abwechslungsreicher inklusive Elitevarianten. Dazwischen immer mal wieder ein besonders starker Bossgegner. Überlebt ihr lange genug, wird der nächste Akt freigeschaltet. Dadurch ändert sich nicht nur die Szenerie, sondern auch die Bösartigkeit der Fallen.

Verbessere dich!

Durch das Töten von Gegner sowie das Zerstören von Objekten im Level oder das Öffnen von Truhen bekommt ihr Geld mit dem ihr euch temporäre Buffs, Heiltränke und spezielle Truhenschlüssel kaufen könnt. Außerdem gibt es hin und wieder ein besonderes Relikt, eben wie in The Binding of Isaac, dass eure Werte besonders stark verbessert oder welches euch zusätzliche Fähigkeiten gibt. Zum Beispiel folgt euch dann ein Zeppelin, der zielsuchende Raketen verschießt. Was ihr bekommt ist, wie erwähnt, völlig zufallsbedingt und setzt sich nach eurem Ableben auch wieder zurück.

Hero Siege (Herstellerbild)

Hero Siege (Herstellerbild)

Was bleibt sind eure Erfahrungspunkte, die ihr allein durch das Töten von Gegnern erhaltet und durch die ihr im Level aufsteigt. Dann könnt ihr ein paar Punkte in eure Attribute (mehr Schaden, mehr Lebensenergie, etc.) und Skills investieren. Der Pyromancer beispielsweise hat dann eine Chance einen Meteoriten zu zaubern oder darf ab Level 24 gar einen ganzen Meteoritensturm herabregnen lassen. Dadurch werdet ihr stetig besser, schafft es noch mehr Wellen zu überleben und dann endlich den nächsten Akt zu erreichen (jeden freigeschalteten Akt dürft ihr direkt beginnen und müsst nicht wieder bei null anfangen). Und,wie aus Diablo gewohnt, wenn ihr das Spiel einmal durch habt, wird der nächste Schwierigkeitsgrad freigeschaltet und ihr dürft mit eurem Charakter wieder von vorne beginnen.

Wie lange und ob ihr mit Hero Siege tatsächlich Spaß haben werdet, hängt entsprechend mal wieder davon ab, wie sehr ihr diese Art von Spielen mögt. Also Titel, die von Anfang an darauf ausgelegt sind, dass ihr scheitert, ständig von neuem anfangt und dabei stetig besser werdet und weiter kommt (wenn euch der Zufall nicht einen Strich durch die Rechnung macht). Jemand wie ich, der allein in The Binding of Isaac schon 25 Stunden und in FTL: Faster Than Light immerhin 10 Stunden gesteckt hat, macht auch Hero Siege an. Nüchtern betrachtet, wiederholt sich am Ende des Tages alles. Eine Gegnerwelle jagdt die nächste, dazwischen Geld und Gegenstände eingesammelt und dann geht der Kampf um das Überleben wieder von vorne los. Die einzige Unterbrechung sind die kleineren Dungeons mit ihrem übersichtlichen Layout. Aber auch hier gilt: Alles töten bis es tot ist. Wer diese Art von Spiele jedoch mag, der wird die Investition von 6,99 Euro sicherlich nicht bereuen.

Bis Donnerstag!

Twitch Plays Pokémon

Twitch Plays Pokémon

Vorgestern war es mal wieder soweit: Eine Bombe schlug im Internet ein und hinterließ einen riesigen Krater. Als die Staubwolke sich verzogen hatte, blieben nur unzählige geschockte Zuschauer am Rand zurück. Einige weinten, andere freuten sich, doch am Ende zogen sie auch schnell wieder weiter. Die Masse ist bekanntlich nicht sehr geduldig. Die meisten sind schnell wieder weitergezogen, um beispielsweise auf Twitch sich ihre Zeit mit Pokémon Red zu vertreiben über das das deutschsprachige Internet erst gestern so wirklich zu berichten begang. Was mal wieder deutlich zeigt, wie stark doch das Abschreiben von englischen Medien in unserem System verankert ist. Alles was nicht bei Kotaku, RockPaperShotgun oder IGN steht scheint nicht zu existieren. Aber ich schweife ab.

Mittlerweile sind die Analysten und die Experten am Werk, begutachten den Schaden, versuchen herauszufinden wie es soweit kommen konnte und versuchen zu verstehen, wo es in Zukunft hingeht. Wir reden natürlich von der Ankündigung, dass Irrational Games (unter anderem die BioShock-Reihe) nach 17 Jahren geschlossen beziehungsweise vollständig umstrukturiert und auf 15 Leute reduziert wird nachdem BioShock Infinite: Burial at Sea Part 2 erschienen ist. Die zentralen Fragen sind dabei aus meiner Sicht die Folgenden:

Warum kam dieser Schritt für durchweg alle völlig überraschend?

Darüber macht sich beispielsweise bei Gamasutra gestern Leigh Alexander extrem viele Gedanken in seinem Artikel Irrational Games, journalism, and airing dirty laundry. Die Antwort ist für sie nicht einfach. Sie hätte wohl einiges rumoren gehört und auch die Personalfluktuation während der Entwicklung von BioShock Infinite hätte einen normalerweise aufhorchen lassen müssen. Doch zum einen traute sich keine Quelle hervorzutreten und die Informationen offiziell zu bestätigen. Zum anderen scheute sich Leigh darüber zu berichten, um quasi nicht noch zusätzlich Druck von Außen aufzubauen.

Warhammer 40.000: Space Marine (Herstellerbild)

Warhammer 40.000: Space Marine (Herstellerbild)

Und hier verliert mich nicht nur die Kollegin, sie zeigt auch mal wieder auf, was das größte Problem des Spielejournalismus ist: Wir sind zu stark mit der Branche verzahnt. Einem Unternehmen wie Rooster Teeth verzeihe ich es, wenn sie meinen nichts Schlechtes sagen zu wollen, weil sie wissen wie viele Leute da ihr Herzblut reingesteckt haben. Die sind schließlich keine Journalisten, auch wenn ich mich durchaus auch selbst bei diesem Denken hin und wieder erwische. Aber von Mitarbeitern eines renommierten Magazin wie Gamasutra erwarte ich, dass sie am Ende des Tages ihr freundschaftliches Verhältnis zum PR-Manager nicht über den Pressekodex stellen. Da braucht man sich nicht zu wundern, dass es in dieser Branche praktisch keinen investigativen Journalismus gibt. Alle haben zu viel Angst den gegenüber zu verprellen. So kritisch ich auch Seiten wie RockPaperShotgun oder 4Players (keine Verlinkung) oder YouTubern wie TotalBiscuit gegenüberstehe, sie versuchen es immerhin den Status Quo bis zu einem gewissen Grad anzufechten. Teilweise zwar nur, um die eigenen Klickzahlen nach oben zu treiben, aber das ist bekanntlich ein anderes Thema. Die Geschichte zwischen THQ und mir aufgrund meines Tests zu Warhammer 40.000: Space Marine hatte ich ja damals auch schon angedeutet.

Wie gut/schlecht waren die BioShock Infinite-Verkaufszahlen tatsächlich?

Anfangs wurde BioShock Infinite mit extrem viel Lob überschüttet. Entsprechend ist die Metacritic-Wertung auch bei fantastischen 94 Punkten. Doch je länger jeder Zeit hatte über das Spiel nachzudenken, desto lauter wurden die kritischen Stimmen und auch viele Spieler stellten sehr schnell fest, dass es doch nicht unbedingt der heilige Gral geworden ist, der nach Teil 1 erwartet wurde. Das hatte aber nur zum Teil mit der Erwartungshaltung zu tun. Tatsächlich lässt sich am Spiel auch sehr viel bemängeln. Der prominenteste Kritikpunkt sind sicherlich die zahlreichen und uninspirierten Kämpfe. Aber auch an der Geschichte, speziell in der zweiten Hälfte, lassen viele kein gutes Wort aus. Entsprechend war es nur konsequent, dass der Titel überraschend oft in den Jahresend-Listen selbst prominenter Spielemagazine fehlte oder nur am Rande erwähnt wurde. Natürlich gewann er trotzdem einen Haufen Awards, aber wir hatten denke ich im Vorfeld alle wesentlich mehr erwartet.

BioShock (Herstellerbild)

BioShock (Herstellerbild)

Das schlug sich wohl auch in den Verkaufszahlen nieder. Das letzte Wort von Take-Two Interactive waren 4 Millionen verkaufte Einheiten im Juli 2013 (Release war Ende März). Das ist zwar so viel wie BioShock sich in drei Jahren verkaufte. Doch der Wert der Marke ist seitdem natürlich extrem angestiegen und die Vorschusslorbeeren waren immens. Entsprechend groß waren die Erwartungen aller Beteiligten. Stattdessen ist es seitdem äußerst ruhig geworden, um das Thema. Erst im kommenden Finanzbericht (März oder April) für das Jahr 2013 werden wir wohl mehr dazu erfahren. Klar ist aber jetzt schon: Nach den fünf Jahre Entwicklungszeit und der riesigen Marketingkampagane entsprechen die Einnahmen nicht den Vorstellungen.

Exkurs Anfang

Was mir bei dem Thema übrigens wieder in den Sinn kommt, ist die Problematik der Vorschau und von zeitkritischen Tests. Es ist zwar jetzt nicht so ein Extremfall wie Aliens: Colonial Marines wo das gezeigte Material wirklich komplett irreführend war. Aber dennoch stelle ich mir erneut die Frage, ob der Umgang mit Vorschauen und auch der Testpraxis nicht grundsätzlich überdacht werden muss. Wie kann es schließlich sein, dass ein Titel wie BioShock Infinite vorher unendlich weit in den Himmel gelobt wird, aber nach ein paar Wochen kommt vielen Journalisten doch die Erkenntnis, dass es vielleicht nicht ganz gerechtfertigt war je länger man überlegt.

Fallout: New Vegas (Herstellerbild)

Fallout: New Vegas (Herstellerbild)

In Sachen Vorschauen ist das ja kein neues Thema. Schon 2008 habe ich mich schließlich darüber ausgelassen. Geändert hat sich nichts. In Sachen Tests sehe ich es hingegen so: Beim Schreiben heißt es: Nimm am Ende mal Abstand, schlaf drüber und dann lese es noch einmal durch, um wieder einen frischen Blick auf das Ganze zu bekommen. Das sollte meiner Meinung nach bei einem Test vielleicht auch eingeführt werden. Aber das ist in der heutigen Zeit natürlich leider nicht ganz so einfach, weil bekanntlich ein Test mit jeder Minute an Relevanz verliert. Dem kann sich auch ein GamersGlobal nicht verschließen, trotz der Freiheiten die mir Jörg doch oft gegeben hat (mein Test zu Fallout: New Vegas kam beispielsweise selbst aus seiner Sicht dann doch viel viel zu spät). Dennoch halte ich es für ganz klar den falschen Ansatz. Lasst die ganzen notgeilen Blogger wie den Typ da auf der schäbigen Seite namens „Beim Christoph“ so schnell wie möglich nach Release ihre halbgaren Inhalte raushauen. „Echte“ Kritiker sollten sich jedoch die Zeit nehmen und wirklich den jeweiligen Titel genauer begutachten. Dann würde vielleicht auch Spec Ops: The Line nicht bei einer Metacritic-Wertung von armseligen 76 Punkten rumhängen.

Exkurs Ende

Wieso gründet Ken Levine nicht einfach ein neues Studio statt alle vor die Tür zu setzen?

Darauf gibt es sicherlich die unterschiedlichsten Antworten, auf die wir aber erst noch mit der Zeit kommen müssen. Die simpelste wäre die finanzielle Sicherheit. Irrational Games gehört bekanntlich vollständig zu 2K Games. Würde sich Levine selbstständig machen, müsste er wirklich wieder bei null anfangen – auch was die Marken betrifft.

Freedom Force vs. The Third Reich (Herstellerbild)

Freedom Force vs. The Third Reich (Herstellerbild)

Wobei ich nicht glaube, dass Levine an einer der wenigen Marken von Irrational Games arbeiten wird. Die Historie des Studios ist bekanntlich äußerst übersichtlich und abseits von BioShock und vielleicht noch Freedom Force vs the 3rd Reich ist unter den Titeln keiner, der tatsächlich dem Studio gehört. System Shock 2, Tribes: Vengeance, SWAT 4? Alles Auftragsarbeiten für einen anderen Publisher. Somit gehe ich davon aus, dass das was als nächstes kommt wieder etwas komplett Neues ist. Zumal er in der Vergangenheit schon oft gesagt hat, dass ihn der alte Kram nicht mehr interessiert.

Eine mögliche Antwort versteckt sich aber auch im nächsten Punkt. Dieser deutet nämlich darauf hin, dass Ken Levine im Hause Take-Two die Hosen anhat und entsprechend große Forderungen an den Publisher stellen konnte was die weitere Zukunft betrifft.

Warum lässt Take-Two Ken Levine mit so einer Aktion durchgehen?

Diese Frage hat, zumindest soweit ich es gesehen habe, bislang noch kein Journalist gestellt. Mir ist sie hingegen als allererstes in den Kopf geschossen. Natürlich ist Kostensenken immer super. Wenn auf einen Schlag mal so 100 Leute rausfliegen, dann freut sich jeder kurzsichtige Anleger natürlich. Aber aufgrund der Laune eines poppeligen Gründers ein ganzes Studio einfach so umzukrempeln ohne wirklich zu wissen, was am Ende dabei rauskommt? Da muss man entweder sehr viel Vertrauen in die Person Ken Levine haben — alle anderen ursprünglichen Mitarbeiter des Studios haben Irrational Games schon lange verlassen. Selbst an BioShock Infinite arbeitete angeblich am Ende niemand mehr aus dem original BioShock-Team. –, Irrational Games gar nicht vollständig zu Take-Two gehören oder Angst haben, dass es steil bergab geht und deshalb Levine aus der Hand fressen.

Die Variante, dass Irrational Games gar nicht komplett zu Take-Two gehört ist sicherlich die interessanteste. Halte ich aber für äußerst unwahrscheinlich, wenn ich mir die Pressemitteilung von damals so durchlese. Das klingt für mich schon ziemlich definitiv. Somit tippe ich eher darauf, dass Take-Two Angst hat eine renommierte Geldquelle zu verlieren. Das zeigt auch die Vergangenheit von Irrational Games. Wir erinnern uns beispielsweise, dass die Jungs tatsächlich mal 2K Boston hießen und dann wieder zurückbenannt wurden! Da muss schon ein starker Faktor dahinterstecken, um so etwas zu tun.

Grand Theft Auto IV (Herstellerbild)

Grand Theft Auto IV (Herstellerbild)

Aber auch wenn ich mir anschaue, wie Take-Two aufgestellt ist, lässt sich denke ich erahnen, dass der Publisher auf Irrational Games stark angewiesen ist. So besitzt der Publisher zwar einen riesigen Haufen Entwicklerstudios (17 derzeit), aber die richtig dicken Dinger haben in den letzten 10 Jahren nur Rockstar Games mit der Grand Theft Auto-Serie und eben Irrational Games mit BioShock geschafft. Selbst ein Firaxis Games (Sid Meier’s Civilization V) und Visual Ccncept (die 2K-Sportspiele) sind nur kleine Lichter im Vergleich dieser Größen. Der ein oder andere erinnert sich vielleicht noch an den Übernahmeversuch von EA im Jahre 2008, den Take-Two mit der lässigen Bemerkung abschmetterte, dass man sich nach der Veröffentlichung von Grand Theft Auto IV vielleicht noch einmal unterhalten könnte. Im Nachhinein stelle ich mir nun definitiv die Frage, was passiert wäre, wenn GTA IV sich als ein Flop herausgestellt hätte. Und vielleicht ist BioShock Infinite nun genau dieser Fall – allerdings auf so hohem Niveau, dass Take-Two die Sache nun eben versucht anderweitig noch zu retten indem sie auf Ken Levines nächsten Titel setzen.

Epilog

Doch das sind derzeit natürlich wie so oft nur Spekulationen meinerseits. Mehr werden erst die kommenden Wochen und Monate zeigen, sobald ehemalige Mitarbeiter auspacken, der Finanzbericht da ist und vor allem Ken Levine vielleicht noch ein bisschen mehr über seine Zukunftspläne plaudert. Es wird auf jeden Fall spannend bleiben für alle, die dranbleiben. Alle anderen sind hingegen schon weitergezogen :smile: .

Nächte Woche gibt es vermutlich mal wieder eine Runde Videos, wenn mir am Wochenende nichts dazwischen kommt. Es stehen an Lightning Returns: Final Fantasy XIII (wäre dann Montag) und Earth Defense Force 2025 (Donnerstag). Mal schauen.

Earth Defense Force 2025 (Herstellerbild)

Earth Defense Force 2025 (Herstellerbild)

Das Gesicht des Bearbeiters meiner Mail bei OkaySoft hätte ich gerne gesehen. Es dürfte ja bekannt sein, dass ich eine…ja, durchaus ziemlich umfangreiche Vorbestellliste bei diesem Onlinehändler pflegte. Doch vor ein paar Wochen habe ich endlich getan, was ich mir bereits für 2012 (!!) vorgenommen hatte: Meinen Spielekonsum massiv reduziert. Wobei „Konsum“ hier rein für „kaufen“ steht und nicht für „spielen“. Gezockt wird weiter wie verrückt. Muss ja meinen Backlog durchkriegen bis im Jahr 48374993741966843 (eigene Schätzung) die Erde von der Sonne verschluckt wird. Entsprechend ging bei OkaySoft eine Nachricht mit einer seeeeeeeeehr langen Liste an Stornierungen ein. Nun sind wirklich nur noch die Spiele übrig, die mich tatsächlich 100% in den Fingern jucken (Thief oder Earth Defense Force 2025 zum Beispiel) oder zu denen es eine Spezialedition gibt, die ich vermutlich bei einem späteren Kauf nicht mehr bekommen würde. Es dürfte entsprechend wenig überraschen, dass diese Liste äußerst kurz ist (aus meiner Sicht zumindest). Selbst ein Titanfall wurde rigoros gestrichen, weil ich weiß, dass ich das nur fünf Minuten spiele und dann wieder was anderes mache.

Das bedeutet natürlich nicht, dass ich komplett auf alle diese Spiele verzichte. Die NOCAs würden sonst vermutlich sehr viel kürzer ausfallen :smile: . Der Ansatz ist es viel mehr sie zu Budgetkäufen zu degradieren. Wobei ich dennoch auch ein wenig auf den „Aus den Augen, aus dem Sinn“-Effekt setze. Der hat mir damals in Sachen Filmen sehr geholfen. Da bin ich wirklich mittlerweile soweit, dass ich nur hin und wieder mal einen Shopping-Spree habe und dann ein paar der „wichtigsten“ Sachen mehr oder weniger lange nach Release auf einmal nachhole statt das ganze Jahr über alles anzuschaffen was ich zwischen die Finger kriegen kann. Natürlich bin ich in Sachen Spiele besser informiert als bei Filmen. Da kriege ich mittlerweile grad noch so ein paar Blockbuster mit und was MovieBob wöchentlich in seiner Sendung vorstellt. Ansonsten bin ich da wirklich komplett raus. Das war früher, als ich noch aktiv bei AreaDVD im Forum (gibt es mittlerweile nicht mehr) unterwegs war, wesentlich schlimmer und entsprechend auch meine Kaufmotivation stärker (=Gruppenzwang). Aber mein Bedürfnis nach dem Lesen einer News oder Vorschau ein Spiel vorzubestellen war noch nie wirklich sehr ausgeprägt. Bauchgefühl war und ist die dominante Kraft.

Die Gründe

Der Hauptgrund für diesen Schritt ist logisch und das habe ich auch in der Vergangenheit mehrfach so kommuniziert gehabt. Mir war schon immer klar, dass mit der eigenen Wohnung eine drastische Reduktion in Sachen Unterhaltungsmedien einhergehen muss. Trotz Gehaltserhöhung schlagen Miete und Lebenserhaltungskosten halt doch schon ganz schön in das verfügbare Budget ein. Und die doppelte Anzahl an Kilometer auf die Arbeit merke ich natürlich ebenso obwohl mein bald 12 Jahre alter Peugeot 307 auf der Strecke irgendwie wesentlich effizienter ist als in der Heimat. Keine Ahnung warum, aber gut. Man muss ja nicht alles verstehen :smile: .

S.T.A.L.K.E.R.: Shadow of Chernobyl (Herstellerbild)

S.T.A.L.K.E.R.: Shadow of Chernobyl (Herstellerbild)

Interessanterweise war der letzte Stein des Anstoßes jedoch nicht der Blick auf mein Bankkonto, sondern mein plötzliches Verlangen (aufgrund von Alex Steacy von LoadingReadyRun Livestream zum Spiel) endlich S.T.A.L.K.E.R.: Shadows of Chernobyl durchzuspielen. Dessen Spieldauer hat mir mal wieder vor Augen geführt, dass ich niemals im Leben auch nur halbwegs alles spielen kann was ich schon im Regal stehen habe und mich tatsächlich interessiert. Geschweige denn alles andere. Wobei ich die letzte Hälfte des Spiels sowieso schon nur noch durchgerannt bin. Es gibt einfach nichts Schlimmeres als zufallsgenerierte Nebenquests ohne irgendwelchen Mehrwert. Die haben mir wirklich das Spiel massiv kaputt gemacht zusammen mit der Tatsache, dass ihr wie in den meisten Rollenspielen viel zu schnell viel zu stark seid. Selbst mit Mods (habe es mit S.T.A.L.K.E.R. Complete (2009) gezockt) ist die Spielwelt nach so vielen Stunden nicht mehr so faszinierend gestaltet, dass sie mich noch über diese Gameplayschwächen hinwegsehen lässt. Ach und das Finale am Kraftwerk war einfach nur scheiße – speziell das „echte“ Ende mit dem ganzen Teleporterquatsch, der euch bescheuerter Weise auch in S.T.A.L.K.E.R.: Clear Sky erwartet (Warum, liebe Entwickler?!). Nö, S.T.A.L.K.E.R.: Call of Priypat ist für mich weiterhin ganz klar der beste und ausgereifteste Teil der Serie.

Epilog

Böse Zungen könnten also nun behaupten, dass ich wieder ein Stück erwachsener geworden bin dank dieses Schrittes, schließlich seid ihr ja alle schon ein Stück weiter als ich. Aber noch habt ihr nicht gewonnen! Noch macht mir das Spielen Spaß! Ihr werdet mich nicht auf die dunkle Seite bringen! Niemals werde ich so sein wie ihr, die ihr keinen Bock mehr habt und alles nur noch als doof und langweilig anseht und stattdessen ein „echtes“ Leben führt! NIEMALS! HÖRT IHR?!

Und jetzt entschuldigt mich, muss (Live-)Streams schauen. LoadingReadyLive, FACEIT oder ZootLive und nebenbei Bügeln oder das Geschirr spülen. Bitte? Endlich Gears of War 3 fertig spielen (im letzten Kapitel von Akt 4 von 5)? Ain’t Nobody Got Time For That!

PS: Am Freitagabend bin ich in der Meistersingerhalle in Nürnberg gewesen und habe dem 4. Philharmonischen Konzert der Staatsphilharmonie Nürnberg gelauscht. Titel des Konzerts war „Fahrende Gesellen“ und gespielt wurde die 4. und 8. Sypmhonie von Antonín Dvořák sowie ein paar Werke (mit Gesang) von Gustav Mahler. Letztere haben mir gerade aufgrund des Tenor“gesangs“ überhaupt nicht gefallen. Aber Dvořák war definitiv ein tolles Hörerlebnis. Freu mich schon auf das 5. Konzert mit Brahms und Hindemith im März.

Flappy Bird (Screenshot)

Flappy Bird (Screenshot)

Sind Morddrohungen mittlerweile sowas wie „in Mode“, oder warum wird bei jedem noch so unwichtigem Mist mittlerweile von der anonymen Masse sofort zu diesem „Mittel“ gegriffen und unter anderem damit quasi das normale Leben eines Menschen zumindest für kurze Zeit komplett aus der Bahn geworfen? Haben wir echt nichts Besseres zu tun, als das Leben von Leuten wie Dong Nguyen, dem Entwickler von Flappy Bird, (zumindest temporär) zu zerstören, nur weil er sein Spiel aus den Shops nimmt? Muss sich ein Zoo-Direktor mit Hass übersähen lassen, nur weil ein paar Verrückte der Meinung sind, dass das Leben einer Giraffe wichtiger ist als alles andere? Spielen wir damit nicht automatisch in die Hände derjenigen, die totale Überwachung von allem und jenem fordern? Selbst bei Dungeon Keeper die Entwickler zu bedrohen ist bei aller berechtigter Kritik am Spiel völlig daneben.

Tsunami des Hasses

Oder noch allgemeiner formuliert: Waren wir schon immer so und nur keiner hat es mitbekommen, weil wir alle zu weit entfernt wohnten und uns nur am Stammtisch auslassen konnten? Oder hat erst das Internet diesen vernichtenden Mob erschaffen und aufblühen lassen? Und wie viel davon ist die Schuld von Medien, die durch ihre Berichterstattung diese Kampagnen unterstützen und weiter anfeuern nur weil es Klicks bringt? Was sich alleine Kotaku wieder geleistet hat, geht auf keine Kuhhaut und dürfte einem ernstzunehmenden Journalisten einfach niemals passieren. Von der BILD brauchen wir erst gar nicht anzufangen. Außerdem stellt sich die Frage, ob die ganze Sache tatsächlich plötzlich mehr geworden ist in den letzten Jahren, es sich einfach nur mehr Leute trauen den Mund aufzumachen oder die Medien schlicht mehr darüber berichten und es deshalb dominanter daherkommt.

Vermutlich ist es eine Kombination aus allem. Speziell seit Anita Sarkeesian bemerke ich auf jeden Fall einen extremen Anstieg in Sachen Anzahl und, viel schlimmer, Umfang der Hasswellen. Ach und fürs Protokoll, weil auch einige Besucher hier auf der Seite nicht so gut auf die Dame zu sprechen sind: Ich habe ihren Kickstarter unterstützt (sogar noch bevor die ganze Welle losging) weil ich prinzipiell gut finde was sie macht. Schon allein weil es hier und da eine echte Diskussion anregt und andere motivieren kann etwas zu ändern oder zumindest auch den Mund aufzumachen. Ich bin jetzt aber nicht so blind und nehme ihre Videos komplett für bare Münze. Natürlich hat sie eine Agenda und entsprechend sind ihre Werke zumindest bislang durchaus etwas einseitig. Aber selbst das größte Arschloch im Internet müsste feststellen, dass spätestens der ganze Hass auf sie deutlich zeigt, dass in den Weiten der Games-Community irgendetwas absolut falsch läuft. Und es wird nur noch schlimmer werden, denn diejenigen, die heute unter diesen Bedingungen aufwachsen, werden es morgen bei der nächsten Generation fortsetzen. Entsprechend stehe ich weiter zu meinen Aussagen von 2011. Es ist eben NICHT normal, dass man sich gegenseitig auf Schlimmste beschimpft, nur weil einem vielleicht gerade nicht in den Kram passt, was der andere macht. Egal ob es Call of Duty, Street Fighter oder World of WarCraft ist: Am Ende des Tages wollen wir alle das Gleiche, nämlich Spaß haben.

Die Folgen

BRINK (Screenshot)

BRINK (Screenshot)

Natürlich: Die meisten Angriffe sind nach einer Woche (glücklicherweise) schon wieder ausgelaufen, haben meistens nichts Schlimmes nach sich gezogen (siehe Selbstmorde von Jugendlichen aufgrund von Facebook-Mobbing) und das nächste Opfer wird gesucht. Wir reden hier immer noch vom Internet. Aber ich hatte ja schon nach der Veröffentlichung meines Tests zu BRINK (ich finde das Spiel immer noch absolut empfehlenswert!) erwähnt, das so etwas einen echt mitnehmen kann. Natürlich sind die Kommentare unter meinen damaligen Tests (BRINK, Duke Nukem Forever und Red Faction: Armageddon) absolut kein Vergleich zu dem, was die oben genannten so abkriegen und im Kontrast absolut harmlos. Doch die Fakten sind die Gleichen: Egal wie stark dein Fell ist und ob du dir es entsprechend anmerken lässt oder nicht. Wenn dir genug Leute sagen, dass du ein unfähiger Depp bist, dann geht das auf jeden Fall unter die Haut. Jeder, der das Gegenteil behauptet, belügt sich entweder selbst, oder hat bislang ein wirklich behütetes Leben geführt.

Von daher kann ich es absolut nachvollziehen, wenn einige unter diesen Umständen Fordern das Internet zur Anonymous-freien Zone zu machen. An so manchen Tagen würde ich nach dem Lesen der Kommentarspalten in das gleiche Horn blasen, weil ich es einfach nicht fassen kann was so einige Leute ablassen ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Wenn es tatsächlich soweit kommt und wir alle nur noch nach Vorzeigen des Personalausweises einen Kommentar abgeben können, werden wir entsprechend geschockt feststellen: Wir sind selbst schuld daran. Weniger, weil wir nicht dagegen auf die Straße gegangen sind (das ist wieder ein ganz anderes Thema), sondern weil wir mit unserem Verhalten egal ob aktiv oder passiv („Ach das ist doch harmlos!“, „Ignoriere es doch einfach!“, „Das ist halt so!“) diese Konsequenz mit heraufbeschwört haben. Und das ist, da sind wir uns denke ich alle einig, keine schöne Zukunft und widerspricht auch komplett der Idee des freien Gedankenaustauschs. Von daher sollten wir uns tatsächlich alle einmal darüber genauer Gedanken machen, woher das eigentlich kommt, was es begünstigt und was wir dagegen tun könnten.

Epilog

Vor allem mit dem letzten Satz habe ich jetzt natürlich zum Abschluss noch den passiv-aggressive Vorwurf heraufbeschworen: „Das hast du ja alles gut erkannt und halbwegs ohne Rechtschreibfehler zusammengefasst. Aber das ist bekanntlich nix Neues. Die viel wichtigere Frage ist: Was machst DU denn nun dagegen?“ Nun, ich gehe ins Bett, mache mir viele Gedanken und Vorwürfe, spiele abstruse (und depressiv machende) Szenarien durch, wälze mich hin und her und schlafe irgendwann vor mentaler Erschöpfung ein. Und nein, das ist leider nicht lustig gemeint. Ihr wisst doch: Psychologische Behandlung und so. Von daher bin ich wohl derzeit immer noch der letzte, den ihr das fragen solltet. Mich nimmt sowas äußerst extrem mit, selbst wenn ich gar nicht direkt betroffen bin.

Was ich aber auf jeden Fall schon immer mache (und ihr hoffentlich auch), ist es den anderen nicht gleich zu tun und eben nicht auch das Surfbrett rauszuholen und mit einzusteigen und stattdessen meine Kritik anständig zu formulieren und zu untermauern. Es hilft schon seinen Kommentar noch einmal zu lesen und sich in die Schuhe des Empfängers zu versetzen bevor man ihn tatsächlich abschickt. Schreiben ist zwar therapeutisch und auch ich habe schon viele Kommentare und E-Mails verfasst, die nicht gerade freundlich klangen. Aber 99% davon habe ich am Ende dann doch nicht abgeschickt. Und die 1%, die doch durchgesickert sind, habe ich im Nachgang definitiv gebüßt.

PS: Nochmal kurz zur Giraffe Marius, auch wenn das normalerweise kein Thema für hier wäre: Zur Entscheidung an sich, warum das Tier getötet wurde, kann ich logischerweise nichts sagen. Aber ich gehe davon aus, dass die Gründe zum einen berechtigt sind und zum anderen das Tier vorschriftsmäßig sein Ende gefunden hat. Die Berichte von einem Betäubungspfeil und dann dem „Gnadenschuss“ sprechen aus meiner Sicht dafür. Zudem wurde die Giraffe am Ende nicht einfach in den Müll geworfen, sondern wurde vollständig wiederverwertet (=den anderen Zooinsassen zum Fraß vorgeworfen).

Die öffentliche Zerlegung finde ich hingegen richtig gut, gerade auch vor Kindern. Wir leben bekanntlich in einer Welt, in der die Hamburger von McDonalds und die Milch aus dem Supermarkt kommt. Da ist es absolut nicht verkehrt wenn die Kleinen mitkriegen, wie so etwas tatsächlich passiert. Natürlich sollten sie den Todesschuss nicht zu sehen bekommen und auch das Ausbluten sollte vorab durchgeführt werden. Das Gezappel kann selbst den nervenstärksten Erwachsenen unter Umständen traumatisieren. Aber die eigentliche Schlachtung? Immer her damit! Bei uns Zuhause werden Tiere getötet und geschlachtet seit ich denken kann und seit vielen Jahren beteilige ich mich sogar aktiv von Anfang bis Ende daran. Hat es mir geschadet? Garantiert nicht. Im Gegenteil weiß ich es definitiv zu schätzen zu wissen, wo meine Bratwurst herkommt (außerdem schmeckt es immer besser, wenn man selbst mit Hand angelegt hat). Von daher finde ich hat der Zoo hier seinen Bildungsauftrag voll und ganz erfüllt.

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