Sicarius

Christoph spielt #26: Dark Souls II

Passend zum verlängerten Wochenende kam letzten Mittwoch kam seit langem (für meine Verhältnisse) mal wieder eine Lieferung von OkaySoft rein (feiern dieses Jahr ihr 25. Jubiläum) rein. Das Spiel mit der größten Verpackung im Paket? Das hier:

Christoph spielt #26: Dark Souls II
36 Stunden zeigt aktuell Steam für Dark Souls an und langsam aber sicher nähere ich mich tatsächlich dem Ende (mit Betonung auf „langsam“). Trotz seiner Probleme hat mich der Titel (zumindest mit Wiki) definitiv in seinen Bann gezogen. Entsprechend interessiert war ich plötzlich an Dark Souls II auch wenn die Bestellung aufgrund der Collector’s Edition so oder so gekommen wäre.

Mein erstes Fazit ist allerdings, wie ihr auch im Video erfahrt, etwas ernüchternd. Natürlich: Eine Spielstunde ist bei so einem Titel quasi nichts. Ich schaffe gerade so das Tutorial zu beenden, hinaus in die weite Welt zu gehen und bestimmt ein Dutzend Mal zu sterben. Aber genau dieser Aspekt ist einer der Wichtigsten, welche die Entwickler im Vergleich zu den Vorgängern unbedingt ändern mussten und ich bin mit der Lösung nicht wirklich zufrieden. War der Spieleinstieg im ersten Teil noch stark in die Geschichte eingebunden und quasi nur so nebenbei ein Tutorial ist es hier genau andersrum: Das Tutorial ist ein Tutorial und das war’s. Kein dicker Bossgegner (abseits von dem Schneetypen), der im Vergleich zum Rest des Spiels relativ einfach zu bezwingen ist. Keine Vertiefung der Hintergrundgeschichte. Gar nichts. Nur ein paar alte Damen, die sich totlachen.

Mensch, From Software!

Dark Souls II (Herstellerbild)

Dark Souls II (Herstellerbild)

Und trotzdem wird einem doch wieder nicht alles Grundlegende beigebracht was ihr die nächsten Spielstunden brauchen werdet. Bestes Beispiel sind die Fackeln. Das Anzünden klappt indem ihr an ein Feuer (unabhängig ob andere Fackeln in der Spielwelt oder das Leuchtfeuer zum Rasen) herantretet und die Aktionstaste drückt. Natürlich ist beim Leuchtfeuer die Aktionstaste erst einmal „Rasten“ weshalb in dem Fall umschalten notwendig ist und damit der Grund, warum ich das im Video nicht hinbekommen habe.

Aber die Sache mit der Steuerung ist sowieso ein ganz eigenes Thema. Zwar sind die Hauptbestandteile, was für Veteranen besonders irreführend wirkt, wie im Vorgänger. Aber es gibt halt doch mehr oder weniger subtile Veränderungen, welche aber nicht hin zum Positiven gehen. Ich bin mir bewusst, dass ich vielleicht etwas stark auf der Springen-Thematik herumreite. Ihr müsst euch jedoch im Klaren sein, dass dies ein extrem wichtiges Talent ist und wenn ihr in der Hitze des Gefechts die Klippe hinabrollte statt drüber zuspringen, dann ist der Spaß vorbei. Das ist schon so schwer genug. Da muss mir nicht noch die Steuerung selbst einen Stein in den Weg legen.

Das Unsichtbare

Mittlerweile habe ich mich natürlich noch etwas mehr über das Spiel informiert und ich muss ganz klar sagen, dass meine Laune nicht besser wird. Die Sache, dass nach 12mal die Gegner nicht mehr Wiederauferstehen ist sicherlich bei dem ein oder anderen Boss ganz nett. Aber auf lange Sicht befürchte ich einen Seelennotstand. Es ist in Dark Souls extrem praktisch zum Beispiel in Anor Londo die drei silbernen Ritter (=3000 Seelen) zu farmen, um weiter aufzuleveln oder sich bestimmte Gegenstände leisten zu können oder im Grab der Giganten die kleinen Skelette, die viel Menschlichkeit fallen lassen. Mit dem Wegfall dieser Mechanik wird nicht erst das Endgame wesentlich schwerer werden. Wobei die Händler nun sowieso nur noch eine äußerst begrenzte Anzahl an Gegenständen haben. Konntet ihr die Scherben zum Verbessern eurer Rüstung und Waffen in Dark Souls noch unendlich oft kaufen, könnt ihr hier wohl froh sein, wenn ein Händler mal mehr als ein halbes Dutzend im Angebot hat. Heftig.

Auch die neue Mechanik mit der Lebensenergie, da bin ich absolut kein Fan. Zuerst natürlich die Begrenzung durch den Einsatz der Lebenssteine, die ihr nur noch kaufen beziehungsweise in der Spielwelt finden könnt und sich nicht mehr am Leuchtfeuer regenerieren. Es gibt zwar immer noch die bekannten Estus Flasks aber nur noch extrem limitiert und sie geben wohl auch nicht viel Lebensenergie zurück. Als wäre das nicht schon schwer genug, schmeißen die Entwickler euch aber noch einen weiteren Stock zwischen die Beine: Bei jedem Tod verliert ihr PERMANENT (!) ein Stück eurer Lebensenergie bis hinunter auf 50%. Einziger Weg sie wiederherzustellen: Menschlich werden (die Mechanik ist etwas anders, aber ihr wisst was ich meine). Ich gehe mal nicht davon aus, dass die entsprechenden Gegenstände zahlreicher sind als in Dark Souls. Entsprechend gehe ich mal stark davon aus, dass ich den Großteil des Spiels mit halber Lebensenergie meistern werde müssen.

Der Mehrspielermodus

Dark Souls II (Herstellerbild)

Dark Souls II (Herstellerbild)

Der wohl größte neue „Wir hassen euch“-Faktor ist aber wohl der geänderte Multiplayer-Modus. An dieser Stelle zuerst eine kleine Korrektur zum Video: Einen Voice-Chat gibt es jetzt für Koop-Partner! Ist also nicht mehr ganz so umständlich.

Doch zurück zum eigentlichen Thema: Gegnerische Spieler konnten bisher nur in eure Welt eindringen, wenn ihr Menschlich wart. Da das nicht sehr oft vorkam (meist nur, wenn ihr für einen Bossgegner einen NPC oder einen anderen Spieler herbeirufen wolltet), hielt sich der Nervfaktor in Grenzen. Zwar sind die zwei oder drei Mal, die ich schon angegriffen (und gestorben) bin nicht schön zumal ihr eure Menschlichkeit dadurch verliert. Aber ich konnte mit dem Risiko leben. Und wie ist es jetzt? Eure Welt kann auch dann Ziel einer Invasion werden, wenn ihr Untot seid. Zwar soll die Wahrscheinlichkeit hier etwas geringer sein, als im menschlichen Zustand. Aber es ist trotzdem ein zusätzliches Risiko zu Sterben. Ist ja nicht so, als hättet ihr nicht schon genug andere Probleme.

Fazit

„Schluß mit Lustig!“ wäre der perfekte Untertitel für Dark Souls II. Auf den ersten Blick lullt euch From Software mit der Verheißung auf ein etwas moderneres Spielerlebnis ein, in der Realität stoßen sie euch nicht nur von der Klippe, sondern springen auch noch nach und drücken euch den Dolch ins Genick. Könnte ja sein, dass ihr den Sturz überlebt habt. Das mag wieder einigen Gefallen (der Steamfreund mit 120 Stunden in Dark Souls hat auch schon wieder 32 Stunden in Dark Souls II versenkt). Für die ist der zweite Teil ganz klar das beste Spiel aller Zeiten. Aber für mich geht die Serie damit in die völlig falsche Richtung. Nach dem, was ich jetzt so gelesen habe, glaube ich nicht, dass ich Dark Souls II selbst mit Wiki jemals durchspielen werde (weiter aber auf jeden Fall).

Am Ende des Tages will ich beim Spielen nämlich Spaß haben. Und auch wenn ich das „Jetzt erst recht“-Gen besitze, was mich in manchen Situationen durchaus stark motiviert, irgendwo hört es für mich auch mal auf. Unendlich lange lasse ich mir von einem hochnäsigen Entwicklerstudio (beziehungsweise seinen lautstarken Arschloch-Fans) nicht den Mittelfinger zeigen. Dafür gibt es zu viele andere und wesentlich bessere Titel auf dem Markt in die ich lieber meine kostbare Freizeit versenke.

Und mit diesen aggressiven Worten verabschiede ich mich bis Donnerstag. Dann wieder mit einem etwas fröhlicherem Thema: Child of Light

Die Details zur Folge

Thema: Dark Souls II

Länge: 01:25:40

Timestamps:
Einleitung (00:00:10)
Unboxing (00:08:20)
Beginn der Spielstunde (00:18:30)
Abschließendes Fazit (01:20:25)

Aufgezeichnet mit Logitech HD WebCam 510 (720p), Fraps 3.5.99 (30fps, Full Video, Multichannel) und Adobe Audition CC
Format: H.264, 2560×1440, 30fps, 11-13 MBit/s durchschnittliche Videobitrate, AAC-Audio
Geschnitten mit Adobe Premiere Pro CC

Zusammensetzung des zur Aufzeichnung verwendeten Rechners

Auflösung: 2560×1440 bei 60hz und adaptiven V-Sync

Auto-detect best rendering settings: Off
Texture quality: High
Shadow quality: High
Effects quality: High
Antialiasing: On
Motion Blur: On
Camera motion blur: On
Anisotropic filtering: Strong
SSAO: On
Depth of field: On
Water surface quality: High
High-quality character rendering: Enable for all characters

Die Aufzeichnung mit Fraps hatte keinen Einfluss auf meine Framerate im Spiel.

Vorschau: Am Donnerstag erscheint Folge 27 mit Child of Light als Thema und kommenden Montag wird es schräg mit Goat Simulator.

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