Sicarius

QuakeCon 2014

War was? Ja, es war was. Also abseits von gefühlt 500°C im Schatten und einer Städteführung durch die Nürnberger Altstadt? Nun, am Wochenende ist bekanntlich unter anderem die QuakeCon 2014 passiert. Allerdings gibt es gar nicht viel davon zu berichten weshalb ich mir meine übliche Schelte der deutschen Press dieses Mal spare. Wobei sie ja zumindest mal einen Auslandskorrespondenten hinschicken hätten können! Schließlich war klar, dass dieses Mal wirklich DOOM gezeigt wird. Keine Keynote von Programmier-Genie John Carmack. Wenige Panels. Und fast gar nichts auf dem Stream. Somit bleiben nur zwei Sachen in Erinnerung:

1. DOOM wurde auf der QuakeCon 2014 den Anwesenden und auch wirklich nur denen gezeigt.

DOOM (2015) Cyberdemon

DOOM (2015) Cyberdemon

Warum wurde DOOM nur hinter verschlossenen Türen gezeigt? Weil laut Pete Hines, VP of PR & Marketing bei Bethesda, das Spiel noch nicht soweit ist, um es der Öffentlichkeit zu zeigen. Sie wollten stattdessen einfach nur vermeiden schon wieder eine QuakeCon ohne DOOM abzuhalten. Schließlich wird schon 2009 angekündigt, dass im jeweils nächsten Jahr endlich was zum Spiel zu sehen sein würde. Somit war das vor allem eine Geste an die Hardcorefans, damit sie nicht völlig den Glauben an id Software verlieren. Tatsächlich zu Gesicht bekommen werden wir hingegen das Spiel erst im Laufe des Jahres 2015.

Und was gab es zu sehen? Angeblich eine Rückkehr zur alten DOOM II-Schule. Dicke Wummen mit Rums, wie wir sie vor kurzem auch in Wolfenstein: The New Order gesehen haben und ein schnelles Gameplay (inklusive viel Strafing, einem Jetpack und…einem Double Jump?! WTF?!) auf großen Karten bei dem ganz klar der Kampf gegen eine Überzahl von Dämonen im Vordergrund stehen soll – angetrieben von id Tech 6.

Interessant

Letzteres hat mich übrigens etwas verwundert aber beim genaueren Nachdenken ist es dann doch wieder nicht so überraschend. Die id Tech 5 ist schließlich auch schon wieder einige Jahre alt. Erstmals angekündigt 2007, kam RAGE vor fast 3 Jahren auf den Markt. Und da sich John Carmack logischerweise nicht einfach hinsetzt und Däumchen dreht, hat er in der Zwischenzeit bis zu seinem Abgang (Tim Willits sagte damals bekanntlich, dass Carmacks Arbeit an der Engine bereits beendet wäre) an der neuen Version gearbeitet. Ich erwarte allerdings dieses Mal keine großartige Revolution, sondern ganz klar eine Evolution. Vor allem ins Texture Streaming ist garantiert einiges an Arbeit geflossen.

Außerdem gibt es wohl „Umgebungspuzzle“ allerdings mit einem (brutalen) Twist. So stand der Marine in der Demo vor einer verschlossenen Tür mit Handscanner. In der Ecke liegt ein toter Wissenschaftler. Was macht nun der Space Marine? Reißt der Leiche den Arm aus und geht zur Tür. Da wundert es nicht, dass es nun auch „Finishing Moves“ gibt. Sprich Dämonen den Kopf umdrehen, ausreißen, absägen und derlei „lustige“ Sachen. Was das mit DOOM zu tun hat, will mir zwar aktuell nicht in den Kopf. Aber solange der Rest stimmt soll es mir vermutlich egal sein. Stilistisch orientiert sich der Titel auf jeden Fall an DOOM 3 wenngleich es wohl mehr außerhalb von Industriekomplexen zu tun geben soll. Passend dazu ist es auch, wie der Name schon zeigt, ein erneuter Reboot der Reihe. Etwas schade da wir ja alle auf ein DOOM 4 auf der Erde gewartet haben. Aber macht es vermutlich für die Designer etwas einfacher.

Ich freu mich definitiv drauf endlich mehr davon zu sehen. Die Ankündigung, dass es für PC, Xbox One und PS4 kommt könnte auf eine gute Grafik hindeuten. Die Stimmen von denen, die vor Ort waren, klingen alle äußerst positiv. Und auch die Zusammenfassungen der Presse machen ganz klar Lust auf mehr. Ach und es ist DOOM von daher…

 

2. Alexey Yanushevsky, besser bekannt als Cypher, hat die Intel Quake Live Duel Masters Invitational Championship gewonnen während Vorjahressieger Shane „Rapha“ Hendrixson völlig überraschend im Viertelfinale rausflog.

QuakeCon 2014 Duel Awards

QuakeCon 2014 Duel Awards

In Europa ist es derzeit ziemlich langweilig sich das Ende von Quake Live-Turnieren anzuschauen, sprich das was eigentlich das absolute Highlight sein sollte – zumindest wenn Sergey „evil“ Orekhov und Cypher daran teilnehmen. In den letzten 12 Monaten gab es fast keines, bei dem dann nicht das Endspiel evil gegen Cypher lautete. Natürlich: Mal hat evil gewonnen, mal Cypher. Aber trotzdem finde ich es mittlerweile absolut langweilig den beiden zuzuschauen wie sie in ihrer eigenen Liga spielen. Natürlich kann man die Schuld dafür nicht den beiden in die Schuhe schieben. Es kommt halt leider sonst niemand an sie ran aktuell. Trotzdem fand ich es richtig gut, dass sie schon im Halbfinale aufeinander trafen und somit Platz für ein „traditionelles“ Finale zwischen einem Europäer (Cypher) und einem Amerikaner (Tim „DaHanG“ Fogarty) geschaffen wurde.

Zwar hatte ich insgeheim natürlich darauf gehofft Rapha wieder im Ring zu sehen und war ziemlich geschockt als er gegen den Schweden Johan „tox“ Quick ausgeschieden ist. Aber nachdem DaHanG seit Jahren die zweite Geige spielt (er hat noch keine QuakeCon gewonnen, war aber schon mehrfach auf dem Treppchen) und ich ihm so langsam auch mal den Titel gegönnt hätte, war er ein würdiger „Ersatz“ – zumindest im Geiste. In der Realität waren die drei Runden zwar relativ ausgeglichen. Aber am Ende hat Cypher halt doch mit 3:0 wenn auch natürlich verdient gewonnen und ist zum 4. Mal (2008, 2010, 2012 und jetzt 2014) der Gewinner dieser quasi Weltmeisterschaft von Quake Live.

 

Und damit wäre wie erwähnt auch schon wieder alles zum diesjährigen Event gesagt. Bis Donnerstag!

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