Sicarius

Ein Gentleman auf dem Mars

Wenn ihr mich fragen würdet, was ich in der letzten Woche so gespielt habe, könnte ich euch gar keine so richtige Antwort geben. Glaub‘ am meisten liefen Counter-Strike: Global Offensive und Receiver. Also zwei „Klassiker“, die mich aktuell wieder verstärkt reizen.

Speziell bei Counter-Strike: Global Offensive habe ich nach den Anschauen der unzähligen Turnierstreams in den letzten Wochen wieder sehr viel Gefallen am Wettkampf-Modus gefunden. Zwar nerven weiterhin die Russen, die nicht einmal Anstalten machen auf Englisch zu reden (und mir dann wahrscheinlich die Schuld geben, wenn wir verlieren). Aber es macht Laune zu versuchen die Sachen umzusetzen, die die Profis vormachen (meist mit eher weniger Erfolg :smile: ). Und je höher ich in der Skillgruppe (aktuell Silver Elite Master – Gold Nova I ich komme!) komme, desto besser/erwachsener werden auch die Gruppen habe ich das Gefühl. Wobei da natürlich dann noch stärker auffällt, dass ich meist nicht einmal ein Scheunentor treffe :smile: . Wenden wir uns deshalb heute ab von Spielen und hin zu zwei Filmen, die ich zuletzt gesehen habe:

Kingsman - The Secret Service (Cover)

Kingsman (Cover)

Kingsman – The Secret Service (2014) – Dürfte der erste Film sein, den ich seit 2011 mal wieder im Kino gesehen habe. Und ich muss ganz klar sagen: Es hat sich definitiv gelohnt. Von mir gibt es die vollen 5 von 5 Sics und ich empfehle jedem dringend sich dieses Meisterwerk britischen Humors anzuschauen. Der Film ist eine James-Bond-Parodie ohne übertrieben und „on the nose“ zu sein. Stattdessen spielt er mit den Klischees, umgeht sie (meist) gekonnt und schafft den Mittelweg zwischen „sinnlosem Lachkrampf“ und „niveauvoller Abendunterhaltung“ mit gelegentlichen und überraschend extremen Gewaltausbrüchen. Das liegt natürlich vor allem an Colin Firth (und ein Stück weit Michael Caine), der perfekt in der Rolle des klassischen Gentleman-Spions Harry Hart aufgeht und schmerzhaft an die Anfangstage von 007 erinnert. Hätte er einen schottischen Akzent, man könnte ihn fast mit Sir Sean Connery verwechseln, so viel Stil und Eleganz bringt er in die Rolle. Firth bildet damit den gelungenen Gegenpol zu Taron Egertons Eggsy. Der ungestüme aber intelligente Junge, den er von der Straße holt und Teil der Kingsman machen will. Und dann gibt’s da auch noch diese dritte Person.

Kingsman - The Secret Serivce (Promobild)

Kingsman – The Secret Service (20th Century Fox Promobild)

Ich hatte im Vorfeld meines Wissens nichts über diesen Film gehört, entsprechend überrascht war ich, als plötzlich Samuel L. Jackson als eine Art böser (und typisch amerikanischer) Steve Jobs auftauchte. Noch so eine gelungene Performance und mehr oder minder subtile Parodie. Man sieht Jackson wirklich an, dass er an der Rolle des eingebildeten Amerikaners richtig aufgeht und daran Spaß hat. Dem Zusammenspiel zwischen ihm und Firth zuzuschauen hat seinen ganz eigenen Reiz. Zumal die Drehbuchautoren speziell hier auch die Klischees benennen, die sie im nächsten Moment außer Kraft setzen (beide Charaktere sind sich ihren Situationen äußerst bewusst). Da das beste und überraschendste Beispiel einer der entschiedensten Punkte des Films ist, will ich an dieser Stelle aber natürlich nichts Spoilern. Deshalb nur ganz grob die Geschichte, um was es überhaupt geht:

Die Kingsman sind eine alte, britische Organisation von Spionen, eine Art „Round Table“. Als mal wieder einer von ihnen stirbt (Lancelot), wird Ersatz gesucht und Harry Hart (Galahad) schlägt Eggsy vor. Sein Vater war bereits ein Kingsman gewesen, opferte sich jedoch bei einem Einsatz für Hart. Und wie sie oft sieht Hart in Eggsy mehr, als Eggsy in sich selbst sieht. Anscheinend unabhängig davon kommt der Milliardär Valentine ins Spiel, der vermeintlich nur die Erde retten will aber dazu zu…nun unorthodoxen Methoden greift.

Abseits ein paar mittelmäßiger CG-Effekte habe ich aktuell tatsächlich nichts an diesem Werk auszusetzen und fühlte mich vorzüglich unterhalten (inklusive ein paar echten Lachern). Ich frage mich allerdings, ob er auf Deutsch nicht ein wenig von seinem Reiz verliert. Vor allem Eggsys derber, irisch angehauchter Dialekt passt einfach perfekt zum Charakter.

 

John Carter - Zwischen zwei Welten (Cover)

John Carter (Cover)

John Carter – Zwischen zwei Welten (2012) – Seit langem mal wieder ein Film, den ich mir auf Deutsch angeschaut habe. Ganz schön ungewohnt muss ich sagen aber ich hab’s überlebt :smile: . Von mir gibt es nach längeren Überlegungen solide 3 von 5 Sics. Der Film ist nicht schlecht und krazt am 4. Sic ist aber ein Stück weit vergesslich weil wir alle Elemente schon einmal in anderen SciFi- und Fantasy-Filmen (oftmals in besser) gesehen haben. Dass die Vorlage wesentlich älter ist (1912), spielt da leider keine Rolle. Speziell Star Wars und Planet der Affen vermischt mit einer starken Prise Der Wüstenplant schießen einem durch den Kopf sobald die Vorgeschichte rum ist (spielt im Jahr 1881 bzw. 1868) und Bürgerkriegsveteran Taylor Kitsch als John Carter endlich auf dem Mars landet. Es ist die übliche Geschichte vom Fremden, der sich mehr oder weniger unfreiwillig aufmacht die fremde Welt zu retten und Disney-typisch am Ende die hübsche Dame (Lynn Collins als Dejah Thoris) abgreift.

John Carter - Zwischen zwei Welten (Disney Promobild)

John Carter – Zwischen zwei Welten (Disney Promobild)

Die lockt also erst einmal keinen hinter dem Ofen hervor. Aber wie es sich gehört, ist es ein optisch beeindruckendes Spektakel (250 Millionen Dollar Budget) mit fast durchweg gelungenen CG-Effekten (die Tharks, das Alienvolk auf dem Mars, sind vollständig digital), die natürlich vor allem in den Kampfszenen mächtig Eindruck schinden (ich sag nur „Arenakampf gegen weiße Affen“. Abseits davon warten gute Schauspielern (Dominic West als Bösewicht Sab Than beispielsweise), die das 08/15-Skript so gut wie eben möglich zum Leben erwecken und am Ende dafür sorgen, dass die gut 2 Stunden Spielzeit tatsächlich ohne großartige Langeweile vorüberziehen.

Somit ist John Carter zwar nicht das Monumentalwerk geworden, das sich das Studio gewünscht hatte (es sollte mal wieder eine Trilogie werden, floppte aber an der Kinokasse). Aber ich habe nicht bereut mir ihn mal anzuschauen. Im Gegenteil habe ich durchaus Lust mir mal die Vorlage zu geben (also den kompletten Barsoom-Zyklus von Edgar Rice Burroughs). Allerdings scheint die wohl nicht ganz so einfach zu kriegen zu sein. Wenn ihr den Film also mal beim Zappen im Fernsehen sehen solltet, dann könnt ihr ruhig auf dem Kanal bleiben :smile: .

Bis Montag!

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Ein Kommentar

John Carter fand ich auch ganz ok. Am Coolsten fand ich aber den „Hund“ :D

Kingsman klingt interessant, werde ich mal auf die Liste setzen :)

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