Sicarius

Ein verrückter Max

Das war es mit den Feiertagen für dieses Jahr. Der ganze Mai voll mit den Dingern und jetzt bis Ende des Jahres kein einziger mehr unter der Woche. Das freut den Arbeitgeber. Ich habe es dadurch aber immerhin geschafft endlich Assassin’s Creed: Revelations durchzujagen. Ging dann auch überraschend fix. Hatte ganz vergessen, dass diese Spiele dazu tendieren zugunsten der Geschichte am Ende stark linear und vor allem stark action-lastig zu werden. War hier entsprechend auch nichts anders.

Problem dabei ist immer, dass dann plötzlich das extrem schlechte Pacing und die verdammt vielen Ladezeiten (so kurz sie mittlerweile auch am PC sind) noch negativer auffallen. Da muss man nicht einmal speziell drauf achten, um die teilweise völlig ungeschickten Schnitte wahr zu nehmen. Und der Cliffhanger am Ende hätte natürlich auch nicht sein müssen. Dabei hatte ich ja schon Teil 3 etwas gespielt und wusste entsprechend, dass er direkt daran anschließt. Unterm Strich fand ich es aber, wie schon erwähnt, wesentlich besser als Assassin’s Creed: Brotherhood in fast allen Belangen. Entsprechend zücke ich nach längerem Überlegen tatsächlich doch die 4 von 5 Sics. Trotz allem Gemecker im letzten Eintrag, hatte ich unterm Strich Spaß. Und das ist ja das Wichtigste. Mal schauen ob ich direkt Teil 3 durchziehe (neu angefangen habe ich ihn schon).

Themenwechsel
Fronleichnam hatte allerdings noch einen weiteren Vorteil: Die Meetup-Gruppe traf sich mal wieder, um ins Kino zu gehen. Zwar meinte die Veranstalterin, dass sie zuerst nicht in den Film gehen wollte. Aber anscheinend hat sie ihr Freund am Ende dann doch noch breit geschlagen. Zum Glück, muss ich ganz klar sagen!

Mad Max: Fury Road (Poster)

Mad Max: Fury Road (Poster)

Mad Max: Fury Road (2015, Endzeit, OV in 3D) – Von mir gibt es kompromisslose 5 von 5 Sics. So massiv wie dieses bildgewaltige Werk hat mich schon lange kein Actionfilm mehr umgehauen. Was George Miller da auf die Leinwand gebannt hat ist ein absolutes Meisterwerk von dem sich extrem viele andere 08/15-Explosionsstreifen eine wirklich dicke Scheibe abschneiden sollten und das ich jedem nur empfehle sich mal anzuschauen – tatsächlich am besten sogar in 3D. Zwar gibt es eine „Ich schmeiß mal alles in die Kamera-Szene“. Doch die funktioniert an der Stelle überraschend gut und passt zum völlig überdrehten Rest des Films.

Als Laie glaube ich, dass das 3D gerade deshalb so gut funktioniert, weil Miller auf die gleiche Technik wie in der alten Trilogie zurückgreift. Sprich viele Szenen sind zwar in normalem Tempo gedreht worden, die Framerate wurde jedoch anschließend manipuliert und einen Ticken erhöht. Das verstärkt aus meiner Sicht den Tiefeneffekt noch einmal mehr. Und auch grundsätzlich muss ich sagen, hatte ich in Sachen Augen dieses Mal wesentlich weniger Probleme (=fast keine) als vor kurzem bei Avengers: Age of Ultron. Das kann aber auch einfach dran liegen, dass es nun schon der zweite 3D-Film für mich war.

Max wer?

Technisch gesehen handelt es sich um den vierten Teil der Mad Max-Reihe. Doch der namensgebende Max Rockatansky (alle Charaktere sind ungefähr so tiefgründig wie ihre Namen…) spielt gar nicht so wirklich die Hauptrolle im Film. Er ist einfach gehalten und in gewisser Weise nur der rote Faden für den Zuschauer. Aber weder hat Tom Hardy sehr viele Dialoge (wobei der gesamte Film sehr Dialogarm ist), noch macht er wirklich viel. Er ist einfach nur da. Der Star des Films ist stattdessen eine Dame: Imperator Furiosa (Charlize Theron). Sie ist es, die den Tanklaster fährt („War Rig“), um damit Benzin aus einem Nachbarort zu holen wie sie es schon so oft in ihrem Leben getan hat. Doch dieses Mal hat sie nicht nur Wasser geladen, sondern auch die Ehefrauen des widerlichen Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne). Sie will sie aus der Gefangenschaft befreien und zum „Grünen Platz“ bringen, um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. Also kapert sie kurzerhand die War Rig während Joe sein ganzes Lager auf die Verfolgungsjagd schickt (und auch selbst mitmischt).

Mad Max: Fury Road (Warner Bros. Promobild)

Mad Max: Fury Road (Warner Bros. Promobild)

Aber ich bresche schon wieder zu weit vor. Wer Mad Max mit einem damals noch fantastischen Mel Gibson tatsächlich nicht kennt (was hast du mit deinem Leben bislang angestellt?!): Es gab einen Atomkrieg und die gesamte Erde ist nur noch ein Haufen Wüste. Mittendrin ist Max, ein ehemaliger Cop, der einfach nur versucht in dieser unmenschlichen Umgebung voller Gefahren (sowohl von der Umwelt als auch den anderen Hinterbliebenen) zu überleben. Mehr müsst ihr gar nicht wissen. Weder ist der Hund dieses Mal wieder dabei noch knüpft Mad Max: Fury Road großartig an Mad Max: Beyond Thunderdome an (was auch ganz gut ist, weil der Film ist nicht so wirklich der Brüller). Stattdessen wird euch im Intro innerhalb von wenigen Minuten das Wesentliche eingebläut und schon startet die erste Verfolgungsjagd an deren Ende Max von Joes Schergen gefangen wird und somit in die Nähe von Furiosa kommt.

Pausenlose Action

Zwei Stunden dauert der Film. Zwei Stunden, in denen ihr euch keine Sekunde langweilen werdet. Zwar gönnt euch das Werk die eine oder andere Pause, um zumindest den Anschein von Charakterentwicklung zu erwecken. Aber die habt ihr auch absolut notwendig, um das jeweils vorangegangene Actionfeuerwerk zumindest ein wenig Verdauen zu können. Rasant, überdreht und abgefahren – das sind die drei Wörter, die am besten beschreiben was da auf der Leinwand passiert. Und das meiste davon sind sogar echte Stunts und nicht nur computer-generiertes Chaos!

Mad Max: Fury Road (Wanrer Bros. Promobild)

Mad Max: Fury Road (Wanrer Bros. Promobild)

Gleichzeitig ist es nicht so, dass die erste Actionsequenz genauso abläuft wie die letzte. Nein, Miller bringt immer wieder Variationen in den Kampf zwischen den unterschiedlichsten Fahrzeugen (von Motorrädern über Mustangs bis zu ausgewachsenen Monstertrucks und SUVs – natürlich alle passend extrem Endzeitlich aufgemotzt!). Entsprechend ist ein Makel des Filmes, wenn man davon überhaupt sprechen kann, höchstens, dass zu viele der coolen Fahrzeuge aus Joes Entourage wenig bis gar nicht so richtig zur Geltung kommen. Kaum ins Bild gefahren, schon vergeht es in einer Wolke aus Feuer – um es vielleicht etwas übertrieben auszudrücken.

Beim Christoph meint: Anschauen ist zumindest für die männlichen Vertreter unserer Rasse eine absolute Pflicht. Zwar ist der Film wie gesagt überraschend Frauenlastig (und das finde ich auch extrem gut!). Aber am Ende des Tages geht es vor allem um eines: Krasse Karren, die sich fulminante Gefechte liefern und am Ende in einem riesigen Feuerball aufgehen. Wer sich darauf einstellt, wird den Abend seines Lebens haben. Versprochen. Der Hype ist auf keinen Fall übertrieben und vollkommen gerechtfertigt.

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Ein Kommentar

Da bin ich spontan deiner Empfehlung gefolgt und habe mir den Film gestern in der Spätvorstellung angeschaut. Du hast nicht zuviel versprochen, ich habe mich keine Minute gelangweilt. Wer Mad Max mochte, der wird sicher auch hier seinen Spaß haben…! :smile:

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