Sicarius

Aus dem Leben des Webmasters #8

Ich seh‘ schon: Beim Christoph wird über lang oder kurz doch zu einem Life-Blog. Geahnt hatte ich es schon anno 2011, als damals Bagdadsoftware seinen 10. Geburtstag feierte und ich als Blick auf das Jahr 2021 schrieb:

Ob sich diese Inhalte dann immer noch um Videospiele, Katzen und anderen Nerdkram drehen werden oder durch alltäglicheres ersetzt wurden — das steht auf einem anderen Blatt.

Das alte Lied

Mein Bunker nach der Pest

Mein Bunker nach der Pest

Die Situation mit dem Spielen wird nämlich gefühlt nur schlimmer. Wie soll es auch anders sein, wenn ich meine eigene Wohnung letzte Woche praktisch gar nicht gesehen habe (weder von innen noch von außen). Dabei hatte ich Anfang des Monats sogar mal wieder ein paar Spiele gekauft (Mortal Kombat X, Dying Light und Resident Evil: Revelations 2) gehabt in einem Anfall geistiger Umnachtung. Glaub‘ in Dying Light habe ich es immerhin bislang geschafft knapp zwei Stunden zu investieren trotz der Hitze. Macht im ersten Moment auch gefühlt etwas mehr Spaß als die Dead Island-Titel. Hauptgrund ist, dass es nicht ganz so ziellos und unzusammenhängend wirkt. Die Hauptgeschichte ist zwar weiterhin auf einem extrem niedrigen Niveau aber dafür haben die Nebenquests wesentlich mehr Biss. Außerdem funktioniert das Parkour überraschend gut (wenn auch nicht ganz so perfekt wie man es sich wünschen würde) und speziell nachts habe ich wesentlich mehr Respekt vor den Zombies (auch wenn die Mechanik „Zombies mit Sichtradius“ ein wenig deplatziert daherkommt). Ist ja sonst eher so, dass bis auf ein paar Bosse die alle relativ witzlos sind. Das stört mich zum Beispiel ein wenig an den Dead Rising-Titeln (neben dem ganzen Gehetze wegen des Zeitlimits). Hier ist das nur Tagsüber so. Aber da beides bekanntlich indiziert ist, halte ich jetzt wieder meinen Mund.

Kommen wir stattdessen zu einem anderen Titel mit dem ich mich wesentlich mehr beschäftigt habe: Fallout Shelter. Zur Erinnerung: Das ist das Spin-Off für Smartphones (die Android-Fassung kommt Mitte August), in dem ihr einen Fallout-Bunker aufbaut und die Bewohner darin hegen und pflegen müsst. Leider ist da vermutlich jetzt auch die Luft raus. Da ich mal einen Tag keinen Bock hatte ständig Ressourcen zu sammeln (das übliche Farmville-Gameplay), waren meine Bewohner aufgrund von Essensmangel sehr Angeschlagen in Sachen Lebensenergie. Normalerweise erst einmal kein Problem. Ein paar Stimpaks und eine halbe Stunde lang fleißig Ressourcen sammeln und alles ist wieder gut. Leider wurde mein Bunker gleichzeitig von einer Kakerlaken-Plage buchstäblich überzogen. Was am Ende übrig blieb waren haufenweise Leichen in allen Räumen (mindestens 50 von 96) und nicht einmal ansatzweise genug Geld, um alle Bewohner wiederzubeleben. Aber auch nicht genug Leute, um den Betrieb halbwegs aufrecht zu halten. Von daher werde ich, so wie ich mich kenne, das Ding jetzt auch schon wieder zur Seite legen und mich anderen Gefilden zuwenden. Wobei das auch nicht weiter schlimm ist, da ich sowieso bis auf einen Raum schon alles freigeschaltet hatte und das Spielprinzip auf Dauer doch extrem öde ist. Dann doch lieber einen KairoSoft-Titel, wie ich finde.

Das neue Lied

Was treibe ich also die ganze Zeit? Nun, ich hatte logischerweise lange gewartet, bevor ich euch von meiner geänderten Lebenssituation erzählt hatte. Wusste ja auch nicht, ob das überhaupt was wird und es die ersten Wochen überlebt. Da die Zeichen aber nun ganz gut aussehen (der Urlaub war im Prinzip die letzte Vorprüfung ob wir uns wirklich volle 24 Stunden aushalten), waren die letzten Wochen und werden damit auch die kommenden durch das Thema „Zusammenziehen“ bestimmt. Warum das alles so viel Zeit in Anspruch nimmt? Meine Wohnung ist ja schließlich groß genug für zwei. Entsprechend dürfte das doch gar nicht viel Aufwand sein. Umziehen, Ummelden, Vermieter Bescheid sagen und ein paar Versicherungen/Verträge kündigen. Fertig. Das ist eine Sache von nicht einmal einer Woche, würde jetzt unser Muster-Besucher sagen.

Theodor-Heuss-Brücke (Mainz–Wiesbaden) Quelle Wikipedia / JosePian unter CC BY-SA 3.0

Theodor-Heuss-Brücke (Mainz–Wiesbaden)
Quelle: Wikipedia; Autor: JosePian;
Verwendung gemäß CC BY-SA 3.0

Ganz einfach: Weil ich tatsächlich unter die Bauherren gehe. Und bevor jetzt sofort wieder alle die Hände über dem Kopf zusammenschlagen: Es wird so finanziert, dass es einer von uns alleine tragen kann im Fall der Fälle ohne es gleich abstoßen/Zwangsversteigern zu müssen. Wir haben darüber definitiv sehr lange und sehr intensiv nachgedacht/diskutiert und jedes mögliche Horrorszenario durchgespielt (inklusive im absoluten Streit und voller bösem Willen auseinander gehen) und treffen entsprechende Vorabmaßnahmen (inklusive Privatvertrag). Ich renne da nicht mit offenen Augen ins Verderben. Liebe hin oder her: Wer weiß was morgen ist und unter der Brücke will ich garantiert nicht enden. Schon allein, weil die Brücken hier in Darmstadt nicht gerade gut für Obdachlose geeignet sind :smile:.

Perfekte Zeiten

Aber Scherz beiseite: Das Risiko 100% ausschließen lässt sich zwar nie (eine Kündigung beispielsweise), dass nicht doch noch was in die Hose geht. Aber es ist sehr viel Denkkapazität in das grundlegende Vorhaben geflossen bevor auch nur groß die Sucherei anfing. Gleichzeitig ist die aktuelle Situation quasi perfekt: Die Zinsen sind im Keller (1,8%!), wir im besten Alter, haben einen sicheren Job und verdienen gut und ob ich jetzt monatlich einen Haufen Geld einem Vermieter in den Rachen werfe oder mir zum gleichen Preis etwas handfestes Kapital schaffe – die Wahl dürfte eindeutig sein. Eine Eigentumswohnung stand natürlich auch im Raum aber wenn man die Preise hier im Darmstädter Gebiet vergleicht, ist ein kleines Reihenhäuschen in einem Neubaugebiet/Wohnpark eindeutig die bessere Wahl.

Somit haben wir die Tage viel Zeit damit verbracht Musterhäuser (und auch Bestandshäuser – stand auch als Option natürlich offen) zu besichtigen. Mittlerweile dürfte der Auswahlhammer aber ziemlich gefallen sein. Jetzt heißt es die Finanzierung im Detail planen und in trockene Tücher bringen. Wenn das alles soweit passt und nicht doch noch etwas Unvorhergesehenes passiert, beginnt anschließend das Bauen (bzw. technisch gesehen steht das Fundament sogar schon – die Firma ist sich wohl ziemlich sicher alle Häuser verkauft zu bekommen) und Anfang 2016 steht der Einzug ins traute Eigenheim bevor. Hätte ich selbst nie gedacht, dass mir das mal passieren würde. Doch ich habe mich durchaus recht schnell mit dem Gedanken angefreundet muss ich sagen. Wie gesagt passt einfach grad alles irgendwie, um so was anzugehen.

Die Zukunft

Die Folgen für Beim Christoph dürften klar sein: Es wird vermutlich bald eine neue Kategorie „Hausherr“ oder so ähnlich geben. Schließlich will ich euch ja an den Erfahrungen (Positiv wie Negativ) teilhaben lassen, die mit der ganzen Chose verbunden sind. Natürlich wie immer unter der Prämisse, dass ich nicht alles ins Internet hinausposaunen werde und zwischen Realität und Niederschrift durchaus auch mal ein paar Wochen ins Land ziehen lasse. Ist aber garantiert auch für euch ganz interessant zu wissen das Ganze. Die Älteren unter den Besuchern, die schon im trauten Eigenheim sitzen, dürfen sich dann jedes Mal ins Fäustchen lachen, wenn ich von den gleichen Fehlern schreibe, die sie schon vor Jahren gemacht haben :smile: .

Wünscht mir also Glück (oder von mir aus auch die Pest – mir wurscht) und wir lesen uns am Montag wieder!

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8 Kommentare

Na bei dir gehts ja jetzt Schlag auf Schlag :smile:
Da wünsch ich dir doch auf jedenfall Glück. Und ich hoffe ins Haus ist auch ein schöner Heimkino-Saal eingeplant :tongue:

Ja, 2015 ist definitiv das Jahr rapider Progression in allen Belangen. Hoffentlich wird es mir dann nicht 2016 genau umgekehrt ergehen :sad: .

Wurd‘ aber ehrlich gesagt auch langsam Zeit, dass ich mal mehr in die Gänge komme. Spätzünder hin oder her: Bin ja auch nicht mehr der Jüngste :wink: .

Und nein: Ein Heimkinoraum ist nicht geplant. Aber zumindest wieder ein Fernseher mit anständigen Boxen dran. Nein, kein 4K, Azz :smile: .

Ui, jetzt legst du aber gleich richtig los :) Geht das jetzt doch schon länger als „ein paar Wochen und ein Urlaub“ oder seid ihr echt so schnell?

Ich für meinen Teil denk ja immernoch, wenn Leute in meinem Alter anfangen, Häuser zu bauen oder zu kaufen „Jetzt schon?“ – ich könnt mir das definitiv noch nicht vorstellen.. Also zu alt, nee.. Aber wenn’s Spaß macht, viel Erfolg!

Gut, die Definition von „schnell“ ist ja immer unterschiedlich sowohl von den Betrachtern als auch den Betroffenen :smile: .

Betrachter: Die einen Eltern flippen vermutlich aus und kriegen einen mittleren Herzinfrakt (wissen also noch gar nichts davon…), die anderen stehen schon mit Rat und Tat zur Seite.

Betroffene: Die einen sind Jahre zusammen und ziehen nicht zusammen. Andere machen sich nach neun Monaten schon einen Heiratsantrag (ganz aktuell einen Fall – nein, nicht ich :wink: ). Von daher keine Ahnung.

Wir reden auf jeden Fall schon von Monaten und nicht mehr von Wochen.

Danke. Hat allerdings neue Entwicklungen gegeben. Wir haben uns dann doch letzte Woche nicht für den Neubau entschieden (aus diversen Gründen, die ich mal in einem anderen Eintrag erläutern werde) und sind jetzt wieder im Status „Suche“ – allerdings mit stärkerem Fokus auf Bestandshäuser.

Haha, mal sehen, wann das erste Kind kommt. ^^

Deinen Aufsatz zum Thema Hausbau würd ich gern mal lesen. Ich lebe schon seit 10 Jahren mit meiner Freundin zusammen, aber ein Hauskauf kam für uns eigentlich noch nicht in Frage… naja, vielleicht erbe ich mal ein Haus in Schweden, denn meine Ellies wohnen da… mal schauen.

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