Sicarius

Tagebuch eines angehenden Hausherrn #2

Parkbank im Flensburger Carlisle-Park (Autor: Hedwig von Ebbel)

Parkbank im Flensburger Carlisle-Park
(Foto: Hedwig von Ebbel; Public Domain)

Jetzt hängt erst einmal alles an der Bank. Wir können nur noch abwarten und hoffen, dass die Bearbeiter(in) unseren Antrag zügig abarbeitet. Wir sind nämlich nicht die einzigen, die am ausgeguckten Bestandshaus großes Interesse haben. Entsprechend zählt nun, wer als erstes die Finanzierungszusage hat und mit dem Verkäufer zum Notar geht. Drückt uns die Daumen, dass es klappt. Wenn nicht, sind wir zwar wieder ein gutes Stück schlauer und wissen zum Beispiel jetzt ganz genau auf was die Kreditgeber achten und welche Unterlagen sie brauchen. Aber wir müssten dann auch wieder mit unserer Suche von vorne beginnen – zum dritten Mal.

Die Suche

Ich hatte ja schon bei letzten Mal kurz angerissen, auf was wir besonders geachtet haben bei unserer Suche, aber noch einmal kurz zusammengefasst: Maximal 20 Kilometer von der Arbeit entfernt, Haustiere kein Problem, etwas ruhigere/ländlichere Lage (auch wegen den Kosten- je näher an Darmstadt, desto höher der Preis logischerweise), mindestens fünf Zimmer und ungefähr 110m² (wegen den zwei getrennten Arbeitszimmern), ein halbwegs anständiger Internetanschluss (ich will nicht wieder in die Steinzeit zurück!) und natürlich ein Preis/Zustand der in unserem Budget liegt. Das alles schränkt die Suche natürlich schon sehr stark ein. Das ist aber gar nicht mal was Schlechtes – zumindest im Raum Darmstadt. Da ist das Angebot im mittleren Preissegment gar nicht mal so klein und es macht wenig Sinn sich auf zu viele Objekte gleichzeitig zu versteigen.

Aber wo fängt man überhaupt an? Eine Frage, auf die sich in Zeiten des Internets schnell eine Antwort finden lässt: Wir haben fast ausschließlich über Immobilienscout24 (und ein wenig über Immowelt) gesucht. Bin ich schon damals bei meinen Wohnungssuchen in Nürnberg und Darmstadt ganz gut mit gefahren und unsere Erfahrungen in Sachen Haussuche waren bislang auch nur positiv. Wie gesagt: Reichhaltiges Angebot, gute Übersicht und vorbildliche Filterfunktionen, um schnell auszusortieren. Zum Beispiel die Angebote, wo wenig dabei steht oder nur wenige Bilder sind (und es sich nicht um Zwangsversteigerungen handelt). Oder Angebote bei denen schon die Bilder keinen guten Eindruck von der Hütte vermitteln (aufgerissene Wände, Häuser in Hinterhöfen, verwilderte Gärten und so weiter). Wir waren (und sind) da ziemlich fix sehr effektiv geworden würde ich mal behaupten.

Wichtig ist, aus meiner Sicht, dass am Ende des Tages maximal 3-4 Objekte rausfallen. Sich gleichzeitig auf mehr zu konzentrieren hat eher weniger Sinn. Zumal es einen dazu zwingt sich die wirklich ansprechenden „Rosinen“ rauszupicken und nicht einfach zu sagen „Ach, das könnte man sich ja auch mal anschauen“. Letzteres, das wird man schnell merken, führt nur zu extrem viel Stress dank unzähliger Besichtigungen ohne Ergebnis. Es waren so schon ganz schön anstrengende Wochen bislang.

Erste Erfahrungen

Von Anfang an stand die Frage im Raum: Bestandshaus oder Neubau. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Beim Bestandshaus sieht man gleich was man hat, bekommt aber vermutlich nicht ganz sein Wunschhaus (bzw. stellt dann doch fest, dass sich unter dem Putz schlechte Nachrichten verstecken). Bei einem Neubau kann man sich die Hütte zwar (relativ) komplett zusammenstellen, aber die Gefahr einer Kostenexplosion ist extrem hoch.

Reihenhaus (Auszug der Webseite der deutschen Reihenhaus AG)

Auszug von der Webseite der deutschen Reihenhaus AG

Das war auch mit einer der Hauptgründe, warum wir uns Anfangs zwar auf einen Neubau eingeschossen hatten, aber dann doch kurz vor der Zusage einen Rückzieher machten. Was da noch alles auf den Preis mit dazukam, ist der Wahnsinn. Also nicht nur die üblichen Nebenkosten in Form von Notar, Grunderwerbssteuer und Makler, sondern zum Beispiel noch Fliesenleger, Maler und Küche. Da hat man schnell nochmal 10.000 bis 20.000 Euro zusätzlich zusammen. Weitere Gründe dafür waren, dass es sich um ein Reihenmittelhaus ohne Keller in einem Wohnpark handelte (Teilung nach WEG = Probleme mit Nachbarn quasi vorherbestimmt), wo uns die nette und ehrliche Dame bei der Besichtigung des Musterhauses schon darauf hinwies, dass es an bestimmten Stellen zu Rissen im Beton der Außenwand kommen kann (Bitte was?!). Das ließ uns dann zur Entscheidung kommen, dass wir nicht nur kein Reihenhaus haben wollen (wenn, dann anständig gemauert und freistehend oder vielleicht noch Doppelhaushälfte), sondern unsere Suche vielleicht auch erst einmal auf Bestandshäuser beschränken sollten. Da hatten wir bislang nur ein paar wenige besichtigt gehabt, die aber alle irgendwo Probleme hatten (zum Beispiel ein quasi Doppelhaus, wo dem Hintermann aber noch das Dachgeschoss des Vorderhaus gehört – völlig bescheuert).

Neuer Versuch

Also haben wir einen zweiten Anlauf gestartet und uns gezielt auf Bestandshäuser konzentriert. Kurzzeitig stand dabei auch das Thema „Zwangsversteigerung“ im Raum, aber da haben wir recht schnell festgestellt, dass wir uns da viel zu wenig auskennen und die Gefahr extrem groß ist am Ende mit einem unbrauchbaren Haus dazustehen, dass die Bank nicht einmal komplett finanziert. Entsprechend war und ist das auch kein Thema mehr erst einmal. Stattdessen eben „normale“ Bestandshäuser, die am besten noch von Privatleuten verkauft werden. Zum einen weil ihr euch dadurch die Maklerkosten sparen könnt und zum anderen, weil da vielleicht noch Verhandlungsmöglichkeiten sind in Sachen Preis.

Und genau so eine Hütte haben wir jetzt gefunden und hoffen, dass wir sie auch kriegen. Schicke Lage, perfekte Grundstücksgröße (zu groß bedeutet nur, dass ihr mehr Arbeit damit habt es zu pflegen), schönes Haus (innen wie außen), sympathische Verkäufer und preislich vollkommen okay (inklusive etwas Runterhandeln und dem Überlassen so einiger Möbel darunter die Küche). Schauen wir also mal, ob es tatsächlich klappt. Wie gesagt: Jetzt hängt alles von der Bank ab. Wie schnell ist sie und wie schnell ist die Konkurrenz mit exakt der gleichen Arbeit (nur bei einer anderen Bank). Dazu und zur Frage worauf man bei einem Bestandshaus so achten sollte, mehr beim nächsten Mal.

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