Sicarius

Fußball – Die ursprüngliche Sünde

Divinity: Original Sin - Enhanced Edition (Herstellerbild)

Divinity: Original Sin – Enhanced Edition (Herstellerbild)

Anfang der Woche ist also endlich die langerwartete Enhanced Edition von Divinity: Original Sin erschienen. Darunter mit dem neuen Split-Screen-Modus an einem PC. Natürlich habe ich mir dafür auch „gleich“ (am Wochenende) Lysanda geschnappt, denn ich habe mir fest vorgenommen das Spiel bis zum Erscheinen von Teil 2 mit ihr durchzuspielen. Ist auch definitiv besser geeignet aufgrund seiner Gemächlichkeit (zur Erinnerung: Rundenbasiertes Rollenspiel) als andere Genre. Zwar ist es blöd, dass sich im Split-Screen-Modus nur zwei Gamepads verwenden lassen statt zum Beispiel Maus/Tastatur für einen Spieler und nur der zweite mit Gamepad und ich in der Hinsicht nur die dicken Xbox-360-Controller zur Verfügung habe (die PlayStation 3 gehen ja leider nicht offiziell am PC). Aber da man sich Zeit lassen kann, ist das soweit erträglich – und funktioniert insgesamt auch extrem gut.

Gelungene Umsetzung

„Insgesamt“ deshalb, weil es dann doch im Detail 2-3 Problemchen gibt. Seid ihr zum Beispiel auf einem Bildschirm unterwegs, dann werden verdeckende Objekte nur für Spieler 1 ausgeblendet, nicht für Spieler 2. Sprich läuft Spieler 2 hinter einen Fels, dann sieht er nichts. Irgendwie doof. Außerdem lässt sich in diesem Modus die Kamera von keinem der beiden Spieler bedienen. Erst wenn ihr weit genug auseinander seid, einer von euch in den Kampfmodus wechselt oder auf Knopfdruck ihr in den vertikalen Split-Screen-Modus wechselt, hat jeder die volle Kontrolle und die Kamera macht was sie soll. Dass die Sprachausgabe nur auf Englisch zur Verfügung steht ist ebenso etwas doof aber selbst wenn ich alleine Spielen würde, würde ich nur die Texte lesen. Von daher: Verschmerzbar. Deshalb:

Das sind ganz klar nur Details, die ich zu bemängeln habe. Ansonsten bin ich bislang (haben gut 1 1/2 Stunden bis zu den Toren von Cyseal gespielt) definitiv begeistert. Die Performance ist fantastisch (selbst im Splitscreen-Modus volle 60 Frames), die Steuerung mit dem Gamepad geht überraschend gut von der Hand (wobei es natürlich mit der Maus immer noch besser ginge) und die paar unterstützten Features (haltet ihr „A“ gedrückt, kommt ein Suchkreis und alle benutzbaren Objekte in diesem Kreis werden euch dann in einer Liste zur Auswahl angezeigt) machen das Leben eindeutig einfacher und das keiner von beiden Spielern so richtig auf den anderen warten muss, sondern selbstständig erkunden kann ist auch genial – allerdings nicht unbedingt ratsam immer. Man weiß ja schließlich nie welcher Bossgegner hinter der nächsten Ecke wartet. Spielt ihr übrigens ohne Gamepad, also alleine oder Online-Koop, dann habt ihr das altbekannte Maus und Tastatur-Schema. Nur, falls jemand Angst hatte er muss jetzt mit dem „Konsolenscheiß“ leben.

Zu den spielerischen Veränderungen kann ich an der Stelle natürlich noch nichts sagen. Zum einen ist es bekanntlich schon wieder ein Jahr her, dass ich das Original gespielt habe und zum anderen haben wir ja nur das Tutorial bislang hinter uns gebracht. Dazu entsprechend dann zu einem anderen Zeitpunkt mehr.

Fußball! Fußball! Fußball!

Der Hauptbildschirm des Spiels

Der Hauptbildschirm des Spiels

Alleine zocke ich aktuell vor allem auf dem Smartphone und zwar hat mir aus unerklärbaren Gründen New Star Soccer es angetan. Das gibt es tatsächlich auch für PC (nennt sich dort New Star Soccer 5 und ist Free-2-Play mit Zeitbegrenzung) aber dort würde ich es vermutlich nicht so intensiv zocken wie auf dem Handy. Dort ist der Titel auch Free-2-Play mit In-App-Purchases in zwei Formen: Zum einen das übliche „Bezahl was, um die Werbung auszuschalten“ sowie ein kleines Addon-Pack (Wind und Wetter sowie noch mehr Möglichkeiten den Ball zu treten), zum anderen das bekannte „Kaufe dir mit echtem Geld Items oder Ingame-Währung“. In ersteres habe ich tatsächlich investiert. Letzteres habe ich bislang noch nicht gebraucht (und ich bin schon in meiner 8. Saison – aktuell hat mich Schalke an den FC Bayern verkauft für 274.000 Bux). Aber fangen wir doch mal von vorne an:

In New Star Soccer schlüpft ihr in die Rolle eines 16jährigen Fußballers oder einer Fußballerin (Rest der Mannschaft ist aber immer Männlich komischerweise) in einer der unteren Ligen des jeweiligen Landes. In Deutschland ist das niedrigste glaube ich die Regionalliga (GER4 genannt). Da das Spiel nicht die offizielle Lizenz hat, werden teils kryptische Abkürzungen verwendet sowohl für die Vereine als auch die Ligen. Aber man erkennt sie natürlich. Euer Ziel: Ein guter Spieler zu werden und über lange Jahre zu sein oder so ähnlich. Das höchste der Gefühle ist natürlich wie in der Realität der Gewinn der Fußballweltmeisterschaft. Aber insgesamt gibt es 90 Ligen über die gesamte Welt verteilt und was weiß ich wie viele Vereine, die dazugehören. In allen dürft ihr logischerweise mitmischen, wenn es mal wieder heißt „Die Transfersaison ist eröffnet“ oder euer Club verkauft euch selbst weiter (wie mir geschehen – wobei ich auch hätte ablehnen können). Je besser ihr spielt, desto mehr Angebote und Möglichkeiten und umso mehr Geld verdient ihr auch.

Auf dem Platz

Da ich die „Be A Pro“-Modi eines FIFA nicht kenne, kann ich dazu logischerweise keine Vergleiche ziehen. Aber in New Star Soccer geht es nicht nur rein um jedes Spiel. Zumal diese auch nur Abstrakt dargestellt werden. Und zwar läuft jedes Match über Textnachrichten ab. Hin und wieder bekommt ihr den Ball zugespielt und dürft etwas tun. Das heißt zum Beispiel an vier Gegnern vorbeidribbeln, einen Pass schießen oder versuchen ein Tor zu machen. Dazu seht ihr das Spielfeld mit Spielern und irgendwo den Ball. Durch Ziehen bestimmt ihr die Richtung und die Stärke des Schusses, anschließend „fliegt“ der Ball durchs Bild oder, bei einem Freistoß beispielsweise, liegt unten auf dem Rasen und ihr müsst entscheiden wo euer Fuß trifft. Das hat logischerweise massive Auswirkungen. Tippt ihr unter den Ball, geht er hoch. An den Seiten macht er eine leichte Kurve und so weiter und so fort. Da ihr in den meisten Fällen nicht viel Zeit habt zu reagieren – wie erwähnt, fliegt er meistens durchs Bild -, ist es wie in er Realität nicht immer genau planbar. Zumal dank des Wetters euch auch noch der Wind einen Riegel vorschieben kann.

Eine Torchance für mich (Spoiler: Ich treffe nicht...)

Eine Torchance für mich
(Spoiler: Ich treffe nicht…)

Seid ihr Kapitän eurer Mannschaft, dürft ihr vor dem Schuss sogar noch einem Mitspieler sagen, wo er hinrennen soll. Aber zum Kapitän werdet ihr nur, wenn ihr euren Boss und eure Mannschaft komplett hinter euch habt. Daneben gibt es noch die Beziehung zu euren Fans (ihr könnt den Ball verlieren, nur weil ihr ausgebuht werdet!), eurem Partner und euren Sponsoren. Alles zusammen ergibt euren Zufriedenheitswert, der auch wieder kleinere Auswirkungen auf euer Spiel hat.

Wie oft ihr an den Ball dürft, hängt entsprechend von verschiedenen Faktoren ab. Der wichtigste ist eure Ausdauer. Die verbraucht ihr logischerweise über das Spiel hinweg (könnt in der Halbzeit aber einen Energie-Drink kaufen und trinken). Wie schnell, bestimmt ihr in drei Stufen. Die Stufe beeinflusst gleichzeitig wie viel Ballkontakt ihr theoretisch bekommt. Logisch: Strengt ihr euch an, gibt es mehr, als wenn ihr einfach nur faul über das Feld geht. Zudem dürft ihr noch bestimmen ob ihr Offensiv, Defensiv oder irgendwo dazwischen unterwegs seid. Ein weiterer Faktor ist, wie gern euch eure Teamkameraden haben. Mögen sie euch nicht, dann passen sie auch keine Bälle zu euch.

Nach und vor dem Abpfiff

Das Bestreiten der Matches ist aber nur ein kleiner Teil des Spiels. Danach wird abgerechnet wie gut ihr ward (wie viele Chancen hattet ihr, wie viele habt ihr davon erfolgreich genutzt), was wiederrum eure Stellung bei eurem Chef, dem Team und den Fans beeinflusst bzw. euer Star Rating nach oben oder unten treibt (und euch weitere Türen öffnet zu anderen Ligen, Vereinen und die Nationalmannschaft). Außerdem gibt es Geld. Zum einen euer Grundgehalt und zum anderen zusätzliche Boni für geschossene Tore oder Unterstützungsleistungen. Außerdem erhaltet ihr etwas Ausdauer zurück – habt ihr einen Trainer angestellt sogar noch ein bisschen mehr.

Im Anschluss heißt es Lebensmanagement. Geld und Ausdauer in die korrekten Sachen investieren heißt das. Ihr müsst die Skills eures Charakters verbessern (ein höherer Wert in „Sicht“ lässt euch beispielsweise mehr anspielbare Mitspieler sehen) und regelmäßig Trainieren (sonst stagnieren sie), die Beziehungen zu den bereits erwähnten Gruppen verbessern (eine Art Memory mit nur 2 Versuchen) sowie Schuhe kaufen (verbessern eure Skillwerte für ein paar Matches) und euren Lebensstil verbessern, indem ihr eure Hart verdiente Kohle in Wertgegenstände wie ein Haus (bringt mehr Erholung) oder eine Spielekonsole investiert. Macht ihr das nicht, dann lachen euch nicht nur eure Teammitglieder aus (was die Beziehung verschlechtert), sondern eure Chance auf einen Partner sinkt. Und ein Partner ist – zumindest in diesem Spiel – sehr wichtig, um volle Zufriedenheit zu erlangen. Er oder sie will aber gleichzeitig auch regelmäßig Aufmerksamkeit haben (=Ausdauerinvestition), sonst gibt es Ärger.

Mein Freund mag mich.

Mein Freund mag mich.

Gleichzeitig müsst ihr aber natürlich am Ende von all dem auch noch genug Ausdauer übrig haben, um vom Chef im nächsten Match aufgestellt zu werden. Ist sie zu niedrig, ist der Boss Böse und ihr seid entweder gar nicht dabei oder nur auf der Ersatzbank (dürft dann nur einen Teil von der zweiten Halbzeit spielen).

Fazit

Und so geht es von Spiel zu Spiel, von Saison zu Saison. Zwischendurch wird fleißig Vereine gewechselt, Verträge neu ausgehandelt (=mehr Bux) und langsam aber sicher der Weg in die höheren Ligen und hoffentlich irgendwann auch in die Nationalmannschaft gegangen (bin ich noch weit entfernt von mit meinen 23 Jahren), um alle Erfolge zu erreichen bevor ihr am Ende in den Ruhestand geht (finale Highscoreabrechnung).

Nein, ich habe keinen Schimmer warum mich das Spiel so fasziniert. Im Prinzip ist es vermutlich ein billiger Fußballmanager. Kenne mich da ja bekanntlich nicht so gut aus. Aber auf seine Art und Weise machen speziell die eigentlichen Matches Laune. Die Kalkulation wie man jetzt den Ball wohin schießen muss, um einen Treffer zu erzielen oder erfolgreich einen Pass zu machen und anschließend der Stress die Idee in die Tat umzusetzen. Dazu der Nervenkitzel, wenn es knapp werden könnte und die Aufregung über die Mitspieler, die den genialen Kopfballpass wieder nicht im Tor versenken konnten. Ach und über den Wind reden wir erst gar nicht, dem Drecksack. Was der mir schon an Torchancen versemmelt hat! Echt schlimm.

Ich kann entsprechend tatsächlich nur den anderen Kritikern zustimmen, die sagen, dass der Titel auch für Nicht-Fußball-Fans einen Blick wert ist. Zumal Reinschauen auch nichts kostet. Von daher: Ich kann New Star Soccer tatsächlich nur empfehlen.

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3 Kommentare

Dass ich das noch erleben darf! DU und Fußball !! :tongue: Aber du hast mich neugierig gemacht, ich werds mir auch mal runterladen. Bin zwar immer noch Fallout Shelter und mittlerweile auch Need for Speed No Limits am suchten, aber es wird sich auf der Arbeit sicher noch ein bisschen Luft für ein drittes Spiel finden lassen :smile:

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