Sicarius

Christophs Top 5 des Jahres 2015

Wie angekündigt, gibt es dieses Jahr leider keine Verleihung der Bagdadsoftware No-One-Cares-Awards. Wenn, dann hätte diese euch sowieso schon letzte Woche erwartet. Ich habe dafür 2015 nicht nur viel zu wenig gespielt, ich habe faktisch auch seit März nur sehr, sehr wenige neue Spiele gekauft.

Selbst die absoluten Blockbuster des Jahres wie The Witcher III: Wild Hunt oder Fallout 4 habe ich bislang komplett im Händlerregal stehen gelassen. Ich hätte sie sowieso nicht wirklich gezockt. Die Gründe dafür sind vielfältig aber auch da bin ich schon öfters drauf eingegangen. Heute stellt sich hingegen die Frage, was wir stattdessen machen. Ein bisschen will ich mein Spielejahr ja schon Revue passieren lassen und vor allem auch euch die Gelegenheit geben mal einen Blick zurückzuwerfen und zu schauen, was euch so 2015 altes wie neues beschäftigt hat.

Der Rückblick

Stellt sich also die Frage, was mich 2015 in Sachen Spielen am meisten beschäftigt hat. Eine Frage, deren Beantwortung gar nicht so einfach ist. Ich weiß größtenteils nicht einmal mehr, was ich tatsächlich gezockt habe. Speziell auf dem iPhone vermisse ich eine Übersicht ähnlich wie beim Nintendo 3DS in welche Apps man wie viel Zeit gesteckt hat. Aber schauen wir dennoch einmal, ob ich eine Top 5 der Titel zusammenbekomme, die ich trotz allem viel gezockt habe. Gleich vorweg: Es ist bei der Liste nicht relevant ob das Spiel erst dieses Jahr veröffentlicht wurde oder schon älter ist.

Talisman: Digital Edition (Herstellerbild)

Talisman: Digital Edition (Herstellerbild)

1. Talisman: Digital Edition (2013; PC, MAC, iOS, Android) – Talisman – Die magische Suche ist ein Brettspiel aus dem Jahre 1983 von Games Workshop und Fantasy Flight Games. Darin wählt ihr Rollenspieltypisch aus einer der unzähligen Klassen eine aus und versucht mit eurer Spielfigur in die Mitte des Bretts zu kommen. Den Weg dahin erschweren euch eure drei anderen Mitspieler, das Spielbrett selbst (es ist in Zonen unterteilt, die immer schwieriger werden) und haufenweise Zufallsevents wie die üblichen Monster, die ihr besiegen müsst. Auch Gegenstände und Weggefährten sammelt ihr im Laufe des Spiels au, die euch mehr oder weniger weiterhelfen.

Es dürfte das Monopoly der Fantasy-Brettspiele sein insofern, dass es ewig dauert (die durchschnittliche Spielzeit wird mit vier Stunden angeben), komplett vom Zufall abhängig ist (Würfelglück und welche Karten ihr zieht) und jeder schon lange vor dem Ende irgendwie keine Lust mehr hat. Und trotzdem habe ich das Spiel verdammt oft gezockt. Zwar fast ausschließlich gegen Computergegner (da kann man das Spiel auch speichern und später fortsetzen) aber das hat dem Spielspaß offensichtlich keinen Abbruch getan. Dabei macht ihr echt nichts Anderes als zu würfeln, eine Karte zu ziehen, eine Entscheidung zu treffen und dann darauf zu warten, dass ihr wieder dran seid. Langweiliger geht es eigentlich gar nicht. Verrückt.

2. Biz Builder Delux (2015; iOS, Android) – Kairosoft hat dieses Jahr tatsächlich „nur“ vier neue Spiele für iOS veröffentlicht. Etwas ungewohnt. Von den vier Stück hat mir aber der Biz BUilder Delux definitiv am besten gefallen. Die Thematik ist zwar nicht neu, ihr müsst Einzelhandelsgeschäfte managen, aber wie schon bei Pocket Clothier treffen die Japaner da bei mir offensichtlich einen Nerv. Dass ihr hier auch noch mehrere unterschiedliche Geschäfte gleichzeitig betreiben müsst, verstärkt nicht nur den Nervenkitzel, sondern auch den Spielspaß. Aber von diesem Spiel habe ich euch tatsächlich dieses Jahr ausführlich berichtet. Entsprechend verweise ich an dieser Stelle noch einmal auf diesen Eintrag und spreche erneut eine klare Kaufempfehlung aus – solltet ihr nicht schon grundsätzlich von Kairosoft-Titeln die Nase voll haben.

Quake Live (Herstellerbild)

Quake Live (Herstellerbild)

3. Quake Live (2010; PC) – Quake geht immer. Dieses Motto galt auch dieses Jahr wieder obwohl id Software die absolut bekloppte Idee hatte die Statistiken und Freundeslisten ALLER Spieler zu löschen. Mit welcher Begründung fragt ihr? Weil das Spiel nun auf Steam und damit volle Steam-Integration umgestellt wurde und da sie entweder nicht in der Lage oder nicht gewillt waren eine Verbindung zwischen altem Account und Steamaccount herzustellen (obwohl es bereits möglich war selbstständig ihn zu verknüpfen!), wurde kurzerhand alles zurückgesetzt. Ihr glaubt gar nicht wie mich das immer noch ärgert. Ich hatte mehrere Tage Nettospielzeit auf meinem Konto und damit eine umfangreiche Statistik. Und jetzt musste ich wieder bei null anfangen. Da vergeht einem schon ein Stück weit der Spaß, muss ich ganz klar sagen.

Und auch viele der restlichen „Neuerungen“ mit der vollständigen Umstellung auf Steam sind äußerst fragwürdig. Zum Beispiel die Möglichkeit mit der Railgun oder der Lightning Gun das Match zu starten, auch wenn sie nur wenig Munition hat. Oder die neue Stimme des Announcers. Alles nur in der Hoffnung neue Spieler anzulocken. Ob es geholfen hat, wage ich ein Stück weit zu bezweifeln. Und doch: Ich habe schon wieder viel zu viele Stunden in das Spiel investiert. Das pure, skillbasierte Spielerlebnis macht auch 16 Jahre nach Quake III Arena und trotz allen Versuchen der Entwickler es kaputtzumachen immer noch extrem viel Spaß.

4. New Star Soccer (2012; iOS, Android, Windows Phone) – Ich habe den Fehler gemacht selbstständig den Verein zu wechseln. Dabei ging es mir bei Werder Bremen so unglaublich gut und es lief auch alles perfekt. Jetzt finde ich irgendwie in keinem Verein mehr eine richtige Heimat. Das mindert den Spielspaß etwas. Zumal sich dadurch stärker bemerkbar macht, dass ihr am Ende des Tages doch irgendwie immer das Gleiche macht. Aber ich bin ja auch schon in meiner 18. Saison. Der Ruhestand ruft also sowieso so langsam. 735 Einsätze und 369 Tore (8 Hattricks) gehen auf das Konto von Ivashana Sicarius. Und dabei mag ich Fußball nicht einmal so wirklich. Doch auch hierzu habe ich es tatsächlich geschafft einen Eintrag zu schreiben. Entsprechend verweise ich euch auch an dieser Stelle darauf und spreche nochmals eine klare Downloadempfehlung aus. Kostet auch erst einmal nichts. Und soweit ich gehört habe, stimmt mir Azzkickr auch zu.

Assassin's Creed: Revelations (Herstellerbild)

Assassin’s Creed: Revelations (Herstellerbild)

5. Assassin’s Creed: Revelations (2011; PC, PS3, X360) – In Sachen Assassin’s Creed habe ich immer noch viel nachzuholen. Bin mittlerweile nur bis Teil 3 vorgestoßen. Allerdings habe ich tatsächlich etwas neue Motivation gefunden und zwar ist Lysanda an der Serie interessiert. Also nicht sie selbst zu spielen aber am Universum und der dazugehörigen Geschichte. Sie schaut mir entsprechend gerne über die Schulter und hat sogar die Enzyklopädie gelesen, was selbst ich bis heute noch nicht gemacht habe (obwohl sie schon ewig im Regal steht). Und natürlich machte das Herumklettern und Leute ermorden auch in Assassin’s Creed: Revelations wieder viel Spaß. Dank des Hookblades und dem Fokus auf eine einzige Stadt (Konstantinopel) sogar mehr als in Assassin’s Creed: Brotherhood, weil dadurch zum einen ein besserer Flow zustande kam und zum anderen man nicht ganz so erschlagen wurde vor Möglichkeiten bzw. Sachen, die es zu erledigen gilt. Entsprechend war ich doch überrascht wie schnell ich die rund 20 Stunden hinter mich gebracht habe. Das hat beim Vorgänger eindeutig länger gedauert und war eine größere Qual. Und auch für Teil 3 werde ich vermutlich genau deswegen wieder etwas länger brauchen.

 

So viel also erst einmal zu mir. Muss sowieso endlich mit dem Renovieren des Hauses weitermachen (ist noch einiges zu tun) und der Beim Christoph Jahresrückblick 2015 schreibt sich auch nicht von alleine (leider). Der wird auch seine traditionelle Länge haben. Und nicht nur das: Er erscheint auch schon am Donnerstag und wird nicht mehrere Tage ins neue Jahr verschoben! Freut euch also schon einmal darauf.

Bis dahin springt ruhig in die Kommentare und erzählt allen, was euch 2015 in Sachen Spielen so beschäftigt hat!

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5 Kommentare

Überraschenderweise kann ich zu dem Thema auch mal was halbwegs aktuelles beitragen, da ich es doch tatsächlich in diesem Jahr geschafft habe, wenigstens ein paar wenige, wirklich neue Titel zu spielen. Wobei „wirklich neu“ nicht mit „in 2015 erschienen“ gleichzusetzen ist. Ich zähle da auch Titel aus 2014 dazu. Aber das ist ja auch schon eine Verbesserung für meine Verhältnisse :).

Auf dem PC möchte ich vor allem vier Spiele hervorheben: Cities Skylines, Life is Strange, Game of Thrones und Wolfenstein TNO.

Alle verbindet, dass sie etwas Besonderes oder zumindest „selten gewordenes“ bieten. Cities Skylines ist seit unzähligen Jahren mal wieder eine äußerst gute Städtebausimulation, Life is Strange überzeugt durch tolle, filmische Atmosphäre und vor allem den Mut zu ruhigen Momenten, Game of Thrones ist (für mich als GoT-Laien) nicht nur toll in die Serienhandlung eingebettet sondern bietet auch wieder gewohnte Telltale-Qualitäten (die ich so sehr liebe!) und Wolfenstein TNO ist endlich mal wieder ein klassischer Shooter. Und was für ein toller! Hatte mich der erste Level anfangs noch gelangweilt, hat es sich danach zu einem hervorragenden Spiel entwickelt. Es ist eines der äußerst wenigen Spiele, die ich aktuell sogar ein zweites Mal durchspiele.

Auf meinen Konsolen habe ich quasi nichts gespielt. Also weder auf PS3, noch auf X360 und auch nicht auf der PSVita. Das hat mich auch dazu veranlasst, die X360 zu verkaufen. Und für die PS3 suche ich aktuell noch einen Käufer. Sollte jemand Interesse an einem nahezu neuwertigen, sehr umfangreichen Bundle haben, bitte einfach melden ;)

Allerdings – und damit habe ich eindeutig „Neuland“ betreten, bin ich unter die Mobilzocker gegangen. Man kann sogar schon von einer kleinen Sucht sprechen, die sich da andeutet. Seit einigen Monaten begleiten mich Boom Beach, New Star Soccer, Need for Speed No Limits und Criminal Case. Zudem bin ich immer noch an Fallout Shelter dran. Wobei ich hier definitiv den Punkt erreicht habe, wo die Herausforderung (sofern man überhaupt davon sprechen kann) weg ist: ich habe nun 160 Bewohner, die alle auf Level 50 mit maximalen Skills hochgelevelt sind. Es geht mir eigtl. nur noch darum, alle Gegenstände zu entdecken. Aber da tut sich herzlich wenig.

Auch bei NSS hat sich – nach anfänglicher starker Begeisterung – langsam die Routine eingespielt. Ich werde noch bis zu meinem Ruhestand kicken, versuchen alle Achievements zu erreichen und das Spiel dann löschen. Es hat mir aber viele tolle Stunden beschert.

Insgesamt also ein durchaus gutes Zockerjahr. Mal schauen, obs auch so weitergeht. Am PC kommt auf jeden Fall als nächstes Wolfenstein The Old Blood und Tales from the Borderlands dran.

In diesem Jahr am meisten beeindruckt haben mich Witcher 3 (das allen Vorschusslorbeeren gerecht wird) und da schließe ich mich Azz an: Life is Strange und Game of Thrones.
Enttäuscht haben mich hingegen Fallout 4, das sich wie ein aufgewärmtes FO3 anfühlt und das neue COD, das zwar von der Presse abgefeiert wird, im Kern aber absoluter Rotz ist.
Zu AC vertrete ich die Meinung, dass Ubisoft den Pegel schwer in Richtung: Mehr Quantität statt Qualität verschoben hat. 3 (!) Spiele in einem Jahr sind definitiv zu viel. Wenn du nicht hinterherkommst, Christoph: anderen geht es genauso. Ich wünsche der Reihe wirklich mal eine Pause und eine Neuerfindung.

Hab dieses Jahr auch mal wieder ein paar halbwegs aktuelle Titel gespielt und sogar durchgespielt :)

GTA5 PC hab ich mir direkt zum Release geholt und dann auch (für meine Verhältnisse zeitnah) durchgezockt. Mit GTA4 konnte ich überhaupt nichts anfangen. Die pseudo-ernste Story hat mir überhaupt nicht zugesagt, der Humor hat bei mir nicht funktioniert, die Fahrphysik war kacke usw. Daher hab ichs auch nie durchgespielt. GTA5 dagegen fand ich wieder super. Alles was ich bei GTA4 kritisiert hatte, macht GTA5 viel, viel besser. Ist daher auch mein Spiel des Jahres.

Game of Thrones hab ich auch gespielt, bin aber nicht soo begeistert. Toll ist, dass es sich gut in die Serienhandlung einfügt und sie für bekannte Rollen die echten Sprecher engagieren konnten. Die Technik ist allerdings unter aller Sau und dass so sehr, dass auch das Spielerlebnis drunter leidet. War auch mein erstes Telltale Adventure, daher war ich am Anfang noch sehr begeistert über die vielen Entscheidungen, die man treffen kann. Leider merkt man, finde ich, im Laufe der Episoden, dass das fast ausschließlich Fassade ist. Nur sehr, sehr wenige Entscheidungen haben wirklich ne Auswirkung, anonsten ist man doch sehr machtlos bei den Dingen die da geschehen.

Middle Earth: Shadow of Mordor hab ich auch noch durchgespielt. Fand ich ganz nett, auch wenn es ab nem gewissen Punkt (und der kam ziemlich früh) doch immer nur noch das Gleiche war.

@Ron

man darf bei den Telltale-Spielen nicht den Fehler machen, im Internet nach alternativen Entscheidungen zu suchen oder die Spiele gar ein zweites Mal durchzuspielen. Dann merkt man natürlich sehr schnell, dass vieles nur Fassade ist. Ich habe mir daher angewöhnt, mich auf die Illussion einzulassen und das ganze wirklich als einmaligen, interaktiven Film zu betrachten.

Aber ja, GoT ist definitiv nicht das beste von Telltale. Ich habe bislang alle Telltale-Spiele gezockt (bis auf den Borderlands-Ableger) und kann dir The Wolf Among Us wärmstens empfehlen. Und dem Hörensagen nach ist Tales from the Borderlands auch spitze.

Life Is Strange definitiv. Außerdem Anno 2070.
Ansonsten hab ich dieses Jahr hauptsächlich Heroes of the Storm gespielt. Insgesamt hab ich aber insgesamt (gefühlt) deutlich weniger gespielt als die Vorjahre :)

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