Sicarius

Der Untergang aus dem Jahre 2016

Die DOOM CE

Die DOOM CE

Jetzt, wo ich zumindest theoretisch mal wieder was „Anständiges“ spielen kann statt immer nur New Star Soccer (Tipp: 12 Rennpferde kaufen und hochleveln -> Geldsorgen ade!), konnte ich mich einfach nicht mehr zurückhalten. Ich habe zwar lange überlegt, ob ich wirklich bei eBay auf den „Sofort Kaufen“-Button drücken soll. Nur weil der Rechner steht, habe ich ja nicht plötzlich wieder mehr Zeit. Und Geld braucht man sowieso immer für irgendwas Anderes (Eheringe sind nicht ganz billig…).

Am Ende habe ich mich dann aber doch mal für mich entschieden und endlich Assassin’s Creed Rogue gekauft. Mmmh? Ach ne, das habe ich diese Woche spontan für wesentlich billiger als im Internet (passiert ja eher selten) im real mitgenommen. Ich meinte natürlich die extrem stark limitierte Collector’s Edition von DOOM (2016, PC) mit der mega-genialen Revenant-Statue. Und nicht nur habe ich nach vergleichsweise so langer Zeit noch eine OVP bekommen, sie hat mich tatsächlich gut 30 Euro weniger gekostet als am Releasetag. Passiert nicht so häufig. Die Collector’s Edition von Fallout 4 oder The Witcher III: Wild Hunt liegen beispielsweise bei 300 Euro aufwärts.

Natürlich habe ich kurz überlegt, ob ich diesen mittlerweile eher seltenen Anlass dazu nutze mal wieder 1-2 Folgen von Christoph spielt zu produzieren. Aber am Ende war mein Ego einfach stärker. Wenn ich als der ultimative id-Fan™ jetzt schon 1 1/2 Monate gespannt darauf gewartet habe DOOM zu spielen, dann will ich es VERDAMMT NOCHMAL auch in Ruhe tun. Und was soll ich sagen? Der Kauf war eine gute Entscheidung.

Eingerostet

Es fühlt sich so richtig gut an seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder einen anständigen (=hohes Tempo und mit Waffen, die sich handfest anfühlen) Ego-Shooter zu spielen. Leider musste ich gleichzeitig feststellen, dass ich im letzten halben Jahr durchaus etwas eingerostet bin. Die Imps haben schon angefangen mich auszulachen, weil ich anfangs so gut wie nichts getroffen habe. Hoffentlich ist das nur temporär. Will doch nicht schon zu alt für sowas sein…

Ein Revenant

Ein Revenant

Egal. Wichtig ist nur eins: id Software hat zumindest mit der Einzelspielerkampagne von DOOM anscheinend alles richtiggemacht (Mehrspielermodus und SnapMap sind ein anderes Thema…). Die Kämpfe sind anspruchsvoll (spiele auf Ultra-Violence – dem höchsten am Anfang verfügbaren Schwierigkeitsgrad) und abwechslungsreich, die Waffen fühlen sich wie erwähnt und wie von id gewohnt richtig gut an (gut, die Pistole ist es komisch aber die Shotgun ist eh wichtiger) und die „Glory Kills“ funktionieren überraschenderweise ebenso perfekt ohne den Spielfluss wirklich zu unterbrechen (und haben wir schon öfters den Arsch gerettet). Die Jagd nach den zahlreichen Secrets (süße Puppen!) macht zusätzlich Laune wenngleich die Umsetzung der DOOM II-Level nicht ganz so perfekt ist (Texturen sind falschrum, Lichtquellen falsch gesetzt, etc.). Trotzdem cool, dass es sie gibt.

Und dann sieht die ganze Sache auch noch extrem gut aus (allerdings in den bisherigen Leveln etwas viel rostbrauner Mars-Look) ohne großartig an Performance einzubüßen (spiele auf den höchsten Details und habe ja mittlerweile nicht mehr die neueste Grafikkarte). Nur an das Aussehen der Gegner – da muss ich mich noch dran gewöhnen. Als DOOM-Fan wirken speziell die Imps, die jetzt mehr wie Goblins mit krummen Rücken aussehen, etwas komisch. In DOOM 3 waren sie ja noch wesentlich mehr an das Original angelehnt. Das gilt übrigens genauso für die Waffen, die sich jetzt verbessern lassen und alternative Feuermodi besitzen. Ich vergesse irgendwie immer noch, dass beispielsweise die Shotgun sich „aufladen“ lässt. Bin ich einfach nicht gewohnt von früher. Wird aber sicherlich noch.

Die dunkle Seite

Schade nur, dass id nicht genau so viel Energie in die restlichen Spielmodi investiert hat. SnapMap ist im Kern eine geniale Idee. Und man hat selbst als unerfahrener Level Designer buchstäblich in Minuten ein funktionierendes und halbwegs spaßiges Level zusammengezimmert. Aber DOOM ist neben der The Elder Scrolls-Reihe DAS Spiel welches erst durch die Modcommunity so lange am Leben erhalten wurde (Brutal Doom ist da nur die Spitze des Eisbergs). Da ist es schade, dass für diese Gruppe von Leuten zumindest bislang kein anständiger Ersatz zur Verfügung steht. Es wäre ja schon ein Ansatz die Möglichkeit zu geben die Limitierungen von SnapMap auf Wunsch aufzuheben (beispielsweise können nur 12 Monster gleichzeitig in einem Raum aktiv sein). So können die Modder leider nicht das volle Potential der id Tech 6 ausschöpfen und dabei ist schon extrem beeindruckend, was sie aktuell mit SnapMap fabrizieren.

DOOM (Herstellerbild)

DOOM (Herstellerbild)

Der Mehrspielermodus ist hingegen…nun, alles nur nicht DOOM. Es wurde ja schon damals bei DOOM 3 geschimpft (anfangs nur 4 später 8 Spieler auf einer Karte gleichzeitig und wesentlich langsameres Spieltempo). Aber immerhin hatte es noch etwas mit DOOM bzw. Quake gemeinsam. Der neue Mehrspielermodus hingegen riecht und spielt sich trotz des Twists, dass es ein Dämonen-Powerup gibt (wer es bekommt, wird für eine halbe Minute zu einem mächtigen Dämon) mehr nach Halo. Und wenn ich Halo spielen will, dann spiele ich Halo und nicht DOOM. Sehr schade. Schon allein, dass es immer noch keinen Deathmatch-Modus gibt ist eine Schande. Und dann auch noch Loadouts statt Waffen sammeln. Nene. Es macht zwar ein paar Runden Spaß. Aber am Ende des Tages ist es leider nichts, was man nicht woanders schon gleichwertig oder sogar besser gesehen hat. Da hätte ich mir dann doch lieber noch ein paar mehr Einzelspielerlevels gewünscht.

Beim Christoph meint: Wolfenstein: The New Order war bereits ein äußerst gelungener Neustart einer absoluten Kultserie. DOOM steht dem definitiv in Nichts nach – zumindest in Sachen Einzelspielerkampagne. Das Gameplay ist wie die Musik (schnell und hart), die Levels voller Secrets und die Monster zahlreich und das Spiel nimmt sich selbst nicht zu ernst (die Geschichte ist sowieso 08/15). Eben genau so wie man als Veteran sich das Original von 1993 vorstellt. Aus meiner Sicht eine klare Kaufempfehlung für alle Solo-Shooter-Fans. Das Warten hat sich in dieser Hinsicht gelohnt. Und jetzt bitte ein neues Einzelspieler-Quake!

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