Sicarius

Irgendeine Messe in der 2016-Fassung

Eigentlich wollte ich heute die gamescom 2016 Revue passieren lassen, die letzte Woche zum 8. Mal in Köln ihre Tore geöffnet hatte. Aber irgendwie war da mal so überhaupt nichts interessantes oder gar Neues los. Scheinbar haben sich mit den Absagen der Pressekonferenzen von Electronic Arts, Sony und Microsoft plötzlich auch alle anderen dagegen entschieden auch nur irgendetwas auf der Messe zu berichten. Selbst von der GDC Europe hat man vergleichsweise wenig gehört. Dabei kann ich mir gar nicht vorstellen, dass es keine interessanten Vorträge da gegeben haben sollte. Sehr komisch.

Aber schauen wir uns wenigstens die paar Neuankündigungen genauer an, die es tatsächlich gab:

Metal Gear Survive

Metal Gear Survive (Herstellerbild)

Metal Gear Survive (Herstellerbild)

Hideo Kojima ist hochkant aus der Firma geflogen und macht nun sein eigenes Ding und endlich kann auch Konami mit der Metal Gear-Marke machen was sie möchten. Neben einer Pachinko-Maschine gehört dazu jetzt auch Metal Gear Survivor, ein – ihr habt es erraten – Multiplayer-Koop-Shooter. Das hat ja schon bei Resident Evil: Operation Raccoon City so gut funktioniert. Zugegeben: Anderer Publisher (Capcom). Aber trotzdem hätte ich mir als Entwickler durchaus so meine Gedanken darübergemacht, warum das dort schon nicht funktioniert hat. Stattdessen also nun ein neuer Metal Gear-Titel, der mehr wie Resident Evil wirkt und kollektives Stöhnen im Internet auslöste.

Auch meine Begeisterung hält sich massiv in Grenzen obwohl ich nicht der größte Metal Gear-Fan bin. Zwar habe ich prinzipiell nichts gegen Multiplayer oder gar Koop in diesem Universum. Aber dann bitte origineller und mehr in Richtung Metal Gear Solid: Ground Zeroes-zusammen-das-Missionsziel-erledigen und nicht stupides „Zombie“-Geballere. Und Metal Gear Survive klingt definitiv mehr nach letzterem. Sehr schade. Aber was will man heutzutage noch von Konami anderes erwarten?

Cities: Skylines – Natural Disasters

Der Erfolg von Cities: Skylines scheint weiterhin ungebrochen – was ich Entwickler Colossal Order und Publisher Paradox Interactive absolut gönne, nur damit wir uns nicht falsch verstehen! – entsprechend wurde nun das mittlerweile dritte Addon für die Städtebausimulation angekündigt. Wie der Name schon sagt, halten nun Naturkatastrophen ihren Einzug ins Spiel. Eigentlich ein wenig verwunderlich, dass die Entwickler damit so lange gewartet haben, da sie in SimCity schließlich schon seit Teil 1 ein wichtiges Spielelement sind.

Ich mochte die Naturkatastrophen allerdings schon damals nicht und habe sie nur auf Kommando genutzt, um kurz vor dem Ausmachen nochmal die Fetzen fliegen zu lassen. Ansonsten reizt mich dieses buchstäblich unberechenbare und zerstörerische Spielelement absolut nicht. Ich möchte ich Ruhe meine perfekte Stadt bauen und nicht alle paar Minuten irgendwelche Stadtteile komplett neu aufbauen müssen. Ich weiß, klingt total langweilig, aber hey: Was erwartet ihr von jemanden, der schon damals bei Die Siedler am liebsten ohne Gegner gespielt hat? Eben.

The Inner World: Der letzte Windmönch

The Inner World 2 (Herstellerbild)

The Inner World 2 (Herstellerbild)

Der Vorgänger konnte bei den Bagdadsoftware NOCAs anno 2013 zwar nur den dritten Platz abräumen. Aber immerhin! Das lustige 2D-Point-&-Click-Adventure versprühte extrem viel Charme und war ein Stück weit auch mal wieder etwas Anderes (etwas eigenwilliger Stil, Hohlwelttheorie). Jetzt wurde also endlich der zweite Teil angekündigt. Warum „endlich“? Weil es unter anderem mit Fördergeldern entwickelt wird und entsprechend ist es schon Ende 2015 bekannt geworden, dass es in Entwicklung ist. Nun aber wie gesagt offiziell und mit echten Infos.

Und was soll ich sagen? Es sieht wieder nach einem schicken Geheimtipp für Adventure-Fans aus. Studio Fizbin setzt eindeutig auf die Stärken des Vorgängers und versucht gar nicht so sehr das Rad neu zu erfinden. Stattdessen geht es zurück nach Asposien und ihr schlüpft erneut in die Rollen von Robert, Laura und der Taube Hack. Ich erwarte viel Witz, viel Charme und vor allem gute Rätselunterhaltung. Unbedingt im Auge behalten würde ich sagen und zwar nicht nur, weil es ein Titel aus deutschen Landen ist!

Der Rest

Und das waren sie auch schon, die großen Neuankündigungen der Messe. Klar, gab es noch das ein oder andere unwichtige Detail – wobei ich die Nosulus Rift (Furz-Emulation für South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe) definitiv für eine amüsante Idee halte. Leider ist sie nur ein Marketing-Gag und wird sicherlich nicht ihren Weg in eine Collector’s Edition oder sowas finden. Aber insgesamt war die Messe dieses Jahr wirklich irgendwie absolut unspektakulär. Vielleicht nächstes Jahr wieder.

Und damit gebe ich ab bis Montag!

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