Sicarius

Zwölf für die Einkaufsliste – 4. Quartal 2016

Der September neigt sich dem Ende zu und wir alle wissen, was das bedeutet: Die Lebkuchen feiern ihr Debüt in den Händlerregalen und die ersten Weihnachtslieder trällern nervig aus den Lautsprechern. Aber das interessiert uns an dieser Stelle (noch?) nicht. Reden wir stattdessen endlich mal wieder über Spiele und zwar über die, die uns so im wie jedes Jahr völlig überfüllten letzten Quartal des Jahres 2016 so erwarten werden. Wie immer führen die meisten Links zu Amazon soweit eine dort erhältliche Retailversion erscheinen wird.

Mafia III (Herstellerbild)

Mafia III (Herstellerbild)

Mafia III (07.10.2016; PC, XONE, PS4, Mac) – Aus meiner Sicht hat die Mafia-Reihe immer noch nicht so wirklich ihre Identität gefunden. Der erste Teil hatte eine tolle Geschichte, die aber durch eine aus meiner Sicht unnötige offene Welt etwas behindert wurde. Der zweite Teil riss mich hingegen überhaupt nicht groß vom Hocker weil mich weder die Geschichte noch die (aus meiner Sicht weiterhin völlig unnötige) offene Welt großartig fesselten. Und Teil 3? Das Setting ist definitiv interessant (New Orleans und damit Voodoo-Kram) und mal was Neues. Doch zumindest die Marketing-Kampagne lässt das Spiel eher wie einen 08/15-Shooter erscheinen und weniger wie einen Titel mit interessanten Charakteren, deren Schicksal mich mitnimmt. Keine Ahnung, ob ich von der Serie einfach grundlegend falsche Erwartungen habe. Aber so richtig freuen tue ich mich auf die Veröffentlichung nicht.

Duke Nukem 3D: 20th Anniversary Edition World Tour (11.10.2016; PC, XONE, PS4) – Ich bin ja bekanntlich einer der wenigen, der tatsächlich etwas Positives zu Duke Nukem Forever zu sagen hatte. Aber bei dem, was Gearbox nun abzieht bin auch ich etwas sauer. „Remastered in True 3D“ für’n Arsch! Was hier verkauft wird, gibt es schon seit Jahren dank Mods – und das sogar für die (zugegeben nicht ganz so guten) Addons. Somit ist das einzige, was die 20 Euro Kaufpreis tatsächlich halbwegs rechtfertigen, die zusätzliche Episode. Neue Levels von den Ur-Gesteinen unter den Level Designern, neue One-Liner und ein neuer Soundtrack vom Originalkomponisten? Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr freue ich mich dann doch irgendwie drauf. *grml* Habt ihr doch wieder gewonnen, Gearbox!

Gears of War 4 (Herstellerbild)

Gears of War 4 (Herstellerbild)

Gears of War 4 (11.10.2016; PC, XONE) – Nach dem Ableger Gears of War: Judgment also nun der…eigentlich nicht wirklich erwartete vierte Teil der Serie? Teil 3 war doch ziemlich final abgeschlossen wie ich finde aber so ist das nun einmal bei erfolgreichen Serien. Fakt ist: Es sieht verdammt gut aus und tatsächlich interessiert mich brennend, wie die Geschichte weitergeht. Ja, ich weiß – Gears of War und Geschichte. Hätte mir das vor zehn Jahren einer gesagt, dann hätte ich ihn ausgelacht. Aber unter der Deckungs-Action steckt zumindest aus meiner Sicht ein schickes Universum voller interessanter Charaktere und ihrer Abenteuer – trotz ihrer unmenschlich großen Muskeln. Ansonsten gibt es aus meiner Sicht zu Teil 4 nicht allzu viel zu sagen. Spielerisch gibt es nur marginale Veränderungen. Stattdessen weiterhin die bekannte und immer noch gut funktionierende Deckung-zu-Deckung-Ballerei.

Battlezone (13.10.2016; PSVR, PC) – Bislang habe ich nur sehr wenige Virtual-Reality-Titel gesehen, die mich tatsächlich so richtig interessiert haben. Keep Talking and Nobody Explodes ist beispielsweise ein extrem erstklassiges (und spaßiges) aber ausschließlich auf den Mehrspielermodus ausgelegtes Konzept. Nun könnte mit dem Remake des absoluten Klassikers und Vektoring-Pioniers aus dem Jahre 1984 tatsächlich auch mal was Tolles für die Einzelspieler (auch Coop) unter uns rausspringen. Schon allein die Optik macht mich als TRON-Fan absolut an und gnadenlose Action als Panzerfahrer klingt nach einer Menge Spaß. Viel Tiefgang erwarte ich zwar nicht (war im Original nicht anders – das kam erst später mit dem Stretegiemix gleichen Namens) aber aus meiner Sicht sollten VR-Fans (auf PC für Oculus) den Titel durchaus im Auge behalten.

Battlefield 1 (Herstellerbild)

Battlefield 1 (Herstellerbild)

Battlefield 1 (21.10.2016; PC, XONE, PS4) – Ich finde es gut, dass EA sich wieder traut mal was Neues zu machen. Zu den Anfangszeiten von Battlefield war das aus meiner Sicht ja gang und gebe (man erinnere sich beispielsweise an Battlefield: Vietnam oder Battlefield 2142) während Call of Duty gefühlt wirklich nur noch immer das Gleiche macht. Der erste Weltkrieg ist als Setting noch absolut unverbraucht und was DICE daraus gemacht hat, funktioniert nicht nur (es ist am Ende des Tages einfach Battlefield) – es macht auch anscheinend wieder viel Laune wenn man sich so die Alpha- und Betas anschaut. Etwas enttäuscht bin ich zwar darüber, dass der Realismus dann doch etwas weit zurückstecken musste und es entsprechend ein eher „alternativer“ Weltkrieg ist. Und der Name ist absolut dämlich! Klar ist aber jetzt schon: Wer von Battlefield immer noch nicht genug hat oder von Teil 3 und 4 nicht so begeistert war, könnte hier seine Liebe wieder entdecken. Vorausgesetzt natürlich, dass die technischen Probleme der beiden Vorgänger endlich Geschichte sind und es von Tag 1 an läuft.

Civilization VI (21.10.2016; PC, Linux, Mac) – Schon wieder ein Civilization? Hatten wir nicht erst…ach, das ist auch schon wieder sechs Jahre her? Wahnsinn. Hätte ich nicht gedacht. Ob der neue Teil etwas taugen wird? Da müsst ihr unseren Rondrer fragen. Ich habe immer noch kein Civilization so wirklich richtig lange gespielt (wenn überhaupt) – Colonization for the Win! – was aber nicht heißt, dass ich kein Interesse daran habe. Ich fühle mich nur immer irgendwie erschlagen. Aber was ich über die Neuerungen von Teil 6 gelesen habe, klingt zumindest teilweise interessant. Beispielsweise die Sache, dass bestimmte Verbesserungen von Städten nun außerhalb besagter Stadt auf angrenzte Hexfelder platziert werden müssen. Das hat etwas von Colonization, was ich wie erwähnt für das beste Globalstrategiespiel aller Zeiten™ halte, wenngleich man dort technisch gesehen nur seine Arbeiter auf die angrenzten Felder positioniert hat.

Titanfall 2 (Herstellerbild)

Titanfall 2 (Herstellerbild)

Titanfall 2 (28.10.2016; PC, XONE, PS4) – Endlich eine Einzelspielerkampagne! Aber viel wichtiger ist eher die Frage, ob Teil 2 mehr Fans finden kann als der Vorgänger. Spielerisch war (und ist) es ein richtig, richtig guter und vor allem innovativer Shooter mit dem ich sehr viel Spaß hatte. Aber auf dem PC waren die Spielerzahlen schon nach einem Monat so massiv im Keller, dass die Warteschlangen für bestimmte Spielmodi unendlich lang wurden. Und nichts tötet den Spielspaß mehr als auf Ladebalken starren zu müssen. Genau deswegen hoffe ich inständig, dass der Einzelspielermodus was taugt und anständig Umfang hat (für einen Shooter). Nur für den Fall, dass den Mehrspielermodus wieder keiner zockt. Einer Neuerung stehe ich allerdings als Veteran durchaus skeptisch gegenüber: Das Parkoursystem wurde verlangsamt, um Neueinsteigern das Leben zu erleichtern. Wenn dadurch die Flüssigkeit nicht leidet, dann ist es okay. Schließlich war gerade das so unglaublich genial. Sollte der Flow aber nun kaputt gehen, dann prophezeie ich Teil 2 keine guten Chancen gegen Battlefiel und Call of Duty.

Dishonored 2: Das Vermächtnis der Maske (11.11.2016; PC, XONE, PS4) – Wer Teil 1 bis heute nicht gespielt hat, der mag entweder das Schleichen-Genre nicht oder hat keine Ahnung von fantastischen Spielen. Was Arkane da abgeliefert hat war ein besseres Thief als die eigentlichen Thief-Spiele und dazu noch in einer Spielwelt angesiedelt, die nur so vor Charakter strotzte (angefangen natürlich beim Grafikstil). Entsprechend begierig bin ich wieder hinab zu tauchen und noch mehr über diese komische Steampunk-ähnliche Welt zu erfahren. Nein, Dishonored: Die Maske des Zorn hat verdammt viel richtig und vor allem verdammt viel Spaß gemacht. Ich hatte es als reinen Schleicher und fast komplett als Pazifist durchgezockt (in einer der ersten Missionen hatte ich wohl was übersehen…). Wenn Teil 2 einfach nur daran anknüpfen kann, dann ist es schon ein Kandidat für das Spiel des Jahres für mich. Da braucht es gar nicht großartig zusätzliche spielerische Neuerungen. Dennoch freue ich mich natürlich darauf endlich auch mal nicht-tödliche Attacken zu haben und vor allem mit Emily statt mit Corvo unterwegs zu sein (ihr dürft zu Beginn des Spiels wählen und habt dann entsprechend andere Fähigkeiten). Wenn es ein Spiel auf dieser Liste gibt, auf das ich tatsächlich sehnsüchtig warte, dann auf Dishonored 2.

WatchDogs 2 (Herstellerbild)

WatchDogs 2 (Herstellerbild)

WatchDogs 2 (15.11.2016; PC, XONE, PS4) – Den Screenshots schenke ich mal so überhaupt keine Glauben. Das hat weniger mit dem Aufschrei bei Teil 1 zu tun (die E3-Demo sah besser aus als das Endergebnis), sondern mehr mit der Tatsache, dass sie einfach unecht (=nachbearbeitet) und massiv gestellt wirken. Unabhängig davon freue ich mich aber auf den Nachfolger. Hatte nicht erwartet, dass es überhaupt einen geben würde nachdem gefühlt das ganze Internet Teil 1 total scheiße und doof fand. Ich hingegen hatte viel Spaß mit dem Titel und seinem Hackergameplay – trotz oder gerade weil es so simplifiziert war. Ich finde auch gut, dass die Entwickler sich für eine neue Stadt und einen neuen Protagonisten entschieden haben (Teil 1 war sehr gut in sich abgeschlossen). Es besteht zwar die Gefahr, dass sie dadurch die Geschichte wiederholen wird aber solange das Gesamtpaket wieder funktioniert und Spaß macht, kann ich darüber hinwegsehen. Vor allem das Versprechen, dass man Teil 2 nur durch Hacken ohne jemals eine Waffe benutzen zu müssen durchspielen kann, finde ich äußerst verlockend. Reinschauen lohnt sich aus meiner Sicht.

Steep (02.12.2016; PC, XONE, PS4) – Irgendwas macht Ubisoft aktuell falsch wie ich finde. Von keinen der Titel, die bei ihnen aktuell in Entwicklung sind (mit Ausnahme von South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe) hört und sieht man viel. Dabei sind doch so einige äußerst interessante Sachen dabei – wie eben auch der Extremsport-Titel Steep, der sich anders als SSX nicht nur auf Snowboarding festlegt, sondern auch noch so Sachen wie Ski (sic!) fahren oder Wingsuit fliegen bietet. Das restliche Konzept ist allerdings relativ gleich: ausschließlich auf Mehrspieler ausgelegt im Sinne einer offenen Welt mit Kursen auf denen sich die Spieler treffen (buchstäblich – ihr könnt andere umrennen) und die verschneiten Gipfel ins Tal fahren. Ich bin als absoluter SSX-Fanatiker sehr gespannt darauf, ob der Titel auch qualitativ was zu bieten hat und nicht nur in die Geschichtsbücher eingehen wird, weil während der Dreharbeiten für einen Werbespot eine berühmte Extremsportlerin ums Leben kam.

Dead Rising 4 (Herstellerbild)

Dead Rising 4 (Herstellerbild)

Dead Rising 4 (06.12.2016; PC, XONE) – Oh was haben die “Fans“ wieder jammert. Schon mit Teil 3 waren sie überhaupt nicht zufrieden. „Viel zu einfach! Viel zu großzügig (auf den Timer im Hintergrund bezogen)! Alles scheiße!“ und jetzt mit Teil 4 kehrt zwar der Protagonist von Teil 1 zurück aber er läutet keine alten Zeit, sondern zerstört die Grundfeste der Serie (laut den Fans) komplett. Ich hingegen fand Teil 3 den bislang besten Teil. Die Entscheidung im vierten Teil endlich komplett auf die Zeitbegrenzung in der Kampagne zu verzichten ist entsprechend für mich mindestens genauso genial wie damals die Idee in BioShock 2 endlich Plasmide und Waffen gleichzeitig benutzen zu dürfen. Im Gegenzug gibt es angeblich nun doppelt so viele Zombies und mindestens zehn Mal so viele Varianten sie zu töten. Ja, die USK wird erneut nicht begeistert sein würde ich sagen. Aber hey: Wer auf Zombiegemetzel in einer offenen Welt (mit ein paar Ladezonen) steht, der machte mit Dead Rising noch nie was falsch. Daran wird der grafisch wieder sehr gut aussehende neue Ableger auch nichts ändern. Also zugreifen!

The Last Guardian (07.12.2016; PS4) – Das Spiel macht das, was Peter Molyneux schon mit Fable 2 erreichen wollte: Euch eine emotionale Bindung zu einem Tier (hier ein Greifen) aufbauen lassen. Wird garantiert wie schon Ico und Shadow of the Colossus ein eher ungewöhnliches und nicht für jeden zugängliches Spielerlebnis. Aber wenn ich jemandem zutraue, dass er es wirklich schafft den Spieler zum Weinen zu bringen (ihr könnt darauf wetten, dass dem Greifen irgendwas Tragisches im Spielverlauf zustoßen wird), dann Fumito Ueda. Interessant wird noch zu sehen sein, wie gut die Interaktion von Spieler (der kleine Junge) und Greifen wirklich funktionieren wird. Yorda war in Ico doch sehr oft einfach nur eine dumme Nuss. Andererseits hat sich in Sachen KI ja in 15 Jahren durchaus etwas weiterentwickelt. Also vielleicht bleibt es uns erspart, dass der dumme Vogel an irgendwelchen Vorsprüngen hängen bleibt oder lieber an einem Haufen schnüffelt statt der Spur aus Futter zu folgen. Ja, ihr müsst den Vogel erziehen und Vertrauen zu ihm aufbauen. Wie gesagt: Ueda macht das, was Molyneux wollte und die Chancen stehen gut, dass er es auch wirklich schafft.

 

Und wenn ich mich nicht verzählt habe, dann sind das nun genau zwölf Titel. Somit verlangt die Tradition nur noch von mir euch zu verraten welche von ihnen ich mir zum Releasetag holen werde. Leider ist die Antwort mittlerweile immer gleich: Keinen einzigen so sehr es auch schmerzt. Die Gründe sind bekannt (Zeit, Geld, etc.). Aber wie schaut es bei euch aus? Irgendwas in den nächsten drei Monaten dabei, das euch zum Geldbeutel greifen lässt?

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Ein Kommentar

Schön, mal wieder was zu Spielen hier zu lesen :wink:

Das Zeitproblem habe ich allerdings auch. Daher werde ich auch keines der Spiele am Erscheinungstag kaufen.

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