Auch wenn Sailor Moon weiterhin fleißig über den Fernseher turnt (nähern uns dem Ende von Staffel 3): Was Handfestes für echte Männer (und Frauen) muss man ab und zu schon dazwischen einschieben, um nicht endgültig nur noch von sprechenden Katzen, liebestollen Mädchen und unfähigen dunklen Kriegern zu träumen. Obwohl sich durchaus die Frage stellt, ob die nachfolgenden beiden Filme tatsächlich eine so viel bessere Alternative waren…

Birdman (Cover)

Birdman (Cover)

Birdman oder (die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) (2014, Komödie, DV) – Der Film, der anno 2014/2015 mit einer Vielzahl von Auszeichnungen (unter anderem den Oscar für den besten Film) und Lobeshymnen bedacht wurde. In technischer Hinsicht ist der Film auch definitiv richtig cool durch die Illusion eines einzigen, durchgehenden Takes (die Schnitte wurden digital entfernt). Das verstärkt die Hektik der Geschichte und erzeugt gleichzeitig auch einen gesunden Flow, der die wenigen Locations (90% des Films findet in einem Theater statt) gekonnt miteinander verbindet. Inhaltlich muss ich hingegen sagen, fand ich die Geschichte des gefallen Schauspielers Riggan Thomson (Michael Keaton) eher fragwürdig als unterhaltsam oder gar interessant.

Ich denke am besten eignet sich The Wrestler – Ruhm, Liebe, Schmerz als Vergleich, denn beide Filme setzen auf einen Hauptdarsteller (in dem Fall Mickey Rourke) dessen Leben sich im Drehbuch sehr deutlich wiederspiegelt und die dadurch eine Art Befreiung erlebten (sowohl Rourke als auch Keaton sind wieder gefragtere Schauspieler). Keaton war Batman (1989 und 1992), erlangte viel Ruhm durch ihn, konnte aber danach erst einmal nicht so wirklich wieder aus seinem Schatten herausspringen – genauso wie der Charakter im Film, der eindeutig einen Knall hat (sieht und hört Birdman und glaubt Telekinese zu können) und gleichzeitig seine ganze Energie und Hoffnung in ein Theaterstück auf dem Broadway setzt. Sein Gegenspieler ist Mike Shiner (Edward Norton in einer sehr guten Performance), ein erfolgreicher Broadway-Schauspieler, der in seinem Stück in einer Nebenrolle einspringen muss und Riggan mit seiner Art zur Weißglut treibt.

Birdman (Fox-Promobild)

Birdman (Fox-Promobild)

Aber während mich The Wrestler wirklich mit Randy Robinson mitfühlen ließ und der Cliffhanger mir tief ins Herz stach, hinterlässt Birdman nur ein fades Gefühl im Mund. Das hat mehrere Gründe: Riggan ist für mich keine sympathische Person, die übernatürlichen Einlagen fand ich völlig deplatziert und komisch und der Film gibt mir irgendwie auch nicht wirklich die Gelegenheit großartig mit ihm mit zu fühlen. Während Randy versucht mit seinem Leben ins Reine zu kommen, interessiert Riggan die ganze Zeit nur sein doofes Stück in der Hoffnung, dass er wieder Relevanz erlangt. Wo da die wunderbare Persiflage auf Schauspieler und Filmbranche sein soll, von der die Kritiker so schwärmen, kann ich als Laie nur erahnen. Für mich ist es eher eine Aneinanderreihung von Eskalationen mit wenig Witz. Unter einer schwarzen Komödie verstehe ich durchaus etwas Anderes zum Beispiel Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben.

Beim Christoph meint: Von mir erhält Birdman gerade so 2 von 5 Sics weil mir die Kinematographie sehr gut gefallen hat (Stichwort One-Take aber auch der Rest). Ansonsten blieben Lysanda und ich mehr mit einem großen Fragezeichen in Form von „Was für einen komischen Kram haben wir da grad geschaut“ zurück. Das muss natürlich nichts Schlechtes sein, siehe beispielsweise Terry Gilliams Brazil. Aber in diesem Fall war es definitiv mehr ein unbefriedigendes Gefühl als ein „Wow war das Strange“-Flash. Interessant? Ja. Gut und empfehlenswert? Aus meiner Sicht nicht. Dann doch lieber The Wrestler.

Beowulf (Cover)

Beowulf (Cover)

Die Legende von Beowulf (Beowulf, 2007, CGI-Fantasyfilm, Director’s Cut, DV) – Ja, dieses Werk hatte ich tatsächlich bis heute nicht gesehen obwohl ich mich durchaus daran erinnern kann, dass es viele Diskussionen um eine nackte Angelina Jolie gab (ist natürlich nicht wirklich ihr Körper – und viel zu sehen gibt es sowieso nicht). Dass sie, um die Dame unterzubringen, die Legende etwas verbiegen – damit kann ich durchaus leben. Die „Sünden der Väter“ sind durchaus ein interessanter (wenn auch kein neuer) Ansatz, um die Geschichte zu erweitern/verändern. Zumal dadurch der zweite Teil des Gedichts einen besseren Zusammenhang zur ersten Hälfte bekommt. Im Original werden Grendel und Grendels Mutter einfach von Beowulf ermordet und es geht ein paar Jahre mit einem Drachen weiter. Und auch an das CGI habe ich mich relativ schnell gewöhnt, obwohl es hier und da definitiv sehr steif wirkt (Der Polarexpress mit Tom Hanks kenne ich nicht – dort soll es im Vergleich aber besser sein).

Beowulf (Paramount-Promobild)

Beowulf (Paramount-Promobild)

Und sehr viel mehr gibt es zu diesem Werk tatsächlich nicht zu sagen. Es ist relativ kurzweilig, die Action ist etwas auf der Slapstick-Seite (Stichwort nackter Beowulf) aber ganz gut gemacht und er hat ein angenehm zügiges Tempo. Gleichzeitig gibt es keine herausragenden schauspielerischen Leistungen, die Geschichte ist genauer betrachtet äußert simpel und der gesamte Film dadurch ziemlich durchschnittlich und eher auf der vergesslichen Seite.

Beim Christoph meint: Hier vergebe ich 3 von 5 Sics, die ohne Wenn und Aber zustande kommen. Es ist ein Film, der mich zwei Stunden solide unterhalten hat und es gleichzeitig schaffte, dass zumindest ich mich etwas genauer über das Original informiert habe (gelesen noch nicht). Für einen netten Popcorn-Filmabend gibt es eindeutig schlechteres (siehe oben) aber natürlich auch besseres.

Und damit gebe ich ab bis Montag!

Mehr Pillen als im Altersheim

Mehr Pillen als im Altersheim

Letzte Woche hatten wir kurz über die wichtige Rolle des Vitamin K2 im Zusammenspiel mit dem Vitamin D3 berichtet. Der perfekte Zeitpunkt also uns dem nach Vitamin C wohl bekanntesten Vitamin zu widmen. Jedes Kind weiß schließlich, dass es viel Sonne tanken sollte. Und das zu recht: Vitamin D spielt in unserem Körper eine immens wichtige Rolle und das nicht nur auf physischer, sondern auch auf psychologischer Ebene (Stichwort Winterdepression). Allein mit der Liste an Wehwehchen, die durch einen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel (es muss noch nicht einmal offiziell als Mangel eingestuft worden sein!), würde mehrere Seiten füllen. Und doch wissen erschreckend wenige tatsächlich über dieses Vitamin Bescheid. Darunter nicht nur der Otto-Normalbürger, sondern leider auch viel zu viele Ärzte, die sich stattdessen auf den Normwerten des Labors ausruhen.

Wenn jemand von Vitamin D spricht, dann meint er damit übrigens immer Vitamin D3. Das ist das einzig natürliche der D-Vitamine und die Variante, die unser Körper selbst produzieren kann. D1, D2, D4 und D5 werden rein künstlich hergestellt und sind weniger effektiv als ihr Bruder. Sie dienen hauptsächlich der Pharmaindustrie um Geld zu scheffeln, da etwas Natürliches nicht patentiert werden kann. Also nicht davon täuschen lassen, wenn euch jemand Vitamin D2 als „veganes Vitamin D“ verkaufen will: Es taugt im Vergleich zu D3 viel zu wenig.

Woher kommt es?

Vitamin D3 ist für uns Menschen (und alle Tiere) extrem wichtig, deshalb kann es unser Körper wie erwähnt selbst produzieren – und das theoretisch in ausreichender Menge. Diese Produktion funktioniert aber leider nicht einfach so, denn unsere Haut braucht dazu etwas Motivation in Form von einer (ganz) großen Portion Sonne bzw. genauer UVB-Strahlen. Das ist auch die nachhaltigere Variante der Vitamin-D3-Produktion. Was ist also der übliche Rat? Einfach jeden Tag für eine Viertelstunde in die Sonne gehen und schwupps es ist genug Vitamin D3 vorhanden. Klingt einfach, oder?

Nun, wenn es tatsächlich so wäre, würde ich nicht hier sitzen und diesen Eintrag schreiben. Tatsächlich gibt es so einige zusätzliche Faktoren zu beachten:

Immer nur am Strand liegen?

Nur am Strand liegen ist auch nicht so gut.

  • Sonnenstand – Im Oktober bis März ist der Winkel hier in Deutschland zu flach, entsprechend kommen nur sehr wenig UVB-Strahlen an. Deshalb werdet ihr in diesen Monaten auch nur sehr schwer braun :smile: .
  • Warnungen vor Krebsrisiko – Zuviel in der Sonne baden soll das Krebsrisiko erhöhen.
  • Sonnencreme – Sonnenbrand ist doof aber wer sich einschmiert, blockt auch die UVB-Strahlen ab. Das ist besonders ungünstig, da ein hoher Vitamin-D3-Spiegel das Sonnenbrandrisiko senkt und zusätzlich gegen Sonnenallergie hilft.
  • Der Alltag – Wir halten uns die meiste Zeit in Räumen auf und die UVB-Strahlen werden durch eine tolle Erfindung der Neuzeit neutralisiert: Das Glasfenster.
  • Kleidung – Wir laufen nicht den ganzen Tag im Bikini herum. Selbst wenn wir mal in der Sonne sind, ist nicht genug Hautfläche für die Massenproduktion verfügbar.

Natürlich nehmen wir Vitamin D3 genauso durch die Nahrung auf aber zum einen ist es tierischen Produkten enthalten (weil die es genauso selbst produzieren). Zum anderen ist die enthaltene Menge im Vergleich zum Bedarf sehr gering. Nur Lebertran kann da wirklich mithalten aber wer will davon schon 300ml trinken, um seine Mindestdosis zu bekommen? Vom Auffüllen des Vitamin-D3-Spiegels ganz zu schweigen.

Wofür das Ganze?

Bevor wir jedoch darauf eingehen, wie ihr euren Vitamin-D3-Spiegel auf ein vernünftiges Level bringt, stellt sich freilich die Frage, was dieses Vitamin uns genau bringt. Ein paar Punkte hatte ich ja bereits angerissen aber gehen wir doch mal genauer darauf ein. Vorab sollte man allerdings wissen, dass es sich bei diesem Vitamin um ein sogenanntes Prohormon handelt. Es bildet also eine Vorstufe zu einem Hormon (Calcitriol), dass unser Körper an so gut wie allen Stellen braucht. Zum Beispiel führt ein chronischer Vitamin-D3-Mangel bewiesenermaßen zu Rachitis (Störung des Knochenstoffwechsels), Multiple Sklerose, Hypertonie (Bluthochdruck) und Osteoporose (Knochenschwund) sowie zu einem erhöhten Krebsrisiko. Darüber hinaus gibt es viele weitere Symptome, die auf einen Mangel hinweisen können:

Müde und Antriebslos (Symbolbild)

Müde und Antriebslos (Symbolbild)

  • (Winter-)Depressionen
  • Erschöpfung
  • Antriebslosigkeit
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Sonnenallergie
  • Muskelschwäche
  • Herzkreislaufstörung
  • Störungen des Immunsystems (Allergien)
  • Prämenstruelles Syndrom

Wie Anfangs erwähnt, würde eine komplette Liste den Rahmen sprengen. Aber die Auflistung zeigt sicherlich schon, wie weitreichend die Wirkung von Vitamin D3 ist und doch entsteht es nur im Sommer. Warum? Weil unsere steinzeitlichen Vorfahren – so wird zumindest vermutet – im Winter nicht genug Nährstoffe zur Verfügung hatten und entsprechend unser Körper nur auf Sparflamme laufen konnte. Im Sommer war dies ganz anders: Es war warm und es gab genug zu essen. Diesen Unterschied macht unser Körper am unterschiedlichen Vitamin-D3-Spiegel fest. Es konnte schließlich auch im Winter mal in der Höhle warm oder die Jäger erfolgreich sein. Heutzutage benötigen wir diese Unterscheidung natürlich nicht mehr, denn wir haben normalerweise das ganze Jahr genug zu essen und eine Heizung. Wir können also das ganze Jahr über Vitamin D3 gebrauchen.

Aufputschmaßnahmen

Halten wir noch einmal fest: Wir kriegen auf der einen Seite nicht genug Vitamin D3 durch die Sonne (Schätzungen sprechen von 90% der Bevölkerung) und zum anderen führt selbst ein leichter Mangel schon zu allerlei nicht ganz so lustigen Problemen. Was macht man also dagegen? Vermutlich erst einmal zum Arzt gehen. Doch wie ich oben schon erwähnt hatte, sind die meisten nicht besonders firm was Vitamin D3 angehet. Das führt dazu, dass erst einmal nur abgetan wird („Winterdepression – ist normal und hat jeder“), nur die Symptome behandelt werden („Eine Packung Kopfschmerztabletten gefällig?“) oder – wenn endlich mal ein Bluttest gemacht wird -, aufgrund der niedrigen Labornormwerte kein Mangel festgestellt wird. Was nicht heißt, dass es bei einem festgestellten Mangel so viel besser wird. Ärzte haben so viel Angst vor Vitamin D3, dass ihr maximal eine Dosis von 20.000 IE/IU (internationale Einheiten/international units) oder 500 µg pro Woche verschrieben bekommt (kleinere Dosen gibt es ohne Rezept) und zwar pauschal egal wie alt, groß, dick oder was auch immer ihr seid. Zum Vergleich: Wir nehmen 10.000 IE täglich ein, um unseren Level zu halten. In der Auffüllphase war ich sogar zehn Tage lang bei 90.000 IE pro Tag! Wenn ich das einem Arzt erzähle würde er vor Schreck tot umfallen.

Der Vitamin-D3-Rechner

Der Vitamin-D3-Rechner

Und damit sind wir schon beim Stichwort: Wie kommt ihr auf einen guten Wert? Nun, zu aller erst gibt es die Auffüllphase. Die fängt damit an, dass ihr zwei Wochen vor der ersten Einnahme von Vitamin D3 euren Magnesiumhaushalt auf Vordermann bringt, denn das Vitamin D3 will das Magnesium bevorzugt in die Knochen bringen und erzeugt dadurch einen Mangel an anderen Stellen, wenn nicht genügend Magnesium im Körper ist. Wie das mit dem Magnesium funktioniert, habe ich euch schon erzählt. Damit hört ihr auch nicht mehr auf, könnt es aber durchaus mit der Zeit etwas reduzieren (nur noch alle zwei Tage ein Fußbad zum Beispiel – einfach auf euren Körper hören). Nach den zwei Wochen nehmt ihr dann für ein paar Tage eine sehr hohe Dosis Vitamin D3. Damit füllt ihr quasi euren Speicher auf. Wie hoch diese Dosis genau ist, wie lange ihr sie nehmen müsst und wie viel ihr danach jeden Tag braucht, dafür gibt es beispielsweise hier einen praktischen Rechner. Der funktioniert so:

  • Euer aktuelles Gewicht eintragen
  • Euren jetzigen Vitamin-D3-Wert eintragen (wenn ihr ihn nicht wisst einfach 10ng/ml nehmen)
  • Euren Ziel-Wert für Vitamin-D3 eingeben (70-100ng/ml ist ein guter Wert – also am besten 80 für die Berechnung nehmen)
  • Blutspiegelerhöhung auf 140 stehen lassen
  • Verlustrate pro Tag (wie viel Vitamin D3 verbraucht ihr pro Tag – chronisch kranke oder Raucher sollten hier auf 1,5 setzen, alle anderen können ihn auf 0,83 lassen)
  • Auffülldauer (wie lange wollt ihr euch zum Auffüllen Zeit lassen – Standard sind 10 Tage)

Der Rechner spukt euch außerdem nach einem Klick auf „Vitamin K“ aus, wie viel Vitamin K2 für euch gut ist. Und keine falsche Angst: Eine Überdosierung von Vitamin D3 und K2 ist nur schwer beziehungsweise streitet man sich sogar darüber, ob es überhaupt möglich sei.

Der Bluttest

Habt ihr fleißig aufgefüllt und nehmt nun täglich eure Dosis Vitamin D3, K2 und Magnesium, könnt ihr nach vier Monaten mal zum Arzt gehen und einen Bluttest machen lassen. Erst dann hat sich der sogenannte Fließwert eingestellt, d.h. euer Speicher bleibt nun konstant auf diesem Wert. Euer Hausarzt macht diesen Test leider nur sehr ungern und lässt ihn euch auch noch gerne selbst bezahlen. Im Notfall, wenn der Arzt gar nicht will, gibt es Testsets für zu Hause zu kaufen oder ihr geht direkt zu einem freien Labor. Wichtig: Vor der Blutabnahme KEINE Nahrungsergänzungsmittel nehmen, erst danach. Ansonsten wird der Wert extrem hoch und damit nichtssagend sein.

Vitamin D3 10.000 IU

Vitamin D3 10.000 IU

Um besser zu verstehen, was die Blutwerte bedeuten, eignen sich die folgenden Richtwerte. Sie wurden auf dem Internationalen Vitamin D Kongress in Berlin definiert:

  • 30-50ng/ml (=75-125nmol/l) sind ausreichend
  • 50-70ng/ml (=125-175nmol/l) ist eine befriedigende Menge
  • 70-100ng/ml (=175-250nmol/l) solltet ihr haben
  • >200ng/ml (=500nmol/l) gilt als toxisch (es gibt aber auch Menschen, die diesen Wert erreicht haben und keine Probleme haben)

Zum Vergleich: Der normale Hausarzt sieht meistens einen Wert von 30ng/ml bereits als gut an, da er in der Norm liegt.

Weiterführende Informationen

Um am Ende mal eine persönliche Note reinzubringen: Ich nehme jetzt seit April fleißig meine Pillchen und kann definitiv so einige Verbesserungen feststellen. Ich werde schneller braun, kriege nur nach langer Zeit in der Sonne einen Sonnenbrand (und dann nur einen leichten), meine Depressionen sind besser geworden und auch grundsätzlich fühle ich mich in meiner Haut irgendwie wohler. Aber ihr müsst mir ja nichts glauben, deshalb hier noch ein paar weiterführende Links zum Thema:

Gesund in sieben Tagen von Dr. Raimund von Helden (Ratgeber eines Arztes, der viele Erfolge mit Vitamin-D3-Therapien hat)
Vitamin D – die alternative Gruppe (Facebook-Gruppe mit vielen Erfahrungsberichten sowie tiefergehenden Informationen)
Hochdosiert von Jeff T. Bowles (Selbstexperiment mit einer extrem hohen Dosis Vitamin D3)

Mehr Pillen als im Altersheim

Mehr Pillen als im Altersheim

In der letzten Folge hatten wir mit dem Magnesium ein Mineral behandelt, das wohl zu den bekanntesten Nahrungsergänzungsmitteln gehört, die man so kennt und das häufig genommen wird. Heute widmen wir uns – quasi als Kontrastprogramm – einer weniger bekannten aber nicht weniger wichtigen Gruppe von Vitaminen, den K-Vitaminen. Davon gibt es drei Stück:

Vitamine K1 & K3

Das unbekannteste K-Vitamin ist das K3, Menadion genannt. Warum es so unbekannt ist bzw. selten erwähnt wird ist ganz einfach: Es ist je nach Dosierung giftig für Menschen. Entsprechend wird der Einsatz dieses synthetisch hergestellten Vitamins – es ist also auch noch unnatürlich – bei Menschen komplett vermieden. Zumal es auf deren Blutgerinnungsfähigkeit laut diverser Studien keinerlei Einfluss hat. Nur im Haustierfutter ist es offiziell erlaubt, da hier wohl der gewünschte, positive Effekt auf die Blutgerinnung gegeben ist.

Für uns Menschen gibt es in der Hinsicht hingegen das Vitamin K1 (Phyllochinon). Haben wir davon zu wenig, gibt es Blutgerinnungsstörungen. Auch bei der Synthese diverser anderer Proteine zum Beispiel in der Niere oder Bindegewebe ist es wichtig. Unser Körper kann es nicht selbst herstellen aber ein Mangel kommt trotzdem nur relativ selten vor. Ausschließlich bei Neugeborenen (in der Muttermilch ist keines drin) ist es ein häufigeres Thema. Alle anderen erhalten mehr als genug K1 durch normales Essen. So reichen schon 25g Rosenkohl oder 3 Eier aus, um den täglichen Bedarf zu decken. Nahrungsergänzungsmittel sind hier also nicht notwendig.

Vitamin K2 – Der Weckdienst

Das Wichtigste der drei K-Vitamine ist das K2. Das produziert der Körper in der Darmflora zwar selbst, deckt damit aber nur circa die Hälfte des tatsächlichen Bedarfs obwohl vor allem die Knochen (und damit auch das Blut) extrem darauf angewiesen sind. K2 sorgt nämlich dafür, dass das Calcium aus unserem Blut in die Knochen gelangt indem es die entsprechenden Proteine aktiviert. Haben wir zu wenig K2, haben die Transportunternehmen zu wenig Mitarbeiter im Dienst und es kann nicht das komplette Calcium verschoben werden. Das ist dann so gelangweilt, dass es sich als Ablagerungen in den Adern bequem macht.

Eine Dose K2

Eine Dose K2

Wohin das führt, dürfte klar sein: Die Adern verstopfen (Arteriosklerose) und Schlimmstenfalls erleidet ihr einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Außerdem, was vor allem die Älteren unter uns kennen, kann Osteoporose entstehen – der Knochenschwund. Letzteres ist durchaus logisch, wenn man bedenkt, dass sich unser Skelette ungefähr alle sieben Jahre komplett erneuert und dazu viel Calcium benötigt. Ich kann schließlich kein stabiles Haus bauen, wenn mir die Hälfte aller Steine fehlt. Eine tiefergehende Erklärung für dieses ganze Zusammenwirken gibt es übrigens bei ZeitenSchrift.

Vitamin K2 – Der Wunderwirker

Leider lässt sich ein K2-Mangel nur sehr spät feststellen, da es wie erwähnt nur für den Knochenaufbau wichtig ist und der Körper gerade noch so viel produziert, dass er lebensfähig ist. Das heißt, ihr merkt es mitunter erst nach besagten sieben Jahren am Knochenschwund. Das Tolle an K2 ist allerdings: Dadurch, dass sich das Skelett regelmäßig regeneriert, könnt ihr nach Feststellung des Mangels euren K2-Vorrat aufstocken. Dadurch können die bis dahin angefallenen Ablagerungen teilweise reduziert werden, das Calcium kommt wieder besser in die Knochen und diese werden bis zu einem gewissen Grad wiederaufgebaut. Aber soweit sollte man es besser gar nicht kommen lassen. Was also tun?

Nun, abseits der vom Körper produzierten Menge, erhalten wir unser K2 vor allem durch tierische Produkte wie Fleisch und Käse. Somit haben vor allem Vegetarier und Veganer eher mit einem Mangel zu kämpfen als durchschnittliche Fleischesser. Es empfiehlt sich aber dennoch die Aufnahme von K2 durch Nahrungsergänzungsmittel zu erhöhen (wir nehmen täglich eine 1 Pille Goldman Vitamin K2 200µg), da die Fallzahlen zeigen, dass immer mehr Menschen vor allem unter starkem Knochenschwund leiden – Frauen mehr als Männer durch das Fehlen von Östrogen nach den Wechseljahren. Entsprechend wird durch eine normale Ernährung der tägliche Bedarf eben nicht gedeckt. Das gilt sowohl für die sehr niedrige Empfehlung von läppischen 60-70µg der DGE als auch die tatsächlich notwendigen 200-500µg. Erleichternd kommt hier dazu, dass unser Körper mit einer höheren Menge von K2 gut umgehen kann. Sprich was zu viel ist, wird einfach ausgeschieden. Es entstehen somit durch die Aufnahme von K2 keine Nachteile.

Und wenn ihr parallel noch hochdosiert Vitamin D3 zu euch nehmt, dann kommt ihr um K2 quasi endgültig nicht mehr vorbei. Da ist eine ausreichende Dosis K2 immens wichtig, denn durch Vitamin D3 wird das Protein Osteocalcin (transportiert das Calcium in die Knochen) produziert. Ist nicht genug K2 vorhanden, ist von diesem Protein zwar viel im Körper vorhanden, er kann es aber nicht aufwecken und zur Arbeit schicken. Sprich für den gesamten Kreislauf der Knochenregeneration muss vor allem genug D3, K2 und Calcium vorhanden sein. Zu Vitamin D3 und Calcium erzähle ich euch aber ein anderes Mal mehr.

Lyssi

Die Neue im Bunde

Ich auf der Couch

Ich auf der Couch

*guggt schüchtern hinter der Webseite hervor*
*sieht die ganzen Besucher und zieht den Kopf wieder ein*
*schaut noch einmal vorsichtig raus*

Ha…hallo?! Freund oder Feind? Habt ihr Leckerli? Ja? Das ist schön aber auch wenn ihr freundlich und nett ausseht: Ich glaube, ihr solltet aktuell noch ein wenig Abstand von mir halten, sonst verschwinde ich lieber wieder unter die Eckbank. Da fühle ich mich wesentlich sicherer. Bitte? Ob ich das von Balu und Nica gelernt habe? Nein, die beiden mögen mich aktuell noch nicht so wirklich. Vor allem Balu knurrt mich noch sehr viel an. Tut mir zwar nichts, der große Kerl. Ganz nah an ihn ran traue ich mich aber noch nicht. Nica schaut mich zwar ganz genau an, kommt aber genauso wenig zu mir. Und wenn es um Leckerli geht, dann knurrt sie mich genauso wie Balu an.

Dabei bin ich doch so eine süße, liebe, verspielte und total nette Katze. Ich vermute aber mal, dass das mit uns dreien schon noch was wird. Bin ja erst seit Freitagmittag im Hause. Da hat mich der nette Herr vom Verein flying cats im Hause Sicarius aus dem Tragekorb gelassen – nach vier Stunden Autofahrt von meiner Pflegefamilie im Altmühltal (Bayern). Das war die Hölle! Also nicht die Ankunft, sondern die Fahrt.

Wer redet da?

Ja, ihr habt es schon erraten: Wie schon Nica bin ich ebenso nicht deutscher Abstammung. Aber im Vergleich zu meiner Heimat, ist Rumänien nur ein Katzensprung (um die 1.600km Luftlinie) von Deutschland entfernt. Ich komme nämlich von der Insel Fuerteventura, die zwar zu Spanien gehört aber neben dem afrikanischen Kontinent liegt. Das sind fast 3.900km Luftlinie! Ich habe also definitiv schon einige Zwischenstationen hinter mir und ich hoffe inständig, dass ich hier endlich für immer bleiben kann.

Bitte? Wer ich überhaupt bin? Ich weiß nicht, ob ich euch das schon verraten sollte. Wisst ihr, ich bin noch etwas schüchtern und brauche etwas Zeit in meiner neuen Umgebung, bevor ich mich überhaupt auf Entdeckungstour wage. Und diese Webseite hier ist schon ganz schön einschüchternd groß. Aber ihr hattet ja gesagt, dass ihr Leckerli für mich habt. Dann ich will ich mal nicht so sein: Mein Name ist Lyssi (auf der Insel hieß ich noch Lyniss). Ich bin ein halbes Jahr alt (02.04.2016) und eine bunt getigerte europäische Kurzhaarkatze. Ja, Balu ist jetzt in der Unterzahl. Gut, soweit ich gehört habe, hatte Nica sowieso schon die Hosen an. Aber jetzt kann Balu gar nichts mehr gegen die Frauenpower im Hause tun!

Warum eine Dritte?

Balu will nur spielen (oder essen)

Balu will nur spielen (oder Futter)

Balu ist wohl auch der Grund, warum ich überhaupt hier gelandet bin. Ich soll ihm wohl etwas Gesellschaft leisten und ihn auf Trapp bringen. Unser sanfter Riese langweilt sich nämlich und frisst sich aus Frust einen fetten Bauch an. Zwar haben mein Frauchen und Herrchen ja genau deshalb gleich zwei Katzen ins Haus geholt gehabt aber Nica…nun, sie ist mehr eine Halbtagskatze (ist die meiste Zeit draußen unterwegs) und mit Balu spielen mag sie so überhaupt nicht. Knuddeln und Putzen? Das geht aber raufen will sie mit ihm nicht. Und mit den Menschen spielen findet Balu genauso wenig toll. Hat da wohl schlechte Erfahrungen gemacht oder so. Scheint auf jeden Fall immer Angst zu haben, dass er mit dem Spielzeug gehauen wird und geht vorsichtshalber in Deckung.

Entsprechend fasste die Chefin ziemlich schnell den Entschluss eine dritte Katze ins Haus zu holen (angehende Cat Lady?). Und unser Webmaster, der hat natürlich wie immer nicht „Nein“ sagen können. Die (Online-)Suche begann im Prinzip sofort nach dieser Entscheidung (vor den Flitterwochen). Offline ging es nach dem Urlaub erst los. Da jedoch bei den lokalen Katzenhilfen und Tierheimen aktuell nichts „Geeignetes“ verfügbar war (außer fauchende Katzenschlangen und hoch hinauskletternde Katzenaffen), wurde man bei eBay Kleinanzeigen fündig wo der oben erwähnte Verein flying cats seine Tiere inseriert. Montagnachmittag dann der erste Anruf und seit Freitag bin ich nun wie gesagt in m einem neuen Heim angekommen. Ging mal wieder sehr fix.

Jung und ungestüm

Auch kleine Katzen sind mal müde

Auch kleine Katzen sind mal müde

Als junge und noch nicht kastrierte Katzendame bin ich ein sehr neugieriges Energiebündel. Ja, Neugierde und Schüchternheit schließen sich nicht aus. Am Freitag lag ich schon wenige Stunden nach meiner Ankunft neben dem Chef und abends sogar auf dem Schoss der Chefin. Aber nur, weil ich es wollte. Anfassen ohne meine Genehmigung ist definitiv noch nicht drin. Da renne ich lieber weg. Auch Leckerli aus der Hand nehme ich nur sehr skeptisch und nach genauer Beobachtung an. Könnte ja sein, dass mich doch wieder einer nimmt und zurück auf die Insel schickt. Und DA will ich definitiv nicht noch einmal hin. Deswegen: Erst einmal ganz genau die Lage beobachten und Notfalls ganz fix zurück unter die Eckbank.

Gut, eine Ausnahme gibt es: Spielen mit der Katzenangel. Das könnte ich stundenlang machen. Wenn ich sie nur Rascheln höre, bin ich schon sofort zur Stelle und schmeiße mich auf sie. Da kann ich auch Springen wie ein Flummi, das müsstet ihr mal sehen! Ist zwar ganz schön anstrengend für so eine zierlich kleine Katze wie mich. Aber aufhören? Niemals! Da falle ich vorher tot um (oder sie packen das Spielzeug weg)! Und klettern geht ebenfalls schon ganz gut. Okay, nicht ganz so gut wie bei Nica, die sich mittlerweile oben auf den Regalen pudelwohl zu fühlen scheint (ob das mit mir zu tun hat?). Ich bin dennoch zuversichtlich, dass ich das genauso hinkriege irgendwann. Bin ja noch jung. Wartet erst einmal bis ich voll ausgewachsen bin. Dann knurre ICH den Balu an und nicht umgekehrt!

Jetzt muss ich allerdings erst einmal eine Runde schlafen. So einen Eintrag zu schreiben ist ganz schön anstrengend! Gute Nacht!

Sicarius

Reisebericht: Italien

Wie schnell das doch immer geht. Also nicht das mit dem Heiraten. Darüber hatte ich mich ja schon ausführlich ausgelassen. Ich meine die Sache mit dem Urlaub. Ja, unsere Flitterwochen (zwei an der Zahl) sind vorbei und morgen geht es wieder zurück in den Arbeitsalltag. Bleibt also nur noch eine Sache zu tun: Euch mit einem Reisebericht zu beglücken! Aber keine Angst: Er ist dieses Mal übersichtlicher. Wir haben zwar nicht die ganze Zeit im Bett gelegen und total unanständige Sachen wie Lesen gemacht (dürfen wir ja nun offiziell!) aber mit Sightseeing haben wir uns auch nicht lange aufgehalten. Doch fangen wir ganz von vorne an:

Zwischenziel: Mondsee (Österreich)

Besagter Brunnen in Mondsee

Brunnen in Mondsee

Unsere Hochzeitsfeier haben wir samstags schon ab 18 Uhr ausklingen lassen. Zum einen, weil Lysanda und ich sowieso nicht so die Partyhuren sind. Zum anderen, weil es Sonntagsvormittags gleich ab ging in die Flitterwochen und wir von der Mosel zurück nach Hause fahren mussten. Da uns die Fahrt direkt an die Adria jedoch am Stück zu lang war (ca. 11 Stunden), haben wir uns sowohl für die Hinfahrt als auch für die Rückfahrt für Zwischenhalte entschieden und die dazugehörigen Hotels über Booking.com vorab gebucht. Auf der Hinfahrt traf die Wahl auf das Dörfchen Mondsee am Mondsee in Österreich (in der Nähe von Salzburg). In der Kirche des Ortes wurde die angeblich berühmte Hochzeit aus The Sound of Music gedreht. Das war aber nicht der Grund, warum unsere Wahl auf diesen Ort fiel. Ich kenne den Film nicht und wüsste auch nicht mal eine Szene davon gesehen zu haben.

Nein, wir haben nach Orten Ausschau gehalten, die auf circa der Hälfte der Fahrtstrecke und an einem See lagen. Und Mondsee traf nicht nur auf diese Angaben zu – es lag zudem in unserem preislichen Rahmen (haben 145 Euro für zwei Übernachtungen mit Frühstück bezahlt). Leider war unser Aufenthalt von durchgängigem Regen bestimmt. Aus der geplanten Fahrradtour wurde also nichts. Stattdessen sind wir einfach so ein wenig am See entlang gelaufen und haben uns in Ruhe ein bisschen das Dorf angeschaut – ja, auch die Kirche. Aber mit Kirchen ist es überall gleich: Ein paar beeindruckende Fresken und (Lysanda: Angst einflößende) Bilder und mehr nicht. Da war die Entengang am Wasser schon interessanter, die uns in der Hoffnung auf Futter (und weil wir so taten, als hätten wir welches) gespannt verfolgten. Nett wäre sicherlich noch die Benutzung des Kneipp-Wegs gewesen (Kneippbecken für Füße und Arme, Heilkräutergarten und ein Barfußpfad) aber bei 16°C war das jetzt nichts worauf wir wirklich Lust hatten. Wobei Lysanda tatsächlich etwas mehr nass wurde:

Auf dem Marktplatz (vor der Kirche) ist ein Springbrunnen, der zum einen beleuchtet ist und zum anderen nach einem Muster spritzt. Da habe ich (gemeinerweise) meine Ehegattin reingeschickt, um ein paar Fotos zu machen. Leider spritzten die Düsen dann plötzlich mal in die Höhe und Frau Licht ward puddelnass. Sie hat es mit Humor genommen, auch wenn ihre Schuhe anschließend drei Tage gebraucht haben, um wieder trocken zu werden :smile:. Ansonsten gibt es nichts weiter Relevantes zu berichten. Im Sommer und mit Sonne sicherlich ein gutes Urlaubsziel (vor allem mit Kindern). Aber bei Regen nur bedingt zu empfehlen. Entsprechend sind wir Dienstagsmorgen nicht unbedingt mit einem weinenden Auge weiter Richtung Süden aufgebrochen. Als möglicher Haupturlaubsort werden wir Mondsee aber dennoch im Auge behalten.

Hauptziel: Bibione Pineda (Italien)

Ein Typ im Pool

Da der Christoph – also ich – mal so „richtig“ ans Meer wollte (die Nordsee war ja bekanntlich während der Kur zugefroren) und Italien noch in Autofahrweite liegt, fiel unsere Wahl auf die Adria. Auch, weil der Christoph (immer noch ich) nach seinen Erfahrungen mit Assassin’s Creed II unbedingt mal Venedig sehen wollte. Gelandet sind wir am Ende circa 100km von Venedig entfernt in der Ferienstadt Bibione Pineda, genauer gesagt in der Ferienanlage Villaggio Mare Blu.

Eine Ferienanlage aus mehreren Gründen:

  • Selbstversorgung in einer Ferienwohnung ist wesentlich billiger als jeden Tag ggf. mehrfach Essen zu gehen.
  • Wir waren nicht an Essenszeiten gebunden (unser Frühstück war mehr als einmal eigentlich das Mittagessen).
  • Eine Ferienwohnung ist größer und angenehmer als ein Hotelzimmer.
  • Es kommt nicht jeden Tag eine Reinigungskraft durch, die ggf. in den Sachen schnüffelt.

Und warum genau das Mare Blu? Nun, zum einen weil es so gut wie die einzige Ferienanlage war, die auch noch nach Saisonende geöffnet hatte (vergangenen Samstag wurden auch dort die Tore geschlossen). Und zum anderen, für Lysanda GANZ GANZ wichtig: Sie hatten einen beheizten Pool. Kostenpunkt für die ganze Sache: ca. 550 Euro (mit Endreinigung und WLAN für neun Übernachtungen sowie reserviertem Strandplatz) – kann man sich definitiv nicht beschweren, würde ich sagen (und tue es hiermit)! Wobei es allerdings zu beachten gilt, dass wir technisch gesehen eine Wohnung vom Typ A bezahlt haben (im Prinzip ein Zimmer mit Nischenküche und Bett im Wohnzimmer) aber (vermutlich aufgrund des Saisonendes und der dazugehörigen Unterbelegung) ein kostenloses Upgrade auf Typ C bekommen haben. Dabei handelt es sich um eine 2-Zimmer-Wohnung. Definitiv zu empfehlen sich mindestens dafür zu entscheiden trotz der 50 Euro mehr pro Woche, die sie kostet. Schon allein wegen der Küche und dem großen Kühl-Gefrierkombigerät.

Die Anfahrt ging absolut problemlos vonstatten insofern, dass wir nur in Deutschland Probleme mit Stau & Co. hatten. Ab Österreich floss der Verkehr einwandfrei über die Tauernautobahn bis runter ans Meer. Das gilt genauso für die Rückfahrt. An der Grenze Österreich-Italien war zwar Polizeikontrolle und damit etwas stockender Verkehr, angehalten wurden wir aber nicht. Österreich-Deutschland konnten wir einfach durchfahren ohne jedwede Verzögerung. Abseits davon hieß es nur auf der A10 mal ca. 10-20 Minuten warten weil genau an dem Tag eine Felsräumung stattfand und der Verkehr dafür gestoppt wurde. Wenn es ums Tanken geht ist die Empfehlung ganz klar nach Möglichkeit ausschließlich in Österreich aufzufüllen. Nach der deutschen Grenze in Anif zum Beispiel und kurz vor Italien in Villach. Ist im Vergleich zu Deutschland (und auch Italien) 30ct billiger. Ich empfehle einen Blick auf die Seite des österreichischen ADAC namens ÖAMTC, die haben eine Tankstellensuche mit Preisvergleich.

Der Alltag in der Ferienanlage

Meer? Wo?

Meer? Wo?

Wir hatten definitiv nicht vor im Urlaub großartig Sightseeing zu betreiben, entsprechend verbrachten wir tatsächlich den größten Teil unserer Zeit in der Ferienanlage entweder in der Wohnung oder am bzw. im beheizten Pool. Wird sich zwar der ein oder andere Fragen, warum wir dann unbedingt nach Italien dafür fahren, aber ich mag solche Unterstellungen nicht. Jeder macht in seinem Urlaub was er will und wir wollten halt vor allem gar nix tun. Wir haben zwar ein paar umfangreiche (>3 Stunden) Spaziergänge am Strand entlang (zwei Minuten Fußweg von der Ferienanlage) und nach Bibione selbst (Pineda ist sowas wie ein Ortsteil) gemacht und natürlich ein wenig im Meer geschwommen (kalt, salzig und wenn man zu weit rausschwimmt leichte Panikattacken…). Es waren aber ganz klar sehr relaxte und mehr auf andere Aktivitäten (vor allem viel Lesen) ausgerichtete Flitterwochen.

Zugegeben: So viel mehr konnte man so langsam sowieso nicht mehr tun. Wie gesagt waren wir in der Nachsaison unterwegs und das machte sich nicht nur dadurch bemerkbar, dass rund um uns herum alle anderen Ferienanlagen und Hotels dicht waren. Über Nacht waren auch plötzlich immer mehr Teile vom Strand verschwunden. Also nicht vom Sand. Den karrt keiner weg. Gemeint sind die Liegen und Sonnenschirme. Selbst das Mare Blu hat gegen Ende seinen Bestand auf die reduziert, die noch gebraucht wurden. Wir wollten aber wie gesagt sowieso mehr Zeit am Pool verbringen als am Meer. Da konnte sich Lysanda schließlich die Zeit damit vertreiben Szenen aus Der weiße Hai nachzuspielen. Nicht nur wir wussten schließlich den Pool zu schätzen, auch die Tauben und Spatzen kamen vorbei, tranken fleißig und badeten am Rand. Lysanda also untergetaucht, an den Rand geschwommen, hochgeschossen und schwupps waren alle Vöglein weg!

Um aber noch einmal kurz auf das leibliche Wohl zurückzukommen: Abseits von ein paar Mal Eis essen waren wir in Bibione gar nicht auswärts essen. Hatten es zwar mal geplant aber der Muskelkater vom Laufen war an dem Tag zu stark. Stattdessen haben wir am Tag der Ankunft einen Abstecher in den nahegelegenen LIDL gemacht und dort für die zwei Wochen eingedeckt (ca. 100 Euro – allerdings 22% MWSt!). Hat auch fast perfekt gereicht, also wir mussten nicht noch einmal einkaufen gehen. Über Bibione selbst gibt es nicht viel zu sagen. Es ist halt ein reines Feriendorf. Es gibt einen Wasserpark, eine Therme und haufenweise Geschäfte mit nutzlosem Krimskrams sowie Restaurants soweit das Auge reicht.

Abstecher: Venedig

Die Ausnahme von der „wir liegen nur faul im Bett und bums…äh lesen“-Regel war der Tagesausflug nach Venedig. Wir waren montags dort und haben vorher online einen Parkplatz sowie einen Platz auf einer Fähre nach Venedig gebucht und zwar am Terminal Fusina. Das kostete 31 Euro (5 Euro für den Parkplatz, Rest für Hin- und Rückfahrt), das war es aber aus meiner Sicht wert. Zum einen weil gesicherter Stellplatz und zum anderen sind die zwanzig Minuten Schifffahrt auch ganz nett. Wichtig: Unbedingt online buchen! Vor Ort kostet es das Doppelte. Das scheint für viele Parkplätze rund um Venedig zu gelten soweit ich es bei meinen Recherchen gesehen habe.

Nur echt mit Baugerüsten!

Nur echt mit Baugerüsten!

Über Venedig selbst kann ich hingegen nur sagen: Es war mal nett dagewesen zu sein, aber noch einmal brauche ich es aus meiner Sicht nicht. Da habe ich mir im Vorfeld doch irgendwie mehr erwartet. Aber das war wohl eine stark romantisierte Darstellung der Dinge (hatte vor allem mehr Kanäle zwischen den Häusern erwartet). Die Realität ist: Man geht durch enge Gassen voller Geschäfte, kommt ab und zu mal auf einen größeren Platz voller Geschäfte und geht weiter durch enge Gassen. Dauernd geht es an einer Kirche vorbei oder ihr müsst über eine kleine Brücke laufen aber die meiste Zeit sind es semi-alte Gebäude, die schon beim Anschauen auseinander zu fallen schienen. Der einzige „Wow“-Moment war der Markusplatz (Piazza San Marco). Zum einen, weil ich den tatsächlich aus dem Spiel wieder erkannt habe und zum anderen, weil er wirklich beeindruckend ist. Der extrem hohe Turm (begehbar), die riesige Sonnenuhr, die Gebäude mit den ewig vielen Säulen. Das war definitiv extrem cool.

Nicht so cool waren die vielen, fast schon handzahmen Tauben sowie die Menschenmassen. Bei ersteren musste man massiv aufpassen, dass sie einem nicht das Eis direkt aus den Händen geklaut haben. Letztere schoben sich trotz Nachsaison noch so massiv durch die Gassen, dass ich nicht wissen möchte wie es im Hochsommer in der Stadt zugeht. Wahrscheinlich muss man dann eine Nummer ziehen und am Eingang warten.

Wie gesagt: Ich bin froh es mal selbst gesehen zu haben, auch wenn mir mein Wissen aus Assassin’s Creed bei der Wegfindung so überhaupt nicht weitergeholfen hat. Den Hype um diese Stadt verstehe ich nach meinem Besuch aber tatsächlich nicht mehr. Also zumindest wenn ihr nicht totaler Kirchenfetischist seid. Für die ist Venedig ein absolutes Mekka.

Und ja, wir haben natürlich das wichtigste Venedig-Souvenir gekauft: eine Karnevalsmaske. Aber keine von den große hässlichen, sondern nur was kleines für Lysanda. Außerdem in einem Nudelgeschäft ein paar etwas ungewöhnlichere Bandnudeln (Curry und Lachs) sowie komische bunte Dinger (als Geschenk) und ein besonderes Nudelholz zum zerteilen des Nudelteigs. Sowie in einem Kinkerlitzchen-Geschäft einen als Katze getarnten Topfschwammhalter. Letzteres gibt es sicherlich auch bei Amazon für weniger Geld aber ich habe mir in den zwei Wochen so gut wie nichts anderes gegönnt, also habe ich den halt gekauft weil er mir so gut gefiel.

Zwischenziel: Eggstätt (Deutschland)

Die Katzengang von Eggstätt

Die Katzengang von Eggstätt

Auf der Heimreise haben wir dann nochmal kurz Halt in der Nähe des Chiemsees gemacht. Nicht direkt am Chiemsee, weil da die Preise total überzogen sind, sondern in Eggstätt beim Hartsee. Ist ein kleines, typisch bayrisches Dörfchen mit mindestens einen See – und damit ist zu diesem Ort schon wieder alles dazu gesagt. Fahrrad fahren, Wandern, ein bisschen schwimmen – mehr lässt sich hier nicht wirklich tun. Wollten wir ja auch nicht. Ging ja nur darum den Urlaub locker ausklingen zu lassen. Das Hotel war okay (160 Euro für zwei Nächte mit Frühstück) nur mit der Einschränkung, dass aktuell vor der Tür eine Großbaustelle ist (und eine Kirche, doch das bin ich ja gewohnt). Dafür kann das Hotel aber logischerweise nichts.

Fazit

Unterm Strich waren es zwei sehr schöne Flitterwochen und ein angenehmer, erholsamer Urlaub. Bis auf den verregneten Aufenthalt in Mondsee hat das Wetter wunderbar gepasst, wir konnten tun und lassen war wir wollten und abseits von etwas Kindergeschrei um 7 Uhr morgens war der Aufenthalt in der Ferienanlage perfekt. Bin auch ganz schön braun geworden muss ich sagen. Zwar einmal einen Sonnenbrand geholt (am Bauch) aber dank meiner regelmäßigen Einnahme von Vitamin D und Astaxanthin sowie etwas After-Sun-Lotion tat es nur einmal beim Duschen weh und hat sich auch nicht geschält bzw. war nach drei Tagen wieder verschwunden. Und ja: Lysanda und ich lieben uns auch nach den Flitterwochen noch innig. Soll ja viele geben, bei denen das etwas anders ist.