Sicarius

Teuflischer Götterbote

Der Paketdienstleister Hermes und ich – ob wir jemals Freunde werden? Drei Pakete, alle mit Identitätsnachweis (weil besagte „ab 18“-Spiele drin) und alle Anfang der Woche verschickt. Angekommen? Kein einziges bislang. Okay, das stimmt technisch gesehen nicht ganz. Einmal war der Hermes-Fahrer wohl mit zwei der Lieferungen da, traf aber niemanden an und konnte es aufgrund der Altersnachweisforderung nicht beim Nachbarn abgeben.

Parallel dazu hatte ich am gleichen Tag für alle drei Pakete eine Umleitung in den Paketshop beauftragt. „Sind am Freitag ab 16 Uhr dort“ ließ die (kostenpflichtige!) Hotline damals verlauten. Also Freitagabend hin: Fehlanzeige. Samstagvormittag stand dann plötzlich in der (völlig unbrauchbaren) Hermes-App zumindest bei zwei der Pakete: „Die Sendung liegt im Hermes Paketshop zur Abholung bereit“. Also die Einkaufsfahrt genutzt, um noch einmal vorbeizuschauen. Ergebnis? Immer noch keine Pakete im Paketshop. Meine Hoffnung auch nur eines der Pakete jemals zu erhalten? Äußerst gering. Der Paketshop kann nichts dafür und die Hotline verweist vermutlich nur darauf, dass es laut System angekommen wäre. Aber mal schauen was der Montag noch so bringt – in der App hat sich zumindest bislang noch nichts weiter getan (das dritte Paket befindet sich genauso im Nirgendwo…).

Meine Gründe

Dass ich meine Päckchen schon abgeschrieben habe, mag pessimistisch klingen aber ich halte Hermes einfach nur für einen Sauhaufen. Ich kann einfach nicht verstehen, warum dieser Dienstleister so beliebt ist. Okay, doch: Er ist ein paar Euro günstiger. Und ja, DHL hat auch schon 2-3 Päckchen, die an mich adressiert waren, verschlampt und sich hier und da nicht glorreich verhalten – aber da reden wir von den letzten 17 Jahren und einer ganzen Menge von Lieferungen (vor allem natürlich von OkaySoft :smile: ). Hermes hingegen? Nun folgende Erfahrungen habe ich mit ihnen allein in den letzten 24 Monaten sowohl beim Empfang als auch Versand gemacht:

  • Mein Sendungsverlauf

    Sie geben grundsätzlich ohne Freigabe alles beim Nachbarn ab (immerhin legen sie es nicht einfach vor die Tür wie andere Versender).

  • Ihre Hinweiszettel sind völlig unbrauchbar, weil sie oft nicht einmal mit dem Mindestmaß an Informationen ausgefüllt wurden und selbst die Hotline kann mit dem Barcode mitunter nichts anfangen (zum Glück geht auch die Suche nach Adresse).
  • Sie behaupten sie hätten Pakete ausgeliefert und am Ende können sie nicht einmal nachweisen wer unterschrieben haben soll (ich weiß bis heute nicht wo meine ursprüngliche Kopie von Mittelerde: Mordors Schatten hingekommen ist).
  • Ihre Auslieferer sind auf „Schnell, schnell“ getrimmt und pflaumen einen entsprechend gerne mal an oder hetzen einen doch zügiger zu unterschreiben. Was sagte der Zusteller als er spätabends meine Reha-Koffer brachte: „Ich hatte heute Morgen geklingelt! [Wir waren wohlgemerkt den GANZEN Tag da!]. Jetzt musste ich extra wegen ihnen in meinem Feierabend nochmal vorbeikommen, um das sperrige Ding loszuwerden!!“.
  • Sie beschädigen/zerstören gerne mal Sachen (an einem meiner beiden Reha-Koffer war der Griff abgebrochen) und es ist ihnen völlig egal.
    • Sie haben eine kostenpflichtige Hotline.
  • Sie haben eine völlig unübersichtliche App, die aus meinen drei Paketen mehrere Dutzend Einträge macht, die keine Sau mehr versteht.
  •  Lassen sich einen ganzen Lieferwagen (!) klauen und brauchen dann trotzdem mindestens vier Wochen, um den Wert der Lieferung zu ersetzen.
  • Man ist von Paketshop-Öffnungszeiten abhängig (ich mag DHL-Packstationen!).
  • usw.

Um die Inhalte der Pakete mache ich mir in dem Fall natürlich keine Sorgen. Sowohl Amazon als auch Medimops werden das sicherlich unkompliziert behandeln und zügig neu verschicken, sollte bis Mitte der Woche tatsächlich immer noch nichts da sein. Es ist trotzdem nervig und einfach nur unnötig. Zumal mich das Ganze dank dem blöden „Ab 18“-Mist auch noch 5 Euro mehr Versand kostet. Das DHL-Päckchen mit den zwei „Ab 16“-Titeln ist hingegen wie geplant und ohne jedwede Probleme eingetroffen. So erwarte ich das eigentlich von allen Paketdienstleistern – aber „eigentlich“ ist bekanntlich ein Füllwort. Kleiner Trost für Hermes: DPD und GLS sind nicht viel besser.

Themenwechsel

In Level 1 unterwegs

Nun aber genug gemeckert. Es war zwar durchaus therapeutisch, dass ich meinem Ärger mal Luft gemacht habe, aber meine Pakete zaubert es natürlich trotzdem nicht herbei. Kommen wir stattdessen mal wieder zum Thema „Spiele“ und sogar mal wieder etwas Aktuellem: Diablo. Okay, das Original hat am 31.12.2016 seinen 20. Geburtstag gefeiert und ist damit alles, nur nicht mehr aktuell. Aber natürlich lässt es sich Blizzard nicht nehmen dieses Jubiläum ein wenig zu feiern – und zwar in allen ihren derzeitig relevanten Titeln: Die Arbeiter in StarCraft II haben ein spezielles Porträt, in Heroes of the Storm gibt es u.a. eine neue Karte, Overwatch bietet ein paar Sprays basierend auf den Diablo-Klassen, in Hearthstone gibt es ein neues Setting plus neuen Helden und dazugehörigen Karten, in World of WarCraft gibt’s ein riesiges Event mit neuen Achievements und speziellen Items und in Diablo III? Nun, da gibt es das The Darkening of Tristram-Tribute-Event.

Letzteres klingt auf dem Papier extrem genial: Erlebt alle 16 Levels des Original-Diablo in HD! Die Realität sieht allerdings anders aus: Ihr findet in „Old Tristram“ am Brunnen ein Portal zu einer anderen Variante von „Old Tristram“, die mit einem ekligen, augenkrebserzeugenen Pixel-Grafikfilter (das Original sieht selbst heute definitiv nicht so extrem beschissen aus) und einer stark herangezoomten Kamera versehen ist. Außerdem ist euer Interface ein wenig an Teil 1 angelehnt. Blizzard hat sich nicht einmal die Mühe gemacht Tristram selbst korrekt zu übernehmen. Stattdessen erwartet euch ein Schlauch von und zu den wichtigsten Locations (Hexe, Kathedrale, usw.). In der Kathedrale geht es dann genauso weiter: Es erwarten euch die Dungeon-Assets von Diablo III nur mit dem Unterschied, dass sie dank des Filters bekloppt aussehen und sich die einzelnen Bauteile häufiger Wiederholen und dabei der Soundtrack aus dem Jahre 1996 aus den Boxen kommt.

Mein Inventar nach Level 5

Das Original also nicht einmal ansatzweise in HD! Mehr ein „Best of“, denn natürlich erwarten euch in den 16 ziemlich kleinen Levels alle wichtigen Mini- und Hauptbosse (Skelettkönig, Metzger bis hinunter zu Diablo selbst) sowie Gegnertypen von Teil 1. Die Gegenstände, die ihr so findet, wiederholen sich zum einen oft (Wiederholung scheint Retro zu sein), sind aber sowohl in der Namensgebung („Godly Plate of the Whale“) als auch bei der Darstellung sehr stark vom Original inspiriert – wenn nicht sogar kopiert. Bescheuert ist, dass ihr das Event anscheinend in einem Rutsch durchspielen müsst. Ich war schon in Level 5 (ca. 1 Stunde Spielzeit) angekommen bevor ich angefangen habe diesen Eintrag zu schreiben. Als ich gerade wieder rein bin, um ein paar Screenshots zu machen, war ich wieder im normalen Diablo III. Sehr doof und erklärt die stark zusammenstauchten Levels – 15 Stunden am Stück hat man früher mal auf LAN-Partys das Original gezockt aber Diablo III vermutlich nicht mehr. Ach und anders als im Original gibt es ein geheimes Kuh-Level!

Beim Christoph meint: Das Diablo III-Event ist ganz nett, weckt bei mir aber keinerlei nostalgischen Erinnerungen. Ich werde natürlich schon allein wegen den Erfolgen und dem Cow-Pet versuchen es durch zu spielen – ist also mal wieder ein Grund Diablo III zu spielen. Aber ehrlich gesagt: Ich hatte tatsächlich mehr erwartet. Klar, es sind kostenlose Inhalte, die euch ein paar Stunden Spaß bereiten. Aber sie werden dem Original und vor allem seiner Bedeutung (Schaffung eines komplett neuen Genres) aus meiner Sicht nicht wirklich gerecht.

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5 Kommentare

Hab‘ das Event gestern noch fertig gemacht (ca. 2 Stunden gebraucht inkl. Kuh-Level). Eindruck hat sich nicht verbessert. Im Gegenteil war es zwischen Level 5 und 14 totlangweilig (kein einziger Boss mehr und viele Levels wirklich nur gehe geradeaus von A nach B). Einziger Vorteil: Gab anscheinend haufenweise Exp (bin auf Torment 4 mit Paragon 69 gestartet und war am Ende 80+). Und wie oft ich diese doofe Godly Plate of the Whale gefunden habe geht auf keine Kuhhaut…

Sehe das Diablo 3 Event ganz genau so: Viel potential, rausgekommen ist nicht viel.
Dass sie sowohl für Tristram als auch für den Dungeon komplett auf die normalen Diablo 3 Assets und Levelaufbau gesetzt haben finde ich extrem schwach.
Klar wäre es ein ganz schönes Investment extra für so ein zeitlich begrenztes Event so viel Arbeit reinzustecken. Aber zum einen: Wenn sich das jemand leisten kann dann Blizzard.
Und zum anderen hätten sie es ja auch irgendwie sinnvoll in Diablo 3 einbinden und permanent im Spiel lassen können.
Die Godly Plate of the Whale hab ich nicht sooo oft gefunden, dafür aber tausend Kings Sword of Haste. Fand ich beim ersten finden schon cool, das sind ja wirklich DIE ikonischen Items aus Diablo 1. Aber war dann doch ein bisschen eintönig.

Zum Thema Paketdienstleister: Hermes finde ich ähnlich schlimm wie du, hab einmal sau schlechte Erfahrungen gemacht und meide sie jetzt wie die Pest.

Über GLS wurde mir letztens ne SIM Karte geschickt (bzw. zumindest haben sie es versucht). Wurde extra per Overnight Express verschickt, kam aber nie an (angeblich Adresse nicht auffindbar. HÄ? Das Haus hier gibts seit mindestens 15 Jahren, mitten in Ingolstadt. Aber die Adresse existiert nicht, ist klar…)
3 mal hinterhertelefoniert, ohne Erfolg. Dann wurde ne neue Karte (nach ner Woche warten auf die erste) mit der Post verschickt und am nächsten Tag war sie da. Da muss ich mal die 1und1 Hotline loben, die waren immer freundlich und Hilfsbereit. Und am Ende hab ich für die verlorenen Tage (der Vertrag lief gleich am ursprünglich anvisierten Ankunftsdatum los) noch ne Gutschrift über eine Monatsgebühr bekommen, das find ich guten Service.

Aber bei DHL hab ich die letzten Wochen auch keine guten Erfahrungen gemacht. Normal landet alles in der Packstation und da gibt es auch nie Probleme. Hatte aber zuletzt zwei Pakete die nicht an die Packstation gingen (zu groß).
Beim ersten hab ich per Mail die Benachrichtigung bekommen dass das Paket am Mittwoch zwischen 9:00 und 12:30 kommt.
War eh nicht daheim, wollte sowieso dass das an die Filiale geht (konnte ich aber über die Mail komischerweise nicht direkt umleiten). Aber am Abend war weder Benachrichtigungskarte noch Paket irgendwo zu sehen. Am nächsten Tag nächste Mail: „Paket hat sich verzögert, kommt Donnerstag“.
Da war er dann wirklich da und ich hab die Benachrichtungskarte für die Postfiliale im Edeka. Ab Freitag 10:00 solls abholbar sein.
Freitag nach der Arbeit hingedüst: Die Dame sucht sich im Lager nen Ast ab, aber Paket ist nicht da (sowohl App als auch Paketvervolgung als auch die interne Paketvervolgung haben gesagt es müsste da sein). Ich solle es halt später nochmal Probieren.
Samstag bin ich nochmal hin, gleiches Ergebnis. Die Dame (eine andere) hat mich sogar selber ins Lager suchen geschickt (ob das den Firmenrichtlinien entspricht…). Nix da. Die hat mir gesagt da muss ich dann DHL anrufen.
Gemacht getan, ich ruf bei der Hotline an. Erstmal so gut wie nichts verstanden, weil es bei denen im Callcenter unfassbar laut war, man hat im Hintergrund dutzende andere Gespräche gehört (was ist das denn für ein Callcenter???). Der Typ hat dann einen Nachforschungsauftrag gestellt (von dem hab ich bis heute nichts mehr gehört).
Am Montag wars dann auf wundersame Weise doch auf einmal in der Filiale (hat mir natürlich niemand gesagt, bin einfach nochmal hin). Wo das Paket in der Zwischenzeit war konnte mir niemand beantworten.
War natürlich ein Paket auf das ich sehr dringen gewartet hab…

Beim zweiten ist es in der Filiale gelandet, obwohl ich den ganzen Tag daheim war. Da war der Bote zumindest, der Zettel war im Briefkasten aber Klingel hab ich keine gehört…

Die beiden Amazon-Päckchen waren übrigens gestern endlich im Paketshop – fehlt noch Medimops (XCOM2 und Superhot), das seit Freitag in einem Verteilzentrum in Mainz festhängt laut Sendungsverlauf (Die App hat mittlerweile ihre Arbeit eingestellt nachdem sie sich selbstständig mit über 120 Einträgen [3 Sendungen!!] vollgesaugt hat)…

Das Thema „Paket ist in der Filiale“ hatte ich mit DHL auch mal in Eckental. Weiß grad gar nicht mehr was rauskam. Ich glaube bei mir ist es nie aufgetaucht und OkaySoft/Amazon hat einfach Ersatz geschickt.

Tja, bleibt wohl nur noch UPS und Fedex übrig? ;)

Ich hatte bisher eigentlich immer Glück mit den Paketdienstleistern. DHL ist m. E. unschlagbar und macht auch den meisten Teil meiner Sendungen aus (und es sind wahrlich ne Menge). Ansonsten lasse ich statt Packstation lieber zu meiner Schwiegermutter liefern, die Rentnerin ist. Da gabs noch nie Probleme. Packstationen sind manchmal, eigentlich immer öfter, schon voll und dann muss man (offiziell einen Tag später, ist aber immer schon am selben Tag da) in die volle Filiale. Nervig und geht am Sinn der Sache vorbei. Und wenn die Sendung dann doch mal eingeliefert wird, kommt man außerhalb der Ö-Zeiten nicht rein, weil man wieder alle Türen wegen Vandalismus verrammelt sind.
UPS und DPD sind mir bei Überseelieferungen negativ in Erinnerung geblieben, die zusätzlich zur Einfuhrumsatzsteuer völlig rechtswidrig noch eigene happige Gebühren erheben. Die kann man sich zwar wiederholen, aber es dauert lange und es NERVT. Da Amazon US seinen Versand mittlerweile verbessert hat und die Steuer direkt bei Bestellung abrechnet, ist dieses Geschäftsgebahren aber Geschichte. Dafür hab ich schon gehabt, dass eine an eine Packstation adressierte Lieferung an UPS oder DPD zugeteilt wurde. Wer mal richtig Spaß haben will, in dieser Kombi hat man ganz viel davon. Also, seit eine echte immer anwesende Person die Pakete annimmt, ist es ultraentspannend für mich.

PS: Diablo III ist für mich persönlich schon tot. Wird wohl nie wieder gespielt.

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